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Diskutiere im Thema Lohnt sich eine Behandlung von ADHS? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1

    Lohnt sich eine Behandlung von ADHS?

    Hallo,
    vorgestellt habe ich mich noch nicht, es gibt zwar einen eigenen Bereich für Vorstellungen, aber ich habe lieber alles an einem Ort (weil's nämlich relevant ist!).
    Also, dass ich AD(H)S habe war eigentlich ziemlich eindeutig bereits seitdem ich ein Kind war, obwohl ich es bis gestern nicht diagnostizieren lassen habe (Ergotherapie, Schwierigkeiten in der Schule, etc). Bin jetzt 22.
    Ich selbst würde sagen, eigentlich sind bei mir fast alle Aspekte von ADS voll ausgeprägt, angefangen bei Konzentrationsproblemen, Perfektionismus, Tagträumen, Impulsivität, bis hin zu Hochbegabung, Hochsensibilität und Computerspielsucht (bin derzeit bei ~10 Stunden täglich...). Voll ausgeprägt, das heißt für jeden extrem leicht ersichtlich. Einzig das sportliche kommt bei mir vielleicht etwas kürzer. Ich habe zwar auch einen starken Bewegungsdrang und tiger' jeden Tag stundenlang durch mein Zimmer, während ich über Gott und die Welt nachdenke.
    Das ganze hat mir in der Vergangenheit einige Probleme bereitet (häufige Schul- und Klassenwechsel), einige Krisen, das Abitur habe ich aber irgendwie geschafft , daher war ich eigentlich davon ausgegangen, dass mich das Problem nicht so sehr betrifft.

    Allerdings denke ich seit den letzten Jahren vermehrt an meine Zukunft und die Projekte/Dinge, die ich unbedingt machen/lernen will, nehmen etwas überhand. Mit großem Bedauern muss ich feststellen, dass ich Dinge, die ich anfange in der Regel nicht fertig kriege (d.h. aus 100 Projekten bekomme ich 1 fertig). Da es sich um private Dinge handelt, merkt das im Grunde niemand (also kein äußerer Druck) - außer mir selbst. Ich habe so viele Träume und Pläne, und doch scheint es so, als könne ich sie niemals (oder erst viel zu spät) erreichen. Es macht mich depressiv. Nie war der Wünsch größer so zu sein wie alle anderen, und das machen zu können, was ICH will!!

    Und nie war die Entscheidung schwerer. Denn für mein Ziel bin ich kurz nach meinem Schulabschluss nach Japan geflogen, und habe hier jetzt seit knapp 2 Jahren japanisch gelernt, mit dem Ziel hier später studieren zu können. Kurz vor der großen Prüfung (die ist im Dezember - man braucht das Zertifikat, um an der Uni studieren zu können), bekomme ich allerdings erhebliche Selbstzweifel. Ich denke, die Prüfung würde ich wohl noch schaffen, aber all das, was ich mir vorgenommen habe SELBSTSTÄNDIG zu lernen - ich habe so gut wie nichts davon gemacht! Ich bin Perfektionist, es macht mich sehr sehr unzufrieden, nicht die Bücher durchgearbeitet zu haben, wie ich es wollte.
    Dabei sind diese höchst spannend. Ich habe viel Motivation und Interesse am Thema. Aber nach ein paar Minuten kommt dieser Bewegungsdrang, in meinem Kopf denke ich nur noch an meine anderen Hobbies, ich brauche eine Mehrstündige (meist sogar mehrtägige) Pause.

    Also bin ich zum Arzt gegangen und hab es nach 4 Besuchen bei verschiedenen Ärzten letztendlich geschafft, mich diagnostizieren zu lassen (das ist nicht einfach hier, da es ADHS für Erwachsene in Japan praktisch nicht gibt). Leider sind alle Methylphenidate (Ritalin, Concerta, etc) in Japan verboten und können von Erwachsenen nicht genommen werden . Das einzige Medikament was es hier gegen ADHS gibt ist Strattera (auch erst seit Oktober zugelassen), und nachdem was ich im Internet so an berichten gelesen habe, will ich es definitiv nicht nehmen (Nebenwirkungen sind oft Angstzustände, Müdigkeit und Aggressivität, und all das ist bereits jetzt ein großes Problem für mich, welches auf keinen Fall größer werden darf, dazu kommt, dass es offenbar Suizidgedanken begünstigt - Gedanken, die ich bereits SEHR gut kenne).
    Mit anderen Worten, offenbar muss ich wenn ich meine Probleme lösen will, zurück nach Deutschland kommen, wo diese Medikamente erlaubt sind, was im Grunde gleichbedeutend ist mit dem Ende meiner Idee eines Studiums (und möglicherweise auch Lebens) in Japan ist.

    Um diese Entscheidung fällen zu können, stellt sich für mich letztendlich nur noch eine Frage:
    Lohnt sich die Medikamentation (im Erwachsenenalter)? Kann ich dadurch meine Probleme lösen, sodass ich beispielsweise wenn ich Japanisch lernen möchte und mir vornehme, die nächsten 5 Stunden an einem Buch zu arbeiten/lesen, in der Lage bin, das auch durchzuziehen?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 375

    AW: Lohnt sich eine Behandlung von ADHS?

    Luxtra schreibt:
    Um diese Entscheidung fällen zu können, stellt sich für mich letztendlich nur noch eine Frage:
    Lohnt sich die Medikamentation (im Erwachsenenalter)? Kann ich dadurch meine Probleme lösen, sodass ich beispielsweise wenn ich Japanisch lernen möchte und mir vornehme, die nächsten 5 Stunden an einem Buch zu arbeiten/lesen, in der Lage bin, das auch durchzuziehen?
    Nein.

    Das MPH kann dir zwar helfen, dass die Anforderungen erfüllst & beispielsweise 5 Stunden durchackern kannst, aber trotzdem musst du es wollen &
    dir selbst den Ruck dazu geben, es zu tun & danach wirst du wohl trotzdem eine Pause brauchen.
    MPH ist nunmal keine Wunderdroge. Sie ist nur eine Stütze im Alltag & macht dich nicht zum Wunderkind.

    Du musst selbst entscheiden, was für dich wichtig ist.

    Ich an deiner Stelle würde ich Japan bleiben & wenigstens sehen, ob du die Prüfung schaffst.
    Ich meine, es ist dein Traum & trotz der negativen Gedanken kannst du nicht wissen,
    ob tatsächlich alles schief läuft.

    Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

    Oder, du probierst es einfach mal mit Strattera. Wenn du negative Wirkungen verspürst, kannst du es ja
    einfach wieder absetzen.

    Ich wollte auch immer schonmal nach Japan! ^^

  3. #3
    Inventar-Nr. 847

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Lohnt sich eine Behandlung von ADHS?

    Auf jedem Fall!

    Probiere es mit dem Medikament, der dir zur Verfügung steht. Sollen die Nebenwirkungen enorm sein, kannst du immer damit aufhören.

    Ich bin ein neuer Mensch, nachdem ich mit Medikation begonnen habe. Und jetzt habe ich keine "bösen" Gedanken mehr, alles fällt mir leichter. Jetzt ist mein Leben erträglich und lebenswert geworden.

    Probiere es aus!

    Viel Glück!

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 131

    AW: Lohnt sich eine Behandlung von ADHS?

    es gibt auch nachteile wenn man eine behandlung macht , verstehe nicht wieso das hier totgeschwiegen wird

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Lohnt sich eine Behandlung von ADHS?

    Echt? Welche? Behandlung ist ja nicht nur medikamentös, sondern auch Therapie.
    Wenn du allerdings suizidal bist, besprich das dringend mit deinem Arzt. Dann ist vielleicht erst mal ein gutes Antidepressivum angezeigt, dass den Noradrenalinspiegel mit anhebt. Strattera geht dann für dich vielleicht wirklich nach hinten los. Das musst du wirklich dringend mit dem Arzt besprechen!

  6. #6
    Tyrox

    Gast

    Lohnt sich eine Behandlung von ADHS?

    Ein AD welches den Noradrenalinspiegel hebt halte ich beim einem Suizidgefährdeten aber für bedenklich. Besser wäre wohl ein reines SSRI. Durch den gesteigerten Antrieb der SNRI können sich die Suizidgedanken verstärken und man bekommt auch 'richtig Lust' es zu tun.
    Kenne ich leider zu gut... Ich hatte aber die reinen SSRI nie vertragen, deshalb die dualen bekommen...

    Trine: Du sagst ein SNRI wäre das richtige für ihn, und dann aber dass Strattera (welches ein SNRI ist) nach hinten losgehen kann?!

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 328

    AW: Lohnt sich eine Behandlung von ADHS?

    Tyrox schreibt:
    Ein AD welches den Noradrenalinspiegel hebt halte ich beim einem Suizidgefährdeten aber für bedenklich. Besser wäre wohl ein reines SSRI. Durch den gesteigerten Antrieb der SNRI können sich die Suizidgedanken verstärken und man bekommt auch 'richtig Lust' es zu tun.
    Kenne ich leider zu gut... Ich hatte aber die reinen SSRI nie vertragen, deshalb die dualen bekommen...

    Trine: Du sagst ein SNRI wäre das richtige für ihn, und dann aber dass Strattera (welches ein SNRI ist) nach hinten losgehen kann?!
    Ist egal, akute Suizidalität ist bei allen Antidepressiva und auch bei Neuroleptika im Beipackzettel vermerkt als mögliche Nebenwirkung.

  8. #8
    Tyrox

    Gast

    AW: Lohnt sich eine Behandlung von ADHS?

    Egal ist es mMn nicht, aber was weiß ich schon, wurde ja nur 5 Jahre falsch mit AD behandelt und hab sogut wie alle wichtigen Fachbücher zum Thema Psychiatrische Pharmakologie daheim...

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Lohnt sich eine Behandlung von ADHS?

    @Tyrox:Sorry, mein Hirn funzt gerade nicht so. Ich hatte nur irgendwie auf dem Schirm, dass inD Strattera nicht als AD zugelassen ist und von der Wirkung her hinter die SNRI zurück treten. Mir ging es da er um die Wirkung gegen die Depression. Aber da gibt es natürlich auch andere Medikamente, das kann nur der Arzt entscheiden .

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    Lohnt sich eine Behandlung von ADHS?

    Dann mal im falschen Bereich Willkommen ...

    Was ich nicht kapiere: Die Zulassung von Methylphenidat als Antidepressivum ist in Japan tatsächlich zurückgezogen - aber das ist ja auch eine hirnverbrannte Idee. Aber gegen ADHS? Da ist doch MPH verfügbar dacht ich.

    Zu deiner Frage: Nein, die Medikation lohnt sich nicht wenn du nur lernen willst wie ein Ochse. Ja, die Medikation lohnt sich um Rahmen einer multimodalen Therapie als ein Baustein.

    Wer hat denn bei dir wie was diagnostiziert und wie außer mit MPH soll das behandelt werden?




    ---
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    Geändert von Wildfang (15.11.2012 um 22:24 Uhr)

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