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Diskutiere im Thema Ist es peinlich arbeitslos zu sein? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 9

    Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Liebe Community,

    ich (30) habe mich heute hier angemeldet und hoffe auf einen interessanten Austausch mit euch.
    Bei mir wurde ADS im Teenageralter von 16 Jahren diagnostiziert.
    Ich war immer die typische "Traumsuse", also extrem verträumt, langsam und schusselig. Da ich auch schüchtern und ängstlich war, war ich fast während der gesamten Schulzeit Außenseiterin.
    Wen wundert es da, dass ich immer sehr gutmütig war und man mich prima ausnutzen konnte. Schließlich war ich bereit fast alles zu tun und zu geben, um endlich mal dazuzugehören.

    Ich war schon eine eher unterdurchschnittliche Schülerin auf dem Gymnasium, aber das Berufsleben ist Horror pur für mich!
    Ich habe mich in verschiedenen Bereichen versucht. Hatte schon in meiner Ausbildung zur Speditionskauffrau große Probleme. Anschließend arbeitete ich ein paar Jahre als Telefonistin, kurze Zeit im Büro, in der Küche eines Krankenhauses, in einer Bibliothek und in einem Altenheim.

    Leider hat es nirgendwo so richtig funktioniert.
    Zum einen habe ich Probleme mit der Handlungsplanung und deren Ausführung. Mir wurde oft gesagt, ich würde alles so umständlich machen. Dadurch verliere ich dann jede Menge Zeit, was schlecht ist, da meine Motorik eh verlangsamt ist. Also ich habe das Gefühl, dass meine Arme und Hände nicht so recht mitmachen, was die schnelle Ausführung von Tätigkeiten betrifft. Da ist ein Gefühl als wenn da etwas blockiert.
    Ich bin auch oft unkonzentriert. An manchen Tagen kann ich fehlerlos arbeiten, aber an anderen (die häufiger sind) bekomme ich rein gar nichts auf die Reihe!
    Leider bin ich auch nicht belastbar. Wenn ich großen Zeitdruck habe und etwas gelingt nicht so, könnte ich auf der Stelle in Tränen ausbrechen. Oder mich packt die Wut und ich muss jede Menge Kraft darauf verwenden, keinen Tobsuchtsanfall zu bekommen.

    Zur Zeit bin ich mal wieder auf Arbeitssuche.
    Ich fühle mich inzwischen so minderwertig, weil viele andere so mühelos ihren Platz im Berufsleben gefunden haben.
    Vor allem fühle ich mich dann so wertlos, wenn von anderen komische Kommentare kommen.
    Wenn ich Bekannte z.B. frage, was man am Wochenende machen könnte, kommt schon mal die Antwort, dass Freizeit aber Geld kostet. Sie meinen damit wohl, Geld, das ich als Arbeitslose wohl kaum haben dürfte!
    Eine Bekannte sagte mal zu mir, dafür, dass ich arbeitslos sei, habe ich aber recht viel zum Anziehen.
    Ich weiß auch, dass die Nachbarn im Haus mich dafür verachten, dass ich nicht regelmäßig einem Job nachgehe.
    Ein besonders "freundlicher" Nachbar beschimpfte mich als "blöde Hartz IV-Empfängerin".
    Ein anderer sagte mal laut auf dem Balkon zu seiner Besucherin, dass man froh sein könne, überhaupt einen Job zu haben und Geld verdienen zu können.

