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Diskutiere im Thema Weitergabe von Schlüsseln und Passwörtern - "Privatsphäre" im Büro im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #81
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Weitergabe von Schlüsseln und Passwörtern - "Privatsphäre" im Büro

    Hallo WeisseRose,

    Aus der Dialogue mit deine Kollegin, habe ich als erste der Eindruck dass sie es sehr persönlich nimmt, dass sie davon nicht weisst. Einige Möglichkeiten da zu antworten:

    - Sorry, ich war nicht dazu gekommen, ich hatte viel um die Ohren.
    - Entschuldigung, vergessen.

    Beiden sind einfach sachlich. Am Arbeit sage ich oft dass ich etwas vergessen habe ohne weiteres, und es kommt gut an. So lange dass es nicht ständig ist!

    Solche verhalten kenne ich auch und ich antworte am bestens (seit nicht lange) etwa auf die Art wie ich dich oben schildere.

    Du sagst, du hast dich gewehrt, was hast du genau gesagt? Es ist auch interessant zu sehen.

    Wegen Rechtfertigung: ich finde, es hat bei dich schon abgenommen, aber es ist noch viel da! Also, du bist auf der richtige Weg. Ich habe gemerkt, du hast noch anderswo auf diese Forum Feedback bekommen, die zwar nicht so angenehm sind zu lesen, aber die ich auch konstruktiv finde.

    Ich lese auch immer wieder den Satz: "Wenn Menschen eine bestimmte Person schlecht behandeln, dann tun sie das, weil sie es können bzw. weil ihr Gegenüber das zulässt." Das mag in vielen Fällen so sein, aber ich finde das ist keine Rechtfertigung für schlechtes Benehmen. Tatsache ist: Bei mir dauert es schon eine ganze Weile, bis ich richtig sauer werde. Manche Sachen, die andere als Grenzüberschreitungen empfinden, nehme ich nicht als solche wahr. Jeder Mensch hat sein eigenes individuelles Empfinden. Ich unternehme erst dann was, wenn ich mich wirklich schlecht behandelt fühle.
    Klar, es ist nur eine Erklärung, keine entschuldigung! Es ist auch eine Art zu sagen, das wenn man sich wehrt, kann einiges besser sein und ich finde immer ermutigend zu wissen, dass man doch etwas dagegen tuen kann.

    Eine aspekt die du erwähnt kann auch Grenzüberschreitung begünstigen: nicht sofort merken wenn etwas krum passiert, macht dass die andere schon zu weit gekommen sind, wenn du endlich dich wehrst!

    Es ist auch etwas dass ich mit die jahren gelernt habe: Immer wieder ernst nehmen was ich empfinde und immer mehr, merke ich sofort der kleinste Grenzüberschreitung und kann dann sofort freundlich und sachlich reagieren und dann ist wieder alles ok. Die letzten Zeit mache ich es wirklich schon bei die kleinste sachen. Zum beispiel: Eine gute Freund von mich, während eine Gespràch, greift zu sein Handy. So was mag ich nicht so und sage ihm "Bist du abgelenkt?" und er hat sofort gemerkt um was es geht und sein Gerät wieder gelegt... Er ist sonst jemand sehr sehr rücksichtvoll, daher wusste ich, ich muss echt wenig sagen.

    Es ist nun so dass die meistens Menschen Grenzen brauchen.

    Andererseits frage ich mich, wie man sich richtig wehrt, ohne sich für alles zu rechtfertigen. Da bin ich noch nicht so richtig dahinter gekommen. Hast du vielleicht ein konkretes Beispiel in Form eines Dialogs (muss keine Situation sein, die wirklich passiert ist)?
    Da gebe ich um mich nicht zu rechtfertigen, eine Antwort die so kurz wie méglich ist.

    Wenn man mich auf ein Fehler aufmerksam macht, dann entschuldige ich mich, tue es verbessern und eventuel sage ich (wenn es auch stimmt!) dass ich vergessen habe.

    Wenn ich auf eine Einladung nicht kommen kann, dann sage ich nein und dann so was wie: "Ich habe schon etwas los an diese tag" oder auch "Im Moment habe ich viel los, es liegt nicht drin".

