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Diskutiere im Thema ADHS und Studium - Erfahrungen? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 12

    ADHS und Studium - Erfahrungen?

    Hallo ihr Lieben

    Ich musste mein letztes Studium wegen Konzentrationsschwierigkeiten in den Vorlesungen abbrechen. Unglücklicherweise habe ich allerdings auch BWL gewählt, wo der ganze Mathematik- Kram und Jura mein Interesse und somit meine Konzentration nicht gerade gefördert haben... Selbst wenn ich mir vorgenommen habe mich mal eine viertel Stunde zusammenzureißen und aufzupassen hats nie geklappt....

    Habe dann beschlossen mir etwas zu suchen was mich mehr interessiert und nicht so trocken ist! Ab nächsten März solls mit Psychologie los gehen und da ich mich da schon immer für interessiert hab und jetzt auch in dem Bereich arbeite hoffe ich, das klappt etwas besser...

    Ich bin gesamt ohne Medikation und hab auch ein bisschen Angst etwas zu nehmen weil ich nicht will, dass sich meine Persönlichkeit ändert und weil ich es mir so gar nicht vorstellen kann mich wirklich konzentrieren zu können. Das ist aber ist wie einem farbenblinden zu sagen er könne bald Farben sehen, der kann sich auch nix drunter vorstellen :-/

    Daher meine Frage: Was sind eure Erfahrungen mit Uni/Studium und dem Lernen in Dingen für die ihr wenig Interesse zeigt (bei ir z.B. Statistik)? Und ist evtl doch Medikation ratsam?

    Liebe Grüße aus dem Kopf-Chaos,

    Brildafrings

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: ADHS und Studium - Erfahrungen?

    Wenn's Dich interessiert, dann machen. Hab mich schnell spezialisiert, ohne es aktiv zu wollen. Auf der Zugfahrt am Sonntag in die erste Uniwoche hab ich ein Buch zum Thema gelesen, wo ich jetzt Fachidiot bin. Die kleine Bibliothek zum Thema ist gewachsen, das Pflichtzeug hab ich brav absolviert, zwar immer mit dem Willen, das beste rauszuholen, aber das gelang durchschnittlich. Vorlesungen war ich nur am Anfang regelmäßig; lesen u v.a. exzerpieren hat mir mehr gebracht, ist mehr hängen geblieben als in Vorlesungen. Meilenstein war, dass ich Hilfsmittel fand, die mir geholfen haben (Balabolka, Freeplane u. den C-Pen C-Pen - Digital Highlighter ) Vielleicht hätte MPH was gebracht? Weiß es nicht. Musste rückblickend aber auch nicht besser sein, als ich war: 2Spitzenfelder und dann halt Noten, wie sie kamen. Hab oft mehr richtig verstanden, als ich hingeschrieben hab u. das hinschreiben war mitunter in katastrophaler Schrift, leider. Unterm Strich war die Spezialisierung wichtig, weil es gegen Ende bei einem Prof. da drauf ankommt, sofern der wissenschafliche Weg in Frage kommt, wo es mehr Freiheiten gibt. Das war für mich das Motiv, warum ich viel arbeit reingesteckt hab, weil die ormale Stinoschine einfach nicht passt. Jeder meiner Freunde wusste das, alle merkten das und ich auch. Überall gut sein konnte ich wegen den Lernschwierigkeiten nicht. Lange Einarbeitungsphasen haben aber neue Tiefendimensionen erlaubt, der Hyperfokus hat dann selber gearbeitet. Wichtig war zu merken, wie der bei mir funktioniert. Brauchte 1h zum warmwerden; danach kam ich tief ins Thema rein; aber wenn ich keine 3h am Stück zum lesen hatte, hab ich ungern angefangen, da ich halt immer 1h zum "aufwärmen" brauchte. Das funktionierte gut u. hab mich da nicht zu sehr irritieren lassen, dass das bei den andern anders war.

