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Diskutiere im Thema Mein Studium und Ich..... im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    MoC


    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 365

    Unglücklich Mein Studium und Ich.....

    Also ich habe festgestellt, dass mein Studium alles andere als Rund läuft.
    Dieses Semester hat mich an meine Grenzen geführt, denn ich habe in diesem Semester wirklich nur in den Extremem gelebt.
    Diesen ganzen Praktikas und davon haben wir ne Menge haben mich so unter Druck gesetzt, denn jedes Praktikum ist wie eine kleine Prüfung und mit Prüfungen kann ich nicht gut.

    Also ich bin alles andere als ein Musterstudent, die morgentlichen Vorlesungen schaffe ich nur mit sehr viel Mühe, die um Mittag herum schaffe ich noch ganz gut denn meine Einschlafzeit liegt bei 4 Uhr morgens und das jeden Tag und da schaffe ich einfach die Vorlesung um 8 Uhr morgens nicht.
    Es sei denn es ist ein Praktikum, das bedeutet "WICHTIG", wenn ich nicht da, dann durchgefallen und damit ein Fehlschein!

    Überhaupt habe ich bisher alles falsch gemacht, habe Fehlscheine von belanglosen Fächern, die mich nicht die Bohne interessieren, lernen für Klausuren tue ich nur zwischen Tür und Türzarge, was auch funktionieren kann, ich kann so auch sehr gute Noten schreiben, es ist nur sehr anstrengend.
    Ich habe aber auch überhaupt keine Lernstrategien bzw. Techniken, auf dem Gymnasium hat es gereicht und in meiner Lehre sowieso, dort habe ich nicht einmal den Finger gekrümmt, jetzt bekomme ich wohl die Quittung dafür .

    Dieses ganze Studium ist soooo straff geschnitten, der Stoff soooo viel, wobei ich nicht das Problem habe, den Stoff zu raffen, sondern die Menge und diese ganze Organisation.


    Ich beneide viele immer wegen ihre Disziplin und ihrer Lockerheit. Gut die haben wahrscheinlich auch hier und da mal ein Problem, aber sicher nicht Meine.
    Ich wache morgens auf und habe entweder ein Problem mit meinem Studium oder mit meinem Leben oder beidem.

    Mich plagen ständig Selbstzweifel, ich bin einfach nicht von mir und mein Leistungen überzeugt, diese verfolgen mich nicht erst seit dem Studium, sondern schon lange davor, daher neige ich auch oft dazu zu überkompensieren, obwohl ich schon viel gelernt habe und es eigentlich kann bzw. müsste bin ich mir immernoch sehr unsicher.
    Und manchmal scheint bei diesen vielen gelerne nicht viel bei herum zu kommen.

    Ich werde mir auch noch ne Studienberatung holen, denn ich hänge schon 2 Semester hinterher.
    Eigentlich wollte ich kein Bummelstudent werden und in der Regelstudienzeit abschließen aber da hab ich wohl die Rechnung ohne meine ADS und sonstigen Problemen gemacht.

    Ein Problem ist schon nicht mehr ganz so fern, so musste ich ja ein Leistungsnachweis einreichen und jetzt muss ich damit rechnen, dass ich kein BaföG mehr bekomme, wo ich doch mal wieder "DACHTE" es würde sich erst nach dem Bachelor auswirken, aber nein es überkommt mich jetzt.
    Das wird mich jetzt nochmal so richtig in Grund und Boden stampfen.
    Ich könnte das zwar irgendwie mit arbeiten bewältigen, nur plagen mich auch dort Selbstzweifel.
    wen ich im Stellenwerk so nachgucke sehe ich viele interessante stellen, aber ich bin mir nie sicher, ob ich diesen Ansprüchen gerecht werden kann, ein anderer Student sagt:"Ich probiere das mal aus!".
    Dieser Gedanke zerreist mich, ich kann nix ausprobieren, entweder 100% oder nicht.
    Also ich bräuchte eine riesen JUMBO-Tüte Selbstbewusstsein und ein Radiergummi



    Ich hatte auch schon überlegt zu Physik oder Mathematik zu wechseln, weil mir vllt. ein Technischer Beruf nicht liegt, aber nach 2 Jahren nochmal von vorne anfangen?
    Und ob es dort besser laufen würde? Ich bezweifel es!


