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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    Berufe finden - Leidenswege?

    Heyhey!

    Wie ergeht es Euch denn so mit Eurer Berufswahl? Habt Ihr Eure Erfüllung gefunden? Oder gar oft was abgebrochen und immer noch nicht das Richtige entdeckt? Ich studiere auf Lehramt, schleppe mich aber mehr oder minder durch, obwohl ich eigentlich immer wusste, dass ich diesen Job ausüben will. Hab deswegen schon etliche Jahre des Zweifelns und der persönlichen Krisen hinter mir, jetzt weiß ich endlich, warum. Ich war in der Schule eine super Schülerin, da ich irgendwann mal angefangen habe mir Strategien anzueignen, wie ich zuhause alles in mein Kurzzeitgedächtnis kriege. Nun frage ich mich, hätte jemand mein ADHS schon zu Schulzeiten erkannt, hätte ich mir dann nicht den ganzen Leidensweg ersparen können bzw. heut eetwas viel besseres machen können? Wer weiß, vllt. hätte ich ein spitzen Studium hingelegt und promoviert oder so. Den Ehrgeiz hatte ich schon immer, nur ist der irgendwann mal gestroben aufgrund der vielen privaten Misserfolge .... Auch bzgl. meines Hobbys, dem Gesang. Da war ich schon sehr früh recht gut, habe nur nie wirklich was draus gemacht, weil immer tausend Ideen und keine umsetzen können. Ihr wisst ja ... *schnief*

  2. #2
    Luigas

    Gast

    AW: Berufe finden - Leidenswege?

    Hey ich kann dich mehr als nachvollziehen. Bei mir ist das Thema ADHS erst durch die Ausbildung wieder riklich zum thema geworden, weil aus der schule zu fliegen wäre mir scheiss egal gewesen nur aus der lehre fliegen net. Bin momentan im Dritten Lehrjahr als Zerspanungsmechaniker (CNC-Drehen). Und anfang mitte des 2. lehrjahres vielen meinen meistern immer mehr Fehler und teilweise echt dumme Fehler bei mir auf. ja den weiteren verlauf kannste dir ja denken, nehme jedenfalls seit fast 3 monaten jeden tag vor der arbeit eine 0,2mg Kapsel Medikinet ein, wochen davor habe ich nur das normale Methylphenidat eingenommen, wobei ich im vergleich zu medikinet fast sagen würde das hat ja fast schon gar nicht gewirkt. Jetz mache ich finde ich schon große Fortschritte, und gehe auch wirklich viel viel lieber zur arbeit, also mein Lebensqualität auf der arbeit hat sich rapide verbessert.
    Aber ich glaube immer mehr das ich dem beruf nervlich net so ganz gewachsen bin.(mir zu gefährlich) Im endeffekt will der Mensch aber doch immer neues lernen.
    War beim Kinderturnen,Fussball,Baseball , hab nen angelschein und den schon 3 jahre nicht mehr gebraucht, hab den führerschein kein Jahr behalten, 1 Monat schlagzeug gelernt, 1 jahr Klavier, hab schon mehr als genug liedtexte weg geworfen, schon 2 Werbekampagnen im kopf und eine Sitcom. Was die Tausend ideen angeht versteh ich dich also mehr als gut.
    Ich glaube allmählich das wenn ich früher mein geistiges potential voll hätte ausschöpfen können und net so ein Revoloutionär gewesen wäre, hätte ich heute sicher mehr als den Hauptschulabschluss nach Klasse 9, und diese Lehrstelle. Um ehrlich zu sein hab ich tierische Angst was mich für eine Zukunft im Leben erwartet, bzw. diese durch meine Vergangenheit zerstört oder unerträglich gemacht zu haben....

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Berufe finden - Leidenswege?

    So geht es wohl vielen von uns. Ich wollte die Schule 1 Jahr vor dem Abi schmeißen. Meine Lehrer und Mitschüler redeten mir ein, ich würde es eh nicht packen... bis ich das selber glaubte. Meine Eltern aber waren total dagegen und ließen mich nicht gehen. Heute bin ich ihnen dafür dankbar. Was die Ausbildung angeht, würde ich heute auf jeden Fall eine in einem Betrieb machen. Eine rein schulische Ausbildung ist nicht sonderlich förderlich, wenn ein gewisses Maß an Berufserfahrung erwartet wird. Mich wollte damals keine Firma direkt einstellen, so dass ich bei der Zeitarbeit gelandet bin.

    Meinen Job als Sekretärin mag ich sehr gerne, aber die Belastung wird immer größer. Die Arbeitgeber erwarten immer mehr, und ich bin der Dauerbelastung nicht gewachsen. Es ist völlig natürlich, ab und zu hektische Phasen im Büro zu haben. Aber ich habe ein großes Problem, wenn das tagtäglich der Fall ist. Der Satz "du bist nicht belastbar und hältst keinen Druck" aus ist für mich einer der schlimmsten Sätze überhaupt. Warum muss Arbeit rund um die Uhr mit Druck und Belastung zu tun haben? Wo bleibt da der Spaß?

