Seite 2 von 2 Erste 12
Zeige Ergebnis 11 bis 17 von 17

Diskutiere im Thema "Zwischenmenschliche Probleme" am Arbeitsplatz im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 27

    AW: "Zwischenmenschliche Probleme" am Arbeitsplatz

    Hallo Chaosgrübler!

    Erstmal ganz lieben Dank, dass du so fleissig in die Tasten gehauen hast. Weiss deine Beiträge sehr zu schätzen.
    Toll, es sitzt jemand mit mir im selben Boot! Und vielleicht kriegen wir den Dampfer in diesem Forum ja auch noch voll!

    Chaosgrübler schreibt:

    Hier brauch IcH Hilfe! Von Euch Community... Wie sollte ich reagieren,? abblocken , ignorieren, zum Schein darauf eingehen, keine einzige Strategie hat geklappt. Scheinbar sollte ich auch rausgemobbt werden.

    Und bei belanglosen Gesprächen ein hmm dazugeben und/oder falls man anderer Meinung ist:

    Floskel als Bsp.:
    Mhm klingt nicht schlecht und was hältst du davon?.....und hier die eigene Meinung zu plazieren. Der andere fühlt sich ins Boot geholt und man kann trotzdem ehrlich bleiben.
    Deine Situation ist mir auch zu 100% bekannt! Mein Motto ist ja eigentlich "Only dead fish swim with the flow!", aber "Gegenschwimmer" fliegen dummerweise fast immer raus! Brived hat mir mit folgendem Absatz voll aus der Seele gesprochen:

    "Aber die Frage, die sich mir hier stellt: Müssen wir uns denn auf Biegen und Brechen anpassen, um in der "Gesellschaft" zurechtzukommen? Ich habe es mein Leben lang versucht und bin dabei fast vor die Hunde gegangen. Jetzt fange ich an, mir kleine Egozentriken zu leisten. Ich bin halt so..."

    Persönlich finde ich die Einstellung SUPER aber ich komme mit dieser Haltung einfach nirgends im Job durch! Bis auf das eine Mal, eben da wo ich's die Karriereleiter mal ein Treppchen höher geschafft hatte. Deine "Lösungsansätze" finde ich absolut logisch und so sollte es auch klappen, aber persönlich finde ich es WIDERLICH, wenn ich mich zu einem Team setzen muss, das gerade jemanden durch den Kakao zieht. Entweder weil's derjenige drauf hat (und zur Bedrohung werden könnte) oder weil derjenige, es eben (noch) nicht so gut drauf hat. Anstatt jemanden etwas unter die Arme zu greifen, ihm seine Fehler DIREKT aufzuweisen (da wären wir wieder beim Thema!) damit er sich weiterentwickeln kann und es in Zukunft besser macht, sitzt man lieber da und ketzt ab. Klar ein wenig tratschen tun wir alle mal, aber in der Regel interessiert es mich viiiieeeel weniger, was jemand für Probleme in der Freizeit hat etc. Hat man da selber keine anderen Gesprächsthemen, dass man immer nur über andere herziehen tut und sich mit denen beschäftigen muss? Sorry Chaosgrübler, aber ehrlich gesagt bin ich nach Jahren der Arbeit zu dem Ergebnis gekommen: man sollte mitmachen... denn viele lassen einem NICHT seine eigene Meinung und schon wird man zum Aussenseiter und steht dann bald selbst auf der Abschussliste. Ja! Vielleicht sollte man sogar soweit gehen, dass man sich auch mal privat trifft, wenn man gefragt wird - auch wenn man sich eigentlich nicht grün ist. Habe persönlich das Gefühl, dass man auch als Kollege gleich abgelehnt wird, wenn man mal eine private Einladung abschlägt.

    Ein Kollege, Vorgesetzter braucht Bestätigung? Meine Chefin in Ägypten hatte z.B. mal einen Online-Allgemeinbildungstest gemacht und dann folgendes rausgehauen: "120 Punkte. Mensch, ich hab' wirklich 'ne tolle Allgemeinbildung!" ICH weitergearbeitet, nix gesagt. Hätte mir eher die Zunge abgebissen. Wie hätten es die Normalos gemacht? "Echt, klasse. Glückwunsch. Wird schon so seinen Grund haben, warum du auf diesem Stühlchen sitzt." Oh, und ganz wichtig: dabei lächeln und "aufrichtige" Bewunderung zeigen. Sorry, will hier nicht den Eindruck vermitteln alle Normalos seien Schleimer ABER sehr häufig habe ich so ähnliche Situationen schon erlebt...

    Man wird nach seiner Meinung nach Ideen gefragt? Auch wenn man hundert bessere Ideen hat: vielleicht EINFACH MAL DEN MUND HALTEN! Ein kurzes: "Ja, find' ich super!" Und gut isses. Gerade wenn man unbeliebt ist, hassen es die Leute, wenn man was Tolles raushaut. Und mittlerweile denke ich mir: "Warum machst du dir so viele Gedanken und versuchst immer wieder was einzubringen? Dein Gehalt ist eh am Ende des Monats auf dem Konto! Ob du produktiver bist oder nicht. Irgendwann mal befördert werden ist eher unwahrscheinlich, da ich mich nicht genug "sozialisiere". Tja, und last but not least, gibt es hier jede Menge hochbezahlte Leute, deren Aufgabe es ist, Prozesse zu optimieren. Sollen die doch was raushauen...."

    Also ums kurz zusammenzufassen: bei meinem nächsten Job (der in den USA sein wird) werde ich einfach mal versuchen, mich zu verstellen. Es ist toll seine Prinzipien zu haben und ein Gegenschwimmer zu sein, aber ich kann es mir finanziell nun mal nicht leisten, da im Nu auch wieder draussen zu sein. In der Hotellerie kann man sich Lebenslauf-technisch immer mal wieder mit Saison-Arbeit etc. rausreden. Wenn man sich irgendwo niederlässt und da ständig seine Jobs wechselt, stellt einen bald wohl keiner mehr ein...

