Seite 2 von 3 Erste 123 Letzte
Zeige Ergebnis 11 bis 20 von 25

Diskutiere im Thema Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir?

    Liebe Waldsteinine

    ich habe gerade deinen Thread gelesen und mußte schmunzeln. Ich kenne das Alles, das ist nicht nur im öffentlichen Dienst so, dass ist so!!!!!!! Ich war in meinen ersten Berufsjahren genauso - eigentlich hat es sich erst in den letzten 10 Jahren geändert. In 6 Jahren kann ich in Rente gehn und ich habe einige gute Stellen wegen meines Verhaltens verloren.


    Und heute, ich arbeite jetzt seit 8 Jahren in der selben Firma, habe eine leitende Stelle und sehe die andere Seite.


    Da kommt jemand neu ins Showgeschäft, kennt die Spielregeln nicht und kann und weiß alles besser - ist irgendwie auch chaotisch und macht Arbeit. Ich habe zur Zeit eine ADHSlerin als Mitarbeiterin. Sie ist ganz schrecklich eifrig - die Betonung liegt auf schrecklich. Ihr fehlt die Geduld und ihr Eifer macht unter dem Strich sehr viel Stress im Team. Eine andere ADHSlerin ist nicht so - sie ist zwar eifrig, aber auf eine sehr liebenswerte Art, ihr fehlt das Verbissene - besserwisserische.

    Ein Beispiel, damit deutlich wird, was ich meine.


    Wir sind in einem Arbeitskreis. Ich stelle unsere Arbeit vor, die Kollegin Nr. 1 ergänzt meine Ausführungen, in dem sie sich einfach zu Wort meldet.

    Geht gar nicht!

    1. habe ich meine Gründe, warum ich Manches nicht anspreche
    2. ich bin ihre Vorgesetzte und sie unterminiert mich - klar meint sie es nicht böse, sie denke ich hätte das vergessen - habe ich aber nicht und selbst wenn ich es hätte ist es nicht ihr Job mich öffentlich darauf hin zu weisen.


    Ich habe lange gebraucht und die Spielregeln im Arbeitsleben zu verstehen.

    Mein Chef z. B. trift einige Entscheidungen, die ich nicht verstehe oder gut finde. Wenn diese Entscheidungen meinen Arbeitsbereich betreffen, frage ich nach und zwar ihn allein. Wenn er mir das erklären möchte ist das sehr gut, wenn er jedoch meint diese Entscheidung mir nicht erklären zu wollen ist das auch gut, er darf das.

    Wir haben jetzt so eine indirekte Absprache - ich frage ob diese Entscheidung von meiner Gehaltsgruppe verstanden werden kann. Wenn er dann sagt, "nein, dafür muß man mehr verdienen" dann grinse ich und sage "wunderbar, dann will ich mich auch nicht damit belasten"


    Es sind die Spielregeln, die es in einer Firma, egal welcher zu beachten gilt. Wir ADHSler sind da oft etwas unbeholfen und bekommen sie oft gar nicht mit.


    alles Liebe ELwirrwarr
    Geändert von Elwirrwarr ( 5.07.2013 um 13:27 Uhr)

  2. #12
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir?

    Danke Weiße Rose,

    so ähnlich ist es mir auch ergangen! Ist mir eigentlich erst jetzt klar geworden. Ich kam da hin und bin eben schon über 50, da läuft das mit den Kontakten nicht mehr so easy - hätte ich kaum für möglich gehalten, ist aber so!

    Ich hockte ein bisschen isoliert in einem Doppelzimmer mit Durchgangstür. Die beiden Festangestellten waren sich spinnefeind. Dann kam noch ne freie Dienstleisterin dazu und die große Keiferin war stocksauer, dass sie ihr Zimmer nicht mehr für sich allein hatte. Die hockte dort immer bei geschlossener Tür in ihrem eigenen Ökosystem, kam nur zu uns, wenn sie mal ne Akte suchte oder mit tollen Neuigkeiten, die sie einfach mal loswerden musste.

    Na ja, ich war ja die Exotin in diesem Gruppenstress, ergo ist die Keiferin auf mich zugekommen und ich war auch froh, ein bisschen Anschluss zu haben. Na ja, gewundert hab ich mich schon immer, dass sie mir ständig irgendwelche Fotos und Handarbeiten vorführte und immer was Privates zu erzählen hatte. Freundlich hab ich mir alles angehört und angesehen, auch wenn ich manchmal nicht wirklich wusste was das sollte.

    Sie hat es dann geschafft, dass die freie Mitarbeiterin für ihre Arbeit in einen anderen Raum verbannt wurde und leider wurde die andere Kollegin schwer krank. Nun hockte ich mit der Keiferin alleine und sie wollte so gern, dass ich mit ihr zusammen arbeite. Kriegte es auch hin und ich hab auf zwei Schienen geschuftet.

    Natürlich hat sie mir nie ne Einweisung gegeben, wo ich zusätzlich Infos herkriegen kann usw. Und es gab nichts, wo sie nicht dran rum gemeckert hätte. Am schlimmsten war das Gefeilsche um die Vermerke - immer dann, wenn sie nicht genau wusste, wie vorzugehen war kriegte ich es ab. Und je länger alles dauerte, umso genervter war ich! Als ich mal mit ihr zusammen hockte - tägliches Kaffeetrinken war unvermeidliches Ritual - und ein paar wesentliche Fragen stellte winkte sie ab, weil es doch viel schöner sei, sich in der Pause über private Dinge zu unterhalten.

