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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 30

    Wer kennt diese Verhalten auch noch?

    Hallo zusammen,

    wer kennt dieses Verhaltenweisen / Arbeitsweisen auch noch so, wie ich sie in meinem Vorstellungsthread beschrieben habe?

    http://adhs-chaoten.net/vorstellunge...12-hey-ho.html

    Bei mir ist es ja bisher nicht diagnostiziert, ich will auch keine Ausrede für meine Schlampigkeit am Arbeitsplatz haben, sondern vllt. einfach nur eine möglich Erklärung. Deshalb suche ich auch einen guten Doc in Hannover - wer einen kennt, bitte melden

    Danke für Rückmeldung

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Wer kennt diese Verhalten auch noch?

    Schlampigkeit: Das kenne ich nicht, von zu Hause eben, da ist es unordentlich.

    Altklug könnte man mir auch nachsagen, tut es aber nicht.
    Ältere Leute sind komplizierter als du denkst und erwarten manchmal komische DInge oder man unterstellt sie ihnen, fühlt sich "unreif" oder so. Ich kenn das Problem, es ist schwerwiegend. Muss noch eine Weile nachdenken um zu einer entgültigen Schlussfolgerung zu kommen, die ich dir mitteile.
    Geändert von schnuppe (16.06.2012 um 14:43 Uhr)

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Wer kennt diese Verhalten auch noch?

    Hallo Sailor24 !


    Ich hab mich mal hingesetzt und mir einige Sachen rausgepickt, von denen ich überwiegend auch "betroffen" bin.


    Mit Beginn der Ausbildung wurde es immer chaotischer.

    Als ich vor 3 Semestern mein Studium begann lief das auch nicht so wie ich es mir erträumt hatte, ich hatte in der Vorlesungszeit Spaß, verdrängte dabei jedoch die Arbeit, die man in ein Studium investieren sollte. Das Resultat war ein Studium, das nach zwei Semestern abgebrochen wurde. Aber wie schon öfter im Leben hatte ich ein klein wenig Glück, sprich ich konnte ein neues Studium beginnen und die paar Leistungen, die ich bereits geschafft hatte mitnehmen. Trotzdem lebe ich im ständigen Chaos (wie fast jeder hier, wenn du dir mal -> http://adhs-chaoten.net/treffpunkt-f...btisch-pc.html die Arbeitsplätze ansehen magst und ich stehe gerade wieder vor den Klausuren und es ging mal wieder bergab, aber Gott sei Dank hat mich diese Forum vor einem zweiten Abbruch bewart und mir erst einmal geholfen einen klaren Kopf zu bekommen. Was ich damit sagen wollte ist einfach nur, dass ich verstehen kann was du meinst, ich habe mich mit der Zeit mit dem Chaos arrangiert und von Zeit zu Zeit schaff ichs mir aus den Augen .


    Mit Älteren kam ich bisher immer gut klar, meine Freundin ist auch Mitte 20.
    Meine Erfahrungen decken sich da ziemlich mit deinen, bis auf die ältere Freundin, das hat bei mir leider nie funktioniert. Woran das genau liegt kann ich leider nur erahnen, aber ich schätze dass vor allem jüngere AD(H)S`ler(innen) sich gerade von Erwachsenen, oder zumindest Älteren besser verstanden fühlen, da diese in der Regel mehr Toleranz an den Tag legen, was Auffälligkeiten angeht. Das ist natürlich nur eine Theorie, genau so gut kann es sein, dass man durch das Leben mit AD(H)S, "schneller erwachsen wird". Ich meine damit, dass man lernen muss alleine klar zu kommen, da ich zumindest in meiner Kindheit oft ausgegrenzt wurde. Egal, das ist jedoch nicht weiter schlimm, mein bester Freund zählt 37 Jahre und in seinem Freundeskreis finde ich fast nur Akzeptanz und bin bekannt/berüchtigt/beliebt, kurz um ich fühl mich da sauwohl und das is ja wohl am Ende was zählt, auch im Bezug auf den Lebens-Abschnitts-Verschönerungs-Gefährten.


    - abgesehen von den üblichen Startschwierigkeiten in einem neuen Job hatte ich das Gefühl, permanent mit angzogener Handbremse zu fahren;


    Was mich weiterhin echt nervt, ist meine Vergesslichkeit. Anweisungen, Vereinbarungen und Gegenstände habe ich bisher sehr oft und gerne Vergessen / verlegt.
    Dieses "gegen den Wind segeln" kenne ich nur zu gut, das liegt wahrscheinlich an unserer mangelnden Konzentration für Sachen, die uns weniger interessieren, oder die man tun muss. Oder vl auch an unserer Tollpatschigkeit oder Vergesslichkeit, auch das solls geben, hab aber vergessen wo .


    Unter Stress wurde ich, im nachhinein betrachtet, sehr merkwürdig im Verhalten (sehr unsicher).
    An diesem Punkt unterscheiden wir uns ein wenig, nein wir sind da sogar kontrovers. Meine Leistungsfähigkeit kommt meistens erst unter Druck zum Vorschein, da ich vorher meist nie einen Anreiz habe gewissen Aufgaben nachzukommen. Als gutes Beispiel kann ich hierfür ein Projekt der Uni nennen, das ich vor kurzem abzugeben hatte. Ich wusste 1 Monat vor dem besagten Termin, wann Deadend ist und wusste auch, dass ich nur ca 12 Std. Arbeit investieren musste, also schob ich das Ding bis 2 Tage vor Ende und die Abgabe erfolgte umd 23:55 (-> 24:00 war Schicht im Schacht). Aber auch da is AD(H)S wahrscheinlich von Mensch zu Mensch verschieden, ich sehe diesen Punkt bei mir jedoch als Vorteil oder besser als Gabe an.


    Zu meinen Mitazubis habe ich schon wieder ein sehr bescheidenes Verhältnis,
    Hier könnte ich einen dicken fetten grünen Haken dran machen, zu Sozialstrukturen von AD(H)S`ler(innen) gibts hier im Forum auch eine Menge Diskussionen, die Essenz, die sich mir bisher dabei erschlossen hat ist, dass wir einen viel höheren Wert auf Qualität der Freundschaften, als auf Quantität legen. Das stößt den meisten Muggeln (hab ich hier schon öfter gelesen, ich finds einfach toll: also nicht AD(H)S-begabten Menschen) wahrscheinlich sauer auf, da wir natürlich dementsprechend an "quantitativen" Freundschaften desinteressiert sind. Passt mir z.B. einer nicht, also wenn ich meine er schwingt nicht mit der selben Hertzzahl wie ich, dann wirds eben kein Freund, ich brauch dann auch nicht wirklich weiterhin Kontakt mit ihm/ihr, das mag vl etwas "hart" klingen, aber für mich ist das nunmal leider so. Dagegen gibts aber leider keine Medizin, ich habe mir angewöhnt mich ein wenig "amerikanisch" zu verhalten, die machen das nämlich so: Auf Partys gehen die grundsätzlich einmal zu jedem und halten mit demjenigen ein 5min Pläuschjen, das mache ich sicher nicht auf Partys sonst käme ich da vor 8:00 in der Frühe nicht mehr raus, aber vl dort wo es mir sinnvoll erscheint. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen, da mich diese Eigenschaft eigentlich nicht stört.


    Ich würde mich immer stark hevorheben, alle freiwilligen Tätigkeiten an mich reißen, gestelzt reden und die gesamte Berufsschulklasse würde sich schon über mich lustig machen.
    Außerdem sei ich unhöflich, hätte einen Befehlston und sei ein Klugs****
    Solltest du wirklich an AD(H)S leiden, hat hier wohl jemand deinen "hyperaktiven Teil" beobachtet und der ist auffällig, zumindest bei mir. Das bleibt mir selber auch oft verborgen, weil ich mein Handeln für mich oftmals als normal ansehe, aber einige Handlungsweisen, wie ins Wort fallen, Klugschei*** sind mir wirklich oftmals sehr unangenehm. Dagegen gibts wohl auch kein Heilmittel, aber vl kannst du dir ja vornehmen ein wenig mehr auf diese Verhaltensmuster zu achten, sie laufen meist unbewusst ab, du müsstest sie jedoch auch bewusst "abfangen" können, zumindest teilweise.


    Das waren jetzt aus meiner Sicht jedoch fast nur die "schlechteren" Eigenschaften, du solltest dir auch bewusst machen, dass es an dir auch gute Eigenschaften gibt, die die schlechten eigentlich immer überwiegen. Wenn du dir das klar machst, kannst du vielleicht auch auf der Arbeit mit deinen Stärken glänzen und zwar bewusst, vor allem dann, wenn es mal wieder gerade nicht so gut laufen sollte. Zum Thema Arzt-Suche schicke ich dich mal weiter in einen anderen Teil des Forums

    *los geh dort hin* ->ADS ADHS Erwachsene: Ärzte und Kliniken - ADHS Erwachsenen Forum

    Vielleicht siehst du, dass du mit deinen kleinen und großen Problemchen nicht allein bist und der ein oder Andere diese hier auch teilt und dir eventuell sogar sagen kann, wie man ihnen entgegentritt.

    LG

    Shine

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: Wer kennt diese Verhalten auch noch?

    Danke für die reichhaltige Antwort.

    Das mit dem arbeiten unter Stress habe ich vllt. falsch formuliert; Unter Stress klappt Arbeiten eigentlich recht gut, aber wenn Nachfragen kommen (vom Chef), ob ich eine Routineaufgabe ("Formular für die Gutschrift auch ausgefüllt?") leicht stressen und aus dem Konzept bringen. Dann kommt nur Bockmist bei raus, ich werde unsicher und fange an zu stottern.

    Wenn ich mich so zurück erinnere, fällt mir auf, das ich schon als kleines Kind lieber bei den Erwachsenen gesessen und zugehört habe, anstatt mit Gleichalterigen zu spielen. Ich glaube, ich habe mich zum ersten mal in der 4. Klasse mit einem Klassenkameraden verabredet.

    In Bezug auf in den Vordergrund drängen; Ich kann mich halt einach gut zum Beispiel in den Standpunkt eines Kunden versetzen und seine Bedürfnisse erahnen, die Ideen dazu gut formulieren und meinen Vorgesetzten vortragen. Das klingt jetzt vllt. extrem narzistisch, aber es ist halt so. Vllt. erzeuge ich damit auch einen Gewissen Neid oder so.

    Die Vergesslichkeit verfolgt mich auch schon mein halbes Leben, der Satz "Hab ich vergessen" können meine Eltern / Freundin mittlerweile gar nicht mehr hören, aber es halt die Wahrheit. Andererseits habe ich mir Wissen über meine Hobbies zum Beispiel in kurzer Zeit angelesen und alles behalten. Andere, recht simple Dinge, sind recht schnell wieder vergessen. Ich hab vorhin schon wieder vergessen, die Milch in den Kühlschrank zu stellen, obwohl meine Freundin mich darum bat.

    Kennt jemand noch eine extreme Begeisterungsfähigkeit für ein (oder auch viele) Thema / Themen? Ich glaube das Wort "Nein" zu neuen Aktivitäten kenne ich gar nicht. Man könnte mich morgen Fragen, ob ich spontan eine Weltumsegelung machen will - ich wäre dabei.

    Aber schön, das es noch Menschen gibt, die ähnlich ticken.

    Wie verhält sich das mit AD(H)S eigentlich? Ist man ständig "drauf" oder wandelt sich Situationsbezogen? In der Familie fühle ich mich nämlich top, in anderen Situationen (Stichwort Gleichalterige, Ältere) wieder "falsch".

    Interessant fand ich einen Wandel; als ich die Familie meiner Freundin kennen gelernt habe, kam ich mir wieder falsch vor und nicht auf einer Wellenlänge. Der Wandel trat erst nach mehr als einem Jahr ein, mittlerweile bin ich sehr sicher und souverän.

    Weiterhin habe ich einfach Zweifel, das ich mir das jetzt einfach alles mit AD(H)S vor mir selbst rechtfertige könnte, weil die Symptome meiner Persönlichkeit recht nahe kommen und ich einfach in der Realität doch einfach nur ´nen Typ mit diversen Macken bin.

    Ich glaube, ein Admin müsste das Thema mal verschieben, Ausbildung / Studium passt ja mittlerweile nicht mehr.

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