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Diskutiere im Thema Stimmungsschwankungen und mangelnde Leistungsfähigkeit im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 72

    Stimmungsschwankungen und mangelnde Leistungsfähigkeit

    Hallo da draußen,

    ich weiß nicht, ob es noch jemanden gibt, der ähnlich empfindet oder geplagt ist im täglichen Berufsleben.
    Ich habe manchmal Tage, da scheint Medikinet nicht wirklich zu wirken... zumindest merke ich, dass ich total
    zerstreut und unorganisiert bin. Ich finde keine richtige Struktur und daher, dass mir dies bewusst ist, fühle ich mich
    unfähig und total ohnmächtig.
    Auf mein Umfeld wirke ich dann wahrscheinlich zurückgezogen oder ruhig/zurückgezogen.
    Mir gelingt an diesen Tagen auch nicht wirklich viel und ich könnte innerlich verzweifeln und nur noch
    heulen.
    An anderen Tagen ist es dann ganz anders. Da sehe ich alles relaxter und positiver.
    Ich bin Führungskraft und muss mich und meine Arbeit strukturieren können bzw. eine gute
    Außenwirkung haben...

    Wie kann es jedoch sein, dass ich immer wieder so stark schwanke und scheinbar das Medikinet dies
    nicht verhindern kann. Habt ihr das ebenfalls?
    Es ist so schwierig und anstrengend für mich mit so einem Chaos innerlich zu leben...
    Wir geht ihr damit um?

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Stimmungsschwankungen und mangelnde Leistungsfähigkeit

    Du bringst das Problem genau auf den Punkt. Innerlich weiss ich, dass man an jedem Tag nicht gleich leistungsfähig ist. Es gibt Tage, da geht gar nichts und es gibt Tage, da fluppt es nur so. Ich hab mir sagen lassen, dass das bei jedem so ist und das das nichts mit ADHS zu tun hat.

    Überzeugt bin ich davon aber nicht, zumindest nicht, dass ich das mir gegenüber so auch vertreten kann. Ich hab ja schließlich mein Leben lang in unterschiedlichsten Situationen gehört "Warum kannst du das nicht? Andere können das schließlich auch!" oder "Dir kann man echt nichts übertragen, bis du damit rüberkommst, da vergehen ja Jahre, wenn überhaupt!"

    Und wenn dann mal ein schlechter Tag ist, sind da diese kleinen Sätze, die wie Torpedos aus dem Nichts auftauchen: "Andere arbeiten immer gleichmäig, warum du nicht?" "Anderen wäre das nicht passiert, warum bist du so unfähig?" Das führt dann dazu, dass ich auf Teufel komm raus versuche zu arbeiten, im Endeffekt aber nur an meinem Schreibtisch sitze und im Netz unterwegs bin. Ich muss ja da sein, es könnte ja jemand anrufen, kommen, etc.. (ich bin selbstständig.) ich bin dann so frustriert, dass ich vor lauter Frust dann noch nicht mal mehr die einfachsten Dinge mache. Ich könnte ja an solchen Tagen Ablage machen oder Papier schreddern. Aber das geht dann auch irgendwie nicht. Vor 14 Tagen hat mir eine Freundin dann den Kopf gewaschen: Ob es nicht besser wäre, an solchen Tagen zu Hause zu bleiben und etwas Schönes zu machen, an Stelle dem schlechten gewissen noch mehr Nahrung zu geben? Ich kann das, weil ich ja keinen Arbeitgeber habe. Aber kann ich mir das auch erlauben?

    Für mich habe ich da Konsequenzen raus gezogen: Ich muss besser auf Arbeits- und Pausenzeiten achten und vor allem, wenn ich über 40h/Woche gearbeitet habe, muss ich sehen, dass ich entsprechenden Freizeitausgleich habe. Das mag sich jetzt luxoriös anhören, aber zu dem Zeitpunkt als ich meine Diagnose erhalten habe, war für mich die Frage, Rente oder weiterarbeiten? Ich war zu dem Zeitpunkt so erschöpft, dass ich zunächst nur Montags und Dienstags 6h und Do und Fr 6 h gearbeitet habe. Den Mittwoch und das WE brauchte ich als komplett freien Tag. Jetzt im Sommer habe ich erstmals richtig gekeult, teilweise 10h täglich inklusive WE, aber das rächt sich jetzt. Im Moment bin ich dauermüde, was evtl. auf einen leichten Vit d-mangel zurückzuführen ist, denn das arbeiten hat mir - erstmals - richtig Spass gemacht.

