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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    Lernen, Klausuren und MPH? Entscheidungshilfe erbeten

    Hallo ihr Lieben,

    ich nehme das MPH erst seit einigen Monaten und dies ist meine erste Klausurphase damit. Nun ist es so, dass das MPH Ablenkbarkeit durch Umgebungsgeräusche etc. verringert und Konzentration verbessert. Die Gedanken laufen in geordneteren Bahnen nacheinander. Das ist im Alltag sehr angenehm, aber beim Lernen bin ich da gerade Zwiespältig. Denn wenn ich mich gerade an etwas unwichtigem oder komplett anderem aufhalte, ist die Ablenkbarkeit ja dann ausnahmsweise ganz gut, um zu merken, dass man gerade nicht macht, was man soll. Zudem hab ich öfter das Gefühl, als hätte ich ein Brett vorm Kopf und als würde etwas "aufklaren" wenn die MPH-Wirkung nachlässt. Ich nehme an, das liegt daran dass ich einfach lese was ich lese und darauf zwar konzentriert bin, aber keine Assoziationsketten gestartet werden. Die wenn sie nicht endlos sind, doch durchaus von Vorteil sein können. Aich habe ich den Eindruck, ich lese langsamer. Bzw. zu gründlich an Stellen, wo es nicht nötig ist und es sinnvoller wäre, den Text nach Schlagworten zu überfliegen und nur den entsprechenden Satz gründlich zu lesen.
    Irgendwie blöd. Einerseits hilft das MPH, andererseits blockiert es etwas an anderer Stelle.
    Nun bin ich unschlüssig, ob ich es beim Lernen insgesamt als hilfreich erachte oder nicht. Wie ist das bei euch und wie handabt ihr das? Jemand Tipps für mich?
    Und wie mach ich es bei der Klausur? Nehme ich das MPH wie immer und genieße, dass mich die Bewegungen des Nachbarn nicht ablenken? Oder lasse ich es an dem Tag weg, damit die nötigen Assoziationsketten lostreten können? Dazu muss ich sagen, dass ich gerade mal wieder auf den letzten Meter lerne und mich diese Assoziationen und logisches Kombinieren da in der Vergangenheit oft gerettet haben, weil ich mir dann auch nicht gelerntes herleiten kann und mir irgendwas einfällt, was ich am Rande aufgeschnappt habe. Und genau das hab ich das Gefühl, passiert unter MPH nicht. Für den Alltag ein Segen, aber zur Klausur?

    Fragende Grüße
    mel

  2. #2
    Hakuna Matata

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 781

    AW: Lernen, Klausuren und MPH? Entscheidungshilfe erbeten

    Hallo mel.

    Ich kann jetzt erstmal nur von meinen Erfahrungen berichten. Ich nehem das Medikinet seit Dezember und hatte Ende Januar meine erste Klausurenphase seitdem.
    Ich für mich habe das Gefühl, dass ich noch nie so gut und so entspannt da durch gekommen bin wie dieses Jahr. Ich hatte die nötige Ruhe zum lernen, die Hibbeligkeit die mich sonst immer stark davon abgehalten hat und mich nicht am Schreibtisch halten konnte ist deutlich weniger geworden. Außerdem bin ich weniger ablenkbar in Form von festbeißen an unnötigen Dingen. Ich hab jetzt z.B. kein Problem mehr damit, dass nebenher mein Chatprogramm offen ist. Ich kann zwischendurch 5 Minuten mit jemandem chatten und mich danach sofort wieder konzentriert an meine Arbeit setzen. Das konnte ich vor der Behandlung nie.

    Ich habe eher das Gefühl, dass mich das Medikinet "aufklart" und ich eher beim Wirkungsverlust wieder in diese Taumel-Phase falle und nichts wirklich greifen kann. Solange das Medi wirkt, kann ich gut arbeiten.

    Und was die Assoziationsketten angeht, kann ich die mir selber stricken. Vor der Behandlung ist immer alles auf mich eingestürmt und war zu viel. Jetzt kann ich mich gezielter auf eine Sachen konzentrieren und mir bewusst andere Faktoren heranziehen, ohne dabei überflutet zu werden.

    Ich war früher auch immer ein Last-Minute-Lerner. Aber dank dem Medikinet und der Ruhe und Konzentration die es mir gibt schaffe ich es jetzt früh anzufangen und mich besser vorzubereiten. Ich gehe wesentlich gelassener und entspannter in Klausuren.

    Die Einnahme von Medikinet am Klausurtag finde ich für mich unglaublich wichtig. Denn da macht mir auf einmal auch der volle Hörsaal nichts mehr aus und ich kann wirklich konzentriert an meiner Klausur arbeiten. Früher hab ich immer andauernd nervös durch die Gegen geguckt und manches mal haben die Aufpasser wohl schon gedacht ich bin so nervös und alles weil ich pfuschen will. Die Kontrolle auf Spicker hat mcih dann immernoch zsätzlich aufgewühlt und dann ging meist nichts mehr.

    Für mich sind die Medis eine echte Erleichterung und Bereicherung für meinen Uni-Alltag. Ich kann nicht nur strukturen theoretisch planen sondern auch mal praktisch einhalten. Und das führt bei mir in direktem Zusammenhang zu besseren Leistungen. Ohne Medis habe ich sowas nie geschafft. Da hatte ich 100 tolle Pläne etc. und habe nie auch nur einen Punkt davon eingehalten.

