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Diskutiere im Thema Studium: Am Ende kein Interesse mehr im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 46

    Studium: Am Ende kein Interesse mehr

    Hallo zusammen,

    Ich stehe kurz vorm Ende meines Masters. Es fehlen noch: eine Forschungsarbeit, die Masterarbeit, 2 mündliche Master Prüfungen.
    Das Problem ist: Die Fristen rücken immer näher und ich finde keinen Anfang und das stresst ohne Ende.

    Ich weiß, wenn ich NUR ENDLICH MAL ANFANGEN würde, dann würde es vermutlich schon gehen.
    Das war im Bachelor ja auch schon so.
    Da habe ich nach langen Phasen der Lustlosigkeit und Amotivation irgendwann doch noch die Kurve gekriegt.

    Mein Umfeld sagt immer: jetzt mach halt fertig, dann musst du dich auch nicht mehr damit rumärgern. Gemessen an dem, was du schon hinter dir hast, kann das doch jetzt auch nicht mehr das Problem sein!

    Aber genau DAS ist das Problem.
    Ich studiere jetzt insgesamt schon so lange, dass mir die Strategien und Ideen ausgegangen sind wie ich mich selbst noch dazu bringen kann weiter zu machen. Gegen meine Widerstände.

    Mein Studienfach interessiert mich nicht mehr.
    Ich brenne dafür nicht mehr.
    Es kratzt mich nicht die Bohne.
    Interesse ist flöten gegangen.
    Nicht zuletzt wegen der immer gleichen Arbeitsweisen (z.B. juhu, wieder eine "wissenschaftliche" Arbeit schreiben - die hohe Kunst des Nacherzählens von dem, was andere schon vor mir 3 Millionen Mal gesagt haben. Bloß nichts Anderes, bloß nicht abweichen, bloß nicht selber denken).

    Und ich weiß nicht mehr wie ich den Mist meinem Gehirn schmackhaft machen soll, damit ich anfange und das Studium endlich abschließe.
    Auch dieses: "Du hast es doch fast geschafft!" zieht bei mir nicht, weil ich immer nur denke: Es geht nicht darum, dass ich schon 5 Jahre durchgehalten habe, sondern darum, dass ich für das letzte halbe Jahr einfach keine Ideen, Strategien, Interesse oder Energie mehr habe! Was nützen mir da die Anstrengungen der letzten 5?!?!




    Wie schafft man das Ende, wenn einem das Studium als ganzes nicht mehr INTERESSIERT?!?!?
    Habt ihr Ideen?
    Sachen, die bei euch geholfen haben?

    Bei mir ist die innere Sperre gerade so stark, ich weiß nicht wie ich die austricksen soll.



    lG
    Snow White

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Studium: Am Ende kein Interesse mehr

    mh vielleicht die Sache einfach mal realistisch sehen ? Du hast doch nur zwei Möglichkeiten, entweder du schreibst die Arbeit jetzt und die zwei Prüfungen, d.h. hältst einfach das halbe Jahr noch durch oder du lässt es und hast keinen Master und beißt dich hoffentlich später nicht in den A.... , dass du damit 5 Jahre um sonst studiert hast.

    Oder du sagst dir - es wird Zeit, dass ich lerne auch mal was zu machen, was mir keinen Spaß macht, wird mir nämlich im Leben noch öfters so gehen, dass ich mal was machen muss, was mich nicht interessiert .

    Ich hoffe es hilft, was ich dir geschrieben habe, denn ein allgemeines Einstimmen in dein "Leid" würde dir ja wenig bringen und ich glaub, dass willst du sicher hier auch nicht hören.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Studium: Am Ende kein Interesse mehr

    Hallo Wintertag,

    Nein, das Studium abbrechen ist keine Option. Das wäre nur dumm.
    Ich habe zwar den Bachelor schon, aber dann wären die letzten 1 1/2 Jahre Master ja umsonst gewesen.

    Das Problem ist vielmehr, dass ich mir DAS:

    Wintertag schreibt:
    Oder du sagst dir - es wird Zeit, dass ich lerne auch mal was zu machen, was mir keinen Spaß macht, wird mir nämlich im Leben noch öfters so gehen, dass ich mal was machen muss, was mich nicht interessiert .
    schon zu oft und zu lange gesagt habe.
    Ich habe mich immer irgendwie hochgerafft, auch wenn es schwer, doof, langweilig oder unangenehm war oder keinen Spaß gemacht hat.
    Einfach, weil ich mir gesagt habe: stell dich nicht so an, da musst du jetzt durch.
    Sonst hätte ich jedes Semester mehrfach abgebrochen, wenn ich nur danach gegangen wäre, was ich gerade will oder was Spaß macht.

    Aber jetzt am Ende der Studienzeit kann ich mir das einfach nicht mehr schönreden -
    dieses "man muss auch mal tun, worauf man keine Lust hat!" -
    für mich fühlt es sich so an, als hätte ich das schon das ganze Studium über - mit kleinen Ausnnahmen- so gemacht.

    Ich will ja gar nicht abbrechen oder bemitleidet werden -

    Ich wüsste nur so gern:

    Wie kann man sich selbst noch bei der Stange halten, wenn alle bekannten Mechanisen, die man früher genutzt hat, nicht mehr greifen?!
    Was kann ich noch ausprobieren?

    Ich meine, außer mir zu sagen, dass ich da jetzt durch muss und jammern nicht ist und es schei* egal ist, wie es mir dabei geht.
    Oder, dass es ja "nur noch" 1/2 Jahr ist.
    Oder sowas?

    lG
    Snow

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Studium: Am Ende kein Interesse mehr

    o.k. verstehe - wie wär es mit Folgendem: du belohnst dich mit was tollem, wenn du das halbe Jahr hinter dich gebracht hast, z.B. ne tolle Reise, vielleicht 8 oder 12 Wochen ganz weit weg un darauf freust du dich so, darauf arbeitest du hin dieses verdammte letzte halbe Jahr

  5. #5
    Eti


    fliegFederflieg

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 848

    AW: Studium: Am Ende kein Interesse mehr

    SnowWhite schreibt:
    Wie schafft man das Ende, wenn einem das Studium als ganzes nicht mehr INTERESSIERT?!?!?
    Habt ihr Ideen?
    Sachen, die bei euch geholfen haben?

    Bei mir ist die innere Sperre gerade so stark, ich weiß nicht wie ich die austricksen soll.
    Oh je.
    Ich kann dir so gut nachfühlen.
    Bin gerade in der selben Lage.
    Da ich eh etwas Mühe habe etwas zu Ende zu bringen erstaunen mich meine Schwierigkeiten nicht besonders.
    Ich versuche alles in möglichst überschaubare Häppchen zu planen und tausche mich regelmässig aus. Das hilft mir mich nicht zu weit zu entfernen.
    Habe aber das Glück das mich wenigstens das Thema der Masterarbeit interessiert.
    Ausser die Zusammenfassung des Empirischen Teils. Der könnte mir gestohlen bleiben.
    Habe leider keinen wirklichen Tip.
    Ausser die Vorstellung dass ich im Sommer nie mehr bei schönem Wetter vor dem Compi sitzen muss!

  6. #6
    multikomplex

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 260

    AW: Studium: Am Ende kein Interesse mehr

    halte durch!!!!
    ich kann dir mal erzählen, was passiert, wenn du jetzt alles hinwirfst.
    ich kenne da so eine alleinerziehende frau, die ihr studium abgebrochen hat und trotz jahrelangem braven angestellten dasein (ohne abgeschlossene ausbildung) nun das "aus" bekommen hat und sich jetzt mit anfang 40 noch mal eine ausbildung reinziehen muss, um nicht als sozialfall zu enden, bzw. weiter sozialfall zu sein...
    und glaube mir.. echte , unterstützte umschulungen etc pp. bekommt man nur MIT abgeschlossenem studium/ausbildung.


    was genau studierst du?
    du kannst hundertpro irgendwas damit als basis zum aufbau eines jobs nehmen für den du dann mehr brennst.

    gib nicht auf! zieh es durch. arschbacken zusammen..und durch!

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 350

    AW: Studium: Am Ende kein Interesse mehr

    Oh Wintertag ich erinnere mich genau.
    Ich kann dir nur sagen, was ich damals gemacht habe. Ich habe mich beim Gewissen gepackt. Ich bekam Bafög und Kindergeld. Also wurde ich ja irgendwie bezahlt. Und dafür musste man ja auch " irgendwie arbeiten". Also lege ich einen normalen Arbeitstag fest. 8-12 eine Stunde Mittag und von 13-16.00.
    Nee das motiviert natürlich nicht, aber wer sagt das alle jeden Tag gerne arbeiten? Alle gehen irgendwo hin. Ich also auch. Ich von also in die Binliothek gegangen. Jeden Tag ohne wenn und aber. Ich habe da die vorgegebene Zeit verbracht und versucht zu lernen. In der ersten Zeit war das nicht sehr produktiv. Man muss aber darauf achten nicht weg zu gehen. Leute im Arbeitsalltag sitzen auch nur mal rum.

    So dann saß ich da, Kreisel im Kopf und Abbrecher Ideen. Nach ein/ zwei Wochen wenn du diesen Rythmus hast, wird dir schon klar das Lernen besser ist als in der Bibliothek nur rumsitzen. Ich habe die Zeit dort am Anfang auch genutzt, um mal aufzuschreiben welche Lernstrategien ich noch nicht genutzt hatte. Jeden Feierabend habe ich gedacht: aber morgen geh ich nicht mehr hin. Morgen such ich mir nen Job. Aber äh der geht ja auch von 8-16.00....Na gut dann geh ich halt wieder hin.

    Richtig feste Lernzeit haben und echt Feierabend war mein Rezept.
    Ich wollte trotzdem weiter aufhören und der Stoff war so öde, nix neues mehr etc. pp. Da haben nur noch die Stifte, Karteikartenfarben, und alles auf das man mal nen öden Stoff schreiben was gebracht. Ganz oft habe ich gedacht, auf das Lagerfeuer freu ich mich schon.

    nach einiger Zeit trifft man auch Leute, die dort auch Lernen. Kennt ihren Rythmus sieht, dass es auch nicht nur rund läuft.
    Aber man hat jeden Abend frei. Und jedes Wochenende. Die vertrödelte Zeit oder die Selbstablenkung sinkt enorm. An manchen Tagen brauchte ich Ohrstöpsel um rein zu kommen. An manchen Tagen habe ich mir nee Footballmanschaft vorgestellt die sich am Anfang des Spiels anbrüllen. An manchen Tagen war es eine alte Kaffeetasse die ich an die Wand geworfen habe. Es ist so hart jeden Tag los zu fahren in die Bibliothek..... aber arbeiten ist auch von 8.00 - bis 16.00. ich habe es jeden Tag in den Kalender geschrieben.

    Wie gesagt, ich weiß genau wovon du schreibst..... Vielleicht hilft es dir.

  8. #8
    Ehem. Mitglied

    Gast

    AW: Studium: Am Ende kein Interesse mehr

    Ja, nicht hinwerfen!!!!

    Mir gings und gehts gerade auch so ... nur dass, meine Kräfte dabei schwinden (gibt einen Thread dazu unter Depressionen).

    Abbrechen ist eh keine Option für Dich wie Du schreibst - super!!!

    OK, wie motivieren?

    - Warum hast Du denn damals das Studium gewählt?
    - Warum willst Du nicht abbrechen?
    - Was kannst Du mit dem Studium anfangen?
    - Was lähmt Dich so?
    - Was ist so ätzend?
    - Wer könnte Dich unterstützen?
    - Was könnte Dir helfen?
    - Was bräuchtest Du?
    - ..???

    LG!

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: Studium: Am Ende kein Interesse mehr

    Frag dich einfach, warum du nicht fertigwerden willst.

    Geht vielen so und hat etwas mit der Angst vor dem "Nach dem Studium" zu tun - in 80% der Fälle.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Studium: Am Ende kein Interesse mehr

    Mir hilft bei so etwas immer, Themenbereiche anzustreben, die mich konkret fesseln. Im selbstgewählten Studienfach hat man die ja normalerweise.
    Das verschont einen zwar nicht vor der ganzen ätzenden Detailarbeit und dem Drumrum, aber das eigene Interesse am Kern des Themas ist an und für sich ein Motivator, der einen ja doch immer wieder daran denken und darüber nachdenken lässt.
    Man kann eine Abschlussarbeit dann ja auch ein Stück weit als Selbstverwirklichung und Individualisierung ansehen.


    Vielen Leuten hilft auch, wenn sie nicht nur "für sich selbst" schreiben, sondern es in verschiedenen Formen auch an ein Publikum richten.
    Das könnte sein, dass du einem oder mehreren Kommilitonen Teile deines Themas erklärst, oder etwas als Mini-Präsentation aufbereitest.
    Oder du könntest dir als Ziel setzen, in deiner Arbeit tatsächlich ein Thema auf eine Art zu erschließen, die bislang noch nicht zufriedenstellend/überhaupt nicht gegeben ist.


    Ein Master sollte jedenfalls nicht nur als dem "Zusammentragen der Aussagen anderer" bestehen!
    Je nach Fachbereich bohrst du eher in einem Aspekt ein bisschen tiefer, der bislang noch nicht so sehr betrachtet wurde, (gängig bei NaWis)
    oder du kombinierst mehrere, schon vorhandene Inhalte anderer Forscher in einer Art und Weise, die mehr bringt als nur die Einzelleistungen der anderen Forscher, (GeWis, SoWis)
    oder du stellst eine ganz konkrete Frage und vergleichst die Fürs und Wieders verschiedener Standpunkte, (GeWis, SoWis)
    oder du bereitest ein Thema für ein Publikum auf, welches bislang noch keinen passenden Zugang oder Anwendungsrahmen dazu hat! (Alle Fachbereiche, z.B. für die Didaktik, oder Anwendungsmodelle für den interdisziplinären Rahmen)


    Kannst du dir ein griffigeres Motiv denken, dass dir als Motivation für die Abschlussarbeit dienen kann? "Damit ich den Abschluss habe" ist leider recht abstrakt und unpersönlich, natürlcih taugt das nicht so super zur Motivation. Was kitzelt dich an dem Fach und ganz besonders an deinem Thema? Was willst du mit der Arbeit erreichen? Wen willst du erreichen? Warum willst du das?


    PS: Manchmal kann auch helfen, "einfach anzufangen". Gerade die ausgiebige Übung in der Arbeitsweise deines Faches sollte es dir ermöglichen, viele eingängige Aufgaben einfach abzuarbeiten, die du sowieso machen musst. Literatursichtung, Struktur der Arbeit überlegen, stichpunktartige Zusammenfassungen über deinen Wissensstand zu den relevanten Aspekten des Themas, usw...
    Das kann nerven und langweilig sein und du musst dich dazu zwingen. Aber dann hast du schon was, und starrst nicht im schlimmsten Fall immer wieder auf deinen leeren Schreibtisch, an dem noch garnichts getan wurde und wirst davon überwältigt.

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