    Privat geht auch eine kurze Erklärung wie "Ich habe keine Lust".

    Bei alle diese Antworten rede ich nur von mich, wie es mich geht, ohne irgendjemand irgendwie die Schuld zu geben...

    Eine bereich wo ich mich oft wehren muss, ist wenn Leute zu schnell reden, oder 2 gleichzeitig. Bei zu schnell, sage ich (wenn ich daran denke) "Bitte langsamer", wenn 2 gleichzeitig reden, sage ich gerne "Bitte 1 auf einmal, sonst verstehe ich nichts".

    Sonst wegen sich wehren, kenne ich 2 Bücher die ich gut finde, wenn du noch nicht kennst: "Die etwas gelassenere Art, sich durchzusetzen" Von Barbara Berckhan. Es ist gezielt für Frauen gemacht und geht auch um Selbstwertgefühlaufbau, was uns, ADSlerin ehe gut tut. Die gleiche Autorin hat noch eine andere Buch geschrieben: "Die etwas intelligentere Art sich gegen dumme Sprüchen zu wehren". Aus eigene Sicht, finde ich der erste Buch sollte auch als erste gelesen werden und die Tips angewandt, weil der 2. weiter geht.


    lg

  2. #82
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Weitergabe von Schlüsseln und Passwörtern - "Privatsphäre" im Büro

    Hallo mj71,

    mj71 schreibt:
    - Sorry, ich war nicht dazu gekommen, ich hatte viel um die Ohren.
    als ich diesen Satz mal zu meiner Kollegin sagte, kam von ihr ganz pampig: "Ich hatte auch viel zu tun"


    mj71 schreibt:
    - Entschuldigung, vergessen.
    Wenn ich das sage, folgen genervte Blicke inklusive Augenrollen, Stöhnen und Seufzen.


    mj71 schreibt:
    Du sagst, du hast dich gewehrt, was hast du genau gesagt? Es ist auch interessant zu sehen.
    Den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr (vergesse leider schnell, was ich zu wem gesagt habe). Es war etwas in der Art: "Sprich´ nicht in so einem Tonfall mit mir. Ich vertrage sehr wohl konstruktive und sachliche Kritik."


    mj71 schreibt:
    Eine aspekt die du erwähnt kann auch Grenzüberschreitung begünstigen: nicht sofort merken wenn etwas krum passiert, macht dass die andere schon zu weit gekommen sind, wenn du endlich dich wehrst!
    Ich sage meistens nichts, wenn ich die ersten 2-3 Male von einer anderen Person angepflaumt werde. Ich fühle mich nicht schnell angegriffen und denke mir: "Jeder hat mal einen schlechten Tag. Vielleicht war er/sie einfach mit dem Stress überfordert. Er/sie wird sich schon wieder beruhigen." Wenn es aber immer öfter vorkommt, dann nervt es mich.


    mj71 schreibt:
    Es ist nun so dass die meistens Menschen Grenzen brauchen.
    Das scheint tatsächlich der Fall zu sein. Finde ich echt schade, dass viele erwachsene Menschen nicht anständig miteinander umgehen können, wenn man ihnen keine Grenzen setzt. Mein bester Freund hat neulich eine interessante Feststellung gemacht. Er sagte zu mir: "Weißt du, WeißeRose, mir fällt auf dass du öfters in Konfliktsituationen gerätst, obwohl du nie als Erste anfängst dich zu streiten. Egal ob dich jemand anschreit, abwertet, sarkastisch ist oder sonstwie Zoff sucht… immer ist es die andere Person, die den Konflikt in die Gänge bringt und niemals du." Damit hat er völlig Recht. Wenn ich böse werde, dann ist das grundsätzlich eine Reaktion auf das Verhalten meiner Mitmenschen.