    Es ist aber mMn auch sehr individuell und unterschiedlich. Wenn man vor der medikamentösen Behandlung gelernt hat seine "Schwächen" für sich selbst zu nutzen und daraus was positives bzw. eine Stärke zu machen (wie du es schreibst klingt das für mich so) dann ist es natürlich doof wenn die Medis diese Schwächen dann nehmen und dir so indirekt deine Stärke klauen. Bei sowas hilft mir total die ADHS Gruppe für Studis an meiner Uni, wo ich mich immer wieder austausche und auch Tipps und Hilfestellungen bekommen kann und eben meine Therapeutin.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Lernen, Klausuren und MPH? Entscheidungshilfe erbeten

    Danke für deine Antwort!
    was du da schreibst, waren die dinge, die ich mir vom medikinet erhofft hatte und eigentlich auch der grund, warum ich mich überhaupt zu einer einnahme durchgerungen hab. und tja, erstaunliche effekte hat es für mein leben an sich und auch den alltag in der uni. mehr als ich je geahnt hätte. aber zum lernen selbst scheinbar fast schon das gegenteil. nach meiner planung würd ich seit einer woche effizient lernen. die klausuren rücken näher und gelernt hab ich so ziemlich nichts.
    Ich kann nicht nur strukturen theoretisch planen sondern auch mal praktisch einhalten. Und das führt bei mir in direktem Zusammenhang zu besseren Leistungen. Ohne Medis habe ich sowas nie geschafft. Da hatte ich 100 tolle Pläne etc. und habe nie auch nur einen Punkt davon eingehalten.
    so geht es mir noch immer.
    Hm. Mein Arzt wollte eigentlich die Dosis erhöhen. Das hab ich abgelehnt, weil ich mit der Wirkung so weit zufrieden war und erstmal mein Schlafverhalten in den Griff bekommen wollte. Wäre jetzt die Frage, ob eine höhere Dosis in dem Bereich doch noch zu Erfolg führt oder das genannte Problem noch verstärkt.

    Es ist aber mMn auch sehr individuell und unterschiedlich. Wenn man vor der medikamentösen Behandlung gelernt hat seine "Schwächen" für sich selbst zu nutzen und daraus was positives bzw. eine Stärke zu machen (wie du es schreibst klingt das für mich so) dann ist es natürlich doof wenn die Medis diese Schwächen dann nehmen und dir so indirekt deine Stärke klauen.
    Das kann natürlich sein. Hab offenbar unbewusst über die Jahre so einiges an Kompensationsstrategien entwickelt und den Rest hingenommen. Die haben im Studium nur auf einmal nicht mehr funktioniert. Sonst wäre ich bis heute wahrscheinlich nicht auf ADS gekommen. Ohne die Schwächen mit anderen Stärken zu kompensieren, hätte ich Berufsausbildung und Abi denn wohl nicht geschafft und das Studium ging bisher ja auch ohne MPH. Wenn auch mit Schwierigkeiten, die andere nicht haben. Was du da schreibst ist genau die richtige Formulierung für das, was ich beschreiben wollte. Das eine klappt nach wie vor nicht und das was dies ausgeglichen hat fehlt jetzt........

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Lernen, Klausuren und MPH? Entscheidungshilfe erbeten

    Für mich ist es sehr gewöhnungsbedürftig gewesen, unter MPH zu arbeiten. Bei Routineaufgaben hilft es sehr. In Terminen mit mehreren Parteien habe ich es anfangs ähnlich empfunden wie du, Mel. Dieses blitzschnelle einem neuen Gedanken zu folgen mit entsprechendem Adrenalinausstoß fehlt unt MPH. Alerdings war ich nach solchen Terminen den ganzen Tag nicht mehr zu gebrauchen. Mit MPH sind die Gedanken irgendwie geordneter, das ganze ist deutlich weniger stressig und so ein Termin ist halt nur ein Termin...Mittlerweile ziehe ich das weniger stressige dem blitzschnellen Gedanken hin- und herwerfen vor, denn außer mir merkt niemand, dass sich was verändert hat. Aber ich hab über ein Jahr gebraucht, um mich daran zu gewöhnen und die Wirkung in diesen Situationen zu schätzen, die mit Klausurschreiben vergleichbar sind (Wissen auf den Punkt abbrufen, komplexe Sachverhalte verständlich erklären.)

    LG Trine

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Lernen, Klausuren und MPH? Entscheidungshilfe erbeten

    Über ein Jahr????? oh, oh.
    Ja denn, wenn es dir auch so ging, lass ich das MPH die Tage vielleicht wirklich weg. Hör ich hier zwar jedes knistern, aber scheinbar brauch ich den Stress um überhaupt in die Gänge zu kommen. Und eben diesen Stress hab ich nicht, so lange das MPH wirkt. Was ja gewünscht ist, aber mein Verhalten entsprechend anzupassen klappt offenbar nicht. Und um Wissen punktgenau abzurufen, muss ich es schließlich erstmal ins Hirn bekommen. Mach ich halt, was ich nicht mehr wollte: nämlich so, wie ich es immer gemacht habe. Für alles andere ist es ein paar Tage vor der Klausur wohl eh zu spät. (Dabei hatte ich mir so ein tolles System überlegt)

    Und bei der nächsten Klausur fang ich dann aber wiiiiiiiiiiirklich früher an zu lernen.
    http://www.youtube.com/watch?v=Qsq4DyIMkDQ
    Geändert von mel. (26.02.2013 um 14:14 Uhr)

  6. #6
    Wohnt hier

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    AW: Lernen, Klausuren und MPH? Entscheidungshilfe erbeten

    Trine, hast du noch Tipps für das daran gewöhnen? Oder hilft da nur die Zeit abwarten?

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