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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 200

    Hinterfragen, philosophieren

    Ich habe schon immer alles hinterfragt, die normalsten Dinge. Mit 15 fing ich dann an über das Leben an sich nachzudenken.
    Mit 16 bekam ich Depressionen, schmiss die Schule und hatte sehr viel Freizeit. Auch die nutzte ich weiter zum Hinterfragen der "normalen" Dinge,
    ich nannte es philosophieren, da ich nach Antworten suchte und auch viele fand. Ich hörte nie auf jeman anderen, meine Meinung war für mich
    immer die einzig richtige. Wenn ich etwas nicht wusste, konnte ich es mir eingestehen aber wenn ich etwas wusste, dann war es für mich die absolute Wahrheit.
    Ich hielt mich für etwas besseres, da ich niemanden kannte, der mir ähnelt. Ich kannte zwar einige Leute, die Anzeichen auf ADHS hatten,
    aber niemanden, der soviel nachdachte und hinterfrage. Da dieses Hinterfragen kein Symptom und auch kein Merkmal von ADHS ist,
    fühlte ich mich ziemlich allein und ausgegrenzt, jedoch fühlte ich mich auch allen überlegen, da ich wusste, es gibt - wenn überhaupt - nicht viele
    Menschen, die "Fähigkeiten" besitzen, die ich habe. Mir schien es, als hätte ich die Antwort auf alle Fragen gefunden, und wenn das außer mir niemand
    geschafft hat, dann muss ich einfach etwas besonderes sein, die anderen seien nichts wert. Ich war also größenwahnsinnig. Gleichzeitig war ich auch massiv
    suizidgefährdet.

    Das war damals total extrem, ich habe mich sehr verändert und hörte auf soviel nachzudenken. Das Hinterfragen passiert natürlich weiterhin automatisch,
    aber mittlerweile habe ich Kontrolle darüber und nicht anders rum. Ich bin nicht mehr suizidgefährdet, auch wenn die Erkentnisse zu denen ich gelant bin,
    mich wahrscheinlich für immer negativ geprägt haben. Der Größenwahn ist tief im Innern geblieben, ich denke immer noch, ich könnte und wüsste etwas,
    was sonst keiner kann/weiß, jedoch lass ich mir das nicht anmerken und versuche möglichst normal zu sein, habe auch meine Meinung zu anderen Menschen zum positiven hin geändert.

    Ich weiß nicht, warum ich überhaupt soviel geschrieben habe - wahrscheinlich nur um zu verdeutlichen wie arg dieses Hinterfragen bei mir ist -
    aber eigentlich wollte ich nur eine Frage stellen: Kennt das jemand, wie (un-)üblich ist das für ADHS eigentlich?
    LG

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Hinterfragen, philosophieren

    Ich kenne das auch von meiner Jugend.

    Ich nannte es "Grübelkrankheit".
    Zum Glück sind im Laufe der Zeit viele Gehirnzellen abgestorben, die damit
    wahrscheinlich etwas zu tun haben. Und ich nehme MPH, dann wird alles ein bisschen egalisiert im Oberstübchen.

    Als Größenwahn würde ich es nicht bezeichnen, aber ich bilde mit auch schon manchmal ein, ich sei was besonderes.

    LG Gretchen

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