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  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    Freiberufliche Tätigkeit in Vollzeit - ist das realisierbar?

    Ich habe vor ca. 2 Jahren schon mal einen Thread mit diesem Thema eröffnet, der inzwischen geschlossen ist. Irgendwie lässt mich das Ganze immer noch nicht los. Ich bin immer noch Sekretärin bei einer Zeitarbeitsfirma, Übernahmechancen sind momentan wegen der Krise im Großkonzern gleich null. Bei anderen Firmen komme ich auch nicht unter. Es nervt mich, tagtäglich mit Mainstream-Leuten zu tun haben, die ganz anders ticken als ich. Und es nervt mich, dass ich derzeit 1 Std. 45 Minuten in eine Richtung mit den Öffentlichen zur Arbeit fahren muss. Diese Zeit könnte ich weitaus sinnvoller nutzen.

    Andererseits habe ich einen tollen Nebenjob als freie Autorin/Texterin. Meine Kunden sind mit meiner Arbeit sehr zufrieden, ich habe mich in den letzten 2,5 Jahren stark weiterentwickelt und so einige Gehaltserhöhungen bekommen. Mein Verdienst wird immer besser, und der Spaß an der Arbeit geht nicht verloren. Aber ich weiß auch, dass freiberufliche Vollzeitjobs nicht einfach sind und möchte mich nicht in etwas reinstürzen, was mich in große Schwierigkeiten bringen könnte.

    Natürlich habe ich mir schon einige Informationen auf den entsprechenden Websites durchgelesen und würde mich niemals unvorbereitet auf sowas einlassen. Gibt es hier im Forum ein paar Leute, die freiberuflich ihr tägliches Brot verdienen und davon gut leben können? Ich würde mich wirklich sehr über den einen oder anderen Erfahrungsbericht freuen .

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 340

    AW: Freiberufliche Tätigkeit in Vollzeit - ist das realisierbar?

    Ich hab auch ein paar Jahre freiberuflich gearbeitet.

    Und zwar als Tänzer u auch Tanzpädagoge. Da dies eine Tätigkeit im künstlerischen Bereich ist, hatte ich den Anspruch über die Künstlersozialkasse versichert zu werden.

    Die zahlt dann quasi den Arbeitgeberanteil von Krankenkasse u. Rentenversicherung. Dabei steht es frei, ob Du Dich privat oder gesetzlich versicherst. Du bist ja in selbständiger Tätigkeit.

    Ist ja schon etwas her, aber Texter fallen auch darunter, meine ich.

    Das Hauptkriterium, um dort "genommen" zu werden, ist neben der künstlerischen Tätigkeit, ob Du Deine Arbeitszeit frei bestimmen kannst. Es geht also nicht, wenn der Auftraggeber Dir feste Arbeitszeiten vorgibt.

    Meine Erfahrung ist, mit der Künstlersozialkasse im Rücken, ist es gut möglich hauptberuflich frei zu arbeiten.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Freiberufliche Tätigkeit in Vollzeit - ist das realisierbar?

    Hallo andicool,

    danke für deine Rückmeldung. Gerade solche Themen wie Krankenkasse, Rentenversicherung, etc. halte ich für sehr wichtig und möchte mich ausgiebig darüber informieren, bevor ich das Risiko eingehe. Von dieser Künstlersozialkasse lese ich jetzt zum ersten Mal. Muss mal nachschauen, ob ich überhaupt bei denen versichert sein könnte.

    Nun ja, ganz frei kann ich meine Arbeitszeit auch nicht immer bestimmen. Bevor ich einen Text annehme, sehe ich mir die Deadline an. Wenn der Text zu einer bestimmten Uhrzeit fertig sein muss, dann ist das eben so. Wenn ich zeitlich verfügbar bin, dann nehme ich den Auftrag an und sonst nicht. Mir macht es übrigens nichts aus, am Wochenende und an Feiertagen zu arbeiten. Das mache ich sowieso fast immer, wenn ich zu Hause bin. Geht nicht anders, wenn man einen so zeitaufwändigen Bürojob hat und täglich so lange in den Öffentlichen sitzt.

