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Diskutiere im Thema Dinge lernen, die man nicht lernen will im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    NorthLight

    Gast

    Dinge lernen, die man nicht lernen will

    Hey!

    Bei mir ist das wirklich ganz krass willensabhängig, ob ich etwas behalte oder es nur an mir vorbeirauscht. Wenn ich in etwas keinen Sinn sehe, krieg ich Aggressionen, Wutausbrüche, Dissoziationen.... das volle Programm Da ist mir kaum beizukommen.
    Manchmal gehts, wenn ich mir quasi ne gaaaaanz große Belohnung verspreche und mir damit den Sinn selber bastel, aber das hält auch nicht lange an. Leider gibts ja in jedem Studienfach Sachen, die einem absolut nicht gefallen, auch wenn man sonst zufrieden ist. Mein Kopf ist da extrem stur, ich komme da kaum gegen an.

    Wie macht ihr das mit der Lernerei im Studium/Ausbildung, wenn euch etwas so überhaupt gar nicht interessiert?

    Ich hab in meinem ganzen Leben kaum gelernt..... außer Sachen, die mich von vornherein interessiert haben. Viel konnte ich mir auch aus dem Unterricht merken, aber da überschätze ich mich bis heute selbst *hüstel* aber im Studium geht das halt auf Dauer auch nicht.

    Liebe Grüße!

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Dinge lernen, die man nicht lernen will

    Hallo NorthLight,

    driven by emotions - von Gefühlen angetrieben ist das schnelle Belohnungssystem, dass Dopamin für deine Merkfähigkeit freisetzt.

    Dann funktioniert es mit dem Lernen !

    ...schau mal bei BR-Online Geist u. Gehirn z.B. unter Staffel 8 - Wie lernt man am besten?

    newpix

  3. #3
    TTS


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 235

    AW: Dinge lernen, die man nicht lernen will

    Jap. Willensabhängig, Logicabhängig, Sinnesabhängig, Gefühlsabhängig.
    Hallo NorthLight.
    Lernen ist (war) für mich eigendlich kein Problem. Momentan ist es anders, aber anderes Thema.
    Wenn mich etwas interessiert, dann bin ich automatisch wissbegierig und will alles darüber lernen. So bald jedoch die Informationen ausgeschöpft sind oder es nur noch monoton weiter geht, wird es langweilig.
    Wenn mich etwas nicht interessiert, es (aus meiner Sicht) falsch oder/und umständlich ist, oder es mir unlogisch erscheint oder sogar ist, ist es eher eine Qual.
    Muss/soll ich es dennoch so machen/lernen, bekomme ich Kopfschmerzen bis hin zur Migräne. (Da ist dein "sturer Kopf" schon eine gute Metapher)
    Ein Beispiel sind Programmiersprachen. Da gib es für mich logische (also einfach zu lernende) und unlogische (die lerne ich nie).

  4. #4
    NorthLight

    Gast

    AW: Dinge lernen, die man nicht lernen will

    Danke für den Tip, newpix! Ich werds mir ansehen.

    TTS: Genau das, einfach eine Qual. Und ich kann kaum was dagegen tun, nur die Umstände (Umgebung, Uhrzeit etc) so passend wie möglich machen und hoffen, dass meine Stimmung mitspielt.
    Leider ist es so, je mehr ich mir bewusst mache, dass ich das eben lernen MUSS (weil Prüfung in dem Fall), desto schlimmer wirds. Andererseits kann ich mich aber auch nicht dazu bringen, mich für den Stoff zu interessieren. Wie löst du denn das Problem mit den Kopfschmerzen?
    Ich muss dann aufhören und es akzeptieren, dass es an dem Tag nicht geht, anders gehts nicht.

