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Diskutiere im Thema Ist es peinlich arbeitslos zu sein? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Nee, peinlich ist es eigentlich nicht. Es sei denn, es wird von Dir so empfunden.

    Statistisch betrachtet ist es in etwa so, dass ein Drittel aller ADHSler arbeitslos oder berentet sind (wegen den Komorbiditäten selbstverstanden, nicht wegen ADHS), ein Drittel einer halbwegs normalen und halbwegs gut bezahlten Beschäftigung oder einem einigermaßen funktionierenden Studium/Berufsausbildung nachgeht (Anteil der Selbstständigen in dieser Gruppe sehr hoch) und ein weiteres Drittel sich in sog. Idiotenjobs verdingt, Minijobs, Aushilfsjob, 400-Euro-Basis, Hilfsarbeiterjobs usw., sich also jedenfalls unter dem Level verdingen, der zu erreichen ihnen möglich wäre, könnten sie ihr Potential ausschöpfen.

    Ob Arbeitslosigkeit nun als peinlich empfunden wird oder nicht, mag mal dahingestellt sein, sie ist jedenfalls bei ADHSlern nicht selten, um nicht zu sagen recht häufig, wenn auch durchaus nicht der Normalfall und statistisch betrachtet jedenfalls weit höher als unter Normalos.


  2. #12
    Simply me

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2.266

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Lysander schreibt:
    Der Mensch sollte sich nicht ausschließlich über seine Arbeit definieren. Das gebietet die Logik, denn ein Arbeitsloser bleibt ein Mensch.
    Das gebietet die Logik, doch die kann sich nicht immer gegen die Realität durchsetzen.

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 795

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Leider oder Gott sei Dank bin ich zum Monatsende auch gekündigt worden. Ich habe die ganzen Jahre meine Kraft darauf verwandt zu funktionieren. Ich hatte einen guten Job, habe gutes Geld verdient und war trotzdem nicht zufrieden.
    Heute weiß ich, wieviel es mich gekostet hat, das zu leisten. Leider nimmt das die Umwelt nicht wahr. Wie oft habe ich, wenn ich nach Hause kam, darum gebeten mich erstmal eine halbe Stunde in Ruhe zu lassen. Da kam die Antwort, ich habe auch keine halbe Stunde Ruhe, ich muß mich um die Kinder kümmern.
    Jetzt habe ich diese Ruhe, beginne am 04.06. mit meiner Therapie und dann sehen wir weiter. Bin also erstmal krank geschrieben. Mir ist es nicht peinlich und wenn mich jemand fragt, sage ich noch frech, daß ich Rente bekomme. Die Gesichter solltet ihr mal sehen.

  4. #14
    Lysander

    Gast

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Seraphim schreibt:
    Das gebietet die Logik, doch die kann sich nicht immer gegen die Realität durchsetzen.
    Drum fühlte ich mich ebenfalls nicht gut, als ich arbeitslos war.

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Raphell schreibt:
    Leider oder Gott sei Dank bin ich zum Monatsende auch gekündigt worden. Ich habe die ganzen Jahre meine Kraft darauf verwandt zu funktionieren. Ich hatte einen guten Job, habe gutes Geld verdient und war trotzdem nicht zufrieden.
    Heute weiß ich, wieviel es mich gekostet hat, das zu leisten. Leider nimmt das die Umwelt nicht wahr.
    Ähm, hüstel, so ist es mir auch gegangen. Als mein letzter Festvertrag ausgelaufen war, ich also arbeitslos wurde, brach zwar bei mir keine Festtagsstimmung aus aber erleichtert war ich in jedem Fall.

    Das dem Umfeld zu vermitteln, ist natürlich schwierig. Dort wird es in etwa so formuliert: "Wir wussten ja schon immer, dass er einen Spleen hat, aber jetzt ist er vollends übergeschnappt. Während alle anderen sich in diesen Zeiten über jeden Job freuen, den sie kriegen können, freut der sich, dass er seinen verloren. Na ja, wir wussten ja schon immer, dass er ein sehr fleißiges Verhältnis zur Faulheit hat. Und dann noch dieses ADAC, das sich neuerdings alle einbilden, die in Wirklichkeit bloß nix schaffen wollen, unglaublich usw."

    Meiner Erfahrung nach, ist die ganze Sache auch nur Leuten begreiflich zu machen, die selbst betroffen sind. Nur diese wissen, dass ich als ADHSler - ob mit oder ohne Stimulanzien, spielt gar keine (so signifikante) Rolle - ständig 150 % leisten muss, um etwa 80 % dessen zu erreichen, was der Normalokollege (scheinbar) mühelos erreicht. Will ich zumindest das gleiche wie er erreichen, muss ich noch eine Schippe zulegen und 175% daherbringen. Will ich über das Normalmaß, also die 100 % hinausgehen, vielleicht, weil ich mich für eine Gehaltserhöhung in die Diskussion bringen will, muss ich eben nochmals einen Zahn zulegen und die Leistungskraft auf 200 % erhöhen. Ein paar jahre hält dies jeder durch. Dass diese Rechnung aber - auf einen längeren Zeitraum betrachtet - nicht aufgehen kann, dürfte eigentlich jedem einleuchten. Es leuchtet letztlich aber nur Selbstbetroffenen ein, meiner Erfahrung nach.

