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Diskutiere im Thema Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb... im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb...

    Hallo Xyrx,

    das ist schon echt heftig zum Thema "outing"-man muss echt total vorsichtig sein wem man von der Diagnose erzählt. Das ist ja eine extreme Reaktion deines Chefs.

    Ich würde auch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufsuchen,auch wenn es was kostet,aber vllt.kannst du eine Abfindung rausholen.

  2. #12
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.434

    AW: Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb...

    Wegen fachanwalt: helfen die arbeitsgericht nicht (bis eine bestimmte punkt) kostenlos? Wer gerade sein job verloren hat und kein geld hat, hat auch wenig für ein anwalt...

    Sonst finde ich auch krass dass man sein ADS so verstecken muss!!! Meiner will ich ja nicht verstecken und kann es ehe nicht: ich bin ehe rasch irgendwie auffällig...

    lg

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb...

    Hallo Xyrx,

    Ich finde das Verhalten Deines Chefs völlig daneben.

    Du solltest Dir dringend einen Fachanwalt für Arbeitsrecht holen.
    Nach Möglichkeit solltest Du zu den Abmahnungen Gegendarstellungen verfassen (Ist Dein Recht als Arbeitnehmer).

    Weiterhin reicht eine oder mehrere Abmahnungen nicht einfach so zum kündigen aus. Sie muss vor Gericht bewiesen werden.

    Gibt es in Deinem Betrieb einen Betriebsrat oder Personalrat ?
    Wenn Ja, diesen sofort einschalten.

    Die gesetzliche Kündigungsfrist im Arbeitsrecht sind mindestens 4 Wochen zum 15. des Monats oder zum Monatsende. (§ 622 BGB)

    Eine kürzere Kündigungsfrist ist nur während der Probezeit möglich, oder wenn in einem Tarifvertrag eine entsprechend
    kürzere Kündigungsfrist vereinbart wurde.

    Lt. Arbeitszeitgesetz darf die tägliche Arbeitszeit 10 Stunden nicht überschreiten. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit
    darf 48 Stunden in einem 24 Wochen Zeitraum nicht überschreiten.



    Bei einer verhaltensbedingten Kündigung hast Du im Standardfall eine 12 wöchige Sperrfrist beim Arbeitslosengeld. Daher ist es sehr wichtig, daß Du Dir kompetente Hilfe von einem Rechtsanwalt holst. Falls Du Dir keinen Anwalt leisten kannst, suche umgehend eine Sozialberatungsstelle auf (Wohlfahrtsverbände bieten sowas an) und schildere denen Deine Situation. Meist kann Dir eine passende Hilfe vermittelt werden (z.B. Prozesskostenhilfe)



    Ich wünsche Dir viel Erfolg.

    LG Tindurandir

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb...

    Viele gute Tipss, ich hab mich nur an einem Wort festgebissen :"irre"...

    Vergiss das.... Mach was du machen kannst, von diesen Infos hier und wehr dich, wenn der Vorschlag, mit deinem Chef nochmal vernünftig zu reden scheitern sollte...

    Die Therapie kommt, alles gute Aussichten,...

    Ich wünsch dir viel Glück und die nötige Durchhaltepower!

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 156

    AW: Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb...

    Xyrx schreibt:
    Hallo liebe Gemeinde,

    mir wurde mein Job gekündigt, erstmal mündlich (also erstmal nicht rechtskräftig, doch zum 30.11. ist es aus...). Verhaltensbedingte Kündigung. Ich habe mich mich vor 2 Monaten meinem Chef geoutet, danach gings hart her. Erst eine Abmahnung wegen nicht vertragsgemäßer Erfüllung der Pflichten (ADHS: Verzettelung, im Beruf: chaotische Erfüllung von Aufgaben), danach 2. Abmahnung wegen wiederum nicht vertragsgemäßer Erfüllung von Pflichten (ADHS: verschieben bis zum letzten Termin, im Beruf: nicht termingerechte Abrechnung). Und noch einige Sachen mehr. Mein Chef weiß was ADHS bedeutet, nun kann ich mich krank melden, dann erfolgt krankheitsbedingte Kündigung (keine vorhersehbare Verbesserung des Zustandes des Patienten) mit gesetzlicher Frist von 2 Wochen. Melde ich mich sofort krank, dann bekomme ich die fristlose Kündigung, wegen eben meinem "Leidens" (in Anbetracht der Kündigung als Vorwand...). Lasse ich die Krankmeldung weg, dann bekomme ich eine 1A-Beurteilung, weggelobt vom Job, hilft mir auch nicht weiter. Denn bis dahin bin ich kaputt, keiner hält 14h bis 17h pro Tag Arbeit über 11 Monate aus, nicht mal ein gesunder Mensch. Kein Urlaub, kein krank, kein frei, keine Überstundenabgeltung. Neubewerbungen sind schwer, besonders weil ich ja einen Job in relativ hoher Führungsebene habe. Alles ist anders, seitdem mein Chef weiß, an was ich leide. Seitdem bin ich ausgesperrt, nicht tauglich für den Job. Ist ja auch irgendwie wahr, mit der Krankheit ist das alles nicht zu meistern, jedoch bin ich ja in Therapie, somit in etwa einem halbem Jahr allem gewachsen. Nur solange wartet er nicht, glaubt nicht dran. Einmal irre, immer irre.

