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Diskutiere im Thema Jura Studium mit ADS im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #41
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Jura Studium mit ADS

    Nochmal danke für eure Kommentare. Ich weiß gar nicht auf welchen Punkt ich zuerst eingehen möchte.

    Ich glaube mittlerweile ein oder zwei Ursachen bei mir selber zu sehen.

    Punkt 1: Bewegung. Ich glaube, dass ich mich vor dem Frühstück erstmal auspowern sollte, bevor es an die Arbeit geht - sprich
    joggen gehen. Werde das jetzt mal die Tage in Angriff nehmen.

    Punkt 2:
    Bassai Dai schreibt:
    Wenn du immer so müde wirst, dass du gar nicht weiter machen kannst, und dich sogar hinlegen musst, würde ich die Ursache mal wo anders als bei Jura suchen.
    Ja auch das wird mit ein Grund sein. Denn das MPH hat natürlich die Selbstwahrnehmung gesteigert, was natürlich auch unangehneme Gefühle ausschwemmen kann. Da ich jedoch momentan keine AD nehme, wird sich das mit Sicherheit auch
    in der Motivation niedergeschlagen haben. Somit bleibt also zu diskutieren, ob zur Stabilisation eine Kombination mit AD wieder in Betracht zu ziehen ist.

    Beste Grüße

  2. #42
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Jura Studium mit ADS

    der87 schreibt:
    Ja auch das wird mit ein Grund sein. Denn das MPH hat natürlich die Selbstwahrnehmung gesteigert, was natürlich auch unangehneme Gefühle ausschwemmen kann. Da ich jedoch momentan keine AD nehme, wird sich das mit Sicherheit auch
    in der Motivation niedergeschlagen haben. Somit bleibt also zu diskutieren, ob zur Stabilisation eine Kombination mit AD wieder in Betracht zu ziehen ist.
    Ehrlich gesagt (aber das kommt von jemandem der nie auf MPH eingestellt worden ist, d.h. take it with a grain of salt - wie sagt man das auf Deutsch?):
    Dein "Lernproblem" - Unlust, du wirst müde, es flutscht überhaupt nicht - haben 99.999% aller Jurastudenten. Ich wäre vorsichtig mit dem Gedanken da mit Medikamenten draufzuknallen, so lange dein Problem nicht wirklich 100% adhs-hafte Unruhe ist. MIt Sachen zu kommen wie "ohne ADHS denke ich über meine Gefühle nach, also nehm ich das lieber weiter", da wäre ich irgendwie skeptisch.

    Vielleicht hab ich dich da ja auch falsch verstanden.

    Edit: Guck doch mal in meinen Erstpost - http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...tml#post254488. Ich schreibe wahrscheinlich viel Müll zum Thema ADHS (damit kenne ich mich wie gesagt gar nicht aus) und generell zu lange Texte; mir geht es nur um das was ich ganz am Ende geschrieben habe (nach momentanem Stand des Threads ^.^), dass man die ganze ADHS-Sache auch mit etwas Vorsicht betrachten muss (wiederum: ohne dass ich definitive Antworten hätte). Insbesondere sehe ich bei mir persönlich auch einen crossover zu Burnout; WENN das bei dir auch so ist, würde ich als erstes versuchen mit Anti-Burnout-Tipps gegenangehen und nicht mit Medikamenten. Nur so ein Gefühl, kannst du ja anders sehen.

    Edit: OK, ist jetzt nicht mehr das Ende des Threads... sorry. Der ganze Thread ist mir irgendwie viel zu lang geraten (leider sehr typisch für mich)...
    Geändert von repters (15.08.2012 um 00:20 Uhr)

  3. #43
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 96

    AW: Jura Studium mit ADS

    @repters:Ist nicht gemein.... Lass ich jetzt aber so...

