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Diskutiere im Thema Kündigung wegen Adhs gerechtfertigt im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 250

    Kündigung wegen Adhs gerechtfertigt

    Auf der Seite von adhs-zentrum steht, dass eine kündigung wegen Adhs oder eine krankheitsbedingte Kündigung gerechtfertigt ist,
    ich habe dies in der Schule andersder gelernt, wenn man sein Leben selbständig führt, also eigene Wohnung oder Wg und sein Alltag weitgehend
    selbst meistert, kann dies kein Kündigungsgrund darstellen.

    Wie ist eure Meinung dazu?

    https://www.adhs-zentrum.de/Erwachse...aufklaeren.php

  2. #2
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Kündigung wegen Adhs gerechtfertigt

    Es kommt auf den Job an. In manchen Jobs - Bundeswehr, Polizei - darf man mit ADHS nicht arbeiten. Wenn heraus kommt, dass man die Diagnose verheimlicht hat, kann das zu Disziplinarmaßnahmen führen.

    In der Stellenbeschreibung stehen Angaben über die Anforderungen an den Jobsuchenden. Wenn man die vorsätzlich nicht erfüllen kann, betrügt man nachweislich den Arbeitgeber und der kann den Arbeiter dann kündigen. Wenn z.B. in der Stellenbeschreibung Teamfähigkeit oder Stressresistenz gefordert werden, kann man sich als diagnostizierter ADHSler nicht auf diese Stelle bewerben, weil man diese Attribute nicht hat und nie erlangen wird.

    Anders verhält es sich mit der Diagnose nach der Einstellung (und Probezeit). In diesem Fall erfährt man ja erst später, dass man für den Job, auf den man sich beworben hat, nicht geeignet ist. Dann kann man um eine Versetzung bitten, wenn man überhaupt nicht mit den Anforderungen (z.B. Verwendung von Schusswaffen bei nachgewiesenem Mangel an Impulskontrolle) klar kommt.

    Man sollte ohnehin im Job oder im Zuge der Jobsuche nicht über sein ADHS reden.
    Geändert von Steintor (13.11.2013 um 14:32 Uhr)

  3. #3
    Lysander

    Gast

    AW: Kündigung wegen Adhs gerechtfertigt

    Steintor schreibt:
    In der Stellenbeschreibung stehen Angaben über die Anforderungen an den Jobsuchenden. Wenn man die vorsätzlich nicht erfüllen kann, betrügt man nachweislich den Arbeitgeber und der kann den Arbeiter dann kündigen. Wenn z.B. in der Stellenbeschreibung Teamfähigkeit oder Stressresistenz gefordert werden, kann man sich als diagnostizierter ADHSler nicht auf diese Stelle bewerben, weil man diese Attribute nicht hat und nie erlangen wird.

    .
    Man kann doch niemandem die Teamfähigkeit absprechen, nur weil derjenige ADS hat. Ich arbeite sehr gerne im Team und bin sehr wohl teamfähig. Ich bin mir sicher, dass es noch sehr viele andere Menschen mit AD(H)S gibt, die teamfähig sind. Und was die Stressresistenz angeht: jedermann hat ab einem gewissen Maß zu viel Stress. Im Oktober wurde ein Umfrage veröffentlicht, laut der rund ein Viertel aller Arbeitnehmer unter Dauerstress leiden. Das sind nicht nur ADSler.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: Kündigung wegen Adhs gerechtfertigt

    Teamfähigkeit und Stressresistenz sind sowieso recht weiche Begriffe, schwer zu interpretieren.
    Dafür gibt es ja Tests, z.B. Assessment Center. Die schafft man, oder nicht - unabhängig
    vom ADHS.
    ADHS als Kündigungsgrund nur dann, wenn explizit eine Freiheit von psychischen Störungen
    gefordert wird (Busfahrer oder so). Sonst stellt es wohl eher eine Benachteiligung dar, der
    Arbeitgeber müsste also meiner Meinung nach im Streitfall vor einem Arbeitsgericht nachweisen,
    warum ein ADHSler ungeeignet ist.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5.009

    AW: Kündigung wegen Adhs gerechtfertigt

    Steintor schreibt:
    Es kommt auf den Job an. In manchen Jobs - Bundeswehr, Polizei - darf man mit ADHS nicht arbeiten. Wenn heraus kommt, dass man die Diagnose verheimlicht hat, kann das zu Disziplinarmaßnahmen führen.

    In der Stellenbeschreibung stehen Angaben über die Anforderungen an den Jobsuchenden. Wenn man die vorsätzlich nicht erfüllen kann, betrügt man nachweislich den Arbeitgeber und der kann den Arbeiter dann kündigen. Wenn z.B. in der Stellenbeschreibung Teamfähigkeit oder Stressresistenz gefordert werden, kann man sich als diagnostizierter ADHSler nicht auf diese Stelle bewerben, weil man diese Attribute nicht hat und nie erlangen wird.

    Anders verhält es sich mit der Diagnose nach der Einstellung (und Probezeit). In diesem Fall erfährt man ja erst später, dass man für den Job, auf den man sich beworben hat, nicht geeignet ist. Dann kann man um eine Versetzung bitten, wenn man überhaupt nicht mit den Anforderungen (z.B. Verwendung von Schusswaffen bei nachgewiesenem Mangel an Impulskontrolle) klar kommt.

    Man sollte ohnehin im Job oder im Zuge der Jobsuche nicht über sein ADHS reden.

    Einerseits glaubst Du, dass man vorsätzlich den Arbeitgeber betrügt, wenn man von der ADHS nichts sagt und andererseits rätst Du, man solle im Job nicht darüber reden!?!?

    Es stimmt auch (z. Glück) nicht, dass man bei der Polizei nicht mit einer ADHS arbeiten darf!

    Es gibt hier u.a. eine Userin (bei der Polizei angestellt), die sogar/lediglich die Auflage hat, die Medikation regelmäßig zu nehmen und sehr wohl “auf Streife“ geht!

    Genauso gibt es Feuerwehrbeamte, Ärzte, Krankenschwester, Busfahrer und was weiß ich für beruflich tätige ADHSler, die deswegen ganz und gar nicht von Kündigung bedroht sind! :cool:

    Die von der TE angeführte Seite rät sogar offiziell, von der ADHS nichts dem Arbeitgeber zu sagen, da es keine “lebensbedrohliche“ Erkrankung sei!

    Wenn jemand verantwortungslos, nicht teamfähig oder sozialverhaltensgestört ist, dann ist er wirklich nicht für solche Berufe geeignet! Das hat jedoch nicht zwingend mit ADHS zu tun!

    LG Emely


    PS: Sorry, mir schwoll grad echt der (nicht vorhandene) Kamm!

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Kündigung wegen Adhs gerechtfertigt

    Ich habe nie über mein ADS gesprochen im Beruf weil ich der Meinung war es geht niemanden etwas an.
    Aber leider fällt es bei mir im Berufsalltag auf das ich nicht so funktioniere wie ein normaler Mensch.
    Mir wurde ständig unterstellt ich hätte gesoffen, wäre immer faul, dumm, sollte früher ins Bett, wäre wol jede Nacht feiern gewesen.
    Hinter meine Rücken wurde getuschelt und gelästert, ich wurde ausgegrenzt und später aufs übelste gemobbt.
    Einfach weil ich anders war und sich niemand mein Verhalten erklähren konnte. Ich hab immer versucht ''normal'' zu spielen und nicht aufzufallen aber das geht bei nicht.

  7. #7
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Kündigung wegen Adhs gerechtfertigt

    Mit Teamfähigkeit meine ich die moderne Auffassung, eben im Prozess mitzuwirken. Damit ist nicht die Fähigkeit gemeint, im Team zu arbeiten, sondern die Fähigkeit, das Team als ganzes zu fördern, sprich gut im Betrieb mitzuwirken.

    Ich habe es erlebt, dass ein Chef jemanden gekündigt hat, weil der Arbeiter als Vorgesetzter a) zu früh das "Du" angeboten habt (das war mangelnde Teamfähigkeit im heutigen Sinne, denn ein Vorgesetzter macht das nicht) und b) zu früh die Prozesse (als QMB) ändern wollte (= Mangel an Teamfähigkeit, weil man als guter Teamer die etablierten Prozesse gut zu finden hat, weil die mit hohen Betriebsmitteln aufgebaut worden sind).

    Und dann meine ich, dass man sich im Bewerbungsgespräch auf die in der Stellenbeschreibung festgelegten Anforderungen bezieht. Man verspricht im Vorstellungsgespräch, diese Anforderungen zu erfüllen. Wenn man die aufgrund des ADHS dann nicht kann, und man vorher die Diagnose hatte, dann hat man im Vorstellungsgespräch nicht die Wahrheit gesagt. Wenn das dann raus kommt, hat man schlechte Karten.

