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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 3

    Dauerndes Aufschieben, Hypersensibel, Dauermüde

    Ich bin mit 25 an den Punkt gekommen, an dem es nicht mehr weiter geht. Es geht um Aufschieberitis oder auch Prokrastinieren genannt.

    Ich habe eine Weiterbildung angefangen, die hauptsächlich auf Online Learning basiert. Morgen treffen sich die Teilnehmer wieder zu einer Präsenzphase und ich bin total im ar***. Ich habe so gut wie nichts erledigt. Aber dies ist nur ein Thema, wo ich bis zum kompletten Scheitern alles aufschiebe. Aufräumen, Sport, Meine Band, einen besseren Job suchen, etc., ich bekomme einfach nichts auf die Reihe.

    Ich dachte lange, dass vieles auch mit der Angst vor dem Scheitern zu tun hat. Jedoch war ich auch schon in medikamentöser Behandlung gegen Depression, habe auch Venlafaxin genommen und meine Stimmung wurde besser. Ich fing an Sport zu machen, hatte wieder einen ausgeglichenen Schlaf, konnte wieder unter Menschen gehen und all die anderen depressiven Symptome waren weg. Nur das Aufschieben von Pflichten blieb.

    Nebenbei muss ich noch erwähnen, dass ich eine leichte ADS habe, jedoch ohne Hyperaktivität. Ich bin eher der chaotische Träumer. Auch hierfür habe ich Medikamente genommen. Von MPH zu Dexamphetamin, von hochdosiertem Venlafaxin zu Trizyklischen AD's wie Trimipramin, etc. Die diversen Psychologen und Psychiater die ich schon durch habe konnten mir auch nicht helfen.

    Meiner Meinung nach haben gewissen Antidepressiva sogar dazu geführt, dass meine Selbstüberschätzung sogar stieg und ich darum noch viel mehr Dinge aufschiebe. Z.B. Im Jahre 2010, da habe ich einen Haufen Schulden angesammelt, weil ich die Formulare fürs Arbeitsamt nicht ausfüllte und mit meiner neuen Kreditkarte alles bezahlte. Auch habe ich in meiner Naivität auch Leuten Geld ausgeliehen, von denen eigentlich klar war, dass ich es nicht mehr zurück erhalten werde. Im Nachhinein frage ich mich ernsthaft, wie es dazu kommen konnte. Ich bin trotz allem Chaotismus ein ziemlich vorsichtiger Mensch, vor allem, was das finanzielle Betrifft. Ich habe mich auch schon gefragt, ob dieses Venlafaxin vielleicht eine Manie ausgelöst hat.

    Auf jeden Fall hat diese ganze Geschichte mit Therapeuten und Medis so um 2008 herum angefangen. Das heisst, ich habe um die 5-6 Jahre damit verbracht, ziellos ein Medi nach dem anderen zu testen und mein Kopf mit diversem Wissen über Psychologie vollzustopfen. Teilweise habe ich auch ziemlich viel dadurch gelernt, z.B. im Bereich Psychoedukation. Jedoch habe ich keine Lust mehr noch 1 Jahr länger in diesem Hamsterrad stecken zu bleiben. Ich habe mir schon überlegt, es vielleicht noch mit Lithium zu versuchen, da ich irgendwie vermute was 2010 passiert ist, könnte auch eine Manie gewesen sein, aber irgendwie habe ich gar keine Lust mehr auf diese ganze sch***.

    Ich erinnnere mich an eine Zeit, als ich Quetiapin (Seroquel) für meine Schlafstörungen bekommen habe. Schlafen konnte man damit, Sport machen auch und ich wurde der langweiligste Mensch der Welt. Ich hatte alles sauber aufgeräumt und war recht diszipliniert. Jedoch hasste ich diesen Zustand, da ich mich wie ferngesteuert fühlte. Auch wurde ich damit noch komischer, als ich es schon bin.

