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Diskutiere im Thema Ausbildung auf der Kippe wegen ADS im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 237

    AW: Ausbildung auf der Kippe wegen ADS

    Hallo audifahrer,


    Dir geht es genauso wie mir während meiner Ausbildung, obwohl die 20 Jahre her ist.


    Ich bin gelernter Bürokaufmann, und im Büro muß eigentlich eher Ordnung herrschen. Das war damals bei mir aber leider nicht der Fall. Außerdem war ich ebenfalls zu langsam, andere waren schneller. Und dies wurde mir auch - wiederholt - gesagt. Das ich so langsam war, liegt auch an einem nicht vorhandenen Selbstvertrauen.

    Ich hatte zu oft Angst vor Fehlern, überprüfte mehrmals meine Arbeit, obwohl ich damit hätte längst fertig sein sollen. Eben aus Angst vor Fehlern.

    Ich finde es sehr gut, daß Dein Ausbilder von der ADHS weiss. Dies ist sehr wichtig, denn alles andere hätte schlimme Folgen.

    Ich habe damals aber den Fehler gemacht, und meinem Ausbilders nichts von meiner Hyperaktivität (die Bezeichnung ADHS gab es damals noch nicht) gesagt. (aber eher unbewußt)

    Irgendwann kam das heraus, und das hat dann doch schon ganz schön Ärger gegeben. Aber ich habe die Lehre dennoch durchgezogen.

    Der Ausbilder kam dann zum Schluss, daß der Bürokaufmann nichts für mich sei. Und aus diesem Grund bin ich nicht übernommen worden.

    Du bist aber mittlerweile im letzten Lehrjahr. Sei stolz auf Dich, denn Du hast schon sehr viel erreicht. Gegen die Vergeßlichkeit mußt Du immer wieder ankämpfen. Wenn Du die Prüfung bestanden hast, hast Du einen weiteren Grund auf Dich stolz zu sein.

    Das sind dann Sachen, die das Selbstvertrauen wieder heben.Ganz wichtig bei ADHS

    Zumal Du auch nicht alles auf einmal verstehen musst und sollst. Oftmals ist es doch so, daß Du eine Sache, die machen sollst zuerst überhaupt nicht verstehst. Erst viel später begreifst Du den Sinn der Sache.

    Ich wünsche Dir Glück dafür

    Viele Grüße


    astrofred

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Ausbildung auf der Kippe wegen ADS

    Hey,
    danke Leute. Aber so richtig gut geht es mir im Moment nicht. Auf Arbeit war ich letztens bei einem älteren Kollegen, der sich auch ein bisschen Zeit genommen hat für mich (zumindest ein paar Stunden), und das tat mir auch gut, aber auch er findet dass ich eben ziemlich unkonzentriert, langsam und unselbstständig bin. Ich denke immer, ich schaff die Aufgaben nicht allein. Ich fühle mich wohler wenn jmd. mich unterstützt und die Dinge mit mir gemeinsam macht, da lernt man ja auch mehr. Aber erklär das mal jmd. bei uns auf Arbeit, max. die beiden "Ausbilder" hätten dafür vllt. bisschen Verständnis aber alle anderen... Mir macht die Arbeit auch nicht immer wirklich Spaß, weil man eben streng nach Zeichnung Bauteile montieren muss und die Maschinen sind ja so komplex dass ich oft gar nicht weiß was das eigentlich für ne Baugruppe ist und wie es funktioniert. Dadurch fällt mir die Arbeit noch schwerer. Ich will die Dinge eben genau wissen, dazu müsste ich zu jeder Baugruppe -zig Fragen stellen und das machen die Facharbeiter ja nicht (lange) mit. Auch wenn ich schon versuche mir selbst zu helfen (Eigenrecherche etc.) Es demotiviert mich schon.
    Es ist für mich einfach was anderers ob man selber ein paar abgehackte Fragen stellt oder ob einer verständlich und strukturiert Zusammenhänge erklärt und auf das Wesentliche hinweist.

    Mir dem Chef hab ich ja auch so meine Probleme, hab mit ihm seit 5 Monaten kein Wort mehr gewechselt. Selbst das Berufsschulzeugnis hab ich nicht zum unterschreiben hingebracht, obwohl das eigentlich ganz gut ist, aber ich hab schon irgendwie "Angst" bzw. kein Bock weil er mich sowieso nicht versteht und mioch runtermacht.

