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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    DellyKnelly

    Gast

    Job und ADS?

    Hallo Ihr Lieben,

    Erst seit kurzem habe ich meinen alten Job (Erzieherin in Vollzeit) wieder angefangen ( Seit 8 Jahren bin ich raus).
    Mit meiner Diagnose ( ADS) gestaltet sich das im Moment echt schwierig.

    Ich bin derzeit sehr erschöpft, wenn ich nach Hause komme, mir passieren so viele Flüchtigkeitsfehler, meine Gefühle fahren derzeit echt Achterbahn.
    und komme fast jeden 3. Tag mit Bauchschmerzen nach Hause und weine wieder sehr viel. Ich finde das schon irgendwie beschämend.

    2 meiner Kolleginnen finden, ich müsste noch mehr leisten damit ich die Probezeit bestehen kann, da ich ja auf lange Sicht die Gruppenleitung fast gleichwertig ergänzen soll.

    Sehr oft wird mir von Freunden gesagt ich soll nicht aufgeben und versuchen so lange durchzuhalten wie es geht.

    Ich beginne wieder an meinen Fähigkeiten zu zweifeln und dann kann ich nicht so sein wie ich wirklich bin.

    Oh man und erst nächste Woche habe ich einen Termin bei meiner Therapeutin.

    Wie geht es Euch eigentlich damit eine ADS Diagnose zu haben und gleichzeitig einen Job in Vollzeit auszuüben.... oder passt ein sozialer Beruf , wie den der Erzieherin nicht zu einem ADSler?

    Jedenenfalls wird mir vom Personal oft gesagt ,ich hätte eine sehr gute einfühlende Art mit Kindern umzugehen und wäre sehr kreativ in meiner Arbeit mit Kindern. Nur im Punkt Organisation und dem ganzen drumherum fehlt es mir anscheinend. Ich weiß auch nicht so recht.


    Ich hoffe, dass das nun nicht zu viel geschriebenes Durcheinander war und ihr mir folgen konntet, was ich damit meine.

    Mich würde brennend interessieren was Ihr dazu meint oder auch welche Erfahrung ihr in Eurem Job gemacht habt.


    Allerliebste Grüße

    Drea

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: Job und ADS?

    Hallo Drea

    Ich habe bis vor einem dreiviertel Jahr gearbeitet und hatte fast täglich Magenkrämpfe, wöchentliche Migräneanfälle, chronische Nackenverspannungen... Mein letzter Vorgesetzter war aber auch ein A..., wir konnten es überhaupt nicht miteinander. Näher möchte ich das gar nicht erläutern. Ich habe nur gelitten und hatte den Mut nicht zu kündigen, weil ich schon über 50 bin und mir dachte, ich finde eh nichts mehr. Dann gingen die Geschäfte immer schlechter und er kündigte mir. Daraufhin bin ich zusammengebrochen und bin zum Psychiater. Mit Antidepressiva wurde ich so langsam wieder an die Oberfläche geholt. Während der wöchentlichen Sitzungen kam praktisch zufällig der ADS-Verdacht, der dann mittels Tests bestätigt wurde.

    Gesundheitlich - also körperlich - geht es mir inzwischen so gut, dass ich richtig Angst habe, wieder zurück in ein Büro zu müssen, weil ich denke, die ganzen Beschwerden kommen dann wieder zurück.

    Ich bin überzeugt, dass du als ADSlerin ein gutes Einfühlungsvermögen für Kinder hast und so ein Beruf auf jeden Fall besser ist, als z.B. ein Bürojob. In den Büchern, die ich bis jetzt gelesen habe, wird geraten, man soll über ADS sprechen. Sind denn die Kolleginnen nett? Willst du dich ihnen anvertrauen? Ist sicher auch ein Risiko.

    Und ausserdem, wenn du dringend mit der Therapeutin sprechen willst, wird sie dich auch früher nehmen. Ruf sie doch einfach an. Nicht zu lange quälen...

  3. #3
    DellyKnelly

    Gast

    AW: Job und ADS?

    Hallo Dakhla,
    Du selber kündigen wäre auch nicht gut , weil man ja für 3 Monate vom Arbeitsamt gesperrt wird.
    Dass Du Angst hast wieder in Deinem Beruf zu arbeiten und das alles wieder zu erleben, verstehe ich sehr gut und habe das ja auch so selbst erfahren... Das hatte bei mir ja auch sehr lange gebraucht

    Einen Zusammenbruch hatte ich vor 8 Jahren, da ich sehr schwer Mobbing im Ki.ga erfahren hatte und trotz ADS ja 12 Jahre im Erzieherberuf tätig und immer in der gleichen Einrichtung, Mein Hausarzt sagte schon, als ich seiner Praxis nahezu zusammengebrochen bin, " ach der Ki.ga, da hatten wir hier schon mal eine Kollegin hier sitzen. Naja das war halt vor 8 Jahren.

    In den 8 Jahren habe ich auch derweil schon eine Umschulung hinter mir ( jetzt nicht lachten naja. ich habe den Kaufmännischen Berufszweig gewählt " Industriekauffrau"... Die Prüfung hab ich auch mit Ach und Krach geschafft, aber erfüllen wird der Beruf mich nicht und ich habe dort auch Angst, dass meine Fähigkeiten nicht ausreichen.

    Nun habe ich einen Neustart im alten Beruf gewagt und bin gerad mal erst in der 5. Woche.
    Kann man da eigentlich schon so mit allem eingearbeitet sein und Gruppenleitertätigkeiten machen? Vor allem jemand mit gewissen Schwierigkeiten ( Diagnose ADS Depressionen?) Ich glaube irgendwie nicht. Ich habe so langsam eher das Gefühl, dass ich nicht gewollt bin.

    Jetzt habe ich natürlich Angst , dass ich mich zunehmend wieder selbst blockiere und meine Fähigkeiten hochgradigst anzweifle, wieder depressiv werde,...

    Naja mit den anderen im Personal kann ich schon reden. Sie sagen mir ich soll mir nicht immer alles so zu Herzen nehmen und versuchen am Ball zu bleiben. Aber ich weiß auch nicht so recht, ob es immer so gut ist so viel zu reden, denn es sind ja Kollegen.
    Ich bin ansonsten ein sehr offener Mensch und man merkt mir sehr schnell an wenn etwas nicht stimmt... Aber irgendwie ist genau das auch ein Fluch...

    Mit meiner Therapeutin habe ich gerade eben schon telefoniert, bzw auf Band gesprochen.

    Allerliebste Grüße

    Drea
    Geändert von DellyKnelly (28.09.2011 um 20:08 Uhr)

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Job und ADS?

    Hallo Drea,

    ich bin Sekretärin und hatte auch schon viele Probleme auf der Arbeit, obwohl ich meinen Beruf wirklich sehr gerne mag. Es gibt keine ADS-typischen und ADS-untauglichen Berufe. Meiner Meinung nach kommt es auf das Gesamtpaket an, ob du zurecht kommst oder nicht. Ich habe langjährige Erfahrung als Leasingkraft und durch die vielen Jobwechsel schon einiges gelernt. Einerseits komme ich zu sehr ins Schleudern, wenn der Stress ganz extrem ist. Ich bin einfach nicht dazu geschaffen, wirklich jeden Tag eine zweistellige Stundenzahl im Büro zu verbringen und rund um die Uhr hin und her gehetzt zu werden.

    Ein anderer Punkt sind die Menschen in meinem Umfeld. Wenn die Menschen ganz normal und locker mit mir umgehen, bin ich selbstsicher, habe Freude an der Arbeit und schaffe meine Aufgaben problemlos. Sobald es sich aber um Leute handelt, die ständig nur Megadruck machen, dauernd mies gelaunt sind oder eine distanzierte Art an sich haben, bin ich verunsichert und blockiere mich selbst.

    Vielleicht ist nicht der Job an sich dein Problem, sondern deine jetzige Arbeitsstelle...

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Job und ADS?

    Ich arbeite auch, aber in einer völlig anderen Branche. Von daher kann ich thematisch nix sagen.

    Seit meiner Diagnose steht für mich fest, dass ich keine leitende Funktion übernehmen werde. Bei uns ist das mit soviel zusätzlichem Organisationsaufwand verbungen, das kriege ich nicht auf die Reihe und Spaß macht es mir auch nicht. Meine Chefs und Kollegen halten das für mangelnden Ehrgeiz. Aber ich denke mir, wieso soll ich mich so mit etwas plagen, was mir keinen Spaß macht und mir den letzten Nerv raubt. Das ist all das zusätzliche Geld nicht wert.
    Wäre es für dich eine Möglichkeit, die Gruppenleitertätigkeit nicht zu machen?

    Hm, ich bin auch recht offen und naja, das ist ein Problem. Es fällt mir schwer, meinen Kollegen nicht mein innerstes Seelenleben zu erzählen. Bei manchen Kollegen kann ich mehr erzählen, bei anderen weniger. Ich erzähle daher viel über die Arbeit meinen Freunden und meiner Familie. Das hilft. Die geben mir oft auch eine andere Sicht auf die Dinge.

    Seit wann hast du denn die ADS Diagnose und seit wann arbeitest du wieder als Erzieherin?

  6. #6
    DellyKnelly

    Gast

    AW: Job und ADS?

    Hallo Weiße Rose,

    Ja. das Umfeld, genau das ist der Punkt, der mir immer wieder im Leben den Gar Aus macht.

    Derzeit fühle ich mich beobachtet, Fehler werden mit mir direkt reflektiert ( an sich ist es ja nicht verkehrt). Das Dumme ist nur, dass mich das noch mehr verunsichert. Kennst Du das Gefühl, wenn man versucht über einen Bach zu springen, aber man ständig nasse Füsse bekommt?

    Megadruck und Menschen mit distanzierter Art machen mich auch nervös. Ich habe dann ständig das Gefühl, das ich nicht gut genug bin.

    Ich hoffe inständig, dass es nun wirklich nicht der Beruf an sich ist, sondern nur die Arbeitsstelle, das glaub mir Weiße Rose

    Allerliebste Grüße

    Drea

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Job und ADS?

    Fliegenpilz schreibt:
    Seit meiner Diagnose steht für mich fest, dass ich keine leitende Funktion übernehmen werde. Bei uns ist das mit soviel zusätzlichem Organisationsaufwand verbungen, das kriege ich nicht auf die Reihe und Spaß macht es mir auch nicht. Meine Chefs und Kollegen halten das für mangelnden Ehrgeiz. Aber ich denke mir, wieso soll ich mich so mit etwas plagen, was mir keinen Spaß macht und mir den letzten Nerv raubt. Das ist all das zusätzliche Geld nicht wert.
    Dieses Problem kenne ich auch. Ich meine, ich finde das sehr in Ordnung wenn eine Sekretärin sich weiterbilden möchte, nebenbei ein Studium in BWL absolviert und eines Tages innerhalb der Firma zur Ingenieurin, Controllerin oder sonstwas aufsteigt. Wer so ein Ziel verfolgt, sollte es auch in Angriff nehmen - warum nicht?

    Aber so langsam bekomme ich immer mehr das Gefühl, dass es von uns Sekretärinnen sogar erwartet wird, dass wir unbedingt Karriere machen wollen. Ich absolviere lieber in meiner Freizeit ein Studium im geisteswissenschaftlichen Bereich, welches mir persönlich großen Spaß macht. Beruflich wird es mir wenig bis gar nichts bringen, aber das war mir von Anfang an klar. Ich möchte einfach meinen Horizont ein wenig erweitern und mich auf einem Gebiet weiterbilden, welches mich interessiert. Mit Zahlen, BWL und Technik kann ich null anfangen, weil es mich kein Stück interessiert.

    Als ich das letzte Vorstellungsgespräch hatte, wurde mir auch durch die Blume gesagt dass man mich nicht für sonderlich ehrgeizig halte... weil ich nichts in der Richtung BWL studieren möchte. Ich will auch deshalb kein solches Studium in Angriff nehmen, weil die Gefahr dann groß ist in einen Job zu geraten, der noch einiges mehr an Zeit in Anspruch nimmt. Mir ist mein Privatleben heilig, und ich möchte keine dieser Karrierefrauen sein, die jeden Tag von 7 bis 20 Uhr (oder länger) in der Firma und darüber hinaus noch privat rund um die Uhr erreichbar sind.

  8. #8
    DellyKnelly

    Gast

    AW: Job und ADS?

    Hallo Fliegenpilz,

    Nun ja, Ich muss oder möchte auch nicht unbedingt eine leitende Position haben. Was ich möchte ist einfach nur in meinem Beruf glücklich sein.

    Das Dein Chef das mit mangelndem Ehrgeiz bezeichnet, finde ich echt krass. Ich würde jemandem mit einer guten Motivation vorziehen, als jemand mit zu hohem Ehrgeiz. Hoher Ehrgeiz kann sich ja auch auf ein Team negativ auswirken.

    Meine ADS - Diagnose wurde 2004 in einer stationären medizinisch beruflichen Reha gestellt ( in der Vorstellungsrunde erwähnte ich dies etwas genauer).

    Und seit Ende Januar bekam ich eine Kiga Stelle vom Arbeitsamt vermittelt und habe nun seit 5 Wochen dort eine Festanstellung bekommen.Eigentlich eine Traumentwicklung , wenn man nach 8 Jahren wieder einsteigen möchte.

    Allerliebste Grüße Drea

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 237

    AW: Job und ADS?

    Hallo Delly,


    wichtig ist doch nur, daß Dir der Beruf Spaß macht. Vor allem darfst Du am Anfang nicht zu viel wollen, denn sonst brichst Du wieder zusammen.

    Halte durch, und gebe nicht auf. Ich weiß, daß ist leichter gesagt, als getan. Aber trotzdem darfst Du nicht aufgeben.

    Setze Dich nicht unter Druck. Vielleicht solltest Du auch mal mit Deinem Chef unter 4 Augen sprechen, und ihm deine Situation erklären. Wenn er einigermassen menschlich ist, wird er das verstehen, und Dir helfen, Deine Probezeit zu überstehen.

    Ich wünsche Dir Glück und Kraft


    Liebe Grüße


    Astrofred

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