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Diskutiere im Thema Fluguntauglichkeit durch ADHS - und nun? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Merħba

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 447

    Fluguntauglichkeit durch ADHS - und nun?

    Hallo liebe Chaoten

    Werde versuchen sachlich zu bleiben auch wenn ich momentan noch ziemlich geladen bin.
    Heute haben sich die Ereignisse überschlagen. Ich hatte eine Stelle als Flugbegleiter sicher, befand mich schon in Ausbildung, als der Anruf aus der Flugmedizin kam.
    Wegen meines Berichtes über ADHS muss ich als untauglich eingestuft werden, obwohl alle Untersuchungswerte makellos sind! Dieses Urteil kam zudem erst nach Rücksprache mit einem anderen Mediziner zustande, da es offenbar kein Patntrezept für ADHS-Fälle gibt.

    Es hieß, da u.a. laut meiner Aussage impulsives Verhalten auftritt, könne man kein Risiko eingehen. Nun frage ich mich allerdings, ist das so in Ordnung?

    Fakt ist
    -ich habe dem zuständigen Arzt lediglich im Vertrauen mitgeteilt, dass eine "ADHS-Symptomatik mit Teilausprägung" vorliegt. Es wurde weder etwas untersucht, noch ein Psychologe herangezogen, noch der Befund aus der Uniklinik Köln angefordert.

    -Medikinet o.ä. nehme ich nicht und habe es auch nie.

    -Es gibt keinerlei Referenzen über Ausraster in der Vergangenheit. Im Gegenteil, mindestens zwei Arbeitgeber könnten jederzeit bestätigen dass ich niemals durch Impulsivität aufgefallen bin. U.a. war ich ein Jahr im Einzelhandel tätig. Auffälligkeiten waren eher im Privatbereich. Vorbestraft etc.bin ich nicht.

    -Dank Hyperfokus wäre ich mit Sicherheit in Gefahrensituationen handlungsfähiger als ein Stino-Kollege. Bei letzteren besteht im Übrigen auch keinerlei Garantie dass diese dem Berufsstress gewachsen sind.

    Was kann man tun? Kann man etwas tun?


    Thorsticek, der sein Ziel weiter mit Nachdruck verfogt

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Fluguntauglichkeit durch ADHS - und nun?

    Ich glaube im Flugverkehr sind alle Firmen sehr vorsichtig und auf maximale Sicherheit bedacht. Ich hatte mich schon gewundert als du vor kurzem geschrieben hast das du nun Flugbegleiter wirst. Ob da arbeitsrechtlich in deinem Fall etwas zu machen ist kann ich leider nicht beurteilen. Hattest Du schon einen unterschriebenen Arbeitsvertrag bzw. hatte deine Ausbildung schon begonnen?

  3. #3
    pero

    Gast

    AW: Fluguntauglichkeit durch ADHS - und nun?

    Ob da arbeitsrechtlich in deinem Fall etwas zu machen ist kann ich leider nicht beurteilen. Hattest Du schon einen unterschriebenen Arbeitsvertrag bzw. hatte deine Ausbildung schon begonnen?
    Da wird es sicherlich einen Passus mit "vorbehaltlich medizinischer Flugsicherheit" geben.

    Ich denke das beste wäre es das Gespräch mit dem Arzt zu suchen.

    Werde versuchen sachlich zu bleiben auch wenn ich momentan noch ziemlich geladen bin.
    Oh wie ich das kenne... Kritik geht immer direkt durch, führt sofort zu "Diese Vollpfosten, die haben ja keine Ahnung...." Gefühlen... Hallo ADHS....

    Aber was wäre wenn so eine Situation im Flug auftritt? Könntest Du ruhig bleiben wenn da jemand völlig ausrastet?

    LG
    pero

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Fluguntauglichkeit durch ADHS - und nun?

    Luftfahrt und ADHS ist in D gaaaanz kniffelig. In den USA wird das pragmatisch gehandhabt, bei uns spinnen die. Aber bei uns ticken alle durch wenn es um Luftfahrt geht. Es gibt keinen Bereich der noch irrer und vor allem unlogischer reglementiert ist. Kann ich mal gelegentlich mit Fliegerlein ein Duett singen ... aber du willst dich ja nicht vorne links hinsetzen.

    Hilft dir auch nicht weiter ....



