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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 5

    Kündigung...was nun?

    Hallo, ich bin gerade recht durch den Wind. Durch mein ganzes Leben ziehen sich mangelnde Impulskontrolle (die mir u.a. eine HIV-Infektion eingebracht hat), depressive Phasen, Lethargie und ziemliche Schwierigkeiten irgendeine Art roten Faden in mein Leben zu bekommen. Unter großen Schwierigkeiten habe ich dennoch mein Studium abgeschlossen (das erste habe ich abgebrochen), danach hab ich ein Jahr nach einer halbwegs passenden Stelle gesucht und bin in einem großen Medienkonzern gelandet (Vom Anspruch her und auch inhaltlich war ich eine komplette Fehlbesetzung...ich hab keine Ahnung, warum ich da gelandet bin). Ende Juli gab es die Kündigung, der Grund: zu introvertiert, zu still, man kann sich eine Zusammenarbeit nicht vorstellen. Für mich eine Katastrophe, weiss ich doch, dass ich ziemlich schwierig sein kann, es gibt trotzdem jedesmal Theater.

    Ich nehme seit Dezember 2009 2 mal 20 mg Methylphenidat und seit April 2012 mittags eine Medikinet Adult 20 mg zusätzlich. Das Problem ist, dass mir die Medikamente schon helfen, aber ich eher mit Btm-Rezepten abgefertigt werde, die psychoanalytische Therapie, die ich seit Jahren mache, bringt mir auch nichts. Ich habe einfach grosse Angst, dass sich nie etwas ändern wird, allein schaffe ich es nicht und ich bekomme Panik, dass es bei der nächsten Stelle genauso läuft...ich weiss nicht mehr, was ich noch tun soll...

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Kündigung...was nun?

    Es ist furchtbar, ich bin unkonzentriert, fahrig, vor allen dingen: desinteressiert...mir fehlt es an innerem antrieb und beruflich scheitert es vor allen dingen daran, dass ich selbst nichts will...innerer Antrieb fehlt bei mir fast immer, ich bin ziemlich verzweifelt...wenn ich holzhacken würde, wüsste ich, was ich abends gemacht habe, aber dieser hang mich an routinen und irgendwelchen messbaren strukturen entlangzuhangeln, widerspricht total meiner akademischen ausbildung...bei mir hilft nichts mehr, ich hab keine ahnung, was ich jetzt noch machen soll...

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Kündigung...was nun?

    Hey,

    Es tut mir Leid für dich. Weiss aber jetzt auch nicht gerade, wie ich dir weiterhelfen könnte....
    Vielleicht hat es dir schon geholfen, hier zu schreiben und die Gewissheit zu haben, dass andere das lesen?

    Ich wünsche dir die Kraft, erst einmal den Kopf oben zu behalten.

    Was hast du denn studiert, wenn ich fragen darf?
    Ich bin selber noch im Stuidum und es ist - wie wohl bei vielen hier - ein ziemliches Chaos. Auf eine Art interessiert es mich sehr, aber durch die ganze Struktur, den Rahmen, meine Konzentrationsschwäche und noch einiges mehr wird es echt zum (innerlichen) Kampf... Anstrengend wie immer.

    Good Luck, lass dich nicht unterkriegen.
    jetztaber

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Kündigung...was nun?

    Nun, wenn Du sagst, Du warst für die Stelle eine Fehlbesetzung, dann hast Du schon Deine Antwort - such Dir eine Stelle, die besser zu Dir paßt - nicht nur das fachliche muss stimmen, sondern auch Dein Charakter/Gemüt muss dazu passen... .

    Gerade für ADSler ist es besonders wichtig, eine Stelle zu haben, die ihren Stärken und Schwächen entspricht, weil es uns viel schwerer fällt, uns für etwas zu motivieren, was uns überhaupt nicht interessiert.. und kann höchstens funktionieren wenn man sich dann mit den Kolleggen gut versteht.. Und wenn das auch noch nicht mal zutrifft, dann wird man auf dieser Stelle eh nicht glücklich. Also sehe die Kündigung als Neuanfang, dass Du etwas suchst, was Dir wirklich liegt ... hätten sie Dir nicht gekündigt, dann wärst Du vermutlich trotzdem unglücklich...

    Ich weiß, dass schreibt sich jetzt so leicht aus der Ferne und natürlich hat man ja gerade in den heutigen Zeit Angst, dass man überhaupt nichts mehr finden wird.. Also ich würde jetzt in Deiner Situation vermutlich auch sehr frustriert und depressiv sein..

    Ich hatte jetzt auch die ganzen letzten Jahre immer befürchtet nie Arbeit zu finden .. und ich habe mir dann einfach überlegt, dass ich mich damit abfinden muss arbeitlos zu sein und mir was anders zu suchen, wo ich mich bestätigt fühle und fand da z.B. ehrenamtliches Arbeiten. Nunja, so richtig konnte ich das nicht umsetzen, natürlich fühlte ich mich trotzdem noch schlecht, keine Arbeit zu haben (das Doofe war, dass ich mich das auch von Bewerben abhielt.. und wenn man sich nicht bewirbt, dann findet man natürlich auch nichts)...

    Aber ich denke, dass mir diese Überlegungen - einen Alternativplan zu haben, wenn alles scheitert - schon etwas geholfen hat... Klar ist es schon sehr deprimierend keine Arbeit zu haben... aber ohne geht das Leben auch weiter...


    Mal davon abgesehen, sind Deine Chancen vielleicht überhaupt garnicht so schlecht - immer hin hast Du jetzt schon Berufserfahrung und weißt schon, was Du nicht suchst..


    Zum Punkt Therapie : Hast du nur psyhoanalystische gehabt? Denn bei ADS wird immer Verhaltenstherapie empfohlen. Und wichtig ist auch zu einem ADS Therapeuten zu gehen. Also vielleicht lief die Therapie deshalb etwas ins Leere, weil Du eben nicht zu Dir gepaßt hat?

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Kündigung...was nun?

    Ich hab was mit Medien studiert. Grässliches Fach...die Therapie: ich bin viel zu oft und viel lange in diesen tiefenpsychologischen Sachen hängengeblieben, eine Verhaltenstherapie zahlt jetzt keine Kasse mehr...

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Kündigung...was nun?

    Hhm.m... wenn du sagst, es sei ein grässliches Fach: Wieso hast du es dann studiert? Was würde dich sonst am meisten interessieren?
    Ich denke, man sollte zu einem grossen Teil seiner Intuition folgen. Dem Teil der Intuition, der vom Herzen aus geht...

    Denk nicht daran, was du nicht kannst, sondern daran, was dir Spass macht. Wo du aufblühst.
    Vielleicht geht es dir im Moment so schlecht, dass du einfach nicht (mehr) weisst, wo du aufblühst?
    Aber versuch dich daran zu erinnern.

    Oder stell dich einfach als glücklicher Mensch vor: Wer bist du dann? Was machst du? Was ist es, das dich so glücklich macht?
    Vielleicht findest du so heraus, was du am liebsten machen würdest.

  7. #7
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Kündigung...was nun?

    Wieso zahlt Verhaltenstherapie keine Kasse mehr, zumindestens die gesetzlichen bezahlen die auf jeden Fall? Also bei den gesetztlich auf jeden Fall 2 Jahren nach Therapieende wieder, ansonsten muss der Therapeut das gut begründen - z.B. dass Du ein neues Problem hast.. (aber eigentlich sollte es doch auch möglich sein, dass er schreibt, dass Du falsch behandelt worden bist und Problem noch besteht)

    Eventuell könntest Du auch Ergotherapie bekommen, die kann wohl auch etwas Richtung Coaching aufgebaut sein - aber da muß der Ergotherapeut auch gut begründen können, wegen ADS gibts die nicht...

    Wenn es Dir ganz schlecht geht, dann wäre vielleicht auch ein stationärer Klinikaufenthalt etwas für Dich.. oder ein Kuraufenthalt.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Kündigung...was nun?

    Das ist eine schwierige Situation für dich. Wichtig für dich zu wissen ist, dass eine Verhaltenstherapie bei einem Therapeuten, der sich nicht mit AD/HS auskennt, nicht viel bringen kann. Die Rumrührerei in Vergangenem führt dann beim ADS Betroffenen gern wieder zum Daten"overflow" und eigentlich hat man therapeutisch die besten Erfolge mit einer Kombination aus "gut eingestellten" Stimulanzien und Alltagsbegleitender Beratung. Schau mal im Internet unter ADHS-Deutschland e.V. nach, vielleicht ist in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe. Meist sind diese Kontakte sehr hilfreich, denn dort weiß man schon um die "schwarzen" Schafe in der Psychologenbranche und empfiehlt dir dann solche, die das Thema ADS gut beherrschen. Auch solltest du das Thema ADS (wenn das nicht schon erfolgt ist) gut für dich erarbeiten. Ein sehr hilfreiches Buch hierzu ist: Erfolgreiche Strategien für Erwachsene und Kinder, von Astrid Neuy-Bartmann - wirklich sehr empfehlenswert. Jedes schwarze Loch ist (optimistisch gesehen) die Chance auf einen für dich passenden Neuanfang. In diesem Sinne: viel Kraft und gute Nerven!

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Kündigung...was nun?

    Mal ganz blöde gefragt: Was versprichtst du dir bei ADHS von einer Psychoanalyse? Was für ein Therapieziel hast du denn da für dich formuliert? In Unkenntnis meiner ADHS hab ich auch drei Jahre Psychanalyse gemacht, weder bezüglich der Depressionen noch der mit der ADHS verbundenen Probleme hat es auch nur irgendwas gebracht, außer mein Selbstwertgefühl teilweise noch weiter herabgesetzt. Es ist nicht sehr aufbauend, wenn gefragt wird: Unpünktlichkeit? Kennen SIe das auch in anderen Situationen? Was verbinden SIe damit? Und die Antwort ist: Das kenne ich schon mein ganzes Leben lang. Und ich kann es aus eigenem Antrieb nicht verändern.

    Heute lache ich darüber. Auch über die "Vernachlässigung" durch meine ADHS-Eltern. Es war nicht Unwillen, sondern einfach ADHS!

    Wenn du meinst, VT hilft dir besser als Psychoanalyse, sprich mit deiner KK, denn für die ist VT jedenfalls billiger als Psychoanalyse. Man kann ja auch wechselln, wenn man mit dem Therapeuten einfach nicht klar kommt. Du müßtest dann einen Therapeuten finden, der einen neuen Antrag mit Begründung stellt, warum jetzt VT stellt und dann schaut da bei der KK ein Gutachter drüber und dann solls es wohl gehen...

    Aber du liest dich ziemlich depri, vielleicht hilft dir auch ein Klinikaufenthalt, in dem du dich auch beruflich orientieren kannst? Es gibt Kliniken mit Arbeitstherapie, in denen man seine Fähigkeiten ausloten kann, auch mit einer Art Praktikum.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Kündigung...was nun?

    Du hast also bereits folgendes erfolgreich gemeistert

    - du hast erkannt, das Du Hilfe brauchst und angefangen, dir welche zu Organisieren (Psychoanalytiker)
    - du nimmst Medikamente, die Dir helfen
    - erkannt, das Du einen neuen Job brauchst

    Folgende Dinge sind jetzt wichtig!

    1. Du bist nicht allein...habe gestern auch meinen Job verloren...diesmal hat sogar die Zeitarbeitsfirma gekündigt, weil Sie einfach keinen Job mehr für mich haben.

    2. Angst, Depressionen und Rückzug sind völlig normal. ÜBERLEBEN ist jetzt angesagt bis es Dir wieder besser geht.
    Frag Eltern, Freunde oder gehe in ein Krankenhaus (in Mannhem gibt es z.B. eine ADHS-Ambulanz) die Dir helfen können?

    3. Die Psychoanalyse war wichtig für die Erkenntnis, das Du brauchst Hilfe brauchst.
    Als nächstes kommt die Verhaltenstherapie!

    Das schaffst Du!

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