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  1. #41
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: Wo ist denn nur das Allgemeinwissen geblieben?

    Malemaus schreibt:
    Grottenlangweilig, hirnbeiß!:-) Da hast du vollkommen recht.

    Die EInstellung von hypocampus kann ich teils nachvollöziehen. Andererseits können wir denke ich nur durch die Geschichte Dinge verändern. Ich weiß nicht, in wieweit die Geschichte dazu genutzt wird, aber sie dient zumindest außerhalb der oben genannten Dinge ihrem Zweck.:-)

    Lg
    Male
    Ich denke ja auch dasselbe im Prinzip.

    Das Problem das ich dabei sehe: Für die allermeisten Menschen bleibt das doch nur hohles Gerede. Jeder hat das schonmal irgendwo gehört.

    Aber mal im Ernst, wenn du dir so allgemein anschaust wie die Politik funktioniert, wie die Menschen auf Dinge wie Terrorismus usw usf reagieren - bekommst du dann nicht auch den Eindruck dass die allermeisten Menschen trotz geschichtlichem Bewusstsein offensichtlich nicht allzuviel gelernt haben? Auch wenn da eine generelle positive Tendenz drin ist - irgendwie sind es doch immer noch dieselben Prozesse die sich in sich selbst wiederholend auf andere Art und Weise genauso vollziehen und dieselbe Menge von Menschen, die ungeachtet von geschichtlichen Ereignissen dieselben Einstellungen an den Tag legen.

    Nur mal so als extremes Beispiel: Ich höre hierzulande wieder den Keim derselben Gedankengänge sich erneut wiederholen, dieselbe Stigmatisierung der größten Randgruppen in Deutschland (Türken), die Ängste sie würden zuviele Kinder bekommen und das deutsche Volk verdrängen (im Kern Blut und Boden Geschwafel, Paranoia vor Territorialverlust und Unterwanderung der Reinheit des Blutes (oder modern: Verbreitung ihrer Gene bei uns). Ich sehe dieselben Forderungen, diese Bevölkerungsgruppe dem Land zu verweisen, dieselbe intolerante Haltung gegen einer sich deutlich anders und religiös verhaltenden Minderheit), ich sehe Verbot von religiösen Symbolen von ideologischem Wert - wie Kopftüchern. Die wohl kaum eine Muslimin die sie trägt jemals als Belastung oder Unterdrückung empfunden hätte, sondern eher als Respekterweisung der eigenen Religion gegenüber. Und streng gläubige Muslime müssen folglich das Verbot als Respektmangel vor der eigenen Religion, als ideologisch orientierte Provokations- und Unterdrückungsmaßnahme auslegen weil sie unsere westichen Werte entstehungsgeschichtlich bedingt genauso nicht nachvollziehen können wie wir ihre. Was ich soweit nachvollziehen kann dass ich persönlich mich fragen muss: War es wirklich jemals etwas anderes als genau das, ganz tief in seinem Kern?
    Ich sehe Ghettobildung - wohl auch aus abwehrender Haltung und einem Gefühl von Fremdsein entstandenes Bedürfnis, ähnlich einer zunehmenden Flucht in die eigene Kultur und ein Verstecken vor der anderen. Aufweichung von Prinzipien der Religionsfreiheit für bestimmte Minderheiten. Verallgemeindernde Vorwürfe von Hinterlistigkeit, Böswilligkeit, unlauteren Absichten. Reale Angst davor in der Bevölkerung. Am Stammtisch sogar Spekulationen inwieweit das erbliche Ursachen haben könne.

    Und das bereits in jenem Land, welches am ehesten aus der Geschichte gelernt haben sollte, dass all diese Dinge eine Wurzel des unverhohlenen Rassismus in sich tragen. Eine tiefgründige Missgunst gegenüber dem Fremden, allem, dass sich nicht offensichtlich in allen Aspekten nahtlos in das einfügt, was man als charakteristisch für das eigene Volk empfindet - und doch im Lande lebt. Jeder kennt die Geschichte, aber irgendwie sieht scheinbar keiner die Paralellen die mir offensichtlich scheinen. Es wird als die berüchtigte "Nazikeule" abgetan, ein in jeglicher Argumentation unverwendbares Argumentationsmittel. Anstatt Fakten werden Vorurteile und Floskeln gedroschen und so in etwa wird es vor einigen Jahrzehnten schon einmal genauso angefangen haben. Die Leute denken nicht. Sie fühlen meist. Und das ist eben manchmal in seiner Basis der primitivste Instinktabschaum den unsere Triebe so zu bieten haben. Wir merken das nicht. Wir quatschen es uns "politisch korrekt".

    Islamfeindliche Haltung wird gesellschaftsfähig. Als seriös und unabhängig empfundene Medien wie Der Spiegel nehmen polarisierende, deutlich als nicht wertneutral zu entlarvende Stellungen ein. Dieses Mal wehren sich einige eben deutlich. Kein passives einsteigen in den Zug und ab dafür. Was die Stimmung natürlich nur zusätzlich anheizt. Jede der Parteien sieht sich nicht genötigt Respekt zu erweisen wenn sie im Gegenzug keinen bekommt. Und so sind es immer noch dieselben Motive, dieselben Emotionen, dieselben Machtinteressen, die gleichen Manipulationsmethoden von Machthabern, die alle letztendlich für Konflikte und Kriege sorgen.

    Ja, wir haben in den letzten Jahren viel erreicht. Ein wirklicher Weltkrieg erscheint unwahrscheinlich. Aber ist das WIRKLICH Fortschritt im menschlichen Denken? Oder vielleicht doch banaler: Die Atombombe technologisch so stark, dass sich niemand mehr etwas traut und die Interessen nun hintenrum durchgedrückt werden müssen?
    Geändert von hypocampus ( 4.10.2011 um 00:42 Uhr)

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