    Ich habe oben vom Termin der Diagnose geschrieben. Wenn man die Diagnose hat und verheimlicht diese, obwohl im der Stellenbeschreibung Profilkriterien stehen, die man nicht erfüllen kann, ist das Betrug. Der Arbeitgeber hat dann die Wahl und die Verantwortung für seine Entscheidung. Ansonsten hat ihm das nicht zu interessieren.

    Ist aber egal. Wir haben unterschiedliche Ansichten und das ist ein Beweis für eine hohe Meinungsvielseitigkeit. Das finde ich gut.
    Geändert von Steintor (13.11.2013 um 17:59 Uhr)

  8. #8
    Lysander

    Gast

    AW: Kündigung wegen Adhs gerechtfertigt

    Steintor schreibt:

    Und dann meine ich, dass man sich im Bewerbungsgespräch auf die in der Stellenbeschreibung festgelegten Anforderungen bezieht. Man verspricht im Vorstellungsgespräch, diese Anforderungen zu erfüllen. Wenn man die aufgrund des ADHS dann nicht kann, und man vorher die Diagnose hatte, dann hat man im Vorstellungsgespräch nicht die Wahrheit gesagt. Wenn das dann raus kommt, hat man schlechte Karten.
    Wenn ich weiß, dass ich nicht geeignet bin und verschweige das beim Vorstellungsgespräch, ist das tatsächlich eine arglistige Täuschung. Wenn ich aber der Überzeugung bin, dass ich die geforderte Leistung erbringen kann - trotz ADHS - ist es dann eine arglistige Täuschung? Der Arbeitgeber müsste nachweisen, dass ich AD(H)S habe oder vorher wusste, dass ich die erforderlichen Leistungen nicht bringen kann. Wenn sich aber für beide Seiten herausstellt, dass man nicht befähigt ist, gibt es ja mehrere Möglichkeiten: Abmahnung, Abfindung und Auflösungsvertrag, fristgerechte Kündigung.
    Ich würde AD(H)S nicht angeben.

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Kündigung wegen Adhs gerechtfertigt

    Es gibt drei Kündigungsgründe in einem Betrieb mit mehr als 10 Mitarbeitern, in dem das Kündigungsschutzgesetz gilt:

    Betriebsbedingt, Personenbedingt und Verhaltensbedingt. Betriebsbedingt heißt, der Arbeitsplatz ist weggefallen; Personen bedingt heißt Krankheit und Verhaltensbedingt heißt wegen Beleidigung, Mobing anderer Mitarbeiter, Diebstahl, wiederholte Unpünktlichkeit, Arebitszeitbetrug...

    Wenn eine Krankheit dazu führt, dass der Job nicht ausgeübt werden kann und zwar grundsätzlich nicht oder nicht mehr ausgeübt werden kann, kann sehr wohl krankheitsbedingt gekündigt werden. Dazu muss der Arbeitgeber einfach den medizinische Dienst der Krankenkasse einschalten und überprüfen lassen, ob der Arbeitnehmer den Job ausführen kann.

    Es hält sich hartnäckig das Gerücht, das während einer Krankheit/Krankschreibung nicht gekündigt werden darf (macht man nicht, Treu und Glauben). Das ist aber falsch. Es gibt kein Gesetz, was die Kündigung im Krankheitsfalle verbietet.

    Einzig Gebäudereiniger dürfen während einer Krankschreibung keine Kündigung erhalten, weil das so im Tarifvertrag geregelt ist.

    Eine Kündigung wegen einer Behinderung darf aber nicht ausgesprochen werden, wenn die Arbeit trotz der Behinderung bewältigt wird. Möchte ein Arbeitgeber jemandem kündigen, der schwerbehindert mit einem GdB von 50 oder mehr oder einem Schwerbehinderten gleichgestellt ist, ist vorher die Genehmigung des Integrationsamtes einzuholen. Sofern die Kündigung betriebsbedingt ist, stimmt das Integrationsamt immer zu. Beruht die Kündigung auf der Behinderung, wird zunächst nach Lösungen gesucht, um den Arbeitsplatz der Behinderung anzupassen. Erst wenn das nicht geht und auch keine Umsetzung im betrieb auf eine geeignete Stelle möglich ist, stimmt das Integrationsamt einer Kündigung wegen einer Behinderung zu.

  10. #10
    Lysander

    Gast

    AW: Kündigung wegen Adhs gerechtfertigt

    Aber dann müsste man doch erst als Behinderter anerkannt sein.

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