    Kannst du kein Gutachten anbringen dass eine niedrige Impulsivität bescheinigt? Du nimmst ja auch kein MPH.

    Fragen wir mal anders: Welches Risiko hat dein Arbeitgeber wirklich? Nicht dass du austickst, das machst du eher weniger in echten Notsituationen. Warum sind denn so viele ADHSler bei der Feuerwehr oder dem THW und ähnlichen Truppen? Du bist weniger Stressresistent und neigst etwas mehr zu Ausfällen wegen Depressionen etc!

    OK. Das ist ein Risiko. Aber wenn er dich pfleglich behandelt wirst du einen prima Job machen. Also.

    Ich würde wahrscheinlich in die Offensive gehen.

  5. #5
    Merħba

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 447

    AW: Fluguntauglichkeit durch ADHS - und nun?

    Hallo alle zusammen!

    Erstmal bin ich froh über eure Rückmeldungen, käme mir sonst ein wenig hilflos vor, vielen dank =)

    Pantaleon schreibt:
    Hattest Du schon einen unterschriebenen Arbeitsvertrag bzw. hatte deine Ausbildung schon begonnen?
    Den hätte ich ironischerweise gestern unterschrieben. Es war der 2. Ausbildungstag.

    pero schreibt:
    Kritik geht immer direkt durch, führt sofort zu "Diese Vollpfosten, die haben ja keine Ahnung...." Gefühlen... Hallo ADHS....
    Aber was wäre wenn so eine Situation im Flug auftritt? Könntest Du ruhig bleiben wenn da jemand völlig ausrastet?
    Ich habe im Einzelhandel gearbeitet und dies dem Arzt gesagt. Das bedeutet, nach 2h Uni und einer ebenso langen Bahnfahrt bis abends Getränkekästen schleppen. Glaubt mir, da durfte man sich dann sconmal um kurz vor 8 von einem Mitbürger der Kathegorie RTL-am-Mittag anhören was für ein inkompetenter Vollidiot man wäre. Kein Problem! Es gab nicht einen zwischenfall, ich gehe mit sowas sehr sachlich um, es ist ja ein Job und nichts privates.

    Wildfang schreibt:
    ... aber du willst dich ja nicht vorne links hinsetzen.
    .
    Das sagte der Doc erst auch, deswegen hieß es zunächs es wäre wohl ok, zumal ich mich per Unterschrift selber als unbedenklich eingestuft habe.
    Allerdings habe ich vorne links privat noch vor, alleine deshalb ist mir ein wenig mulmig bei dem Urteil, schließlich ist das nun archiviert...

    Wildfang schreibt:
    Kannst du kein Gutachten anbringen dass eine niedrige Impulsivität bescheinigt? Du nimmst ja auch kein MPH.
    Fragen wir mal anders: Welches Risiko hat dein Arbeitgeber wirklich? Nicht dass du austickst, das machst du eher weniger in echten Notsituationen. Warum sind denn so viele ADHSler bei der Feuerwehr oder dem THW und ähnlichen Truppen? Du bist weniger Stressresistent und neigst etwas mehr zu Ausfällen wegen Depressionen etc! .
    Das ist der Punkt, wenigstens ein psychologisches Gutachten oder eben meine bisherigen Arbeitgeber als Referenz, oder etwa die genauen Unterlagen aus Köln anfordern bevor man pauschal verurteilt wird.
    Risiko? Vielleicht vergreife ich mich mal im Ton, aber das kann jedem anderen Azubi auch passieren! ADHS hin oder her, ich kann mich schon zusammenreißen wenn es um den Job geht, die Impulsivität kommt eher privat zum Vorschein, Stimmungsschwankungen auch.


    Ach ja, ich war übrigens viele Jahre bei Feuerwehr und DRK, hat im Einsatzfall reibungslos geklappt. Schwerverletzte? Kein Thema.

    Wildfang schreibt:

    Ich würde wahrscheinlich in die Offensive gehen.
    Genau das. Habe vor mich schriftlich an die Leitung des Unternehmens zu wenden um eine Stellungnahme abzugeben, in der ich gleichzeitig um eine Einzelfallentscheidung bitte. Weiterhin will ich mit dem Doc telefonisch Rücksprache halten um mich über die genauen Konsequenzen zu informieren.
    Was meint ihr?