    Außerdem benötige ich eine Zahnbrücke.
    Laut Heil-und Kostenplan müsste ich 1500 € zuzahlen.
    Da ich zur Zeit von ALG II lebe, habe ich mich gestern bei der Krankenkasse erkundigt, ob die Härtefallregelung bei mir zutreffen würde. Die Mitarbeiterin hat mir ausgerechnet, dass ich dann den doppelten Zuschuss bekomme. Ich hätte dann aber immer noch einen Eigenanteil von etwas mehr als 1000 €.
    Die Mitarbeiterin sagte, sie benötige den Heil-und Kostenplan im Original und den Bewilligungsbescheid vom Jobcenter.
    Heute morgen war ich beim Zahnarzt und fragte nach dem Original. Er fragte, wofür ich das brauche, weil die Praxis das normalerweise zur Krankenkasse schickt. Ich sagte, dass man mir wohl den doppelten Zuschuss bewilligen würde und ich den Plan daher zur Überprüfung einreichen müsse.
    Er musterte mich darauhin so komisch und antwortete:"Oh, da müssen Sie aber ein sehr niedriges Einkommen haben."
    An der Rezeption händigte er mir den Heil-und Kostenplan aus und erklärte dann laut, so dass es seine Helferinnen mitbekamen, wo die Krankenkasse den Vermerk für die Härtefallregelung machen würde.
    Härtefallregelung - wie das schon klingt!
    Mir ist das peinlich, weil er doch denkt ich würde arbeiten gehen.
    Bis Ende Februar musste ich bei der Terminvergabe ja auch immer erst überlegen, ob der Termin ok ist, da ich im Altenheim in Wechselschicht gearbeitet habe.
    Seitdem hat er mich schon mal gefragt, ob ich am Wochenende frei habe oder ich solle wieder reinkommen zur Kontrolle "falls es meine Zeit erlaube".

    Ich habe echt ein Problem mit meiner Arbeitslosigkeit, weil andere mich spüren lassen, dass ich dadurch minderwertig bin.
    Kennt ihr das und wie geht ihr damit um?

    Liebe Grüße,
    Aletta
    Geändert von Aletta (24.05.2013 um 16:09 Uhr)

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Hallo Aletta,

    also ich finde die Folgen von Arbeitslosigkeit schlimm, nämlich dass man sich dann minderwertig vorkommen muss, obwohl es für Arbeitslosigkeit ja viele Gründe gibt...und die meisten aber über einen Kamm geschert werden.

    VG Amn

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Amneris schreibt:
    Hallo Aletta,

    also ich finde die Folgen von Arbeitslosigkeit schlimm, nämlich dass man sich dann minderwertig vorkommen muss, obwohl es für Arbeitslosigkeit ja viele Gründe gibt...und die meisten aber über einen Kamm geschert werden.

    VG Amn
    Hallo Amneris,

    ja, leider ist es so, dass man als Arbeitslose als faule Schmarotzerin abgestempelt wird.
    Wenn man sagt, dass man Probleme hat, einen geeigneten Job zu finden, ist das in den Augen anderer oft eine Ausrede.

    LG
    Aletta

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 34

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    hallo das was du geschrieben hast kommt mir wie ein spiegel vor auch ich habe probleme mit der arbeit auch ich bin arbeitslos auch ich habe schwierigkeiten mit koordinationssachen. bei mir hat es zum schluss zu einer deppression geführt. die ich seit langen mit mir herumschleife,um geregelt geld zu verdienen spuckte mir eine selbständigkeit im kopf herum.ich traue mich aber nicht weil ich bei meiner ads warscheinlich eh wieder alles verschussel. so wie meinen letzten termin beim arzt weil ich mal weder das datum verwechselt habe.mir einen anderen job zu suchen traue ich mich nicht aus angst alles wieder zu versauen. es gibt auch nicht alzu viele jobs für mich. naja.so kann ich dich total verstehen was du mitmachst. und mich macht wütend das deine nachtbarn und mitmenschen so gemein sind und so oberflächlich. ich wünsche dir trotzdem viel erfolg für dein weiteres

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 661

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Außerdem benötige ich eine Zahnbrücke.
    Laut Heil-und Kostenplan müsste ich 1500 € zuzahlen.
    Da ich zur Zeit von ALG II lebe, habe ich mich gestern bei der Krankenkasse erkundigt, ob die Härtefallregelung bei mir zutreffen würde. Die Mitarbeiterin hat mir ausgerechnet, dass ich dann den doppelten Zuschuss bekomme. Ich hätte dann aber immer noch einen Eigenanteil von etwas mehr als 1000 €.
    Typisch Krankenkasse Wenn dein Zahnarzt eine reine Regelversorgung vornimmt, muß deine Krankenkasse, auch über den doppelten Zuschuß hinaus die Kosten übernehmen....

    siehe § 55 Abs. 2 SGB V

    2) Versicherte haben bei der Versorgung mit Zahnersatz zusätzlich zu den Festzuschüssen nach Absatz 1 Satz 2 Anspruch auf einen Betrag in jeweils gleicher Höhe, angepasst an die Höhe der für die Regelversorgungsleistungen tatsächlich anfallenden Kosten, höchstens jedoch in Höhe der tatsächlich entstandenen Kosten, wenn sie ansonsten unzumutbar belastet würden; wählen Versicherte, die unzumutbar belastet würden, nach Absatz 4 oder 5 einen über die Regelversorgung hinausgehenden gleich- oder andersartigen Zahnersatz, leisten die Krankenkassen nur den doppelten Festzuschuss.
    Quelle: SGB 5 - Einzelnorm

