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Diskutiere im Thema Arbeitslos nach Studium - TIEF im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 266

    Arbeitslos nach Studium - TIEF

    Hallo Ihr Lieben,

    jetzt ist es soweit, ich hab lang überlegt, ob ich schreiben soll, oder nicht…

    Mir geht es im Moment grad garnicht so gut. Meine Situation ist Folgende:

    Habe Mitte Februar mein Studium erfolgreich mit einer guten Note beendet. Im März war ich mit Freunden im Urlaub und seit Ende März/Anfang April suche ich nach einem Job.
    (Vor dem Studium habe ich 2 Ausbildungen abgeschlossen und auch schon 5 Jahre gearbeitet, an Erfahrung mangelt es mir also nicht.)
    Leider hat es bis heute nicht geklappt mit einer Stelle und das belastet mich sehr. Ich entwickle schon regelrechte Bewerbungsphobien, also hab schon Angst, Bewerbungen zu schreiben.
    Stellen im speziellen Bereich meines Studiums gibt es hier im Umkreis leider keine. Aber da es ein BWL-Studium war, könnte ich auch andere Stellen annehmen. Hier bin ich grad total plan- und ratlos, was ich denn alternativ machen könnte.
    Hab mich auch schon in meinem alten Beruf – im Assistenzbereich - beworben. Aber da hab ich Bedenken, weil man da ja meistens relativ „isoliert“ ist, d.h., man ist z.B. Assistentin eines Geschäftsführers und hat da ja keine Kollegen, ist meist allein in einem Büro. Ich bin jedoch so ein Mensch, der mit anderen im Team zusammenarbeiten möchte, der einfach den Austausch braucht!
    Deshalb bin ich nicht mehr davon überzeugt, ob so eine Assistenzstelle denn das Richtige für mich ist.
    (in meinem früheren Job hatte ich das Glück in einem Büro mit 3 weiteren Sekretärinnen zu arbeiten, aber sowas liest man ja aus keiner Stellenanzeige raus).

    Andererseits habe ich keine andere Berufserfahrung aufzuweisen, wer würde mich denn dann schon im Einkauf, Personalwesen oder Marketing nehmen?
    Ob ich ein Praktikum machen soll – da bin ich mir auch unsicher. Schließlich bin ich 33 – wie würde das dann in meinem Lebenslauf aussehen?
    Nun bin ich schon seit fast 4 Monaten auf Arbeitssuche… Ich hab mich für dieses Semester noch immatrikuliert –wegen Krankenversicherung etc.

    Finanziell muss ich mir grad zum Glück keine Sorgen machen.

    Das waren die „harten“ Fakten.

    Nun dazu, wie es in meinem Inneren aussieht:

    Jeden Morgen, wenn ich aufwache, und meine Gedanken sich wieder einschleichen, beginnt es schon. Dieses Grübeln. Diese inneren Dialoge und „Vorträge“. Die davon handeln, dass ich ja jetzt arbeitslos bin, die mir sagen, dass mein Lebenslauf scheiße ist, die mir vor Augen halten, dass es keinen Job für mich gibt. Diese Vorträge und Dialoge spielen auch mögliche Szenarien beim Vorstellungsgespräch und in der neuen Arbeit durch - natürlich alle negativ besetzt.
    Und die Zeit vergeht immer schneller - und ich habe noch nichts erreicht...
    Mein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl ist gen Null gesunken. Ich hab das Gefühl, einer normalen Arbeitsstelle, die meinen Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht, nicht mehr gewachsen zu sein.
    Außerdem hinterfrage ich oft, was andere von mir denken – meine Eltern und Freunde. Halten die mich für faul? Glauben die mir, dass ich keinen passenden Job finde? Und dann, wenn immer gefragt wird: „Und, hast du schon ne Stelle gefunden?“ – dann würd ich am liebsten weglaufen, auch ob der mitleidigen Blicke und Äußerungen wie: „na, das wird schon … .“ Das weiß ich selber!