    Wie du weißt, wurde ich sehr streng erzogen. Meine Eltern haben mir schon im Kleinkindalter aberzogen, die Grenzen meiner Mitmenschen auszutesten. Aus meiner Sicht gehört sich das einfach nicht. Ich sehe auch keinen Sinn darin, Streit zu provozieren, wenn es keinen Grund dafür gibt. Klar kommt es manchmal zu Meinungsverschiedenheiten, es können nicht immer alle derselben Ansicht sein. Das ist für mich völlig in Ordnung. Aber ich kann das halt nicht nachvollziehen, wieso mich manche einfach so angreifen, obwohl kein ersichtlicher Grund dazu besteht. Für mich ist das ein extremer Kraftaufwand, häufig solchen Grenzüberschreitungen ausgesetzt zu sein. Grenzen waren in meiner Familie nie ein Thema. Bei uns hieß es "Die Würde des Menschen ist unantastbar", und danach wurde gelebt. Ich habe schon genug Probleme, mit dem Alltagsstress klar zu kommen. Und mich dann noch zusätzlich dauernd abgrenzen zu müssen zehrt echt stark an meinen Kräften.

    Ich kenne nur ganz wenige Menschen, welche die Grenzen anderer nicht überschreiten. Dazu gehören u. a. meine besten Freunde, die trotz recht lockerer Erziehung niemanden in die Pfanne hauen und Grenzüberschreitungen genauso unreif empfinden wie ich. Dummerweise dachte ich, mit zunehmendem Alter würde sich das legen. Aber das tut es nicht. Wer in jungen Jahren die Grenzen anderer Leute austestet, der macht das auch als Erwachsener - meine Erfahrung.


    mj71 schreibt:
    Wenn ich auf eine Einladung nicht kommen kann, dann sage ich nein und dann so was wie: "Ich habe schon etwas los an diese tag" oder auch "Im Moment habe ich viel los, es liegt nicht drin".

    Privat geht auch eine kurze Erklärung wie "Ich habe keine Lust".
    Das klappt ganz gut. Wenn ich keine Zeit oder Lust habe, andere Leute zu treffen, dann sage ich das kurz und knapp. Funktioniert bestens. Wobei ich früher auch immer erklärt habe, warum es nicht geht und sauer war, wenn ich Absagen ohne Begründung bekam. Mir wurde beigebracht, dass man sich über jede Einladung freuen und dankbar zeigen muss und der Gegenüber prinzipiell eine Erklärung für die Absage verdient hat. Wenn ich keine bekam, ärgerte ich mich und hakte nach… und dann konnte ich nicht verstehen, wenn die anderen nicht so begeistert waren.


    mj71 schreibt:
    Sonst wegen sich wehren, kenne ich 2 Bücher die ich gut finde, wenn du noch nicht kennst: "Die etwas gelassenere Art, sich durchzusetzen" Von Barbara Berckhan. Es ist gezielt für Frauen gemacht und geht auch um Selbstwertgefühlaufbau, was uns, ADSlerin ehe gut tut. Die gleiche Autorin hat noch eine andere Buch geschrieben: "Die etwas intelligentere Art sich gegen dumme Sprüchen zu wehren". Aus eigene Sicht, finde ich der erste Buch sollte auch als erste gelesen werden und die Tips angewandt, weil der 2. weiter geht.
    Danke für den Tipp. Diese Bücher habe ich vor längerer Zeit schon gelesen… und viele andere Bücher zu diesem Thema auch. Habe auch schon mehrere Kurse besucht, die speziell darauf ausgerichtet waren. Es fällt mir schwer, weil ich mich tief in meinem Inneren gar nicht immer durchsetzen will. Machtkämpfe sind mir ein Gräuel. Ich bin nun mal ein netter Mensch und will einfach nur, dass die Menschen auf der Arbeit und privat auch immer nett zu mir sind .

    LG
    WeißeRose

  3. #83
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Weitergabe von Schlüsseln und Passwörtern - "Privatsphäre" im Büro

    Hallo WeisseRose,

    mj71 schreibt:- Sorry, ich war nicht dazu gekommen, ich hatte viel um die Ohren.



    als ich diesen Satz mal zu meiner Kollegin sagte, kam von ihr ganz pampig: "Ich hatte auch viel zu tun"
    So was ist nicht besonders nett, aber passiert leider auch. Vielleicht kannst du dann etwas sagen wie "Ja, wir sitzen in selbe Boot" oder "Dann weisst du wie es ist". Wenn sie so was sagst wie "Aber ich vergesse nicht wie du" gibt es als Möglichkeit so was wie: "Siehst du, wir sind halt unterschiedlich" auf freundliche (oder neutrale) Ton. Es ist auch sehr sachlich und keine Rechtfertigung. Und wenn sie doch immer wieder weiterkommt mich neue Sprüchen, kannst du auch mal das Gespräch abbrechen mit der Erklärung dass du eben jetzt weiter arbeiten möchte.

    mj71 schreibt:- Entschuldigung, vergessen.