    (Auch die Studiererei ist seinerzeit gründlich in die Hosen gegangen. Theorie des Umfelds hier in etwa: "Intelligenztechnisch hätte er es ja locker packen können; aber bei chronischer Faulheit ist eben nix zu machen. Jetzt muss er eben schaffen wie ein Brunnenputzer; selber schuld, er hätte ja etwas Gescheites lernen können, wenn er gewollt hätte usw." Ich hatte nach 6 Semestern schlichtweg nicht so viele Scheine zusammen, dass ich hätte zur Zwischenprüfung zugelassen werden können. Dennoch wäre das Studium durchaus zu schaffen gewesen, wenn auch sicher nicht in der Regelstudienzeit von 12 Semestern, sondern eher in 16 bis 20. Aber es hätte durchaus zu einem (späten) Abschluss kommen können. So war es ja mit dem Abitur auch gewesen, dass ich ja geschafft habe (einigermaßen, Schnitt 3,0); nur eben nicht in 13, sondern eben in 15 Jahren. Aber ich war damals vom Bafög abhängig. Und die drehten natürlich - auch irgendwie verständlich - bei faulen Studenten und Semesterbummlern rigoros den Hahn zu. (Nicht nur zu, sie wollten die 7.000 Mark, die ich mir als "Scheinstudent" und de facto Faulenzer quasi "erschlichen" hatte, auch gleich auf einen Schlag zurückbezahlt bekommen.))

    Aber ich bin hier etwas ins Schwafeln geraten. Thema ist ja Arbeitslosigkeit. Und nicht Faulheit, was aber ja oft synonym verwendet wird...

  6. #16
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 613

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    sollte die Frage nicht eher lauten:
    muss Deutschland das kranke System nicht peinlich sein?

    dann antworte ich mit einem klaren JA.


    also ich fühle mich minderwertig, abgeschoben, nicht dazu gehörend.

    bin in Rente, bin nicht glücklich damit, trauere meinem alten Job ein wenig hinterher, merke aber auch eine Mega Wut auf den Laden...

    ich frage mich aber auch, wie manche das tatsächlich machen mit Hartz?

    wenn man sich fragen muss: lohnt sich Arbeit, finde ich das krass. aber diese Frage stelle ich mir auch, und mal ehrlich, bei Lohndumping hört der Spaß mal wirklich auf.
    man muss sich wirklich ausrechnen, was geht und was nicht. traurig, aber wahr.

    und dieser Spruch: wer arbeiten will findet Arbeit. naja...also ICH kann eben micht alles machen, und ganz ehrlich: das möchte ich auch nicht.

    es gibt Momente,da bereue ich krank geworden zu sein, und ich verfluche mich.

    und gerade heute ist wieder ein Tag, wo ich wirklich verzweifelt bin....

    und ich danke meinem Hund, dass es ihn gibt.

    wir werden das doch wohl alle packen oder ??

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.871

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Naja, der große Unterschied ist doch, ob man nicht arbeiten WILL oder nicht arbeiten KANN.
    Kein Job der Welt ist es wert, sich dadurch komplett die Gesundheit zu ruinieren und auch nicht
    bis zum völligen Zusammenbruch zu "funktionieren".

    Wenn die Arbeit eine erdrückende Last geworden ist, kann es durchaus erleichternd sein,
    durch Arbeitslosigkeit eine Verschnaufpause zu bekommen.

    Schön ist es hingegen, eine Arbeit zu haben, die einen erfüllt und Spaß macht und einen
    nicht erdrückt. Aber das zu finden, hat leider noch lange nicht jeder Glück. So landet man
    oftmals doch nur in der üblichen "Tretmühle".

  8. #18
    Simply me

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2.266

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Katichaos schreibt:
    wir werden das doch wohl alle packen oder ??
    Ich weiß nicht. Ich hab wenig Hoffnung, noch eine Arbeit zu finden, die mich fordert aber nicht überfordert. Eine Arbeit, die mir Freude und Erfüllung schenkt.

    Kein stupider Job, bei dem ich mein Gehirn abschalten muß.

  9. #19
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    Na ja, als Rentner bin ich in gewisser Weise ja auch arbeitslos.
    Obwohl, so ganz stimmt das auch wieder nicht. Meinen Arbeitsvertrag habe ich nicht gekündigt (aktuell warte ich gerade auf die nächste Verlängerung meiner Erwerbsminderungsrente), ich bin quasi "beurlaubt" bei meinem Arbeitgeber.
    Als es bei mir anfing mit dem "Zuhausebleiben" gab aus der Nachbarschaft zwei dumme Kommentare, inzwischen würde ich so etwas überhören.

  10. #20
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 613

    AW: Ist es peinlich arbeitslos zu sein?

    bin auch " beurlaubt", aber kommst Du mit Deiner Rente aus?

    bei mir ist es ein Witz, ein ganz schlechter, und ich bekomme ergänzend H4...


    das ist gerade schon wieder ein Überlebenskampf .

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