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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 3

    Ständiger Berufswechsel - ADHS?

    Hallo,

    ich würde mich gerne an euch wenden, da ich seit kurzem einen Verdacht auf ADHS habe (dass hier keine Ferndiagnosen gestellt werden können/ ärztl. Beratung nicht ersetzt wird ist mir klar ... ). Ich würde einfach nur gerne wissen, ob einige von euch die gleichen Probleme kennen bzw. ähnliche Erfahrungen haben, bin für jede Rückmeldung dankbar.

    Ich bin jetzt 26 und habe große Schwierigkeiten, längere Zeit bei eine Sache (Ausbildungs-, berufsmäßig) zu bleiben. Ich begeistere mich schnell für Dinge, aber genauso schnell verliere ich das Interesse oder fühle mich total entmutigt/nicht richtig im jeweiligen Beruf. Nach der Matura habe ich gleich ein Translatorik-Studium angefangen, versuch es durchzuziehen, abgebrochen. dachte mir, ok, es war nicht das richtige, bloß etwas was mir leicht gefallen ist. Gleich danach ein Medizinstudium angefangen, weil's mich sehr interessiert hat (und vom Wissen her immer noch interessiert). Aber das erste Praktikum war sehr ernüchternd, es war nichts für mich. nach 1/2 Jahr aufgehört. Dann hab ich mal 3 Jahre im Verkauf gearbeitet (überraschenderweise in der selben Firma, es war auch voll ok, aber eben nichts für's ganze Leben) und versucht herauszufinden, was ich wirklich machen will.

    Da ich gerne Torten und Mehlspeisen mache, habe ich jetzt im September eine Konditor-Lehre begonnen. Jetzt nach 6 Wochen bin ich kurz davor zu kündigen, weil es anders ist, als ich es mir vorgestellt habe. Der ganze Stress in der Küche ist mir zu viel. 3 Sachen gleichzeitig zu machen bzw. ständig "nebenbei" zu arbeiten. Sowas kann ich absolut nicht gut. Ich kann mir sehr gut auf EINE Sache konzentrieren und die perfekt aufführen. Aber nicht mehr. Unter ständigen Zeitdruck/Stress zu arbeiten macht mich momentan total unglücklich, der Ton in dem beruf ist ziemlich rau, es nimmt mir die Freude an der ganzen Sache. Ich bin schon mehr als einmal weinend in der Küche gestanden. Ich möchte da einfach nur weg. Jetzt ist es natürlich eine blöde Situation, da ich schon relativ "alt" bin für einen Neustart, es war schon nicht einfach, diese Lehrstelle zu finden.

    Andererseits habe ich natürlich schon wieder was neues im Hinterkopf, und zwar würde ich gerne in einer Buchhandlung arbeiten. Im Verkauf war ich ja schon einige Zeit, ich liebe Bücher und mag den Umgang mit Kunden, ich denke (jetzt zumindest^^) das wird das richtige sein. Ich habe mich auch schon für eine Lehre als Buch- und Medienwirtschafterin bei einer Buchhandel-Kette beworben, die gerade ausgeschrieben war. Ich frage mich nur, ob das Interesse dann auch hält, wenn ich reinkommen sollte. Ich will nicht mit 30 ohne Ausbildung dastehen, falls es nicht klappen sollte. Und irgendwo denk ich mir, dass es nicht ganz normal ist, so oft die Interessen zu wechseln, obwohl ich am Anfang immer ganz euphorisch und begeistert bin. Ich bewundere Menschen, die von Anfang an ihr 1.-Wahl-Studium/Ausbildung durchziehen und dort dann auch ein Leben lang (oder zumindest eine längere Zeit) bleiben. Ich frage mich, ob mit mir was nicht stimmt, dass ich's nicht hinbekomme. Ich muss auch dazusagen, dass ich auch bei anderen Dingen oft sprunghaft bin. Etwas beginne, dann aber nicht zu Ende mache bzw. weiterverfolge, weil ich das Interesse verliere, weil wieder was neues kommt. Es ist so eine ständige innere Unruhe. Andererseits will ich die Konditor-Lehre jetzt nicht nur deswegen fertigmachen, um einen Abschluss zu haben (was ja viele Leute raten), wenn ich's mir sowieso nicht vorstellen kann, das weiterzumachen, weil ich die Belastung nicht aushalte und nur unglücklich bin. Ich würde mir so sehr wünschen, endlich das zu finden, was ich langfristig machen möchte und was mich auch finanziell absichert.

    Kennt jemand von euch diese Situation? Ist es typisch für ADHS? Falls ja, wie werdet ihr damit fertig?

    Tut mir leid, dass es so lang geworden ist, und danke falls sich wer die Zeit nimmt es zu lesen.

    lg, HRPS: es gibt auch andere Dinge die mich beunruhigen, wie z.B. dass ich oft mit den Gedanken anderswo bin, während ich etwas mache, und mich deswegen im nächsten Moment nicht mehr daran erinnern kann, wie z.B. ob/wo ich etwas hingelegt habe, sowas... Ist das allein ein Grund, sich auf ADHS abchecken zu lassen?
    Geändert von HollandRoad (12.10.2013 um 15:48 Uhr)

  2. #2
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.423

    AW: Ständiger Berufswechsel - ADHS?