    Ach und Chaosgrübler! Langfristig gesehen, habe ich nur eine Lösung: mich selbständig zu machen. Würde mich im Übrigen freuen, wenn du mich auf dem Laufenden hälst, gerne per PN, wie es auf der Arbeit bei dir weitergeht.

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 27

    AW: "Zwischenmenschliche Probleme" am Arbeitsplatz

    hypocampus schreibt:

    Und wenn man plant, Dominanz über ein Kräftemessen zu erlangen sollte man sicherstellen, dass man die Kräfte zu gewinnen auch besitzt. Denn ansonsten endet es böse. Da ist dem Freefightmeister egal, wer du bist, ob du Recht hast, welche sachlich fundierten Argumente du vorbringst. Der klatscht dich einfach weg, komme was wolle. Und jeglicher Versuch von dir, das auszudiskutieren interpretiert er als Hohn, dass du seine Autorität nicht akzeptieren willst. Sei froh wenn du das überlebst...
    Damit hast du vollkommen Recht, Hypocampus! Und wahrscheinlich würde ich mich mit meiner Haltung manchmal aus selber rauswerfen! Auf der einen Seite halte ich mich für etwas clever... für produktiv... kreativ... manchmal gerade zu pfiffig... aber auf der anderen Seite bin ich zu doof, langfristig einen Job zu halten. Und sorry, das ist doof! Die Leute, von denen ich meine, dass ich deren Jobs auch machen könnte, sind vielleicht über mich einen Moment verärgert - dann gerate ich aber schnell in Vergessenheit. Den Schaden, den trage ich eigentlich davon. Hab' ich schon längst begriffen, dass die anderen am längeren Hebel sitzen. Und ja, ich glaube du hast Recht, wenn du "schleimen" durch "sozialisieren" ersetzt. So habe ich es ja zeitweise auch getan in meinen Postings. Aber ich kann mir nicht helfen, dass dieses ganze sozialisieren (= ich lob' jemanden, auch wenn ich's nicht möchte, = ich spiele Anerkennung und Bewunderung, obwohl ich's nicht so meine, = ich lüge, wenn ich was eben doch nicht gut finde, = ich hänge mit Leuten ab, nur weil es laut Rangordnung oder wie auch immer vorteilhaft ist) gegen meine Natur ist. ABER siehe da, mein letztes Posting: ich werd' mal versuchen mich zu überlisten.

    Dazu noch kurz was - im speziellen auch an Chaosgrübler: In Ägypten hab' ich's anscheinend mal versucht und mit was konfrontierte mich meine Chefin einmal: "Du sagst zwar manchmal ja und Amen! aber bei dir hab' ich immer so das Gefühl, dass du dir noch deinen Teil denkst. Irgendwie rattert es bei dir immer noch im Hinterkopf." Eine Freundin von mir meinte diesbezüglich mal zu mir, dass ich manchmal so ein leichtes... fast schon süffisantes Grinsen um den Mund habe, wenn jemand Müll redet. Ich glaube, hier hatte es auch mal einen Thread dazu. Können wir uns überhaupt glaubhaft verstellen? Hat jemand diese Art von Problemen auf der Arbeit schon mal erfolgreich gemeistert?

  3. #13
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: "Zwischenmenschliche Probleme" am Arbeitsplatz

    Hallo freshnut,

    ich bin eine junge Frau in deinem Alter und habe ebenfalls Probleme auf der Arbeit. Wirklich lange habe ich es noch nirgends ausgehalten bzw. die Leute nicht mit mir. Insgesamt habe ich fast 8 Jahre Erfahrung als Sekretärin von Zeitarbeitsfirmen auf dem Buckel und nur 2 Jahre in Festanstellungen. Fachliche Kompetenz ist nicht so sehr das Problem, es ist meine Art, mit der viele Menschen ihre Schwierigkeiten haben. Ich geh´ mal auf jeden einzelnen deiner Punkte ein und schreib´ was dazu:

    1. Hierarchien sind doof... *lol*. Na ja, sagen wir´s so: Wenn ich jemanden fachlich UND menschlich respektiere, habe ich kein Problem ihn als Vorgesetzten zu akzeptieren. In meiner ersten Festanstellung gab es Leute, die gerade frisch ausgelernt hatten und/oder wirklich sehr ungebildet waren und sich das Recht herausnahmen, mit mir in einem Befehlston zu reden. Das geht bei mir gar nicht. Wenn ich weiß dass ich ihm Recht bin, dann widerspreche ich.

    Lass´ dir einen guten Tipp geben: Sollte dich einer deiner Vorgesetzten kritisieren, höre ihm zu, unterbrich´ ihn nicht und sage im Anschluss kurz und knapp: "Ja, ist in Ordnung." Thema erledigt. So ersparst du dir eine Menge Ärger. Und diese Methode funktioniert meiner Erfahrung nach am Besten.
    Du solltest dich in so einer Situation auf gar keinen Fall rechtfertigen oder x Gründe für deinen Fehler benennen. Das interessiert Chefs in der Regel kein Stück. Falls du auf einen Fehler hingewiesen wirst und diesen als nicht so tragisch empfindest, solltest du das auf gar keinen Fall dem Vorgesetzten sagen. So ein Verhalten bringt Chefs oft auf die Palme. SIE sind diejenigen, die das Sagen haben. Und darum bestimmen ausschließlich SIE, ob dein Fehler wirklich schlimm war oder nicht. Glaub´ mir, selbst wenn du von 100 Aufgaben 99 mit Bravour meisterst und in der letzten einen klitzekleinen, harmlosen Fehler machst und dein Chef dich so hinstellt, als ob du GRUNDSÄTZLICH keine Ahnung von der Arbeit hast... sag´ trotzdem: "Ja, ist in Ordnung." Sonst kriegst du mächtig Ärger. Falls du zu Unrecht beschuldigt wirst, einen Fehler gemacht zu haben und du genau weißt, dass das nicht der Fall war, solltest du dich trotzdem nicht rechtfertigen und einfach nur: "Ja, ist in Ordnung..." sagen. Wenn der Chef sagt dass du schuld bist, dann kannst du an seiner Meinung nichts ändern. Ich finde das auch total daneben, aber eine Abwehrhaltung und Verteidigungsposition bringen einem mehr Nachteile als Vorteile.

