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Diskutiere im Thema ADS´ler und Ausbildungsabschlüsse bzw. festen Job im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Stefanus

    Gast

    AW: ADS´ler und Ausbildungsabschlüsse bzw. festen Job

    Ich denke ADSler neigen eher dazu etwas abzubrechen bzw. etwas durchzuhalten, darum auch wenige Abschlüsse. Auf der anderen Seite gibt es hier auch genug Leute die studieren.
    Ich konnte beim Abi in der 2. Runde als Klassenbester machen und studiere jetzt angewandte Psychologie. Ich denke das ist eher eine Frage, wie hoch die Motivation für das Ziel ist, gerade als ADSler. Wir können das gleiche schaffen nur eben mit sehr viel mehr Energie. Schlussendlich ist es dann eine Frage von Nutzen/Aufwand ob ich bereit bin diese Energie in meine totale Gedankenkontrolle zu legen.

  2. #12
    Zelda Zonk

    Gast

    AW: ADS´ler und Ausbildungsabschlüsse bzw. festen Job

    Vermutlich reicht die Diagnose ADHS allein eben doch nicht aus, um den persönlichen beruflichen oder allgemeinen Lebensweg erklären zu können.

    Wir sind ja glücklicherweise alle sehr facettenreiche Aliens.



    Es kommen ja auch noch genügend andere Komponenten hinzu: familiärer und/oder finanzieller Hintergrund und/oder Rückhalt, moralischer Beistand,
    sozialer Status (bäh!), andere Krankheiten oder Behinderungen, aber auch Begabungen und/oder charakterliche Dispositionen und Prägungen.

    Wir sind ja nicht ADHS, wir haben diese sogenannte "Störung".

    Mein beruflicher Weg war sehr turbulent, rasant, immer hyperaktiv, abwechslungsreich, zumeist selbständig und finanziell unabhängig (ich eigne mich überhaupt nicht für ein Angestelltendasein)...und ja: überdurchschnittlich erfolgreich.

    Ich war stur und und unangepasst genug, trotz extremer dysfunktionaler und traumatisierender Strukturen im Elternhaus, mir ausschließlich Berufe (mehrere natürlich) meinen Begabungen entsprechend im kreativen Bereich und im Handwerk auszuwählen und die Ausbildungen mit viel Einsatz und Verwirrung (wegen Kopfkirmes und Hibbelalarm) erfolgreich abzuschließen.
    Ohne nennenswerte Unterstützung seitens der Eltern natürlich.

    Ich habe im Ausland gelebt und gearbeitet, in mehreren Ländern gleichzeitig gewohnt und gearbeitet, im Wohnwagen gehaust, bin durch die Lande gezogen, und trotzdem auch ganz bürgerlich und ungemütlich zwischendurch im Redaktions-Großraumbüro gesessen (und habe mächtig hyperventiliert).

    Mit meinem Lebenslauf bringe ich gerne und oft selbstherrliche Amtsärzte oder phantasielose ARGE "Fallmanager" zur Verzweiflung.




    Im kreativen und sozialen Berufsumfeld wird man wohl auf überdurchschnittlich viele "erfolgreiche" (wie man auch immer Erfolg für sich definiert)
    ADHSler (natürlich auch undiagnostizierte) treffen.

    Und das ist eben die Krux an der Sache und wurde in anderen Kommentaren ja schon angesprochen:

    Der eigentlich so perfekt passende Beruf (hohe Motivation bei der richtigen Tätigkeit, ausgeprägte Empathiefähigkeit, etc.) für den ADHS Betroffenen wird dann
    oft zur Falle!

    Man stürzt und verbeisst sich zu 1000 Prozent in die Sache, leidet womöglich an einem ehrbaren aber auslaugenden Helfersyndrom und ausuferndem Gerechtigkeitssinn und wird zum workoholic und brennt am Ende aus.

    So war es jedenfalls bei mir, wobei ich der Vollständigkeit halber erwähnen muss, dass auch äußere berufliche und familiäre Umstande und Turbulenzen zum
    finalen Zusammenbruch/Burnout beitrugen.

    Ich bekam meine Diagnose spät (und sie überraschte mich nicht im Geringsten) und habe also, bis ich über 40 Jahre alt war, so vor mich hin gebrannt, gewuselt und gewurschtelt ... und mich immer ein bisschen gewundert, warum es in meinem Kopf immer so turbulent zugeht, ich den Ruf der "zerstreuten und zerzausten Professorin" inne hatte... und warum ich meinen Motor einfach nicht abstellen konnte.

    Jetzt ist der Motor leider durchgebrannt! Und eventuell muss ich den gefühlt hundertsten Beruf erlernen oder umschulen oder mir etwas einfallen lassen.

    Die ADHS Diagnose hilft immerhin, mich und meine Grenzen, Schwächen und Stärken besser erkennen zu können.

    Einen geraden Lebensweg habe ich sowieso nie angestrebt!


    Geändert von Zelda Zonk (11.11.2012 um 16:09 Uhr) Grund: Buhcstaebenverrdeher

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 328

    AW: ADS´ler und Ausbildungsabschlüsse bzw. festen Job

    ReLO schreibt:
    Hallöle,

    hab nu mal ne Frage:

    Hab von einer Bekannten gehört, daß sie nicht ADHS hätte, da sie eine abgeschlossene Ausbildung und nen festen Job habe.
    Dies würde sich wiedersprechen ...

    Klingt wie mein Neurologe der meinte, das ich kein ADHS hätte weil mein Schulabschluss (Abitur mit 2,4) zu gut war

  4. #14
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: ADS´ler und Ausbildungsabschlüsse bzw. festen Job

    Ja, das hält sich auch hartnäckig bei den Medizinern, wenn die nur mal was von ADHS gehört haben und das Ärzteblatt letztes Jahr nicht gelesen haben...

    Ich hab während ich die Diagnose angeleiert hatte, parallel einen Psychotherapeuten gesucht, der mir hilft, zu lernen, wie ich mit diesen "Einschränkungen" gut leben kann. Ich zitiere mal den Herrn(Ende 50, erfahrener Therapeut, VT und Sportpsychologie, Coaching, NLP) in unserem Erstgespräch:
    "Wenn sie auf der Schule mit den Leistungskursen Abitur gemacht haben ohne Ehrenrunde und ihr Studium abgeschlossen haben, haben SIe kein ADHS. Die Symptome können auch anerzogen sein. Aber von der Diagnostik will ich Sie nicht abhalten, dann können wir das sicher ausschließen!"

    Damit war dann eine tragfähige Patient-Therapeutbeziehung von vorneherein für mich ausgeschlossen.

    Mein ADHS-Ärztin hat mir dann erklärt, dass ich mit den fest vorgegebenen Strukturen meines Elternhauses (auch wenn es emotional sehr chaotisch war) und meiner Intelligenz über die Jahre eine Menge Strategien entwickelt habe, um das ADHS zu kompensieren. Dazu kommt noch der Hyperfokus, in dem was mich interessiert, bin ich super geduldig, engagiert und auch sehr gut. Aber es muss mich eben interessieren...und das ist auch im Berufsleben so...

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 49

    AW: ADS´ler und Ausbildungsabschlüsse bzw. festen Job

    Hui, was ein Blödsinn - AD(H)S und Ausbildung widersprechen sich - ich habe selten so (bitter) gelacht. Bestätigt nur wieder ein paar der üblichen Vorurteile und das Nichtwissen auf Seiten der anderen.

    Also, ich kann dazu folgendes sagen: Ich bin zwar, auch beruflich, sprunghaft gewesen, habe aber Abi, dazu einmal ne abgeschlossene Ausbildung als Rettungssanitäter (ok, nur 3 Monate AUsbildung, aber ich habs fertig gemacht), danach ein abgeschlossenes Studium. Dazwischen diverse Jobs und Arbeiten, ein wenig sprunghaft darf ja auch mal sein.

    Und jetzt bin ich Berufsberater. War wieder eine 1-jährige Zusatzbildung auf mein Studium drauf.

    Und als beides - Berufsberater, der schon ein paar echte AD(H)Sler im Büro hatte, die danach ihre Ausbildung gemacht haben UND selbst abgeschlossen habender, und das ohne Diagnose und Medis, die kamen später, sage ich: BLÖDSINN

    Das geht alles.

    Was vielleicht hilft, und es mir sicher auch leichter gemacht hätte, wäre schon vorher gewusst zu haben, warum ich oft nach 15 Minuten Vorlesung/Unterricht in einer anderen Galaxie war und warum ich meine verdammten Gliedmaßen nie still halten konnte

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 49

    AW: ADS´ler und Ausbildungsabschlüsse bzw. festen Job

    Schatten87 schreibt:
    Klingt wie mein Neurologe der meinte, das ich kein ADHS hätte weil mein Schulabschluss (Abitur mit 2,4) zu gut war
    Ja, Neurologen können SOOOOOOO witzisch sein Meine Neurologen, die ich vor dem Wechsel in ein Fachzentrum hatte, lagen auch Kilometerweit daneben Aber hauptsache Stroboskop

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: ADS´ler und Ausbildungsabschlüsse bzw. festen Job

    Ach ja,

    Bill Gates soll auch ADS haben und eine feste Anstellung

  8. #18
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    ADS´ler und Ausbildungsabschlüsse bzw. festen Job

    Bill Gates soll auch Asperger-Autismus haben ...


    ---
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  9. #19
    Simply me

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
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    Forum-Beiträge: 2.266

    AW: ADS´ler und Ausbildungsabschlüsse bzw. festen Job

    Ich habe erst mit 31 diagnostiziertes ADHS, zwei erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildungen und zwei Schulabschlüsse. Das ich sie straight in die Tasche gesteckt habe, behaupte ich nicht, aber ich habe sie.

    Also: Mumpitz.

  10. #20
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.388

    AW: ADS´ler und Ausbildungsabschlüsse bzw. festen Job

    Hallo Relo,

    lass dich nicht verunsichern!

    Ich würde sogar mal frech behaupten, dass egal mit welcher Erkrankung man jeden Beruf prinzipiell erlernen kann.

    ADHS macht sicher die berufliche Karriere nicht einfacher. Es gibt aber genügend geniale Köpfe, die ADHS haben und ihren Weg gefunden haben, die Vorteile daraus zu ziehen und die Probleme zu kompensieren.

    Wie erfolgreich du beruflich bist hängt einerseits von deinen Kompensationsstrategien und von deinen Komorbiditäten ab. Die können unter Umständen sogar eher das Problem sein. ADHS per se sagt ja noch nichts darüber aus, was die Diagnose für dich konkret bedeutet.

    Ich habe auch ein Studium abgeschlossen, auch wenn Schullaufbahn und Studium nicht selten kompliziert waren... Und ich arbeite auch. Aber das klappt nur, weil ich mir die ein oder anderen Tricks zur Hand nehme: Ich plane mir den Tag so, dass es mir nicht langweilig wird. Also nicht ständig das selbe. Und ich habe Todolisten und schreibe mir alles Wichtige auf.

    Also nicht resignieren!

    Die Diagnose ist lediglich die Lösung einer bisher unbekannten Gleichung: Chaos... = ?
    Jetzt weißt du warum. Die Frage ist, was du daraus machst!

    Liebe Grüße

    Swidie

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