    Klar, ich witterte Morgenluft und einen festen Job. Die eine bis auf weiteres krank, die Keiferin geht in wenigen Monaten in die Altersteilzeit! Der Traum ist ausgeträumt, die Keiferin sorgt jetzt schon dafür, dass ich für den Job nicht mehr in Frage komme!

    Die hat es gut hingekriegt, dass ich irgendwann total überfordert war und ihre Doppelbotschaften auch nicht mehr verstanden hab. Das beste waren immer die großen Überraschungseffekte, so ganz plötzlich mir das Wort in einer Besprechung übergeben, obwohl sie mit dem ganzen Vorgang schon total vertraut war. Und ich blödes Schaf hab alles mitgemacht, obwohl ich fachlich ganz anders vorgegangen wäre!

    Im Grunde ist da ein klassisches Mobbing gelaufen - wobei ich niemandem Absicht unterstellen will - die machen einfach ihr Ding, wie es schon immer läuft und es passiert ihnen ja nichts. Läuft was schief, kann das kein Bürger beweisen - soviel zum Thema "Recht auf Akteneinsicht"!

    Und die Keiferin hat schnell erkannt, ab welchem Zeitpunkt ich unzufrieden war mit der vorherigen Arbeit, als ich ständig für die Tonne gearbeitet habe und meine Ausarbeitungen einfach übersehen wurden.
    Da solidarisierte sie sich sofort mit mir - ich hab überhaupt nicht verstanden, wie sie das rausgekriegt hat. Und sie hat mich genau beobachtet und genau zugehört, wenn ich was erzählte. Da setzte sie dann an - ach das wirkte alles so aufmerksam!

    Aber sie ist auch überzeugt, dass sie dort immer gemobbt wurde und jetzt endlich mal den Posten hat, auf den sie solange gewartet hat gggg!

    Wie dem auch sei, ich bin froh, dass ich heute frei habe und den ganzen Laden nicht sehen und hören muss! Dabei hätte ich noch nicht mal gemeckert, wenn sie ne klare Ansage gemacht hätte, wie: Ich bin noch ein paar Monate hier, brauche keine Zeugnis mehr und will nur noch meine Arbeit schaffen!

    Tatsächlich wollte sie einfach alles loswerden, was ihr zu kompliziert war, ohne mir das mitzuteilen und dann auch dafür zu sorgen, dass ich mich entsprechend einarbeiten kann. Wenn ich nen Hinweis gab, dass sie doch dies und jenes zum Problem gesagt habe, dann war es immer nur einfach so daher gesagt - hä, da geht es teilweise um richtig viel Geld!

    Verschwinden wird das Problem wohl erst, wenn ich den Absprung hingekriegt hab. Den Laden ändert keiner!

    LG
    Waldsteinie

  3. #13
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir?

    Elwirrwarr schreibt:
    Lieber Waldstein

    ich habe gerade deinen Thread gelesen und mußte schmunzeln. Ich kenne das Alles, das ist nicht nur im öffentlichen Dienst so, dass ist so!!!!!!! Ich war in meinen ersten Berufsjahren genauso - eigentlich hat es sich erst in den letzten 10 Jahren geändert. In 6 Jahren kann ich in Rente gehn und ich habe einige gute Stellen wegen meines Verhaltens verloren.


    Und heute, ich arbeite jetzt seit 8 Jahren in der selben Firma, habe eine leitende Stelle und sehe die andere Seite.


    Da kommt jemand neu ins Showgeschäft, kennt die Spielregeln nicht und kann und weiß alles besser - ist irgendwie auch chaotisch und macht Arbeit. Ich habe zur Zeit eine ADHSlerin als Mitarbeiterin. Sie ist ganz schrecklich eifrig - die Betonung liegt auf schrecklich. Ihr fehlt die Geduld und ihr Eifer macht unter dem Strich sehr viel Stress im Team. Eine andere ADHSlerin ist nicht so - sie ist zwar eifrig, aber auf eine sehr liebenswerte Art, ihr fehlt das Verbissene - besserwisserische.
    Einverstanden! Kenne ich nur zu gut - auch ich hab schon zu Leuten gesagt, dass eine Sache so ist, wie sie ist und dass wir damit umgehen können. Ich selbst versuche sowas auch immer zu akzeptieren.

    Elwirrwarr schreibt:
    Ein Beispiel, damit deutlich wird, was ich meine.


    Wir sind in einem Arbeitskreis. Ich stelle unsere Arbeit vor, die Kollegin Nr. 1 ergänzt meine Ausführungen, in dem sie sich einfach zu Wort meldet.

    Geht gar nicht!

    1. habe ich meine Gründe, warum ich Manches nicht anspreche
    2. ich bin ihre Vorgesetzte und sie unterminiert mich - klar meint sie es nicht böse, sie denke ich hätte das vergessen - habe ich aber nicht und selbst wenn ich es hätte ist es nicht ihr Job mich öffentlich darauf hin zu weisen.
    Is nicht, ich falle meinen Vorgesetzten in der Öffentlichkeit nicht ins Wort oder kritisiere sie. Da pflege ich ihnen eher beizupflichten, wenn sie angegriffen werden!


