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Diskutiere im Thema Neuer Jobeinsatz im Mai - was kann ich tun, um Probleme zu vermeiden? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    Neuer Jobeinsatz im Mai - was kann ich tun, um Probleme zu vermeiden?

    Ich bin immer noch Zeitarbeiterin und habe meinen letzten Einsatz wegen Konzentrationsproblemen verloren. Im Mai geht mein neuer Einsatz los. Es ist eine Schwangerschaftsvertretung, die bis zum Sommer 2013 andauern soll. Einerseits freue ich mich natürlich sehr auf die Arbeit, und auf der anderen Seite habe ich ein wenig Panik, dass ich wieder Probleme bekomme. Es gibt Tage, an denen es super läuft und dann wiederum werfen mich meine Grübeleien völlig aus der Bahn, so dass ich mich nicht mehr konzentrieren kann. Ich hoffe, dass ich im nächsten Einsatz keinen Zugriff aufs Internet bzw. höchstens auf firmeninterne Seiten habe. Wenn es mir schlecht geht, logge ich mich irgendwo ein, lese stundenlang und befrage irgendwelche Leute zu meinen Problemen. Folglich bleibt die Arbeit liegen oder ich mache Fehler... das ist gar nicht gut.

    Wie kann ich mich auf den Job einstellen, damit es endlich mal richtig gut läuft?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Neuer Jobeinsatz im Mai - was kann ich tun, um Probleme zu vermeiden?

    Hallo WeißeRose,

    zu deiner Frage kann ich leider gar nicht sehr viel sagen.


    Aber mir geht es genau wie dir.

    Bei mir ist es der Wiedereinstieg nach der Elternzeit,
    aber ich werde mich auf Arbeit sicher auch erst mal fühlen als wäre ich neu in dem Laden.
    Mir graut es davor...


    Ich glaube es kommt auch sehr auf den Arbeitsbereich an, Zeiten, Abläufe, Strukturen
    in denen man Möglichkeiten finden muss um sich zuzentrieren, wenn`s schlecht läuft.


    Genau genommen hast du ja schon einen Weg gefunden, Ablenkung.
    Beim Lesen kann man sich sehr auf Dinge konzentrieren, wenn sie einen interessieren, oder beschäftigen, unterhalten.

    Eine ehemaligen Chefin sagte mir einmal "du selektierst wie ein Kind".
    Das war keine Beleidigung nur eine Reflektion meines Verhaltens am Arbeitsplatz.
    Das, was zu viel, anstrengend, eine Überforderung war, habe ich einfach ausgeblendet,
    weil ich sonst gar nicht am Ball geblieben wäre.

    Ist bloß total Sch... wenn Du somit wichtige Dinge versäumst
    und das gibt dann richtig Ärger.

    Somit könnte ich mir vorstellen du konzentrierst dich schon, aber auf etwas anderes,
    weil du Angst hast deine Arbeit nicht zu schaffen, wenn es dir nicht gut geht.


    Vielleicht gibt es ja andere Möglichkeiten sich zu zentrieren,aber das müsste sich ja auf deinen Arbeitsbereich beziehen.

    Es grübelt mit dir

    Niccy

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Neuer Jobeinsatz im Mai - was kann ich tun, um Probleme zu vermeiden?

    Hi ihr zwei,

    Kennt ihr schon "ADS im Job" von Lynn Weiss? Das Buch hat mir sehr geholfen.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Neuer Jobeinsatz im Mai - was kann ich tun, um Probleme zu vermeiden?

    Hi WeisseRose,

    vielleicht hilft es Dir ablenkende Webseiten zu sperren?

    ColdTurkey ist ein Programm dass das zeitgesteuert machen kann.
    Für Browser gibt es Addons/Plugins wie etwa BlockSite für den Firefox.
    Beides ist kostenlos. ColdTurkey ist allerdings etwas schwerer zu umgehen, also besser

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 10.928

    AW: Neuer Jobeinsatz im Mai - was kann ich tun, um Probleme zu vermeiden?

    liebe weißerose

    auch wenn ich in einer anderen situation bin wie du kann ich deine ängste sehr gut verstehen

    erstmal wünsche ich dir für deine arbeit viel erfolg und auch zuversicht dass es gut läuft,
    was dir sehr zu wünschen ist


    dein vorteil ist ja erstmal du weisst über dein adhs bescheid und du kennst deine probleme
    damit bist du anderen schon mal einen weiten schritt voraus
    (ich weiß dieser Gedanke hilft dir nicht und trotzdem empfinde ich ihn inzwischen als wichtig )



    WeißeRose schreibt:
    Einerseits freue ich mich natürlich sehr auf die Arbeit, und auf der anderen Seite habe ich ein wenig Panik, dass ich wieder Probleme bekomme.
    auch wenn verständlich aber deine panik lässt dich verkrampfen....
    vielleicht kannst du versuchen etwas entspannter an die sache rann zu gehen
    ( und dieser Spruch ausgerechnet von mir )



    Es gibt Tage, an denen es super läuft und dann wiederum werfen mich meine Grübeleien völlig aus der Bahn, so dass ich mich nicht mehr konzentrieren kann. Ich hoffe, dass ich im nächsten Einsatz keinen Zugriff aufs Internet bzw. höchstens auf firmeninterne Seiten habe. Wenn es mir schlecht geht, logge ich mich irgendwo ein, lese stundenlang und befrage irgendwelche Leute zu meinen Problemen. Folglich bleibt die Arbeit liegen oder ich mache Fehler... das ist gar nicht gut.

    diese tage kennt jeder gleich ob mit oder ohne adhs

    die idee von chimurgh ist gut
    wenn du weisst dass du dich an den pc setzt und darin versinkst......
    wenn du merkst du hast solch einen tag, wie wäre es dann dir zb einen wecker zu stellen
    und wenn dieser nach 10minuten klingelt hörst du dann auch wirklich auf.....




    Wie kann ich mich auf den Job einstellen, damit es endlich mal richtig gut läuft?
    ganz ehrlich? ich hab selbst noch keine richtige antwort darauf

    ich versuche nur immer eine sache nach der anderen zu machen
    und wenn ich mich im kreis drehe,merke ich es inzwischen und dann mach ich einfach auch mal "nichts"
    dadurch dass ich jetzt über mein adhs bescheid weiß und im moment lerne dass ich nicht so schlecht bin wie ich denke,
    fällt mir manches leichter aber diese panik kenne ich auch noch zu gut

    du machst doch deinen job bestimmt gut oder?
    du kannst bestimmt vieles sehr gut !



    mehr fällt mir leider nicht ein

    alles gute für dich
    liebe grüsse

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Neuer Jobeinsatz im Mai - was kann ich tun, um Probleme zu vermeiden?

    Hallo Leute,

    vielen lieben Dank für euer Feedback . Ich war gerade auf der Homepage von unserer Stadtbibliothek. Das Buch von Lynn Weiss ist derzeit verfügbar, und ich werde es mir ausleihen und intensiv durchlesen.

    Inzwischen habe ich meine ersten 3 Tage an der neuen Arbeitsstelle hinter mir und werde euch jetzt ein wenig darüber erzählen. Ich arbeite die nächsten 12 Monate als Schwangerschaftsvertretung bei einer Behörde. Es ist meine erste Stelle dieser Art, also komplettes Neuland. Bei uns sind ca. 40-45 Personen angestellt, davon nur 8 Männer. Meine Abteilung ist ziemlich klein. Unsere Chefin sitzt 2 Stockwerke über mir. In meinem Büro sitzen 2 Kolleginnen, eine von ihnen geht am 1. Juni in den Schwangerschaftsurlaub und mit der anderen Kollegin werde ich eng zusammenarbeiten. Außerdem gibt es noch eine Kollegin, die in einem anderen Büro sitzt und uns die halbe Woche unterstützt. Die andere Hälfte der Woche arbeitet sie für eine andere Abteilung. Die beiden Kolleginnen arbeiten mich abwechselnd ein, d. h. ich sitze einen Tag bei der einen und am nächsten Tag bei der anderen Frau. Einen eigenen Zugang für den Rechner habe ich noch nicht. Mit dem hausinternen Programm komme ich bisher sehr gut zurecht. Bei uns ist es wichtig, sehr sorgfältig zu arbeiten. Eigentlich habe ich damit so meine Probleme, aber in den letzten 3 Tagen war nichts davon zu merken, weil ich mit den Aufgaben keine Schwierigkeiten hatte. Ein großer Vorteil ist die Tatsache, dass sich der Zeitdruck bei uns in Grenzen hält. Wir bekommen zwar täglich eine Menge Post und E-Mails mit Anfragen, die wir bearbeiten müssen. Aber wenn man verstanden hat wie es funktioniert, dann läuft es auch. Und was ich heute nicht schaffe, erledige ich morgen. Es kommt nur selten vor, dass kurz vor Feierabend jemand kommt und irgendwas haben will, was noch am selben Tag fertig sein muss.

    Unsere Arbeitszeiten sind sehr angenehm. Wir können morgens zwischen 7:00 und 8:30 Uhr anfangen und arbeiten bis 15:30-16:30 Uhr, manchmal etwas länger und freitags nur bis ca. 14:00 Uhr. Ich darf auch nicht mehr als 5 Überstunden pro Wochen machen, weil der Kunde sonst zu viel Geld an meine Leasingfirma bezahlen müsste. Das ist für mich okay, denn jeden Abend bis 18 oder 19 Uhr im Büro zu sitzen, das würde mich schlauchen.

    Das Arbeitsklima im Haus ist... hmm, schwer zu sagen. Ich habe inzwischen alle Leute kennengelernt und mir einen ersten Eindruck gemacht. Die Kolleginnen bei mir im Büro verstehen sich untereinander sehr gut und arbeiten hervorragend zusammen. Klar haben auch sie ihre Macken, das hat schließlich jeder Mensch. Bei der schwangeren Kollegin muss ich aufpassen, dass ich ihr nicht ins Wort falle. Das ist mir gestern passiert, und sie hat mir dann auch ganz direkt gesagt, dass sie das nicht mag. Ich muss allerdings sagen, dass mir das nicht aufgefallen ist wie sie noch am Reden war, ich dachte sie wäre schon fertig gewesen... und ich hab´ auch nur einen ganz kurzen Einschub dazwischen gequatscht und sie nicht lange vollgetextet. Darauf werde ich in den nächsten Wochen verstärkt achten. Ansonsten ist es wohl ganz gut, dass die Leute meistens zu zweit in den Büros sitzen und es bei uns keine Großraumbüros gibt wie in dem Unternehmen, in dem ich die letzten Jahre wechselnde Einsätze hatte. Viele Angestellte bei uns neigen nämlich zum Tratschen und ziehen auch gerne mal über die Kollegen in deren Abwesenheit her. Deshalb werde ich mit Sicherheit nicht viel über mich preisgeben und sehr vorsichtig im Umgang mit den Menschen sein. Ebenfalls vorsichtig sein muss ich mit meinem Allgemeinwissen und meinen Kenntnissen. Ich habe festgestellt, dass die meisten Leute bei uns bildungstechnisch eher weniger drauf haben als ich und es nicht so gerne hören, wenn jemand sie mit seinem Können beeindrucken möchte. Ich will sicherlich nicht die Besserwisserin spielen, sondern einfach nur zeigen wie motiviert ich bin. Das könnten einige aber leicht in den falschen Hals bekommen.

    Ich bin übrigens nicht die einzige Leasingkraft bei uns, wir haben noch 2 andere Mitarbeiterin von derselben Firma, die ebenfalls für 1 Jahr bei uns eingesetzt werden. Und wer weiß, vielleicht gibt es auch eine Möglichkeit der Übernahme... die Frau, mit der ich die nächsten Monate das Büro teilen wurde, war früher auch bei meiner Leasingfirma und wurde irgendwann übernommen. Aber die Schwangere möchte nächstes Jahr definitiv wieder in Vollzeit bei uns anfangen, von daher scheidet diese Stelle schon mal aus. Eventuell wird woanders etwas frei, man weiß schließlich nie was so alles passieren kann. Ich hoffe, dass es weiterhin so gut läuft und lasse mich einfach mal überraschen .

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Neuer Jobeinsatz im Mai - was kann ich tun, um Probleme zu vermeiden?

    Inzwischen ist eine weitere Woche vergangen, und leider sieht es gar nicht gut aus... die Leute von der Behörde sind am Überlegen, ob sie mich wieder abmelden. An meiner Arbeitsleistung liegt es diesmal nicht, da bin ich mir sicher. Es ist wohl eher meine Art, die den Menschen Probleme bereitet .

    Ich erzähle jetzt mal von einigen Situationen, die sich in den letzten Tagen im Büro ereignet haben. Die ersten beiden Tage gab es keine Probleme. Am Freitag hat sich - wie bereits geschrieben - die schwangere Kollegin darüber aufgeregt, dass ich ihr kurz ins Wort gefallen bin. Ich hatte nicht gemerkt, dass sie noch am Reden war und habe in einem kurzen Einschub etwas wiederholt, was sie mir erklärt hatte... weil ich ihr begreiflich machen wollte, dass ich es verstanden hatte. Ich wollte ihr zeigen, dass ich mitdenke. Aber sie war total entsetzt und fauchte mich an: "Frau X! Kann ich bitte ausreden? Das wäre wirklich sehr nett. Danke." Ich entschuldigte mich daraufhin und meinte, das würde nicht wieder vorkommen. Daran habe ich mich bis heute auch gehalten. Am selben Tag war sie auch mal kurz leicht genervt, weil wir mit der Post ein Schriftstück aus einem anderen Land bekommen haben und sie die Schrift nicht lesen konnte. Ich kenne mich mit dieser Schrift aus und wollte ihr helfen, den Text zu entziffern. Deshalb sagte ich: "Ich kenne mich mit der Schrift aus." Sie entgegnete etwas genervt: "Ich aber nicht!" Das war für mich ein Zeichen dafür, dass die Frau es nicht mag, wenn Leute etwas besser können als sie... immerhin hat sie ihre Ausbildung in diesem Betrieb gemacht und arbeitet trotz ihres jungen Alters schon eine zweistellige Zahl von Jahren dort. Daraufhin beschloss ich, nicht mehr mein ganzes Können und Wissen zu zeigen... schließlich möchte ich nicht besserwisserisch rüberkommen.

    Montag, Dienstag und den halben Mittwoch war sie immer mal wieder genervt. Ich habe ihr meistens nur zugehört, genickt, "Ja, ist okay" oder ähnliche Sachen geantwortet, wenn sie mir was erklärt hat... und wenn sie meinte ob ich Fragen hätte und mir etwas unklar war, dann habe ich ihr ein paar Fragen gestellt (waren aber nicht viele, da ich mit der Arbeit gut zurecht komme). Sie war eher genervt von Dingen, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Arbeit standen. Z. B. habe ich allgemein Probleme mit der Groß- und Feinmotorik, bin sehr ungeschickt, stolpere, bleibe irgendwo hängen und bin auch relativ vergesslich. Bei mir kann es durchaus passieren, dass ich jemandem im Weg stehe und dies einfach nicht merke. Wenn jemand möchte, dass ich 1-2 Schritte zur Seite gehe, muss man mich darauf hinweisen. Sonst merke ich nicht, dass ich mich ungeschickt positioniert habe. Diese Frau hat aber nie gesagt: "Frau X, ich muss mal kurz an ihnen vorbei, könnten Sie bitte ein wenig zur Seite gehen bzw. mit dem Stuhl nach hinten rutschen?" Sie hat sich irgendwie durchgeschlängelt und anschließend zweideutige Anspielungen gemacht... z. B. "Ach, ist das stressig, wenn hier niemand für eine schwangere Frau Platz macht." Meistens saß die andere Kollegin oder die Kollegin aus dem Nebenbüro bei mir, so dass ich gar nicht wusste ob ich gemeint war oder die andere oder wir alle. Sie hat mich kein einziges Mal direkt auf das Thema angesprochen.

    Am Mittwoch saßen die Kollegin aus dem Nebenzimmer und ich bei ihr zwecks Einarbeitung. Eigentlich war diese Frau gar nicht für die Aufgabe vorgesehen, weil sie genügend anderes zu tun hat. Inzwischen vermute ich, dass sie zu uns geholt wurde, für den Fall dass ich bald weg bin. Die Kollegin aus dem Nachbarbüro fragte die Schwangere, ob sie ihren Bildschirm ein wenig zur Seite drehen könne, damit sie auch was sieht (sie saß links, ich in der Mitte und die Schwangere rechts). Dann sagte die Schwangere: "Wenn Frau X ein wenig näher zu mir rutschen könnte, dann würdest du auch was sehen." (ohne mich direkt anzusprechen). Als die Schwangere uns etwas erklärte und irgendwann eine Frage stellte, tippte ich mit dem Zeigefinger auf einen Zettel. Ich wollte ihr nicht verbal antworten, weil ich ihr nicht wieder ins Wort fallen wollte. Daraufhin meinte sie schnippisch: "Frau X, wir sind hier nicht alleine... die Frau aus dem Nebenzimmer ist auch noch zur Einarbeitung da. Lassen Sie mich doch erstmal erzählen, worum es hier geht." Warum hat sie uns dann die Frage gestellt?

    Meine Vergesslichkeit ging ihr auch auf die Nerven. Was die Arbeit angeht, habe ich mir wirklich jeden einzelnen Schritt auf dem Block notiert. Dafür sind mir andere Sachen durchgerutscht, z. B. habe ich am Mittwoch vergessen, nach der Arbeit meinen Rechner herunterzufahren. Ich habe erst seit gestern Zugriff auf die hausinternen Programme und wollte nur meine beruflichen Mails checken. Daraufhin wurde ich zu den Kolleginnen gerufen und saß den ganzen Tag nicht mehr an meinem Platz, folglich habe ich den Rechner nicht gebraucht. Der Bildschirm wurde irgendwann dunkel, und ich vergaß einfach dass er noch nicht ausgeschaltet war, als ich Feierabend machte. Und nach dem Bearbeiten der Post hatte ich am Mittwoch meinen gelben Textmarker auf der Theke liegen lassen, was ich nicht schlimm finde. Ich habe meine Sachen immer gründlich aufgeräumt, bevor ich nach Hause gegangen bin. Als die Schwangere aus einem anderen Büro kam und den Marker auf der Theke sah, kam von ihr sofort: "Wer hat hier diese Unordnung hinterlassen?" Ich finde es übertrieben, wegen einem kleinen Gegenstand auf der Theke von Unordnung zu sprechen. Das habe ich ihr aber nicht gesagt, sondern brav den Marker genommen und an seinen Platz geräumt.

    Ich habe in Gegenwart dieser Frau jegliche Art von Diskussionen und Rechtfertigungen vermieden. Schließlich wollte ich nicht gleich in den ersten Tagen einen negativen Eindruck hinterlassen. Seit vorgestern Nachmittag kamen wir ganz gut miteinander aus, sie war gut gelaunt und behandelte mich nicht anders als andere Leute in dem Laden. Ich dachte, wir würden das schon auf die Reihe bekommen und war echt locker drauf.

    Gestern gab es einen kurzen Zwischenfall mit einer Kollegin aus einer anderen Abteilung. Wir Leasingkräfte müssen uns unsere Stundennachweise einmal wöchentlich dort abholen. Die Frau meinte vorher, ich solle sie anrufen, denn sonst würde sie das garantiert vergessen. Hab´ sie also angerufen und bin anschließend auf ihren Wunsch hin nach oben zu ihrem Büro gegangen. Die Tür des Zimmers stand weit offen, aber die Frau war gerade im Nebenbüro und quatschte mit einer Kollegin. Also ging ich in ihr Zimmer und wartete auf sie. Auf ihrem Tisch entdeckte ich meinen Stundennachweis und schaute auf das Blatt. Da stand die Frau auf einmal vor mir und meinte im zickigen Ton: "Frau X, wenn ich nicht im Büro bin, dann haben sie gefälligst nichts an meinem Tisch zu suchen. Haben Sie mich verstanden?" Ich war sehr überrascht über ihre heftige Reaktion und antwortete trotzdem höflich und ohne Rechtfertigung: "Ja, das geht natürlich in Ordnung." Ich bedankte mich für den Ausdruck und ging zurück in mein Büro. Für mich war das Thema damit erledigt, und ich wusste wie ich mich in Zukunft gegenüber der Frau zu verhalten hatte.

    Heute klingelte um kurz nach 12 Uhr mein Handy. Es war die Stellvertreterin meines Chefs von der Leasingfirma (er hat diese Woche Urlaub gehabt). Sie fragte mich wo ich gerade sei und war erstaunt, als ich antwortete dass ich gerade am Arbeitsplatz sei. Der Kunde hätte ihr gesagt, dass ich um 12 Uhr Feierabend gemacht hatte, obwohl wir freitags bis 14 Uhr im Büro sein müssen. Ich war völlig perplex, denn unsere Türen sind aus Glas, und jeder kann sehen wann ich im Büro bin. Tja... und dann erzählte sie mir, dass es eine Menge Beschwerden über mich gegeben hätte und der Kunde nicht gerade zufrieden mit mir sei. Das hat mich ehrlich gesagt schon ein wenig aus der Bahn geworfen. Ich empfand diese Zwischenfälle in den letzten Tagen nicht so schlimm und war guter Hoffnung, dass ich mich mit den Leuten noch arrangieren könnte. Wenn ich auf etwas hingewiesen wurde, habe ich nicht gemeckert, protestiert, nach Ausreden gesucht und herumdiskutiert, sondern jeden Hinweis freundlich zur Kenntnis genommen und keinen dieser Fehler wiederholt. Trotzdem regen sich die Leute unheimlich über mich auf und erzählen wohl jeden einzelnen Fauxpas meinerseits im ganzen Haus weiter. Natürlich kann diese schwangere Frau nicht behaupten, dass ich ihr wegen meiner Motorikprobleme auf die Nerven gehe. Das ist schließlich kein Grund für einen Rausschmiss.

    Also haben sich die Leute einige Sachen zusammengereimt, die schlicht und einfach nicht der Wahrheit entsprechen. Z. B. musste ich der Frau von der Leasingfirma beantworten, warum ich zwecks Zigarettenpausen trotz Vorschrift nicht ausstempeln würde. Ich habe bisher bei JEDER Zigarettenpause ausgestempelt. Dass es an manchen Tagen keinen Eintrag im System gibt, liegt daran dass ich nicht jeden Tag auf der Arbeit rauche. Wenn ich das Büro zwecks Toilettengang verlassen habe, hab´ ich den Kolleginnen immer vorher Bescheid gesagt und war nie lange weg. Dann fiel mir ein, was es mit dem 12 Uhr Feierabend auf sich hatte. Gestern sagte mir die Schwangere, dass ich heute von 13-14 Uhr einen Termin in einer anderen Abteilung haben würde. Ich meinte dass ich eigentlich gegen 12:30 Uhr gehen wollte, weil ich privat etwas vor hätte und meine Stunden schon vorher zusammenbekommen würde (Überstunden darf ich kaum machen). Sie erklärte mir dann (freundlich), dass wir uns an die Kernzeiten halten müssen, und freitags heißt das bis 14 Uhr arbeiten. In meiner Ex-Firma war das egal, ob ich mich an die Kernzeiten hielt, solange ich ausreichend Stunden auf dem Konto hatte... habe ich ihr aber nicht gesagt. Daraufhin meinte ich, dass ich den privaten Termin verschieben würde und die Arbeit natürlich Vorrang hätte. Ich habe wirklich keine Sekunde gemeckert, geschweige denn mich widersetzt. Und ich habe mich bisher auch jeden Tag daran gehalten.

    Wegen der Geschichte von gestern hieß es, ich hätte am Arbeitsplatz der Frau aus der anderen Abteilung herumgeschnüffelt und in ihren Dokumenten gelesen. Ich wollte wirklich nur meinen Ausdruck abholen und habe kein anderes Blatt angeschaut. Das ist übrigens weder ein Personalbüro noch die Geschäftsführung, also nix wirklich Vertrauliches. Verdammt schwach, das Thema gleich so aufzubauschen und an die Leasingfirma weiterzutragen.

    Auf die Frage der Leasing-Frau, ob denn die Leute aus meiner jetzigen Einsatzfirma das Gespräch mit mir gesucht hätten, habe ich mit einem klaren "Nein" geantwortet. Die Kolleginnen aus dem Büro waren mehrmals oben bei der Chefin, aber weder meine Vorgesetzte (die immer nur wenige Minuten am Tag bei uns vorbeischaut) noch die anderen Frauen haben auch nur ein einziges Mal versucht, ein Gespräch mit mir zu führen. Nicht ansatzweise. Alles wurde hinter meinem Rücken ausgetragen und letztendlich die Leasingfirma ohne mein Wissen informiert. Mir gegenüber machen alle derzeit einen auf superfreundlich und tun so, als ob alles in Ordnung wäre. Und hinterum rennen sie zur Chefin, beschweren sich und wollen mich loswerden, obwohl ich arbeitstechnisch gesehen wirklich gute Leistungen bringe.

    Dass ich enttäuscht bin, muss ich nicht erwähnen... Am Montag kommt mein Chef vorbei und schaut mir eine Weile bei der Arbeit zu. Ich weiß, dass ich sehr viel geschrieben habe. Ist für viele hier sicher zu anstrengend, was ich auch verstehen kann. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn mir jemand verraten könnte, was ich in Zukunft besser machen kann. Das Buch von Lynn Weiss habe ich von Montag bis gestern auf meinen Zugfahrten zur Arbeit und zurück komplett durchgelesen und kann mich in einigen Punkten gut wiedererkennen. Habt ihr noch weitere Tipps für mich?

  8. #8
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    AW: Neuer Jobeinsatz im Mai - was kann ich tun, um Probleme zu vermeiden?

    Ich bin etwas nervös, wenn ich an den Montag denke. Auf jeden Fall werde ich meinen Chef um ein Gespräch unter 4 Augen bitten und hoffe, dass er im Laufe der Woche nach Feierabend für mich Zeit hat. Mittlerweile bin ich am Überlegen, ob ich ihm nicht doch von ADHS erzählen sollte. Ich bin durcheinander und weiß nicht so richtig, was ich machen soll... Meiner Ansicht nach war mein Verhalten bei weitem nicht so schlimm, wie es vom Kunden dargestellt wird. Ich dachte, ich hätte mich in Konfliktsituationen souverän aus der Affäre gezogen... indem ich eben nicht gemault und diskutiert habe, sondern jeden Hinweis freundlich zur Kenntnis genommen und mich daraufhin auch daran gehalten habe. So zumindest wird es in den Kommunikationsratgebern beschrieben, und eigentlich funktioniert es auch auf diese Weise. Trotzdem werde ich hingestellt, als ob ich was ganz Übles verbrochen hätte. Erwarte ich denn wirklich viel zu viel, wenn ich hoffe dass die Leute bei Problem direkt zu mir kommen und nicht alles hintenrum über Vorgesetzte austragen?

  9. #9
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    AW: Neuer Jobeinsatz im Mai - was kann ich tun, um Probleme zu vermeiden?

    WeißeRose schreibt:
    Am selben Tag war sie auch mal kurz leicht genervt, weil wir mit der Post ein Schriftstück aus einem anderen Land bekommen haben und sie die Schrift nicht lesen konnte. Ich kenne mich mit dieser Schrift aus und wollte ihr helfen, den Text zu entziffern. Deshalb sagte ich: "Ich kenne mich mit der Schrift aus." Sie entgegnete etwas genervt: "Ich aber nicht!" Das war für mich ein Zeichen dafür, dass die Frau es nicht mag, wenn Leute etwas besser können als sie... immerhin hat sie ihre Ausbildung in diesem Betrieb gemacht und arbeitet trotz ihres jungen Alters schon eine zweistellige Zahl von Jahren dort. Daraufhin beschloss ich, nicht mehr mein ganzes Können und Wissen zu zeigen... schließlich möchte ich nicht besserwisserisch rüberkommen.
    Hm, auf mich macht das den Eindruck als ob du dich wie eine "beleidigte Leberwurst" verhälst, weil sie dein Können und Wissen nicht anerkannt hat.
    Aus meiner Sicht wäre es für euer Verhältnis besser gewesen, wenn du gesagt hättest: Frau X, ich könnte Ihnen mit dem Text helfen, wenn Sie möchten. Mit dieser Schrift hatte ich schonmal zu tun."
    Bei deiner Formulierung kommt es nicht so rüber als ob du ihr helfen willst, sondern eher so, dass du mit deinem Wissen "angeben" möchtest, krass formuliert.

    Z. B. habe ich allgemein Probleme mit der Groß- und Feinmotorik, bin sehr ungeschickt, stolpere, bleibe irgendwo hängen und bin auch relativ vergesslich. Bei mir kann es durchaus passieren, dass ich jemandem im Weg stehe und dies einfach nicht merke. Wenn jemand möchte, dass ich 1-2 Schritte zur Seite gehe, muss man mich darauf hinweisen.
    Nein, muss man nicht. Du bist kein Kleinkind mehr. Du kannst für dich selber die Verantwortung übernehmen und DU musst andere fragen, ob du ihnen ihm Weg stehst, wenn du weißt, dass du dazu neigst.

    Diese Frau hat aber nie gesagt: "Frau X, ich muss mal kurz an ihnen vorbei, könnten Sie bitte ein wenig zur Seite gehen bzw. mit dem Stuhl nach hinten rutschen?" Sie hat sich irgendwie durchgeschlängelt und anschließend zweideutige Anspielungen gemacht... z. B. "Ach, ist das stressig, wenn hier niemand für eine schwangere Frau Platz macht." Meistens saß die andere Kollegin oder die Kollegin aus dem Nebenbüro bei mir, so dass ich gar nicht wusste ob ich gemeint war oder die andere oder wir alle. Sie hat mich kein einziges Mal direkt auf das Thema angesprochen.
    Also wenn ich merke, dass sich jemand hinter mir durchschlängelt, dann frage ich, ob ich mit meinem Stuhl en Stück nach vorne rutschen soll bzw. stehe auf und mache Platz. Und wenn ich nicht weiß, ob ich gemeint bin, dann frage ich nach.

    DU bist die Neue, DU willst den Job haben, also musst DU dich auch darum kümmern, dass du dich entsprechend integrierst.


    Meine Vergesslichkeit ging ihr auch auf die Nerven. Was die Arbeit angeht, habe ich mir wirklich jeden einzelnen Schritt auf dem Block notiert. Dafür sind mir andere Sachen durchgerutscht, z. B. habe ich am Mittwoch vergessen, nach der Arbeit meinen Rechner herunterzufahren. Ich habe erst seit gestern Zugriff auf die hausinternen Programme und wollte nur meine beruflichen Mails checken. Daraufhin wurde ich zu den Kolleginnen gerufen und saß den ganzen Tag nicht mehr an meinem Platz, folglich habe ich den Rechner nicht gebraucht. Der Bildschirm wurde irgendwann dunkel, und ich vergaß einfach dass er noch nicht ausgeschaltet war, als ich Feierabend machte. Und nach dem Bearbeiten der Post hatte ich am Mittwoch meinen gelben Textmarker auf der Theke liegen lassen, was ich nicht schlimm finde. Ich habe meine Sachen immer gründlich aufgeräumt, bevor ich nach Hause gegangen bin. Als die Schwangere aus einem anderen Büro kam und den Marker auf der Theke sah, kam von ihr sofort: "Wer hat hier diese Unordnung hinterlassen?" Ich finde es übertrieben, wegen einem kleinen Gegenstand auf der Theke von Unordnung zu sprechen. Das habe ich ihr aber nicht gesagt, sondern brav den Marker genommen und an seinen Platz geräumt.
    Es ist egal, was du findest. Wie gesagt, DU bist die Neue und DU musst dich erstmal an die Gegebenheiten anpassen.
    Die Sachen, die du aufgezählt hast, sind bei uns auch nicht gern gesehen. Und ich musste auch erstmal lernen, mein ganzes Zeug wieder wegzuräumen, wenn ich fertig bin.
    Wenn bei uns jeder seinen Marker bei der Poststelle liegen lassen würde, dann könnten wir einen Schreibwarenhandel eröffnen.

    Also ging ich in ihr Zimmer und wartete auf sie. Auf ihrem Tisch entdeckte ich meinen Stundennachweis und schaute auf das Blatt.
    Das ist ein absolutes No Go!!!
    Klar, du wolltest nur deinen Stundenzettel anschauen, aber das sieht so aus als ob du rumgeschnüffelt hättest. Bei uns sind die Büros der Kollegen tabu. Und die Schreibtische sowieso. Und das obwohl wir alle Türen offen haben. Wenn der Kollege nicht im Büro ist, dann warte ich vor dem Büro auf ihn. Bei gleichgestellten Kollegen gehe ich schonmal rein und setze mich hin, wenn es länger dauert.
    Aber als Neuling sollte man das nicht machen. Da könntest du maximal in das Büro reingehen und im vorderen Drittel stehen bleiben.

    Dann fiel mir ein, was es mit dem 12 Uhr Feierabend auf sich hatte. Gestern sagte mir die Schwangere, dass ich heute von 13-14 Uhr einen Termin in einer anderen Abteilung haben würde. Ich meinte dass ich eigentlich gegen 12:30 Uhr gehen wollte, weil ich privat etwas vor hätte und meine Stunden schon vorher zusammenbekommen würde (Überstunden darf ich kaum machen).
    Normalerweise fragt man als Neuling nach, wie das mit den Arbeitszeiten aussieht und bis wann man bleiben muss.
    Ich empfinde es als dreist, dass du früher gehen wolltest, weil du einen privaten Termin hast. Das kann man machen, wenn man schon länger in dem Unternehmen arbeitet und wenn man weiß, wie es dort läuft.


    Wegen der Geschichte von gestern hieß es, ich hätte am Arbeitsplatz der Frau aus der anderen Abteilung herumgeschnüffelt und in ihren Dokumenten gelesen. Ich wollte wirklich nur meinen Ausdruck abholen und habe kein anderes Blatt angeschaut.
    Es ist egal, was du gemacht hast. Was zählt, ist der Eindruck, den du hinterlassen hast. Du hast mit deinem Verhalten eine Grenze überschritten und bist quasi in die Privatsphäre deiner Kollegin eingedrungen. Und das als Neuling. Das geht nicht.
    Bei uns im Unternehmen hätte das ernsthafte Konsequenzen.

    Das ist übrigens weder ein Personalbüro noch die Geschäftsführung, also nix wirklich Vertrauliches. Verdammt schwach, das Thema gleich so aufzubauschen und an die Leasingfirma weiterzutragen.
    Kann es sein, dass du die Schuld für dein mangelnde soziale Kompetenz anderen in die Schuhe schiebst?
    Auf mich wirkt das so.

    Auf die Frage der Leasing-Frau, ob denn die Leute aus meiner jetzigen Einsatzfirma das Gespräch mit mir gesucht hätten, habe ich mit einem klaren "Nein" geantwortet. Die Kolleginnen aus dem Büro waren mehrmals oben bei der Chefin, aber weder meine Vorgesetzte (die immer nur wenige Minuten am Tag bei uns vorbeischaut) noch die anderen Frauen haben auch nur ein einziges Mal versucht, ein Gespräch mit mir zu führen. Nicht ansatzweise. Alles wurde hinter meinem Rücken ausgetragen und letztendlich die Leasingfirma ohne mein Wissen informiert. Mir gegenüber machen alle derzeit einen auf superfreundlich und tun so, als ob alles in Ordnung wäre. Und hinterum rennen sie zur Chefin, beschweren sich und wollen mich loswerden, obwohl ich arbeitstechnisch gesehen wirklich gute Leistungen bringe.
    Hast du das Gespräch gesucht?
    Du schenst ja gemerkt zu haben, dass du aneckst. Und das war wohl auch bei deinen anderen Jobs der Fall. Und in deinem Privatleben scheint das ja auch nicht so zu klappen, wenn ich mich richtig erinnere.

    Bei uns ist es so, dass wir nicht direkt das Gespräch mit einem neuen Kollegen suchen, wenn uns dieser unsympathisch ist, wenn er nicht ins Team passt und wir ihn eigentlich loswerden wollen.
    Wenn der neue Kollege das merkt und uns drauf anspricht oder auf unsere Kritik entsprechend reagiert und dann von sich aus nachfragt, ob wir mit ihm klarkommen und was er besser/anders machen soll, dann ändert sich unsere Meinung.


    Ich denke, dass du große Probleme im zwischenmenschlichen Bereich hast. Diese werden sich nicht durch gute Tipps lösen lassen. Das ist nicht dein erster Post dieser Art.
    Was ich dir dringend nahelege, ist dass du dir professionelle Hilfe suchst. Eine Verhaltenstherapie, in der du gezielt diese Probleme ansprechen kannst. Nicht in der Gruppe, sondern eine Einzeltherapie. Diese Probleme werden sich sonst immer wieder wiederholen. Du machst es dir mometan gerade sehr schwer.
    Du bemühst dich, willst es besser machen, steckst aber in dir selber fest. Da wirst du nicht alleine rauskommen. Du bist ehrgeizig und motiviert, das merkt man. Es wäre total schade, wenn du deine Talente nicht unter Beweis stellen könntest, weil deine mangelnde soziale Kompetenz dir im Weg steht.

  10. #10
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    AW: Neuer Jobeinsatz im Mai - was kann ich tun, um Probleme zu vermeiden?

    Fliegenpilz schreibt:
    Hm, auf mich macht das den Eindruck als ob du dich wie eine "beleidigte Leberwurst" verhälst, weil sie dein Können und Wissen nicht anerkannt hat.
    Aus meiner Sicht wäre es für euer Verhältnis besser gewesen, wenn du gesagt hättest: Frau X, ich könnte Ihnen mit dem Text helfen, wenn Sie möchten. Mit dieser Schrift hatte ich schonmal zu tun."
    Bei deiner Formulierung kommt es nicht so rüber als ob du ihr helfen willst, sondern eher so, dass du mit deinem Wissen "angeben" möchtest, krass formuliert.
    Beleidigt habe ich mich sicher nicht verhalten, weil ich nicht beleidigt war. Ich wollte ihr helfen, sie hat mich falsch verstanden. Anschließend habe ich nichts mehr dazu gesagt, weil ich aus Erfahrung dachte es wäre besser, einer langen Diskussion aus dem Weg zu gehen.



    Fliegenpilz schreibt:
    Nein, muss man nicht. Du bist kein Kleinkind mehr. Du kannst für dich selber die Verantwortung übernehmen und DU musst andere fragen, ob du ihnen ihm Weg stehst, wenn du weißt, dass du dazu neigst.



    Also wenn ich merke, dass sich jemand hinter mir durchschlängelt, dann frage ich, ob ich mit meinem Stuhl en Stück nach vorne rutschen soll bzw. stehe auf und mache Platz. Und wenn ich nicht weiß, ob ich gemeint bin, dann frage ich nach.
    Wenn ich es merke, dann mache ich das auch. Aber in den meisten Fällen merke ich es gar nicht, weil ich mich auf meine Arbeit konzentriere.


    Fliegenpilz schreibt:
    Es ist egal, was du findest. Wie gesagt, DU bist die Neue und DU musst dich erstmal an die Gegebenheiten anpassen.
    Die Sachen, die du aufgezählt hast, sind bei uns auch nicht gern gesehen. Und ich musste auch erstmal lernen, mein ganzes Zeug wieder wegzuräumen, wenn ich fertig bin.
    Wenn bei uns jeder seinen Marker bei der Poststelle liegen lassen würde, dann könnten wir einen Schreibwarenhandel eröffnen.
    Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, dass ich meine Sachen grundsätzlich sofort nach Gebrauch wieder auf meinen Platz legen muss und nicht nur nach Feierabend, dann wäre mir das auch klar gewesen.


    Fliegenpilz schreibt:
    Das ist ein absolutes No Go!!!
    Klar, du wolltest nur deinen Stundenzettel anschauen, aber das sieht so aus als ob du rumgeschnüffelt hättest. Bei uns sind die Büros der Kollegen tabu. Und die Schreibtische sowieso. Und das obwohl wir alle Türen offen haben. Wenn der Kollege nicht im Büro ist, dann warte ich vor dem Büro auf ihn. Bei gleichgestellten Kollegen gehe ich schonmal rein und setze mich hin, wenn es länger dauert.
    Aber als Neuling sollte man das nicht machen. Da könntest du maximal in das Büro reingehen und im vorderen Drittel stehen bleiben.
    Ich habe die letzten Jahre ausschließlich in Großraumbüros verbracht und musste ständig an den Tischen meiner Kollegen vorbeilaufen. Ich bin auch vorgestern im vorderen Drittel geblieben, Schnüffelei ist gar nicht meine Art.


    Fliegenpilz schreibt:
    Normalerweise fragt man als Neuling nach, wie das mit den Arbeitszeiten aussieht und bis wann man bleiben muss.
    Ich empfinde es als dreist, dass du früher gehen wolltest, weil du einen privaten Termin hast. Das kann man machen, wenn man schon länger in dem Unternehmen arbeitet und wenn man weiß, wie es dort läuft.
    Natürlich habe ich gefragt und mich auch an die Regel gehalten, als ich erfuhr wie es dort läuft. Und zwar ohne zu meckern.


    Fliegenpilz schreibt:
    Kann es sein, dass du die Schuld für dein mangelnde soziale Kompetenz anderen in die Schuhe schiebst?
    Auf mich wirkt das so.
    Ich habe inzwischen mit meiner Mutter und einigen meiner besten Freunde darüber geredet. Ihre Meinung weicht sehr stark von deiner Ansicht ab, sie meinen dass die Leute zu empfindlich sind und sie sich zu sehr über Kleinigkeiten aufregen.



    Fliegenpilz schreibt:
    Hast du das Gespräch gesucht?
    Du schenst ja gemerkt zu haben, dass du aneckst. Und das war wohl auch bei deinen anderen Jobs der Fall. Und in deinem Privatleben scheint das ja auch nicht so zu klappen, wenn ich mich richtig erinnere.

    Bei uns ist es so, dass wir nicht direkt das Gespräch mit einem neuen Kollegen suchen, wenn uns dieser unsympathisch ist, wenn er nicht ins Team passt und wir ihn eigentlich loswerden wollen.
    Wenn der neue Kollege das merkt und uns drauf anspricht oder auf unsere Kritik entsprechend reagiert und dann von sich aus nachfragt, ob wir mit ihm klarkommen und was er besser/anders machen soll, dann ändert sich unsere Meinung.
    Ich habe das Gespräch nicht gesucht, weil ich dachte das seien alles nur kleinere Zwischenfälle, die für die Kollegen schnell erledigt und nicht der Rede wert sind. Ich dachte sie würden das schnell abhaken und vergessen, wenn ich mich weiterhin fleißig zeige und nicht ständig auf den Vorkommnissen rumreite. Scheinbar habe ich mich getäuscht. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich soooo stark anecke und war bis gestern davon überzeugt, dass wir das auf die Reihe kriegen würden. Ich habe die Frau von der Leasingfirma gefragt ob ich das Gespräch mit meiner Vorgesetzten und den Kolleginnen suchen sollte, aber sie hat es mir nicht gestattet. Weil am Montag mein Chef vorbeikommt.
    Bei euch in der Firma scheint es genauso zu funktionieren, und ich finde es ganz schön traurig wie ihr mit den Neulingen umspringt. Ich habe eben nicht die Fähigkeit es immer zu merken, wenn jemand total stinkig auf mich ist und dies nicht offen zeigt. Ich kann keine Gedanken lesen. Wenn jemand ab und an mal genervt ist, versuche ich mir einzureden dass es nicht an mir liegt... sonst zeige ich mich nach außen verletzlich und werde leicht zum Opfer. Deshalb bin ich in den letzten Tagen so cool damit umgegangen und habe ganz normal weitergearbeitet.


    Fliegenpilz schreibt:
    Ich denke, dass du große Probleme im zwischenmenschlichen Bereich hast. Diese werden sich nicht durch gute Tipps lösen lassen. Das ist nicht dein erster Post dieser Art. Was ich dir dringend nahelege, ist dass du dir professionelle Hilfe suchst. Eine Verhaltenstherapie, in der du gezielt diese Probleme ansprechen kannst. Nicht in der Gruppe, sondern eine Einzeltherapie. Diese Probleme werden sich sonst immer wieder wiederholen. Du machst es dir mometan gerade sehr schwer.
    Du bemühst dich, willst es besser machen, steckst aber in dir selber fest. Da wirst du nicht alleine rauskommen. Du bist ehrgeizig und motiviert, das merkt man. Es wäre total schade, wenn du deine Talente nicht unter Beweis stellen könntest, weil deine mangelnde soziale Kompetenz dir im Weg steht.
    Am Montag habe ich nach der Gruppentherapie einen Einzeltermin mit meiner Therapeutin und werde versuchen, in der nächsten Zeit noch ein paar weitere solcher Termine bei ihr zu bekommen. Es fällt mir schwer mit Menschen umzugehen, wenn diese ihre Gedanken nicht klar und deutlich äußern. Wobei ich neulich mal einen Test zum Thema "Kann ich die Mimik anderer Menschen richtig deuten?" gemacht und dabei sehr positiv abgeschnitten habe.

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