    Wegen dieser müden Tage habe ich ein ständig schlechtes Gewissen. Dabei ist das gar nicht nötig.

    Jeder hat diese Tage. Menschen sind ja keine Roboter, die immer gleich funktionieren. Nur denjenigen ohne ADHS fehlt dabei das schlechte Gewissen, weil sie die Vorwürfe nicht kennen, mit denen wir aufgewachsen sind. Für die sind Leistungsschwankungen normal, wenn man schlecht geschladfen hat, feiern war, krank wird oder einfach nur mal schlechte Laune hat. Im Gegnsatz zu uns wissen die nämlich, was die sonst leisten, weil bei denen das Belohnungszentrum im Gehirn funktioniert: die sind nämlich zufrieden, wenn ein Job erledigt ist und können sich darüber freuen und diese Freude auch abspeichern. Und das können wir leider nicht. Wir müssen uns bewusst von außen belohnen, damit wir registrieren können, das wir etwas geleistet haben. Da reicht auch das Geld auf dem Konto nicht dafür, was für die Arbeit gezahlt wird, sondern mal eine Tasse Kaffe, wenn der Arbeitsabschnitt abgeschlossen ist, ein Stück Schoki, wenn etwas besonders blödes fertig ist, ein Plausch mit der Nachbarin, ofern das die Arbeit zuläßt, ein Gang in die Teeküche, da hat man sich gleichzeitig noch bewegt...

    Das ist die Theorie. An der Praxis arbeite ich aber immer noch! Mal klappt es, dass ich mich daran erinnere und mal eben nicht. Das blöde ist, dass mir dann keiner sagt, hey, mach mal halblang, du machst doch was! Sondern mein Herzallerliebster dann auch noch in das gleiche Horn trötet: " Als Slebstständiger muss man nun mal auch zu anderen Zeiten was machen! - selbst und ständig!" Aber: er kann dann quasi vom Schreibtisch direkt einschlafen, ich brauch 5!h, bis ich soweit abgeschaltet habe, dass ich schlafen kann. Und ist mein Schlafrhytmus erstmal durcheinander, dauert es mindestens drei Wochen, bis er sich wieder normalisiert hat. WIssen tu ich das. Danach leben? Versuche ich.

    LG Trine

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 230

    AW: Stimmungsschwankungen und mangelnde Leistungsfähigkeit

    Trine schreibt:

    Wegen dieser müden Tage habe ich ein ständig schlechtes Gewissen. Dabei ist das gar nicht nötig.

    Jeder hat diese Tage. Menschen sind ja keine Roboter, die immer gleich funktionieren. Nur denjenigen ohne ADHS fehlt dabei das schlechte Gewissen, weil sie die Vorwürfe nicht kennen, mit denen wir aufgewachsen sind. Für die sind Leistungsschwankungen normal, wenn man schlecht geschladfen hat, feiern war, krank wird oder einfach nur mal schlechte Laune hat. Im Gegnsatz zu uns wissen die nämlich, was die sonst leisten, weil bei denen das Belohnungszentrum im Gehirn funktioniert: die sind nämlich zufrieden, wenn ein Job erledigt ist und können sich darüber freuen und diese Freude auch abspeichern. Und das können wir leider nicht. Wir müssen uns bewusst von außen belohnen, damit wir registrieren können, das wir etwas geleistet haben. Da reicht auch das Geld auf dem Konto nicht dafür, was für die Arbeit gezahlt wird, sondern mal eine Tasse Kaffe, wenn der Arbeitsabschnitt abgeschlossen ist, ein Stück Schoki, wenn etwas besonders blödes fertig ist, ein Plausch mit der Nachbarin, ofern das die Arbeit zuläßt, ein Gang in die Teeküche, da hat man sich gleichzeitig noch bewegt...
    Das finde ich am schwierigsten. Das schlechte Gewissen. Ich bin seit drei Jahren selbstständig und im ersten Jahr, habe ich mir nicht einmal bei Krankheit frei genommen. Ich hatte einfach solche Angst, als Versager angesehen zu werden. Mit der Arbeit finanziere ich mir die Schule. Ich kann mir kein Versagen leisten, weil ich in meinem Leben unbedingt ein paar Erfolge brauche.