    Leider haben sich auch die Konzentrentrationsprobleme kaum gebessert. Hatte bis zuletzt tägl. 60mg Medikinet, hab außer ein paar leichten Nebenwirkungen nix gemerkt. Mein Arzt fand das ziemlich komisch und war auch relativ ratlos was er nun mit mir machen soll. Er hat mir nun Elontril (eigentlich ein Antidepressivum) verschrieben.

    Auch habe ich, da ich ja bis vor kurzem noch die Firma wechseln wollte, ja bei der IHK die Stelle "passgenauer Vermittlung" angeschrieben um zu sehen ob es ein Betrieb gibt, der die Voraussetzungen für mich hat, bzw. wo ich halt hinpassen würde. Hab der Dame dort meine Probleme geschildert und aber gesagt, dass ich sehr wissbegierig und ehrgeizig bin und wir haben ein paar Monate hin und herschrieben. welche Firmen sie schon angefragt hat etc. Naja letztendlich kam da nich viel bei raus und ich fragte sie ob sie mir nicht einfach ne Liste, also einfach ein paar Firmen-Namen schicken kann damit ich mich selber kümmern kann. Antwort: "Schauen Sie doch auf unserer Hp in das Verzeichnis ausbildender Unternehmen". Toll, es ging ja aber um eine passende Firma für mich und nicht irgendeine! Dann hätte ich sie ja wohl nicht angeschrieben.

    Generell laufen die Dinge oft nicht so wie ich sie mir vorstelle bzw. hab ich oft von Dingen ein positives Bild, wo ich dann aber in Wirklichkeit enttäuscht bin.
    Ich scheine oft falsche Vorstellungen zu haben, von der Ausbildung als auch manchmal vom Leben allgemein.

    Oft fühl ich mich einfach schlecht wenn ich genau weiß dass ich irgendwelche Dinge auf Arbeit nicht hinkriege, oder hab einfach Angst weil ich nicht weiß was mich morgen erwartet etc sodass ich manchmal schon mit dem Gedanken spiele einfach zu Hause zu bleiben/krank zu machen. Aber ich glaub (auch wenn das doof klingt) dafür bin ich zu "anständig". Vllt. könnte es mir manchmal gut tun aber ich hab Angst, dass dann noch 1 Tag dazukommt und noch einer... und ich irgendwann gar nicht mehr zur Arbeit gehe.
    Durch meine Probleme hat sich schon so eine Art "Angst vorm Lernen" entwickelt.
    Ich weiß, es soll nicht der Sinn sein, dass man mir mein Leben lang alles bis ins Detail erklären muss, ich will ja eigenständig Dinge machen und verstehen können, ich würde z.B. gern dieses eigentständige Arbeiten üben. Da hab ich mal mein Nachhilfelehrer angesprochen aber er weiß da auch nicht recht was er mit mir machen soll. Und selber weiß ich auch nicht wirklich wie ich da anfangen soll (was ja auch ein generelles Problem von mir ist). Fakt ist, dass ich oft Hilfe bei den Arbeiten brauche. Ich bin so unsicher!

    Selbst in der Berufsschule fühl ich mich nicht mehr so wohl wie vorher, was daran liegt dass ich merke dass ich mich immer mehr zurückziehe und kaum noch Freunde hab.
    Aber eben der Unterricht wo die Lehrer Dinge ausführlich und strukturiert erklären und dies auch können (also erklären) ist so ziemlich das einzige was mir Spaß macht weil ich dort was lerne, zwar nicht immer sofort aber man kann -zumindest unserer Lehrer- 10mal fragen und den Stoff in Ruhe zu Hause etc. nochmal nachvollziehen und üben.
    In der Praxis ist das anderes ich wünsche mir aber -einfach mal naiv gesagt- dass es dort genauso ist wie in der Schule. Dann käme ich besser klar aber das hab ich ja nicht...

    Es verwirrt mich alles zu sehr, ich weiß nicht wirklich was ich will und was besser für mich wäre und kann deswegen keine Entscheidungen treffen.
    Z.B. an einem Tag sag ich mir "Naja es geht schon so" und am nächsten Tag sag ich mir "Nein das kann auf keinen Fall so weitergehen, ich muss was ändern..."

    Ich weiß es nicht, wie es weitergehen soll. Aussichtslos???

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Ausbildung auf der Kippe wegen ADS

    Also vielen Dank auch nochmal für eure Postings, wenigstens hier fühle ich mich verstanden.

    Jetzt bin ich eben gerade wieder in der Phase wo ich mir sage, dass es nicht so weitergehen kann. Und ich muss selber entscheiden wie es weitergehen soll, es ist ja mein Leben. Früher (bis vor ein paar Monaten) hab ich nie wirklich den Gedanken zugelassen "was wird nach der Ausbildung?", hab halt gedacht, erstmal Lehre fertigmachen und alles andere ergibt sich schon. Jetzt mach ich mir doch schon ernsthafte Sorgen, denn wenn ich mir mal ausmale, dass es mir bis nächstes Jahr (dann sind ja schon Prüfungen) genau so geht bzw. der Zustand genauso ist wie jetzt (und so sieht es vllt. aus, da ich auch unter dem Elontril keine Besserung merke)... ich wäre dann Facharbeiter und wär dann "auf mich allein gestellt", keinen Sonderschutz mehr für den Lehrling etc. Ich glaub wirklich, ich pack das nicht.

    Ich werde mich wohl mal an diese Stelle vom Senior Expert Service wenden. Das nennt sich VerA und da gehts eben darum, dass ältere Leute (die natürlich schon viel Erfahrung im Leben und Beruf haben) bei potentiellen Ausbildungsabbrüchen und Problemen helfen. Wie genau das funktioniert, weiß ich nicht, mir würde ja eine Nachhilfe für die Praktischen Arbeiten sehr helfen.
    Aber ich will versuchen, jede Möglichkeit zu nutzen, die mir irgendwie weiterhelfen könnte. Hat denn vllt. jemand von euch damit Erfahrung oder kennt jemanden?

    Ansonsten... weiß nicht ob es Sinn macht mit Hypnose...hab ich zwar schon mal probiert und ich hab auch nicht wirklich was gemerkt (außer in der Zeit wo ich in diesem Hypnosezustand war) aber vllt. Ich weißnicht ob das eine Idee wäre rauszufinden was ich tun soll...immerhin ist das ja auch nicht ganz billig. Hat denn da jmd. Erfahrung mit?

    Es ist so schwierig. wie soll ich mich für das Richtige entscheiden wenn ich nicht weiß, was ich will, was gut für mich wäre und was eigentlich genau meine Probleme sind...?

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Ausbildung auf der Kippe wegen ADS

    Hallo!!

    Ich habe gerade mit meiner Tochter ähnliche Probleme....ich habe hier auch was gefunden, vll ist das auch was für Dich. Die Grundvoraussetzung, also das du als ADSler sozial Benachteiligt bist und dazu dann noch Schwierigkeiten hast in der Ausbildung, die hast du ja. Also hast du auch Anspruch auf Hilfe. Mach bei der Arbeitsagentur einen Termin und laß dich dort beraten. Es gibt auch die Möglichkeit über einen Bildungsträger die Ausbildung fertig zu machen. Das wäre dann eine Hilfe nach BaE.

    Einen Versuch ist es wert. Ich wünsch Dir alles, alles Gute dabei!!!!!

    Liebe Grüße

    Bettina

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Ausbildung auf der Kippe wegen ADS

    Hallo Audifahrer,

    So wie du die Umstände im Ausbildungsfirma beschreibst fürchte ich doch das dieser Firma nicht die richtige für dich ist!
    Ein Normalo kommt damit klar, aber ein ADHS-er braucht mehr Unterstützung und Forderung, und die werden dir das nicht bieten können..

    Auch wenn es schwierig sein sollte, wurde ich einen Wechsel überlegen.
    Für dich wäre eine kleinere, feinstrukturierte Firma am besten, wo sie die Zeit für dich nehmen!

    Ich wette das du da viel besser zuhause sein wird, und das die meiste Problemen die du jetzt hast schnell die Vergangenheit gehören.
    Wenn du überzeugt bist das du es als Mechaniker schaffen kannst, dann werde ich bestimmt nicht aufgeben, aber es so richten das deine Bedürfnisse nicht länger zu kurz kommen!

    Wünsche dir viel Erfolg!

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