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Diskutiere im Thema Workaholic? wegen/trotz/mit/ohne ADHS / ADS im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 16

    Workaholic? wegen/trotz/mit/ohne ADHS / ADS

    Hi Leute,

    bin noch recht neu hier im Forum und auch in der ganzen ADHS "Branche", versuche viel zu lesen und mich und die Welt zu verstehen.

    Als kurze Einführung, bin jetzt 27 und seit kurzem in der Ausbildung. Davor habe ich eher erfolglos studiert - mittlerweile würde ich sagen, dass es nicht daran gelegen hat, dass ich die Sachen nicht verstanden habe, sondern dass ich einfach noch zu viele andere Sachen auf dem Zettel hatte und auch immernoch habe (z.B. Hobbyhandwerk was jetzt zu einem Beruf wird/werden kann, Musik - (leider) nicht als Beruf aber durchaus mit ernsten Gedanken, Fahrrad und FAhrradreisen.....).
    Jetzt ist durch die Ausbildung das Leben strukturierter und ich habe einen durchaus vollen Timetable.
    Folgendes "Problem" stelle ich jetzt an mir fest: wenn ich frei habe, möchte ich nicht einfach das Leben genießen, sondern nehme mir vor, möglichst weiter voran zu kommen. Da sind Sachen der oben genannten Hobbys, ein Bau- und Bastelprojekt für das ich mich in AutoCAD einfuchsen will, zwei Bands die jede Woche proben wollen und der übliche Kram wie Haushalt, Besorgungen und so weiter.

    Es ist dabei nicht wirklich so, dass ich mich dazu zwingen muss, diese Sachen auszuüben. Sicher lenke ich mich gerne auch im Internet ab und lese was mich gerade so interessiert bis es dann schon wieder Schlafenszeit ist. Aber eigentlich will ich immer etwas machen und gemacht haben. Ich brauche quasi den Erfolg, etwas getan zu haben um zufrieden mit dem Tag zu sein. Es macht mich einfach glücklich, wenn ich etwas erledigt oder gemacht habe.

    Ausflüge, Freunde treffen oder Ähnliches rutscht dabei zunehmends auf das Abstellgleis, weil ich es oft langweilig finde, seine Zeit mit solchen Dingen zu verbringen.

    Ich frage mich gerade, ob ich zu einem Workaholic geworden bin und ob ich da aufpassen müsste. Gleichzeitig stünde dies aber in einem sehr ironischen Gegensatz zu meinem Status, da ich zwar hier und da einiges kann, gesellschaftlich aber eigentlich nichts vorzuweisen habe - keine fertige Ausbildung, kein Studium, keine Berufserfahrung. Das Problem war also bisher eher, nicht genug für den Beruf getan zu haben...


    Merkwürdiges Gefühl, teilt jemand meine Erfahrungen?

    Gruß, Kris

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.252

    AW: Workaholic? [wegen/trotz/mit/ohne AD(H)S]

    ja, das kommt mir bekannt vor.

    was mich wundert. weiß nicht ob es da einen zusammenhang gibt: ich habe das gefühl seit dem ich MPH nehme ist dieser aspekt sogar schlimmer geworden.

    Während der Arbeit habe ich Gelegentheit im Hyperfokus zu programmieren.
    Seit den MPH versuche sogar zu Hause nach Feierabend oder am Wochenende daran weiterzumachen.

    Ich freue mich, wenn etwas fertig ist und gelingt, ich dafür womöglich noch Anerkennung bekomme.

    Anderseits sehne ich mich auch nach den freundlichen lieben Menschen mit denen ich spannende Themen erötern könnte. Wobei ich das schon schwieriger finde, so etwas hinzubekommen, und noch schwieriger die richtigen Menschen erstmal kennenzulernen.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.252

    AW: Workaholic? [wegen/trotz/mit/ohne AD(H)S]

    hm dieses workaholic-gefühl nervt mich langsam.

    ich bekomme jetzt zwar mehr geschafft auf der arbeit, toll, doch dann bin ich so im flow, dass ich wichtige andere dinge, wie fitness, nicht mache ...


    muss ich mir hinter die ohren schreiben, dass ich morgen dran denke.

    wem geht das noch so? beruflich arbeitsamer seit mph? dadurch weniger zeit für privates?

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Workaholic? [wegen/trotz/mit/ohne AD(H)S]

    Ich denke, dass da verschiedene Probleme aufeinander treffen:

    ADHSlern fällt es grundsätzlich schwer sich zu strukturieren. Ein sehr eng gesteckter zeiticher Rahmen hilft daher, Dinge auf die Reihe zu kriegen. Bei mir ist es so, dass ich erst dann in die Gänge komme, wenn die Zeit langsam knapp wird. Je mehr Termine ich also habe, desto weniger Zeit habe ich für die einzelnen Tätigkeiten, d.h. ich kann gar nichts aufschieben, sondern muss es sofort erledigen. Anders geht es nicht. Dadurch kriege ich auch mehr gebacken.
    Die äußere Struktur ersetzt also bei mir die fehlende innere Struktur.

    Das Problematische an der Sache ist allerdings, dass ich so kaum Pausen habe. Ich muss ja ständig was machen, denn wenn ich nichts mache, laufe ich Gefahr "zu versacken" und nicht wieder anfangen zu können.
    Mir fehlen da einfach die Grenzen. Ich kenne nur das "Alles-oder-nichts"-Prinzip.

    Jetzt könnte man meinen, dass ich so ja unglaublich viel geschafft kriege. Aber Pustekuchen. Oft drehe ich mich einfach nur im Kreis. Oder ich erledige Dinge, die jetzt eigentlich nebensächlich sind. Durch unseren gestörten Stoffwechsel benötigen wir das Gefühl von Aktivität um in die Gänge zu kommen und zufrieden und glücklich zu sein. Bei mir nenne ich das blinden Aktionismus. Ich mache einfach irgendwas, damit ich was zu tun habe und beschäftigt bin.

    Dazu kommt, dass es mir sehr schwer fällt, Aufgaben und Tätigkeiten zu unterbrechen. Wenn ich eine Mail schreibe und die Kollegen essen wollen, dann kriege ich die Krise. Ich muss dann einfach die Mail fertig schreiben, auch wenn das noch eine Stunde dauert. Ich kriege es nur schwer hin, von einer Aufgabe zu anderen zu wechseln.

    Diese Dinge haben sich über die Jahre gefestigt. D.h. dass meine Verhaltensweisen unter Medikamenteneinfluss größtenteils noch vorhanden sind.
    Das "alles-oder-nichts"-Prinzip kann durch Medikamente verschärft werden. Denn jetzt können wir konzentriert am Stück arbeiten. Und das machen wir dann auch. Aber dadurch, dass wir nie gelernt haben, wo unsere Grenzen liegen, laufen wir Gefahr über unsere eigene Belastungsgrenze hinaus zu gehen. Burnout ist da vorprogrammiert!

    Dazu kommt bei mir dann oft noch, dass ich jetzt allen zeigen möchte, was ich kann. Dahinter steckt der Wunsch nach Anerkennung, die ich nie wirklich bekommen habe. Und so neige ich dazu mich zu überarbeiten, um diese Anerkennung zu bekommen.

    Daher ist es wichtig, sich umfassend über die ADHS-Symptomatik zu informieren und gegebenenfalls eine Psychotherapie zu machen.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Workaholic? [wegen/trotz/mit/ohne AD(H)S]

    hi Fliegenpilz,

    sehr interessante Sachen die du da schreibst. Auf ein paar würde ich gerne auch noch mit etwas mehr Zeit eingehen, aber jetzt muss ich erst mal schafen gehen.

    Daher zunächst erstmal die Frage: was meinst du mit einem gestörten Stoffwechsel? Kannst du dazu mehr sagen?


    Gruß, Kris

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