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Diskutiere im Thema Wechsel zwischen aktiven und passiven Tagen fällt schwer - was kann ich tun? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 27

    Wechsel zwischen aktiven und passiven Tagen fällt schwer - was kann ich tun?

    Hallo an Alle!

    Ich frage mich, ob das ein ADHS Symptom ist und vor allem, ob jemand von Euch Tips hat, wie man damit umgehen kann:

    es geht um eine Art Selbstmotivierung im beruflichen Alltag. Ich arbeite viel zu Hause, weil ich gerade an einer Promotion arbeite. MAnchmal muss ich ins Büro oder andere Termine wahrnehmen, weil ich in einem Forschungsprojekt eingebettet bin. Weil ich meine Zeit sehr frei einteilen kann, passiert es auch ab und zu, dass ich an einem Tag zwischendurch etwas ganz anderes mache.

    Gestern zum Beispiel habe ich mich mitFreunden getroffen und einer Freundin von mir geholfen Fotos für ihre Diplomarbeit zu machen. Das war auch harte Arbeit, aber mal was anderes, mit viel Gesellschaft und Kreativität.
    Ich habe jetzt heute das Problem, dass ich mich nicht auf die Arbeit konzentrieren kann. Ich bin total lustlos, und mein Kopf ist wie hinter einer Nebelwand, total zu und bekommt keinen strukturierten Gedanken auf die Reihe. Dabei ist es nicht so, dass mir die Arbeit per se keinen Spaß macht. Ich hatte mich schon darauf gefreut, heute gemütlich zu HAsue vor mich hin zu arbeiten. Trotzdem klappt es nicht.

    Mir passiert es recht häufig, dass ich zum Beispiel einen Tag im Büro bin, wo ich nicht so super hart arbeite, aber eben immer in Gesellschaft bin und mich angerregt und produktiv fühle, oder was Schönes mache und danach irgendwie keine Energie mehr habe mich um meine persönliche Arbeit zu kümmern. Dadurch entsteht ein blöder Wechsel von mentaler Aktivität und mentaler Passivität, wobei ich an TAgen wie heue eher depressiv bin und sehr unzufrieden mit mir.
    Es verstreichen dadurch viele Tage in der Woche ungenutzt.

    Kennt Ihr das? Und wie löst Ihr das Problem?

    Liebe Grüße lolli

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 161

    AW: Wechsel zwischen aktiven und passiven Tagen fällt schwer - was kann ich tun?

    Hallo Lolli,

    klar kenne ich das Problem. Aber ich versuche, daraus kein Problem zu machen. Was mir immer besser gelingt. Wieso gehen wir davon aus, daß wir wie eine gut geschmierte Maschine funktionieren müssen?

    Und schau mal nach einem Muster: Wenn du einen erfolgreichen, anregenden und produktiven Tag hattest - ist es dann wahrscheinlicher, daß du am nächsten Tag in den Seilen hängst? Bei mir ist das so. Denn durch mein ADS gelingt es mir nicht immer, meine für mich optimale Leistungsgrenze zu sehen und mein Körper und mein Hirn holen sich kurz danach ihre benötigte Ruhepause. Solltest du besonders Reizoffen sein, musst du auch bedenken, daß dein Hirn viel mehr zu verarbeiten hat als das Hirn von jemanden, der einem funktionierenden Reizfilter hat. Das führt dann schnell zur heftigen Erschöpfung, wenn du dir nicht das Mehr an Erholung zugesteht.

    Gruß
    Trago

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Wechsel zwischen aktiven und passiven Tagen fällt schwer - was kann ich tun?

    Danke Trago,

    es ist genau so wie Du beschrieben ahst: auf einen erfolgreichen, anregenden Tag folgt ein ziemlich matter, an dem ich auch deprimiert bin. ICh hab auch witziger Weise gerade auf einem Spaziergang darübe rnachgedacht, dass ich es glaube ich schon so beschreiben kann, dass ich die ganzen Erfahrungen und Gefühle eines anregenden Tages irgendwie erst einmal verarbeiten muss. Ich hab den Eindruck, dass ich nach dem Hochgefühl einen normalen Tag immer extrem mau und negativ bewerte. Es scheint, als würde ich von den guten Tagen viel mehr berührt als meine Freunde zum Beispiel, die schneller wieder zur tagesordnung zurückkommen können.

