AD(H)S ist bei jede(m)(r) in unterschiedlicher Art und Weise und unterschiedlich stark ausgeprägt, was sich ebenfalls auf das Studium auswirkt.
Der/die eine hat seine Probleme in einem vielleicht ganz anderen Bereich als der/die andere.

Ich selbst hatte beispielsweise kaum Probleme mit dem Lernen für die Prüfungen. Für mich war das mit Lernplänen zu meistern, was für andere schon wieder ganz anders sein kann und es trotz vieler Methoden kaum Fortschritte gibt.
Ich hatte aber extrem große Probleme mit dem Planen und Durchführen von Projektarbeiten, mit dem Strukturieren, dem Unterscheiden von wichtig und unwichtig. Ich habe sehr viele Methoden angewendet und konnte mich etwas verbessern, aber ich hatte bei der letzten Arbeit trotzdem noch große Probleme. Zumindest konnte ich das Verwalten von Daten verbessern.
Beim Verfassen von schriftlichen Arbeiten habe ich trotz sehr vieler Methoden immer noch extrem große Probleme den Anforderungen zu entsprechen, ohne fremde Hilfe geht es überhaupt nicht.

Zappelmann schreibt:
Die eigenen Verhaltensweisen nicht als Rückfälle betrachten, sondern als Charaktereigenschaft, mit eben ihren Vor- und Nachteilen.
Sich mit Techniken und Tricks vertraut machen, auch wenn sie nur ein wenig helfen. Und: HILFE SUCHEN!!!
Es ist frustrierend trotz eindeutiger intellektueller Überlegenheit das Gefühl zu haben nicht brauchbar in der Gesellschaft zu sein.
Das nadelöhr Uni ist leider nicht für ADHS gemacht, doch winkt danach die Chance seine gigantische Kreativität und seinen kindlichen Spieltrieb zu nutze zu machen.
Es hilft, AD(H)S nicht nur als Störung, sondern teilweise als Andersartigkeit, die auch positive Eigenschaften hat, zu betrachten. (Z.B. Ideenreichtum; Lösungen für Probleme, bei denen ein konkretes Ziel vorgegeben ist; intuitives Abschätzen bei komplexen Sachverhalten; weiträumiges Denken...)
Wir AD(H)Sler können auch den anderen was geben - und uns in einer Gruppe einbringen und Hilfe holen. Aber die anderen müssen für unsere Andersartigkeit offen sein, damit sie etwas davon haben können.
Wenn meine Arbeit von anderen kritisiert wird, bemerke ich, dass es nicht immer nur falsch, sondern anders ist - ganz besonders beim Präsentieren und beim Schreiben. Die geleistete Arbeit wird dennoch häufig nach dem Normdenken bewertet: an der Uni und im Beruf.
Mit der Uni hören die gesellschftlichen Vorgaben und Wertungen nach Richtig und Falsch nicht auf. Meine persönlichen AD(H)S- Defizite machen sich ganz besonders im Beruf bemerkbar.