    2. Mit Schleimern meinst du wahrscheinlich die Leute, die auf der Arbeit rund um die Uhr den Chefs in den Hintern kriechen. Was meinst du, wie oft ich mich schon über solche Leute aufgeregt habe... Fakt ist: Ganz ohne schleimiges Getue wirst du selten etwas erreichen. Da kannst du so kompetent sein wie du willst. Chefs fällt das oft gar nicht auf, wenn du hervorragende Leistungen bringst. Deshalb musst du sie manchmal drauf aufmerksam machen. Glaub´ mir: Ein Mitarbeiter, der nur 2 von 10 Aufgaben erfolgreich gelöst hat und dies ausschweifend seinem Chef mitteilt wird eher gewürdigt als einer, der alle 10 Aufgaben hervorragend bearbeitet hat und keinen Ton darüber sagt. Chef sind häufig sehr beschäftigt und haben keine Zeit um die Leistungen ihrer Mitarbeiter gründlich zu überprüfen. Inzwischen habe ich es mir auch angewöhnt, hin und wieder meinem Chef zu sagen wenn ich etwas ganz besonders gut gemacht habe... anders merkt er das nicht. Aber die klassische Schleimerin werde ich nie werden, weil es meiner Natur widerspricht und ich mich nicht gut verkaufen kann.

    3. In diesem Punkt bin ich ein wenig anders drauf. Ich mag das eher nicht so, wenn Leute ständig auf ihren Prinzipien rumreiten. Wobei ich natürlich keinen Kontakt zu Leuten suche, die mir unsympathisch sind. Solchen Leute gehe ich bewusst aus dem Weg. Man muss allerdings Unterschiede zwischen Arbeit und Privatleben machen. Meine Freunde und Bekannten kann ich mir selbst aussuchen, meine Arbeitskollegen und Vorgesetzten aber nicht. Falls jemand mit mir essen gehen will und ich diese Person nicht sonderlich mag, gehe ich trotzdem mit - zum Wohl des Arbeitsklimas.
    Dass ich einen Facebook-Account habe, weiß niemand im Büro und auch privat längst nicht jeder. Der ist nämlich nur für eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen gedacht, die unter sich bleiben soll. Sollte mich jemals im Büro jemand fragen ob ich bei Facebook bin, würde ich mit "Nein" antworten. Über mein Privatleben gebe ich auf der Arbeit so wenig wie möglich preis. Meiner Erfahrung nach ist das besser so, sonst könnten sie im Notfall irgendwas gegen mich in der Hand haben, was eigentlich ganz harmlos ist. Ich schütze mich auch ganz bewusst, indem ich meinen richtigen Namen, meinen Wohnort und mein Geburtsdatum in Netzwerken wie Facebook, myspace und studiVZ nicht angebe. Ich weiß nicht, wie viel deine Kollegen über den Privatleben wissen... aber es ist wirklich besser, Privates tatsächlich privat zu halten.

    4. Ich kommuniziere eher nicht so direkt, was mir auf der Arbeit gerne mal angekreidet wird. Ich komme ursprünglich aus einem anderen Land, in dem auf direkte Kommunikation kaum Wert gelegt wird. Obwohl, wenn ich mir das so durchlese... irgendwie habe ich doch auch einen Funken Direktheit an mir, denn ich sage auch immer ehrlich meine Meinung, wenn ich danach gefragt werde. Ich würde jetzt keiner Freundin sagen, dass sie zu dick aussieht. Aber ich würde ihr sagen, dass das Kleid nicht meinem Geschmack entspricht oder mir ein anderes Kleid an ihr besser gefallen würde. Ich würde aber nicht aus Höflichkeit sagen: "Siehst spitzenmäßig aus darin..." Wo ich mir im privaten Umfeld schon öfters Feinde gemacht habe, ist die Bewertung vom Geschmack des Essens. In Deutschland ist es häufig so üblich, dass man alles essen muss was auf den Tisch kommt - egal ob es schmeckt oder nicht. Das war bei mir daheim nie der Fall. Wobei ich meine Mutter auch nie wegen ihrer Küche kritisieren musste, weil sie eine ganz hervorragende Köchin ist. Wenn ich aber als Schülerin auf Kindergeburtstagen eingeladen wurde und auf Fragen wie: "Schmeckts dir?" mit "Och, es geht so... " geantwortet hatte, wurde ich daraufhin wie ein Marsmensch angeschaut und war bei diesen Kindern nie wieder eingeladen. Ganz schlimm war das auch, wenn ich mich geweigert hatte, irgendwas Essbares zu mir zu nehmen, von dem ich wusste dass es mir grundsätzlich nicht schmeckte - unabhängig von den Kochkünsten einer Person. Wenn meine Mutter z. B. mal Fleisch, Beilage und Rote Beete gemacht hat, habe ich nur Fleisch und Beilage gegessen. Dass ich die Rote Beete nicht mochte, hat sie mir nie übel genommen. In anderen Familien heißt es: "Jetzt hat sich XY soooo viel Mühe gegeben beim Kochen, und Person Z ist so undankbar und will nicht mal probieren. Verwöhnte Göre!" Auf dem Gymnasium habe ich ganz besonders darunter gelitten, weil ich wegen solcher Aussagen auf Klassenfeiern und Klassenfahrten ständig aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurde.
    Ich würde dir raten, dich niemals zu verbiegen... aber es ist nicht alles schwarz oder weiß, denn es gibt auch Mittelwege. Im Bezug auf das Essen halte ich es jetzt so, dass ich grundsätzlich immer erst ein bisschen probiere bevor ich sage, dass mir etwas absolut nicht schmeckt. Und sollte dann trotzdem noch jemand verlangen, dass ich einen ganzen Teller davon verschlinge, dann passt er einfach nicht in mein Umfeld.