    Meine Gedanken drehen sich auch oft darum, wie es im Lebenslauf aussieht, wenn man so lange arbeitslos war… Kein richtiges Bemühen um einen Job? Was soll ich denn mehr machen, als die Stellenanzeigen der Region zu studieren? Um in Unternehmen selber anzurufen – da hab ich nicht den Mumm dazu… Wie gesagt, mein Selbstbewusstsein hat ganz schön gelitten.

    Hab jetzt auch 2 Wochen keine Bewerbung geschrieben, weil ich einfach nichts passendes gefunden habe. Aber dann hab ich immer das Gefühl, ich müsse z.B. meinem Freund etwas „vorweisen“, dass ich mich bewerbe (obwohl der das garnicht erwartet, und wirklich ganz ganz toll zu mir ist, mir Mut macht.)
    Und wie gesagt, mittlerweile entwickle ich schon eine Bewerbungsphobie…

    Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrung gemacht? Wie seid Ihr da rausgekommen?

    Ich muss noch dazu sagen, dass ich mich jeden Tag auf Neue aufrapple. Ich hab damit begonnen, mir die ganzen blöden Gedanken zu verbieten, mache jeden Tag was im Haushalt oder Garten, so dass ich da wenigstens einen Erfolg sehe…

    Liebe Grüße, Nasenbär

    PS: sorry für das verworrene Schreiben!

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Arbeitslos nach Studium - TIEF

    Huh, dasselbe Problem hatte ich jetzt auch die ganze Zeit.. war jetzt 7 Monate arbeitlos gewesen und in der Zeit gerade mal 20 mickrige Bewerbungen geschafft und mich dabei nie auf die aktrativsten Stellen bewerben können, weil ich große Probleme mit der Selbstdarstellung und was ich mir zutraue hatte.. Und die Bewerbungen immer nur kurz vor dem Jobvermittler-Termin losgeschickt.. ansonsten fehlt mir einfach der Druck... auch ein Grund, weshalb ich mich dann nicht auf aktrative Stellen bewarb - dem Jobvermittler machte ja nur Druck, dass ich mich überhaupt bewarb und nicht, dass ich mich auf aktraktive Stellen bewerbe...

    Aber auf jeden fall habe ich mir auch nur sehr schlechte Chancen gegeben, etwas zu finden, ewig studiert nur schlechte Noten, zwar Ausbildung vor dem Studium, die wenigstens etwas in der richtugn ging, aber nochmal etwas anders war (also somit auch nicht mehr als Berufserfahrung gelten konnte) und ein kurzes Praktikum, zwar in meinem Studienschwerpunkten, aber lief nicht so gut und war zu kurz... Und im Studium nur das nötigste für das Studium gemacht, ansonsten nur mit meinen psychologischen Problemen herumgeschlagen und darüber hinaus nichts - keine Hobbies, Interessen, etc.!

    Und auch soziale kaum Kontakte gepflegt vor allem zur familie nicht,w eil ich nichts zu erzählen hatte .. ausser meinen psychologische Probleme, aber die ich natürlich für mich behielt, einmal schämte ich mich.. vor allem noch vor meiner ADS-Diagnose, wo ich mir dachte, dass meine Probleme sowieso niemand nachvollziehen konnte und anderseits wollte ich auch niemand damit vergraulen, weil ich ihn mit meinen Problemen belastete.. Auch jetzt auf Arbeit merke ich, wie schwer es mir fällt, mich an Gesprächen zu beteiligen, weil ich kaum Gesprächstoff habe :/ Und auch, wenn ich höre, dass die anderen soviel noch mahcne bzw. erlebt haben Urlaubsreisen, Hobbys usw... komme ich mir blöd vor...