    Elwirrwarr schreibt:
    Mein Chef z. B. trift einige Entscheidungen, die ich nicht verstehe oder gut finde. Wenn diese Entscheidungen meinen Arbeitsbereich betreffen, frage ich nach und zwar ihn allein. Wenn er mir das erklären möchte ist das sehr gut, wenn er jedoch meint diese Entscheidung mir nicht erklären zu wollen ist das auch gut, er darf das.
    Jepp, das ist auch ok so! Mir jedenfalls reichen klare Ansprachen, ich muss nicht alles verstehen. Was mich ärgert sind Doppelbotschaften und wenn es passt bzw. schief geht, dann bin ich es gewesen - da wehre ich mich!

    Elwirrwarr schreibt:
    Wir haben jetzt so eine indirekte Absprache - ich frage ob diese Entscheidung von meiner Gehaltsgruppe verstanden werden kann. Wenn er dann sagt, "nein, dafür muß man mehr verdienen" dann grinse ich und sage "wunderbar, dann will ich mich auch nicht damit belasten".
    In der Regel frage ich auch nicht nach, warum diese oder jene Entscheidung getroffen wird. Wenn ich aber eine Borschüre erstellen soll, der Text seid Monaten vorliegt ohne Rückmeldung und ich dann erfahre, ich sollte doch was ganz Anderes schreiben, dann werde ich schon stinkig.
    Und wenn man bei mir Texte anmahnt, die ich vor Wochen schon erstellt und auch nach Wunsch korrigiert habe, dann kriege ich schon Pickel!

    Wenn es ein Mal passiert, ist es zu ertragen.

    Aber wenn ich dann das Inhaltsverzeichnis mit Hyperlinks versehe, damit die Vorgesetzte alles ganz leicht ansteuern kann und vorsichtshalber alles noch in Einzeldateien zerlege, damit sie sich nicht über die Masse an Informationen beschwert und sie mahnt alles immer noch an - dann ist Schluss mit lustig!


    Elwirrwarr schreibt:
    Es sind die Spielregeln, die es in einer Firma, egal welcher zu beachten gilt. Wir ADHSler sind da oft etwas unbeholfen und bekommen sie oft gar nicht mit.


    alles Liebe ELwirrwarr
    Och, ich habe kein Problem mit Protokollen! Das hab ich fleißig gelernt!

    LG Waldsteinie

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir?

    @Elwirrwarr: Ich finde deinen Beitrag zu diesem Thema sehr interessant. Mein Psychologe meinte nämlich, dass ich ebenfalls besserwisserisch rüberkomme - obwohl ich das nie beabsichtigt habe. Hier im Großkonzern freuen sich die Leute, wenn man sein Können zeigt. Zu Beginn eines neuen Einsatzes können sie dann besser einschätzen, in welchen Punkten ich noch eingearbeitet werden muss und wo sie Zeit sparen können. In kleineren Firmen fühlen sich viele Leute durch so ein Verhalten angegriffen, v. a. die Mitarbeiter, die eine schlechtere Schul- und Ausbildung haben als ich und aus diesem Grund an Komplexen leiden.

    Ich gebe offen zu, dass mir es verdammt schwer fällt, mich jemandem mit viel schlechterer Bildung unterzuordnen. Ich sehe es nicht ein vor Leuten zu kuschen, die es schön einfach und gemütlich auf der Hauptschule hatten und hinterher mit Ach und Krach eine total relaxte Ausbildung abgeschlossen haben, während ich zu Hause zum Abi und einer anspruchsvollen Ausbildung geprügelt wurde (richtig, für schlechte Noten gab es Prügel bei uns). Als Vorgesetzte akzeptiere ich nur Menschen, die bildungstechnisch mehr vorzuweisen haben als ich (abgeschlossenes Studium, evtl. promoviert, aber kein Muss).

    Ganz schlimm finde ich auch diese ungebildeten Leute, die von ihren reichen Eltern eine Firma geerbt haben und diese später leiten - wenn sie bildungstechnisch nichts auf dem Kasten haben. Mein Psychologe empfindet meine Einstellung als arrogant. Ich empfinde sie als gerecht. Ich lasse mich nicht von jemandem schlecht behandeln, der sich jahrelang einen faulen Lenz gemacht und einfach nur Glück gehabt hat. Und gerade diese ungebildeten Leute lassen meiner Erfahrung nach den Chef viel stärker rauskehren als die meisten Akademiker.

    Bevor ich hier missverstanden werde: Ich halte Menschen ohne Abitur und akademischen Abschluss NICHT für dumm. Ich habe sicher auch keine Vorurteile gegenüber Personen, die aus privaten Gründen (Krankheit, Probleme im Elternhaus) nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen konnten. Aber ich kenne halt auch Leute, die einfach nur faul waren und nichts als Glück hatten. Und solche Leute respektiere ich nicht als Vorgesetzte. Das ist der Grund, warum ich so lange als Zeitarbeiterin im Großkonzern (hier arbeiten ungebildete Leute nur in der Kantine, bei der Poststelle, usw.) unterwegs bin und mich fast nur bei größeren Firmen um eine Festanstellung bewerbe. Ich hatte 2 feste Jobs in einer kleinen und einer mittelständischen Firma und bin dort gar nicht klar gekommen.