    5. Hahahaha... woher kenn´ ich das nur? Gerade auf dieser Arbeitsstelle mit den zahlreichen ungebildeten Leuten wurde ich ständig als Besserwisserin hingestellt. Dabei wollte ich sicher niemanden erniedrigen oder fertig machen. Ich wollte einfach nur helfen, aber damit hab´ ich mir keinen Gefallen getan.
    Tipps:
    - Helfe grundsätzlich nur, wenn du ausdrücklich darum gebeten wirst.
    - Korrigiere niemals deinen Vorgesetzten, auch wenn du im Recht bist - er empfindet so ein Verhalten als respektlos und denkt, dass du seine Position nicht anerkennst.
    - Wenn dir jemand etwas erklärt und du schon längst darüber Bescheid weißt, behalte das für dich und höre der Person einfach nur zu.
    - Wenn ein Kollege ganz allgemein eine Frage in den Raum wirft, die an keine spezielle Person gerichtet ist und der Chef ihm die Antwort gibt, allerdings dabei einige Fakten vergisst, solltest du dem auf keinen Fall diese Fakten erzählen - entweder es fällt dem Chef später ein oder der Kollege hat Pech gehabt.

    6. Leider merke ich im Gegensatz zu dir nicht immer so schnell, wenn irgendwas nicht stimmt. Und viele Vorgesetzte rennen lieber gleich zur Geschäftsleitung anstatt das Problem erst unter 4 Augen mit dem Mitarbeiter zu klären. Ich hasse Leute, die meine Fehler verpfeifen. Aber du musst dir darüber im Klaren sein, dass die Welt sich nicht immer so dreht wie du es gerne hättest. Deshalb ist höchste Vorsicht geboten. Du solltest so oft wie möglich das Gespräch mit deinem Chef suchen um zu wissen, woran du bist. Falls du deine Arbeit sehr gut machst aber sonst keinen Kontakt zu ihm suchst, weißt du noch lange nicht was in ihm vorgeht. Du denkst vielleicht, er sei zufrieden solange er nicht meckert - manche sagen dir aber erst beim Rauswurf, was sie an dir gestört hat oder manchmal selbst dann nicht. Sie denken sich fadenscheinige Ausreden aus, weil sie keinen Bock auf Diskussionen haben.

    7. Small Talk ist überhaupt nicht mein Ding. Wahrscheinlich auch der Grund, warum ich nicht viele Freunde habe. Wir unterhalten uns über Hobbies, Interessen, Beruf, private Dinge oder necken uns gegenseitig - that´s it. Um ehrlich zu sein fällt mir spontan auch gar nicht ein, was ich dem Koch auf diese Aussage geantwortet hätte. Vielleicht hätte ich nur genickt und "Ah, okay" gesagt... und manchmal erzähle ich in solchen Situationen auch von mir und gebe meine Meinung kund, was nicht immer gut ankommt. Deine Antwort empfinde ich als überhaupt nicht schlimm. Wer sich wegen so etwas aufregt, ist überempfindlich - just my cup of tea. In Sachen Kommunikation kann ich dir keinen Rat geben, weil ich selbst Probleme habe mich gepflegt auszudrücken.
    Die Aussage von Morgenröte finde ich sehr interessant. Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, dass jemand das so auffassen könnte. Mich selbst stört das absolut nicht, wenn ich irgendwas über meine Gedankenwelt erzähle und mein Gegenüber dann von sich berichtet - weil es mich interessiert, was in den Köpfen meiner Mitmenschen vor sich geht.

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 27

    AW: "Zwischenmenschliche Probleme" am Arbeitsplatz

    WeißeRose schreibt:
    Hallo freshnut,

    1. Hierarchien sind doof... *lol*. Na ja, sagen wir´s so: Wenn ich jemanden fachlich UND menschlich respektiere, habe ich kein Problem ihn als Vorgesetzten zu akzeptieren. In meiner ersten Festanstellung gab es Leute, die gerade frisch ausgelernt hatten und/oder wirklich sehr ungebildet waren und sich das Recht herausnahmen, mit mir in einem Befehlston zu reden. Das geht bei mir gar nicht. Wenn ich weiß dass ich ihm Recht bin, dann widerspreche ich.
    Hallo WeisseRose!

    Du hast das besser ausgedrückt als ich! Kann jemanden - in der Tag - als Vorgesetzten respektieren, aber auch nur wenn er es fachlich und menschlich drauf hat. Die Einstufung findet natürlich gemäss MEINEM Wertesystem statt. Dein Tipp, wie man sich verhalten sollte ist super! Macht für mich absolut Sinn und in meinem nächsten Job, werde ich das genau so ausprobieren! Fakt ist: spielt meistens leider keine Rolle, ob man Recht hat oder nicht... der Boss ist das Gesetz!

