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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 79

    Bewerbungen: ADHS ansprechen oder nicht ??

    So, ich bin mal wieder auf Arbeitssuche...

    Nach über 100 Absagen mache ich mir langsam Gedanken.

    Häufig kommt natürlich die Fragen; weshalb Studium abgebrochen, weshalb so viele Job/Firmenwechsel.

    ADHS würde natürlich einiges davon begründen. Erwähnt habe ich es bisher noch nie. Doch ich frage mich, ob das mal ein Versuch wert ist.
    Der Gedanke dahinter ist, falls es mit dem Job klappt, wär das ein riesiger Vorteil, wenn Die Leute schon mal wissen woran sie sind.

    Andererseits sehe ich ein grosses Risiko, dass man dann erst recht keinen Job kriegt, weil ja alle nach dem angepassten Ja-Sager suchen.

    Habt Ihr Erfahrung darin ?
    Habt Ihr schon mal beim Vorstellungsgespräch erwähnt, dass Ihr ADHS habt ? Wie waren die Reaktionen ?

    LG dan

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Bewerbungen: ADHS ansprechen oder nicht ??

    Hm. Das ist bestimmt ein Risiko aber vielleicht eins dass es Wert ist. Ich würd mal sagen das hängt vom Job und von den Arbeitgebern ab. Vor allem solltest du sehr gut, sehr knapp und auch für Laien verständlich begründen können warum ADHS speziell bei diesem Job nicht "schlimm" oder sogar von Vorteil ist.
    Geändert von Wildfang (20.12.2011 um 14:34 Uhr)

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 457

    AW: Bewerbungen: ADHS ansprechen oder nicht ??

    Du brauchst bei der Bewerbung keine Krankheit zu erwähnen, es sei denn, sie hat direkt mit der Stelle zu tun, um die Du Dich bewirbst. (Beispiele: Arbeit mit Lebensmitteln lässt sich nur schlecht bei chronischen Hauterkrankungen an den Händen vereinbaren; Kraftfahrer mit Epilepsie geht auch nicht.)

    Der Personaler darf Dich auch nicht danach fragen. Tut er es dennoch, darfst Du lügen.

    Der Arbeitgeber will einen funktionsfähigen Arbeitnehmer, so bitter es klingt - Du würdest auch kein Auto kaufen, bei dem Dir der Verkäufer erzählt: "Bei dem setzt alle 3.000 km der Motor aus…"

    Für Wendungen im Lebenslauf gibt es doch recht viele Gründe. Das Studium hast Du abgebrochen, weil Du…
    …einen Job gefunden hast, der Dich begeistert hat
    …zwischendurch festgestellt, das falsche Fach gewählt zu haben
    …materiell auf eigenen Füßen stehen wolltest
    …die Familienplanung Vorrang hatte

    - oder was auch immer die Ursache war. Es gab doch eine Ursache dafür, oder? Wie es seit 2.000 Jahren so schön heißt: "Die Wahrheit macht euch frei". Führ sie Dir selbst vor und überlege, wie Du sie, ggf. leicht abgewandelt, dem fragenden Mitmenschen darstellen kannst, und zwar so, dass sie zu Deinem Vorteil ausfällt. So schwer ist es nicht. Macht Werbung und Politik jeden Tag. Hauptsache Du kannst es plausibel begründen und die Antworten auf mögliche Fragen verinnerlicht hast.

    Das Gleiche gilt für Jobwechsel. Schau Dir die Zeugnisse an… und handle danach. Wurdest Du gekündigt, dann gab es vielleicht einen Auftragsengpass in der Firma, Führungswechsel, was weiß ich. Hast Du gekündigt, musst Du auch sagen, warum. (In diesem Fall bitte nicht mit "Geld" oder "Besseren sozialen Leistungen" argumentieren!) Jeder Mensch darf sich mal irren, eine falsche Wahl treffen.

    Glatt gekämmte, lückenlose Lebensläufe vom Typ "Schule-Ausbildung-Praktikum-Einstellung-Rente" kommen zwar auch heutzutage vor, aber doch recht selten. Ein Arbeitsplatz fürs Leben ist nicht mehr so selbstverständlich wie bei meinen Eltern (oder Deinen Grosseltern… *g*).

    Steh einfach zu den Wendungen im Deinem Lebenslauf und mach sie zum Vorteil statt zum Nachteil. Auch falls Du mal zwischendurch ohne Job warst, da hast Du Computerkenntnisse vertieft (musst ja nicht sagen, dass Du WoW gespielt hast), Spanisch gelernt (Grundkenntnisse), Hauptsache nicht "arbeitslos".

    Ich empfehle immer gern Anders bewerben - Tipps vom Bewerbungshelfer - da hab ich mein Superwissen zum großen Teil auch her

  4. #4
    cam


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 255

    AW: Bewerbungen: ADHS ansprechen oder nicht ??

    Meiner Ansicht nach kannst du dabei nur zwei Extreme wählen. Entweder, du verschweigst es komplett (meine bevorzugte Lösung) oder du lässt es als Behinderung anerkennen und besorgst dir einen Behindertenausweis (geht zumindest teoretisch). Laut Sozialgesetz muss ein Unternehmen eine bestimmte Behindertenquote haben und die erreichen die meisten bei weitem nicht. Eine Bewerbung von einem Behinderten wird also generell wohlwollend betrachtet - dies gilt zumindest für große Unternehmen.

    Ansonsten: Finger davon! Denn für den Personaler sagst du damit ganz überspitzt: Ich hab eine Krankheit, wegen der ich in der Vergangenheit immer wieder versagt habe. Da wird sich der Personaler doch denken: Prima, der wird ja dann wegen der Krankheit auch in Zukunft immer versagen, da lass ich um Himmels willen die Finger davon! Vor allem weiß0t du nicht, was dir da für ein Mensch gegenüber sitzt. Wenn du dann noch jemanden hast, der schlecht informiert ist und von ADS nur die Horrorgeschichten kennt (und von der Sorte gibts genug!) dann hast du schon total verspielt.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Bewerbungen: ADHS ansprechen oder nicht ??

    Also ich würde es auch erstmal lassen, wenn du die Stelle bekommst und gut mit dem Chef klar kommst kannst du , falls Probleme auftreten, immer noch darüber sprechen. Hab da leider (wie wohl fast alle hier) ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht und meine letzte Praktikumsstelle verloren ohne das ich gefragt wurde was ist, naja habs es dann von mir aus erklärt und durfte mir was neues suchen. In der neuen Einrichtung weiß niemand davon. Werde es auch so lange verschweigen wie es geht.JA denn auch in Sozialeinrichtung gibt es viele Vorurteile gegenüber ADS. Und wenn es in dem Bereicht schon ist kann man wohl kaum erwarten, dass "Ottonormalbürger" überhaupt ansatzweise eine Ahnung davon hat.
    Falls du ein Vorstellungsgespräch hast, sei möglichst selbstbewusst und zeig was du kannst, steh zu dir. Aber das heißt nicht gleich alle Karten auf den Tisch zu legen.

    naja villeicht hilft es ja ein bisschen

    Liebe Grüße McTwisp

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Bewerbungen: ADHS ansprechen oder nicht ??

    Hmmm also ob ich dem ADHS so offensiv sein würde beim Vorstellungsgespräch NEIN. Ich habe eine Schwerbehinderung von Geburt an (habe einen Spasmus im rechten Bein) und auch einen Schwerbehindertenausweis. Ich habe dies beim Anschreiben immer Angegeben und war bei denn Vorstellungsgesprächen doch recht offen,

    Das Ende vom Lied: Hatte 9 Vorstellungsgespräche: 2 waren nicht so gut 6 waren super gut gelaufen und am Ende habe ich Absagen bekommen. Das Krankenhaus wo ich jetzt bin war das egal bzw sie haben mir zu verstehen gegeben das dort auch Schwerbehinderte sind die eine Ausbildung zum Krankenpfleger machen.


    Fazit trotz meiner Behinderung und 2 Jahre Pflegeerfahrungen und guten Beurteilungen haben sich 90 % der Kliniken nicht getraut bzw mir ekine Chance gegeben

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 237

    AW: Bewerbungen: ADHS ansprechen oder nicht ??

    Hallo zusammen,

    aus eigener Erfahrung würde ich sagen, daß Du deinem künftigen Arbeitgeber - zumindest dem Chef - sagst, daß Du ADHS hast. Das hängt allerdings auch von dem Beruf ab, für den Du Dich bewirbst.

    Es wäre auf jeden Fall aber von Vorteil. Meine Ausbildung liegt nun schon 20 Jahre zurück, und damals war ich noch wesentlich rappeliger als heute.

    Ich habe damals den Fehler gemacht, meinem damaligen Arbeitgeber nichts davon zu erzählen. Nach kurzer Zeit ist das herausgekommen, und das hat viel Ärger gegeben. Die Ausbildung durfte ich zwar zu Ende machen, aber übernommen haben sie mich nicht.

    Dann schreibst Du Studium abgebrochen. Hier fragen Unternehmen eigentlich immer gerne nach, auch wenn Du Dich für eine ganz andere Fachrichtung bewirbst.

    Aber auch hier gibt es einige Gründe, wie Prüfung endgültig nicht bestanden (war bei mir so)

    Laß Dich aber nicht unterkriegen, irgendwie klappt das schon noch


    Viel Glück


    Astrofred

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Bewerbungen: ADHS ansprechen oder nicht ??

    wie kam es dann raus astrofred? Kam er von selbst drauf?

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