    In kleineren Unternehmen hatte ich so viel Ärger, dass ich vor jedem Satz und jeder Handlung aufpassen musste, nichts falsch zu machen. Das hat mich so verunsichert, dass ich nur noch verkrampft agierte und erst Recht was falsch machte. Das will ich mir ersparen.


    @Waldsteinie: Das Alter spielt keine tragende Rolle. In so einem Laden gilt in erster Linie die Regel: Klappe halten und machen, was man aufgetragen bekommt. Ich als Dauerquasselstrippe hab´ da echt Probleme damit. Manchmal rede ich einfach nur sinnlos vor mich her, um eine längere Stille zu vermeiden (unbewusst). Selbst damit hab´ ich schon diverse Leute in Rage gebracht, auch wenn der Inhalt meiner Worte eher sinnfrei war.

    Mobbing ist in solchen Firmen kein seltenes Phänomen. Unser Großkonzern hat seine eigenen Werte, und die Leute predigen diese immer wieder. Dazu gehört u. a. ein angenehmes Arbeitsklima. Natürlich gibt es auch bei uns Meinungsverschiedenheiten, aber die werden auf einer sachlichen Ebene ausgetragen und schnell geklärt. Die Menschen hier arbeiten MITeinander, während ich in kleineren Firmen die Erfahrung machen musste, dass sich die Kollegen gegenseitig eher als Konkurrenten betrachteten.

    LG
    WeißeRose

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir?

    Hallo Weiße Rose

    Ich gebe offen zu, dass mir es verdammt schwer fällt, mich jemandem mit viel schlechterer Bildung unterzuordnen. Ich sehe es nicht ein vor Leuten zu kuschen, die es schön einfach und gemütlich auf der Hauptschule hatten und hinterher mit Ach und Krach eine total relaxte Ausbildung abgeschlossen haben, während ich zu Hause zum Abi und einer anspruchsvollen Ausbildung geprügelt wurde (richtig, für schlechte Noten gab es Prügel bei uns). Als Vorgesetzte akzeptiere ich nur Menschen, die bildungstechnisch mehr vorzuweisen haben als ich (abgeschlossenes Studium, evtl. promoviert, aber kein Muss).

    Wärst du bei mir in der Firma beschäftigt und ich würde mitbekommen, dass du einem längjährigem Mitarbeiter mit geringem Bildungsabschluß - mit dieser Sicht entgegen treten würdest, dann würdest du von mir extrem Ärger bekommen.

    Wenn du Prügel für schlechte Noten bekommen hast, dann ist das etwas, was du mit deinen Eltern abklären mußt - dafür kann dein Kollege nix und wenn er "nur" einen Hauptschulabschluß gemacht hat, dann heißt das noch lange nicht, das er es sich dort gemütlich gemacht hat und selbst wenn, es geht dich nichts an.

    Ich lese in deinem Beitrag sehr viel unverarbeitete Wut und Trauer und daraus resultierend sehr viele Vorurteile und Überheblichkeit.


    Es geht nicht darum sein Können zu zeigen - ich finde es gut, wenn man sein Können zeigt, es geht um die eigene innere Haltung.

    Sein Können zu zeigen ist nicht besserwisserisch, die Art und Weise wie man es zeigt macht es erst besserwisserisch.

    Da ich für das gesamte Team verantwortlich bin lasse ich diese Art nicht zu. Der einzelne, egal was er kann, ist nicht wichtiger als das Team. Das kann zusammen mehr und kein einzelner (egal wie gut er ist) darf mir ein gute Theam sabotieren. Einzelkämpfer sind gut - eine gute Mannschaft ist besser.


    alles Liebe Elwirrwarr

  6. #16
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir?

    Elwirrwarr schreibt:
    Wärst du bei mir in der Firma beschäftigt und ich würde mitbekommen, dass du einem längjährigem Mitarbeiter mit geringem Bildungsabschluß - mit dieser Sicht entgegen treten würdest, dann würdest du von mir extrem Ärger bekommen.
    Mich stört halt insbesondere, dass viele Vorgesetzte mit niedrigem Bildungsabschluss total den Chef rauskehren lassen, wenn es gar nicht nötig ist. Nur um zu zeigen, wer in diesem Laden das Sagen hat. Das kann ich halt nicht ab.

    Beispiel: In einem Kleinbetrieb hatte ich eine Vorgesetzte, die bei mir im Büro saß. Sie war ein Jahr älter als ich, Hauptschulabschluss, Ausbildung mit Ach und Krach geschafft, aber sie arbeitete damals schon lange in dieser Firma. Anfangs hatte ich kein Problem mit ihrem Status als Vorgesetzte. Im Laufe der Zeit hat sie mich aber immer wieder bewusst provoziert und getriezt. Dabei ging es gar nicht immer ums Geschäft. Einmal erwähnte sie in einer privaten Unterhaltung den Namen ihres Bruders. Daraufhin sagte ich: "Ihr Bruder heißt Gino Rossi (Name geändert)?" Sie: "Ja schon." Ich: "Interessant, in meiner Ausbildungsklasse hatten wir einen Mitschüler mit demselben Vor- und Nachnamen. Aber der ist nach der Ausbildung nach Italien zurückgegangen und lebt jetzt dort." Sie: "Kann nicht sein, wir sind die einzigen Rossis in Baden-Württemberg." Ich: "Doch doch, der hieß genauso wie Ihr Bruder, da bin ich mir sicher." Sie (im verschärften Tonfall): "Wenn ich als Ihre Vorgesetzte zu Ihnen sage, dass wir die einzigen Rossis in Baden-Württemberg sind, dann ist das auch so. Ist das klar?"