    Aktuell nehme ich noch hochdosiertes Johanniskraut (ca. 3-3,5g/Tag) und habe das Gefühl, dass ich eine dickere Haut habe, z.B. bei anstrengenden Kunden bei der Arbeit, aber hinsichtlich des Prokrastinierens tat sich nichts.

    Ich stelle mir Theorien zurecht, warum mein Unterbewusstsein sich sträubt, mit dem Lernen anzufangen:
    Ist es vielleicht gar nicht die optimale Ausbildung für mich? Wenn ja, warum mache ich sie nicht trotzdem zu Ende? - schliesslich dauert sie nur 1 Jahr.
    Liegt es daran, dass mein Lebensstil einfach zu unausgeglichen ist und ich keine Tagesroutine habe, z.B. wann ich aufstehe und schlafen gehe? - Wahrscheinlich, aber daran lässt sich nichts ändern, denn ich habe nun mal Schichtarbeit. Und meine Schlafstörungen hatte ich noch nie richtig in Griff. Melatonin hilft ein bisschen, aber auch nicht immer.
    Liegt es daran, dass ich mangels Sport so unausgeglichen bin? - Bis jetzt habe ich nur auf Trimipramin und Venlafaxin richtig Lust auf Sport gehabt, aber nie ohne Medis. Während dieser Zeit jedoch habe ich genau so stark Dinge aufgeschoben. Ich denke, es liegt auch an meiner Hypersensiblität, dass ich ohne Medis keinen Sport machen kann. Ich habe ein sehr starkes Schmerzempfinden und auch nur der kleinste Juckreiz kann ich so gut wie nicht ausblenden. Laute aus dem nichts kommende Geräusche lassen mich zusammenzucken. Ich habe sogar den Eindruck, dass diese Hypersensiblität seit ich all diese Medis durchprobiert habe, immer schlimmer geworden ist - insbesondere nach Seroquel.

    Ich denke, die depressive Komponente ist nicht der Grund für das Prokrastinieren. Ich spiele mit dem Gedanken, noch als allerletzten Versuch mit Lithium zu beginnen, da es ja auch Stimmungsstabilisierend wirkt.

    Was meint ihr zu der ganzen Geschichte?
    Cheers

  2. #2
    AlteEiche

    Gast

    AW: Dauerndes Aufschieben, Hypersensibel, Dauermüde

    Puh...

    Das die Medis auch einiges durcheinanderbringen könnten, ja schon klar. Gibt sogar Probleme das Leute nach zeitweiser Medikamentenverschreibung gegen Depressionen eher dazu neigen Spielsucht zu entwickeln.

    Auch diese Haltung kritiklosen Geldvergeudens, Verleihens und sowas. Könnte mir das schon vorstellen.

    Nebenbei muss ich noch erwähnen, dass ich eine leichte ADS habe,
    Wer hat gesagt leichte ADS?

    Einiges gerade diese Aufschieberei, Motivationsdefizite, Schlafstörungen, gestöerte Tag / Nachtrythmus, HS + Reizfilterschwäche sowie Ausgeglichenheit mit Sport & unausgeglichenheit ohne Sport auch

    Laute aus dem nichts kommende Geräusche lassen mich zusammenzucken
    Ein "übererregter psychischer Alarmismus" bei kleinen und kleinsten Anlässen ist häufig bei ADS.

    Kann alles dazu gehören.

    Ich habe nur noch nicht davon gehört das ADSler stark Schmerzsensibel wären, jedoch das es "Verschiebungen" der Wahrnehmung gäbe (ähnlich bei Aspergern, eher nicht so ausgeprägt afaik).

    Darum stellt sich die Frage, ob du nicht eher ein spezieller Fall von ADS bist oder eben die ganzen Jahre ziellos falsch behandelt wurdest bzw. da niemand die richtigen Fragen stellte und der Karren deshalb von Jahr zu Jahr immer tiefer im Mist stecken blieb.

    Vielleicht noch mal neu darüber nachdenken?

