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Diskutiere im Thema Die Sache mit den Vorgesetzten... im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 142

    Die Sache mit den Vorgesetzten...

    Hey Ihr

    Ich glaub zwar dass diese Thematik sicher mal behandelt wurde aber ich steh einfach auf frischen input

    Also die sache ist die, angenommen ich möchte meinen Chefs erklären dass ich in den letzten Zügen bin ADHS Diagnostiziert zu bekommen, wie stellt man so etwas an? Ich nehm an einige von euch haben dass schon gemacht, vlt habt ihr anregungen und Tipps für mich, würde mir sehr helfen, mich da zu überwinden


    Eigentlich wollte ich mir dass sparen, ich hab am Montag einen Termin bei dem sie mich wahrscheinlich entlassen werden, es klappt auch einfach nicht mehr. Bevor ihr euch jetzt denkt "Naja, ADHS vorschieben hilft auch nichts!", muss ich euch sagen dass ich das genau so sehe, sich hinter dem zu verstecken hilft nichts und selbstmittleid noch viel weniger.
    Mir geht es dabei eher darum vorzubeugen. In meiner Branche, ist das Wasch-******tum, wie man dass hier nennt, gang und gebe. Das Bedeutet, wo auch immer du dich in Zukunft bewerben willst, es wird immer bei den Vorherigen Arbeitgebern nachgefragt wie du so warst.

    Dazu kommt noch dass ich es dem aktuellen Arbeitgeber zu verdanken habe, dass ich soweit gekommen bin und kurz davor bin mein Leben in den griff zu bekommen. Vlt, verschafft es mir einen Vorteil ihnen dass jetzt zu sagen, so dass ich, falls es dazu kommt immer sagen kann "Ja, das war ein Problem und dank meines vvorherigen Arbeitgebers, habe ich das unter Kontrolle gebracht. Ich bin jetzt wieder voll einsatzbereit und kann volle Leistung bringen"

    Was denkt ihr dabei?

    Lg
    Bubble_fish

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Die Sache mit den Vorgesetzten...

    Das Wasch******tum ist Gang und Gebe und du willst etwas von einer eventuell arbeitsrelevanten Erkrankung erzählen?!?!

    1. Wart erstmal ab, ob du überhaupt die Diagnose bekommst.
    2. Egal was rauskommt, DU musst an dir arbeiten. Mit Therapie, Medis, Coaching, was auch immer, aber "nur" Verständnis wirst du 1. eher nicht bekommen und 2. reicht das nicht aus, um im Job besser klar zu kommen.

    Sollte gar nichts mehr in deinem Job klappen, auch mit medizinischen Hilfen nicht, dann kannst du etwas davon erzählen, ansonsten wirst du dir erfahrungsgemäß eher selbst ein Bein stellen. Bei einem neuen AG kannst du doch erzählen du warst in einer persönl. Krise oder sonstewas, aber um Himmels Willen doch nichts chronisches, (vor Allem wenn es noch nicht diagnostiziert ist).

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 371

    AW: Die Sache mit den Vorgesetzten...

    Weil ich glaube, das die Antwort eilt, reiche ich ggf. weiterführende links bei bedarf nach

    Leider wurde diese Frage erst vor kurzem behandelt.
    Die Antwort ist: Nein - dem Chef nichts von AD(H)S erzählen!!

    Das geht den Chef nichts an
    Der Chef ist ein Muggel und mit dem Outing, was AD(H)S ist, völlig überfordert.

    Wir hatten das Thema sowohl mit einem erfolgreichen Mitarbeiter, da danach im Grunde freigesetzt wird.
    Eine Ähnlich Resonanz gab es bei einer Auszubildenden, die mit dem Outing sehr schlecht gefahren ist.

    Im Verlauf der Aufarbeitung, was ADH(H)S ist, wirst du dich oft genug mit Andeutungen verplappern. Das ist schon riskant. Halt einfach die klappe und kompensier deine Defizite.

    Gruß
    Udo

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 152

    AW: Die Sache mit den Vorgesetzten...

    Depressionen könnte man einem Chef noch erklären und wenn dieser eine soziale Ader hat könnte das mitunter noch zu etwas Verständnis führen. ADHS kannst du kaum einem Chef erklären. Du darfst nicht davon ausgehen dass andere ADHS verstehen so wie wir im Forum. Gehe eher davon aus dass die meisten andere Menschen ADHS mit einigen weit verbreiteten und sehr negativen (und eigentlich arbeitsunfähigen) Merkmalen in Verbindung bringen. Ob das auch den Tatsachen im Einzelnen entspricht oder nicht - das allgemeine Vorurteil macht das Outen zum Risiko.

    Auch ich schließe mit meinen Vorrednern an.