    Aso ich habe manchmal das Gefühl dass ich teilweise perfektionistisch bin, gut meine Messlatte ist hoch, dieser kann ich manchmal auch gerecht werden, aber normal ist das nicht.
    Wenn ich so einige Studenten bei mir beobachte stelle ich fest dass vielen nur das bestehen wichtig ist, also 5 Punkte.

    In meinem Wertesystem hab ich kein Platz für sowas, mit mittelmaß gebe ich mich nicht zufrieden, obwohl ich davon nicht verschont geblieben bin, daher nimmt mich sowas auch immer mit bzw meistens dann wenn ich weiß dass ich das kann und am Ende nur nen Mittelmäßig heraus kommt, dann könnte ich immer

    Also ich hasse Klausuren, ich hasse sie so abgöttlich, die bedeuten für mich immer MEGA Stress, ich habe dieses Semester wieder gemerkt, dass ich irgendwann nicht mehr konnte, ich konnte einfach nicht mehr bis in die Nacht hinein pauken, meine Puste war raus, aber ich kann auch immer schlecht entscheiden ob dies genug war, vllt. konnte ich es ja schon? aber damit mein Gewissen rein ist muss ich pauken, ganz gleich ob ich es schon kann.


    So ich glaube ich habe jetzt genug geschrieben.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen?



    LG MoC

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Mein Studium und Ich.....

    Ja, leider nur zu gut Du kannst einen Nachteilsausgleich beantragen, da ADS als chronische Erkrankung betrachtet wird und beim Studentenwerk eventuell auch eine Studienhilfe beantragen, die Dir bei Planung und Organisation hilft. Ansonsten kann Nachteilsausgleich z.B. sein, dass Du länger Fristen hast, mündlich gegen schriftlich tauschen kannst etc. Du mußt Dir genau überlegen, wo Du Probleme hast und wo jemand Dir helfen könnte


    Ansonsten haben mich mein ganzen Studium auch immer Selbstzweifel gequält und ich war (bin auch noch immer, nur läßt die Intensität nach) total unzufrieden mit meinen Leistungen. Dagegen hat geholfen, dass ich mir mal meine inneren Stimmen und negative Glaubensätze angeschaut und aufgeschrieben habe..oft verlieren die an Kraft, wenn man sie bewußt betrachtet.

  3. #3
    MoC


    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 365

    AW: Mein Studium und Ich.....

    @Rina Oka

    ich habe mir jetzt ein Termin bei der Studienberatung geben lassen.
    Ich hoffe, dass die mir dort weiter helfen können.
    Ich hatte vorweg schonmal ne Menge runter getextet, so sind die jedenfalls schonmal auf ein Fall wie mir vorbereitet, zumindestens habe ich die wichtigsten Sachen hinter mir, denn solche Sitzungen finde ich total stressig und meistens bekomme ich nicht den Mund auf



    LG MoC

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 135

    AW: Mein Studium und Ich.....

    MoC schreibt:
    Ich beneide viele immer wegen ihre Disziplin und ihrer Lockerheit. Gut die haben wahrscheinlich auch hier und da mal ein Problem, aber sicher nicht Meine.
    Ich wache morgens auf und habe entweder ein Problem mit meinem Studium oder mit meinem Leben oder beidem.
    Vielleicht rede ich mir es nur zum Selbstschutz ein, aber ich bin der festen überzeugung, dass die meisten vorbildlichen Schüler und Studenten ein trauriges Leben führen.
    Denn es kann niemals so viele Begabte geben, wie es gute Studenten gibt, was nur den Schluss zulässt: Rigide Erziehung, wenig Freizeit, öberflächlicher Spaß an banalem.

    Vielleicht liege ich ja falsch, aber jemand, der den ganzen Tag lernt, sich mit seinen ebenfalls beschäftigten "Freunden" sporadisch trifft und das Wochenende mit erbärmlichen Dingen wie "PARTY!!!!!" verbringt, kann doch nicht nachhaltig glücklich sein, oder?

    Gut, uns allen macht sicherlich das lernen bestimmter Dinge spaß, aber auch andere müssen sich bei uninteressanten Dingen zum lernen zwingen.
    Ich weiß nocht wie viele Leute vorm Abi gejammert haben, dass sie ja noch sooooooo viel tun müssen und alle 2 Stunden irgendwo mitteilten "Oh nein, noch 9482 Seiten! Aber ich muss weitermachen!"

    Diese Leute haben das wirkliche Problem. Denn sie gehören zu jenen ätzenden Zeitgenossen, die dafür sorgen, dass die ohnehin ungesund beschleunigten Leben in Zukunt noch gestresster werden(quälen sich durchs Studium, werden Vorstand, erwarten dass sich zukünftige Mitarbeiter ebenfalls vorher so quälen und gefälligst schon mit 18 einen Master in der Tache haben sollen!

    Lass dich nicht von solchen Irrlehren beirren, sei zufrieden dass du wenigstens dein Wunschstudium hast und lass dir ruhig Zeit. Hab lieber eine schöne Studienzeit als ein vermeintlich schönes, aber in wirklichkeit nachhaltig geschädigtes Leben, bei dem du es bereust, als junger erwachsener nicht so gewesen zu sein, wie du wolltest.
    Erwachsen bist zu lange genug, jung nicht

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 37

    AW: Mein Studium und Ich.....

    Ja und nein. Es gibt auch Studiengänge die sehr vielversprechende Jobaussichten bieten.. Aber der Weg ist schrecklich und die Begegnungen wohl auch, zumindest mit den oben beschriebenen

  6. #6
    EvS


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 97

    AW: Mein Studium und Ich.....

    Wotemer schreibt:
    Vielleicht rede ich mir es nur zum Selbstschutz ein, aber ich bin der festen überzeugung, dass die meisten vorbildlichen Schüler und Studenten ein trauriges Leben führen.
    Denn es kann niemals so viele Begabte geben, wie es gute Studenten gibt, was nur den Schluss zulässt: Rigide Erziehung, wenig Freizeit, öberflächlicher Spaß an banalem.
    da gibts nen schönen, naja eher symptomatischen, ausspruch zu. hard work beats talent, if talent doesn't work hard.

    merk ich auch gerade wieder...bei uns gibts da auch so experten die alles unbedingt super schaffen wollen und den ganzen tag halt nur lernen und sich dann wundern dass sie nur noch migräne haben...da frag ich mich dann obs das wirklich wert ist...dämliche leistungsgesellschaft. ist aber nun mal auch seit ein paar jh. in der gesellschaft und wird sich so schnell wohl auch nicht ändern - dabei könnte es so einfach sein...ach ich krieg schon wieder wut auf den ganzen mist.

  7. #7
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Mein Studium und Ich.....

    MoC schreibt:
    @Rina Oka

    ich habe mir jetzt ein Termin bei der Studienberatung geben lassen.
    Ich hoffe, dass die mir dort weiter helfen können.
    Ich hatte vorweg schonmal ne Menge runter getextet, so sind die jedenfalls schonmal auf ein Fall wie mir vorbereitet, zumindestens habe ich die wichtigsten Sachen hinter mir, denn solche Sitzungen finde ich total stressig und meistens bekomme ich nicht den Mund auf
    Dann viel Erfolg dafür! Ja, schreib Dir das dann auf jeden Fall auf, was Du sagen willst, wenn Du das Problem hast, dann alles wichtige zu sagen.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    AW: Mein Studium und Ich.....

    hmmm...hast du schon mal an sich etwas getan um mit dem ADS (ohne H?) zurecht zu kommen? Bücher gelesen, Coaching mitgemacht oder zumindest Cooping Techniken nachgelesen und ausprobiert? Beziehst du dein ADS bei Überlegungen zur Studienstruktur, Tagestruktur mit ein? Spielt es überhaupt eine Rolle in deinem Leben?

    Ich kenne es von mir selbst, dass es ein paar meiner Besonderheiten gibt, an die ich mich immer wieder bewusst erinnern muss, sonst rutschen sie mir durch die Synapsen.

    Ob die Studienbertung da helfen kann, weiß ich nicht. Aber Lerntechniken könnten helfen. Und zwar die, die dich ansprechen. Mir persönlich macht Mind Maping zum Teil sogar Spaß, oder ich mache mir einfach einen Spaß daraus. Klebe alberne Bildchen auf die Blätter usw.. Selbst rausschreiben hilft mir auch. Und vor allem meine persönlichen Resourcen beachten. Ich kann nicht 10 Stunden am Stück vor Klausuren lernen, ich habe es ja probiert Das ist keine Luxusfrage bei mir, und ich kann leider auch nicht mit "ich lerne dann die Nacht durch" koketieren. Ich musste radikal einsehen, dass ICH vorbereitet sein muss. Andere können das anders machen. Ich leider nicht. In meinem Hirn gibt es neurologische und neuro-biologische Besonderheiten die auch auf psychische Einflüsse wie Stress und Druck reagieren - ich kann vieles, aber nicht wie andere. Ich muss eigene Wege finden. Das wirst du sicher auch. für dich.


    Zur Mathe - das ist ein Fach mit den meisten Abbrechern. Ich kenne so viele, und keiner davon hat AD(h)S. Sehr trocken, sehr theoretisch und abgehoben. Ich kenne auch Menschen die in Mathe promovieren. Die sind alle eher einer großen Konzentration fähig. Und zwar nicht im hyperfokus für eine begrenzte Zeit sondern Jahr aus Jahr ein viele Stunden am Tag. Das würde ich mir sehr gut überlegen.

  9. #9
    MoC


    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 365

    AW: Mein Studium und Ich.....

    so das ganze sieht jetzt so aus....ich war bei einer Therapeutin meiner Hochschule.
    Zunächst nehmen wir zusammen zwei Probleme in Angriff.

    Das wäre zum einen meine Angst in den Griff zu bekommen, so dass ich vllt. wieder ein Job aufnehmen kann.
    Sie meinte, es sein sinnvoll erstmal einen Job zu suchen, in dem keine großen Aufgaben, also welche intellektuell weiter unten liegen.
    Z.B irgendwo im Lager arbeiten und Pakete sortieren, jedenfalls klein anfangen und sich dann hocharbeiten
    Suche mir noch einige Stellen heraus und werde sie mit ihr durchgehen.

    Das zweite Problem ist das BaföG.
    Da mein Studium ja nun nicht so läuft wie es laufen sollte, muss ich eine Lösung finden.
    Eine Möglichkeit ist natürlich zu jobben und wenn es wirklich drauf ankommt, werde ich dies wohl auch tun, vllt. stärkt mich das ja sogar.
    Die andere Möglichkeit ist ein Formlosen Antrag stellen.
    In diesem muss eine Begründung stehen, weshalb ich in Verzögerung gekommen bin.
    Tja....nun sitze ich hier und überlege was ich schreiben soll.
    Ich weiß, dass ich so einige Diagnosen habe, wie Depression, ADS und Angststörung, aber ich weiß nicht wie viel ich auf meine Diagnosen schieben kann, alles kann ich natürlich nicht auf meine Diagnosen schieben, ein Teil habe ich auch schuld.

    Ich wollte das vorher eigentlich alleine und ohne Hilfe schaffen, aber ich habe da wohl meine ADS usw. unterschätzt.
    Ich bin nicht der Typ, der alles andere die Schuld gibt.

    Jetzt grübel ich darüber, wie viel meine Diagnosen allesamt einfluss auf meine Studierfähigkeit haben.

    Hatte jemand schon solche ähnlichen Probleme bzw. musste einen Formlosen Antrag an das BaföG-Amt stellen?

    Vielen Dank!



    LG MoC

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Mein Studium und Ich.....

    Lieber MoC,

    Ja, Ja, und nochmals JA; es gibt noch andere, denen es genau so geht.

    Ich studiere (u.a.) Soziologie und daran kann ich richtig aufgehen. Doch da gibt es natürlich immer wieder so Fächer, die ich komplett überflüssig finde, vor allem, wenn sie zu OBERFLÄCHLICH sind. Auch wenn das häufig die "einfacheren" Kurse sind, schneide ich dort durchschnittlich schlechter ab. Einfach auch, weil ich die Fragen, die gestellt werden, zu dumm finde, um sie zu beantworten - stattdessen mache ich mir dann häufig weiterführende Überlegungen, oder ich beginne, das Thema von einer Metaebene zu betrachten.

    (Die Metaebene ist übrigens überhaupt immer meine Lieblingsebene.......)

    Nein, wirklich, ich hasse nichts mehr als oberflächliche Fragen und eine oberflächliche Bearbeitung eines Themas. Das wirft drei Probleme auf:

    1. Ich REGE MICH abgöttlich darüber AUF, obwohl ich im Hinterkopf weiss, dass das absolut nicht nötig ist und nichts an der Situation verändert. Aber ich kann nun mal nicht aufs Maul hocken, echt, das kann ich ganz schlecht. Wenn ich zu etwas eine wirklich starke Meinung (= Überzeugung) habe, dann MUSS es raus, sonst ist es mir nicht wohl. Ich sage es auch den DozentInnen ins Gesicht, wenn sie es wissen wollen. Meine Mitstudierenden belächeln mich hin und wieder nur, und ich weiss genau, wieso: denn für SIE ist es ja angenehmer, wenn der Stoff nicht so anspruchsvoll ist. Bäh...

    2. Ich weigere mich in den Stunden, die uninteressanten, da offensichtlichen Dinge aufzuschreiben und schweife öfter (oder nein, eigentlich SEHR OFT) mal ab, und wenn dann eine Frage gestellt wird, will ich etwas antworten, aber irgendwie bin ich dann im Denken schon an einem anderen Punkt angelangt (und habe wahrscheinlich auch nicht gut zugehört und bin der vorangegangenen Diskussion nur halb gefolgt) und meine Antwort passt so gar nicht mehr zur Frage, abgesehen davon, dass mein Geschwafel für die meisten unverständlich ist. Und ganz ehrlich: Ich habe dann immer das Gefühl, mich zu BLAMIEREN, ich werde rot und möchte mich verstecken.

    (Ich könnte es vielleicht so beschreiben: Die Klasse und ich, das sind wie zwei Schienen. Manchmal treffen sie zufälligerweise aufeinander, um dann aber wieder auseinanderzugehen. Und man stelle sich zwei Bahnschienen vor, die eine führt stracks von Zürich nach Kopenhagen und die andere macht zur gleichen Zeit eine Weltreise, Startpunkt in Zürich, Endpunkt in Kopenhagen - also komplizierter könnte es nicht gehen ...)

    3. Falls es am Ende eine Prüfung gibt, kann ich auf die einfachsten Fragen nicht antworten, weil ich entweder die Frage nicht richtig gelesen habe oder weil ich mich nicht mit einfachen Antworten zufrieden gebe und komplizierte Denkanstösse geben möchte und das meist nicht das ist, was der Dozent oder die Dozentin wissen will.

    (Mir liegen Prüfungen viel mehr, wo die Fragen unspezifisch sind und man ein Problem auseinandernehmen oder ein Thema erörtern muss,etc. Dort kann ich absahnen. Aber das kommt leider nicht so oft vor...)


    Auch ich wollte keine Langzeitstudentin werden, und doch bin ich es geworden. Zuerst habe ich nach einem Jahr die Uni gewechselt. Das hat unter anderem mit meinen Ansprüchen zu tun (auch ich will keine halbpatzigen Sachen, das hasse ich, sei es im Studium, im Job oder WO AUCH IMMER *schüttel*). Jetzt ist es so, dass ich zwar immer viele Vorlesungen besuche bzw. mir das vornehme, und gegen Ende Semester muss ich dann immer bei einigen passen... Sei es, weil mich zwischenzeitlich andere Dinge doch mehr interessieren, ich für einzelne Fächer verhältnismässig zu viel Zeit aufwende, weil ich dort alles geben möchte, oder dass ich einen Kurs aufgeben muss, weil ich zu oft verschlafen habe.

    Ich muss Proseminar- und Seminararbeiten schreiben. Schreiben fällt mir sehr leicht, und dumm bin ich auch nicht, aber dennoch schaffe ich es nicht, diese doofen Arbeiten ABZUEBEN. WIE OFT habe ich schon eine angefangen, hatte eine super Fragestellung, gute Ideen, die Gedanken sind geflossen, alles gut ---- und DANN: aha, Achtung, etwas Neues, das mich gerade brennender interessiert... Es klingt wirklich doof, aber so ist es nunmal. Wenn ich nämlich Literatur für eine Arbeit suchen muss, sei es in Bibliotheken oder im Internet, dann springt mir ganz sicher irgendwas ins Auge, das absolut nichts mit meinem Thema zu tun hat, aber leider umso interessanter ist. Und auch wenn ich WEISS, dass ich später noch genug Zeit hätte, mich diesem neuen Interesse zu widmen, schaffe ich es irgendwie nie, mich an meiner Arbeit festzuklammern... :-( Ich verschlinge das neue Thema, als wäre ich süchtig danach, und alles andere gerät in den Hintergrund.

    Dennoch bin ich irgendwie zuversichtlich, denn ich weiss, dass ich extrem viel leisten kann, wenn es denn fünf vor zwölf ist... DAS macht mir weniger Angst. Aber weder vor meiner Familie noch vor meinen Freunden kann ich das eingestehen, denn sie würden mir eh nicht glauben und sich nur unnötig Sorgen machen, und es gäbe endlos Gespräche, und und und.... das ist eher das Traurige.

    Hinzu kommt, dass ich eine HUNDSMISERABLE PLANUNG meines Studiums hatte (ich sage "hatte",weil ich tatsächlich davon ausgehe, im Winter den bachelor zu machen). Viel zu lange hatte ich die Vorlesungen EINZIG NACH DEM KRITERIUM DES INTERESSES gewählt. Dabei gäbe es da ja so verschiedene Module und so... PPP *grrr*. Da merkt man dann plötzlich, dass man eigentlich schon viel zu viele Punkte hat, aber noch keinen Abschluss, weil da eben noch ganz bestimmte Fächer fehlen... :o

    Auch schaffe ich es irgendwie nicht, eine klare Grenze zwischen Bachelor und Master zu machen.... Schon früh habe ich Mastervorlesungen besucht, die ich mir später auch dort anrechnen lassen werde - aber je länger ich studiere, desto MEHR KOTZT ES MICH AN, Anfängerproseminare nachzuholen... :/
    So bin ich zum Beispiel gerade in Senegal .... komm bald nach Hause, war ein halbes Jahr da - ein Praktikum im Rahmen meines (noch nicht offziell angefangenen) Masterstudiums...

    überhaupt gibt es zu viele Dinge in meinem Leben, die mich interessieren und denen ich mich deswegen verpflichtet fühle.
    Nebenjob, Freiwilligenarbeit (da stecke ich bis über die Ohren drin...), Lager oder Wochenendworkshops organisieren (geschätzt so 3-4 im Jahr??), Praktika, Reisen, und immer wieder sporadische, meist eher kurzlebige, suchtähnliche Interessen (wie oben beschrieben) - zwei Bsp:

    1. ADS
    2. Rettungseinsätze mit Krankenwagen, aber vor allem Helikopter.

    oder auch: das Universum, rätselhafte Krankheiten, Genies/Hochbegabung, Psychiatrie, verschiedene Sprachen (u.a. Türkisch, Ungarisch, Spanisch, Portugiesisch, Rätoromanisch und Arabisch), .............................. ...........

    "daneben" noch zu studieren, ist manchmal echt anstrengend.



    Liebe Grüsse,
    jetztaber

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