    MFg

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Dauerndes Aufschieben, Hypersensibel, Dauermüde

    AlteEiche schreibt:
    Darum stellt sich die Frage, ob du nicht eher ein spezieller Fall von ADS bist oder eben die ganzen Jahre ziellos falsch behandelt wurdest bzw. da niemand die richtigen Fragen stellte und der Karren deshalb von Jahr zu Jahr immer tiefer im Mist stecken blieb.

    Vielleicht noch mal neu darüber nachdenken?
    Also an Medikation habe ich bereits alles Probiert. Auch Wellbutrin, was ich noch vergessen habe aufzuzählen. Für die hypoaktiven sollen ja eben niedrigdosiertes MPH funktionieren (verträgt mein Kreislauf nicht), sowie Amphetamin (Was für komische Verhaltenszüge ich damit an den Tag gelegt habe, mag ich gar nicht erwähnen. Habe ich schon zu gut verdrängt), Trizyklische AD (Trimipramin hat gut funktioniert, habe ich aber toleranz dazu entwickelt und darum wieder abgesetzt) oder eben SNRI AD's (Venlafaxin, hochdosiert).

    Ich überlege mir mal Lithium zu testen, weil diese Disziplinierte Seite von mir mit Seroquel gut zur Geltung kam. Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich mit Lithium nicht so sehr wie in einem Gefängnis fühlt, bzw. wie ferngesteuert. Seroquel gibt einem das Gefühl einer am Anfang aushaltbarer Langeweile, die sogar schon fast ein wenig beruhigend ist. Doch mit der Zeit frisst dich diese Langeweile einfach auf und du setzt den Mist ab - oder bekommst Suizidgedanken, wie es bei Solian der Fall war. Ein Freund von mir kann die selben Dinge mit Zyprexa bestätigen.

    Betreffend Seroquel hat mir mein Psychiater mal vorgeschlagen, es nur zu nehmen, wenn ich eben diese "Langeweile" und Disziplin im Leben brauche. Aber es nur Tageweise zu nehmen kommt für mich weniger in Frage, da dies erfahrungsgemäss meine Psyche zu sehr durcheinander bringt, bzw. behaupte ich mich vage zu erinnern, dass die Tage ab dem Aussetzen ziemlich hässlich sind. Und was rede ich überhaupt von Neuroleptika? Nie wieder werde ich die Scheisse nehmen. Es f*ickt den Stoffwechsel und deinen Kopf, Stichwort "übererregter psychischer Alarmismus" wie du es nennst. Das hatte ich vor den Neuroleptika nie, da bin ich mir sicher.

    Hat jemand Erfahrungen mit Lithium?

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Dauerndes Aufschieben, Hypersensibel, Dauermüde

    push........

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Dauerndes Aufschieben, Hypersensibel, Dauermüde

    Hallo hypo88,

    ich finde mich in weiten Teilen in deiner Schilderung wieder, wobei ich aber nicht so viele Medikamente hinter mir habe. Aber gerade das mit der Selbstüberschätzung und dem noch mehr schleifen lassen" musste ich in den letzten Wochen auch feststellen. Was habe ich also gemacht? Rücksprache mit dem Arzt gehalten, an der Dosis hin und her geschraubt und gewartet, dass etwas passiert. Es passierte halt nichts. Daraufhin habe ich überlegt, alles wieder abzusetzen (Bupropion, MPH) und bin erst mal schön zurück in die absolute Verzweiflung gerutscht (aber hey- 2 Tage hat es gut funktioniert...^^)

    Also habe ich die Medikamente wieder angefangen und hatte gleichzeitig eine kleine Erleuchtung bzgl. meines Problems. Ich hatte nämlich eine völlig falsche Einstellung und eine viel zu hohe Erwartunghaltung an die Medikamente- so nach dem Motto: Wenn der Hirnstoffwechsel mal läuft, dann kann ich mich entspannt zurück lehnen und die Fahrt genießen. Smile and wave- fast wie die Queen...