    Hallo HollandRoad,

    Bei mich ging anders, aber doch auch ein bisschen ähnlich... Meine Ausbiuldung habe ich durchgehaltet, 3 jahren, weil es mich wirklich interessiert und begeistert hatten. Nun, da wenn ich richtig angefangen habe zu arbeiten, ging es anders... Ich war mit Hektik, Ablenkungen, Zeitdruck überfordert und verliere immer wieder mein Job...

    Eigentlich hatte ich selten zeit mich langzuweilen, weil ich vorher rausgeschmissen war... Eien zeit hatte ich ehe mehr temporàrjob genommen, weil ich irgendwie gespürt hatte dass ich die abwechslung brauche. dann war doch zu viel abwechslung.

    Jetzt arbeite ich nicht mehr in meine erlernte beruf, aber habe 3 verschieden jobs in 3 verschiedene bereichen, mit eine totalpensum von 70%. 2 davon sind schon ziemlich Abwechslungsreich und ich mag es so... Ich hatte früher schon von so einige situation geträumt.

    Ja, ich brauche abwechslung, aber wenn zu viel davon gibt, komme ich an meine grenzen. überfordert war ich leider immer wieder und es es gibt immer wieder problemen. Danke diagnose und medis bin ich da stabiler geworden.

    Der ganze Stress in der Küche ist mir zu viel. 3 Sachen gleichzeitig zu machen bzw. ständig "nebenbei" zu arbeiten. Sowas kann ich absolut nicht gut. Ich kann mir sehr gut auf EINE Sache konzentrieren und die perfekt aufführen. Aber nicht mehr. Unter ständigen Zeitdruck/Stress zu arbeiten macht mich momentan total unglücklich, der Ton in dem beruf ist ziemlich rau, es nimmt mir die Freude an der ganzen Sache. Ich bin schon mehr als einmal weinend in der Küche gestanden. Ich möchte da einfach nur weg.
    So was wäre auch nicht für mich!

    lg, HRPS: es gibt auch andere Dinge die mich beunruhigen, wie z.B. dass ich oft mit den Gedanken anderswo bin, während ich etwas mache, und mich deswegen im nächsten Moment nicht mehr daran erinnern kann, wie z.B. ob/wo ich etwas hingelegt habe, sowas... Ist das allein ein Grund, sich auf ADHS abchecken zu lassen?
    Kenne ich auch sehr sehr gut! Typisch ADS! Dagegen habe ich immer wieder zu kämpfen...

    lg

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 78

    AW: Ständiger Berufswechsel - ADHS?

    Hm, das passt alles dazu, leider.
    Bin auch ständig umgezogen, habe immer wieder den Job gewechselt, auch die Partner, weil ich immer was nicht ausgehalten habe und meinte, dass es gaar nicht mehr geht.

    Habe nur leider erst zu spät begriffen, was dahinetr steckt. Bis dahin immer das Gefühl, ein unmöglicher Mensch zu sein.
    Inzwischen neige ich dazu zu sagen, das mit der Welt was nicht stimmt und nicht mit uns. Aber das ist jetzt auch wenig hilfreich.

    Eine richtige Diagnose hellt die Ursachen auf, aber ist noch nicht die Lösung. Und alle Ratschläge sind stets "leicht gesagt".
    Wahrscheinlich muss man sich durch bestimmte Sachen einfach durchquälen, sofern es um Ausbildung oder so geht.
    Wenn es schon nicht möglich ist, den richtigen Job zu finden, in dem man es aushält, braucht man wenigstens ein Hobby, das zu den eigenen Neigungen und zur ADHS-Mentalität passt.
    Weil die ständigen Jobwechsel, Umzüge etc. kosten mit der Zeit so viel Energie! Ich war irgendwann einfach nur ausgebrannt und habe mich nach Ruhe im Leben gesehnt. Aber die unruhe habe ich mir ja auch selbst gemacht.

  4. #4
    Merħba

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 447

    AW: Ständiger Berufswechsel - ADHS?

    Quirline schreibt:
    Eine richtige Diagnose hellt die Ursachen auf, aber ist noch nicht die Lösung. [...]
    Wahrscheinlich muss man sich durch bestimmte Sachen einfach durchquälen, sofern es um Ausbildung oder so geht.
    Exakt so sieht es aus. Aber erfahrungsgemäß macht die Diagnose vieles schonmal leichter, da man einfach weiß worauf man vermehrt achten muss. Mit dem durchquälen ist das natürlich so eine Sache, aber auch hier kann man mehr und mehr unterscheiden ob es im Job etc nur eine "kein Bock" Phase handelt, oder man sich wirklich auf dem falschen Weg befindet.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Ständiger Berufswechsel - ADHS?