    Manchmal bin ich aber einfach so müde und habe zu nichts Lust und genau wie dir plagt mich, dann das schlechte Gewissen... Auszeiten sind zwar eine gute Idee aber ich finde es so schwer, mich nach Auszeiten wieder zu motivieren...

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Stimmungsschwankungen und mangelnde Leistungsfähigkeit

    Trine schreibt:
    Wegen dieser müden Tage habe ich ein ständig schlechtes Gewissen. Dabei ist das gar nicht nötig.

    Jeder hat diese Tage. Menschen sind ja keine Roboter, die immer gleich funktionieren. Nur denjenigen ohne ADHS fehlt dabei das schlechte Gewissen, weil sie die Vorwürfe nicht kennen, mit denen wir aufgewachsen sind. Für die sind Leistungsschwankungen normal, wenn man schlecht geschladfen hat, feiern war, krank wird oder einfach nur mal schlechte Laune hat. Im Gegnsatz zu uns wissen die nämlich, was die sonst leisten, weil bei denen das Belohnungszentrum im Gehirn funktioniert: die sind nämlich zufrieden, wenn ein Job erledigt ist und können sich darüber freuen und diese Freude auch abspeichern. Und das können wir leider nicht. Wir müssen uns bewusst von außen belohnen, damit wir registrieren können, das wir etwas geleistet haben. Da reicht auch das Geld auf dem Konto nicht dafür, was für die Arbeit gezahlt wird, sondern mal eine Tasse Kaffe, wenn der Arbeitsabschnitt abgeschlossen ist, ein Stück Schoki, wenn etwas besonders blödes fertig ist, ein Plausch mit der Nachbarin, ofern das die Arbeit zuläßt, ein Gang in die Teeküche, da hat man sich gleichzeitig noch bewegt...
    Das mit dem fehlfunktionierendem Belohnungszentrum lese ich bewusst zum ersten Mal (irgendwo hab ich das schon mal überflogen). Ich habe heute wieder einen dieser Tage, an dem nichts geht. Ich bin seit 6 1/2 Stunden auf der Arbeit und habe effektiv 5 Minuten gearbeitet. Ich bin gerade kurz vorm Tränenausbruch. Es kann doch nicht wahr sein, dass ich hier sitze und nur im Netz rumgammel, mit dem Smartphone spiele, vor mich hin träume und Tee trinke? Ich werde dafür bezahlt, dass zu tun, was zu tun ist. Noch dazu kommt öfter mal die Frage, was ich gerade mache und dann stammel ich was zusammen und lüge die Leute an. ICH, die von sich behauptet, so gut wie nie zu lügen und Lügen zu hassen. Das Schlimme ist, dass es mit dem Feierabend nicht beendet ist. Ich werd nach Hause gehen in meine Wohnung, die auch dringend aufgeräumt werden müsste. Heute Abend hab ich keine Ausrede es vor mich herzuschieben. Vermutlich wird es heute damit enden, dass ich höchstfrustriert vor dem PC sitze, Glühwein trinke und dann angetrunken schlafe gehe mit dem Vorsatz morgen alles anders zu machen ...

    Ganz ehrlich, wenn es Leute gibt, denen solche Nullrundentage nichts ausmachen, dann frag ich mich, wer eigentlich gestört ist...

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 99

    AW: Stimmungsschwankungen und mangelnde Leistungsfähigkeit

    Ich denke das ist ganz normal, ich weiß von vielen nicht-ADSlern, dass sie auch mal schlechte und gute Tage haben.

    Man ist nun mal ein Mensch und keine Maschine, auch wenn der Beruf gern einfordert, dass man jeden Tag 120% zu geben hat...
    Irgendwann fordert man das auch von sich selber und dann ist man natürlich unglücklich und unzufrieden, wenn das Körper streikt.
    Bei AD(H)Slern äußert sich ein schlechter Tag extremer, was dann natürlich noch frustrierender ist. Es ist schwer zu akzeptieren,
    dass man seinen Körper nicht zwingen kann, das zu tun was man will und was man ja auch eigentlich tun muss z.B. im Job.

    Trine schreibt:
    Nur denjenigen ohne ADHS fehlt dabei das schlechte Gewissen, weil sie die Vorwürfe nicht kennen, mit denen wir aufgewachsen sind.
    Das würde ich so nicht sagen.
    Ich denke das AS(H)Sler das eventuell stärker belastet, aufgrund der Erfahrungen und weil man sich selber etwas beweisen will.
    AD(H)Dler haben ja oft einen psychischen Knacks und öfter einen Minderwertigkeitskomplex, das verstärkt die Schuldgefühle und Versagensängste....