    Als ich später auf die Toilette ging, lästerte sie in Gegenwart der anderen Kollegen im Büro total über mich ab. Was meinst du? Ich fand das Verhalten der Frau in dieser Situation völlig überzogen. Ich hatte ihre Position als Vorgesetzte zu keiner Sekunde in Frage gestellt und wollte mit meiner Bemerkung sicherlich nicht einen auf besserwisserisch machen. Es ging doch nicht mal ums Geschäft.

    Wenn sie mich in geschäftlicher Hinsicht auf etwas aufmerksam machte oder mir einen Auftrag erteilte, habe ich nie rumgezickt. Ich verweigere sicherlich keine Aufgabe am Arbeitsplatz und gebe auch immer mein Bestes, wenn mir die Aufgabe nicht so sehr liegt. Ich kann auch mit Kritik umgehen, es geht nur darum, wie man diese Kritik rüberbringt. Aber ich lasse mich nicht anschreien, beschimpfen und demütigen - auch nicht von Vorgesetzten. In dieser Klitsche hielten das die Vorgesetzten für ganz normal und erwarteten, dass die Angestellten sich alles gefallen ließen. Deshalb kommen und gehen dort die Leute am laufenden Band. Die besagte Frau wurde übrigens letztes Jahr nach 17 oder 18 Jahren Betriebszugehörigkeit entlassen - weil sie dem Firmenbesitzer widersprochen hatte.


    Elwirrwarr schreibt:
    Da ich für das gesamte Team verantwortlich bin lasse ich diese Art nicht zu. Der einzelne, egal was er kann, ist nicht wichtiger als das Team. Das kann zusammen mehr und kein einzelner (egal wie gut er ist) darf mir ein gute Theam sabotieren. Einzelkämpfer sind gut - eine gute Mannschaft ist besser.
    In diesem Punkt bin ich ganz deiner Meinung. Leider habe ich gerade in solchen Firmen eher die Erfahrung gemacht, dass das sog. "Teamwork" nichts als eine hohle Phrase war. Wenn einer mal unabsichtlich einen Fehler gemacht hat, musste er damit rechnen, von den Kollegen bei den Chefs verpfiffen zu werden. Manchmal baten uns die Vorgesetzten auch um Einzelgespräche und wollten uns dazu zwingen, unsere Kollegen zu verpetzen.

  7. #17
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir?