    Mittlerweile weiß ich, dass genau das mein Fehler war- die Medikamente befähigen mich zwar Dinge zu ändern, aber sie ändern sie nicht für mich und vermutlich erzähle ich mit dieser abgedroschenen Phrase einem alten Hasen wie dir nichts Neues. Ich erzähle es aber trotzdem, da ich auch ein alter Hase bin und es dennoch geschafft habe, mich so hinters Licht zu führen.

    Ja, ein "reiß dich halt mal zusammen und pack die Dinge an" hilft weder einem akut Depressiven, noch einem unbehandelten ADHSler. In dem Moment, in dem eine geeignete Medikation aber all die Dinge, die es uns schwer bis unmöglich machen, Selbstdisziplin zu entwickeln, behandelt sind, müssen wir da genauso durch wie alle Anderen auch.

    Die Medikamente weiß ich dennoch zu schätzen, denn ohne die kommt meine Selbstdisziplin viel schneller an ihre Grenzen und ich falle in emotionale Löcher, ohne dass ich etwas dagegen tun kann.

    Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute und alle Kraft der Welt!

    LG Ennie

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 289

    AW: Dauerndes Aufschieben, Hypersensibel, Dauermüde

    Lieber hypo88,

    manche Leute brauchen diesen gewissen Zeitdruck, das bemerke ich, wenn ich mit Nicht-AD(H)S-Freunden spreche. Sie sagen mir dann, dass sie diesen gewissen "Stock im Hintern" brauchen, um überhaupt in die Gänge zu kommen.

    Problematisch finde ich es, wenn man mehrere Arbeiten aufschiebt und dann plötzlich merkt, dass man es nicht mehr schaffen wird.

    Die Medikamente helfen dir, dich zu konzentrieren, da sie dir die fehlenden Botenstoffe zu ersetzen versuchen. Die Motivation, die Arbeit zu beginnen, diese musst du dir jedoch selbst suchen. Ich arbeite zum Beispiel immer vor dem Fernseher. So sind die auditiven und visuellen Reize abgedeckt. Wenn ich aufschaue wird mein Blick zum Fernseher gezogen und nicht auf irgendwas, worauf ich mit 'oh, das könnte ich anstelle von arbeiten machen' reagieren könnte.

    Die Disziplin sich hinzusetzen und sich mit der Arbeit zu beschäftigen, musst du dir entweder erarbeiten oder du kannst dich auch selbst austricksen. Wenn ich an meinem Laptop arbeite, arbeite ich nie nur an dieser Arbeit. Ich arbeite querbeet, schreibe mit einer Freundin in einem Chat oder sonst was.

    Du siehst, vielleicht liegt es nicht daran, dass du die falsche Ausbildung gewählt hast oder sonst was. Vielleicht musst du dir nur deinen eigenen Weg suchen, zu lernen. Und dass der nicht nach dem Lehrbuch ist, das ist nicht wichtig, solange er für dich funktioniert.

    Die ewige Müdigkeit kann auch an der Unzufriedenheit der Situation, in welcher du dich befindest, liegen. Frustration und schlechte Laune kann einen Zustand von Erschöpfung und 'schlapp-fühlen' hervorrufen.
    In einem solchen Zustand kann aber auch der Verstand messerscharf sein, da man nicht viel von sich erwartet und somit der Druck zeitweilig verschwindet.

    Versuch aus deiner Situation zu profitieren, such dir deinen eigenen Weg und sei stolz darauf, dass du dich überhaupt auf die Suche danach machst.

    Alles Gute und viel Erfolg!

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Dauerndes Aufschieben, Hypersensibel, Dauermüde

    Ich erkenne mich ziemlich gut in dir wider. Bin auch der chaotische Träumer ! Zusätzlich habe ich noch eine sehr schwere Depression.
    Habe auch schon ziemlich viele Medikamente bekommen.