    Ich denke, es ist auch immer Glückssache, ob gerade jemand mit Deinen Fähigkeiten gesucht wird - also das habe ich an Beispiele einer Freundin gesehen - gute Ausbildung gehabt, mehrere Jahre Arbeitserfahrung, gute Zwischenqualifikation, mehrmals ein Praktikum gemacht, wo sie dann nochmal als Urlaubsvertretung kommen sollte - also kann sie sich wohl nicht zu blöd angestellt haben... Und trotzdem war sie 10 Jahre arbeitslos. Aber eine Geschichte mit Happy Ende - hat dann aber doch noch Arbeit gefunden und sogar noch eine Traumstelle! Wo sie sich sehr wohl fühlt und auch die Kolleggen und Chef total zufrieden mit ihr sind. Da habe ich mich oft gefragt, wieso sie solange arbeitslos war!


    Nun auf jeden Fall war ich dabei mir einen 'Kampfplan' zu überlegen, wenn ich keine Arbeit finde (... nun, aber nie geschafft davon mal was umzusetzen). Nun bin ich Informatikerin und denke mal, dass man damit auch mit schlechten Noten und sonstigen Nachteilen noch gute Chancen hat, während es als BWLer bestimmt viel schwerer aussieht!

    Also meine Idee war gewesen, einmal Programme zu schreiben oder mich bei OpenSource Projekten einzubringen, damit ich quasi Arbeitsproben vorzeigen kann.

    Softwaretools, die in meinem angestrebten Bereich wichtig sind, kennenlernen und einarbeiten, Fachwissen auffrischen, Weiterbilden...

    Dann wollte ich in sozialen Netzwerken z.B. Xing, FachForen etc. aktiv werden - auch wieder um ein bißchen zeigen zu können, was ich kann, aber auch, um ein beruflisches Netzwerk auszubilden, über das man vielleicht dann noch was gefunden hätten.. aber leider habe ich einen riesen großen Vitamin B Mangeln und schob es immer vor mir her :S

    Dann ehrenamtlich aktiv werden (was ich auch schon gemacht habe), bei irgendelchen Projekten aushelfen, die man für sinnvoll hält usw. Zwar würde ich das auch unabhängig davon machen, aber als Arbeitslose denke ich mir, ist das eine Möglichkeit, wo man Anerkennung bekommt, für das bekommt was man macht und niemand kann behaupten, man sitzt nur faul zu hause rum (also sollte dann auch 'echte' ehrenamtliche Arbeit sein und nicht etwas, wo sie Dich nicht als billige Arbeitskraft mißbrauchen). Und ich denke, da gibt es einfach genug Sachen wo man sich einbringen könnte, auch in unterschiedlichen Bereichen, wenn einem der Kontakt mit Menschen nicht so liegt (aber das wird vermutlich nicht Dein Problem sein).. also irgendwelche Projekt, die kaum Fördergelder bekommen und deshalb eigentlich gut nachgefragte Projekte einstellen müssen.


    Alle Sachen scheiterten immer daran, dass ich mich zu nichts aufraffen konnte :S

    Ich hoffe, dass ein paar Anregungen für Dich dabei sind!
    Geändert von Rina Oka (21.07.2012 um 13:08 Uhr)

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 266

    AW: Arbeitslos nach Studium - TIEF

    Hallo Rina,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Post. Oh Mann, da hast Du aber auch lange gesucht nach nem Job, und ja, mir geht es so wie Dir, dass ich mich nicht auf jede Stelle bewerbe, denn irgendwie findet man meist was an der Beschreibung, was man nicht bieten kann und dann hat man schon nicht mehr den Mut, sich zu bewerben.
    Aber ich freue mich riesig für Dich, dass Du was gefunden hast, und das macht mir auch Mut, dass ich bald meinen Traumjob finde.
    Ich wäre ja auch bereit, erstmal in einen Job zu gehen, wo nicht unbedingt mein Studium gefragt ist, hocharbeiten kann man sich immer noch. Aber dann muss man sich ja rechtfertigen weil man "überqualifiziert" ist.

    Dein Schlachtplan für die unaktive Zeit zuhause finde ich auch toll. Das mit der ehrenamtlichen Arbeit hatte ich mir auch schon überlegt. Aber da kommt mir immer gleich das Bedenken: was, wenn ich, sobald ich mit der E.A. angefangen habe, dann doch kurz darauf einen guten Job an Land ziehe? Dann müsste ich ja wieder damit aufhören... Und das wäre dann ja unfair gegenüber der Stelle, wo man die E.A. leistet, oder? Auf der anderen Seite könnte man ja mal unverbindlich da anrufen und die Situation schildern...
    Naja, gestern hab ich noch 2 Stellen gefunden, auf die ich mich beworben habe, ist zwar Zeitarbeit, aber das ist mir grad sch...-egal. Hauptsache ein Einstieg.

    Nochmals vielen lieben Dank für Deine Zeilen!

    Beste Grüße
    Nasenbär

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Arbeitslos nach Studium - TIEF

    Freut mich, wenn es Dir weitergeholfen hat! Nun, die ehrenamtliche Sache würde ich dann erstmal zurückstecken und sollten die auf Verständnis dafür haben bzw. würde ich das auch gleich klar machen, dass ich sie eventuell nur solange machen kann, wie ich arbeitslos bin, auch wenn da vielleicht erstmal stellen wegfallen, die sich darauf verlassen müssen, dass Du eine gewisse Zeit dabei bleibst. Aber ich denke, es gibt da genug Sachen, wo das Problemlos möglich ist.

    Nun viel Erfolg bei Deinen Bewerbungen!

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 277

    AW: Arbeitslos nach Studium - TIEF

    Mein Bruder hat Verfahrenstechnik (Bachelor/Master) in Großbritannien studiert und ziemlich gut abgeschlossen. Hatte aber keinerlei Praktika und sich nur in Deutschland beworben. Nach etwa einem Jahr hatte er erst eine Stelle gefunden, aber die ist echt super. Ich denke dass man heutzutage entweder im Studium schon Kontakte zu Firmen knüpfen sollte oder halt nachher etwas länger sucht, was aber auch nicht schlimm ist.

    Bei mir steht das Problem im Spätsommer 2014 an - wenn alles glatt läuft. Ich hoffe mal, dass ich i-wie doch noch eine ehrenamtliche Stelle in meinem Bereich finde, damit ich schon mal etwas im Lebenslauf diesbezüglich stehen habe. Aber ich befürchte, dass ich auch erst mal ein paar Monate - wenn nicht gar Jahre - suchen muss, da ich nicht weis, ob und wann sich die Wirtschaft erholt. An Fachkräftemangel glaube ich persönlich nicht, ich denke es fehlt an Leuten, die 21 Jahre alt sind, 45 Jahre Berufserfahrung haben, wovon 54 Jahre im Ausland waren und das Studium in zwei Semestern durchgezogen haben. Natürlich sollten die noch Geld mitbringen, damit sie überhaupt arbeiten dürfen ..


    Aber ich denke derzeit findet jeder, der sich gut verkaufen kann, nach einiger Zeit eine gute Stelle. Also Kopf hoch.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 266

    AW: Arbeitslos nach Studium - TIEF

    Hallo Bricklayer,

    vielen Dank für Deinen Post.

    Es macht mir - so blöd wie das klingt - immer wieder Mut, wenn ich lese, dass ich nicht die einzige bin, die so lange sucht... Ich hoffe, dass das für Dich in 2 Jahren nicht zutrifft, und Du gleich was findest!

    Vielleicht verkaufe ich mich auch nur falsch in meinen Bewerbungsschreiben.

    Die sollen ja supertoll sein und einzigartig, damit man überhaupt zum Gespräch eingeladen wird. Leider bin ich nicht so ne Labertasche und auch nicht so selbstüberzeugt, dass ich das perfekt im Anschreiben verpacken kann. Ich fände es falsch, den Perso-Chefs im Anschreiben was vorzugaukeln und mich so darzustellen wie ich garnicht bin.
    Und wenn man mal ein gutes Vorstellungsgespräch hatte, und den Job machen würde, dann wird man hingehalten, ja es wird einem quasi noch unter die Nase gerieben, dass man ja eigentlich überqualifiizert ist. (ist mir so unlängst passiert)
    Gerade ist ja eh Flaute bei Stellen, hab ich den Eindruck; denke das liegt an der Urlaubszeit...

    Naja - ich geb die Hoffnung nicht auf, für irgendwas wird das lange Warten schon gut sein. Somit kann ich mich in Geduld üben und daheim noch viel Liegen gebliebenes erledigen!

    LG
    Nasenbär

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 277

    AW: Arbeitslos nach Studium - TIEF

    Es gibt eine noch immer aktuelle Studie aus den 1930er Jahren, welche den Titel "Die Arbeitslosen von Marienthal" trägt. Hier ist eine ADHS gerechter Übersicht: http://www.philso.uni-augsburg.de/le...marienthal.pdf .Ich denke schon, dass längere Arbeitslosigkeit einen psychisch und physisch zerstört. Man verliert das Zeitgefühl und vegetiert nur noch vor sich hin und hat i-wann keine Hoffnung mehr. Okay, der Zustand tritt bei mir jedes Wochenende auf, aber durch die Uni habe ich eine Tagesstruktur in der Woche und bei Klausuren muss ich lernen. Zum Glück ist längere Arbeitslosigkeit heutzutage kein KO-Kriterium mehr. Ich würde mich aber ehrenamtlich Engagieren oder ein Praktikum machen (kann aber auch zur falle werden, Stichwort: Generation Praktikum).

    Ich habe bei meinem Vater () gesehen, dass Beziehungen zu anderen Menschen über Hobbys helfen bei der Arbeitssuche können. Er hat Golf gespielt und hat da viele Geschäftskontakte gefunden. Das kann man sicher auch bei vielen anderem Clubs/Sportarten. Oder vielleicht können sich mal deine Verwandten umhören, ob in deren Kreis jemand in deiner Position gesucht wird. Evtl. kannst du auch einen Job bei einer Freiwilligenagentur finden (Ehrenamt) und von dort aus Kontakte knüpfen und die Sozialkompetenz verbessern.

    Auf jeden Fall dürften viele derzeit Probleme haben, da seit 2008 eine weltweite Krise herrscht. Und heutzutage haben viele Lücken und Chaos im Lebenslauf. Aber du hast doch viel erreicht in deinem Leben. AusbildunGEN, Studium (ist ja auch eine Ausbildung) und Arbeitserfahrung. Ich würde mich jetzt nicht von i-welchen Schlaumeiern, die noch im Jahre 1970 leben - als es zu wenig Arbeitskräfte gab - fertig machen lassen. Mein Opa ist auch so drauf, bloß keine Lücken im Lebenslauf und das Alter unter 25 beim Einstieg (bin auch 27, habe auch schon eine Berufsausbildung + gearbeitet + Bachelor, wenn alles gut klappt, bin ich mit 29 fertig). Ich mache jetzt noch meinen Master und nebenbi meinen anderen Bachelor weiter. Der ist zum Glück in Pädagogik und da gibt es immer (oft schlecht bezahlte) Stellen.

    Also fahr' nicht nur auf klassische Bewerbungen ab, sondern probiere auch an interessante Menschen in deinem Umfeld heran zu kommen, da interessieren zumeist die Zeugnisse auch nicht, wenn man sich gut verkaufen kann. Ich würde mich auf jeden Fall Bundesweit, in Österreich und der Schweiz bewerben. Evtl. kann man das Gebiet auch auf Irland und Großbritannien ausweiten. Am besten erst mal kleine mittelständische Unternehmen und nicht Multis. Da kommt man schneller rein und kann die Stelle dann als Sprungbrett nehmen. Zeitarbeit kann Vorteile aber auch Nachteile haben.

