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Diskutiere im Thema Humanmedizin studenten aktiv im Forum?! im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #71
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 205

    AW: Humanmedizin studenten aktiv im Forum?!

    jumpingcat schreibt:


    Ich habe vielleicht irgendwann mal vor Sozialpädagogik zu studieren.
    Jedoch graust es mir, gerade wegen der Selbststrukturierung und Co.



    Ne, ich mach erst eine normale Ausbildung und dann schau ich weiter...
    Das Selbststrukturieren und Co. hab ich mir erlernt. Ich war jetzt bei nem Lerncoach und hab an meinen Schwächen gearbeitet. Jetzt läuft es besser. Nicht jeden Tag 100%ig, aber ich schaffe es zu lernen ect.
    Dann hab ich nen Nachteilsausgleich gestellt. Hab jetzt mehr Zeit und darf alleine schreiben. Keine Kommilitonen mehr, die mich mit ihrer Aufregung noch fertiger machen, als ich so schon bin.

    Das mit dem Bafög - Amt gleicht eher einer Odysse. Die erkennen das ADHS nicht an, soll jetzt sogar, obwohl ich Nachteilsausgleich von der Uni und 2 Atteste von meinem Doc vorgelegt habe, hier in München noch zu nem Psychiater. Auf jeden Fall ist jetzt alles beim Anwalt und ich frag mich, wie die die Trulla vom Bafögamt sichs vorstellt, in 1,5Monaten nen Termin beim Psychiater zu bekommen. Da sieht man mal, dass die von nix ne Ahnung hat. Und es kotzt mich echt an, dass die mich so hinstellt, als wäre ich einfach nur zu faul dafür und bestehe eh das Studium nicht. Wie auch, bei dem Psychostress, den die mit mir machen

  2. #72
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Humanmedizin studenten aktiv im Forum?!

    Hallo Hartor,

    es freut mich zu lesen, dass du es Schritt für Schritt schaffst. Nachteilsausgelich durchgesetzt, beim Lerncoatch gewesen, das was du dort gelernt hast auch umzusetzten - Mensch das sind doch alles Dinge auf die du stolz sein kannst, dass du das in Angriff genommen hast.

    Die Sache mit dem BaföG ist ärgerlich, aber lass dich nicht runterziehen. Gut ist, dass du es einem Anwalt übergegeben hast. Drück dir die Daumen, dass es gut ausgeht.

    Was mich mal interessieren würde, ist die Sache mit dem Lrncoatsch. Hab lange nach sowas gesucht, weil es hier im Forum immer wieder erwähnt wird, bin aber nicht richtig weiter gekommen damit. Wo warst du da ? War es ein Phychologe, der darauf spezialisiert war ? Und hat das die Krankenkasse bezahlt ? Wäre dir sehr dankbar, wenn du dazu mal etwas schreiben würdest.

    Sei herzlich gegrüßt
    Wintertag

  3. #73
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 205

    AW: Humanmedizin studenten aktiv im Forum?!

    Hallo Wintertag,

    erstmal vielen lieben Dank, für deine netten Worte. Bin ehrlich gesagt, auch wirklich stolz auf mich. Das ist das 1. Mal, dass ich wirklich für was kämpfe. Früher bin ich immer irgendwie durchgekommen (Schule, Abi, Ausbildung), irgendwie hats immer gereicht. Auch wenn ich mich geärgert habe, dass ich schlechter abschließe, als ich eigentlich drauf habe. Mein Chemiestudium hab ich damals abgebrochen, weil ich, die selben Probleme hatte, wie jetzt. Die Masse der Infos irgendwie sortieren und sich nicht darin zu verlieren.

    Jetzt, hab ich mein Leben etwas umgekrembelt. Ist zwar alles noch wakelig und funktioniert nicht immer. Kann mich z.B. heute nicht wirklich dazu aufraffen, was zu tun.
    Aber es ist ein schönes Gefühl, für seinen Traum zu kämpfen und zu wissen, wenn e scheitert, hab ich wenigstens alles versucht.

    Hm ... die Frage mit dem Lerncoach lässt sich nicht so einfach beantworten. Hab auch lange im Internet danach recherchiert, war auch bei der psychologischen Beratung des Studentenwerk deswegen. Okay, eher wegen Angst, aber resutierend auch aus dem, Nicht wissen, wie man lernt. Die hatte mich zu einer studentischen Angstgruppentherapie geschickt, weil ich noch in den 2 Jahren steckte, die zwischen 2 VTs vergehen müssen. Aber die Gruppe hat mir gar nix gebracht. Die haben auch Null kapiert, dass meine Ängste und Probleme aus der ADHS - Problematik resultieren. Und im Endefekt gings mir noch schlechter, weils nicht besser worde und ich sinnlos dort Zeit verschwendete. Das war dann auch der Zeitpunkt, wo ich das Studium hinschmeißen wollte.

    Dann hab ich durch Zufall so nen Lerntypentest im Internet gemacht und bin auf der Seite meines späteren Lerncoaches gelandet. Er selber ist kein Psychologe. Er hatte nebenberuflich studiert und dabei selber Probleme gehabt. Wie organisiere ich meinen Tag mit lernen, arbeiten, Famile ect. Wo vertue ich mir meine Zeit, wie lese ich falsch ect. Da ist er dann drauf gekommen, sich mit der einschlägigen Literatur zu beschäftigen. Und irgendwann machte ihm das Spaß und er hat sich in diese Richtung ausbilden lassen.
    Keine Ahnung, ob sowas die Krankenkasse bezahlen würde. Ich denke mal, wenn man eine VT mit Spezialisierung auf Lerncoaching findet, dann ist das bestimmt möglich. Aber jetzt bei Meik bin ich nicht mal auf die Idee gekommen, dass die Krankenkasse bezahlen würde.
    Ist auch nicht wie ein Verhaltenstherapie. Er zeigt dir, wie man Stoff so aufarbeitet und koordiniert, dass man lernen kann ect. Aber das sind immer nur kurze Sitzungen und nicht solche enge Betreuungen, wie z.B. bei einer Verhaltenstherapie. Man bekommt da ein paar gute Tips, die einen auch echt helfen, aber lernen zu lernen, musst du damit immer noch selber und schauen, mit welchen Metoden du klar kommst und mit welchen nicht.
    Man kanns damit vergleichen, dass er dir einen Handwerkskoffer mit unterschiedlichem Werkzeug bereit stellt, aber du musst selber durch probieren und spielen, heraus finden, welches der Werkzeuge, dir am besten liegt.

    Oh mein Gott, irgendwie fassel ich heute wieder extrem. Tut mir leid.

    LG Hathor

  4. #74
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Humanmedizin studenten aktiv im Forum?!

    Oh nein, lieber Hathor, finde nicht, dass du "heute wieter extrem fasselst". Ganz im Gegenteil, deine so ausführliche Antwort hat mich sehr gefreut und auf Grund deiner guten Strukturierung und Untersetzung deiner Aussasegn mit Beispielen, kann ich mir nun genau vorstellen, was du da in diesem Lernchoaching machst. Hab vielen Dank dafür !

    Darf ich fragen, was du bezahlst dafür ? Und wo findet man Maik. ?

  5. #75
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 205

    AW: Humanmedizin studenten aktiv im Forum?!

    Also, Maik ist in München. Musst mal googln: neunmalklug München
    Ich war bei 2 unterschiedlichen Arten. Das erste Mal, wegen, Lernorganisation, Lernstrukturierung und Priorisierung. Da waren wir nur zu zweit und er ging auf meine Fragen ect. ein und gab mir seine Tipps und die haben wir geübt und durchgespielt. Das dauerte etwa 1,5h und waren, für mich, weils geldlich knapp ist, 65€ pro h. Wie viel es sonst kostet hab ich vergessen.

    Und dann war ich noch bei einem Seminar. Ging um Lernmethoden, wie man einen Text ordentlich aufarbeitet und um Memotricks, damit man das besser lernen kann. Das ging den ganzen Samstag und wir waren 3 Leute, waren aber mehr geplant, die waren aber krank. Das Seminar hatte glaube 75€ gekostet glaube.

    Also billig ist sowas leider nicht 😥


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  6. #76
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Humanmedizin studenten aktiv im Forum?!

    Hathor schreibt:
    Also billig ist sowas leider nicht ��


    Gesendet von iPad mit Tapatalk
    Wenn es denn aber so viel bringt, wie bei dir, dann ist es doch gut inveestiertes Geld - würd ich auf alle Fälle auch ausgeben. Aber Schade München ist leider zu weit weg für mich.

    Na iach lern gerade für meine letzte Klausur. Die schaffich jetzt auch noch (läuft bei mir jetzt ja , nachdem der Anfang des Studiums wirklich eine Katastrophe war, jezt alles ganz gut). Dann kommt die Abschlussarbeit, also noch mal eine ganz neue und andere Herrausforderung, vor der ich wirklich etwas Panik habe. Wer gute Tipps dafür hat ... immer her damit hi,hi

  7. #77
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Humanmedizin studenten aktiv im Forum?!

    Jap, ich studiere Humanmedizin. Ist in meinen Augen im Vergleich zu vielen anderen Studiengängen weitaus anspruchsvoller aber dafür auch interessanter.

  8. #78
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 733

    AW: Humanmedizin studenten aktiv im Forum?!

    Wobei man vielleicht noch ergänzen sollte, das Medizin vor allem anspruchsvoll ist, was die Stoffmenge angeht. Anspruchsvoll bezüglich der Komplexität des Stoffes sind dagegen viel mehr Physik und Chemie. Medizin hat außerdem den Vorteil, dass man bei dem Ärztemangel auch mit Endnote 4,0 definitiv nen Job kriegt, komplett anders als z.B. bei Jura. Höchstudiendauer wie beim Bachelor gibts auch nicht. Ich rate dennoch jedem höhergradigen ADHSler für dieses Studium zu einer medikamentösen Therapie der ADHS, diesbezüglich CAVE: Betriebsarzt fürs PJ in Sachen ADHS (Rechtslage unbedingt klären vor dem haftungsrechtlich tendenziell notwendigen Betriebsarztbesuch vor Beginn der Blockpraktika im 10. Semester, also ich meine das bezüglich der Feststellung der Tauglichkeit für PJ und Arztberuf, entweder man verschweigt das, wenn man dann "Scheiße baut" im PJ , ist man haftungsrechtlich am Arsch, oder man gibt alles an und der Betriebsarzt erklärt einen am Ende für untauglich.- Ihr wisst nicht, was da an unheilvollem Potential für ADHSler drin steckt. plus Obacht auch vor den falschen Kliniken für' s PJ - ich hatte aufgrund meines ADHS-bedingten unsouveränen Auftretens eine sehr unschöne Erfahrung im PJ. Ich stelle hier mal noch nen Link rein zu nem Presseartikel über nen Arzt mit ganz offensichtlich nicht nur leichtgradigem sondern hochgradigen ADHS:
    http://www.zeit.de/2013/52/erwachsener-arzt-adhs
    Ich kann ansonsten den Arztberuf für ADHSler sehr empfehlen, man ist dort gerade in Nischenkliniken als ADHSler nicht allein und der Beruf bietet Möglichkeiten in alle Richtungen auch abseits von nem stressigen Klinik-Job.
    Geändert von ChaotSchland ( 8.02.2016 um 21:05 Uhr)

  9. #79
    LNC


    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 29

    AW: Humanmedizin studenten aktiv im Forum?!

    ChaotSchland schreibt:
    CAVE: Betriebsarzt fürs PJ in Sachen ADHS (Rechtslage unbedingt klären vor dem haftungsrechtlich tendenziell notwendigen Betriebsarztbesuch vor Beginn der Blockpraktika im 10. Semester, also ich meine das bezüglich der Feststellung der Tauglichkeit für PJ und Arztberuf, entweder man verschweigt das, wenn man dann "Scheiße baut" im PJ , ist man haftungsrechtlich am Arsch, oder man gibt alles an und der Betriebsarzt erklärt einen am Ende für untauglich.- Ihr wisst nicht, was da an unheilvollem Potential für ADHSler drin steckt. plus Obacht auch vor den falschen Kliniken für' s PJ - ich hatte aufgrund meines ADHS-bedingten unsouveränen Auftretens eine sehr unschöne Erfahrung im PJ.

    Ich bin selbst kurz vor dem PJ und das war mir bisher völlig unbekannt

    Wie finde ich heraus ob man "tauglich" ist? Wie war denn deine unschöne Erfahrung?

    LG

  10. #80
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 733

    AW: Humanmedizin studenten aktiv im Forum?!

    Der Betriebsarztbesuch vor dem PJ steht zwar nicht in der Approbationsordnung, wohl aber in den meisten Studienordnungen.
    Ich selbst habe mich über einen verdienten und recht renommierten Verwaltungswissenschaftler darüber informieren lassen, dass es in der Rechtssprechung gar nicht geklärt ist, ob man mit ADHS bzw. das liefe dann genauer gesagt darauf hinaus, ob man bei ADHS ab einem gewissen Schweregrad überhaupt den Arztberuf ausüben darf. Es gibt Urteile der Verwaltungsgerichte zu Arztberuf mit Epilepsie usw., ich habe das Internet komplett danach abgesucht: zu ADHS und Approbation bzw. Ausübung Arztberuf gibt es gar nichts, absolut nichts. Wahrscheinlich weil bei den entsprechenden Behörden (zum Glück, und das sollte auch so bleiben im Interesse aller ADHSler in Deutschland auch noch möglichst lange so bleiben) noch gar nicht durchgedrungen ist, dass man mit ADHS auch das Medizinstudium schaffen kann und es praktizierende Ärzte mit diagnostiziertem ADHS gibt.
    Bei der Bundeswehr z.B. wird man mit adultem ADHS und ausgeprägten Symptomen trotz Medikation per se nicht zugelassen bzw. ausgemustert. Bei adultem ADHS ohne ausgeprägte Symptomatik unter Medikation oder ohne Medikation wird man zwar nicht ausgemustert, ist aber von der Tauglichkeitsstufe so niedrig, dass man z.B. keine Fahrzeuge bei der Bundeswehr fahren darf. Dieses wissenschaftlich wahrscheinlich nicht so ganz begründete Vorgehen bei der Bundeswehr könnte möglicherweise einen unheilvollen Präzedenzfall schaffen , falls das analog mal für den Arztberuf geklärt werden muss - zumal man z.B. mit hochgradigem ADHS bei der Polizei schon per se nicht genommen wird ( die haben wohl Angst, dass ein impulsiver ADHSler mal zu schnell zur Waffe greift), Einzelheiten zum Dienstrecht bei der Polizei kann man dazu googeln. Im Übrigen ist die Reaktion im Notfall bei Menschen mit ADHS tendenziell sehr souverän, Stichwort Chesley Sullenberger mit der Notlandung von nem Passagierflugzeug im Hudson River in New York. Sullenberger als adult subklinischer ADHSler. Jemand komplett ohne ADHS soll zu so was wie der Notwasserung von Sullenberger übrigens gar nicht in der Lage sein. Die Ausgrenzung von Menschen mit ADHS aus zumindest dem Außendienst der Polizei ( wenn der Junkie randaliert, reagiert der Polizist mit ADHS eben nämlich konträr zum Alltag sehr souverän und ist eben bedacht und so gar nicht zu schnell mit dem Ziehen der Dienstwaffe.), teilweise Feuerwehr und perspektivisch möglicherweise noch anderen Berufen ist undifferenziert und wissenschaftlich nicht begründet. So gesellschaftlich kontrovers und teilweise auch noch wissenschaftlich kontrovers (bis die ganzen Psychoanalytiker und sonstige ADHS-ignoranten "Fachleute" in Deutschland in Rente gegangen sind wird es noch dauern) wie ADHS ist, man kann nicht darauf vertrauen, dass Gerichte bzw. in dem Fall die Verwaltungsgerichte ein wissenschaftlich vertretbare Urteile zur Tauglichkeit mit ADHS bezüglich diverser Berufe fällen. Die Gerichte haben außerdem das Recht, als gerichtlichen Sachverständigen jemand X-Beliebigen zu bestellen. Und wenn dann Dr. Ignorant oder Diplompsychologe Vollidiot XY vor Gericht die Haltung vertritt, dass man mit ADHS alle möglichen verantwortungsvollen Berufe nicht machen dürfen sollte, dann kann das Gericht dem folgen und wirklich wehren kann man sich nicht dagegen.
    Verschweigt man ADHS beim Betriebsarzt vor dem PJ im Medizinstudium, passiert einem gar nichts. Auch wenn's nachträglich rauskäme, keinem Arzt würde jemals deswegen die Approbation entzogen werden. Bei der Beantragung der Approbation, wenn man auch das Mündliche Examen als letzte Hürde geschafft hat, kann man zu irgendeinem befreundeten Arzt (das kann auch ein Kommilitone sein, der schon seit 1 Woche die Approbation hat) gehen. Der muss nur ein Formular unterschreiben, dass für ihn keine Hinweise für eine gesundheitliche Nichteignung für den Arztberuf bestehen. Das bedeutet gar nichts und der Wisch stellt in praktischer Hinsicht nicht das geringste Hindernis für den Erhalt der Approbation dar. Und auch dort (bezüglich des unterschreibenden Arztes) kann man ADHS zur Not verschweigen.
    Wenn man ADHS beim Betriebsarzt für's PJ verschweigt und man im PJ "Scheiße baut" kann jedoch vor Gericht aus leichter Fahrlässigkeit möglicherweise schnell grobe Fahrlässigkeit werden. Und bei grober Fahrlässigkeit haftet nicht die Klinik, sondern der Student. Und wenn dann ne Schmerzensgeldsumme von 1 oder mehreren Millionen Euro ansteht, dann kann man einpacken.
    Zu was mir im PJ widerfahren ist:
    Ich hatte den Fehler begangen, für's PJ nicht umziehen zu wollen und deshalb mich für ne oberpreußische Militärarzt-Uniklinik mit gravierend schlechter Betreuung und anfänglicher völliger Überforderung der PJler beworben. Wir wurden, wie an den meisten Unikliniken im PJ, nur als billige Arbeitskräfte missbraucht. Da ich mich durch die Famulaturen nur durchgeschleppt und dort nichts gelernt hatte ( vor allem klinisch-praktisch nichts gelernt) war ich anfangs völlig überfordert. Da man mir zusätzlich immer alles 2 mal erklären muss ( das dürfte hier im Forum ziemlich vielen bekannt vorkommen) und ich zudem sehr impulsiv bin, bin ich nur angeeckt und es entwickelte sich ein sozialer und kommunikativer Circulus vitiosus. Das ging sogar in den Fakultätsrat. Mein letztes Tertial in der Chirurgie war dann ziemlich unkonventionell. Ich hätte von Anfang an eine kleinere periphere Lehrklinik nehmen sollen für's PJ. Beim Reflektieren von meinem PJ empfinde ich nur puren und abgrundtiefen Hass.
    Wenn der Betriebsarztbesuch für das PJ nicht in der Studienordnung steht, kann einem rein formell gar nichts passieren. Aber cave: im PJ und als Mitarbeiter im Krankenhaus hat immer der die Arschkarte gezogen, der unsouverän wirkt und auffällt. Auch wenn die Wahrheit viel differenzierter und anders sein mag, es wird beim Preußischen Militärarzt nicht auf's Detail geschaut und der Versuch einer Differenzierung erst gar nicht unternommen. Herr XY ist negativ aufgefallen. Punkt!Aus! Ende der Diskussion!
    Ich war von meinem PJ am Ende so traumatisiert, dass ich erst mal 6 Monate der Medizin geistig komplett den Rücken zugekehrt habe. Im Moment scheue ich ärztliche Verantwortung wie der Teufel das Weihwasser. Ich flüchte mich nun erst mal mindestens 1 Jahr in ne Doktorarbeit. Abstand und Zeit gewinnen.
    Ich erwähne hier übrigens noch, und das wurde hier im Thread von jemand anders glaube ich auch schon analog geschrieben, dass ich statt wie Ende 20 wirke wie 20 Jahre alt. Man wird dadurch automatisch weder von ärztlichen Kollegen noch von Patienten für voll genommen. Der Arztberuf mit ADHS, auch hochgradigen ADHSlern empfehle ich ihn. Deutlich stärker noch als bei leichtgradigen ADHSlern oder subklinischen ADHSlern ist der Beruf für high-grade ADHSler emotional , sozial und generell zehrend, allein schon wegen der Mehrheits-Mentalität der Ärzteschaft. Die Nischen für hochgradige ADHSler im Arztberuf, die gibt es bei Vollbeschäftigung unter Ärzten und Ärztemangel, aber man ist als hochgradiger ADHSler auf diese Nischen angewiesen. Ansonsten geht man als solcher irgendwann in dem Beruf zugrunde.
    Geändert von ChaotSchland ( 7.04.2016 um 15:19 Uhr)

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