    Das nervt mich zur Zeit wirklich sehr. Die 3,5 Stunden in den Öffentlichen (und zwar nur, wenn alles pünktlich fährt... bei Verspätungen verliere ich noch mehr Zeit) sind für mich echt kostbar. Ich kann in dieser Zeit weder fürs Fernstudium lernen noch sonstwas Sinnvolles machen, weil die Züge immer voll sind (selbst jetzt in den Sommerferien) und ich mich bei der Lautstärke nicht konzentrieren kann. Außerdem sitze ich täglich ca. 50 Minuten in S-Bahnen ohne Klimaanlage. Nach der Arbeit bin ich völlig kaputt. Zeitarbeit geht für mich in Ordnung, solange sich die Fahrzeit und der Bürostress in Grenzen halten. Dummerweise habe ich jetzt einen Job mit langer Fahrzeit und viel Stress erwischt, und ich habe keine Lust mehr, täglich um die 13-14 Stunden außer Haus zu sein.

    Und dann noch die Situation hier im Großraumbüro. Die Leute sind sehr nett, aber eine Abteilung mit inzwischen 155 Personen ist mir echt zu groß (ist auch nicht Standard bei uns, sondern ein Extremfall). Dauernd kommt jemand zu mir, ständig werde ich angesprochen, ich bekomme massenweise Mails, und mein Telefon klingelt auch immer wieder... ich werde häufig unterbrochen, und das nervt mich.Ganz schlimm finde ich es, wenn ich die wichtigsten Aufgaben mit hoher Prio erledigt habe, unwichtigere Dinge liegen bleiben und die Leute x-mal nachfragen, wann das gemacht wird, was damit ist, warum ich das noch nicht gemacht habe, etc. Als ob die Welt untergeht, wenn ein neuer Mitarbeiter 2-3 Tage auf sein Namensschild warten muss.

    Ich habe keinen Bock auf täglich 10 Stunden Hektik, wenn ich so viel Zeit für die Fahrerei verliere. Aber bei der Zeitarbeit hast du keine Chance, wenn es nach dem Ende eines Einsatzes nur diesen einen Auftrag gibt. Als ich noch bei meinen Eltern lebte und weniger Pflichten hatte, war die Fahrerei für mich okay. Jetzt kann und will ich das nicht mehr.

    LG
    WeißeRose

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 69

    AW: Freiberufliche Tätigkeit in Vollzeit - ist das realisierbar?

    Hey WeßeRose,
    kann ich sehr gut nachvollziehen, den Gedanken mich selbstständig zu machen hatte ich auch schon häufiger. Wie steigt man denn in einen solchen Nebenjob ein? Was hällst du von Textbörsen wie Textbroker? Ist das ein guter Einstieg oder Ausbeutung?

    Es ist natürlich ein großer Schritt sich komplett selbstständig zu machen, aber wenn es das ist, was du willst, dann los? Wie versträgt sich den Selbstständigkeit mit ADS bei dir? Kannst du einen kompletten Tag alleine und zu Hause arbeiten ohne ab zu driften?

    Ich glaube Künstlerkrankenkasse und die Versicherung von Selbstständigen ist nicht das Selbe.

    beste Grüße,
    Stefan
    Geändert von stefang ( 6.08.2013 um 17:17 Uhr)

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 340

    AW: Freiberufliche Tätigkeit in Vollzeit - ist das realisierbar?

    Es gibt keine Künstlerkrankenkasse.

    Es gibt die Künstlersozialkasse. Und diese tritt bei freiberuflichen Künstlern quasi für den Arbeitgeberanteil (den es ja nicht gibt) ein.

    Darauf hat jeder selbständige Künstler Anspruch.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Freiberufliche Tätigkeit in Vollzeit - ist das realisierbar?

    @stefang: Ich habe mit Textbroker ausschließlich positive Erfahrungen gemacht und bin sehr zufrieden. Deine Frage in Bezug auf mein Verhalten zu Hause finde ich gut. Um ehrlich zu sein wird es mir schwer fallen, mich durchgehend auf die Arbeit zu konzentrieren, wenn ich alleine zu Hause bin. Im Büro kommt es immer auf den Job und die Leute an, ob es klappt oder nicht. Momentan ist bei uns die Hölle los, wir haben Mitte der Woche erfahren, dass unser kompletter Bereich zum 01.09. komplett umstrukturiert wird. Das wird knochenharte Arbeit. Ich werde innerhalb des Bereichs den Job wechseln müssen und kann mich nicht einmal richtig drauf vorbereiten, weil ich Anfang/Mitte September meinen Jahresurlaub geplant habe.

    @Andicool: Danke für die Info.

    Es gab schon mehrere Stellen, die ich als Leasingkraft hatte und die für mich passend gewesen wären. Ich bin mit vielen Menschen und Tätigkeiten bestens zurecht gekommen. Nur leider waren diese Stellen nicht frei, also längere Krankheitsvertretungen oder Überbrückungsstellen, weil bereits jemand fest eingestellt wurde und aus diversen Gründen nicht sofort die neue Stelle antreten konnte. Sollte ich irgendwo neu als fest angestellte Mitarbeiterin anfangen, stehen die Chancen auf Erfolg 50:50 - entweder es funktioniert oder nicht.

    Bisher war ich in 2 Firmen fest angestellt, beides jeweils nur für 1 Jahr. Die erste Firma war ein Kleinunternehmen. Mit der Arbeit hatte ich keine Probleme, ich war eher unterfordert. Klar würde ich das nicht bis zum Ruhestand durchziehen, schließlich möchte ich immer mal wieder etwas dazulernen. Aber ich wäre zumindest einige Jahre in dieser Firma geblieben, wenn die Rahmenbedingungen gestimmt hätten. Die Geschäftsleitung machte ständig Psychoterror der übelsten Sorte, die Angestellten waren psychisch völlig am Ende. Wir hatten jeden Tag große Angst, dass es unser letzter Arbeitstag dort sein konnte und waren dauernd subtil irgendwelchen Kündigungsdrohungen ausgesetzt. Mittlerweile wurden ein paar Leute entlassen, die 15-20 Jahre in dem Laden gearbeitet und ihn quasi aufgebaut hatten - wegen irgendwelcher Kleinigkeiten. Diese emotionale Erpressung hat mich so sehr belastet, dass ich nachts kaum noch schlafen konnte.

    Nach knapp einem Jahr bekam ich ein Angebot von einem mittelständischen Unternehmen und kündigte in der Kleinfirma. Leider ging es mir am neuen Arbeitsplatz nicht besser. Ich hatte mit dieser Art von Tätigkeit so gut wie keine Erfahrung und ging davon aus, ich würde ausreichend Zeit für eine ordentliche Einarbeitung bekommen. Die Kollegen hatten diese Zeit aber nicht, weil bei uns extrem viel zu tun war. Ich musste mir vieles selbst beibringen und verstand so einiges nicht, machte Fehler, und die Leute reagierten schon nach kurzer Zeit nur noch gereizt auf mich. Ich war öfters 60-70 Stunden pro Woche im Büro bei einer Bezahlung, die kaum höher war als bei der Zeitarbeit. Während die Chefs in der Kleinfirma mit meinen Leistungen sehr zufrieden waren, konnte ich in diesem Unternehmen kaum jemandem etwas Recht machen und wurde ständig erniedrigt. Dass mein befristeter Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde, stand schon nach wenigen Wochen fest.

    Einerseits möchte ich gerne wieder eine Festanstellung. Auf der anderen Seite habe ich Angst, dass es wieder Probleme gibt und ich um meinen Job zittern muss. Im Großkonzern muss man sich für eine Kündigung schon einiges leisten, z. B. Diebstahl, Herunterladen von Pornos aus dem Internet, etc.

    Ein weiterer Grund für die Überlegung bzgl. Selbständigkeit bzw. einem anderen Job ist mein Wunsch, diese Umgebung hier zu verlassen. Tatsache ist: Ich habe hier so gut wie keine Freunde. Eigentlich wohnt nur eine Freundin hier im Umkreis, ca. 20 km entfernt. Sie hat aber selten Zeit für ein Treffen, weil ihr Partner in 4 Schichten arbeitet und die Beiden ihre eh schon knappe gemeinsame Freizeit weitestgehend miteinander genießen möchten. Außerdem hat der Mann 2 Kinder aus seiner geschiedenen Ehe, die häufig bei ihm und meiner Freundin zu Besuch sind. Seit Jahren versuche ich, mehr Kontakte in meiner unmittelbaren Nähe zu finden, aber es gelingt mir nicht.

    Ich habe ein paar Freunde und viele nette Bekanntschaften in anderen Regionen des Landes. Wenn wir uns mal sehen, dann verstehen wir uns blendend und verbringen eine tolle Zeit miteinander. Nur leider sehen wir uns ausschließlich auf Konzerten und Festivals. Die letzten beiden Jahren gab es diesbezüglich eine ziemliche Flaute, so dass zwischen den Treffen meistens so 2-3 Monate vergingen, manchmal auch mehr... Das ist mir eindeutig zu wenig. Ich brauche nicht ständig Menschen um mich herum, kann auch problemlos das eine oder andere WE alleine verbringen, und unter der Woche mache ich wegen dem Stress im Job eh selten was. Am WE möchte ich aber wenigstens ab und zu mal die Möglichkeit für ein Treffen mit Gleichgesinnten haben, und das habe ich hier nicht. Die anderen Leute haben alle ihre gleichgesinnten Freunde in der Nähe und fragen keine Person, die 100-200 km entfernt wohnt, ob sie auch mal für einen Kneipenabend vorbeikommen möchte. Einige haben mir das so erklärt, dass sie sich dann zu einer Gegenleistung in Form eines Besuches bei mir verpflichtet fühlen würden und ihnen das zu stressig wäre.

    Vor einigen Jahren bin ich öfters mal übers WE mit den Öffentlichen Strecken von bis zu 500 km in eine Richtung gefahren, weil ich mehr Zeit mit Gleichgesinnten verbringen wollte. Irgendwann hat es mich genervt, dass immer nur ich Geld und Zeit investieren musste und die anderen Leute nicht dasselbe für mich tun wollten. Schließlich hatte ich auch beruflich hektische Phasen, so wie jetzt gerade. Die anderen wollten das nicht einsehen, sie hatten ja immer Freunde mit ähnlichen Interessen in der Nähe. Und deshalb wurde ich immer seltener in andere Regionen/Bundesländer eingeladen. Wenn meine Bekannten sich in Kneipen treffen, Geburtstage feiern, im Sommer grillen oder an den See fahren oder gemeinsam ins neue Jahr starten, sitze ich meistens alleine in meiner Bude oder bin bei meiner Familie.

    Ein neuer Job in einer anderen Umgebung oder die Selbständigkeit wären für mich eben auch Optionen, mein Privatleben mehr nach meinen Wünschen gestalten zu können. Momentan bin ich noch abhängig von den ganzen Konzerten und so... und wenn mal eins ausfällt (was derzeit leider öfters der Fall ist), muss ich damit rechnen, noch länger bis zum nächsten Treffen warten zu müssen. Wenn mehr Gleichgesinnte in der Nähe wohnen, bin ich nicht mehr von den Konzerten abhängig und kann auch mal am WE in eine Kneipe gehen, wenn ich Lust auf nette Gesellschaft habe. Außerdem bin ich überzeugt davon, dass ich in einer anderen Gegend auch bessere Chancen hätte, um nach über 7 Jahren Single-Leben einen Partner zu finden. Männer, die ihre Hobbys sehr intensiv pflegen, haben selten Bock auf ein näheres Kennenlernen über eine größere Entfernung. Und Männer ohne ausgefallene Hobbys interessieren mich nicht.
    Geändert von WeißeRose (10.08.2013 um 11:46 Uhr)

  7. #7
    salamander

    Gast

    AW: Freiberufliche Tätigkeit in Vollzeit - ist das realisierbar?

    frei arbeiten in vollzeit, geht schon. aber du mußt dir einen "weichen" übergang bauen.
    wenn du direkt in die freiberuflichkeit gehst, und keine finanziellen reserven hast, wird
    der existentielle druck sehr groß für dich. das kann sehr lähmend sein.

    du solltest dir auch davor darüber klar sein, ob du in der lage bist, dich täglich selbst
    zu motivieren und anzutreiben.

    du brauchst mehr als deine fachlichen kompetenzen, als autorin, du bist dann ja sozu-
    sagen eine one-woman-show.

    hast du dir gedanken gemacht, wie du aufträge akquirieren kannst, bist du der typ der
    das kann, ich sage dazu mal "klinkenputzen", dich immer wieder anbieten, dran bleiben
    und nicht den mut zu verlieren, wenn sich mittelfristig keine aufträge ergeben. hast du
    strategien für die akquise, genügen referenzprojekte mit denen du punkten kannst.

    hast du dir bereits ein netzwerk geschaffen, oder weißt du, wo dir ein netzwerk aufbauen
    kannst, mit kontakten die als freie für dich wichtig sind. bist du ein mensch, der diese
    pflegt, und immer wieder bei der stange bleibt.

    wie reagierst du in krisensituatioen? kritik an deiner arbeit, auftragsengpässe, finanzielle
    druststrecken, wie verhältst du dich da? bleibst du bei der stange? oder lähmt dich das?

    wie sieht es mit deinen selborganisatorischen fähigkeiten. die arbeit besteht ja aus mehr,
    als texte zu verfassen. hast du's im kreuz, auch die verwaltungsarbeiten, gleichberechtigt
    neben deiner arbeit als texterin zu manangen. angebote schreiben, buchhaltung, steuer-
    berater. bist du jemand der einen guten umgang mit zahlen/geld hat. also jemand der sich
    nicht selbst belügt, indem er sich was vormacht, was die eigenen zahlen angeht, wie z.b.
    mwst in deinen budget einrechnen, obwohl nur durchlaufender posten, steuer im kopf
    gleich vom umsatz abziehen, auch deine fixkosten, die wichtig sind, damit du weißt wo
    du stehst, wie du planen mußt?

    am besten ist es in solchen fällen, sich einen weichen übergang zu schaffen, um heraus-
    finden ob du wirklich ein typ bist, der frei arbeiten kann. also teilzeitstelle, die deine fix-
    kosten für wohnen und leben einigermaßen deckt, und so mit der freiberuflichkeit starten,
    und weiter ausbauen. damit kannst du für dich den druck herausnehmen, feststellen ob
    das für dich paßt, welche auslastung du erreichen kannst, und ob du davon alleine auch
    leben kannst.

    lg
    salamander

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Freiberufliche Tätigkeit in Vollzeit - ist das realisierbar?

    Hallo salamander,

    genau diese Punkte, die du hier aufführst, halten mich von einem spontanen Wechsel in die Selbständigkeit ab. Ich bin nicht der Typ Mensch, der sich unüberlegt in eine Sache stürzt. Leider habe ich keine finanziellen Reserven, weil ich bisher ausschließlich schlecht bezahlte Jobs hatte und in meinen 20ern leider ein wenig über meine Verhältnisse gelebt (also nicht gespart) habe. Die Pflege von Kundenkontakten ist weniger das Problem. Ich kann mich selbst anbieten und bekomme auch Angebote von den Kunden. Es fällt mir nicht schwer, bei der Stange zu bleiben.

    Vor Krisensituationen habe ich ehrlich gesagt Bammel. Wenn es zu großen finanziellen Engpässen kommen würde, hätte ich niemanden, der mit spontan mit geliehenem Geld aushelfen könnte. Mein Vater ist schon vor seiner Rente verstorben. Meine Mutter hatte immer nur schlechte bezahlte Putz- und Kochjobs in Teilzeit. Sie musste auch nach ihrer Rente noch arbeiten, weil ihr dieses Geld und die kleine Witwenrente nicht zum Leben gereicht haben. Seit ein paar Monaten ist sie krank geschrieben, mein Bruder und ich unterstützen sie finanziell. Mein Bruder hat zwar einen festen Job, aber die Bezahlung ist nicht sooo gut, wenn man bedenkt, dass er oft 7 Tage pro Woche gebraucht wird. Und einen Partner hatte ich schon ewig nicht mehr.

    Zahlen, Buchhaltung, Betriebswirtschaft, etc. sind absolut nicht mein Ding. Um ehrlich zu sein ist das der Hauptfaktor, warum ich so zögere und es nicht einfach mache. Ich hatte mir überlegt, jemanden für diese Tätigkeit einzustellen. Aber diese Person möchte sicher auch bezahlt werden, und ich weiß nicht ob sich das finanziell rentiert.

    Dein Vorschlag mit der Teilzeitstelle und ansonsten Selbständigkeit klingt nicht schlecht, das habe ich mir auch schon mehrmals überlegt. Aber ich habe in der letzten Zeit weder in Vollzeit noch in Teilzeit eine Festanstellung gefunden und frage mich, ob das nach so vielen Jahren Zeitarbeit überhaupt noch möglich ist, irgendwo fest unterzukommen. Ich möchte wirklich gerne weg von hier und denke, dass ich als Zeitarbeiterin auch woanders etwas finden würde... aber ist das nicht zu riskant? Ich kann das schlecht einschätzen.

    LG
    WeißeRose

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