  6. #6
    pero

    Gast

    AW: Fluguntauglichkeit durch ADHS - und nun?

    Genau das. Habe vor mich schriftlich an die Leitung des Unternehmens zu wenden um eine Stellungnahme abzugeben, in der ich gleichzeitig um eine Einzelfallentscheidung bitte. Weiterhin will ich mit dem Doc telefonisch Rücksprache halten um mich über die genauen Konsequenzen zu informieren.
    Was meint ihr?
    Hört sich nach einem guten Plan an.
    Ich würde allerdings erst mit dem Arzt sprechen. Was einmal geschrieben wurde kann man schwer zurücknehmen.

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.871

    AW: Fluguntauglichkeit durch ADHS - und nun?

    Ich sage: Kämpfen! Und alles, was Du an Bescheinigungen/ Arbeitszeugnissen/ Gutachten o.ä. hast, dem Unternehmen vorlegen, um zu belegen, dass Du sehr wohl tauglich bist!
    Wer Feuerwehr und DRK kann, schafft Flugbegleitung mit links!
    Hast Du im Unternehmen einen Ansprechpartner? Kann dieser Arzt Dir sagen, welche Unterlagen sich zu Deinen Gunsten auswirken würden?

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Fluguntauglichkeit durch ADHS - und nun?

    Hallo !

    Klingt mir ziemlich ungeheuerlich, ein "über den Kamm scheren" sondergleichen.
    Ich denke, da würde ich auch gegen angehen.
    Und ja, Informationen einholen ... ganz wichtig.
    Vielleicht wendest du dich an eine Beratungsstelle, eine Patientenberatung?
    Ich weiß, dass innerhalb einer solchen Organisation Mediziner, Psychologen und auch Juristen angestellt sind.
    Die Informationen, die man dort erhalten kann sind fundiert.

    rajas

  9. #9
    Merħba

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 447

    AW: Fluguntauglichkeit durch ADHS - und nun?

    So, das Schreiben ist aufgesetzt und versandbereit. Den Arzt rufe ich allerdings später an. Habe auch darauf hingewiesen, dass es sich keinesfalls um Kritik am Arzt oder dem Unternehmen handelt, sondern ich lediglich die pauschalisierte Vorgehensweise für ein solch breites Symptom-Spektrum für fragwürdig erachte, zumal es außer meiner eigenen Aussage keine Anhaltspunkte für irgendeine Gefahr gibt.

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Fluguntauglichkeit durch ADHS - und nun?

    Ich würde an Deiner Stelle jetzt erstmal 2 Tage darüber schlafen bzw. Dir Rat
    a) bei dem Arzt
    b) einer Selbsthilfegruppe
    c) ggf. beim Sozialveraband AH-TA
    suchen.

    Ehrlich gesagt : Ich verstehe nicht, warum Dein Arbeitgeber von Dir überhaupt das erfahren hat.
    Ich kann nachvollziehen, dass ein Arbeitgeber bei unklarer rechtlicher Situation kein Risiko eingehen will, vielleicht sogar nicht darf. Die Bestimmungen sind ja immer abstrakt und nicht auf den Einzelfall bezogen. Aber ein Arbeitsmediziner bzw. -psychologe darf eben auch entscheiden, dass Du nicht geeignet bist. Gerade in diesem Bereich

    Das ist bitter. Aber mit dem "Kopf durch die Wand" wirst du nicht weiter kommen.

    Man könnte prüfen lassen, ob es sozialrechtlich erlaubt ist so zu verfahren. Gerade weil ja keine Diagnose vorliegt. Das erscheint mir auch fraglich. Aber in diesem Fall warst ja DU die Auskunftsquelle, oder ?

    Dann könnte man prüfen, ob nun im Sinne von Inklusion oder sonstiger sozialrechtlicher Regelungen ein Ausschluss eines Auszubildenen nach Vertragsunterzeichnung erlaubt ist oder aber dann zumindest eine Umsetzung oder so erfolgen muss.

    Da bin ich aber kein Experte.

    Es geht hier ja nicht um die Frage, was ein Flugbegleiter mit ADHS kann oder nicht kann. Ich wette, zig hundert Flugbegleiterinnen und -begleiter weltweit haben ADHS. Aber das ist hier gar nicht die Fragestellung.

    Vielmehr geht es um die Frage, ob man flugmedizinsch ausgeschlossen werden kann.

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