    Das Problem ist, dass man zu sich selber immer strenger ist als zu anderen, von mir würde ich mir auch wünschen (verlangen) 24/7 zu funktionieren...
    was leider nicht funktioniert.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Stimmungsschwankungen und mangelnde Leistungsfähigkeit

    [QUOTE=Majachen;442874]Das mit dem fehlfunktionierendem Belohnungszentrum lese ich bewusst zum ersten Mal (irgendwo hab ich das schon mal überflogen). Ich habe heute wieder einen dieser Tage, an dem nichts geht. Ich bin seit 6 1/2 Stunden auf der Arbeit und habe effektiv 5 Minuten gearbeitet. Ich bin gerade kurz vorm Tränenausbruch. Es kann doch nicht wahr sein, dass ich hier sitze und nur im Netz rumgammel, mit dem Smartphone spiele, vor mich hin träume und Tee trinke? Ich werde dafür bezahlt, dass zu tun, was zu tun ist. Noch dazu kommt öfter mal die Frage, was ich gerade mache und dann stammel ich was zusammen und lüge die Leute an.


    Liebe Majachen,

    die Prolematik kann ich nur zu gut nachvollziehen. Es geht mir auch ständig so. Sobald ich einen Vorgang in der Hand habe, kommt irgendwas dazwischen und schon bin ich am surfen (nur mal kurz die aktuellen Nachrichten lesen...ungefähr 20mal am Tag) oder mach irgendetwas anderes, was nichts mit der Arbeit zu tun hat. Ich bin leider auch noch in einer Projektverwaltung für 15 Projekte (leider gibt es da nur mich als Verwaltungskraft). Wenn ich was nicht schaffe, dann spüren es alle anderen meist früher oder später sowieso.

    Ich glaube zwar auch, dass Leute ohne ADS auch Tage haben an denen ihnen nichts gelingen will, aber ich z.B. muss jeden Tag auf Arbeit kämpfen, mich nicht ablenken zu lassen, mich auf eine Sache zu konzentrieren, Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden usw. Wenn ich nach Hause komme bzw. schon nachmittags hab ich solche Kopfschmerzen und bin so genervt, dass auch meine Wohnung mal eine ordentliche Aufräumaktion nötig hat.


    Liebe Strandgut,

    das mit dem schlechten Gewissen hast du gut gesagt (auch mit dem 24h 7 tage die Woche zu funktionieren), auch ich leide sehr darunter, eben wegen Erfahrungen in der Kindheit.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Stimmungsschwankungen und mangelnde Leistungsfähigkeit

    So traurig das sich anhört:

    für mich und bestimmt für viele andere ist das sehr tröstlich eure berichte zu lesen.
    ich leide genau so darunter, schliesslich bin ich auf der arbeit, und was mach ich??? chaoten forum!
    (hoffentlich ist mein chef nicht auch hier ....)

    es hilft zu sehen dass es anderen genau gleich geht. das nimmt etwas den druck und die angst, dass ich alleine der totale versager bin.

    scheinbar haben wir irgendwie sehr hohe ansprüche an uns selbst und wenn wir nicht immer und dauernd sehr gute leistungen bringen dann machen wir uns selber fertig.

    ok, so sitze ich nun weiter im büro herum und warte bis es fünf ist. dummerweise kommt bei mir oft die energie und der elan wenn andere anfangen wegzuräumen und den computer herunterfahren

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Stimmungsschwankungen und mangelnde Leistungsfähigkeit

    hallo zuffel,

    ja, so geht es mir auch. bin ebenfalls froh, dass ich nicht alleine damit bin. ich mach mir dauernd vorwürfe und halte mich manchmal für eine faule trantüte, obwohl ich mich bemühe, auf arbeit alles hinzukriegen. das mit den hohen ansprüchen stimmt allerdings, hab auch immer das gefühl ich muss mich über gute leistungen definieren. das führte dazu, dass ich in teilzeit 1 1/2 stellen bearbeite, ist ja auch kein problem...muss mich halt nur anstrengen...haha. ich hab immer gedacht, ich muss mich einfach nur zusammenreißen und ein wenig mehr bemühen als andere, aber langsam weiß ich nicht mehr woher ich die energie nehmen soll.

    ich drück dir die daumen, dass der tag schnell rum gehtund bald 17uhr ist.

    und falls dein chef auch hier sein sollte, das wäre doch prima...dann könnt ihr euch zusammen ablenken . immerhin kann er dann nicht sauer sein, dass du hier surfst .