    Bin fast am Ende meine Lieben...

    Wenn ich den Job verliere ist gerader Absturz in Privatinsolvenz und Harz4 garantiert... Mit dem Job kann ich das alles abfangen. Vielleicht kann mir einer hier helfen... Ich brauche nen Job ab 01.12.13 mit 1800 Euro brutto, egal wo in Deutschland, egal was, ich mache alles. Qualifikationen habe ich (Anfrage). Und nicht nur deshalb schreibe ich hier. Im November habe ich eine Therapie für mein ADHS, "offener Vollzug". Danach sollte ich ein etwas anderer Mensch sein...

    Liebe Grüße
    Xyrx

    Ich kenne es genauso. Ich habe meinen letzten Chef erzählt, das ich ADHS habe beim Bewerbungsgespräch. Danach wurde ich schon nach der ersten Woche angemault , obwohl ich nichts wirklich falsch gemacht hatte. Nach vier Wochen war es dann soweit und ich wurde gekündigt. Mit 12-14 Stunden am Tag habe ich gearbeitet. Aber letztendlich wurde ich raus geschmissen obwohl mir einiges Versprochen wurde. Wie z.B. ein Halbes Jahr einarbeiten und Ich bekomme immer Unterstützung wenn ich Hilfe gebrauchen könnte. Sicherlich habe ich Fehler gemacht, aber nicht mehr als Andere.

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb...

    Tindurandir schreibt:
    Bei einer verhaltensbedingten Kündigung hast Du im Standardfall eine 12 wöchige Sperrfrist beim Arbeitslosengeld.
    Hoppla, da kann man ja Angst kriegen.

    Nee nee, so kann das nicht gehen *aufmüpfig guck*
    Das stimmt zwar, was Du sagst.
    (edit: Herzlich willkommen auch hier im Forum!)

    Aber 1. würde ich versuchen zu erklären, wie's wirklich kam - Outing>Loswerdenwollen - und mich im Zweifelsfall an den Kreis wenden, wenn es vom Sachbearbeiter/in nicht akzeptiert wird.
    2. Was denn jetzt - krank oder nicht?
    Im Rahmen der kompletten Erklärung: Wäre eine Krankmeldung erfolgt, wäre wegen Krankheit gekündigt worden.
    Heißt ADHS = Krankheit, heißt: Fehlverhalten = krankheitsbedingt.

    Ich vermute mal, ein Fehlverhalten für eine Sperre muss da schon anders aussehen als "krankheitsbedingtes" Unvermögen.

    Nur um den Horror dieser nächsten Hiobsbotschaft zu entschärfen, so korrekt sie ansonsten auch sein mag.
    Und in der einstweilen sturen Hoffnung, der Weg zum Arbeitsamt möge sich irgendwie erübrigen.

    (Langsam komme ich hier zu der Überzeugung, man sollte sich einem Chef gegenüber niemals outen, es sei denn, man kennt ihn persönlich - sofern man keinen Behindertenstatus hat, natürlich. Dann lieber einen undurchsichtigen "Sockenschuss" haben, als dem fatalen Trugschluss zu erliegen, man könnte sowas wie Verständnis erwarten.)

  7. #17
    pero

    Gast

    AW: Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb...

    Wenn Du dich krankmeldest kann man dir nicht fristlos Kündigen. Der AG müsste zunächst belegen das Du nicht krank bist, der blosse Verdacht reicht dafür nicht aus.
    Aber er kann Dir dann natürlich krankheitsbedingt fristgemäß kündigen. Damit gibt's keine Probleme bei der Agentur für Arbeit.

    Mir fallen bei Deinem Beitrag 2 Dinge aus.
    Zum einen bist Du offenbar mit der Tätigkeit überfordert, vielleicht wegen ADHS, vielleicht wegen unrealistischen Erwartungen Deines AG, das kann ich nicht beurteilen. Aber ich kann Dir ziemlich sicher vorhersagen das es nur eine Frage der Zeit ist bis dich diese Tätigkeit in einem kompletten Zusammenbruch führt.

    Das andere ist, dass ich nichts gefunden haben ob Du in therapeutischer oder medizinischer Behandlung bist. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen das z.b. Medikamente einige Probleme deutlich reduzieren können. Sie lösen nicht alle Probleme, aber sie schaffen Raum und Zeit dafür.

    Ein wesentliches Problem bei drohendem Burnout ist das man als Betroffener die wirklichen Ursachen nicht mehr erkennen kann. Auch das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Ich war mir sicher die Probleme kommen von aussen, aber es war so das ich selbst (oder besser mein ADHS) die Ursache der Probleme war. Ich machte immer mehr Fehler und das führte zu Mehrarbeit. Nicht die Anforderungen waren gestiegen, sondern meine Leistungsfähigkeit war drastisch gesunken. Um das zu erkennen braucht man Unterstützung, Abstand und Zeit.

    Da Dein AG vom ADHS weiss würde ich Dir eher eine offensive Taktik empfehlen. Suche Dir Hilfe (Arzt UND Therapeut). Sprich darüber mit dem AG. Zeige das du an den Problemen arbeiten möchtest. Damit kannst Du nur gewinnen. Offenbar stehst du ohnehin kurz vor dem Rausschmiss oder einem klassischem Burnout, hast also wirklich nichts zu verlieren.
    In dieser Situation nützt dir auch ein 1A Zeugnis nichts. Du stehst am Rande einer Klippe und das bemerken auch zukünftige AG früher oder später. Du würdest nur von einem brennenden Hamsterrad zum nächsten wechseln. Es ist an der Zeit das Feuer zu bekämpfen!!!

    Ich war an dem Punkt mit 49. Mein AG sagte mir da: So geht es nicht weiter, aber ich konnte "Ich weiss, ich suche bereits Hilfe" Antworten.
    Ist jetzt 2 Jahre her. Ich bin noch immer nicht da wo ich hin möchte, aber ich bin nicht mehr in dem brennenden Hamsterrad.
    Aus meiner Erfahrung rate ich jedem zu versuchen aktiv zu bleiben, nicht treiben lassen. Es ist für das Selbstbewusstsein besser auch in sehr rauhem Wasser am Ruder zu stehen. Das kostet viel Kraft, ist aber besser als Hilflosigkeit, die zerstört nachhaltig jedes Selbstbewusstsein.

    (Langsam komme ich hier zu der Überzeugung, man sollte sich einem Chef gegenüber niemals outen, es sei denn, man kennt ihn persönlich - sofern man keinen Behindertenstatus hat, natürlich. Dann lieber einen undurchsichtigen "Sockenschuss" haben, als dem fatalen Trugschluss zu erliegen, man könnte sowas wie Verständnis erwarten.)
    Es nützt nix wegen einem "Sockenschuss" zu fliegen, dann würde ich eher sagen: Ich weiss was es ist und ich arbeite daran. Es ist nur wenig wahrscheinlich Verständnis zu bekommen. Da würde ich Dir zustimmen.

    Heißt ADHS = Krankheit, heißt: Fehlverhalten = krankheitsbedingt.
    NEIN. Fehlverhalten liegt in persönlicher Verantwortung. Daher kann man wegen ADHS-typischer Verhaltensweisen nur krankheitsbedingt gekündigt werden, muss das aber ggf. übers Arbeitsgericht feststellen lassen. Das was der AG will ist nicht immer rechtmässig.

    LG
    pero
    Geändert von pero (30.09.2013 um 11:53 Uhr) Grund: Zusatz

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb...

    Hallo Pero,

    brennendes Hamsterrad gefällt mir

    bringt es auf den Punkt

    Mir fällt es nach 30 Jahren und ziemlich verbrannter Füsse(vom brennenden Rad) immer schwerer ,jedemal die Kraft zu finden wieder anzufangen.

    Aber irgendwas treibt einen dann doch wieder raus.

  9. #19
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 142

    AW: Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb...

    Zum Punkt Fachanwalt und Kosten, die man evtl nicht stemmen kann, möchte ich kurz den Begriff "Beratungshilfeschein" in den Raum werfen.
    Beratungshilfe: kostenlose Rechtshilfe mit dem Beratungshilfeschein | akademie.de

    Habe sowas selbst schon mal in Anspruch nehmen müssen. Musste dann noch mit Prozesskostenhilfe klagen. Am Ende hab ich gewonnen und die Gegenseite darf das nun alles zahlen.

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb...

    Wie lange hast du denn dort bisher gearbeitet?

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