    Also kann ich versuchen, mir die Pausen zu gönnen, die ich brauche, um mich wieder zu erholen und vielleicht werde ich dann auch nicht so deprimiert...auf jeden Fall hast Du recht: nicht alle ticken gleich und schon gar nicht sind alle immer in Hochform. :-)

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Wechsel zwischen aktiven und passiven Tagen fällt schwer - was kann ich tun?

    Hallo lolli

    Ich kenne diesen Zustand auch sehr gut, Tage die sehr produktiv sind (vorallem im Büro) und Tage an denen nichts geht (zu Hause). Der Umgang damit ist bei mir unterschiedlich. Wenn es Sachen sind die nicht so wichtig sind und auch am nächsten Tag erledigt werden können, macht mir so ein unproduktiver Tag nichts aus. Wenn's dann wichtige Sachen sind die mit Terminen verbunden sind und sie mir durch die Lappen gehen oder ich zu spät auftauche, ärgere ich mich und am Abend bin ich frustriert.

    Was mir hilft, sind klare Zeitstrukturen und To do Liste.
    Wichtig dabei ist, dass die Zeiten realistisch einzuhalten sind, und die To do Liste nicht überfüllt und nach Prioritäten gelistet sind.
    Auch wichtig für mich ist, solche Tage oder Stunden, an denen ich "nichts tun muss" in meiner Agenda einplane. So ist dann eine Müsige Arbeit, wie z.B. Teller waschen oder Texte schreiben besser zu verkraften Ich stelle mir oft auch den Wecker, wenn ich die Wäsche holen oder auch wenn ich aus dem Haus gehen muss..

    Aber glaube mir, machmal nützen Strukturen, Listen und Wecker auch nichts. Da muss ich mir dann einfach sagen, egal stress dich nicht und nimm's leicht!

    herzliche grüsse
    Mosca

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Wechsel zwischen aktiven und passiven Tagen fällt schwer - was kann ich tun?

    Hallo lolli!

    Wenn ich mir deinen Text genau durchlese und es richtig verstanden habe, arbeitest du produktiver im Büro (= "klare" Arbeitsumgebung) im Kontakt mit Menschen, mit denen du dich austauschst (=kleine unbewusste Belohnung und evtl. mit mögl. Rückmeldung bezügl. deiner Arbeit verbunden??), statt Zuhause (= etwas "diffusere" Arbeitsumgebung, weil alleiniges Arbeiten ohne Rückmeldung und weil Arbeit und Zuhause (=gemütlich, evtl lecker Essen, Trinken, Schoki, Telefon zum Verabreden, kleine Verführungen des Alltags, TV, Internet...etc in greifbarer Nähe) gemischt).

    Vielleicht kannst du in Gesellschaft besser arbeiten, dann mach doch mehr im Büro, verabrede dich zu einer konkreten Uhrzeit nach dem dortigen arbeiten und gestatte dir konkrete Zeiten zum Freizeit genießen, Freunde treffen und/ oder bei Uni-Sachen, etc. unterstützen...

    Worauf ich hinaus will (sorry, bin etwas übermüdet und mein Medi-Spiegel is im Keller...hoffe, ich schreibe hier nicht zu diffus...) ist, die Arbeit vom Zuhause zu trennen und sich konkrete Zeiten fürs Arbeiten vorzunehmen, genauso wie konkrete Zeiten fürs Nicht-Arbeiten, Schöne Dinge, etc...

    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen behilflich sein?

    Liebste Grüße, cheers,
    Giggles

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Wechsel zwischen aktiven und passiven Tagen fällt schwer - was kann ich tun?

    Mosca, vielen Dank für Deine Tips. Ich werde das gleich morgen ausprobieren. Im Prinzip versuche ich Zeitstrukuren zu schaffen, aber ich glaube ich überschlage die Zeiten zu sehr (also so in ungefährer zeitplan; wenn es dann später wird ist nciht so schlimm, ich kann ja länger arbeiten...und dann werde ich irgendwann frustriert.). Vielleicht hilft es am Anfang sogar, dass, wenn ich in z.B. zwei Stunden das was ich schaffen wollte nciht geschafft habe weil ich unonzetriert war, trotzdem aufzuhören, um mich an die Struktur zu gewöhnen.

    Und Giggles, auch Dir vielen Dank für Dein feedback. Ich habe auch darüber nachgedacht mehr ins Büro zu gehen, weil da eben die Kommunikation als Belohnungsfaktor da ist. Trotzdem habe ich aber das Gefühl, ich schaffe eben doch nciht genau das was ich will. Ich nehme ins Büro zur Zeit immer leichtere Arbeiten mit, bei denen ich abgelenkt sein kann. Wenn ich wirklich schwierige Dinge tun muss, fühle ich mich zur Zeit zu Hause noch sicherer, weil ich dann, wenn ich konzentriert bin, auch keine unvorgesehenen Störungen entstehen. Dann kommt nicht jemand und will reden, und ich fühle mich auch nciht beobachtet bei dem was ich tue. Gleichzeitig habe ich zu Hause auch die Tendenz Ängste zu entwickeln und mich zu blockieren. Ich beobachte das mal weiterhin, und probiere ein bisschen rum.

    Euch beiden auf jeden Fall vielen Dank.

    viele Grüße

    lolli

  7. #7
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Wechsel zwischen aktiven und passiven Tagen fällt schwer - was kann ich tun?

    lolli, hast du dir heute einen Plan geschmiedet? hats geklappt?

    Mein Plan ist heute gar nicht aufgegangen;-) wollte mehr erledigen als schlussendlich wirklich getan.
    Lag aber auch daran, dass wir heute Morgen im Team unstimmigkeiten hatten und diese zuerst bereinigen mussten. Und am Nachmittag war das Haus voll mit lärmende Jugendlichen (bin Jugendarbeiterin).

    Bei uns im Büro wird auch viel besprochen und geredet. Wenn ich angesprochen werde und ich an einem Text oder eine E-Mail bin, sage ich immer kurz "wart schnell! möcht den Satzt noch fertig schreiben". Wenn ich das nicht mache, fliege ich aus dem Konzept und muss dann wieder mühsam zusammenbringen was ich schreiben wollte. Wenn ich in Ruhe was lesen muss, gehe ich auch aus dem Büro und lese wo anders.

    Wenn ich die Arbeit nach Hause nehmen muss und ich eine (Schreib)Blockade hab, ruf ich jemanden an oder smsle und frage nach einem genialen Einfall Meistens löst es sich während dem Gespräch.

    Aber nochmals kurz zu dir. was für Blockaden oder Ängste baust du auf? Wenn du auf diese Frage nicht Antworten willst, ist es kein Problem!

    herzlichst
    Mosca

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Wechsel zwischen aktiven und passiven Tagen fällt schwer - was kann ich tun?

    Hallo Mosca, danke für die Nachfrage! Echt nett. :-)

    Tut mir leid, dass Dein Plan nicht so gut aufgegangen ist heute. Allerdings gehört es irgendwie zur Arbeitszeit auch dazu, wenn Unstimmigkeiten geklärt werden müssen, das habe ich jedenfalls in den letzten Monaten bei mir im Job auch bemerkt. Und ich glaub vor allem bei der Jugendarbeit ist es ziemlich wichtig, dass das Team funktioniert. Da müssen andere Dinge manchmal hinten an stehen. Morgen ist auch noch ein Tag! ;-)

    Den Mitbüronutzen kurz zu sagen: wart schnell, ist naürlich eine sehr gute Idee. Vor allem, wenn man kleinere E-mail schreibt und so, und das sind auch die Arbeiten, die ich mit ins Büro nehme. Zu Hause schreibe ich dann an längeren Texten oder lese längere Texte, weil ich gerade an der Doktorarbeit sitze (in Kunstgeschichte, also viel Text). Da habe ich das Problem, dass ich eine lange Konzentrationszeit vor mir liegen sehe, mit vielen verschiedenen Informationen die eingebaut werden müssen, und auch Ansprüchen an den Text (er muss originell, schlüssig, und wissenschaftlich sein; ich hab oft Angst nicht den Überblick zu haben oder was SChlechtes zu schreiben.; manchmal weiß ich gar nciht was ich sagen will :-p). Da verzweifele ich manchmal schon im Vorfeld. Ich arbeite volltags, deshalb müsste ich ja eigentlich 8 Stunden dransitzen und das geht meist nicht.
    Heute habe ich eine ziemlich gute Arbeitstechnik ausprobiert, die jemand hier im Forum gepostet hat (ich muss mich in diesem Thread noch einmal bedanken): pomodoro technique (kann man im Internet nachschlagen; man arbeitet 25 min, dann 5 min Pause, immer abwechselnd). Ich hab nur drei Stunden gearbeitet, aber diese drei Stunden waren sehr konzentriert. Das ist besser als nichts, oder? Jetzt bin ich ganz schön zappelig - trotzdem hoffe ich, dass ich mein Arbeitspensum so noch steigern kann.

    Ich wünsch Dir viel Glück bei Deinem Zeitplan morgen! Herzlichst lolli

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