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Stimmungsschwankungen und mangelnde Leistungsfähigkeit

    Das Problem ist dieses "Ich bin faul"-Gefühl das sich breit macht. Vor allem wenn um dich rum alles so geschäftig sind und wild rumwuseln und von ihrem Stress erzählen (den ich oft nicht nachvollziehen kann). Ich wurde auch von vorigen Vorgesetzten als fleißig betitelt. Nun gut, an der Kasse konnte ich natürlich nicht einfach nur rumsitzen und im Tierheim hätten mich die Katzen gekillt wenn ich sie nicht gefüttert hätte.

    Manchmal frage ich mich, ob ich nicht einfach den falschen Job habe. Hier muss ich mich selbst motivieren und Termine machen, vielleicht ist das das Problem ... Ich kann das große Ganze das am Ende der Arbeit steht nicht wirklich erfassen. Ich zeichne zB 2 Jahre lang diverse Pläne für den Bau eines Hauses. Die Leute schieben Fenster hin und her um irgendeine Wirkung zu erzielen die mich einen feuchten Furz interessiert. Im Tierheim füttere ich eine Katze, Katze frisst und schnurrt und ist glücklich .. Juhuu, Welt ein Stück besser gemacht.

    ok, so sitze ich nun weiter im büro herum und warte bis es fünf ist. dummerweise kommt bei mir oft die energie und der elan wenn andere anfangen wegzuräumen und den computer herunterfahren
    Das kenne ich auch, kurz vor Feierabend packt es mich dann doch. So ist es gestern auch geschehen. Hat die Stimmung etwas gehoben. Bezüglich der Wohnung bin ich dann auf folgende Idee gekommen: ich habe mir eine leckere Fertiglasagne gekauft (ja ich mag das), die brauchte 30 Minuten im Ofen, ich habe mir überlegt, genau so lange aufzuräumen, bis die Lasagne fertig war und was ordentlich ist, ist ordentlich, was nicht, das nicht.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 72

    AW: Stimmungsschwankungen und mangelnde Leistungsfähigkeit

    Hmm... also von den vielen Antworten leite ich jetzt eher ab, dass ihr eigentlich eine gewisse Leistung erbringen wollt, euch aber zu schnell ablenken lasst und dann andere
    Dinge tut.
    Bei mir ist es doch etwas anders: Ich kann mir meine Zeit und meine Arbeit eigentlich frei einteilen, trotzdem wird irgendwann deutlich, ob es zu was führt oder nicht. Zum Beispiel
    Zahlen und neue Kunden etc.

    Bei mir ist es nicht, dass ich abgelenkt bin von anderen Dingen (Chat, Facebook oder so) sondern dass ich an manchen Tagen in mein neues Büro komme, und mich frage, was ich
    nun tun soll. Ich möchte mich gerne bemühen und mir Teilziele setzen, nur weiß ich an diesen Tagen nicht wo hinten und vorne ist und bin mit den einfachsten Dingen überfordert.
    Das ist wirklich belastend für mich.
    Ich sitze dann lethargisch vor dem Pc und versuche mich und meinen Kopf zu strukturieren. Was sich dann für mich fast unmöglich anfühlt.

    Ich müsste mein Büro einrichten, aber weiß gar nicht wie ich anfangen soll oder mir fehlt die Vorstellung dafür.
    Klar hat man mal gute und mal schlechte Tage.
    Allerdings kann ich mir trotz mehr Freiheit und Möglichkeit im Job nicht alles frei halten.
    Sollten solche Zustände an Tagen sein, wo wichtige Gespräche anstehen, wo ich neue Kontakte knüpfen muss und mich professionell verkaufen muss, habe ich ein
    Riesenproblem. Ich frage mich einfach: "Wie soll ich das da bewältigen?" "Was könnte mir helfen?" "Wie nehmen mich andere dann wahr?".

    Ganz zu schweigen von der Mitarbeiterführung. An einem verpeilten Tag die Marschrichtung vorgeben... wie soll das funktionieren?
    Gibt es hier auch einige unter euch, die eine ähnliche Situation haben, bzw. auch Personal- und Führungsverantwortung? Es würde mich mal interessieren, wie ihr
    damit umgeht oder wie es sich bei euch äußert.

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