    Wenn ich das sage, folgen genervte Blicke inklusive Augenrollen, Stöhnen und Seufzen.
    Kommt mich auch bekannt vor! Es ist auch nicht so nett, aber was soll? Da kannst du eventuel es ignorieren, oder so mal sagen wie "Tut mich leid für dich". Es ist eine anständige, diplomatisch Art ihr zu sagen "Es ist wohl dein Problem". Es stimmt auch! Wenn sie sich ärgert wegen deine Vergesslichkeit, ist echt ihr Problem! Sie macht sich damit auch selber kaputt.

    mj71 schreibt:Du sagst, du hast dich gewehrt, was hast du genau gesagt? Es ist auch interessant zu sehen.



    Den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr (vergesse leider schnell, was ich zu wem gesagt habe). Es war etwas in der Art: "Sprich´ nicht in so einem Tonfall mit mir. Ich vertrage sehr wohl konstruktive und sachliche Kritik."
    So eine Spruch ist schon aggressiv und kann schlecht ankommen... Vor allem der Befehlform. Anders wäre: "Ich hätte gerne du bleibst mit mich sachlich" oder "Ich mag diese Ton nicht und bitte dich anständig mit mich zu reden. Oder, dabei doch ein bisschen frech, aber ich mag es auch: "Ey! was ist mit dich los?" Aber ich muss sagen, wenn mich so eine Situation passiert, habe ich auch meine Mühe so was zu sagen. Ich schaffe es mit mein Freund und sage meistens: "Ich mag nicht wie du mit mich redest" oder: "Ich möchte nicht beschimpft werden" was auch wirkt.

    mj71 schreibt:Eine aspekt die du erwähnt kann auch Grenzüberschreitung begünstigen: nicht sofort merken wenn etwas krum passiert, macht dass die andere schon zu weit gekommen sind, wenn du endlich dich wehrst!



    Ich sage meistens nichts, wenn ich die ersten 2-3 Male von einer anderen Person angepflaumt werde. Ich fühle mich nicht schnell angegriffen und denke mir: "Jeder hat mal einen schlechten Tag. Vielleicht war er/sie einfach mit dem Stress überfordert. Er/sie wird sich schon wieder beruhigen." Wenn es aber immer öfter vorkommt, dann nervt es mich.
    Ich mache auch meistens so.

    Klar kommt es manchmal zu Meinungsverschiedenheiten, es können nicht immer alle derselben Ansicht sein. Das ist für mich völlig in Ordnung. Aber ich kann das halt nicht nachvollziehen, wieso mich manche einfach so angreifen, obwohl kein ersichtlicher Grund dazu besteht. Für mich ist das ein extremer Kraftaufwand, häufig solchen Grenzüberschreitungen ausgesetzt zu sein. Grenzen waren in meiner Familie nie ein Thema. Bei uns hieß es "Die Würde des Menschen ist unantastbar", und danach wurde gelebt. Ich habe schon genug Probleme, mit dem Alltagsstress klar zu kommen. Und mich dann noch zusätzlich dauernd abgrenzen zu müssen zehrt echt stark an meinen Kräften.
    Ich finde es auch, aber eben... Ich sehe die Realität und muss damit umgehen. Ich finde auch sch... immer Grenzen setzen zu müssen, aber mache es für mich. Dabei hatte ich als Kind viel Uebergriflichkeiten erlebt und daher weiss ich dass es so ist...

    Es fällt mir schwer, weil ich mich tief in meinem Inneren gar nicht immer durchsetzen will. Machtkämpfe sind mir ein Gräuel. Ich bin nun mal ein netter Mensch und will einfach nur, dass die Menschen auf der Arbeit und privat auch immer nett zu mir sind .
    Es ist auch in Ordnung wenn du so was nicht erleben willst! Es gibt auch die Möglichkeit mal Menschen aus der Weg zu gehen die mit dich nicht nett sind. Ich bin ehe eine Kämpferin und probiere ich zuerst dort wo ich bin zu kämpfen. Jeden seine. Nun, ich habe auch die Einstellung dass man nicht jede A... immer aus der Weg gehen kann und dass es nützlich ist, damit umgehen zu können, auch wenn es nicht ständig ist. Dafür nehme ich auch gerne einige Uebungmöglichkeit dafür.

    Sonst finde ich deine Kolleginen doch nicht so nett und hätte mit solche Menschen auch meine Mühe.

    lg

  4. #84
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 230

    AW: Weitergabe von Schlüsseln und Passwörtern - "Privatsphäre" im Büro

    WeißeRose schreibt:

    Ich kenne nur ganz wenige Menschen, welche die Grenzen anderer nicht überschreiten. Dazu gehören u. a. meine besten Freunde, die trotz recht lockerer Erziehung niemanden in die Pfanne hauen und Grenzüberschreitungen genauso unreif empfinden wie ich. Dummerweise dachte ich, mit zunehmendem Alter würde sich das legen. Aber das tut es nicht. Wer in jungen Jahren die Grenzen anderer Leute austestet, der macht das auch als Erwachsener - meine Erfahrung.
    Hallo WeisseRose

    Jedes Kind testet seine Grenzen aus. Das gehört zur Entwicklung, ist völlig normal und gesund. Das Gegenteil wäre Grund zur Sorge. Deine Schlussfolgerung ist viel zu allgemein und pädagogisch sehr bedenklich.

    Wie sollen Leute deine Grenzen kennen, wenn du sie nicht legst? Hast du, denn Grenzen oder lässt du einfach alles solange zu, bis es dich krank macht? Du kannst es noch so unreif finden aber, wenn du keine Grenzen setzt, wird es immer Leute geben, die dich zum Opfer machen werden. Das lässt sich nicht schönreden. Natürlich haben die Leute nicht das Recht, dich zu mobben aber sie werden es tun, wenn du dich nicht schneller wehrst. Das weiss ich aus Erfahrung. Nur das eigene Verhalten kann man ändern, nicht das der Anderen!

    lg

  5. #85
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.252

    AW: Weitergabe von Schlüsseln und Passwörtern - "Privatsphäre" im Büro

    Telefonieren statt email schreiben.

    vielleicht geht dass dann automatisch diplomatischer.

    zumindest wenn vorsichtig vorgeht.

    also beispiel anruf beim weißwurstkoch:

    * "Du wir möchten morgen den Topf verwenden um Glühwein warm zu machen"
    - "Ja klar, ihr wisst ja wo ihr findet"
    * Gibt es da noch irgendwas zu beachten?
    - Wenn ihr ihn danach wieder abwäschen würdet und zurückstellen wäre das super, doch das ist selbstverständlich denke ich mal.
    * Ja, selbstverständlich ist das. Drum trau ich mich garnicht zu sagen was manche Kollegen mußmassen. Es gibt wirklich Kollegen die haben Angst, wenn wir euren Topf verwenden, dass der Glühwein dann nach Weißwurst schmeckt - das ist doch völliger Unsinn.
    - Na Du hast schon komische Kollegen, mehr fällt mir dazu nicht ein. Außer: Vielleicht funktioniert deren Geschmackssinn so wie bei anderen die Homöopathie: Nimm ein Teilchen und verdünne es Milliardenfach und die Energie ist immer noch enthalten. Nein, komm doch einfach runter und guck dir den Topf an...

  6. #86
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Weitergabe von Schlüsseln und Passwörtern - "Privatsphäre" im Büro

    @mj71: Ich kann dir den genauen Wortlaut meiner Mail nicht wiedergeben… habe vergessen, die Mail an meine private Adresse weiterzuleiten. Deine Sprüche im ersten Absatz finde ich sehr gut. Das klingt alles sehr schlagfertig. Obwohl ich schon mehrere Bücher zu diesem Thema gelesen und ein Schlagfertigkeitstraining absolviert habe, klappt das bei mir nur selten. Ich bin schon gestresst genug, und mich dann auch noch gegen andere verteidigen müssen, kostet mich ´ne Menge Kraft.