  4. #4
    Luigas

    Gast

    AW: Berufe finden - Leidenswege?

    Bin es derartig gewöhnt dinge falsch zu machen, das ich selbstverständliche Kleinstarbeiten und die einfachsten Programme die ich geschrieben hab, regelrecht Zwanghaft und teilweise auch 2-3 mal kontrolliere, mittlerweile mache ich mir deshalb sorgen viel zu langsam zu arbeiten....

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: Berufe finden - Leidenswege?

    Hallo Chaotin

    Diese Fragen stelle ich mir alle auch ... aber ich denke eigentlich, dass es wenig Sinn macht, sich auszumalen, was hätte sein können wenn. Was zählt ist doch die Gegenwart, und die Zukunft natürlich. Wir können es ja nicht mehr ändern!

    Trotzdem:
    Für mich sind leider meine (ganz oder beinahe abgeschlossenen) Ausbildungen hinsichtlich beruflicher Zukunft allesamt relativ unbrauchbar. Ich habe Musik studiert, aber zu lange nicht mehr (bzw. überhaupt mal so richtig) darauf gearbeitet. Danach habe ich ein Studium gemacht (eben ohne Abschluss), mit dem ich am Ende als Bibliothekarin arbeiten könnte, das heisst: extrem exaktes, präzises Arbeiten, Regelwerke striktestens befolgen und eigentlich immer vor dem PC sitzen, alles in absoluter Stille.

    Somit muss ich mir, mit bald 38 Jahren die Frage der Berufswahl erneut stellen. Natürlich sind da die Möglichkeiten sehr eingeschränkt, ich muss quasi schauen, wie ich möglichst schnell (vllt. mit Umschulung) etwas finde, das einerseits auf bisherigem Wissen basiert, und andererseits auf meine Voraussetzungen (ADHS) zugeschnitten ist. Ziemlich schwer ... Inzwischen weiss ich immerhin, dass ich irgendwie in einem "helfenden" Bereich arbeiten möchte, was in sich ziemlich vage ist. Die Richtung ADHS-Coaching habe ich mir schon mal überlegt, bzw. bin noch dabei, aber davon bin ich wegen meinen Grundausbildungen noch ziemlich weit weg. Im Studium haben wir uns mit Informations-Consulting befasst (Systemisch), was von der Richtung her zumindest ähnlich wäre (halt in Unternehmen, nicht mit Einzelpersonen), aber das hat mir damals gar nicht sooooo gefallen. Naja, ich werde schon noch etwas finden ...

    Rückblickend muss ich sagen, dass es mir schon geholfen hätte, mit 19 schon von meinem ADHS zu wissen. Vielleicht hätte ich mit diesem Wissen eine bessere Berufswahl getroffen. Damals (Anfang 90-er) gab es das bei Erwachsenen aber nicht (angeblich), somit ist die Überlegung eigentlich hinfällig. Ich glaube aber nicht, dass ich ausgerechnet Musik gewählt hätte, so sehr mir diese am Herzen liegt. Denn da ist sehr viel Selbstdisziplin, Eigenverantwortung, Selbststrukturierung, Konzentrationsfähigkeit usw. gefragt, um überhaupt auf ein gewisses Niveau zu kommen. Das wäre mit Medis vllt besser gegangen, vermute ich, aber es ist auch für "Normalos" in jeder Hinsicht sehr anspruchsvoll ...

    lg
    L

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Berufe finden - Leidenswege?

    Ui, Musik, toll ... Ich wollte Gesang studieren, aber nachdem mein Vater mir eingebleut hatte, dass das eine brotlose Kunst sei, hab ich es gelassen und bin nun beim Lehramt. Aber mich überkommen immer wieder Phasen in denen ich denke, ich könnte mehr erreichen, also auch mit Musik. Eigene Songs schreiben usw. Nur bin ich dazu halt leider oft zu unkonzentriert. *hmpf*
    Hast Du denn auf Magister studiert oder wie? Ich hoffe, dass ich irgendwann im Job nicht auch die Krise krieg und unbedingt was anderes machen will/muss. Ich habe grad einen schweren Fall von ADHS kennengelernt, bei dem mit 41 diagnostiziert wurde, der schon 1000 Sachen gemacht hat, die auch erstaunlich gut, nun aber krankgeschrieben ist und für berufsunfähig erklärt wurde. Ist das nicht heftig? Was meint Ihr, wenn man frühzeitig Hilfe und Medis bekommt, lässt sich so etwas vermeiden?

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: Berufe finden - Leidenswege?

    Chaotin26 schreibt:
    Ui, Musik, toll ... Ich wollte Gesang studieren, aber nachdem mein Vater mir eingebleut hatte, dass das eine brotlose Kunst sei, hab ich es gelassen und bin nun beim Lehramt. Aber mich überkommen immer wieder Phasen in denen ich denke, ich könnte mehr erreichen, also auch mit Musik. Eigene Songs schreiben usw. Nur bin ich dazu halt leider oft zu unkonzentriert. *hmpf* Hast Du denn auf Magister studiert oder wie?
    Also wenn Du eigene Songs schreiben kannst, dann möchte ich Dich hiermit ermutigen, das auch zu tun das ist eben die wirklich kreative Seite an der Musik, die einzige eigentlich, wenn man es genau nimmt! Als Sängerin/Instrumentalistin bist Du eben eigentlich nur Interpretin. d.h. es gibt "Regeln", wie etwas gemacht wird (vom Komponisten und von der Tradition her). Und Du bist meistens nicht alleine, d.h. auch da sind dir noch Grenzen gesetzt (durch Mitspieler, Dirigenten/Chorleiter ... ). Natürlich kann es auch anders sein, z.B. wenn man mit gaaaanz super tollen Leuten musiziert, aber das ist leider die absolute Ausnahme ...

    In Musik habe ich ein Lehrdiplom von der Musikhochschule, das war damals der erste Abschluss, also so wie heute der Bachelor. Mein zweites Studium wäre auch nochmals ein Bachelor, aber da fehlt mir noch die Abschlussarbeit ...

    Ich hoffe, dass ich irgendwann im Job nicht auch die Krise krieg und unbedingt was anderes machen will/muss. Ich habe grad einen schweren Fall von ADHS kennengelernt, bei dem mit 41 diagnostiziert wurde, der schon 1000 Sachen gemacht hat, die auch erstaunlich gut, nun aber krankgeschrieben ist und für berufsunfähig erklärt wurde. Ist das nicht heftig? Was meint Ihr, wenn man frühzeitig Hilfe und Medis bekommt, lässt sich so etwas vermeiden?
    So wie Deinem Fall ist es mir eben auch ergangen ... Ich denke, hoffe gaaaanz fest, dass sich mit der Diagnose und der richtigen Behandlung (Medis, Therapie) solche Dinge eben gerade verhindern lassen, bzw. dass es nicht mehr passieren kann (dank Erfahrung auch) und, dass die Chance dazu sich auf ein normales Niveau senkt. Anstrengen müssen sich ja eigentlich alle im Leben, und mit den Medis haben wir zumindest die Möglichkeit, wie die Stinos zu funktionieren (ansatzweise). Nicht vergessen: solche Dinge können ja auch ohne ADHS passieren ... Aber wir sind sicher auf dem besten Weg, und ich glaube für mich, dass wenn der Beruf und das Umfeld stimmen, dass wir sowas von gut und glücklich darin sein können, dass wir noch alle überrunden Also, Orientierung an den positiven Beispielen!

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 237

    AW: Berufe finden - Leidenswege?

    Hallo Chaotin26,

    ich kann deinen Leidensweg durchaus nachvollziehen. Auch ich habe insgesamt 2 gescheiterte Studiengänge im Fach Informatik (FH Emden und Fern Uni Hagen) hinter mir. Endgültig gescheitert bin ich im Fach Mathematik II( Integralrechnung) und seither auf der Jobsuche. Seitens des Landkreises werde ich durch zahrleiche Maßnahmen und 1- Eufo-Jobs geschleift, ohne Erfolg. Wie auch?

    Seit letztem Jahr absolviere ich ein ADHS-Berufscoaching. Ich weiß zwar nicht wo Du wohnst, aber sonst probier es mal auf der Homepage der ADHS-Selbsthilfegruppe in Münster. Dort gibt es eine Rubrik zu diesem Thema, und Du wirst an die entsprechende Stelle weiterverlinkt.

    Ansonst gib mal das Thema ADHS-Berufscoaching bei Google ein. Dort findest Du sicherlich weitere Links. Vor allem bekommst Du dann - hoffentlich jemand - der sich mit ADHS auskennt und Dir fachmännisch weiterhelfen kann. Mit dem kannst Du dann deinen weiteren Karriereweg besprechen. Zumal Du auch durchaus Hilfe im Studium bekommen kannst. Du müßtest Dich nur bei den richtigen Stellen erkundigen.

    Von meiner Coacherin habe ich diesen Eindruck, auch wenn wir mal unterschiedlicher Meinung sind.

  9. #9
    Simply me

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2.266

    AW: Berufe finden - Leidenswege?

    Hallo Chaotin26 und Luigas,
    ihr sprecht mir total aus der Seele.

    Ich hab zwei Berufe aus Mangel an Alternativen gelernt und trotz Überforderung die Ausbildungen durchgezogen. Momentan bin ich arbeitslos und trau mir gar nichts mehr zu, so das ich auch noch den blödesten Hilfsjob annehmen würde um überhaupt Arbeit zu haben.

    Gruß,
    Seraphim

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