  5. #5
    TTS


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 235

    AW: Dinge lernen, die man nicht lernen will

    NorthLight schreibt:
    Andererseits kann ich mich aber auch nicht dazu bringen, mich für den Stoff zu interessieren. Wie löst du denn das Problem mit den Kopfschmerzen?
    Ich muss dann aufhören und es akzeptieren, dass es an dem Tag nicht geht, anders gehts nicht.
    Wenn mich ein Stoff nicht interessiert, dann lasse ich es. Es gibt für mich keine andere Möglichkeit. Wenn ich gezwungen werde diese Stoff zu lerrnen, dann mache ich (unbewusst) ganz dicht.
    Die Kopfschmerzen sind ein indikator. Ich bewege mich dann in dem Bereich zwischen "gerade noch erträglich" und "absolute Blockade". Wenn ich dann nicht "weg komme" und es dann Migräne wird, ist es sowieso vorbei.
    Die Kopfschmerzen kriege ich mit Schmerztabletten weg (im äußersten Notfall) aber besser noch mit einer Beschäftigung die mich interessiert. Also ner beruhigenden Arbeit. Oder ich gehe mal "flüchten" (irgend wo aufs Dach und ein bischen mitm Handy surfen, oder nach draußen, Gelände inspizieren).
    Geändert von TTS (10.09.2013 um 12:47 Uhr)

  6. #6
    NorthLight

    Gast

    AW: Dinge lernen, die man nicht lernen will

    Es beruhigt mich zu lesen, dass es nicht nur mir so geht. Ich hatte mich immer für besonders stur und ganz oft auch für faul gehalten... Weil ich mich nicht zusammenreißen kann, wie so viele andere.
    Bei mir ist eher die Wut ein Indikator, also ich werde dann zunächst immer aggressiver innerlich und das geht dann entweder in einen Bewegungsdrang über, der mich irre macht, oder aber in Dissoziationen. Kommt selten vor, dass ich die Wut rauslassen kann.
    Sobald ich was mache, was ich gerne tue oder was mich beruhigt, ist es wie bei dir, TTS, nach einer Weile verschwindet der "Spuk".

    Vielleicht mache ich mir da selbst das Leben schwer, aber wenn man sein ganzes Leben lang vorgehalten bekommt, dass man "das nun mal lernen muss", zweifelt man sehr an sich selbst, wenn man es eben nicht kann. Außerdem nervt es mich zu Tode, dass ich ja weiß, ich könnte die Prüfung auch ganz ansehnlich bestehen, schaffe aber in der Realität gerade mal so die Note zum Bestehen. Wenn überhaupt.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 82

    AW: Dinge lernen, die man nicht lernen will

    Für mich eines der schmerzhaftesten Teile bei ADHS: Keine Kontrolle haben.
    Im Bezug zum Thema des Threads: Keine Kontrolle über die Interessen.
    Hier muss ganz klar ein wichtiger Strich gezogen werden zwischen "ADHS" und "Faul";
    der Faule geniesst das Nichtstun - der Adhs'ler leidet darunter.

    Ich habe gemerkt, dass ich mir Lernen nicht wirklich erzwingen kann.
    Ich habe keine andere Wahl, als einen persönlichen Bezug zu suchen.
    Ich brauche keine Disziplin oder eine Überwindung des inneren Schweinehundes - oder was einem sonst noch alles vorgeworfen wird.
    Entweder lerne ich zB mit Freude über ein Thema, oder ich gehe (vorallem langfristig) kaputt daran.

    Wichtig ist dabei, dass ich mir bewusst sein muss, nicht im Mangel der erforderdeten Intelligenz zu sein.
    So kann ich wissen, während ich versuche eine Motivation bzgl. einem Fach aufzubauen, dass ich etwas MÖGLICHES anstrebe.
    Ein regelmässiger und jeweils klarer (handfester/sichtbarer) Beweis hierfür ist umso wichtiger.
    Dabei spielt ebenfalls die etwas paradoxe Erkentnis, dass man sich trotz ADHS eben DOCH auch konzentrieren kann - jedoch nur unter vielen mühsamen Voraussetzungen -, eine ebenso relevante Rolle.