    WeißeRose schreibt:
    ........In einem Kleinbetrieb hatte ich eine Vorgesetzte, die bei mir im Büro saß. Sie war ein Jahr älter als ich, Hauptschulabschluss, Ausbildung mit Ach und Krach geschafft, aber sie arbeitete damals schon lange in dieser Firma. Anfangs hatte ich kein Problem mit ihrem Status als Vorgesetzte. Im Laufe der Zeit hat sie mich aber immer wieder bewusst provoziert und getriezt. Dabei ging es gar nicht immer ums Geschäft. Einmal erwähnte sie in einer privaten Unterhaltung den Namen ihres Bruders. Daraufhin sagte ich: "Ihr Bruder heißt Gino Rossi (Name geändert)?" Sie: "Ja schon." Ich: "Interessant, in meiner Ausbildungsklasse hatten wir einen Mitschüler mit demselben Vor- und Nachnamen. Aber der ist nach der Ausbildung nach Italien zurückgegangen und lebt jetzt dort." Sie: "Kann nicht sein, wir sind die einzigen Rossis in Baden-Württemberg." Ich: "Doch doch, der hieß genauso wie Ihr Bruder, da bin ich mir sicher." Sie (im verschärften Tonfall): "Wenn ich als Ihre Vorgesetzte zu Ihnen sage, dass wir die einzigen Rossis in Baden-Württemberg sind, dann ist das auch so. Ist das klar?"
    Schickes Missverständnis, dabei geht es nicht um Vorgesetzte oder nicht! Du assozierst, dass da mal jemand mit dem gleichen Namen war, der ist nach Italien zurück gegangen. Demnach war er nicht in BW ansässig bzw. seine Familie stammt auch nicht aus BW! Und Dein Gegenüber überhört diese Botschaft und assoziiert sofort, dass es in BW nur ihre Familie mit dem Namen gibt! Kann sein, kann nicht sein - ist auch unerheblich! Wäre ein toller Sketch! Es lohnt sich niemals, sich auf solche Diskussionen einzulassen! Aber es passiert, leider viel zu oft, weil wir so häufig meinen, wir müssten auf jede Aussage reagieren und dann suchen wir im Oberstübchen nach Paralellen usw. Der Rückzug auf die Vorgesetzte ist albern, passiert aber eben auch, wenn jemand seine Ruhe haben will! Die fühlte sich von Dir genauso missverstanden wie Du Dich von ihr!
    WeißeRose schreibt:
    Als ich später auf die Toilette ging, lästerte sie in Gegenwart der anderen Kollegen im Büro total über mich ab. Was meinst du? Ich fand das Verhalten der Frau in dieser Situation völlig überzogen. Ich hatte ihre Position als Vorgesetzte zu keiner Sekunde in Frage gestellt und wollte mit meiner Bemerkung sicherlich nicht einen auf besserwisserisch machen. Es ging doch nicht mal ums Geschäft.
    Nein, ihr ging es wohl viel mehr um die Geschichte mit ihrem Bruder und so nahm das Missverständnis seinen Lauf!
    WeißeRose schreibt:
    Wenn sie mich in geschäftlicher Hinsicht auf etwas aufmerksam machte oder mir einen Auftrag erteilte, habe ich nie rumgezickt. Ich verweigere sicherlich keine Aufgabe am Arbeitsplatz und gebe auch immer mein Bestes, wenn mir die Aufgabe nicht so sehr liegt. Ich kann auch mit Kritik umgehen, es geht nur darum, wie man diese Kritik rüberbringt. Aber ich lasse mich nicht anschreien, beschimpfen und demütigen - auch nicht von Vorgesetzten. In dieser Klitsche hielten das die Vorgesetzten für ganz normal und erwarteten, dass die Angestellten sich alles gefallen ließen. Deshalb kommen und gehen dort die Leute am laufenden Band. Die besagte Frau wurde übrigens letztes Jahr nach 17 oder 18 Jahren Betriebszugehörigkeit entlassen - weil sie dem Firmenbesitzer widersprochen hatte.
    Tja, wir meinen immer uns selbst ggggg!
    WeißeRose schreibt:
    In diesem Punkt bin ich ganz deiner Meinung. Leider habe ich gerade in solchen Firmen eher die Erfahrung gemacht, dass das sog. "Teamwork" nichts als eine hohle Phrase war. Wenn einer mal unabsichtlich einen Fehler gemacht hat, musste er damit rechnen, von den Kollegen bei den Chefs verpfiffen zu werden. Manchmal baten uns die Vorgesetzten auch um Einzelgespräche und wollten uns dazu zwingen, unsere Kollegen zu verpetzen.
    Die Nummer greift allerdings immer weiter um sich. Diese ätzenden Einzelgespräche oder diese seltsamen Überraschungsfragen, wenn es gerade um ganz andere Dinge geht! In den Einzelgesprächen wird man aufgefordert, alles von sich zu geben, was einen stört und am Ende wird es gegen den Angeschuldigten eingesetzt! Solche Geschichten kenne ich auch und ich tu mittlerweile nen Teufel und unterhalte mich mit Kollegen oder Vorgesetzten über andere Kollegen. Ich halt einfach nur noch den Schnabel und wenn jemand zu mir kommt und mich auf seltsame Er eignisse aufmerksam macht, winke ich meist nur ab. Oder gebe Zeichen von mir, dass es doch egal und unwichtig ist! Funktioniert natürlich nicht immer, aber immer öfter und ich werd auch immer gelassener in der Frage! Schwieriger wird es mit den Menschen, die ständig rummeckern und auch noch schreien - die sind wirklich das Hinterletzte! Wie mensch mit denen umgeht, weiß ich nicht! Da hab ich keine einzige Idee. Denen kann man nichts recht machen und die finden auch bei der einfachsten Frage immer eine Möglichkeit, rumzuschreien und eine Grundsatzdebatte zu beginnen - in der Zeit wäre dann die gesamte Arbeit meist längst erledigt! Passiert bei uns jeden Tag! Da hab ich noch längst keinen Weg gefunden bzw. ich ziehe mich dann immer weiter zurück! Kommt meine Vorgesetzte begeistert angerannt, um mir eine bestimmte Funktion in einem Informationsprogramm zu zeigen. Ich versteh erstmal gar nichts, da ich die Funktion ständig einsetze und mich mit dem von ihr gewählten, äußerst aufwändigen, Weg schon lange nicht mehr aufhalte. Witz komm raus: Ein paar Tage vorher hatte ich über diese Funktion mit ihr gesprochen - ahnungslos, dass sie nicht wusste wovon ich spreche! Und ich hab berichtet, dass mir ein paar Fehler in der Funktion aufgefallen sind, die ich nur sehr aufwändig kompensieren konnte - immerhin geht es teilweise auch um richtig viel Geld - da möchte ich mich schon auf die Auskünfte verlassen können! Im Streitfall hockt sie am längeren Hebel - sie behauptet einfach, dass sie mir ja alles gezeigt hätte und ich nicht genügend nachfrage bla, bla, bla! Wir verstehen uns einfach nicht und sie hört schon reichlich oft nicht zu - allerdings klappe ich auch die Ohren zu, wenn sie mit ihrer Aufgeregtheit ankommt und mich mit Doppelbotschaften überschüttet! Ist im Alltag extrem ärgerlich, mir ist aber noch nichts eingefallen, wie ich das beseitigen könnte - na ja, hat sich ja eh erledigt. LG Waldsteinie

  8. #18
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir?