  6. #6
    Simply me

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2.266

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Na ja, Dank Bildungssendern wie RTL, Sat1, ProSieben, RTL II etc. können sich viele unserer Mitmenschen ihr sehr komplexes und authentisches Wissen über Arbeitslose aneigenen. (Achtung, beißender Sarkasmus!)

    Das es gerade die schwarzen Schafe sind, die da als Paradebeispiel des typischen Arbeitslosen vorgeführt werden, ist den meisten nicht klar. Und auch nicht, wie die Realität eines Arbeitslosen sein kann. Welche Schwierigkeiten und Nöte damit verbunden sind. Und am wenigsten, auf welchen Wegen viele dort hineingeraten.

    Für die etwas debileren Vertreter unserer Art bedeutet Arbeitslosigkeit ja 365 Tage im Jahr Urlaub. Man kann sichs gut gehen lassen, ausschlafen und tun worauf man Lust hat. Das auch für uns der Alltag weitergeht, wir uns um Rechnungen, Kinder, den Haushalt und was nicht noch alles, kümmern müssen, das vergessen sie. Und selbst wenn wir soviel Zeit hätten, wie man uns nachsagt, hätten wir immer noch nicht genug Geld, um zu tun, wonach uns der Sinn steht. Im Grunde leben wir sehr eingeschränkt.

    (Und mit "wir" meine ich nicht diejenigen, die im TV damit prahlen, warum sie denn Arbeiten gehen sollen, wenn der Staat für sie sorgt. Mit "wir" meine ich diejenigen, die es ändern möchten, aber aus welchen Gründen auch immer nicht oder nur sehr schwer ändern können und dadurch zu einem sehr tristen Leben verdammt werden.)

    Ich habe schon oft genug von Müttern gehört, die sich grundlegende Sachen, die ihre Kinder benötigen (natürlich immer Second Hand), vom Mund absparen müssen, Kinder die oft eine Mahlzeit am Tag ausfallen lassen müssen, weil das Geld dafür fehlt oder alte Ehepaare, die sich gemeinsam für 1,50€ am Tag ernähren müssen. Sicherlich gibt es Wege, sich da zu behelfen, doch wie sehen die aus? So manchen würde es wohl den letzten Rest seiner Würde kosten, zur Tafel zu gehen, daher lassen es manche sicher lieber und "leben" so weiter, wie bisher. Denn wenigstens die, soll ihnen bleiben. Doch leider wird bei solche Fällen vom Amt aus nicht geholfen. Es gibt keine Sonderregelungen. Der feste Satz muß allen reichen, wenn sie damit nicht klarkommen, sollen sie schauen wo sie bleiben. Armut auf hohem Niveau. Survivaltraining und Überlebenskampf auf besonders raffinierten Wegen.

    Jemand der von ALG II lebt, kann froh sein, wenn er mit dem was er hat, über die Runden kommt. Und über die Runden kommen bedeutet das Nötigste. Wenn er es schafft, seine monatlichen Fixkosten zu decken, ist sonst nichts mehr drin. Deswegen gehen viele schon gar nicht mehr aus dem Haus, denn weitere Ausgaben bzw sich vergnügen, können sie sich nicht leisten.

    So geht es zwar auch vielen Berufstätigen, die gerade genug im Gegenzug für ihre harte Arbeit verdienen (oder auch nicht, sodass sie auch ALG II beantragen müssen), das sie damit das Nötigste zahlen und ansonsten knapp kalkulieren müssen. Aber die werden wenigstens nicht scheel angesehen.

    Mir sind bisher noch nicht viele Menschen begegnet, von denen ich den Eindruck hatte, das sie an das Thema unvoreingenommen rangehen. Deshalb hänge ich meine Situation auch nicht an die große Glocke. Denn ich habe keine Lust, mich scheel ansehen zu lassen oder mir solche Sprüche wie die Threaderöffnerin anhören zu müssen. Oder das diejenigen, die davon wissen, mich in eine Schublade stecken und jedesmal wenn sie mir begegnen, ein imaginäres ARBEITSLOS auf meiner Stirn sehen.