    Lernen kann Spass machen. Aber für ADHS'ler >>MUSS<< lernen Spass machen, ansonsten geht da nix!
    Ich war NOCH NIE zu faul zum lernen.
    20x am Tag fällt mir irgend ein Begriff oder Stichwort in den Kopf, der irgend eine interesse oder Frage in mir weckt und mich dazu verleitet, dass ich unverzüglich zu meinem Handy greife und für die nächsten paar Minuten in einem Wikipediaartikel versunken bin.
    Diese übergrosse Interesse im seeehr breiten Winkel scheint für mich eine der wichtigsten Überlebensstrategien zu sein im Leben eines adhs'lers.
    Doch um hier nicht mehr abzuschweifen, komm ich nochmals auf den folgenden Satz zurück:
    ich war noch nie zu faul zum lernen.
    Im Gegenteil: ich bin ständig bereit und motiviert zum lernen...AAAABER: nur insofern die Motivation für eine bestimme Sache richtig gesetzt ist in mir. (Dazu gibts irgendwo einen sehr interessanten Artikel in einem Blog).
    Denn leider muss ich also sagen: ich war noch nie fähig, meine Motivation im Gehirn zu lenken!

    Adhs. Dopamin. Dopamin ist für adhs'ler wichtiger als die Luft zum leben.

    Was genau meine ich jetzt aber?
    Ich versuche mich mit verschiedenen Strategien näher an ein Thema, welches zu lernen ist, zu lenken.
    Der gewünschte "Zustand" wird wohl erreicht, wenn ich eine gewisse (emotionale?) Beziehung aufbauen kann.

    Hätte ich heute noch Chemie in der Schule... ich würde mit so krasser Motivation lernen! Super gerne alle Hausaufgaben machen.
    Oder meine Berufsbezogenen Fächer: ich beginne einfach zuhause frei nach Lust und Laune zu programmieren. Learning by selbst ausprobieren und toll finden.


    Nun gibts dann aber Fächer, zu denen ich mich nur mit einer Möglichkeit motivieren kann: mit Erfolg.
    Bestes Beispiel: Mathematik.
    Ich hasste es schon immer, ich hasse es heute, und ich werde es auch morgen hassen.
    Doch selbst da gelingt es mir manchmal, in einen "Lernflow" zu fallen.
    Und zwar mit dem oben genanntem Erfolg.

    Als Beispiel: vor paar Wochen in der Berufsschule, als gerade die letzte Stunde des Tages (Mathe) begann, und wir grad mit einem neuen Thema starteten, dachte ich mir:
    "Hm.. komm, ich versuch jetzt einfach mal die erste Aufgabe."

    mhm... okaay... ja... *Rumtippen aufm Taschenrechner* ... Formel... mhm...
    so, fertig.
    junge, wenn das Ergebnis stimmt, löse ich die nächste Aufgabe auch!
    ... ich wende mich also zu meinem Banknachbar, welcher leider noch am rechnen war. auch sonst schien grad noch keiner die erste Lösung zu haben. Also wartete ich noch ungeduldig und fragte dann, was die anderen als Ergebnis bekommen haben bei der erwähnten Aufgabe.
    ... Ich erfahre das Ergebnis, schaue auf meins, und sehe: "Oh mein Gott, es ist richtig! schau, ich habs allein gerechnet ich schwöre! schau ich habs! boah, los gleich nächste Aufgabe lösen."

    - Wieder das gleiche Spiel, und bei der 3. Aufgabe schien mein Ergebnis wieder richtig!
    .. Ich fühle mich in solchen Situationen wie der König der Welt.
    Auch wenn ich zuhause bin und eine schwierige Aufgabe endlich hinkriege, gönne ich es mir jedesmal kurz aufzustehen, den Arm in die Luft zu strecken und mir im Spiegel zu sagen: "Wer ist der King? w..wer? w.. ah hey, das bin ja ich! wuuhuu".


    wenn ich mal drin bin, dann geht das lernen ganz gut.
    doch leider kann die Motivation auch sehr schnell innerhalb von Sekunden umschalten...
    wenn dies nach 2 Stunden lernen plötzlich kommt, ist das egal.
    aber wenns nach 20 Sekunden schon so ist ..hmm

    so, ich beende hier mein Schreiben.
    wahrscheinlich habe ich wie zu oft wirr assoziiert und halbe Weltgeschichten vorgetragen.
    Aber ich lasse den Post trotzdem da. vielleicht weckt das ja bei irgendwem gerade eine kleine Dopaminzelle im Köpfchen und bescherrt einen Augenblick Wohlgefühl

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Dinge lernen, die man nicht lernen will

    Hey du sprichst mir total aus der Seele, ich glaube ich habe genau dein leben gelebt.
    Für mich ist es auch absolut sonderbar nach dem erfahren von ADS das es so viele ADS.- ler gibt die so unheimlich viel an Gemeinsamkeiten haben.
    Ich drücke dir ganz kräftig die Daumen das du ein gutes Durchhaltevermögen hast, gerade in der Berufsschule ist es manchmal echt schwierig, ging mit genauso bei Mathe.
    Du hast den Vorteil das du weist das du AD(H)S hast, das lässt die Verzweiflungskomponente etwas abflauen. Also Kopf hoch und durch.

    Lg, Soulside

  9. #9
    NorthLight

    Gast

    AW: Dinge lernen, die man nicht lernen will

    headphone: also wenn das ein wirrer Beitrag ist, sind meine Gedanken mindestens genauso wirr - deshalb ist es am Ende wieder logisch
    Mir gehts da genauso wie dir. Wenn mich was interessiert, kann ich da wirklich lang recherchieren und das mit einer detailverliebten Genauigkeit verfolgen, das würde man mir nicht zutrauen ^^
    Auch in der Sache mit dem Erfolg erkenne ich mich wieder. Das war wahrscheinlich der Grund, warum es bei mir in Mathe nie zu irgendwas gereicht hat: null Erfolgserlebnisse. Mathematiker sprechen einfach nicht meine Sprache *g*

    soulside: Ja, es ist schon komisch wie viel man gemeinsam haben kann, obwohl es ja eigentlich nur eine "Krankheit" ist.... Ich bin keine typische ADHS-Persönlichkeit, das muss ich sagen, nur im Bezug auf Lernen und Konzentration scheine ich wohl echt so zu ticken wie viele ADHS'ler.
    Ich weiß von ADHS, aber ich hab keine Diagnose. Ich war einmal zur Diagnostik und die meinten, ich habs nicht. Jetzt stehe ich ein wenig ratlos herum und weiß nicht, wohin mit meinen Konzentrationsproblemen
    Aber Kopf hoch kann nie schaden! ^^ Ich hab meinen Stolz und weiß, dass ich es irgendwie hinkriege.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 82

    AW: Dinge lernen, die man nicht lernen will

    Danke euch

    Ja, es ist immer wieder erstaunlich, wie man sich in viele Muster von anderen adhs'lern wiederfindet
    und irgendwie auch etwas stärkend...

    Gerade jetzt sollte ich mich irgendwie überwinden zum lernen... aber ich kann nicht :/
    und ich leide darunter.
    am liebsten hätte ich's, wenns mir scheissegal wäre.
    leider ist's mir nicht egal.
    ich sag nicht "scheiss auf lernen" und geh dann zocken.
    sondern versuche verkrampft mich irgenwie zu überwinden.


    Doch von aussen her sieht's leider bei beiden gleich aus!
    Der faule Typ und der Adhsler. haben. beide. nicht. gelernt.
    Obwohl beide Zeit hatten dafür.

    Adhs-Leben; sich immer und immer wieder Mühe geben, doch keiner schätzt es jemals.

    dabei sind wir adhs'ler Kämpfer! wir sind überdurchschnittlich hoch motiviert!
    Viel motivierter als der Rest.

    Denn wenn man bedenkt, welche Scheisse man Tag - für - Tag durchmacht...
    Ich hab mich durch verschissenste Lagen durchgekämpft (mehrere Male im Endstadium der Depression).
    dadurch mehrmals in der Klinik gehaust, und dementsprechend Ausfälle von mehreren Monaten hatte in der Schule und der aktuellen Ausbildung.
    trotzdem stehe ich noch hier, wurde weder von der Schule geworfen, noch musste ich die Lehre abbrechen - alles konnte irgendwie geregelt werden (meine Eltern und meine Psychiaterin haben sich immer sehr für mich ins Zeug gelegt).

    Wenn ich nun z.B. diese bescheuerte Prüfung versaue... und jemand kommt mir mit: "Du hättest eben mehr lernen sollen! Statt faul rumzuliegen und nichts zu tun! Du bist unmotiviert!"

    - ich find grad keinen passenden Smiley... aber stellt euch hier an dieser Stellen
    den Smiley "Renn lieber weg... solange du... noch kannst..." vor.

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