    Liebe Rose,

    Schlechtes Führungsverhalten ist oft vorhanden.

    Man muss ruhiger werden. Es gibt Job und privates. und privates im Job ist nie wichtig. Ich habe gelernt Menschen ernst zu nehmen, wenn jemand ********* ist, das muss man darauf Rücksicht nehmen.

    Schreiber (elwirwarr und Streamy) sprachen bereits das 1x1 den Benehmens in der Firma an. Ein Schreiber Empfahl die Absicherungspolitik per Bestätigung-Mail.

    Die gängige und oft übersehene Definition von managen ist: Probleme erkennen und Lösen. Ein sehr philosophischer Satz und zum lange drüber nachdenken geeignet. Dies möchte ich nun näher aufführen an die hier aufgeführten Beispiele (verzeiht, wenn ich nun Autor und Namen teilweise verdrehe, der Inhalt ist Wichtig!)

    Du bietest deine Arbeitskraft und deine Talente an. Diese Talente sollte man integrieren. Ansonsten können Nachteile für die FA entstehen. Und man muss nicht immer alles so ernst nehmen, insbesondere nicht sich im Job, weil Aufgabe ist nur das zu tun, wofür du dein Geld bekommst - und die Aufgabe bestimmt dein Chef.

    Die Strategie bestimmt dein Chef. die nette Frage: verstehe ich das das, oder übersteigt das meine Gehaltsstufe, stellt dies sehr plakativ dar.

    Die Dummheit und Arroganz sind im Job alltäglich anzutreffen und ist kein Privileg der "schlecht Ausgebildeten". Oft habe ich dies schon bei Ingenieuren und Dipl. Kaufleuten erlebt - sie konnten sich halt nur besser rausreden und das gut genug kaschieren.
    Ich sagte im bestimmten Jobsituationen: ...man muss seinen Vorgesetzten erziehen... . Dies ist in subtil in bestimmten Bereichen und Grenzen möglich.

    Ein Schreiber berichtete von seiner ADHS-Mitarbeiter, die zu pinkelig ist und sogar ihren Chef korrigiert. Dies geht natürlich nicht, das entspricht das Vorführen des Chefs. Dieses Problem ist erkannt, zum lösen kann es vor allem 2 Möglichkeiten geben: 1. es ist ein guter Mitarbeiter und man kann ihm das einmal nett sagen und ggf. einen Benimmkurs empfehlen. 2. Rauswerfen.

    Ich halte sehr lange mich mit privaten Sachen zurück. Ich flirte nicht mal in der Firma, wo ich arbeite (naja, kann ich eh nüch so erfolgreich ;-) ). Den Redefluss der Kollegen Stoppe ich selten, weil sie mir doch wertvolle Infos gegen über Werte , die für sie wichtig sind und ich zu beachten habe - vor allem halte ich mich mich persönlichen (vor allem negativen) Meinungen und Bewertungen zurück. Zudem bin ich Jobmäßig so oft gescheitert (durch oft äußere Einflüsse), das man das locker nehmen sollte (Zumindest versuchen).

    Es kann einem Arbeitergeber nichts besseres passieren, als einen ADSler/Adhsler zu beschäftigen, der sein Steckpferde im Job gefunden hat - wenn er bereit ist die ungewöhnlicheren Macken (durch Biographie und Persönlichkeit) zu akzeptieren und Veränderungsmöglichkeiten zu eröffnen und sich auch der ADS/ADHSler einwenig der Struktur anpasst. Es ist jedoch eine strategische Entscheidung, von ganz Oben (über die Firmenkultur) vorgegeben.

    Nun habe ich zu vielen Randbereichen mehr oder weniger Stellung genommen, jedoch die erste Fragestellung sehr ungenau beantwortet:
    Höflichkeit, nett erinneren (würde das vom Schreibtisch bekommen, weil mein Schreibtisch so voll ist), sich und seine Kompetenz nicht immer so wichtig nehmen und nach außen zu tragen (ist nur ein Job), die eigene Analysefähigkeit nur im Rahmen des Möglichen einsetzen. Der Vorgesetzte hat die Richtlinienkompetenz und nur er muss sich entscheiden ob boss or chief.

    Die Absicherungs-mail Politik kann in gewissen Grenzen eine Alternative sein. Die Beinhaltet eine ganzheitliche Nutzung des Tools (CC, BCC, ...) und sollte ggf. auch Sinn machen. Das sollte man sich aber sehr genau überlegen, ob man es einsetzen will.


    .......

  9. #19


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir?

    Ich habe sowohl in kleinen Betrieben als auch in Großbetrieben gearbeitet
    und stellte im Laufe der Jahre fest, dass vorwiegend ich nicht immer team-
    fähig gewesen bin. Ich war meist unsicher und fühlte mich zu wenig
    kompetent.