    PS.
    Das erste Semester war das Härteste. Hab in den ersten Vorlesungen praktisch nichts verstanden und war deprimiert. Aber noch vor dem 3. Semester hat es irgendwann mal klick gemacht - vielleicht sogar im Schlaf - u auf einmal hab ich auch rückblickend irgendwie angefangen, mehr zu verstehen weil sich irgendwie die Dinge bei mir vernetzen müssen, damit sie ihren Platz bekamen. Dann hab ich mich gewundert, dass plötzlich viel da war von Dingen, von denen ich gedacht hätte, ich hätte sie nie gehört. Das Hirn ist echt ein Luder. Nicht soviel auf formales Wissen geben (d.h. viele Fakten auswendig wissen - nicht so wichtig), Intelligenez liegt mehr in einer klugen Frage, die immer noch bleibt, auch wenn die Fakten lang vergessen sind. Dran denken, dass wir uns im heute bewegen und die Wissenschaft immer in ihre Zeit hineinschreibt u. daher auch deshalb immer ins heute reingedacht werden sollte, um zu nutzen. Sowas können wir gut, ich zumindest viel besser als wiedergeben...

    Geändert von Loyola (14.07.2013 um 03:40 Uhr)

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS und Studium - Erfahrungen?

    hallo Brildafring,

    ich hab mein psycho-studium auch mit dem gedanken angefangen, dass mein hohes interesse ausreichend motivation sein wird, um die dinge, die zu machen sind, zu tun. von adhs wusste ich da noch nix. konzentrationsprobleme hatte ich auch in vorlesungen, die mich interessierten. die ganzen 90 minuten konnte ich die konzentration dennoch nicht halten. (die vielen leute um einen herum im hörsaal machen es nicht leichter) bei statistik war's dann meist schon nach 15 minuten vorbei.
    mit der motivation zu lernen ist's dann auch so eine sache...da kommt es wohl drauf an, wie gut man sich den strukturellen gegebenheiten anpassen kann. ich störe mich an diesem leistungsdruck (notendruck), auswendig lernen und wieder ausspucken von dem, was der prof will (es ist ratsam, die vorlesungen zu besuchen oder sonst sich die von jemandem mit einem diktiergerät aufnehmen zu lassen)....so kann ich mich noch immer nur schwer zum lernen aufraffen. auch in fächern, die mich an sich interessieren.

    bzgl. statisitk: stell dich drauf ein, dass sich das durch das ganze studium zieht. du wirst zwar nur in den danach benannten fächern rechnen müssen, aber methodisches zeug und statistische analysen werden dich durch das ganze studium begleiten. wobei ich mal gehört hab, dass meine uni sehr methodenlastig sein soll, vielleicht ist das woanders wirklich etwas weniger (da ich die lehrpläne anderer unis nicht kenne, kann ich's nicht vergleichen. außer von leipzig, aber da bist du ja nicht.)

    für das fach statistik selbst war meine willenskraft jedenfalls an ihre grenzen gestoßen. so sehr ich mich auch darum bemühte, ich konnte da nicht lange zuhören. allerdings habe ich generell auch kein so gutes verhältnis zu zahlen und formeln. während des studiums erhielt ich die adhs-diagnose und hab mich entschlossen es mit mph zu versuchen. damit kann ich in statistik überhaupt erstmal zuhören. schusselfehler mache ich trotzdem, erst recht wenn ellenlange formeln in den taschenrechner einzugeben sind aber: es klappt.

    ob medikation ratsam ist oder nicht, kann man so pauschal nicht sagen. wenn du eigentlich keine medikamente nehmen willst, dann lass es doch sein und schau, wie es klappt. ich war auch erst dazu bereit, als ich das gefühl hatte mir läuft alles aus dem ruder. allerdings wusste ich da auch noch nicht, dass die meisten probleme mit adhs zu tun haben. da du ja schon vorher dafür sensibilisiert bist, brauchst du es vielleicht nicht so weit kommen lassen.

    lg
    mel

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 354

    AW: ADHS und Studium - Erfahrungen?

    hey also ich bin zwar erst im zweiten semester und erst seit anfang des jahres in behandlung aber ich merke jetzt schon einen krassen unterschied zwischen meinen beiden semestern.

    im ersten semster war ich noch unbehandelt. es war das reinste chaos. ich konnte aus den vorlesungen, seminaren etc. kaum etwas mitnehmen und meine zeit konnte ich auch nicht gut einteilen, da ich oftmals sehr erschöpft und deshalb antriebslos war. an mangelndem interese lag es nicht. ich kann mich sehr gut mit meinem studiengang identifizieren. hätte nicht im letzten semester eine nette person ihre zusammenfassungen online gestellt, wäre ich wahrscheinlich durchgefallen, da ich nur fragmentähnliche aufzeichnungen hatte mit denen man gar nichts anfangen konnte.

