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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    Schreiben von Arbeiten, Strukturierung

    also, alle, die studieren oder sonstwie viele von euch müssen doch bestimmt ab und an texte schreiben, oder?
    längere texte.

    schafft ihr es, die zu strukturieren? also wie ihr inhaltlich vorgehen wollt? weil bei mir ergibt sich das beim schreiben und ich kann ganz schwer brücken bauen zwischen irgendwelchen blöcken und im nachhinein inhaltlich was ändern.

    was gesagt ist, ist gesagt!

    aber bei manchen sachen muss man das ja einfach, has oder so. so einleitungen find ich immer wschwer weil dann ja die sachen mitnander harmonieren müssen, das krieg ich so garnicht hin.

    generell soll man sich ja ne strukur machen, im ersten teil geht ich darauf ein, dann darauf, dann leite ich von da aus auf diesen umstand ein und dann darauf.

    und das kann ich so garnicht, also nur, wenn es blöcke sind, die nix mitnander zu tun haben klappt es soin bisschen, argumentationen sind auch wieder schwer oder auf mehrere sachen eingehen, von etwas auf die vor- und nachteile kommen, ach, überhaupt, das ganze schreiben ist eine qual.

    geht euch das ähnlich?

    also ist das ein adhs-problem oder etwas, was ich lösen kann? ich kenne auch letue, die mir relativ ähnlich sind, bei denen es garnicht so ist!
    deshalb frag ich. gibt es da lösungen?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Schreiben von Arbeiten, Strukturierung

    Hallo Schnuppe,

    die von Dir beschriebenen Schwierigkeiten habe ich nicht (mehr . Ich versuche mal, meine Vorgehensweise zu skizzieren. Vielleicht hilft es Dir ja beim nächsten Mal!?

    Als erstes frage ich mich immer, was die Zielsetzung des zu erstellenden Dokuments ist. Einerseits geht's mir dabei um die auszuarbeitenden Inhalte und andererseits um die Zielgruppe der zukünftigen Leser. Wenn die Zielgruppen feststehen, dann überlege ich mir, welches Wissen ich ggf. voraussetzen kann. Ein paar Notizen zu diesen Punkten sind für mich zur späteren Orientierung bei der Ausarbeitung des Dokuments oft hilfreich gewesen.

    Du hast selbst das Bild einer Brücke verwendet. Stell Dir vor, dass Du Dir nun bereits Gedanken darüber gemacht hast, wo Deine Brücke am gegenüberliegenden Ufer enden und wer diese Brücke zukünftig nutzen wird. Jetzt kommt das Fundament, also die Brückenpfeiler.

    Ausgehend vom vorausgesetzten Wissen der Leser geht es jetzt darum auf einem allgemeinen Level (Details jedenfalls ausblenden) den roten Faden zu erarbeiten. Dabei zeichne ich häufig den roten Faden als Linie, auf dem ich dann alle Stichworte auftrage, die mir einfallen und die zum inhaltlichen Ziel führen. Einleitende Informationen stehen also am Anfang, Ableitungen daraus befinden sich beispielsweise in der Mitte und die Ausarbeitung der Ergebnisse stehen dann am Ende rechts.

    Dann stelle ich mir die Frage, wie viele Kapitel (ohne Einleitung, Zusammenfassung, Ausblick, etc.) möchte ich in etwa verfassen. Aus meiner Erfahrung ist hier die Zahl 5 meist ein guter Wert. Dann greife ich mir aus der Sammlung die entsprechende Anzahl von Stichworten heraus. Bei dieser Auswahl achte ich darauf, dass die Stichworte gleichmäßig auf dem roten Faden verteilt sind, dass diese Stichworte eine inhaltliche Priorität bzw. Wichtigkeit für das Dokument haben und dass diese später im Dokument mit gleichem Umfang ausformuliert werden können.

    Wenn ich bei der Stichwortsuche sehr kreativ war, dann nutze ich diese größere Auswahl für die Planung von Unterkapiteln. Das würde ich mal als Übung für Fortgeschrittene bezeichnen!

    Dieser Teil der inhaltlichen Strukturierung gelingt von Mal zu Mal besser. Versprochen! Das sind schlicht weg Erfahrungswerte, die bei mir dazu führen, dass mir diese Strukturierungen immer etwas leichter fallen, inhaltlich treffender sind und ich auch noch schneller dabei werde. Üben, üben, üben...

    Dann geht's an die Ausarbeitung der Kapitel. Eine grobe Vorgabe, wie viele Seiten für welches Kapitel vorgesehen sind, schadet definitiv nicht. Dann weiß ich, ob ich präzise formulieren muss oder weiter ausholen kann.

    Meistens arbeite ich mich von vorne nach hinten. Bei größeren Dokumenten kann die bisherige Übung jeweils für die wichtigsten Kapitel bzw. die Strukturierung von deren Unterkapiteln (s.o.) mit einem größeren Detailgrad wiederholt werden.

    Ganz zum Schluss erst verfasse ich die "abrundenden" Kapitel des Dokuments, wie Einleitung, Zusammenfassung, Ausblick, etc. Wenn die anderen Kapitel inhaltlich weitgehend stehen, ist dies nur noch eine formelle Aufgabe, die mir meistens locker von der Hand geht. Außerdem ist dann ja die Fertigstellung des Dokuments schon in greifbarer Nähe!

    So, jetzt bin ich mal gespannt, ob Dir meine Vorgehensweise helfen wird. Über Feedback bzw. Erfahrungsberichte würde ich mich jedenfalls freuen!

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Schreiben von Arbeiten, Strukturierung

    Ich weiß nicht, wieviel Freiraum du bei der Themenwahl in deinem Studium hast, aber für mich ist es erstmal das wichtigste, ein Thema zu haben, das mich selbst fesselt / inspiriert...

    Viele Gedanken kommen mir erst beim Schreiben. Deshalb setze ich mich (meist auf den letzten Drücker) einfach hin, fange an irgendetwas zu schreiben, auch wenn es am Anfang Müll ist um erstmal die Schreibblockade auszuschalten. (Im nachhinein kann man den ganzen Müll ja löschen)

    Dann hilft es mir auch, ein Thema sehr einzugrenzen. Je größer das Thema ist, desto mehr laufe ich Gefahr mich zu verzetteln. Wenn ich das Thema sehr einschränke, hangele ich mich einfach am Text entlang.

    Wenn ich eine Textpassage fertig analysiert habe, gehe ich einfach zur nächsten Textpassage, die zum Thema passt. Dann viel Sekundärliteratur lesen und zitieren, und schon kann dir kein Dozent mehr was

    Müsstest halt mal sagen, in welche Richtung dein Studium geht. Mein Kernfach ist eher was "weiches", geisteswissenschaftliches, da hat man natürlich viel mehr Spielraum (und auch Wege sich zu verirren ) als bei nem harten Fach.

    Ich habe die Erfahrung für mich gemacht, dass ich die Strukturierung eines Textes erst machen kann, wenn ich schon einiges geschrieben habe (wie gesagt, die besten Gedanken kommen mir beim schreiben)..

    Naja, habe mir gerade mein Zeug durchgelesen und finde es eher wenig hilfreich , aber vielleicht bringt es dir ja doch was

    LG,

    tremolo

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 31

    AW: Schreiben von Arbeiten, Strukturierung

    hallo tremolo

    ich fand deinen beitrag gut

    im besonderen den Punkt: erstmal was hinschreiben um material zu haben, auch wenn es auf dem ersten blick müll ist.

    ich habe ein schreibseminar besucht und genau diesen tipp bekommen.

    mein persönlicher durchbruch
    nachdem ich mich 2 jahre mit einer hausarbeit herumgequält habe
    kam durch ein
    "spracherkennungsprogramm" das meinen gesprochenen text in schrift umsetzt

    dadurch konnte ich meinen wust an gedanken schnell aufs blatt bringen und hatte eine basis mit der ich arbeiten konnte.

    gruss blau

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 31

    AW: Schreiben von Arbeiten, Strukturierung

    hi schnuppe


    mir hat folgendes geholfen:

    1. studienkollegen die den text auf strukturfehler durchschauen

    2. ein lektorat das den text auf rechtschreibung durchschaut

    3. ein zeit limit um die hausarbeit nicht zu lange im nacken zu haben

    gruss blau

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 354

    AW: Schreiben von Arbeiten, Strukturierung

    Hallo!

    Das mit der stukturierung der Texte fällt mir auch schwer. Dazu spielen sich Rechtschreibfehler ein und Ausdruck.
    Ich hatte in Deutsch immer ein großes rotes R an der Seite und ein A. Rechtschreibung und Ausdruck.

    So sehtr ich auch versuche zu strukturieren und mehrmals durchlen,es klappt nicht.

    Maedelmerlin

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Schreiben von Arbeiten, Strukturierung

    Tremolo schreibt:
    Ich weiß nicht, wieviel Freiraum du bei der Themenwahl in deinem Studium hast, aber für mich ist es erstmal das wichtigste, ein Thema zu haben, das mich selbst fesselt / inspiriert...
    Für mich liegt darin der Schlüssel. Wenn mich das Thema fesselt, bekomme ich auch zunehmend Interesse daran, bestimmte Punkte des Themas deutlich in den Mittelpunkt zu packen und auch bei akuter Genervtheit darüber zu schreiben. Damit steht zudem schon der Kern der Sache und der Hauptblock der 'Abhandlung'.

    Tipps aus Büchern, Kursen und eigenen Erfahrungen:

    1. Einleitung und Schluss zuletzt schreiben!

    Denn erst wenn der Rest fertig ist, weiß man worauf in der Einleitung 'vorbereitet' werden sollte und kann sein eigenes Fazit an den Schluss packen. Wer die Einleitung zuerst schreibt riskiert dann sich dauernd danach richten zu wollen, was schnell zur totalen Blockade werden kann.

    2. Fang mit dem an was du kannst

    In meinem Fall sind es auch die schon erwähnten 'Blöcke', die erstmal keine Überleitung zwischen verschiedenen Teilen haben. Das was mich besonders fesselt, wird also zuerst geschrieben. Sehr motivierend und zudem hilft es bei allen weiteren Schritten. Denn oft ergeben sich Überleitungen und die weniger interessanten 'Blöcke' quasi im Schlaf wenn das Hirn weiter am Thema arbeitet. D.h. morgens ist spontan mehr Struktur und Zusammenhang im Kopf als abends da war und das lässt sich dann ebenfalls mit wachsendem Interesse ausarbeiten.

    3. Spiel im Kopf deinen 'Feind'

    Was man sagen will, fällt relativ leicht. Argumente gegen die eigene Sicht sind leider meist schwerer zu finden.
    Ein Gedankenspiel bei dem man so tut als ob man total dagegen wäre - ruhig auch unfair und übertrieben - lässt oft ganz spontan 'echte' Argumente erkennbar werden die dann prima eingebaut werden können.

    4. Mach Überleitungen so kurz wie nur möglich

    Oft verzettelt man sich in seitenlangem, langweiligem Geschwafel weil man glaubt nur so könne der Leser verstehen warum man glaubt dass diese Blöcke einen Zusammenhang ergeben. Dabei hat der Leser meist mehr Ahnung von der Materie als man selbst, will nicht umfassend 'aufgeklärt' werden, sondern nur sehen können ob du selbst das Thema verstanden hast und es sinnvoll zusammensetzen kannst. Oft reichen wenige Sätze aus, machen es runder als langes Geschwafel.

    5. Lass die Rohfassung von jemandem lesen der vom Stoff keine Ahnung hat

    Wer mit einem Thema zum ersten Mal zu tun hat, entdeckt oft Ungereimtheiten die 'Profis' und einem selbst entgehen. Betriebsblindheit, man weiß ja worum es geht, deshalb fällt einem oft nicht auf wenn das nur im Kopf vorhanden ist, aus der Schriftfassung aber nicht hervor geht. Ein guter Freund wird z.B. schnell darüber stolpern dass völlig unklar bleibt, was das Hauptthema sein soll oder dass Block 5 klingt als müsse in Block 6 die Gegenseite beschrieben werden, was aber total fehlt!

    6. Regle organisatorische Termine/Dinge bevor du anfängst zu tippen

    Wenn z.B. das Ergebnis gebunden werden muss, es auf Folien erklärt werden soll oder zum Abgabetermin mehrere Kopien vorliegen müssen, kann gerade ein chaotischer 'auf den letzten Drücker'-Schreiberling an Kleinkram scheitern.

    Deshalb vor Beginn der Schreibarbeit ggf.:

    - Termin beim Buchbinder kurz vor Abgabetermin
    - Folien kaufen
    - Kopierpapier und Tintenpatrone kaufen
    - Copy-Shop in der Nähe suchen, Öffnungszeiten aufschreiben, fragen was dort wie kurzfristig und zu welchem Preis machbar wäre
    - sämtliche Recherchematerialien auflisten, denn wenn zitiert werden muss, wird das Suchen nach dem Original sonst der Horror
    - Fix-Fraß kaufen, weil man ja doch wieder beim extremen Kurzfrist-Durcharbeiten landet und dann Nervennahrung braucht die sich schnell zubereiten und ggf. einhändig reinschlingen lässt
    - "beste-Freunde-Hotline" absprechen, wer kann abends nach 22 Uhr angerufen werden, wenn der Drucker kaputt geht oder wegen 'innerem Amoklauf' jemand hilfreich wäre, der spontan rumkommt, Kaffee aufsetzt und sagt "Hey, komm runter, ich sortier dir die 100 Seiten die hier wild verstreut liegen gerade mal nach Inhalt und dann gucken wir wie das hinkommt

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 157

    AW: Schreiben von Arbeiten, Strukturierung

    Ich danke euch allen für diese Beiträge! Es ist gerade total beruhigend das zu lesen! :-)

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