Hallo ihr lieben,

es gibt schon ähnliche Themen hier, aber mein Problem ist doch ein wenig anders. Vielleicht kennt das ja jemand.

Natürlich ist es oft nicht leicht sich für einen Studium/Beruf zu entscheiden, nicht nur für einige AD(H)Sler, aber zu der Entscheidung kommen die euch vielleicht bekannten Probleme.

Entscheidungsschwäche. Die resultiert aus verschiedenen Gegebenheiten. Einmal an mangelndem Selbstvertrauen... ich war immer eine der schlechteren und habe mich damals wenig weiterentwickelt, dazugelernt. Da konnte ich kein Vertrauen in mein Können entwickeln. Naja, "Können". (Nur in Musik und Schwimmen, Fächer die ich sehr mochte, war ich dann gut). (Dabei habe ich schon als Kind meiner Mama gesagt - das hat sie mir später erzählt - schon mit ca. 7 gesagt, dass ich mir mehr Ehrgeiz wünsche. Und dass sie mir To-Do-Listen schreiben soll. Aber es half nicht, ich sollte auf die Hauptschule gehen, was anderes wurde mir seitens der Lehrerin nicht zugetraut Schon allein weil ich mich nicht organisieren kann und... ihr kennt ja die Probleme dieser "lernschwachen" Kinder. Ein Arzt diagnostizierte ADS, aber bei mir kam davon nur an, dass ich tatsächlich anders bin als die anderen und dümmer... ich habe alles abgewehrt, um mir helfen zu lassen (ich war schon als Kind zu stolz) und Medikamente waren für meine Eltern nicht drin. Wie auch immer.

Mittlerweile bin ich in der 13. und die letzten drei (abirelevanten) Zeugnisse waren alle im 1,X - Bereich. Je näher es zum schriftlichen Abitur kam, desto mehr kam die Angst. (Durch eine Freundin kam ich auf die Idee nochmal die AD(H)S-Thematik heraufzuholen und ich bin zum Psychologen gegangen, hab auch Medikamente bekommen) Ich hatte Angst zu versagen. Schon allein wegen meiner Zeitprobleme! In so vielen Klausuren kann ich dadurch nicht meine eigentlichen Leistungen bringen. Zeitprobleme wegen mangelnder Konzentration und unpassend gewissenhaftem Arbeiten (mir wurde lange mangelnde Gewissenhaftigkeit vorgeworfen, deshalb bin ich ziemlich genau geworden - auf Kosten der Zeit)
Dazu kommt dann noch der Druck, dass ich eine gute Note haben muss! (Wegen NC und dem Selbstbewusstsein) Ich fasse es kurz, ich konnte kaum schlafen, habe wirklich ausreichend und viel gelernt (weil ich das auch muss, denn ich habe so meine Probleme mit dem Transfer - kennt ihr das? Man kommt nicht auf einen Zusammenhang und nur ein kleiner Einfall würde einem dazu verhelfen alles zu verstehen.) Aber ich denke oft (zu) kompliziert, aber das ist ja grade unwichtig, ich will es nicht lange ausweiten. Das Abi stand nun endlich vor der Tür und die erste Prüfung (Englisch) war echt nicht schwer. Vor allem der letzte Vorschlag, der war super! Aber ich wusste, dass er umfangreicher ist und ich zeitmäßig nicht hinkomme. Das war mein "Todesurteil", ich habe einen eher politischen Text genommen und ganz plötzlich verstand ich den Text nicht mehr!? Mir ist schwindelig geworden und ich habe lange gebraucht, um mich zu beruhigen. Letztendlich bin ich nicht fertig geworden und ihr kennt vielleicht das Problem der Flüchtigkeitsfehler. Die bei mir gefunden werden, wenn ich drüberlese. Aber auch nur dann. Und das war zeitlich nicht möglich. Prüfung 2 habe ich durchgeschrieben, kaum nachgedacht, weil es auch echt nicht schwer war. Aber in Bio hatte ich wieder dieses Problem. Ich mir erst nicht für einen Vorschlag entscheiden (weil ich alles gut konnte) und dann habe ich mich an einem Stammbaum aufgehalten. Und dann habe ich nichtmal das ganze Material geschafft und eine Aufgabe falsch verstanden.

Warum schreibe ich das? Wen interessieren meine Probleme im Abi? Ich habe Angst - und ich denke die ist berechtigt - dass es im Studium nicht anders sein wird. Wenn ich nicht sowieso meine Chance verspielt habe einen gewünschten Studienplatz zu bekommen.

Ich weiß ja nicht mal, was ich machen möchte. Medizin würde mir gefallen! Aber mit diesen Voraussetzungen? Ich habe durchaus einen Willen(!), aber nur, wenn ich selbst bestimmen kann, dass auch funktioniert. Wenn ich jeden Tag eine Seite lese, dann weiß ich, dass ich das Buch durchlesen werde!
Aber wenn ich jeden Tag lerne heißt dass noch lange nicht, dass ich die Prüfung bestehen werde. Wisst ihr was ich meine?

Und ich weiß, dass ich früher viel aufgegeben habe!! Vielleicht kennt ihr das! Und es hat mein Selbstbild sehr negativ geprägt, ich will auf keinen Fall etwas anfangen und dann abbrechen! Aber was soll ich überhaupt machen!?


Vielleicht erkennt sich jemand in dem Wirr-Warr etwas. Oder auch nicht. Dann bin ich vielleicht tatsächlich anders =).

Gruß.