    Gerade heute, in unserer Leistungs- und Prestigeorientierten Gesellschaft, wird man so schnell zur Ausschußware. Als ungenügend angesehen.

    Man hat ja auch nichts zu bieten. Keinen tollen Schlitten vor dem Haus oder teuren Schmuck den man spazieren führen kann, keine tolle Position in einem großen Unternehmen und jettet auch nicht um die Weltgeschichte. Schlicht: Es geht (für Leute, die den Wert anderer an diesen Attributen bemessen) keinerlei Vorteil daraus hervor, mit so jemanden Kontakt zu haben. Warum also Zeit mit ihm verschwenden? Warum höflich und nett sein?

    Arbeitslos sein, ist auf keinen Fall ein Zuckerschlecken. Weder materiell, noch ideell. Vom Ansehen Arbeitsloser brauchen wir deshalb gar nicht erst reden. Normalerweise wird erstmal angenommen, das man seine Situation selbst verschuldet hat, unwillig ist oder ein faules Ei. Ein schwarzes Schaf. Es wäre schön, wenn Arbeitslose (zumindest die, bei denen es gerechtfertigt ist) mit genausoviel Respekt behandelt würden, wie andere auch. Und nicht wie Menschen der Weiß-Gott-wievielten-Klasse.

    Die Würde des Menschen ist unantastbar heißt es. Kann ihm nicht genommen werden.

    Sie ist antastbar. Und sie wird ihm genommen.
    Geändert von Seraphim (24.05.2013 um 17:13 Uhr)

  7. #7
    pero

    Gast

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Es ist leicht auf die KK zum schimpfen, aber vorher sollte man sicher sein das der Arzt tatsächlich eine Regelversorgung geplant hat und ggf. sich bei einem anderen Arzt eine zweite Meinung einholen.
    Ich denke das sie Sachbearbeiterin die Regelung kennt und aus diesem Grund überhaupt den doppelten Festzuschuss genannt hat.

    LG
    pero

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 661

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    pero schreibt:
    Es ist leicht auf die KK zum schimpfen, aber vorher sollte man sicher sein das der Arzt tatsächlich eine Regelversorgung geplant hat und ggf. sich bei einem anderen Arzt eine zweite Meinung einholen.
    Ich denke das sie Sachbearbeiterin die Regelung kennt und aus diesem Grund überhaupt den doppelten Festzuschuss genannt hat.

    LG
    pero

    Bei mir war es damals eine reine Regelversorgung. Ich habe dem Zahnarzt dies von vorneherein gesagt, und er hat seinen Vorkostenanschlag entsprechend gemacht. Dies hat der Sachbearbeiterin der Krankenkasse nicht interessiert und wollte auch nur den Doppeltenzuschuß zahlen. Ich hab ihr das Gesetz ausgedruckt gehabt. Ich mußte erst ein paar Etagen höher gehen, bis man einlenkte.

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Als ich die Frage gelesen habe, hab ich direkt gedacht, dass ich sie krass finde irgendwie.

    Ich denke jeder der nicht ganz weltfremd ist, ist sich darüber im klaren, dass das heutzutage so gut wie jedem passieren kann, dass er seinen Arbeitsplatz verliert, aus welchen Gründen auch immer. Dementsprechend finde ich es NICHT peinlich oder sonst was, wenn jemand arbeitslos ist. Auch ich war schon in der Situation und weiß wie schnell das gehen kann, auch unverschuldet, und finde Leute die über Menschen urteilen, weil sie arbeitslos sind ziemlich dumm und naiv!

    Ich habe nur ein Problem mit Menschen, die GERNE arbeitslos sind, einfach weil es ja viel bequemer ist und der Staat so dumm ist und ihnen ihr bequemes, faules Leben finanziert (und die das eben auch genau so sagen)! Da kommt mir die Galle hoch, einfach weil ich so eine Einstellung total zum brechen finde.... und wenn man schon so denkt, dann sollte man das gefälligst für sich behalten und sich nen Ei drauf backen und nicht noch anderen Leuten sagen wie dumm sie doch sind, dass sie arbeiten gehen (hab ich tatsächlich schon so erlebt, da fiel mir nix mehr zu ein)!

    Ansonsten kenne ich das Gefühl sich minderwertig zu fühlen, weil man Arbeitslos ist. Ich habe mich damals total mies gefühlt und als "den letzten Dreck"! Im Nachhinein betrachtet denke ich, dass ich da viel zu hart mit mir ins Gericht gegangen bin. Ich bin arbeitslos geworden, weil ich krank wurde und mein Vertrag daraufhin auslief und nicht verlängert wurde. PECH! Aber damals konnte ich das nicht so sehen, habe mich als Versagerin und Sozialschmarotzerin gefühlt (irgendwie Blödsinn ich hab ja vorher Jahrelang auch eingezahlt...aber so dachte ich halt)!
    Du bist ja auch nicht arbeitslos, weil Du nicht willst/wolltest, sondern eben auch wegen gesundheitlichen Einschränkungen.

    Ich finde generell muss jeder für sich wissen wieviel und was er arbeiten will, wichtig ist für mich, dass jemand mit seinem Leben was sinnvolles anfängt und nicht anderen auf der Tasche liegt, weil er keinen Bock auf gar nix hat.

    Leute wir Dein Nachbar... dazu kann man nix sagen! "Nett lächeln und winken!" ! Ganz ehrlich ...auf sowas würde ich gar nicht hören und bloß nicht zu Herzen nehmen! Was interessiert Dich das Geschwätz! Was weiß der denn von Dir???

    Grundsätzlich ist es halt ne Einstellungssache und ich finds auch mies wie man heute behandelt wird (zB beim Jobcenter), wenn man in diese Situation gerät. Denn die Leute, die ich kenne, die arbeitssuchend sind, die sind es nicht gerne und tun ihr Möglichstes um die Situation zu verändern und das finde ich wichtig.
    Allerdings weiß ich auch wie schwer es ist aus diesem Loch wieder rauszukommen in das man da fallen kann und ich finde, da sollte es viel mehr Stellen geben die die Menschen dabei unterstützen! Denn seien wir mal ehrlich, das Amt tut nix für Dich.... die schauen nicht was Du kannst oder was Dir liegt, die drücken Dir irgendeine Maßnahme auf oder nen Job der grade frei ist und fertig... hauptsache Deine Akte kommt vom Tisch.... dieses System (das keins ist) ist die Seuche und da kann man nur immer wieder mit dem Kopf schütteln.

    Was also Deine Situation angeht kann ich Dir nur raten (aus eigener Erfahrung) verlass Dich nicht drauf, dass Dir da jemand hilft! Such Dir selber eine Aufgabe! Überlege was Du könntest, was Du auch packen würdest, was Dir Freude bringen würde. Selbst wenn Du zB nur eine Ehrenamtliche Tätigkeit machen würdest irgendwo ein paar Stunden oder so wäre das doch ein Schritt und es gibt einem wieder mehr Selbstwertgefühl und Bestätigung!

    Ich wünsch Dir viel Erfolg !

    LG

    Rose

  10. #10
    Lysander

    Gast

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Arbeitslos zu sein ist NICHT peinlich. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man sich "minderwertig" vorkommt, was aber eigentlich unsinnig ist. Doch ist es mir ebenfalls so ergangen. Wahrscheinlich, weil Arbeit und Geld einen hohen Stellenwert haben. "Die Arbeit ist die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens, und zwar in einen solchen Grade, daß wir in gewissem Sinn sagen müssen: sie hat den Menschen selbst geschaffen", so Friedrich Engels. Arbeit sei die Selbstverwirklichung. Wer arbeitet ist redlich. Diese "Weisheiten" gehören zum Kollektiv- oder Kulturbewusstsein, falls es so etwas gibt.

    Eine Stigmatisierung erfolgt meiner Meinung nach nur, weil arbeitende Menschen Angst vor Arbeitslosigkeit haben. Die Angst vor der Angst und wovor man sich fürchtet, das möchte man vertreiben. Wenn ich etwas verteufle, distanziere ich mich, mache mich nicht gemein.
    Dabei gibt es keine "Gruppe der Arbeitslosen", das ist ein sprachliches Konstrukt. Wenn man sich das klar macht, kann man sein Rückgrat gerade halten. Der Mensch sollte sich nicht ausschließlich über seine Arbeit definieren. Das gebietet die Logik, denn ein Arbeitsloser bleibt ein Mensch.

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