    WeißeRose schreibt:

    Ein Mitarbeiter, der nur 2 von 10 Aufgaben erfolgreich gelöst hat und dies ausschweifend seinem Chef mitteilt wird eher gewürdigt als einer, der alle 10 Aufgaben hervorragend bearbeitet hat und keinen Ton darüber sagt. Chef sind häufig sehr beschäftigt und haben keine Zeit um die Leistungen ihrer Mitarbeiter gründlich zu überprüfen.
    Dem stimme ich zu, aber ich hab' auch häufig das Gefühl, dass Chefs lieber die "angepassteren" Leute bevorzugen. Wie du sagst: Chefs sind häufig sehr beschäftigt... und umgeben sie daher vielleicht eher weniger gerne mit Leuten, die "Ärger" machen (kritisieren) oder zumindest mal "anstrengend" sind (dauernd disktuieren wollen). Und auch Chefs sind nur Menschen und viele von denen brauchen auch ihre regelmässige Anerkennung. Klar, bevorzugt man lieber Menschen, die einem das Gefühl geben man ist toll. "Der mag mich sehr gerne. Wird sind uns fast immer einig. Ich komme super mit dem klar. Jaaa, Frau Meier arbeitet viel besser und macht mehr Überstunden... aber nee, die ist nicht ganz so "mein Fall". Die anderen mögen sie auch nicht so... Ach nee, dann lieber den Herr Müller befördern." Tja, ist in der Tat so. Ohne sich zu sozialisieren, hat man's grundsätzlich schwierig.


    WeißeRose schreibt:

    Ich schütze mich auch ganz bewusst, indem ich meinen richtigen Namen, meinen Wohnort und mein Geburtsdatum in Netzwerken wie Facebook, myspace und studiVZ nicht angebe. Ich weiß nicht, wie viel deine Kollegen über den Privatleben wissen... aber es ist wirklich besser, Privates tatsächlich privat zu halten.
    Ja, halte ich in der Regel auch für besser, aber gilt man nicht schnell als "reserviert"... "introvertiert"... "desinteressiert an den Mitmenschen"? Ist doch toll... Fotos von dem Kleinen von Herr Müller - wie süss. Frau Buchers Eheprobleme - ja muss man doch wissen, warum die auf der Arbeit manchmal nicht so gut drauf ist. "Sie interessieren sich für asiatische Kampfkunst, Herr Berger? Toll, vielleicht kann ich da doch mal mitkommen." So erlebe ich es recht häufig... und ein Satz hat mich mal nachdenklich gemacht "Wenn man sich nie für andere interessiert, tut sich auch nie jemand für einen selbst interessieren." Heisst: wenn man es verweigert etwas von sich preiszugeben, ist man uninteressant... nicht einschätzbar... nicht greifbar. "Der interessiert sich nicht für mich, also was soll ich mit dem. Ich konzentrier mich lieber auf Herrn Bucher und Herrn Müller! " Und schon ist man ein Aussenseiter????



    WeißeRose schreibt:
    4. Ich kommuniziere eher nicht so direkt, was mir auf der Arbeit gerne mal angekreidet wird. Ich komme ursprünglich aus einem anderen Land, in dem auf direkte Kommunikation kaum Wert gelegt wird.
    Der Schweiz vielleicht? Wohne hier noch bis Ende September und leider war's mir am Anfang gar nicht bewusst, dass Direktheit hier eher ein NO-GO ist. Hat's natürlich alles noch komplizierter gemacht. Auf jeden Fall danke für deine tollen Darstellung, WeisseRose. Finde, dass du tolle Lösungsvorschläge hast. Hoffe nur, dass ich sie dann auch in der Zukunft umsetzen kann...

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: "Zwischenmenschliche Probleme" am Arbeitsplatz

    freshnut schreibt:
    Und ja, ich glaube du hast Recht, wenn du "schleimen" durch "sozialisieren" ersetzt. So habe ich es ja zeitweise auch getan in meinen Postings. Aber ich kann mir nicht helfen, dass dieses ganze sozialisieren (= ich lob' jemanden, auch wenn ich's nicht möchte, = ich spiele Anerkennung und Bewunderung, obwohl ich's nicht so meine, = ich lüge, wenn ich was eben doch nicht gut finde, = ich hänge mit Leuten ab, nur weil es laut Rangordnung oder wie auch immer vorteilhaft ist) gegen meine Natur ist. ABER siehe da, mein letztes Posting: ich werd' mal versuchen mich zu überlisten.
    Wie gesagt, ich versuche diesen Punkt momentan bei mir auch zu verbessern. Es ist da bei mir ähnlich wie bei dir - dieses Jekkyll vs Hide Gefühl, dass da zwei scheinbar total unvereinbare Welten in mir existieren - und sich nach außen hin widerspiegeln. Bildhaft formuliert: Im Bierzelt runzele ich nur die Stirn warum ich auf dem Job eigentlich ein Feedback bekomme, als wäre ich ein menschenhassender Soziopath.

    Ich glaube, der Unterschied liegt letztendlich in mir, nicht in den anderen. Es mag den Anschein erwecken, denn nach außen wirkt es für einen selbst so, als mache man nichts anders und nur die Leute reagieren von Anfang an anders. Aber ich sage mal ich habe inzwischen gewisse Erfahrungen gesammelt und auch im normalen zwischenmenschlichen Miteinander ohne Arbeitsumfeld war ich auch nicht immer so offen, wie ich das inzwischen geworden bin. Ich glaube, ich kann diese Erfahrungen einigermaßen auf die Arbeitssituation übertragen - denn früher sah es auch im zwischenmenschlichen Umfeld etwas ähnlich aus. Wie gesagt, das mag zunächst etwas irritierend sein, denn in deiner Wahrnehmung reagieren die Menschen von Anfang an einfach scheinbar grundlos mit einem feindlichen Beigeschmack. Und das Ganze geschieht in deiner Wahrnehmung ohne, dass du ihnen dafür objektiv betrachtest irgendeinen Grund zu liefern scheinst.

    Die logische Schlussfolgerung aus dieser Wahrnehmung ist: Die Anderen sind einfach grundlegend schei*e. Zur Hölle mit denen, ich hasse sie einfach und meinen Respekt verdienen solche Menschen nicht. Was bleibt mir auch anderes übrig?