  4. #44
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Jura Studium mit ADS

    repters schreibt:
    Vielleicht hab ich dich da ja auch falsch verstanden.
    .
    Hallo repters,

    ich beschreibe mal meinen letzten Satz ausführlicher, damit du es gut nachvollziehen kannst. Es ist bei vielen ADSlern, die das erste mal in ihrem Leben mit MPH in Berührung kommen,
    meist eine Art "Aha-Effekt" festzustellen, das Gedankenwirrwarr verschwindet, es herrscht "innere Ruhe", aus einem Gedankengewitter werden einzelene klare Gedankengänge.
    Im Erwachsenenalter kommt eine AD(H)S jedoch meist noch ohne Komorbitäten daher, weil sich im Laufe des Lebens, meist durch die AD(H)S, eine Menge angehäuft hat.
    Dazu zählen z.B. Persönlichkeitssörungen, Depressionen, Dissoziationen usw....

    Verkompliziert wird die Sache noch durch die sog. "Dissoziationen" die Gefühltechnisch manchmal gar nicht so leicht von "Depressivität" zu trennen ist.
    (Dazu gibt es hier ebenfalls einen feinen Thread im Forum.)
    Vor meiner und auch anfangs noch wärhend meiner Einstellung auf MPH bekam ich auch noch Antidepressiva, weil dies jedenfalls im Vorfelde
    meine Komorbität war. Diagnostisch und auch gefühltechnisch waren die AD irgendwann jedoch nicht mehr notwendig.

    Allerdings - nun dürfte mein Satz dir einleuchten - steigert MPH die Selbstwahrnehmung in dem Sinne, dass bestimmte Verküpfungen im Gehirn, die eventuell vorher etwas
    abgekoppelt voneinander waren, wiederhergestellt werden. In der Folge "sehen" wir bestimmte Dinge unserer Vergangenheit und Gegenwart etwas anders, sehen unsere
    Fehler und was wir anders gemacht hätten. Teilweise "schwämmen" auch bestimmte Emotionen oder Informationen einfach mal an die "Oberfläche", so dass wir sie
    ebenfalls auf einmal wahrnehmen. All dies kann in die Kategorie "Dissoziation" fallen.

    Was die Kombination mit Antidepressiva angeht, so kann es ja eben sein, dass durch die "andere Beurteilung der Dinge", sich wieder depressive Symtome einstellen, so dass
    es wichtig sein kann, diese etwas zu "harmonisieren". Das ist durchaus üblich in der Behandlung von ADS.



    Beste Grüße

  5. #45
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Jura Studium mit ADS

    der87 schreibt:
    Ja auch das wird mit ein Grund sein. Denn das MPH hat natürlich die Selbstwahrnehmung gesteigert, was natürlich auch unangehneme Gefühle ausschwemmen kann. Da ich jedoch momentan keine AD nehme, wird sich das mit Sicherheit auch
    in der Motivation niedergeschlagen haben. Somit bleibt also zu diskutieren, ob zur Stabilisation eine Kombination mit AD wieder in Betracht zu ziehen ist.
    Was ich natürlich ebenfalls immer im Hinterkopf habe ich natürlich die große Hürde das Studium überhaupt zu meistern, was natürlich eine Hemmschwelle sein könnte.
    Ich habe mal zwei deiner Aussagen herausgegriffen, die meiner Meinung nach Teile deines Lernproblems sein könnten.

    Dass sich durch MPH oder andere ADHS-Medikamente die Selbstwahrnehmung verbessert, ist klar.
    Dazu kommt aber noch der "Trauer"-Prozess, der sich an die ADHS-Diagnose anschließt.

    Man sieht dann erstmal, was man alles verbockt hat, was man nicht hinbekommen hat und was durch eine frühere Diagnose vermeidbar gewesen wäre. Das muss man erstmal verarbeiten. Dieser Schritt ist sehr wichtig, damit man die Diagnose ADHS annehmen kann.
    Dieser Schritt ist aber auch sehr schwer und sehr emotional. Wenn einen das zu sehr mitnimmt und wenn man in eine Depression abzurutschen droht, dann sind AD sicher sinnvoll. Aber auch mit AD muss man die eigene Vergangenheit aufarbeiten. Man muss diesen Trauerprozess durchlaufen. AD können einem diese Arbeit nicht abnehmen.
    Eine Psychotherapie kann hier helfen. Außerdem ist es nützlich, wenn man sich ausführlich über ADHS und die damit verbundenen Einschränkungen informiert. Eine Selbsthilfegruppe oder aber auch das Treffen und der Austausch mit anderen ADHS Chaoten kann hilfreich sein.