    @weiße Rose: Ich habe selber noch nicht das Pech gehabt, so richtig
    fiese Vorgesetzte zu haben, aber schon von vielen Bekannten und
    Freunden davon gehört. Und das waren ganz sicher nicht vorwiegend
    "ungebildete Menschen". Es waren sehr häufig sozial wenig kompetente
    hochqualifizierte Manager. Und von solchen hochgebildeten Menschen
    würde ich mich genauso wenig unterbuttern lassen, wie von weniger
    gebildeten Menschen. Hat der weniger Gebildete jedoch recht, gefällt
    mir das vielleicht nicht, aber ich kann es annehmen. Das hat nichts mit
    Bildung zu tun.
    Ich habe übrigens einen kleinen Betrieb und meine liebste Mitarbeiterin
    hat einen höheren Abschluss als ich. Und das ist für uns beide keine
    Problem. Und wir alle sind in der Lage uns einzubringen. Wir lästern
    auch mal übereinander, aber wir können über alles reden. Und jeder der
    neu hier ist, darf sich gerne konstruktiv einbringen. Aber nicht mit Dingen,
    die sich hier als funktionierend erwiesen haben und den normalen
    Ablauf gravierend stören würden. Über Vorschläge wird geredet und wenn
    sie sich als schlecht praktikabel erweisen muss jeder damit klar kommen,
    dass sie nicht umgesetzt werden.
    Übrigens darf auch eine Reinigungskraft bei uns gerne mitreden. Wenn die
    Idee gut ist, dann hören wir auch auf sie. Egal wie gebildet sie ist.

  10. #20
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir?

    Hallo alle,

    Bei lesen ist mich einiges durch der kopf gekommen.

    Ich habe in mein leben viel jobs gehabt, da es leider oft nicht geklappt hatte... Zum teil auch weil ich mich nicht wirklicht benommen konnte, aber auch weil ich vergesslich, langsam u.s.w. bin.

    Einiges habe ich gemerkt ist mich als ADSlerin wichtig: ich muss mein vorgesetzt sympatisch finden um ihm dann zu respektieren... So was merke ich ehe am vorstellungsgespräch. Dort sehe ich auch wie es mit der kommunikation geht: versteht er meine frage, oder antwortet total daneben? Wenn jemand meine frage nicht versteht, wie kann ich dann mit ihm gut arbeiten?

    Ja, dann kann sein dass ich ein andere minung habe als mein vorgesetzt... Reden ist ok, aber der chef entscheidet. Eigentlich, hat er auch die verantwortung und wenn etwas schief läuft weil er falsch entschieden hat, bekommt er als erste die konzequenzen... Ich sehe auch dass ein chef hinten seine produkten und dienstleistunge stehen muss und es geht nur wenn der team mitmacht...
    Auf dauer kann ich nicht eine arbeit machen für ein chef die ich als trottel sehe, weil ich seine entscheidungen meistens blöd finde... Entweder frage ich mein chef nach der sinn seine entscheidung und kann es verstehen (aus seine perspektiv sehen, was nicht von allein geht!), oder ich gehe anderswo... Aber eben, wenn am anfang die chemie stimmt, sollte dort auch kein problem sein.
    Am bestens komme ich mit chaotische, vergessliche, impulsiven chef klar... Da falle ich nicht auf und... Ich rege mich auch nicht auf..

    über andere lästern gehört wohl zu menschen und nicht nur auf der arbeit! Man kann es auch sinnvoll nützen. Andere zuhören wie sie lästern und über wer, sagt mehr über der lästermaul als auf der abwesende... So lerne ich kennen, auf was besonders, andere menschen allergisch reagieren und auf was ich beachten muss. Wenn jemand über unordnung und dreck làster dass jemand hinternlàsst, weiss ich dass ich mich da auf nase nehmen muss und mein ADS lieber im griff haben sollte.
    Es hilft auch sonst dampf abzulassen... Lästern um nur jemand schlecht zu machen mag ich nicht und ich mag es auch nicht zuzuhören... Aber wenn es drum geht, zu sagen dass man mit eine eigenschaft von jemand mèhe hat und eine lösung dafür zu finden, finde ich schon sinnvoll!

    Ich arbeite in eine frauenteam und es ist erstaunlich wie wenig es heftig gelästert wird. Aber, wir suchen auch schnell mit ein konflikt ein weg dazu... Ja, wenn wir über der miese laune unsere cheffin reden, ist nicht um zu sagen wie schlecht sie ist, aber nur um uns zu informieren dass es heute wieder besser ist, sie im ruhe zu lassen, bis sie sich beruhigt hat, weil sie stress hat im moment.

    Ich habe auch gelernt dass man auf arbeit fast alles sagen kann, aber nicht auf irgenwelceh weise... Also, du art wie etwas mitgeteilt wird, macht sehr viel aus... Kommunikation ist sehr wichtig! Ob es ideen mitteilen, fragen stellen oder mal auch um hilfe bitten weil man mit eine aufgabe im schwierigkeit gerät...

    Mich war auch wichtig zu lernen stinos zu verstehen (sie scheine mich soo seltsam und kommisch), wissen was ihnen wichtig ist (eben oft die kleine details), es aus ihre persepektiv zu sehen (ja, geht wieder nicht von selbst) um mit ihnen eine gute umgang zu finden.

    lg

Seite 2 von 3 Erste 123 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Und es geht schon wieder los
    Von mimele im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 25.02.2013, 18:39
  2. schon wieder vergessen
    Von Kaffeetante im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 9.04.2011, 01:47

Stichworte

Thema: Schon wieder Ärger im Job - liegt es wirklich nur an mir? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum