Seite 3 von 12 Erste 12345678 ... Letzte
Zeige Ergebnis 21 bis 30 von 115

Diskutiere im Thema Ist es peinlich arbeitslos zu sein? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    @ Katichaos:

    Ohne die Rente von der Zusatzversorgung könnte ich von der normalen Rentenzahlung nicht leben.

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Katichaos schreibt:
    bei mir ist es ein Witz, ein ganz schlechter, und ich bekomme ergänzend H4...
    Jo, bei mir ist es auch ein relativ guter Witz (280 Euro), über den ich nicht so richtig lachen kann. Dafür wird er aber wenigstens jeden Monat neu erzählt.

  3. #23
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 613

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    krasse scheiße!!

    krank werden darf man eigentlich nicht....

    ich meine, wie soll ich mich stabilisieren, wenn ich a) nichts finde, b) hier sitze und langsam am Rad drehe, weil ich mir die Puste ausgeht...

  4. #24
    pero

    Gast

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Heute ist weder eine qualifizierte Ausbildung, noch Fleiss oder Engagement ein Garant für einen Arbeitsplatz. Heute werden ganze Firmen einfach so geschlossen (Motorola/Opel). Zukunftsorientierte Firmen (und deren Jobs) fallen den internationalen Wettbewerb zum Opfer (Solarindustrie). Teilbereiche werden einfach ins Ausland ausgelagert (Lufthanse-Ticketzentrale).
    In Itzehoe wird gerade eine sehr grosse Druckerei geschlossen, 1000 Arbeitsplätze fallen auf einen Schlag weg. Da wird der Arbeitsmarkt mit qualifizierten Facharbeitern überschwemmt.

    Und das betrifft natürlich auch die Suchenden. Auch da ist die Konkurrenz riesig, ein Porsche schafft 1400 neue Arbeitsplätze und bekommt darauf 32.000 Bewerbungen. Verhältniss 1 : 22.

    Der Einzelne hat also nicht wirklich Einfluss darauf ob sein Arbeitsplatz wegfällt und auch nicht viel mehr einen neuen zu finden. Dabei spielt Glück eine große Rolle.

    Daher ist es für mich nicht peinlich nicht zu arbeiten, aber es tut weh sich nicht gebraucht zu fühlen.

    In unserer Gesellschaft definiert man sich sehr über die Arbeit. Viele Gespräche beginnen: "Wie heisst Du? ... Was machst Du?"
    Arbeit ist also ein wichtiger Teil der gesellschaftlichen Anerkennung und fühlt man sich dann schnell ausgegrenzt.

    Dazu kommt das die "Agentur für Arbeit" einen völlig überzogenen Druck aufbaut. Ich sollte 2 Bewerbungen pro Woche nachweisen und das während mein Antrag auf "Massnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben" bei der DRV 12 Monate ablagerte, ich für meinen alten Job nicht arbeitsfähig war und ich nicht wusste wie ich überhaupt weiter machen sollte und noch an den Folgen meines Zusammenbruchs litt.
    Das erzeugt schon den Eindruck das man selbst schuld ist, das man sich nur mehr anstrengen muss um einen Arbeitsplatz zu bekommen.

    Aber es ist nicht peinlich keinen Job zu finden.

    Peinlich finde ich da eher das die "Agentur für Arbeit" nicht in der Lage sind ihre Vermittlungsaufgabe zu erfüllen, das sie keine qualifizierte Beratung bieten, eigentlich nur Arbeitssuchenden verwalten
    und das sie dabei die Statistiken mit sinnlosen "Qualifizierungs-Massnahmen" verfälschen.
    Peinlich finde ich das ein "Eilantrag" bei der DRV nach 12 (!) Monaten zu einer Reha führt, peinlich finde ich das 7 Wochen nach der Reha noch keine Reaktion auf den Abschlussbericht erfolgte, der Eilantrag also inzwischen 15 Monate nicht entschieden wurde.
    Peinlich finde ich es das über 30 % der Eingaben an den Peditionsausschuss des deutschen Bundestags sich mit Probleme mit der DRV beschäftigen und das nicht zu Änderungen führt.
    Peinlich finde ich es das fast 50 % der Hartz 4 Klagen vor Sozialgerichten gegen die ARGEs entschieden werden, die Betroffen ihr Recht also sehr oft erst einklagen müssen.
    Peinlich finde ich das diese staatlichen Organe nicht in der Lage sind ihre gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben zu erfüllen.

    Daher wäre es mir peinlich wenn ich bei einer diese Behörden arbeiten würde, aber nicht wenn ich bei meiner Suche nach einem Arbeitsplatz bisher erfolglos bin.

    LG
    pero

  5. #25
    Maus

    Gast

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Auch wenn meine Meinung jetzt extrem pessimistisch klingt und leider keinen von uns hier aufmuntert muss ich dennoch sagen,
    dass es kaum jemanden auf der Welt interessiert, ob sich ADHS'ler anstrengen oder nicht um ein Job zu bekommen/halten.
    In einer Welt, in der immer mehr Menschen geboren werden, aber der Platz und die Rohstoffe nicht größer werden, muss jeder soweit wie möglich
    sein Beitrag für sein Leben/Überleben leisten. Wer es nicht schafft produktiv zu sein, der fliegt raus.
    Wir sind ein Klotz am Bein für unsere Gesellschaft, egal ob wir was dafür können oder nicht. Wobei ich finde, dass wir in Deutschland noch etwas Glück haben.

    Beispiel: Eine Freundin von mir, die als Krankenschwester arbeitet meinte kürzlich, dass man allen Drogensüchtigen die Therapie und finanzielle Unterstützung verweigern sollte.
    Da diese zu viel Geld kosten und sowieso selber daran Schuld sind. Was die Ursache hinter den einzelnen Schicksalen ist interessiert sie nicht. Und so denken
    viele Menschen. Und nicht unbedingt nur von Drogensüchtigen. Auch Krebskranke und alte Menschen müssen oft um ihr Recht behandelt zu werden kämpfen.

    Diese Tatsache ist traurig und tut verdammt weh, weil auch wir betroffen sind.
    Deshalb würde ich einfach um des einfachen Lebens halber, niemanden erzählen, dass ich arbeitslos bin. Den ich denke, dass keiner von uns gemobbt werden will.

    LG
    maus

    PS: Mein Hoffnungsschimmer: durch Aufklärung von ADHS und Forderung, dass die Forschung sich mehr damit beschäftigt können wir vielleicht unsere Situation etwas verbessern.
    Wie meine Mutter sagt: nicht rumheulen, sondern etwas machen.
    Geändert von Maus (24.05.2013 um 23:47 Uhr)

  6. #26
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Eigentlich bin ich ein Arbeitstier. Leider habe ich nun das für einen ADSler typische Berufsleben. Nach dem Biologie-Studium war ich arbeitslos. Ich weiß gar nicht, wie lange ich arbeitslos war, denn ich habe sehr viel gearbeitet, so dass ich gar nicht gemerkt habe, dass ich arbeitslos war (trotzdem habe ich 2 Jobzusagen abgelehnt, den einen Job in Brasilien, den Zweiten in München). Ich wurde Manager einer Rockband und habe nebenbei offiziell in einer Tankstelle gearbeitet. Als ich das erste Geld als Manager bekam (Deal war, wenn die Band ihre Kosten aus den Einnahmen bestreiten konnte, für die ich zuständig war, konnte ich 5% als Gehalt nehmen), habe ich als Biologe einen Job in meiner Wahlheimatstadt bekommen. Nach 8 Jahren Wissenschaft - kuschliger Öffentlicher Dienst (sogar mit Arbeitnehmersparzulage) - habe ich mich auf eine Frau hyperfokussiert, den Job geschmissen, bin 500 km zu ihr gezogen und habe sie geheiratet (das ist das größte Problem bei Vorstellungsgesprächen, dass ich wegen einer Frau und nicht wegen eines Jobs umgezogen war). In der neuen Wahlheimatstadt wurde ich Chemiker, bis ich 3 Jahre später weg rationalisiert wurde. Dann war ich erneut arbeitssuchend, dieses Mal richtig (dass ich meine Kinder in dieser Zeit betreut habe, kann ich in meinem Lebenslauf nicht erwähnen). Schließlich habe ich einen Job in einer Stadt, die 70 km entfernt war bekommen (also jeden Tag zwei Stunden im Auto gesessen). Drei Jahre später mochte mich der Chef nicht mehr. Dann kam eine komische Zeit, in der ich 3x einen Job fand und 3x innerhalb der Probezeit gekündigt wurde. Das fand ich sehr merkwürdig. Meine Frau fand das auch merkwürdig und trennte sich von mir. Arbeit weg, Frau weg, Kinder weg, Wohnung weg. Dann wurde ich Bauer.

    Das Jobcenter hat mir in den letzten 2,5 Jahren sehr geholfen. Ich habe mit dessen Hilfe feststellen können, dass ich ADS habe. Peinlich war mir nie, dass ich so oft arbeitssuchend war (ich weiß gar nicht, wie oft). In Absprache mit dem Arbeitsamt bzw. dem Jobcenter habe ich diese Phasen sinnvoll nutzen und tolle Erfahrungen, die mich in der Entwicklung meiner Persönlich weiter gebracht haben, sammeln können: Ich war Manager einer Rockband, habe Anträge für wissenschaftliche Projekte geschrieben (mir also selbst meine Arbeitsstelle besorgt), habe Kinder erzogen, habe EU-Anträge zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen in strukturschwachen Gebieten geschrieben (auch hier hätte ich fast einen Vollzeitjob bekommen können) und war für kurze Zeit selbstständig (Ich-AG, vom Arbeitsamt gefördert) und bin nun (ehrenamtlich) in der Landwirtschaft tätig. Trotzdem habe ich eine gerade Linie in meinem Lebenslauf:

    Mein bisheriger beruflicher Werdegang galt in erster Linie meinem Wunsch, einen Beitrag zum Schutz unserer elementaren Ressourcen - Boden, Wasser, Nahrung - durch Anwendung vielfältiger Technologien zu leisten.
    Von der Gentechnik zur Landwirtschaft. Ein geiles Motto meines Berufslebens.