    Im Nachhinein muss ich sagen dass mir grundsätzlich Medikamente die Noradrenalin erhöhen am Besten geholfen haben.
    Von Allen bisher am Besten war der Mao-Hemmer "Moclobemid". Gerade was Depression und Antrieb angeht haute der rein wie eine Bombe. Leider sind die Nebenwirkungen Anfangs ziemlich stark.
    Das andere Medikament war Elontril. Leider hat es bei mir aber erst nach 3 Stunden massivster Angststörungen und Verfolgungswahne richtig super gewirkt. Ich fühle mich dann wie ein normaler Mensch.
    War vollkommen klar im Kopf !


    Letztes Jahr, nach einer schweren depressiven Psychose, haben sie mir bei einem Klinikaufenthalt eine Kombination aus MPH und einem atypischen Neuroleptium gegeben (Sulpirid)
    War eine komische Erfahrung : das MPH schien länger zu wirken und sorgte für Antrieb als auch Emotionalität während Sulpirid mein Dauergrübeln die Ängste abschaltete.
    Im Nachhinein muss ich gestehen dass diese Kombi relativ gut funktionierte obwohl es paradox erscheinen mag denn Sulpirid senkt ja de Dopaminspiegel.
    Leider trat aber die klassische Nebenwirkung von Neuroleptikas auf : ich nahm in 4 Wochen 10 kg zu obwohl ich sonst essen kann was ich will ohne nur ein Gramm zuzulegen !


    Derzeit probiere ich Strattera aus. Es wirkt sich bei meiner noch kleinen Dosis etwas antriebssteigernd aus. Dafür kommen aber teilweise Ängste hoch die ich zugegeben sonst verdränge.
    Mein Dauergrübeln verbesserte sich bisher aber nicht allerdings sind meine psychotischen Probleme (Verfolgungswahn; massive Panikattacken) seitdem ich Strattera nehme vollkommen weg. Ich mache mir zwar immernoch viele Sorgen aber steigere mich definitiv nicht mehr so in alles rein; bin o gesehen tatsächlich etwas gelassener und vor Allem körperlich ruhiger geworden !
    Meine Seele ist aber definitiv ziemlich kaputt. Ich habe das Gefühl dass mir dies durch Strattera bewusster wird; merke wie verdrängte negative Emotionen etwas hochkommen aber (noch) nicht ausbrechen können.


    Ich warte jetzt erst einmalab wie Strattera hochdosiert bei mir wirkt. Sollte es nicht einigermasen helfen werde ich noch Amphetamin probieren.
    Erst wenn all dies ausgeschöpft ist werde ich wieder zu der Kombi MPH + Neuroleptikum zurückkehren.



    P.S.
    ist euch eigentlich bewusst dass das Ausprobieren aller Medikamente um die beste Wirkung zu ezielen teil einer Zwangsstörung/Perfktionismuswahn sein können !
    Geändert von cajo81 (25.03.2014 um 01:56 Uhr)

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Dauerndes Aufschieben, Hypersensibel, Dauermüde

    Jo, dessen bin ich mir bewusst. Irgendwann kreisen die Gedanken dann nur noch um diese Frage!

    Die Arbeit an sich selbst wird dann immer mehr in den Hintergrund gedrängt, es gibt nur noch Protokolle und ewige Zweifel, ob nicht doch etwas anderes helfen könnte.

    Aber die Erfahrungen von hypo88 sind schon heftig - leider ist sie damit natürlich nicht allein. Es ist doch im Bereich der Psychiatrie geradezu üblich, immer wieder neue Medis auszuprobieren und leider passiert das manchmal auch ein bisschen nach Gefühl und Wellenschlag. Da können Jahre ins Land gehen und nichts passiert.

    Statt endlich halbwegs im normalen Leben anzukommen führen die Betroffenen ein Leben zwischen den Arztterminen, ständigen Fragen, ja einem leichten Hyperfokus auf die Störungen und ständigem Drehen an der Medischraube.

    Ob das immer nur an den Betroffenen liegt oder auch an einer gewissen Unzulänglichkeit der Therapeuten sei mal dahingestellt!