    jetzt im zweiten semester bin ich einigermaßen auf medikinet eingestellt und habe eine verhaltenstherapie angefangen. in diesem semester hatte ich auch viele private hürden zu meistern. das chaos wuchs mir fast über den kopf und früher hätte ich unter diesen umständen alles abgebrochen (nicht wegen dem studium, sondern wegen äußeren umständen). dank dem medikinet kann ich endlich mal das meiste aus der uni mitnehmen und mir fällt es sehr viel leichter mich auf klausuren vorzubereiten. ich bin schon jetzt wesentlich strukturierter als vorher, dadurch stellen sich kleine erfolge ein die mir wiederrum antrieb schenken.

    ich kann es dir nur empfehlen vor studienbeginn schon mit einer behandlung anzufangen. das vermindert zumindest frustration. vor dem medikinet hatte ich anfangs auch shr großen respekt und war auch zunächst etwas skeptisch, aber du musst es ja nicht ewig nehmen. nur solange wie es dir persönlich als stütze dient. ich würde an deiner stelle viele möglichkeiten ausprobieren.

    und im allgemeinen kannst du auch nachteilsausgleiche einfordern, falls du mit deiner studiensituation überfordert sein solltest und mehr zeit für klausuren, hausarbeiten usw. benötigst. an vielen universitäten gibt es einen berater für behinderte und chronisch kranke. diese berater sind meistens sehr gut informiert und helfen dir sehr bei der individuellen gestaltung deiner studiensituation weiter.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: ADHS und Studium - Erfahrungen?

    Wow schonmal herzlichen Dank!

    Das mit dem Nachteilsausgleich hab ich gleich mal gegoogelt und für Hamburg nur einen bis zum Abi gefunden, hab aber beschlossen an der Uni hier mal ein wenig zu nerven und vlllt hab ich ja ne Chance!

    @Trudeowl: genau davor hab ich echt Angst! Desorganisation, Chaos und nix mitzunehmen obwohl es eigentlich interessant ist! Hast du in der Zeit auch ohne Medikamente etwas gefunden was dir beim "organsieren" hilft? Ich hab irgendwann mit Kalendern und To-Do-Listen gearbeitet aber festgestellt dass ichs toll finde die zu schreiben aber leider troztzdem nix auf die Reihe bekomme, weil ich dann die Listen so oft schön abschreibe oder neu ordne dass wiedere Stunde rum ist und dann fallen mir ja 300 neue Dinge ein die ich statt lernen UNBEDINGT machen muss

    Ich hab mich fürs ausprobieren von Medikinet vor dem Studium entschlossen und diesen Freitag mal einen Termin.... In meinem Urlaub guck ich dann mal wie ich so damit klar komme...

    Die Riesige Angst dass alles nicht zu schaffen bleibt irgendwie.... Das ist so ein unteschwelliges Gefühl von "Was, wenn ich nie in der Lage bin Dinge zu der Zufriedenheit "normaler" Menschen zu erledigen?" Ist das normal die zu haben? Bzw muss ich mich damit abfinden das nie zu können?

    Ganz ganz liebe Grüße und liebsten Dank
    Einstellungen

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS und Studium - Erfahrungen?

    wenn du dich entschlossen hast medikinet zu probieren, find ich es auch sinnvoll das vor beginn des studiums zu machen. ich hab den beginn damals auch in den semesterferien gemacht.

    den nachteilsausgleich regelt jede uni für sich selbst. schau mal auf der homepage der uni nach, ob es eine beratung für behinderte gibt oder eine psychologische beratung. bei meiner hab ich "nachteilsausgleich" bei der suchfunktion eingegeben und alle entsprechenden seiten bekommen.

    lg
    mel

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 354

    AW: ADHS und Studium - Erfahrungen?

    brildafrings schreibt:

    @Trudeowl: genau davor hab ich echt Angst! Desorganisation, Chaos und nix mitzunehmen obwohl es eigentlich interessant ist! Hast du in der Zeit auch ohne Medikamente etwas gefunden was dir beim "organsieren" hilft? Ich hab irgendwann mit Kalendern und To-Do-Listen gearbeitet aber festgestellt dass ichs toll finde die zu schreiben aber leider troztzdem nix auf die Reihe bekomme, weil ich dann die Listen so oft schön abschreibe oder neu ordne dass wiedere Stunde rum ist und dann fallen mir ja 300 neue Dinge ein die ich statt lernen UNBEDINGT machen muss

    Ich hab mich fürs ausprobieren von Medikinet vor dem Studium entschlossen und diesen Freitag mal einen Termin.... In meinem Urlaub guck ich dann mal wie ich so damit klar komme...

    Die Riesige Angst dass alles nicht zu schaffen bleibt irgendwie.... Das ist so ein unteschwelliges Gefühl von "Was, wenn ich nie in der Lage bin Dinge zu der Zufriedenheit "normaler" Menschen zu erledigen?" Ist das normal die zu haben? Bzw muss ich mich damit abfinden das nie zu können?

    Ganz ganz liebe Grüße und liebsten Dank
    Einstellungen
    ehrlich gesagt habe ich mich in dieser zeit überhaupt nicht geschafft zu organisieren und durch das immer größer werdende chaos hatte ich auch keinen antrieb mehr, weil ich nicht wusste wo ich anfangen soll. mir hat eben dieses gefühl von struktur gefehlt, dass ich erst durch das medikinet bekommen habe. ich kenne das mit dem schreiben von listen und dem nicht einhalten sehr gut. ich mache auch erst jetzt nach einem guten halben jahr behandlung positive erfahrungen damit.

    ich halte meine strukturen jetzt wirklich so gut es geht ein und sollte mal etwas liegenbleiben, versuche ich es sofort an einem anderen tag unterzubekommen damit kein chaos ausbricht. mir hilft auch ein kalender mit der auflistung einzelner tage und tageszeiten von 7-22 uhr (ich hoffe du weist welhe art von kalenderlayout ich meine ) in diesen kalender trage ich alles (von Seminaren, Vorlesungen, Freizeit, eigens eingeplante Aufarbeitungszeiten, Arzttermine, Haushaltstätigkeiten ein. leider kann ich zeit gar nicht einschätzen und dies ist für mich die einzige möglichkeit alles zu schaffen. ich bin zwar erst am anfang mit dieser methode und es ist teilweise auch echt lästig und nervig, aber schon die kleinen erfolge und das gefühl produktiv gewesen zu sein entschädigen den aufwand. ich hoffe früher oder später gewöhne ich mich daran und muss alles nicht mehr ganz so strikt organisieren.

    es ist wirklich gut, dass du noch vor dem studium mit der eindosierung beginnst. bei mir passierte es im ende des ersten semesters und ich hätte mir gewünscht mein studium schon in behandlung zu beginnen. ich wünsche dieses chaos, den frust und stress den ich erlebte wirklich niemandem.

    und wie mel. schon schrieb suche auf jedenfall die beratung für behinderte und chronisch kranke in der uni auf.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 14

    AW: ADHS und Studium - Erfahrungen?

    Als Langszeitstudentin melde ich mich auch mal zu Wort ;p (achung, monster-post, aber ich kriegs nicht so auf weniger runtergebrochen T_T)

    Mir kommt sehr sehr vieles was hier beschrieben wird sehr bekannt vor. Ich habe leider den Fehler (?) gemacht ein sehr leseintensives und arbeitsintensives Studium zu wählen. Ich liebe meine Fächer (Kunstgeschichte, Amerikanistik Literaturwissenschaft) heiß und innig, habe aber unheimliche Schwierigkeiten mit dem Studium, auf Grund von Konzentrationproblemen, die sich vor allem aufs Lesen, Strukturieren und wissenschaftlich genaues Schreiben auswirken.

    Dass ich wohl ADS habe kam erst relativ spät zur Sprache, nachdem ich die psychotherapeutische Beratungsstelle meiner Uni aufgesucht hatte. Damals habe ich das erste mal was vom Typ "Hypoaktiv/'Träumerchen'" gehört und das passt wie die Faust aufs Auge. Das Problem war zwar auch schon da, als ich noch Kind war, aber das hab ich nicht ernst genommen, weil ich immer irgendwie durch kam und in den Fächern, die mich interessiert haben gut war. Im Studium hat sich das am Ende aber durch den größeren Zeitdruck, den umfangreicheren, anspruchsvolleren Stoff nicht mehr ignorieren lassen und so verstärkt, dass es zu vielen überaus frustrierenden Misserfolgen geführt hat und in Burn Out und anhaltenden Depressionen und einigem anderen Mist, den keiner braucht endete. Das