    Wenn du dein Studium als Hürde siehst und das immer im Hinterkopf hast, kann es sein, dass dich das blockiert und eventuell hat sich das schon zu einer Art Versagensangst ausgewachsen. Kann sein, muss aber nicht.
    Da wäre eine Psychotherapie sehr sinnvoll, in der an dieser Thematik gearbeitet wird.

    Zum Lernen generell:
    Wie lernst du am Besten? Alleine oder in einer Gruppe? Helfen dir Lerngruppen? (Ich habe in der Lerngruppe selber eher weniger gelernt, habe aber sehr davon profitiert, dass wir in meinen Lerngruppen gemeinsam einen Zeitplan ausgearbeitet haben und dass wir immer festgelegt haben, was wir alle bis zum nächsten Ma gemacht haben. Diese Art der Verbindlichkeit brauche ich.)

    Ich kann im Sitzen auch nicht lange lernen. Da schlafe ich ein oder fange an zu träumen. Aber man muss ja nicht sitzen. Lesen und schreiben geht auch im Stehen. Ich laufe auch viel auf und ab. Einer meiner Freunde hat immer sehr lange Spaziergänge gemacht, wenn er gelernt hat. Der hatte den Stoff auf Karten zusammengefasst und hat die während des Gehens gelernt.

    Ich kann (abhängig vom Fach) in Cafés besser lernen. Da darf dann nicht zuviel los sein, aber so ein moderater Geräuschpegel hilft mir, konzentiert zu bleiben. Musik hilft da auch.

    Als ADHSler musst du andere Wege finden wie du lernst. Du wirst eher wenig Erfolg haben, wenn du so lernst, wie alle anderen.

  6. #46
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Jura Studium mit ADS

    Ich verstehe was ihr sagt, ich habe Respekt vor dem Ansatz (der bestimmt intelligent ist). Ich sage nur auch - und ich kenne mich gut: Ich hab MPH schon drei mal genommen, es hat mich ziemlich sediert. Und ja, das würde auch Lern/Konzentrationsprobleme lösen bei mir. Aber eigentlich ist Sedierung nicht das was ich mir als "Lösung" für mein Leben vorstelle.

    Ich bin mir recht sicher dass ich ADHS "habe" inzwischen - zumal ich anscheinend genau so auf MPH anspreche, wie es bei ADHSlern wirken soll, wenn ich auch bisher noch eine Übergangsphase habe in der mich die Wirkung ziemlich erschreckt (ist aber glaube ich für mich normal/war vorhersehbar, denn ich kenne mich gut und beobachte mich viel und meine Persönlichkeit ist mir wichtig) und dann finde ich die Wirkung 10 Minuten lang scheiße und eben nur sedierend und hadere ein bisschen mit dem Zeug. Nach den zehn Minuten habe ich mich dann daran gewöhnt und es ist wieder ok. Ich bin mir auch recht sicher, dass ADHS die "richtige" Diagnose ist für mich statt der ganzen verwandten Gedanken/Sachen/Krankheitsbildern die hier so rumfliegen (bipolar, Depression, Dissoziation, Burnout etc.). JA: Da habe ich wohl eine physische Besonderheit, eine physische Disposition. Eine "Krankheit".

    Ich bin mir nur AUCH sicher, dass sich mein Problem auch psychologisch lösen ließe. Mein Leben würde glaube ich trotz/mit ADHS wesentlich besser funktionieren, wenn ich lerne mein Leben mal ein bisschen anders zu sehen. Momentan leide ich, glaube ich, schon lange unter etwas das ich mal als "Drama vom begabten Kind" bezeichnet gelesen hab - dass man gelernt hat, dass man Liebe verdient für Leistung/bestimmtes Verhalten, und daraus später ein gewisser Stress resultiert und eine Unfähigkeit sich richtig fallen zu lassen.

    Nicht falsch verstehen: Ich will das Krankheitsbild ADHS weder für euch noch für mich "demontieren". Ich meine das gar nicht dogmatisch. Ich meine es praktisch: Wenn ich mich ruhig und sicher fühle, weil ich mal den ganzen Stress, den Selbsthass der sich bei mir bei der Arbeit manchmal auch aufbaut, das sich-selbst-in-die-Fresse-schlagen damit man weiterarbeiten und sich weiterstressen kann, damit man "Elite"-Leistungen bringen kann um "was wert zu sein" (was ich NIE so sagen würde, ich würde den Gedanken sofort dekonstruieren, aber vielleicht funktioniere ich innerlich leider ganz extrem so), wenn ich das mal wegschieben kann, meine Freundin mich in den Arm nimmt, ich die süße Katze streichel die manchmal in deren Garten rumläuft - dann sind die ADHS-Symptome fast immer komplett weggezaubert. Dann ist mein Gefühl für Müdigkeit wieder da, dann habe ich wieder eine viel größere Ruhe, eine größere range von Emotionen.

    Es ist nur für mich eben auch sehr schwer, an diesen "Ort" zu kommen. Dafür kann ich ja nicht einfach "X" machen - zB mir aufschreiben: Katze streicheln scheint zu helfen, aha, dann streichel ich ab jetzt jeden morgen 10 Katzen direkt nach dem Frühstück - hmmm, gibt es da einen Anbieter für? So funktioniert das natürlich nicht. Man kann nicht die äußere Handlung mechanisch wiederholen und einfach warten dass der Effekt kommt. Wenn man so rangeht, läuft man mE immer nur kurzen Linderungen hinterher die sich dann abnutzen.

    Es ist eben auch eine innere Haltung, ein Prozess dass man Angewohnheiten ein Stück weit ablegt, die einfach eigentlich tief sitzen, zu denen man nur schwer Zugang bekommt.
    Geändert von repters (16.08.2012 um 03:54 Uhr)

  7. #47
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Jura Studium mit ADS

    Fliegenpilz schreibt:
    Dazu kommt aber noch der "Trauer"-Prozess, der sich an die ADHS-Diagnose anschließt.
    Man sieht dann erstmal, was man alles verbockt hat, was man nicht hinbekommen hat und was durch eine frühere Diagnose vermeidbar gewesen wäre. Das muss man erstmal verarbeiten. Dieser Schritt ist sehr wichtig, damit man die Diagnose ADHS annehmen kann. Dieser Schritt ist aber auch sehr schwer und sehr emotional. Da wäre eine Psychotherapie sehr sinnvoll, in der an dieser Thematik gearbeitet wird.
    Sehr richtig. Phsychotherapie ist bei mir schon eine ganze Weile ein wichtiges Standbein geworden. Es ist nicht immer leicht
    mit diesem "Trauer-Prozess" umzugehen. Interessanterweise kann ich vieles durch "Aktivität" kompensieren. Allerdings
    ist lernen ja so ziemlich das Gegenteil von aktiv. Vielleicht wäre es ja wirklich eine gute Idee im Café oder Spazieren zu
    lernen.

    Fliegenpilz schreibt:
    Wie lernst du am Besten? Alleine oder in einer Gruppe? Helfen dir Lerngruppen? (Ich habe in der Lerngruppe selber eher weniger gelernt, habe aber sehr davon profitiert, dass wir in meinen Lerngruppen gemeinsam einen Zeitplan ausgearbeitet haben und dass wir immer festgelegt haben, was wir alle bis zum nächsten Ma gemacht haben. Diese Art der Verbindlichkeit brauche ich.)

    Ich kann im Sitzen auch nicht lange lernen. Da schlafe ich ein oder fange an zu träumen. Aber man muss ja nicht sitzen. Lesen und schreiben geht auch im Stehen. Ich laufe auch viel auf und ab. Einer meiner Freunde hat immer sehr lange Spaziergänge gemacht, wenn er gelernt hat. Der hatte den Stoff auf Karten zusammengefasst und hat die während des Gehens gelernt.
    Ich lerne am Besten alleine. Gruppen sind bis eher nicht so vielversprechend gewesen. Verbindlichkeiten oder Verpflichtungen
    sind eine gute Idee. Ich finde auch wichtig das Belohnungssystem zu nutzen. Z.B. haben mir meine Eltern eine kleine
    Belohnung zugesagt, wenn ich eine Übungsklausur bestehen würde. Allerdings hat mich das so recht noch nicht angetrieben.

    Vermutlich ist es nochmalm sinnvoll über das Thema "Versagungsängste" mit dem Therapeut zu sprechen. Vielleicht
    "schlummert" ja gerade so eine "Blockade" im Hinterkopf.

    Die Idee mit im "Stehen" lernen finde ich ja mal super! Darauf bin ich noch gar nicht gekommen! Wenn ich dann nicht
    einschlafe, wäre das ja schon mal ein Gewinn, oder?

    Ich hoffe ich kann in der nächsten Zeit einiges davon umsetzen. Danke schonmal!

    Viele Grüße

  8. #48
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Jura Studium mit ADS

    repters schreibt:
    Ich bin mir recht sicher dass ich ADHS "habe" inzwischen - zumal ich anscheinend genau so auf MPH anspreche, wie es bei ADHSlern wirken soll, wenn ich auch bisher noch eine Übergangsphase habe in der mich die Wirkung ziemlich erschreckt (ist aber glaube ich für mich normal/war vorhersehbar, denn ich kenne mich gut und beobachte mich viel und meine Persönlichkeit ist mir wichtig) und dann finde ich die Wirkung 10 Minuten lang scheiße und eben nur sedierend und hadere ein bisschen mit dem Zeug. Nach den zehn Minuten habe ich mich dann daran gewöhnt und es ist wieder ok. Ich bin mir auch recht sicher, dass ADHS die "richtige" Diagnose ist für mich statt der ganzen verwandten Gedanken/Sachen/Krankheitsbildern die hier so rumfliegen (bipolar, Depression, Dissoziation, Burnout etc.). JA: Da habe ich wohl eine physische Besonderheit, eine physische Disposition. Eine "Krankheit".
    Es gibt ja nicht nur MPH, das man gegen ADHS nehmen kann. Wenn du mit diesem Medikament nicht klar kommst, hast du ja noch andere Optionen. Und außerdem dauert das Finden der optimalen Dosis und Verteilung über den Tag eine Weile.
    Ich selber nehme z.B. kein MPH, sondern Elontril und komme damit sehr gut klar. Ich bin weder sediert noch hat sich meine Persönlichkeit verändert. Mir hilft es gegen meine ADHS Symptome, hauptsächlich die Impulsivität und die Hyperaktivität.

    Ich meine es praktisch: Wenn ich mich ruhig und sicher fühle, weil ich mal den ganzen Stress, den Selbsthass der sich bei mir bei der Arbeit manchmal auch aufbaut, das sich-selbst-in-die-Fresse-schlagen damit man weiterarbeiten und sich weiterstressen kann, damit man "Elite"-Leistungen bringen kann um "was wert zu sein" (was ich NIE so sagen würde, ich würde den Gedanken sofort dekonstruieren, aber vielleicht funktioniere ich innerlich leider ganz extrem so), wenn ich das mal wegschieben kann, meine Freundin mich in den Arm nimmt, ich die süße Katze streichel die manchmal in deren Garten rumläuft - dann sind die ADHS-Symptome fast immer komplett weggezaubert. Dann ist mein Gefühl für Müdigkeit wieder da, dann habe ich wieder eine viel größere Ruhe, eine größere range von Emotionen.
    Das ist bei mir nicht so. Ich habe die ADHS Symptome auch dann, wenn ich mich sicher fühle und alles in Ordnung ist. Ein Leben ohne ADHS Symptome kenne ich ohne Medikamente gar nicht. Und auch mit Medikamenten sind nicht alle Symptome komplett weg.

  9. #49
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Jura Studium mit ADS

    der87 schreibt:
    Ich finde auch wichtig das Belohnungssystem zu nutzen. Z.B. haben mir meine Eltern eine kleine
    Belohnung zugesagt, wenn ich eine Übungsklausur bestehen würde. Allerdings hat mich das so recht noch nicht angetrieben.
    Man geht davon aus, dass bei ADHS, das Belohnungs- und Motivationssystem im Gehirn gestört ist. Russell Barkley, ein rennomierter ADHS-Forscher nennt das Zeitblindheit.
    Ein ADHSler lebt im Hier und Jetzt. Dinge, die in der Zukunft liegen, spielen für ihn eine untergeordnete Rolle. Daher fällt es uns so schwer uns für weit entfernte Ziele zu motivieren. Wir kommen erst dann aus dem Quark, wenn wir das Ziel direkt vor den Augen haben, wenn es für uns zeitlich greifbar ist.
    Eventuell würde es dir mehr helfen, wenn deine Eltern dich jeden Tag mit etwas belohnen würden. Diese "aufgeschobene" Belohnung, die sie dir jetzt anbieten, ist leider für dich als ADHSler nicht hilfreich.

    Russell Barkley hat einige Vorträge gehalten, die du bei Youtube findest. Mir hat es sehr geholfen zu verstehen, was hinter meiner mangelnden Fähigkeit der Selbstmotivation steckt.

    Er hat außerdem ein Buch für erwachsene ADHSler geschrieben, das es mittlerweile auch auf Deutsch gibt: http://www.amazon.de/Das-gro%C3%9Fe-...5130276&sr=8-1

    Ich kann das Buch nur empfehlen.

    Außerdem hat mir persönlich Nancy Rateys Selbstcoachingbuch sehr geholfen im Alltag besser klarzukommen. Ich habe mittlerweile verschiedene Strategien entwickelt, mit denen ich einige meiner ADHS Probleme gut im Griff habe. Z.B. nutze ich einen Timer gegen mein mangelndes Zeitgefühl und die Ablenkbarkeit.

    Viele unterschiedliche und außergewöhnliche Strategien für den Alltag mit ADHS beschreiben Kathleen Nadeau und Judith Kohlberg in ihrem ADHS-Buch beschrieben.

    Ich habe gerade nicht viel Zeit, würde gerne mehr schreiben, da ich mittlerweile mein zweites Studium begonnen habe (eines habe ich schon halbwegs erfolgreich hinter mich gebracht) und weil mir jetzt langsam klar wird, was ich anders machen muss und wie ich anders besser lerne.

  10. #50
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Jura Studium mit ADS

    Fliegenpilz schreibt:
    Man geht davon aus, dass bei ADHS, das Belohnungs- und Motivationssystem im Gehirn gestört ist. Russell Barkley, ein rennomierter ADHS-Forscher nennt das Zeitblindheit.
    Ein ADHSler lebt im Hier und Jetzt. Dinge, die in der Zukunft liegen, spielen für ihn eine untergeordnete Rolle. Daher fällt es uns so schwer uns für weit entfernte Ziele zu motivieren. Wir kommen erst dann aus dem Quark, wenn wir das Ziel direkt vor den Augen haben, wenn es für uns zeitlich greifbar ist.
    Eventuell würde es dir mehr helfen, wenn deine Eltern dich jeden Tag mit etwas belohnen würden. Diese "aufgeschobene" Belohnung, die sie dir jetzt anbieten, ist leider für dich als ADHSler nicht hilfreich.
    Danke für den Hinweiß. Das mit dem Belohnungssystem war mir bekannt, deswegen ja meine Idee. Aber mir wird jetzt offensichtlich, dass sie tatsächlich etwas zu "aufgeschoben" ist.
    Besser wäre ja vielleicht eher das "Anfangen" mit "irgendwas" zu belohnen, oder? Das wäre ja dann nicht so "weit weg".

    Die Buchtipps sind eine gute Idee. Ich schau mal, ob's auch kostenlose Ausschnitte bei Google Books gibt.

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