    Gruß
    Geändert von Mionar (20.11.2013 um 21:05 Uhr) Grund: Immer diese Rechtschreibfehler ...

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 142

    AW: Die Sache mit den Vorgesetzten...

    Halt einfach die klappe und kompensier deine Defizite.
    Danke für die Rückmeldungen, ist wirklich spannend, sind eigentlich genau die Dinge die ich mir auch gedacht habe, eben dass das nicht verstanden wird. Ich beschäftige mich Momentan eben intensiv mit umdenken in allen Dingen.
    Es scheint mir eine Denke zu sein die man vlt. auch einreißen könnte....

    Weil ich das jetzt eben geschrieben hab, ist mir klar geworden, dass ich tatsächlich auch schon zu viele Andeutungen gemacht habe. Ich habe zwar nie ADHS erwähnt, aber mein Vorgesetzter hatte das angesprochen. Dass er das zwischen den zeilen gelesen hat, trau ich ihm nicht zu, daher hab ich das eher als beleidigung verstanden und entsprechend verneint. Mhm, nun seh ich mich aber tatsächlich in der zwickmühle. Ich hab versprochen an mir zu Arbeiten und meine Konzentration zu bessern, ich hab auch erwähnt dass ich mich an eine Fachperson wende, allerdings hab ich versucht dass eher als "Scharlatan" oder so darzustellen, also nicht als handfeste Psychische Krankheit sondern eher was dass mit heilkräutern und handauflegen wieder gut wird.
    Naja, aber da dass nunmal nicht so ist, könnt ich ja höchstens zurrückrudern und eben sagen dass ich privat sehr unter druck stehe, was sich eben negativ auf meine Arbeit auswirkt. Eventuell könnte ich auch vorgreifen und selbst Kündigen, dass würde mir zeit verschaffen und die unangenehme Fragerei ersparen.
    Allerdings hab ich dann wirklich keinen Job mehr...

    @Creatrice: Klar du hast recht ich muss an mir selbst arbeiten, wie auch immer ich dass anstelle. Es ist meine Aufgabe. Ich erwarte mir keinen freibrief, ich erwarte nicht mal großes Verständnis.

    Lg


    -----

    Ach verdammt, je mehr mir das durch den Kopf geht um so mehr stell ich fest dass ich schon jetzt viel zu offen damit umgegangen bin. Auch wenn dass Stichwort ADHS nie über meine Lippen ging.

    Scheisse, diesmal hab ichs wohl echt nicht gerafft. Dabei bin ich ned mal Vollständig Diagnostiziert....




    Ich könnt mich grad...
    Geändert von bubble_fish (20.11.2013 um 22:18 Uhr)

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Die Sache mit den Vorgesetzten...

    Ich würde dir auch von einem "Outing" abraten. Kurz nach meiner Diagnose habe ich es meinem damaligen Arbeitgeber erzählt, der meinen befristeten Vertrag nicht verlängern wollte - und bei dieser Meinung blieb er auch. Viele Nicht-Betroffene halten ADHS für eine Modekrankheit oder Ausrede von faulen, unfähigen Leuten. Traurig, aber leider wahr.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 81

    AW: Die Sache mit den Vorgesetzten...

    Hallo!

    Leider würde ich Dir inzwischen auch davon abraten, es Deinem Vorgesetzten zu erzählen. Mein Chef ist gleichzeitig mein bester Freund, aber selbst da wünschte ich mir streckenweise nichts sehnlicher, als es einfach nie erzählt zu haben.. was natürlich durch die private Komponente niemals geklappt hätte.

    Was soll Dein Chef mit der Info, was erhoffst Du Dir? Soll er seine Erwartungen herabschrauben? Soll er über Fehler hinwegsehen? Soll er sichtbar für andere mit zweierlei Maß messen - z.B. in Sachen Vergesslichkeit?
    Das führt alles letztendlich dazu, daß er Dich nicht mehr ernst nimmt, nicht mehr ernst nehmen kann. Du mußt Dir viel, viel Boden zurückerkämpfen, daß das, was Du sagst und tust Hand und Fuß hat und wahrgenommen wird.
    Gerade in Sachen Vergesslichkeit wirst Du IMMER in der schwächeren Position sein. Jemand sagt, er habe Dir etwas gesagt, Du sagst, das war nicht so. Dein Chef wird IMMER annehmen, daß Du es wegen AD(H)S vergessen hast und die andere Person recht hat.

    Ich wünschte, ich hätte meinen "ADS Weg" ohne berufliche Argusaugen gehen können. Die private Dragonlady wünscht sich, ihr Chef hätte während eines beruflichen Disputs nie zu der beruflichen DragonLady gesagt: Nimmst Du etwa (!!) immernoch diese Medikamente, kannst Du mich deswegen nicht verstehen.

    VG
    DragonLady

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 162

    AW: Die Sache mit den Vorgesetzten...

    Also ich würd sagen, du kennst deine Chefs am Besten. Wir hier können da nur mutmaßen, wie es wirkt.

    Wenn du anscheinend sehr große Stücke auf sie hälst und auch diese Idee für realistisch hälst (also dass du einlösen kannst,was deine noch Chefs dann für dich tun werden), es nur am Mut mangelt, dann habe den Mut!

    LG

  9. #9
    sizifo

    Gast

    AW: Die Sache mit den Vorgesetzten...

    hallo bubble_fish,

    in was für einer Branche bist Du denn? Meiner Meinung nach spielt das sicher eine Rolle, wenn man darüber nachdenkt, ob man sich "outet". (Allerdings hab ich selbst immer nur drüber nachgedacht und es doch nie gemacht). Ich meine, wenn es sich um eine Branche handelt, in der gemeinhin erfolgsorientiert gearbeitet wird und ein gewinnbringendes Funktionieren von Mitarbeitern erwartet wird, ist es vielleicht was anderes als in einer Branche, in der es eher sozial, offen und persönlich zugeht.

    Je nachdem, ob Du "das Problem" wirklich unter Kontrolle bekommen hast und tatsächlich und offensichtlich "volle Leistung" bringen kannst (komplett zitieren war mir jetzt zu umständlich), könnte es durchaus von Vorteil sein, wenn sich das unter potentiellen Arbeitgebern rumspricht, es ist ja eine anerkannt positive Eigenschaft, Schwierigkeiten gemeistert zu kriegen.. Aber ohne Proteger, der Dich empfielt, würde ich das nicht unbedingt wagen.
    Wenn du aber jetzt den Job verlierst, weil es einfach nicht mehr klappt, dann wird der Arbeitgeber Dich wohl eher nicht unbedingt empfehlen, ADS hin oder her.


    Was mich davon abhält, meine Diagnose offenzulegen, ist die Angst davor, in eine von vielen unzureichenden Schubladen gesteckt zu werden. (Wenn schon im Freundeskreis Reaktionen wie "Da muss man aber aufpassen, dass man das nicht als Alibi benutzt" kommen... )

    Bevor ich meine Diagnose hatte und ich noch im Unklaren war über die eigentliche Ursache vieler meiner Schwierigkeiten, habe ich oft erlebt, dass ich mich je nach Situation wahlweise als "labil", "emotionsgesteuert", "impulsiv", "konfus", "chaotisch", "depressiv", "kontaktscheu", "nicht teamfähig" , "verbissen", "nicht belastbar" usw. eingeordnet fühlte und mir den Schuh auch jeweils selber anzog.
    Mit der weit verbreiteten Folge, dass ich mich unfähig und unsicher fühlte und mein Selbstwertgefühl verlor.

    Daran, dass man mich so wahrnimmt (s.o.) mag sich nicht viel geändert haben, der Unterschied ist, dass ich jetzt weiß, worin viele meiner Eigenarten begründet liegen, nämlich nicht in Inkompetenz und Charakterschwäche, sondern in einem gerüttelt Maß an Unvermögen, auf das ich (ohne Medikamente) nicht viel Einfluß habe, und an dem mich auch nicht sowas wie Schuld trifft - und das macht einen Unterschied! Für mich! Und mein Selbstwertgefühl.

    Wenn ich jetzt aber Außenstehenden gegenüber mit ADS als Erklärung aufwarten würde, käme das für viele wahrscheinlich wie eine Entschuldigung/Ausrede/Rechtfertigung oder schlimmstenfalls Spinnerei daher. Diese Befürchtung habe ich einfach und ich möchte es nicht darauf ankommen lassen.

    Ich habe zu oft erlebt, dass Gesprächsversuche über AD(H)S auf Unkenntnis, Unverständnis, völlige Fehlnformationen und auf Vorurteile stießen. Leider fällt es mir ausgesprochen schwer, Gesprächspartnern überzeugend und fundiert Informationen über das Phänomen AD(H)S zu vermitteln, irgendwie kommt da immer nur Skepsis zurück und ich fühle mich mal wieder nicht ernst genommen. Deshalb lass ich´s. Punkt.

    LG sizifo

  10. #10
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 64

    AW: Die Sache mit den Vorgesetzten...

    Also ich habe mich geoutet und bereue es nicht. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich das in der heutigen Zeit nicht überall machen würde. Kommt immer drauf an was für einen Job man hat und was für eine Position man besetzt. Ich denke schon, dass man mit einem Outing einiges aufs Spiel setzen kann. Da ich allerdings sowieso einen befristeten Vertrag habe.. hatte ich einfach nichts zu verlieren.

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