    Um ehrlich zu sei ist es mir mittlerweile wurscht, ob meine Aussagen aggressiv klingen. Die Sprüche der Kolleginnen hören sich weitaus aggressiver an. Und natürlich kann ich weniger netten Menschen aus dem Weg gehen - privat. Wie ich schon sagte, Arbeitskollegen kann man sich nicht aussuchen.

    @Liberty: Stimmt… jedes KIND testet seine Grenzen aus. Aber hier geht es nicht um Kinder, sondern um erwachsene Menschen. Um ehrlich zu sein hatte ich bis zum Alter von ca. 30 Jahren keine Grenzen. Bei mir daheim war das nie ein Thema. Mein Vater meinte immer, ich müsse zu allen Leuten nett sein. Dann würden sie auch zu mir nett sein. Von wegen… Später habe ich gemerkt, dass auch meine Eltern gerade auf der Arbeit immer wieder mies behandelt wurden. Mein Vater wurde von dem ganzen Theater krank und starb. Meine Mutter war dieses Jahr auch sehr krank, aber zum Glück geht es ihr jetzt besser. Mein Bruder und ich lassen es nicht zu, dass sie zu ihrem alten Arbeitgeber zurückgeht. Der hat sie psychisch gequält, schlimmer geht's nicht. Zum Glück sieht sie das auch so.

    Ich wehre mich nicht erst, wenn es mir richtig dreckig geht. Privat grenze ich mich seit geraumer Zeit viel besser ab und bin konsequenter geworden. Nur merke ich manchmal immer noch nicht, dass jemand meine Grenzen überschreitet bzw. rede mir ein, dass die Person es nicht so gemeint hat. Wahrscheinlich weil ich es mir nicht vorstellen kann, dass jemand so etwas tut. Obwohl ich genau weiß, dass es das gibt.

    Mir ist aufgefallen, dass ich jahrelang eine Schwäche für eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen hatte. Diese Sorte Mensch hat mir nicht gut getan. Ich habe sie völlig falsch eingeschätzt und weiß jetzt besser, wie solche Leute ticken.

    @gisbert: Ich rede auch lieber persönlich mit den Leuten als ich schreibe. Ich kann das gar nicht ab, Meinungsverschiedenheiten per E-Mail auszutragen. Ist bei uns aber nicht immer ganz einfach, wenn die betreffende Person nicht am Platz ist. Manche nehmen ihr Telefon so gut wie nie ab, weil sie keine Lust haben (ich als Sekretärin bin dazu verpflichtet, andere machen was sie wollen). Aber wenn ich per Mail angepflaumt werde, antworte ich nicht und warte stattdessen, bis ich den Absender mal persönlich erwische. Und dann spreche ich ihn drauf an.

  7. #87
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 230

    AW: Weitergabe von Schlüsseln und Passwörtern - "Privatsphäre" im Büro

    WeißeRose schreibt:

    @Liberty: Stimmt… jedes KIND testet seine Grenzen aus. Aber hier geht es nicht um Kinder, sondern um erwachsene Menschen. Um ehrlich zu sein hatte ich bis zum Alter von ca. 30 Jahren keine Grenzen. Bei mir daheim war das nie ein Thema. Mein Vater meinte immer, ich müsse zu allen Leuten nett sein. Dann würden sie auch zu mir nett sein. Von wegen… Später habe ich gemerkt, dass auch meine Eltern gerade auf der Arbeit immer wieder mies behandelt wurden. Mein Vater wurde von dem ganzen Theater krank und starb. Meine Mutter war dieses Jahr auch sehr krank, aber zum Glück geht es ihr jetzt besser. Mein Bruder und ich lassen es nicht zu, dass sie zu ihrem alten Arbeitgeber zurückgeht. Der hat sie psychisch gequält, schlimmer geht's nicht. Zum Glück sieht sie das auch so.

    Ich wehre mich nicht erst, wenn es mir richtig dreckig geht. Privat grenze ich mich seit geraumer Zeit viel besser ab und bin konsequenter geworden. Nur merke ich manchmal immer noch nicht, dass jemand meine Grenzen überschreitet bzw. rede mir ein, dass die Person es nicht so gemeint hat. Wahrscheinlich weil ich es mir nicht vorstellen kann, dass jemand so etwas tut. Obwohl ich genau weiß, dass es das gibt.

    Mir ist aufgefallen, dass ich jahrelang eine Schwäche für eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen hatte. Diese Sorte Mensch hat mir nicht gut getan. Ich habe sie völlig falsch eingeschätzt und weiß jetzt besser, wie solche Leute ticken.
    Mensch, irgendwie tust du mir schon fast ein bisschen Leid und das meine ich überhaupt nicht abwertend!

    Rein theoretisch, ist es schon richtig, zu allen nett zu sein. Leider ist diese Einstellung, viel zu naiv... Ich wurde ganz anders erzogen. Auch ich, "genoss" einen strengen Erziehungsstil und mir wurde beigebracht, allen Menschen mit Respekt zu begegnen aber nur solange, ich ebenfalls respektiert werde. Es ist wichtig, sich zu wehren. Ich habe meinen Eltern, vieles noch nicht verziehen aber für diese eine Lektion, bin ich ihnen sehr dankbar.

  8. #88
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Weitergabe von Schlüsseln und Passwörtern - "Privatsphäre" im Büro

    Hallo WeisseRose,

    Um schlagfertig zu sein wie ich heute bin, habe ich jahren gebraucht! Viel Arbeit an meine Emotionen. Sonst, wenn ich aufgewühlt bin, schaltet mein Hirn ehe ab.

    lg

  9. #89
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Weitergabe von Schlüsseln und Passwörtern - "Privatsphäre" im Büro

    So, jetzt habe ich den genauen Wortlaut aus der besagten Mail an die Weißwurst-Gruppe:

    Hallo zusammen,

    denkt Ihr bitte daran, morgen den großen Topf nach dem Frühstück gut zu reinigen? Die Praktikanten und ich fangen um die Mittagszeit an, den Glühwein und Punsch für die Weihnachtsfeier vorzubereiten.
    Danke J.

    Diesen kurzen Text hat der Kollege als Angriff aufgefasst. Wenn ich mir das jetzt so durchlese: Gut okay, könnte sein dass der Schreiber denkt, die Gruppe wurde nicht immer gleich nach dem Frühstück sauber machen. Aber ich würde in so einem Fall auf den Absender zugehen und fragen wie er das gemeint hat, bevor ich so eine pampige Antwort schreibe. Egal, ist eh schon wieder längst Geschichte.

    Die letzten Tage war ich nicht hier. Die besagte Kollegin ist nämlich seit Mittwoch wieder krank und kommt vor Weihnachten nicht mehr ins Büro. D. h. ich betreue derzeit über 280 Kollegen. Letzte Woche hatte ich wahnsinnig viel zu tun. Eigentlich wollte ich diese Woche die Aufgaben erledigen, für die ich sonst wenig Zeit habe (z. B. Papierablage), aber dazu bin ich noch gar nicht gekommen. Wenigstens sind jetzt einige Kollegen schon im Weihnachtsurlaub.

    Mir geht es derzeit wirklich sehr gut im Büro. Ich arbeite mich jetzt Stück für Stück in sämtliche Aufgaben ein und beschäftige mich auch mit Themen, die ich früher gerne auf die lange Bank geschoben habe (Bestellwesen, unsere komplizierte Zeitwirtschaft, etc.). Nur meine Zahlenschwäche, die krieg´ ich nicht in den Griff… aber zum Glück ist das kein reiner Zahlenjob. Mit Zahlenschwäche meine ich nicht das Kopfrechnen, das kann ich gut. Ich vertippe oder verlese mich gerne mal, wenn es um eine Zahlenkombination (oder auch Zahlen-Buchstabenkombination) geht. Z. B. habe ich gestern bei einem Lieferanten ein Angebot angefordert, weil ich eine Ersatzlampe für ´nen Beamer bestellen möchte. Dummerweise habe ich in meiner Mail die falsche Zahlenkombi angegeben (an einer Stelle eine 2 statt eine 3 geschrieben) und muss den Lieferanten heute bitten, mir ein neues Angebot zu schicken. Oder einmal habe ich im Namen meines Chefs zu einem Meeting eingeladen und im Betreff einen Zahlendreher gehabt. Fast alle Meetings bei uns werden mit Zahlen-Buchstabenkombis benannt, und ich kriege beim Anblick von Zahlen-Buchstaben- oder reinen Zahlenkombis echt Kopfweh. Da dreht sich alles in meinem Schädel, und ich bringe das schnell durcheinander… manchmal auch, wenn ich gut aufpasse.

    Das ist der Grund, warum ich über Menschen mit Rechtschreibschwäche sehr gut verstehen kann. Mir geht es nämlich genauso mit den Zahlen. Wenn ich etwas abtippe, kann es sein dass ich es x-mal durchlese und haargenau nachprüfe, aber keinen Fehler entdecke. Andere Leute schauen einmal auf meine Ausführungen und sehen sofort, wenn ich etwas falsch gemacht habe - ebenso wie ich das sofort erkenne, wenn jemand in einer Mail einen oder mehrere Rechtschreibfehler gemacht hat. Bei uns in der Firma gibt es viele Leute mit großen Problemen in der Rechtschreibung. Nur dummerweise wird so etwas im Büro eher verziehen als eine Zahlenschwäche. In meinem letzten Job wurde ich so ziemlich täglich vom Chef und den Kollegen niedergemacht und als dumm hingestellt. Das ist in meiner jetzigen Firma zum Glück nicht der Fall.

  10. #90
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Weitergabe von Schlüsseln und Passwörtern - "Privatsphäre" im Büro

    WeißeRose schreibt:
    Wie du weißt, wurde ich sehr streng erzogen. Meine Eltern haben mir schon im Kleinkindalter aberzogen, die Grenzen meiner Mitmenschen auszutesten. Aus meiner Sicht gehört sich das einfach nicht. Ich sehe auch keinen Sinn darin, Streit zu provozieren, wenn es keinen Grund dafür gibt. Klar kommt es manchmal zu Meinungsverschiedenheiten, es können nicht immer alle derselben Ansicht sein. Das ist für mich völlig in Ordnung. Aber ich kann das halt nicht nachvollziehen, wieso mich manche einfach so angreifen, obwohl kein ersichtlicher Grund dazu besteht. Für mich ist das ein extremer Kraftaufwand, häufig solchen Grenzüberschreitungen ausgesetzt zu sein. Grenzen waren in meiner Familie nie ein Thema. Bei uns hieß es "Die Würde des Menschen ist unantastbar", und danach wurde gelebt. Ich habe schon genug Probleme, mit dem Alltagsstress klar zu kommen. Und mich dann noch zusätzlich dauernd abgrenzen zu müssen zehrt echt stark an meinen Kräften.
    Puh, ich sehe darin auch eines der Grundprobleme.
    Einem Kind abzuerziehen, Grenzen zu testen, ist ziemlich gefährlich.
    Ein Kind testet die Grenzen NICHT, weil es "böse" oder "unerzogen" ist, sondern weil es eben so lernt, Grenzen andere und eigene(!) Grenzen wahrzunehmen, zu erkennen.
    Wenn diese Phase durch "Erziehung" unterbunden wurde, dann kann es - du bist da leider ein gutes Beispiel - dazu führen, dass dieser Mensch nicht in der Lage ist, seine eigenen Grenzen zu erkennen und zu verteidigen.
    Man kann Grenzen eben nur setzen, wenn man sie kennt.

    Du sagst zum einen, dass du sehr streng erzogen wurdest, vieles früh unterbunden wurde, gleichzeitig aber, dass deine Eltern IMMER lieb und nett waren.
    Für mich passt das nicht zusammen.

    Ich glaube dir also nicht, dass deine Eltern immer(!) nett zu dir waren.
    Und das ist das Problem.
    Du lernst, du hast nett zu sein zu allen Menschen, die was von dir wollen, dies wird von dir erwartet, gleichzeitig wurdest du aber eben nicht nett behandelt, wenn man was von dir wollte (= Erziehung).
    Das prägt sich ein, andere Menschen dürfen böse zu mir sein, das ist okay, solange ich nett bin.

    NEIN!
    Du hast es erkannt, aber es wird sicherlich noch eine Weile dauern, bis es sich in dir verfestigt hat, dass du eben auch ein Recht(!) darauf hast deine Grenzen zu verteidigen.

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