    Ich habe mich in der letzten Zeit jedoch gezwungen, dieses Feedback einfach komplett zu ignorieren und so zu tun, als würde ich es nicht wahrnehmen können. Zumindest im Umfeld sozialer Events. Zu Anfang spielte ich eine Rolle, die mir nicht abgekauft wurde. Negatives Feedback ist schmerzhaft und wenn man sich dem öfters gezielt stellt, so wird man letztendlich gezwungen, einen kleinen Seelenstrip vor sich selbst hinzulegen. Man muss dann irgendwann anerkennen, dass man in Wirklichkeit auf einem großen Berg sozialer Ängste sitzt, den man lediglich für sich selbst mit Abneigung anderen gegenüber getarnt hatte.

    Und siehe da, mit der Katharsis der Selbserkenntnis und einer zunehmenden Abstumpfung gegenüber negativem Feedback von anderen geschah etwas für mich ganz erstaunliches: Ich machte nichts anders, jedoch reagierten die Menschen auf einmal anders. Es war, als hätte nicht ich mich verändert, sondern die Welt um mich herum, denn ich tat eigentlich dasselbe wie zuvor.
    Was begann als das Vortäuschen eines freundschaftlichen Verhältnisses in der ersten Sekunde verwandelte sich letztendlich in Realität. Heute ist es so selbstverständlich für mich, auf einem öffentlichen Ereignis unbefangen mit anderen reden zu können und als Teil der zuvor komplett unbekannten Gruppe schnell respektiert und akzeptiert zu werden, dass ich mir schon fast komisch dabei vorkomme, darüber hier überhaupt so zu schreiben. Tatsache ist, zuvor war meine Realität eine andere.

    Die Schlüsse aus dieser Erfahrung sind:

    Du kommunizierst wesentlich mehr als du selbst wahrnimmst. Du beginnst mit deiner Kommunikation schon bevor du überhaupt ein Wort gesprochen hast. Der allergrößte Teil dieser Kommunikation ist dir nicht bewusst. Du kommunizierst eigentlich auch die gesamte Zeit unterbewusst, ohne überhaupt jemanden zum kommunizieren zu haben.

    Deine Kommunikation ist Ausdruck dessen was du wirklich in dir drin fühlst. Das was du konkret sagst und denkst ist jedoch lediglich Ausdruck deiner Wünsche und deine Art, die Interpretation der Wahrnehmungen für dich persönlich zu formen, so dass du sie auch verstehst. Außerdem fließen da unterbewusst viele Selbstschutzmechanismen ein, die deine psychische Integrität vor dir selbst wahren sollen. Du malst ein Kunstwerk deiner Vorstellungen und Wünsche und zeigst es den Anderen. Wenn deine Malutensilien jedoch nur aus Fäkalien und Dreck bestehen, so wird niemand dein Bild mögen, ganz egal, wie toll deine Idee und wie großartig deine handwerkliche Umsetzung sein mag. Der richtige Ansatz lautet also, den Farbtopf deiner Kommunikation zu ändern, nicht die Art wie du malst. Die ändert sich dann von alleine denn mit mehr Farben bekommst du neue Ideen. Du bist lediglich farbenblind und hast nie bessere Farben gehabt. Deswegen weißt du auch nicht, wie sie aussehen und siehst nur, dass andere genauso malen wie du und für dieselbe Technik mehr Anerkennung bekommen. Es erscheint unfair.

    Um wieder konkreter in Bezug auf die Problematik zu werden: Das, was ich als wirkliche Kommunikation bezeichne, ist dein ganz persönliches, inneres Gefühl, wo du dich stehen siehst. Der Wert, den du dir selbst in dieser Situation wirklich zuschreibst. Wie gesagt, das ist komplett unterbewusst, deswegen wird all das verdeckt von deinen Gedanken dazu. Und es wird verfälscht, weil deine Gedanken dazu ein gewisses Verhalten herbeiführen, dass nicht zwangsläufig sinnvoll ist - so zum Beispiel in meinem oben beschriebenen Fall die häufigere Vermeidung von sozialem Kontakt gefolgt von einer nachfolgenden Rationalisierung der Schuld anderer. Das jedoch verstärkt die Grundlage deiner Kommunikation - die da in Wirklichkeit ist: Unsicherheit. Mangelndes Selbstvertrauen. Angst. Denn alles was du mit diesem Denken erreichst ist - du verstärkst einfach jene Eindrücke, die dazu geführt haben, dass du diese Dinge erlernt hast: Negative Rückmeldung von Außen.

    Bei allen Gedanken, die dein Verstand so umständlich zu konstruieren vermag - für deine Emotionen (und nicht viel anderes), die letztendlich in äußerster Konsequenz deine Kommunikation steuern, für die gibt es keine komplexe Logik. Deine Emotionen funktionieren nach einem simplen, evolutiv uralten Prinzip: Schlecht gemacht. Oder: Gut gemacht. Du. Dein Verhalten. (Das Verhalten der anderen ist für diese simplen Triebe egal.) Deswegen sei dein Status hier, der Status der anderen dort. Jeder "Kampf" den du führst kommt in diese Schublade. Zusammen mit den Bedingungen, die daran geknüpft waren.

    Und so kommt es zu solch widersprüchlichen Situationen - unter diesen Bedingungen der King, unter anderen der Idiot. Denn Selbstbewusstsein ist situationsbezogen. Dein Verstand sucht sich rationale Erklärungen dafür - die anderen sind einfach schuld. Was dem Schutze deiner psychischen Integrität dient, bewirkt aber auch, dass du dem wahren Problem nicht auf die Schliche kommen wirst.

    Und so ist es zumindest in meinem Falle denke ich: Bei mir liegt das Problem in Wirklichkeit daran, dass ich auf der Arbeit unsicher bin. Keine Fähigkeiten zeige, kein positives Feedback bekomme, auf dem ich in irgendeiner Weise soetwas wie einen selbstbewussten Stand in diesem Umfeld aufbauen könnte. Ich neige unbewusst dazu, in defensives Verhalten zu verfallen, anderen genau jene negativen Eigenschaften zu unterstellen, ihnen unbemerkt meinen Respekt zu entziehen, da es mir in diesem Umfeld nur in Wirklichkeit an dem Respekt vor mir selbst mangelt. Sie merken das, denn ich kommuniziere das sicherlich oft ohne es wahrzunehmen. Sie spüren eine generelle Aggressionshaltung meinerseits und sehen nur jemanden, der keine Basis hat, solch ein aggressives Verhalten an den Tag legen zu dürfen um Dominanz einfordern zu können. Und deswegen kontern sie ebenfalls mit Aggression. In meinen Augen jedoch unbegründet - da ich meine eigene zuvorgegangene Kommunikation nicht bewusst wahrnehmen kann.

    So sehe ich die in Zukunft von mir umzusetzende Lösung bedingt durch andere Erfahrungen folgendermaßen: Unsicherheiten komplett verdrängen und kontraintuitiv handeln. Den anderen generell Respekt und Wertschätzung erweisen, notfalls zunächst schauspielern. Mit der Hoffnung, dass das Feedback sich ändert und diese Einstellung in meinem Inneren von alleine verfestigt wird.

    Keine Ahnung, ob das was wird...

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 31

    AW: "Zwischenmenschliche Probleme" am Arbeitsplatz

    Boahhh was geht hier ab...so viel Input könnt grad schreien...Boaaahhhhhhhhh und

    Holz hacken, 50 Klafter mindestens, vielleicht auch 24h keine Ahnung....Jetzt auf dem Land, ne Menge ungehacktes Holz und in ca 4h würde ich grinsen von einem Ohr zum anderen..

    IHR geht gerade gar nicht (Positiv)

    Könnte grad vor im Viereck springen...Mannomannomannoman

    Zitat: Das Schöne am Holzhacken ist, das man den Erfolg sofort sieht. 'Albert Einstein'

    Freshnut, Du bekommt ne Menge wieder, freue Dich, dauert aber.....

    freshnut schreibt:
    Hallo Morgenröte!

    Mir ist in der Tat hier und da schon aufgefallen, dass ich zeitweise doch einen erhöhten "Geltungsdrang" oder wie auch immer man das nennen mag, habe. Es ist mir auch selbst schon aufgefallen, dass ich andere vielleicht auch mal mehr zu Worte kommen lassen sollte. Manchmal stellt mir jemand eine harmlose Frage, erkundigt sich zum Beispiel nach meinem Befinden und es fällt mir dann einfach schwer, mich kurz zu halten. Auch komme ich oft ungewollt von einem Thema aufs andere. Dies wird nicht immer vom Gegenüber abgelehnt - es entstehen hier und da auch sehr interessante (zumindest für mich!) Dialoge, aber bei vielen solcher Gespräche ermahne ich mich nahezu, doch auch mal dem Anderen die Möglichkeit zu geben, sich mitzuteilen. Ich unterbreche dann häufig abrupt, so nach dem Schema "Aber genug von mir. Wie schaut es denn momentan bei dir aus?".

    Auf der anderen Seite gehe ich häufig aktiv auf Leute, denen es nicht gut zu gehen scheint zu und höre mir ihre Wehwehchen an, bzw. versuche Ihnen zu helfen. Da schreibe ich dann Bewerbungen für andere, google im Internet nach Infos, die der Person helfen könnten, biete diveres Gefallen an ("Ich kann das doch für dich besorgen!"). Da geht es dann irgendwie überhaupt nicht um mich oder eben doch? Wenn ich jemanden etwas Gutes tue, wertet mich das als Mensch ja eigentlich auf... ITut man's dewegen? Ist ja schon ein schönes Gefühl, wenn man sich's sonst immer wieder verscherzt, aber dann da doch jemand ist, der einen wertschätzt und dem man weiterhelfen kann. Komischerweise kommen auch Leute auf mich zu, mit denen ich nichts grossartig zu tun habe und vertrauen sich mir an... Das irritiert mich sehr häufig, aber ich kann dann auch nicht nein sagen, obwohl ich mir nachher häufig denke: Gutmütigkeit ist Dummheit.

    Irritierend ist momentan auch, dass meine Chefs, also die Hotelbesitzer doch schon sehr genervt von mir sind, aber das Feedback von den Gästen ist fast immer super. Ich werde sehr häufig beim Check Out lobend erwähnt, Leute lassen mich rufen, damit sie sich noch von mir verabschieden können, ich bekomme sehr viel Trinkgeld (auch mal CHF 50.- (ca. 40 Euro) für zweimal bedienen!) und die Leute scheinen Spass mit mir zu haben. Im Restaurant bin ich super drauf (es sagte sogar mal ein Gast, dass er es bemerkenswert fände, dass ich immer so gute Laune habe... Tja, wenn der wüsste!), bin charmant... witzig... anscheinend ein prima-Gastgeber. Ich verstehe die Welt nicht mehr! Wieso klappt das da? Manchmal habe ich echt das Gefühl, dass ich auf der einen Seite des Hotels Jekyll bin und auf der anderen Seite Mr. Hyde.
    Eh das geht gerade gar nicht....ich krieg die Tür einfach nicht zu.......

    Vor allem der Mitteltext. 1:1 Kopie meiner Sicht....werde selbst irgendwie seelischer als Mülleimer genutzt und dann wieder in den Dreck getreten (hinter meinem Rücken) und das kann ich nicht mehr ab.

    Auch der letzte Text, letztens rief EXTRA ein Kunde an und bedankte sich bei meinem Chef über mich für die Gute Zusammenarbeit!!!!!!!!!
    Oder teilweise rufen die Kunden direkt durch, um mit mir zu sprechen anstatt mit dem Chef...

    Ich weiß das mein Chef der Chef ist. Er umgibt sich aber mich devoten Figuren...und irgenwie geht das bei mir nicht mehr. Bei all der egozentrik oder was fürn Sch**** auch immer. Es gibt ein Punkt, wo egal was man hat, JA zu sich selber sagen muß!!!!

    Ich bin bis an die Grenze gegangen, glaubt mir, ich weiß wovon ich rede. Zumindestens in diesem Punkt.

    Ich hätte auch kein Problem damit, wenn er fachlich (in meinem Fach!) oder sozial eine große Kompetenz besäße...aber die hat er aus meiner Sicht nicht. Und in seinem Gebiet (Finanzen habe ich mich noch nie eingemischt)

    Der Punkt ist hauptsächlich gewesen, das ich ihn kritisiert habe und dieses eben nicht geschickt genug in Bonbon-Papier einpacken kann. Auch hat er meine Schwachstelle entdeckt (Druck) und gibt mir zuviele Aufgaben um dann bei der unerledigten 10 von 9 mich bloßzustellen. 8 Aufgaben waren die Jahre zuvor üblich. Könnte ich k.......

    1. Teil LG Frank Bis später oder morgen...muß jetzt Bewerbungen machen.

    Ich knuddel Euch einfach alle. Werde auch noch antworten, aber später.
    @freshnut..ich antworte noch auf deine PN.....Hammer....


    Ciao bis denne

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 27

    AW: "Zwischenmenschliche Probleme" am Arbeitsplatz

    Chaosgrübler schreibt:

    Auch der letzte Text, letztens rief EXTRA ein Kunde an und bedankte sich bei meinem Chef über mich für die Gute Zusammenarbeit!!!!!!!!!
    Oder teilweise rufen die Kunden direkt durch, um mit mir zu sprechen anstatt mit dem Chef...

    Ich weiß das mein Chef der Chef ist. Er umgibt sich aber mich devoten Figuren...und irgenwie geht das bei mir nicht mehr. Bei all der egozentrik oder was fürn Sch**** auch immer. Es gibt ein Punkt, wo egal was man hat, JA zu sich selber sagen muß!!!!
    Da hast du schon irgendwie Recht, aber es gibt nur sehr wenige Vorgesetzte, die so sind, wie wir sie gerne haben wollen würden.

    Warum ist ein Chef, Chef geworden? Doch eigentlich weil er fachlich besser ist und über eine höhere soziale Kompetenz verfügt wie alle anderen! (Ja, ich weiss, dass es in der Realität anders ausschaut.) Weil er ein gesundes Selbstbewusstsein hat (er ist sich seines Könnens bewusst) und in SO EINER FUNKTION noch viele andere gute Charakteristika mit sich bringt, wie z.B. Objektivität und Kritikfähigkeit. Warum reagiert denn so ein "toller Hecht" eigentlich so empfindlich auf mich? Hat der so wenig "A... in der Hose", dass er auch mal sagen kann: "Ah, okay. Das hab' ich übersehen. Danke für den Hinweis. Gut gemacht?" Sollten von so jemanden nicht die Leitsätze der Firmenphilosophie Ernst genommen werden? Da steht doch recht häufig was, von wegen "verfolgen wir das Ziel uns ständig zu verbessern", "möchten wir innovativer Vorreiter werden", "das Wohl der Firma ist das Ziel" etc. ABER: Wenn ein kleiner Angestellter eine tolle Idee hat, durch die man viel Geld sparen könnte, sollte der lieber den Mund halten, weil der Chef sonst schlecht drauf kommt und sich in seiner Position untergraben fühlt? Oder wie?

    Ach und Thema "wertschätzendes Führen": würde das nicht auch beinhalten, dem Mitarbeiter bezüglich eines Vorwurfs zumindest mal seine Sichtweise darstellen zu dürfen. Ich ertappe den Chef bei einem grossen Fehler, kriege aber unter Umständen einen drüber, wenn ich den Mund aufmache und darauf hinweise. Geht's denn da überhaupt noch um das Firmenziel oder eher darum kritik-unfähige Chefs bloss nicht zu verärgern?

    Ich hab' ja selbst zwei Jahre lang mal ein Team als Assistant Manager geführt. Ja! Es ist vorgekommen, dass der 16-jährige Auszubildende angerannt kam und mich auf (m)einen Fehler aufmerksam gemacht hat. Okay, an einem schlechten Tag ist es ärgerlich ABER mein Ärger richtet sich nicht gegen den Auszubildenden sondern gegen mich und den Fehler, den ich gemacht habe. In dem Moment ist mir vollkommen egal, ob der junge Mann erst 16 ist und "bloss" Azubi: er hat in dem Moment aufgepasst, mitgedacht und eine Leistung gebracht... (SUPER!) und Leistung sollte doch eigentlich belohnt werden oder? Wenn ich merken würde, dass es nicht mehr nur ums fachliche geht, sondern etwas dahinter steckt, dass mich ein Mitarbeiter disrespektiert, dann würde ich ihn direkt drauf ansprechen. "Wird unangenehm, einfach mal weg damit!" gäbe es bei mir nicht!

Seite 2 von 2 Erste 12

Ähnliche Themen

  1. Klinik?Ja "Engelchen", Nein "Teufelchen"?
    Von Malemaus im Forum ADS ADHS Erwachsene: Ärzte und Kliniken
    Antworten: 63
    Letzter Beitrag: 29.05.2011, 21:28

Stichworte

Thema: "Zwischenmenschliche Probleme" am Arbeitsplatz im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum