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Diskutiere im Thema Ich schäm mich für meinen beruflichen Werdegang.... im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #31
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Ich schäm mich für meinen beruflichen Werdegang....

    Hi!

    Nach deinen Beiträgen hatte ich das Gefühl, dass für andere sorgen doch ein prima Beruf für dich wäre.
    Und jetzt schreibst du, dass dein Traumberuf "Altenpflege" ist.

    Darf ich fragen, was schief gegangen ist?
    Was passiert ist?
    Gerade in der Pflege ist der Nachwuchs recht spärlich.
    Und Fürsorge kann man nicht lernen.

    Es gibt in der Pflege die einjährige und die dreijährige Ausbildung.
    Wenn es im Moment mit der Ausdauer hapert, oder andere Probleme
    einer dreijährigen Ausbildung entgegenstehen,
    dann mach doch erst einmal die einjährige Ausbildung.
    Du hast dann einen Abschluss, weißt, dass du etwas erreicht hast
    und kannst die dreijährige immer noch anschließen.

    Problematisch sehe ich als Alleinerziehende die Dienstzeiten.
    Wenn wir anfangen, dann hat noch kein KIndergarten/Hort geöffnet.
    Und bei Dienstende im Spätdienst sollte ein Kind schon lange schlafen.
    Und ein Hort hat dann schon Stunden geschlossen.
    Denn auch während der Ausbildung gelten diese Dienstzeiten.
    Und zwei Wochenenden im Monat hast du auch Dienst.

    Hattest du dafür schon eine Lösung gefunden?

    Gerade meine ADHS-Struktur macht mich meiner Meinung nach zu einer sehr guten Krankenschwester.
    Oft weiß ich einfach, was der Patient braucht, "was los ist".
    Und das hat nicht nur mit meiner Erfahrung zu tun, sondern auch mit meiner besonderen Wahrnehmungsstruktur.

    Auf der anderen Seite macht mich meine Impulsivität, meine Anhaftungsstruktur, meine Ungeduld manchmal für
    andere anstrengend, aber ich bin auch hilfsbereit und bin allgemein ziemlich gut in meinem Job.
    Wenn's brennt, ist mir nichts zuviel, dann erst recht.
    Ich schaffe das, dem Hyperfokus sei Dank.
    Jedoch muss ich aufpassen, mich nicht zu erschöpfen, wahrnehmen, wenn es genug ist,
    auf mich achten, fürsorglich mir gegenüber sein.

    Ich möchte auf meine ADHS Struktur nicht verzichten.
    Ohne sie wäre ich nicht ich.
    Die Diagnose, MPH und die achtsamkeitsbasierte kognitive Gruppenverhaltenstherapie
    haben mir geholfen zu erkennen, was los ist, wo ich stehe, was ich tun kann und was nicht.
    Und vor allem, dass meine Struktur "richtig" eingesetzt ein "Segen" ist.

    Michi

  2. #32
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 88

    AW: Ich schäm mich für meinen beruflichen Werdegang....

    es war alles geregelt, kindergarten, tagesmutter, grosseltern. in der schule stand ich mündlich 2 und schriftlich 1. meine arbeit habe ich sorgfältig und gewissenhaft gemacht. mein problem: mein ausgeprägter gerechtigkeitssinn. wenn jemand die bew schlecht behandelt hat, sah ich es als pflicht an ( was uns die schule auch beibringt, quasi fahrlässigkeit wenn man es nicht meldet) es der wohnbereichsleitung zu melden. im vertrauen. tja. das wurde mir zum verhängnis. ich misch mich überall ein. hiess es. bis eines tages eine neue fachkraft kam die 62 war und völlig überfordert. ich erst im 2ten praxisblock von knapp 6 wochen jeweils, sollte mi ihre aufgaben übernehmen. statt zu dritt haben wir zu zweit gearbeitet. ich bekam panik, den bewohnern nicht gerecht zu werden, was falsch zu machen, was zu vergessen. steigerte mich rein. die fachkraft schrie nur rum und machte nur ihren kram im büro. dann knallte es. sie beschwerte sich. BOOM Kündigung. ich war wohl ZU gewissenhaft. das ist eben keine ablage im büro., das sind menschen, und ich werde keine verantwortung übernehmen die ich nicht darf, auf kosten der bewohner. nein nein. niemals. das war mein fehler. ich kann doch nicht bei kranken alten menschen fahrlässig handeln. vllt hab ich auch überreagiert, aber ich hatte angst., zum gespräch kam es nicht. und reden wollte auch keiner mit mir. was neues finden sieht sehr schlecht aus. alle privaten träger brauchen dieses jahr keine neue azubi. ich bin konfessionslos und mich nehmen keine kirchlichen träger. die ausbildung hätte ich gepackt. weil es mich total interessiert und ich es UNBEDINGT wollte. mann, was hab ich mir den arsch aufgerissen. hatte nie zeit für mich. und war dennoch super in der schule. und nun? jetzt will das amt noch dass ich den bildungsgutschein zurückzahle... hallo? ICH wurde gekündigt. die sind doch fertig...

  3. #33
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Ich schäm mich für meinen beruflichen Werdegang....

    Huhu

    Ich arbeite in der Behindertenhilfe und kenne gut, was du beschreibst.
    Mir hat auch schon öfter mein Sinn für Gerechtigkeit ein Strich durch die Rechnung gemacht. Oder Probleme beschert.
    es gab Jahre wo ich daran auch fast "kaputt" ging, weil es mir nicht in den Kopf rein wollte, dass ich das Fett abbekomme, obwohl ich doch "Gerecht" handle.
    Hierbei hat mir nur geholfen, meine Einstellung dem ganzen gegenüber zu Ändern. Ausschlaggebende Gedanke dabei waren.

    - Ich bin nicht angestellt, um über gerecht/ungerecht zu urteilen, sondern die Aufgaben, die mir aufgetragen werden, zu Leisten!
    - Soziale Berufe, haben schon lange nichts mehr mit einem "sozialen" Hintergrund zu tun, es geht lediglich um eine Dienstleistung, für die vom Kostenträger bezahlt, und von mir geleistet wird!
    - Lieber mit dem Team, als gegen das Team. Auch wenn der Mensch mit Behinderung mein indirekter Vorgesetzter ist. Bin ich auf das "good-will" vom Chef angewiesen.
    - Solange ich den Dienst am Menschen korrekt mache, und nach Dienstende mit "guten" Gewissen nach Hause fahren kann...sollen doch meine Kollegen ruhig mit den Bewohnern schlecht umgehen...das liegt 1. nicht in meiner Hand 2. Die müssen damit klar kommen, wenn die einsame Stunde näher rückt.

    Ganz klar: Wird der Umgang dem Mensch gegenüber zu heftig...muss das gemeldet werden. Aber dann wird einem auch kein Strick daraus gedreht.
    Es wird einem nur ein Strick draus gedreht wenn man zu schnell, zu ungemütlich wird. Zu genau, kann auch kompliziert werden.
    Es ist ein Tanz auf Messers schneide, welcher mit viel Diplomatie & Achtsamkeit getanzt werden muss!

    Dass sind ein paar Fakten, mit denen ich mich auseinandergesetzt und eingesehen habe...seitdem "lieben" mich alle...das Team...die Bewohner...usw.
    Es ist nicht mehr meine Aufgabe für Gerechtigkeit zu sorgen...Ich handle in meinem Ermessen und Wirkungskreis so gerecht es geht.

    Das Alles hat mir zunächst erstmal sehr weh getan, aus vielerei Hinsicht...um so länger ich so Verfahre, um so mehr Sinn macht es und bringt Überzeugung & Ruhe in mein Leben.

    Ich gebe dir den Tip:
    Versuche wegzukommen von dem Fokus auf "Gerechtigkeit", solange es dein Leben NUR erschwert. Ändere das, was du ändern kannst...
    der Rest liegt nicht in deiner Hand. Das Leben, Gesetze und das alles, hat mit der Definition von Gerechtigkeit, leider NICHTS gemeinsam.
    Und um dich daran zu erinnern, mal dir einen Punkt auf den Handrücken o.Ä...wenn in dir das "Gefühl" aufkommt, schau den Punkt an und erinnere dich daran,
    nicht ausschließlich im Namen der Gerechtigkeit zu handeln, sondern für alle Beteiligten einen "angenehmen" Mittelweg zu finden...immerhin bist du nicht Batman

    ich hoffe, du kannst damit ein bissl was anfangen und hilft dir dabei im richtigen Moment, das richtige Verhalten zu wählen...

    lg, p

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 88

    AW: Ich schäm mich für meinen beruflichen Werdegang....

    danke schön für deinen beitrag. ICH BIN BATMAN hach ja. du hast recht. oh mann ......

  5. #35
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Ich schäm mich für meinen beruflichen Werdegang....

    Haarspange schreibt:
    danke schön für deinen beitrag. ICH BIN BATMAN hach ja. du hast recht. oh mann ......
    Es geht mir nicht darum Recht zu haben...
    Ich verstehe gut, wenn sich die Wahrnehmung mal drauf eingeschossen hat "ungerecht-ungerecht-ungerecht"...dann nimmt das seinen lauf...^^
    Veränderst du deine Einstellung, veränderst du dadurch die Realität. Versuche ein angenehmes "Mojo" auszustrahlen, zu JEDEM...mit der Zeit wirst du eine Stellung im Team "Inne" haben,
    die dir ermöglicht auch mal zu sagen "halt, moment...das finde ich jetzt nicht ok, da...."

    Kopf hoch...das alles ist im Endeffekt nur ein paar Gedanken entfernt...es fühlt sich vll sehr weit weg an, aber das ist es nicht. Es ist, sozusagen ums nächste Eck zu finden...
    Mit bissl Zeit - Geduld - Diplomatie - Achtsamkeit - Zugeben / Abgeben, usw.

    Lass dich nicht verwirren, die ersten Erfolge wirst du sofort bemerken...aber Kollegen, die schon eher "misstrauisch/ablehnend" dir gegenüber gesinnt sind.
    Die sind erstmal irritiert von deiner fachlichen professionalität und werden unbewusst versuchen eine Reaktion in dir zu locken, die deinem "sonstigen" Verhalten entspricht.
    Dabei darf es auch Ausrutscher & Pannen geben. Mit der Zeit hast du den "Flow" raus...
    Ich hab "damals", sprich - letztes Jahr ^^ ganz klein angefangen: Immer wenn in mir ein Gefühl von aufkam, hab ich erstmal auf das Gefühl geachtet.
    Habs gedanklich kurz in Worte gefasst "es fühlt sich grad an als ob ich scheiße brüllen könnte"
    Dann hab ich mir gesagt "das ist jetzt aber nicht der optimale Weg für diese Situation". Hab dann meist nochmal nachgefragt wie zum Beispiel "Wie meinst du das" oder "wie bitte? usw.
    weiter versuchte ich freundlich-offen-bereitwillig darauf einzugehen.

    Dieser Weg war für mich zunächst die halbe Miete, durchwachsen von Scheißebrüllern aber mit der Zeit verstand ich den Effekt von Ursache <-> Wirkung wieder in einem anderen Zusammenhang, nämlich bei der Arbeit.
    Klar ist es unter aller Sau mit Bewohnern "schlecht" umzugehen, seinen Kollegen an den Pranger zu stellen ist allerdings auch kein nobles Verhalten.

    da ist er, der Tanz auf Messers Schneide

    lg, p

  6. #36
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 88

    AW: Ich schäm mich für meinen beruflichen Werdegang....

    das schaff ich nicht alleine. ich habs jahrelang versucht. ich kanns nichtkontrollieren ich bin soooo impulsiv... das muss ich mit fachlicher hilfe machen. wenn ich das alleine versuchen würde.. und bei gott ich halte mich schon sehr zurück, ich würde zusammenbrechen. ich brauch ein ventil, ich mach schule, arbeit und kind,, wo den ausgleich hernehmen. ok. jetzt ist die arbeit weg. ich bin auch viel ruhiger seit dem. ich merke es vorallem an meinem kind, es geht wieder auf mich zu, sucht meine nähe, spricht offen mit mir und ist viel ruhiger. weil ich es bin, weil dieser enorme druck weg ist.

  7. #37
    Lysander

    Gast

    AW: Ich schäm mich für meinen beruflichen Werdegang....

    hm... ich weiß nicht.... Muss man sich wirklich so beugen? Muss man dauernd ein Häkchen sein? Muss man mit jedermann auskommen? Everybodys Darling?
    Natürlich sollte man sein Verhalten anpassen, aber in einem gewissen Rahmen. Ich denke, es kommt auf die eigene Zielsetzung an. An erster Stelle stehen doch die Fragen: Was möchte ich? Was möchte ich für mich und für mein Leben? Welche Bedürfnisse habe ich?
    Menschen,die über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn verfügen, haben schon Systeme gestürzt! Ist es wirklich nötig dermaßen angepasst durch die Welt zugehen und zu sagen: Ich kann ja eh nichts ändern?
    Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die anders denken. Ein Betriebsratmitglied denkt da Gott sei Dank anders!!! Menschen, die sich für andere durch ein Ehrenamt engagieren, denken da wohl auch anders.

    Ich mag Kämpfer... aber es stimmt schon: man kann nicht gegen jeden kämpfen, der ungerecht erscheint. Man muss reflektiert genug sein und überprüfen,ob jemand wirklich ungerecht ist!

    I am not everybodys darling! Ich habe gelernt, dass mich nicht alle gern haben müssen. Natürlich muss ich mich in ein Team einfügen. Aber es gibt auch Menschen, die nicht fair spielen, deren Freundlichkeit nur vordergründig ist, und die hinten herum ganz kräftig am Stühlchen sägen. Dann muss man schon mal seine Ellenbogen ausfahren können.

  8. #38
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 88

    AW: Ich schäm mich für meinen beruflichen Werdegang....

    und das ist mein problem. ich kann nix für meine intuition. ich habe bei falschen menschen einen grundton und der ist schnippisch oder wenn ich das gefühl habe man kann mir was. wenn ich wen in mein herz lasse dann springe ich sofort. und ich lasse schnell menschen rein. . ich habe mich gut integriert, habe gutes feedback bekommen. bin warm geworden in dem team. und dann kamen ein paar die mich raus haben wollten quasi. ach mann. und ich hab es endlich kapiert, wie ich bin. ich muss es mir eingestehen, auch wenn es schmerzt, ich bin in keinster weise selbstreflektiert. ich sehe alles anders. und mich erst recht. andere meinungen kann ich nur gelten lassen wenn ich sie nacvollziehen kann, sonst sind sie schier absurd für mich und das zermartert mir mein hirn und ich nehms persönlich. frusttoleranz gen null ungeduld,, was ist das? ich bin anstrengend. so ist es leider und das bewältige ich nicht alleine.

  9. #39
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Ich schäm mich für meinen beruflichen Werdegang....

    Darf ich schreiben,

    dass ich mir so etwas Ähnliches gedacht habe?

    Zu wissen, wie es richtig ist und den Maßstab, den ich an mich selbst anlege, auch an alle anderen anlegen,
    das bringt Probleme, vor allem, weil die anderen nicht so anhaften und letztlich sich auch nicht so
    erschöpfen wollen/können wie wir.
    Sie sind nicht wie wir!!!!!!

    Jemand hat mal gesagt, dass die Liebe über der Gerechtigkeit steht.

    Wenn ich es besser weiß, dann konfrontiere ich denjenigen;
    Ich würde nie PETZEN.
    Andere anschwärzen..... ich selbst hatte zu oft unter Mobbing und Beschwerden zu leiden gehabt.
    Auch wenn ich recht habe.
    Ich finde es furchtbar, dass die Schüler heute zum Petzen erzogen werden,
    weil die Lehrer pädagogisch überfordert sind.
    Das hat nichts mit Gerechtigkeit, mit wahrheit sagen zu tun,
    sondern Verantwortung abwälzen auf Beteiligte,
    deren Job das nicht ist!!!!!

    Dann aber nichts davon hören und damit nicht umgehen können!

    Zwischen Recht haben, besser wissen und Rechthaberei und Besserwisserei ist ein schmaler Grad.

    Kommt immer drauf an, wie es wahrgenommen wird, wie die Umstände sind,
    die Voraussetzungen usw...
    Die wenigsten Menschen sind in der Lage zuzugeben, dass sie Fehler gemacht haben.
    Es ist also "lebenswichtig" für sich selbst, wahrzunehmen, wann es wirklich wichtig ist,
    in Kontakt zu gehen, und dann wie ich in Kontakt gehe,
    wie ich sage, was ich sage, und auch WAS ich sagen will.
    Und vor allem warum!!!!!!

    Ich kann schon seit ca. drei Jahren meiner Vorstellung meines Berufsbild kaum mehr entsprechen.
    Das hat mich an die Grenze des Burn-out geführt.
    Und ich bin auch unzufrieden, weil ich weiß, wie es richtig wäre.
    Aber wenn alles so gemacht würde, wie ich es für richtig hielte,
    bedeutete das nicht, dass alles gut wäre.

    Als ich mir das klar gemacht hatte, konnte ich besser loslassen.
    Natürlich steige ich immer wieder ein in meine Vorstellungen,
    Ich bin, wie ich bin.
    Die Dinge sind, wie sie sind.
    Ich kann sie nicht ändern,
    aber ich kann die Patienten in der Zeit, in der ich für sie verantwortlich bin,
    so betreuen, wie ich es für richtig halte,
    aber ich habe nicht nur einen Patienten und ich muss aufpassen,
    dass ich nicht "zuviel" tue und mich erschöpfe.
    Psychisch und physisch.

    Meine inneren Standards folgen.... die optimale Pflege.... leisten,
    und von anderen erwarten, diese Standards auch zu leisten und
    dauernd an ihre Grenzen zu gehen,
    führt mich ins Burn out und in einen Konflikt mit den KollegInnen,
    der mein Sein auf Station erheblich gefährden würde.

    Ziel der Leitung ist es, dass Ruhe herrscht und dass es einigermaßen läuft.
    Natürlich würde nicht zugegeben werden, dass Missstände toleriert werden,
    solange es nicht zu offensichtlich wird.
    Dein Engagement und dein Versuch, deinen Vorstellungen, wie es richtig ist,
    zu entsprechen hat dich und dein Umfeld total gestresst.

    Sie wissen selbst, dass vieles im argen liegt,
    aber sie wollen nichts davon hören.
    Von Fahrlässigkeit oder gefährlicher Pflege schon gar nicht;
    und vor allem nicht von einer Schülerin im zweiten Block des ersten Jahres.
    Und die Leitung erst recht nicht.

    Niemand möchte Unangenehmes hören,
    auf Misstände hingewiesen werden,
    vor allem wenn keine Möglichkeit besteht, etwas zu ändern.
    Und vor allem entspricht unsere Wahrnehmung nicht der Wahrnehmung der anderen.
    Unsere, deine, meine Realität ist nie deckungsgleich mit der der anderen seiten es Stinos oder ADHSler.

    Vielleicht wurde dir ja mitgeteilt,
    dass dein Verhalten im Team nicht gut ankommt,
    und du hast dies eher als Zustimmung wahrgenommen?
    Typische Gesprächsführungsmethode.... .
    erst mal ein positives Klima schaffen, indem vermittelt wird,
    dass derjenige "auch" recht hat, engagiert sei, gute Arbeit leiste,
    aber dann kommt die Einschränkung,
    das ja aber.....
    Meist hören wir das gar nicht. Hören nur die Zustimmung.
    Und verstehen dann nicht, was "falsch" gewesen sein soll....
    und nur die, die uns offen Ablehnung entgegen bringen,
    die waren es....
    aber so ist es nicht!!!!!!

    Es war das ganze Team....das es kaum "aushielt"
    Sie haben schon Stress genug, sie brauchen nicht noch eine Kollegin,
    die sie zusätzlich stresst.

    Denke genau über die Gespräche mit der Wohnbereichsleitung nach,
    wo du gemeldet hast, was niemand hören wollte!
    (Oder wer auch immer mit dir das Gespräch suchte!!!!
    In der Pflege wird das Gespräch gesucht!!!!!)

    Für sie warst du vielleicht unbelehrbar?

    In meiner Vita gab und gibt es immer noch
    die eine oder andere ähnliche Situation....

    aber ich hatte z.B. in meiner Ausbildung das Glück,
    zwei Krankenschwestern auf Intensiv zu begegnen,
    die mich ordentlich runterholten!!!!!
    Die mich konfrontierten.
    Haben es aber nur zu zweit versucht.

    Was sie wohl überrascht hat, dass ich zugänglich war
    für ihre konstruktive Kritik.
    Hatten sich auf ein schwieriges Gespräch eingestellt.
    Aber ich war dankbar für Ihr Holzhammerfeedback
    wie sie glaubten.
    Aber für mich war es die richtige Form des Gesprächs.
    Sie waren die ersten, die sich überhaupt trauten.
    Ich war ihnen dankbar, denn nur so konnte ich lernen,
    verstehen, Verständnis entwickeln,
    wie ich ankomme, wo das Problem liegt!!!!!

    Und ich habe einen guten Chef, der auch gelernt hat,
    mit mir Tacheles zu reden!!

    Es geht nicht immer um Gerechtigkeit.
    Um richtig oder falsch!
    Recht haben oder nicht.

    Es geht vor allem um Verständnis und Mitgefühl
    nicht nur für die anvertrauten Menschen,
    sondern auch für die KollegInnen und für sich selbst.

    Den anderen Blickwinkel einnehmen lernen.
    Wir sind empathisch.
    Aber wir müssen lernen, uns selbst zuzuhören,
    unsere Wahrnehmungen zu sortieren,
    uns ihrer bewusst zu werden.

    Und wahrnehmen lernen,
    wenn wir wieder in unsere Filme einsteigen,
    dass es so richtig ist.....und nur so.

    Diese Haltung führt auch zu erheblichen Erziehungsschwierigkeiten.
    Mein Sohn wehrt sich sehr gegen
    " Ich hab recht und du hast unrecht! "


    In Verbundenheit
    Michi.

    p.s.
    Auch wenn ich um deutliche Worte bitte, sind die wenigsten Menschen dazu in der Lage.
    Wir brauchen deutliche Worte, aber das Gefühl, dass das Gegenüber uns wohlgesinnt ist.
    Dann hören wir wirklich zu!
    Geändert von 'Michi (13.07.2012 um 13:59 Uhr)

  10. #40
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Ich schäm mich für meinen beruflichen Werdegang....

    das schaff ich nicht alleine. ich habs jahrelang versucht. ich kanns nichtkontrollieren ich bin soooo impulsiv...
    Ja...so die richtung hab ich das meiner Therapeutin erklärt^^
    Und ich wollte und konnte es ihr nicht glauben, dass diese Sache etwas mit Übung zu tun hat.
    Sie sagte dann immer "ihr Aufgabe ist, dieses Gefühl kennenzulernen und hinzunehmen...lernen sie dieses Gefühl kennen, lernen sie damit umzugehen"
    An dem Tag bin ich aus der Praxis raus mit dem Gedanken "blöde Kuh, was glaubt die eigentlich..."
    Und dann^^ da war es das Gefühl, und habs mir angeschaut ohne dagegen etwas tun zu wollen.
    Mit der Zeit wurde die Sache immer "dynamischer" und "beeinflussbarer".

    Impulsiv bin ich nach wie vor...dass kann ich auch nicht abstellen, das kommt einfach so heftig über mich,
    dass ich mich dagegen nicht wehren kann. Wenn es aber da ist, obliegt es meinem Geist&Wille, was ich daraus mache...

    Wenn du einfach sagst "das kann ich nicht", machst du es dir leicht...wer soll es denn dann können, wenn nicht du?^^
    es ist dein Leben, dein Verhalten und somit deine Angelegenheit!
    Viele "psychisch" Kranke sagen meiner Meinung nach zu schnell "hajo, bin halt depressiv weil ich depressionen hab" oder "ja ich trink jetzt noch Extraschnaps...bin ja schließlich Alkoholiker"

    Mag ja sein dass wir durch unsere Erkrankungen einen sehr steinigen Weg haben...aber uns dadurch zu definieren, es als Begründung fürs Verhalten vorzuschieben oder sonstiges ist halt auch nicht der optimale Weg...nichts für ungut, aber so denke ich darüber.

    lg, p

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