    Bei mir haben die Antidepressiva einst auch nicht wirklich geholfen. Ich wurde immer blöder im Kopf bzw. habe die Erfahrung gemacht, dass ich zwar mächtig angetrieben war, aber leider noch weniger hingekriegt habe - mir fehlte damals tatsächlich die Struktur, die mir heute Medikinet gibt.

    Seroquäl hat mir zu einem einigermaßen guten Schlaf verholfen und das Gedankenrasen ist tatsächlich deutlich zurück gegangen. Das war es aber auch! Meine Verpeiltheit ist geblieben und ich hatte dermaßen Sehstörungen, dass der positive Effekt schon regelrecht überdeckt war. Schön am Seroquäl war aber, dass es kein Spiegelmedikament ist und die Dosierung besser den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden kann.

    Wunder sind wahrlich nicht zu erwarten! Und die beste Hilfe ist immer noch ein stabiles soziales Umfeld, das einfach hilft, zuhört und auch mal ganz praktische Unterstützung bietet. Die kann auch darin bestehen, dass das Umfeld auf der Matte steht und zum Spaziergang abholt - dann kann sogar Bewegung an der frischen Luft Spaß machen!


    Ich hab das große Glück, dass mir mein Shrink auch regelmäßig Physiotherapie verordnet - ist leider nicht immer so - die hilft mir in schwierigen Zeiten mehr als irgendwelche Medis. So geht es mir auch mit Yoga. Ich hab mich in nem Fitness-Studio gequält, musste leider auch sein. Für mich war es die Hölle und ich hab mich dort verabschiedet sobald ich nach einer Operation wieder auf mein Fahrrad umsteigen konnte. Auch die ganzen anderen Geschichten waren leider nicht der Hit.

    Mit dem Yoga klappt es komischerweise, ich gehe regelmäßig hin. Die Gruppe übt, allein durch ihre Existenz, auch einen gewissen Druck auf mich aus und das Drumherum ist kein großer Aufwand. Gilt auch für meine Feldenkrais-Gruppe. Es war jetzt aber auch einfach Glück, dass alles so gut gepasst hat.

    @hypo88 ich will Dich nicht mit guten Ratschlägen quälen. Aber täglich ein Spaziergang wirkt manchmal auch Wunder und die Wirkung kann auch zum Selbstläufer werden. Sowas läuft zwar nicht unbedingt unter dem Begriff Sport ist aber auch Bewegung im Freien und hilft den Geist ein wenig zu klären. Es muss nicht immer gleich Marathon sein!

    LG
    Waldsteinie

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.935

    AW: Dauerndes Aufschieben, Hypersensibel, Dauermüde

    Mal eine blöde Frage, wie hast du dich bisher durchs Leben "gemogelt"? Immer alles auf den letzten Drücker gemacht und doch oft durchgekommen?

    So ist es nämlich bei mir. Der Zeitdruck lässt mich zu Hochtouren auflaufen und ich schaffe unheimlich viel in wenig Zeit. Schulisch usw. kam ich so immer mit einer 3 rund durch. Da mir das gereicht hatte , habe ich so "gelernt", dass ich einfach nicht früher anfangen muss. Dummerweise klappte nach einem Zusammenbruch dann das gar nicht mehr. Mein Körper machte einfach nicht mehr mit. Jetzt versuche ich mühsam mich umzutrainieren, aber ohne Zeitdruck bin ich wahnsinnig langsam und unstrukturiert. Nur mit Zeitdruck funktioniert dann mein Gehirn einwandfrei. Naja, ich arbeite dran - bisher ohne Medis, weil nicht diagnostiziert. Dummerweise ist mein Schweinehund in dieser Zeit ins unendliche gewachsen und unerhört unerzogen. Es wird wohl noch eine Zeit dauern, bis ich Erfolge verbuchen kann. Ich hoffe aber immer noch, dass das später mit Medis dann einfacher wird.

    Zu den Medis kann ich dir leider nichts sagen. Interessant fand ich nur, dass ich Trimi wegen meiner Kopfschmerzen und der Anspannung verschrieben bekam. Allerdings hatte ich das nicht vertragen.

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