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Diskutiere im Thema Schwerbehinderung: Verpflichtung zur Einladung zum Vorstellungsgespräch (ÖD) im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    Schwerbehinderung: Verpflichtung zur Einladung zum Vorstellungsgespräch (ÖD)

    Es geht um ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts.

    BUNDESARBEITSGERICHT Urteil vom 16.2.2012, 8 AZR 697/10

    Demnach muss ein öffentlicher Arbeitgeber (also der ÖD öffentliche Dienst) einen Schwerbehinderten zu einem Bewerbungsgespräch einladen, wenn dieser die fachliche Eignung besitzt. Lt. dem Urteil, sind die Hürden, einen schwerbehinderten Bewerber nicht einzuladen ziemlich hoch.

    Ich zitiere mal:

    Ein öffentlicher Arbeitgeber hat nach § 82 Satz 2 SGB IX einen schwerbehinderten Menschen, der sich auf eine ausgeschriebene Stelle unter Mitteilung seiner Schwerbehinderteneigenschaft beworben hat, zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen, es sei denn, diesem fehlt offensichtlich die fachliche Eignung für die ausgeschriebene Stelle. Eine unterbliebene Einladung ist ein Indiz für die Vermutung, der Bewerber sei wegen seiner Schwerbehinderung benachteiligt worden.
    Pressemitteilung

    Bundesarbeitsgericht

    Volltext

    Bundesarbeitsgericht

    Nun meine Frage, hat da jemand Erfahrung mit?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 81

    AW: Schwerbehinderung: Verpflichtung zur Einladung zum Vorstellungsgespräch (ÖD)

    Ich glaube sogar, dass das ganze noch weiter geht und sogar Bewerber mit Schwerbehinderung eingeladen werden, die eigentlich branchenfremd sind. Ob es hierzu allerdings eine Verpflichtung gibt weiß ich nicht. Im ÖD nehmen die Schwerbehindertenvertretungen auch starken Einfluss auf die Auswahlverfahren, so hängt das vermutlich eher damit zusammen.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 284

    AW: Schwerbehinderung: Verpflichtung zur Einladung zum Vorstellungsgespräch (ÖD)

    Zum einen geht es hier um den Öffentlichen Dienst. Also Private Arbeitgeber brauchen sich nicht danach zu richten.

    Zum zweiten Schwerbehinderung ist nicht gleich Schwerbehinderung.
    Wenn ich blind bin oder mir ein Bein fehlt bin auch schwerbehindert, das hat aber nichts mit psychischer Behinderung zu tun.

    Mit einer psychischen Erkrankung bin ich nicht so belastbar wie ein psychisch gesunder Mensch.
    Die Warscheinlichkeit, dass ein Psychisch kranker Arbeiter öfters krank ist ist recht hoch.

    Ein Mensch im Rollstuhl kann wiederum voll belastbar sein bei seiner Arbeit, mit wenig Krankheitstagen.

    Ich gehe davon aus dass solche Überlegungen auch beim ÖD gemacht werden, daher glaube ich dass es recht unwahrscheinlich ist
    dass die auch depressive Leute einstellen oder mit anderen Psychischen Erkrankungen.

    Zum dritten eine Einladung zum Vorstellungsgespräch heißt noch lange nicht, dass man auch eingestellt wird.

    Das ist meine Meinung zu diesem Thema bitte nicht Persönlich nehmen.

    LG Zumania

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 81

    AW: Schwerbehinderung: Verpflichtung zur Einladung zum Vorstellungsgespräch (ÖD)

    Zumania schreibt:
    Zum einen geht es hier um den Öffentlichen Dienst. Also Private Arbeitgeber brauchen sich nicht danach zu richten.
    Falsch! Auch große Firmen haben mitunter Schwerbehindertenvertreter im Betriebsrat sitzen. Außerdem muss ein Unternehmen mit einer durchschnittlichen Anzahl ab 20 Mitarbeitern eine Ausgleichsabgabe zahlen, wenn es nicht mindestens 5% Schwerbehinderte beschäftigt. Nachzulesen in SGB IX.

    Zumania schreibt:
    Mit einer psychischen Erkrankung bin ich nicht so belastbar wie ein psychisch gesunder Mensch.

    Die Warscheinlichkeit, dass ein Psychisch kranker Arbeiter öfters krank ist ist recht hoch.
    Wer sagt das? Ich bin seit 7 Jahren psychisch krank und gleichzeitig lückenlos in Vollzeit beschäftigt. Viele Krankheitstage hatte ich nur letztes Jahr, wegen eines stationären Aufenthalts, ansosten lag die Anzahl mit zwischen 0 und 5 Tagen weit unter Durchschnitt.