    Das Blödeste, was ich damals gemacht habe war mir lange keine Hilfen zu holen. Irgendwann ging es nicht mehr anders, also habe ich angefangen Kurse zum Thema Strukturieren, Motivation und Aufschieben gemacht, habe eine Lerngruppe mitgegründet in der wir uns gegenseitig kontrollieren und Feedback geben, war etwas länger in Therapie und rede regelmäßig mit Freunden und Familienangehörigen über Uni-Dinge und Arbeitsstukturen. Ich habe auch angefangen mein nicht-universitäres Leben möglichst so zu strukturieren, dass es mir genug Abwechslung und Ausgleich bietet, dass ich "funktionieren" kann.
    Das Klappt nicht immer und ist ein unheimlicher Kraftakt, aber es hilft mir unterm Strich sowohl mit der Uni, als auch persönlich. Uni ist immer noch anstrengend und verlangt mir viel ab, aber ich hab zumindest mittlerweile das Gefühl im Allgemeinen einigermaßen zu wissen was ich tue und, wenn ich es schaffe, das was ich über Strukturierung und meine eigenen Verhaltensweisen gelernt habe zu berücksichtigen und umzusetzen, dann komme ich auch zu sehr guten Ergebnissen.

    Jetzt würde ich mir nur noch einen kompetenten Therapeuten/Psychologen wünschen, der mehr mehr als nur absolute Basics zu ADS sagen, und vermutete Diagnosen anstellen kann. Und mir auf mein Problem wirklich (einigermaßen) zugeschnittene HIlfestellungen geben kann. Im Moment passiert das hauptsächlich über Lektüre im Netz, Freunde und andere Betroffene (Die Uni-Leute wussten nur absolute Basics)

    auf einmal hab ich auch rückblickend irgendwie angefangen, mehr zu verstehen weil sich irgendwie die Dinge bei mir vernetzen müssen, damit sie ihren Platz bekamen. Dann hab ich mich gewundert, dass plötzlich viel da war von Dingen, von denen ich gedacht hätte, ich hätte sie nie gehört. Das Hirn ist echt ein Luder. Nicht soviel auf formales Wissen geben (d.h. viele Fakten auswendig wissen - nicht so wichtig), Intelligenez liegt mehr in einer klugen Frage, die immer noch bleibt, auch wenn die Fakten lang vergessen sind
    Das möchte ich unterstreichen, das deckt sich nämlich ziemlich mit meinen Erfahrungen. Vernetzen wäre für mich das Stichwort. Faken kann man in den meisten Fächern unendlich viele lernen (Oder kann es als AD(H)Sler auch nicht), sie irgendwie "zum Leben zu erwecken" und sich über ihre Bedeutung in Bezug auf andere Aspekte des Faches oder darüber hinaus klar zu werden bringt viel mehr. Mir zumindest Fakten bleiben besser hängen, wenn sie in ein Gesamtbild eingebettet sind statt alleine zu stehen.


    ich konnte aus den vorlesungen, seminaren etc. kaum etwas mitnehmen und meine zeit konnte ich auch nicht gut einteilen, da ich oftmals sehr erschöpft und deshalb antriebslos war. an mangelndem interese lag es nicht. ich kann mich sehr gut mit meinem studiengang identifizieren. hätte nicht im letzten semester eine nette person ihre zusammenfassungen online gestellt, wäre ich wahrscheinlich durchgefallen, da ich nur fragmentähnliche aufzeichnungen hatte mit denen man gar nichts anfangen konnte.
    Kenne ich sehr gut. War bei mir im Grunde genau so. Das eigentlich super-interessiert und irgendwie theoretishc auch motiviert zu sein, das aber nicht umsetzen zu können finde/fand ich am frustrierendsten. Ich hab immer versuhct akribisch mitzuschreiben, aber irgendwann setzte die Motivation so aus, dass nichts mehr ging, oder dass ich im Nachhinein nür Müll aufgeschrieben habe.

    Die Riesige Angst dass alles nicht zu schaffen bleibt irgendwie.... Das ist so ein unteschwelliges Gefühl von "Was, wenn ich nie in der Lage bin Dinge zu der Zufriedenheit "normaler" Menschen zu erledigen?" Ist das normal die zu haben? Bzw muss ich mich damit abfinden das nie zu können?
    Dem schließe ich mich einfach mal an. Die Frage ist auch immer da, auch, wenn ich versuche mich weniger auf andere, als auf mich selbst zu konzentrieren. Und, wenn ich wissen will was andere von mir wollen und wie sie das wollen, frage ich mittlerweile oft auch einfach Das ist dasn vielleicht öfter als bei anderen, aber so isses dann halt.

    mir hilft auch ein kalender mit der auflistung einzelner tage und tageszeiten von 7-22 uhr (ich hoffe du weist welhe art von kalenderlayout ich meine ) in diesen kalender trage ich alles (von Seminaren, Vorlesungen, Freizeit, eigens eingeplante Aufarbeitungszeiten, Arzttermine, Haushaltstätigkeiten ein. leider kann ich zeit gar nicht einschätzen und dies ist für mich die einzige möglichkeit alles zu schaffen. ich bin zwar erst am anfang mit dieser methode und es ist teilweise auch echt lästig und nervig, aber schon die kleinen erfolge und das gefühl produktiv gewesen zu sein entschädigen den aufwand. ich hoffe früher oder später gewöhne ich mich daran und muss alles nicht mehr ganz so strikt organisieren.
    So mache ich es im Grunde auch und habe damit schon einige Erfolge erzielen können Ich brauche allerdings immer irgendwie die Kontrolle durch andere. In meinem Fall ist das die Lerngruppe, zu der ich gehöre. Wenn ich mich nicht an meine Pläne halte -> Geld in die Kaffeekasse und ich muss mich vor den anderen dafür rechtfertigen.

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADHS und Studium - Erfahrungen?

    Ich finde es wichtig, vor der Entschiedung für ein Studium, bzw. ein Studienfach, sich zu vergewissern, ob man den Anforderungen im späteren Job gerecht werden kann.
    Das habe ich nämlich nicht gemacht, bevor ich mein Studium angefangen hatte - ich habe es aus fachlichem Interesse angefangen und weil Studieren nach dem Abitur halt in war.
    Die AD(H)S- bedingten Schwierigkeiten (und andere psychische Probleme) treten in manchen Situationen mehr auf, in anderen weniger und es gibt Situationen, bei denen man noch kompensieren kann und bei anderen nicht.
    Jede(r) hat ein individuelles Störungsbild.
    Ich selbst bin beispielsweise mit den Vorlesungen und dem Lernen besser zurecht gekommen.
    Probleme habe ich mit dem wissenschaftlichen Schreiben, dem Vorbereiten auf Vorträge, dem Erfassen und Reagieren auf Inhalte in einem fachlichen Gespräch (z.B. mit wissenschaftl. Mitarbeitern der Uni), dem Organisieren und Planen selbstständiger Arbeit und Hemmungen vor speziellen sozialen Interaktionen. Lernen und Vorlesungen stehen nach dem Studium weniger im Vordergrund als die anderen Tätigkeiten. Je nachdem, wo man über seine Defizite stärker eingeschränkt ist, kann es entweder im Studium oder im Job mehr Probleme geben.
    Und noch was: Man kann seinen Semesteranzahl leichter verlängern; aber im Job ist langsames Arbeiten problematisch. Ich bin beispielsweise bei den arbeitsähnlichen Tätigkeiten im Studium viel langsamer als andere - und wenn ich später mal einen Vollzeitjob habe, kann das mit 13h-Tagen nicht lange gut gehen.
    Vielleicht gibt es AD(H)S-Eigenschaften oder persönliche Stärken, mit denen man trotzdem viel Freude am studieren und am Job bekommt.
    Man kann lernen mit seinen Defiziten umzugehen und die problematischen Fertigkeiten sogar etwas zu verbessern, doch man kann trotz Anstrengung nur einen Teil von Nichtbetroffenen.

  10. #10
    Merħba

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 447

    AW: ADHS und Studium - Erfahrungen?

    Hey Brildafrings

    So, nun kommt mal der Anwalt der Gegenseite^^
    Also ich bin 2-facher Studienabbrecher, weil es einfach keinen Zweck mehr hat. Hab aber die Diagnose erst seit Januar, als der Abbruch bereits beschlossene Sache war, außerdem würde ich Medikinet aus persönlichen Gründen so oder so ablehnen.

    Paar Details vielleicht noch. Habe mit einer Ingenieurwissenschaft angefangen, da lags dann an Mathe. Anschließend Wechsel in ein Sprachstudium, was mir zwar eher liegt, aber auch da haperte es an allen Ecken und Enden, außerdem ließ das Interesse schnll nach. Hatte zum Beispiel keine Idee wohin danach, sodass ich jetzt eine Ausbildung machen möchte die an mein erstes Studium anschließt.

    Mal ganz blöd gefragt. Du weißt aber dass Psychologie am Anfang fast nur Mathe ist?

    Gruß Thorsticek

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