    Hallo HollandRoad,

    mir geht es da ganz ähnlich wie dir. Ich bin 25 und bei mir ist bisher noch kein ADS diagnostiziert. Ich habe schon die verschiedensten Jobs in ganz unterschiedlichen Bereichen durch und habe es bisher nirgends lange ausgehalten. Am Anfang war oft ein sehr großes Interesse da und ich konnte mich gut für das Neue begeistern. Aber mit der Zeit hat die Motivation sehr stark nachgelassen. Dazu kamen oft dann auch noch Probleme wegen meiner hohen Ablenkbarkeit und Tollpatschigkeit. Irgendwie muss man mir auch alles mehrfach erklären, bevor ich es umsetzen kann. Eine Ausbildung habe ich mich bis dahin nicht getraut anzufangen. Umgezogen bin ich bestimmt auch schon zehn Mal.

    Vor einem Jahr habe ich dann den Entschluss gefasst, erstmal nichts mehr beruflich zu machen, bis ich weiß, was wirklich zu mir passt. Ich habe dann einige Praktika in Berufen gemacht, die ich mir gut vorstellen konnte. Das hat mir sehr geholfen, weil ich mich in kurzer Zeit für verschiedene Bereiche begeistern "musste" und ich so einen besseren Vergleich hatte. Letztendlich habe ich mich dann für die Ausbildung zur Ergotherapeutin entschieden, weil das meinen Fähigkeiten und Grundinteressen am nächsten kommt. Ich möchte diese Ausbildung unbedingt schaffen und werde wohl eine Diagnostik machen um meine Probleme besser angehen zu können.

    Ich denke eine Testung würde dir auch helfen, weil du dann einfach Gewissheit hast.
    Du bist auf jeden Fall nicht alleine damit ;-)

  6. #6
    TTS


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 235

    AW: Ständiger Berufswechsel - ADHS?

    Ich denke das es typisch für ADS ist.
    Selber kann ich für mich beobachten das mir eine Arbeit dann langweilig erscheint und ich den Drang verspüre etwas neues zu machen, wenn ich alles genau so gut wie, oder besser als meine Kollegen kann. Auch dann wenn die Arbeit ausgereizt ist und nichts Neues mehr bietet oder so verumständlicht und/oder verkompliziert wurde (was schnell mal im ÖD oder bei imkompetenten Chefs passiert) das sie einfach nur noch dämlich und sinnlos ist (warum einfach, wenns auch umständlich geht).

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Ständiger Berufswechsel - ADHS?

    Jo mein lebenslauf sieht für die meisten "ich nenne es mal konservativ" eingestellten leute eher katastrophal aus. nicht weil ich eine faule socke bin und kein bock hab zu arbeiten sondern schlicht weg öfters mal den falschen weg eingeschlagen hab. hab für mich festgestellt das es allerdings wirklich nicht darauf ankommt und man sich die sichtweise anderer echt nicht zu herzen nehmen sollte, auch wenns familie ist >_<. ich bin ein ziemlich ehrgeiziger typ komme aber zum beispiel mit unfairen oder ignoranten vorgesetzten absolut nicht klar und wenn ich mich versuche unterzuordnen gehts irgendwann richtig in die hose xD
    ist ein grund weshalb ich öfters den beruf oder die arbeitsstelle gewechselt habe. da ich mit 24 schonmal ein studium abgebrochen habe weiß ich wie beschissen sich das anfühlt... war danach auch der meinung das ein studium nix mehr für mich sei und hab mich 1,5 jahre beim dpd (absoluter sklavenbetrieb) über wasser gehalten. dann dort gekündigt und wieder als zimmerergeselle auf den bau (wesentlich besser) aber letztendlich auch wieder ein studium begonnen. (schwer aber beste entscheidung). muss mich selber finanzieren um studieren zu können was die sache nicht super einfacht macht aber auch für abwechselung sorgt....
    hatte zwischendurch bzw die letzten 3,5 jahre eine beziehung mit einer sehr lieben ad(H)s-frau und muss auch da sagen das die beziehung zwar jetzt nicht mehr ist, es aber die beste war die ich hatte
    sau anstrengen zum teil, aber auch so gefühlsvoll und bunt wie man es sich nur wünschen kann. bei ihr sah es nicht anders aus als bei mir. wir sind beste freunde geblieben. man versteht sich einfach gegenseitig sehr gut jo ich schweife ab...

    was ich eigfentlich sagen wollte ist: solange du dir nicht sicher bist das du den oder den job lange machen willst versuch es einfach etwas lockerer zu sehen. zwing dich nicht iergendeinen mist DURCHZUZIEHEN der dir nicht gut tut. die möglichkeit studieren zu können ist doch auch gegeben. dir stehen noch alle türen offen und es gibt viele interessante möglichkeiten. man muss sich nur etwas vom standart lösen denn "falls" du wirklich adhs hast wirst du sonst warscheinlich viel kraft und energie sowie lebenslust darein investieren das bild einer ich nenns mal "langweiligen" normalopersönlichkeit zu erfüllen

    als erstes würde ich mich mal um einen test bei einem ad(h)s- spezialisten bemühen, denn falls du es hast ist es wirklich erleichternd und hilfreich zu wissen was los ist.

    LG daniel

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