    Zumania schreibt:
    Ich gehe davon aus dass solche Überlegungen auch beim ÖD gemacht werden, daher glaube ich dass es recht unwahrscheinlich ist
    dass die auch depressive Leute einstellen oder mit anderen Psychischen Erkrankungen.
    Das stelle ich mir schwierig vor! Welchem psychisch Kranken merkt man seine Krankheit an, wenn er nicht gerade starke Alkoholprobleme etc. hat? Bei einer Bewerbung genügt die Angabe der Schwerbehinderung und des Grades. Was genau die Schwerbehinderung ist, darf im Vorstellungsgespräch nicht mal gefragt werden, wenn doch muss es nicht beantwortet werden. Da aber in einem solchen Fall, zumindest im ÖD, immer der Schwerbehindertenvertreter mit anwesend ist, sollte ein Interviewer solche Fragen tunlichst unterlassen.

    Zumania schreibt:
    Das ist meine Meinung zu diesem Thema bitte nicht Persönlich nehmen.
    Das fällt mir bei deinen derben Behauptungen schon gewaltig schwer! Ich wäre in diesem Forum vorsichtig mit Vorurteilen, hier gibt es viele psychisch Kranke und die mögen es sicher genauso wenig wie ich als "minderwertig" dargestellt zu werden!
    Geändert von Aleric ( 5.07.2013 um 10:27 Uhr)

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Schwerbehinderung: Verpflichtung zur Einladung zum Vorstellungsgespräch (ÖD)

    Ich sehe es so wie Aleric.

    Arbeitsfähig bin ich ohne Probleme, wenn die Umgebung stimmt.

    Das kann ich in meiner bisherigen Arbeitsbiographie auch belegen.

    Ich habe vorallem Schwierigkeiten aus dem Bereich Autismus-Spektrum, d.h. für mich sind die Bewerbungsgespräche ein Riesenproblem, wenn ich aber erstmal drin bin und offen mit meinen Schwierigkeiten umgehen kann, die tatsächlich nur das richtige Arbeitsumfeld betreffen (allein arbeiten, Einzelzimmer, direkte Ansprache, ein konkreter Ansprechpartner, kein Networking, das findet sich in diversen Datenmanagement-Jobs oder Internet-Jobs), denke ich habe ich durchaus Chancen.

    Insbesondere, wenn ich mich erklären kann und den Schutz der Schwerbehinderung genieße.

    Ohne Schwerbehinderung werde ich mittlerweile auf Grund meines "zerschossenen " Lebenslaufs gar nicht mehr erst eingeladen und wenn funktioniert die Interaktion in den Bewerbungsgesprächen nicht (nicht vollständig nicht in den letzten 8 Jahren haben 2 von 45 Bewerbungsgesprächen zu kurz befristeten Jobs geführt, wobei ich aus einem Job während der Probezeit wieder rausgeflogen bin).

    Ich habe mich entschlossen, diesen Weg zu gehen, aber erstmal warten, was die Autismus-Ambulanz sagt und sonst habe ich genügend Therapieerfahrung für einen Antrag.
    Geändert von xyberlin ( 5.07.2013 um 11:03 Uhr)

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Schwerbehinderung: Verpflichtung zur Einladung zum Vorstellungsgespräch (ÖD)

    Hast du schon mal mit dem Integrationsfachdienst Kontakt aufgenommen wg. Jobcoach oder ähnlichem?

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Schwerbehinderung: Verpflichtung zur Einladung zum Vorstellungsgespräch (ÖD)

    Der Integrrationsfachdienst ist laut meiner Information nicht zuständig.

    Wie gesagt, ich kläre im Moment die Diagnose ab, dann stelle ich mit Hilfe von verdi, da bin ich Mitglied und habe dort auch einen Rechtsschutz, den Antrag auf Schwerbehinderung.

    Und dann geht das seinen Gang.

    Ich habe aber bereits mit Schwerbehindertenbeauftragten zweier Bundesbehörden telefoniert, ich bekomme dadurch ein Bild über den Aufgabenbereich, man sagte mir auch, dass ich die Schwierigkeiten offen kommunizieren sollte, was bleibt mir auch anderes übrig, im Bewerbungsgespräch falle ich eh auf.

    Also mal abwarten und Informationen einfordern.

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