    Deute überall - bei Leuten die viele Kontakte haben und die dich mögen - an, dass du eine Stelle in dem und dem Bereich suchst und frage, ob die jemanden kennen der eine Stelle die passt hat. Mache das auch bei EX Kommilitonen, vielleicht sucht deren Unternehmen noch jemanden.
    Geändert von bricklayer (21.08.2012 um 16:14 Uhr)

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Arbeitslos nach Studium - TIEF

    bricklayer schreibt:
    Ich denke dass man heutzutage entweder im Studium schon Kontakte zu Firmen knüpfen sollte oder halt nachher etwas länger sucht, was aber auch nicht schlimm ist.
    Das war mir schon zu Anfang des Studiums klar.. aber sowas war ein Riesenproblem für mich.. also nie um ein Praktika beworben, weil ich mich nicht getraut habe (mal abgesehn davon, dass es da auch viele Aushänge gab, wo die auch schon richtig große Programmiererfahrung erwartet haben... ) Auch konnte ich nie bleibende Kontakte zu Kommiltonen aufbauen... Und dieses Problem wird mich noch weiter im Leben behindern

    An Fachkräftemangel glaube ich persönlich nicht, ich denke es fehlt an Leuten, die 21 Jahre alt sind, 45 Jahre Berufserfahrung haben, wovon 54 Jahre im Ausland waren und das Studium in zwei Semestern durchgezogen haben. Natürlich sollten die noch Geld mitbringen, damit sie überhaupt arbeiten dürfen ...
    Du hast noch überdurchschnittliche Studienleistungen in Deiner Aufzählung vergessen!

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 277

    AW: Arbeitslos nach Studium - TIEF

    Rina Oka schreibt:
    Du hast noch überdurchschnittliche Studienleistungen in Deiner Aufzählung vergessen!
    Nein, ich glaube, dass Partystudenten besser später ankommen. Leute mit Noten im weit überdurchschnittlichen Bereich haben oftmals Probleme, eine Stelle zu bekommen, da der Chef keine Lust auf :rulez: und Theoretiker hat. Mittlerweile bin ich so weit zu behauten, dass ein Bereich im Master/Diplom zwischen 1,7 und 2,7 besser ist, als jemand mit 0,7 bis 1,7 (außerhalb des wissenschaftlichen Betriebs). Mein Vater hat damals alle Informatik-Studenten mit besser als 2,0 und schlechter als 3,0 aussortiert. Ich denke schon, dass die Noten stimmen und man nicht unbedingt etwas schlechteres als 3,0 im Gesamtschnitt haben sollte. Allerdings haben es Leute mit Super-Noten auch nicht leicht.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 65

    AW: Arbeitslos nach Studium - TIEF

    mmmh wirklich interessante These @bricklayer... aber ich sehe das etwas anders... nur mal so: "Bei Betriebswirten hält der Zulauf an - es wird noch enger" 26.000 BWLer sind erwerbslos gewesen (Quote: 3,4%). Bei den Arbeitslosen ist der Anteil der Jüngeren 2011 mit 57% überdurchschnittlich hoch.

    Ich gehöre selber zu den BWLern mit Schwerpunkt Marketing und bewerbe mich nun schon sei knapp 6 Monaten und erhalte eine Absage nach der anderen. Da ist die Note zweitrangig - die Masse macht es aus... Die meisten Personaler (ich kenne ein paar) sortieren bereits von Ihrem Stapel Bewerbungen jede zweite aus ohne diese gelesen zu haben. Danach geht es ruckzuck... im Schnitt hat jede Bewerbung 2 - 3 Minuten Zeit zu überzeugen.

    Wichtig ist nicht aufzugeben und immer weiter zu machen - ich habe bereits im laufenden Monat mehr als 20 Bewerbungen geschrieben. Zum einen trainiert es und dann geht es auch immer schneller. Wenn es finanziell möglich ist Praktikas absolvieren, wichtig für die Berufserfahrung und oder im privaten Bereich Projekte anschieben, Kontakte aufbauen...

    Manchmal ist es sehr frustrierend, manchmal doch aber auch schön.... Gerade wenn das Wetter schön ist und man nicht zur Arbeit muss :-)

    Also nicht den Kopf hängen lassen und ab durch die Mitte (jeden Tag 2 Bewerbungen) und irgendwann gewinnt man...

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