    Daher kann ich jeder Person raten, im Falle einer Arbeitslosigkeit nicht arbeitslos zu sein, und wenn man als Ethnologe die kulturelle Entwicklung der Aborigines im Kontext der RTL-Sendung "Frauentausch" untersucht.
    Geändert von Steintor (24.05.2013 um 23:55 Uhr)

  7. #27
    pero

    Gast

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Wie meine Mutter sagt: nicht rumheulen, sondern etwas machen.
    Super Plan, das ist doch genau das was wir eben nicht können, etwas anfangen und dann planvoll zum Ende bringen...

  8. #28
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 613

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    guckt mal gleich Nachtjournal, das Jobcenter will jetzt auf FB und CO spionieren...( krank und partyfotos, oder H4 und fetter Schlitten)

  9. #29
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Maus schreibt:
    dass es kaum jemanden auf der Welt interessiert, ob sich ADHS'ler anstrengen oder nicht um ein Job zu bekommen/halten.[...] jeder [muss] soweit wie möglich
    sein Beitrag für sein Leben/Überleben leisten. Wer es nicht schafft produktiv zu sein, der fliegt raus.
    Wir sind ein Klotz am Bein für unsere Gesellschaft, egal ob wir was dafür können oder nicht. Wobei ich finde, dass wir in Deutschland noch etwas Glück haben.
    Das stimmt.

    Sartre sagte:

    Jean-Paul Sartre schreibt:
    „Aber wenn wirklich die Existenz der Essenz vorausgeht, so ist der Mensch verantwortlich für das, was er ist. Somit ist der erste Schritt des Existentialismus, jeden Menschen in Besitz dessen, was er ist, zu bringen und auf ihm die gänzliche Verantwortung für seine Existenz ruhen zu lassen. Und wenn wir sagen, dass der Mensch für sich selber verantwortlich ist, so wollen wir nicht sagen, dass der Mensch gerade eben nur für seine Individualität verantwortlich ist, sondern dass er verantwortlich ist für alle Menschen.”
    Wir sind also für uns selbst verantwortlich.

    Mist.

    Wir schön wäre es, die Verantwortung für unser Sein Anderen zu überlassen.

    Geht aber nicht.

    Somit müssen auch ADHSler ihren Beitrag in diesem Soziosystem leisten. Und zwar ohne Hinweis auf ADHS. Ein Arbeitgeber benötigt flinke Arbeiter und keine Leute, die ein Aufmerksamkeitsdefizit haben. Der Arbeitgeber muss seinen Betrieb voran bringen und kann sich um keine "Kranken" kümmern (für die gibt es genügend medizinische Einrichtungen). Ein Betrieb ist keine Sozialstation (O-Ton die Bäcker-Chefin, bei der ich meine morgendliche Tasse Tee trinke).

    Mein Lebenslauf ist durchsetzt von Hinweisen auf mein ADS Falls ein Arbeitgeber von ADHS Ahnung hat, erkennt er das sofort (obwohl ich viele Stellen - auf Anraten eines Arbeitgebers - vertuschen konnte). Aber: Regenwurm-Zoologe, Rockmanager, Gentechniker, Qualitätsmanager, Bauer...so etwas können nur ADSler.

  10. #30
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Hallo Aletta,

    ich finde es kein bisschen einen Grund sich für Armut, Arbeitslosigkeit oder ein niedriges Einkommen auch noch zu schämen!

    Schämen sollten sich die Großbanken und die globalen Unternehmen, die durch ihre verantwortungslose Zockerei die schwierige wirtschaftliche Lage verursacht haben!! Und sich immer noch frech hinstellen und die Hand aufhalten.

    Schämen sollten sich Politiker, die sich gegenseitig die Pfründe und die Pöstchen zuschieben, vor den Wahlen die Wähler anlügen und anch den Wahlen sich keinen Pfifferling mehr darum scheren, was sie ihren Wählern versprochen hatten.


    Du kannst hocherhobenen Hauptes durchs Leben gehen. Und lass dir deine Zähne bezahlen, damit du sie beim nächsten Mal gegenüber dem blöden Nachbarn blecken kannst.

    Zähne zeigen!


    Luzie

Seite 3 von 12 Erste 12345678 ... Letzte

Ähnliche Themen

  1. Arbeitslos nach Studium - TIEF
    Von Nasenbär im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 18.10.2012, 13:42
  2. Hallo hier eine Info für alle die ARBEITSLOS sind
    Von timopudel im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 15.12.2010, 10:28

Stichworte

Thema: Ist es peinlich arbeitslos zu sein? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum