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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    Toller Beruf, aber keine Ambitionen auf Karriere

    Ich arbeite als Sekretärin über eine Zeitarbeitsfirma in einem Großunternehmen. Habe insgesamt fast 4 Jahre Erfahrung in diesem Unternehmen sammeln können und wünsche mir nichts mehr als eine Festeinstellung. Ich bewerbe mich immer wieder auf interne Stellenausschreibungen und hatte gestern mein erstes Vorstellungsgespräch, seit ich im September bei meiner jetzigen Leasingfirma angefangen habe.

    Dabei ging es um die Stelle in einem Leitungssekretariat. Eigentlich würde ich lieber als Abteilungssekretärin arbeiten. Die haben bei uns 1.) 35-Stunden-Woche, 2.) nicht ständig so viel Stress und 3.) müssen sie weniger Verantwortung übernehmen. Finanziell ist der Unterschied zur Leitungssekretärin gar nicht soooo groß, da würde ich lieber auf das bissl mehr Geld im Monat verzichten und mich für ein stressfreieres Leben entscheiden. Mit einem hektischen Tagesablauf bin ich nämlich überfordert.

    Nun ja, ich bewerbe mich trotzdem auf "höhere" Stellen, denn wer weiß.... ich höre mir einfach mal an, was mich erwartet. Gestern saß ich mit dem Leiter eines Bereichs und einem Herrn aus der Personalabteilung in einem Büro und wurde ca. 1 1/2 Stunden lang ausgequetscht. Was mich halt stutzig gemacht hat ist die Tatsache, dass die eigentlichen Sekretariatsaufgaben für diesen Mann nur nebenbei erledigt werden müssen. Ihm ist es wichtiger, dass seine Sekretärin in seiner Abwesenheit sich tief in die einzelnen Themengebiete einarbeitet und mit internen und externen Leuten ebenso darüber reden kann wie er, wenn er da ist. Ich habe ihm ganz ehrlich gesagt, dass ich mir das (noch) nicht zutraue, weil es von mir noch nie erwartet wurde und ich den Sprung von einem einfachen Abteilungssekretariat zu so einer anspruchsvollen Aufgabe etwas groß finde. Außerdem wollten er und der Personalmensch wissen ob ich mir ein BWL-Studium zutraue, was ich mit einem ganz klaren Nein beantwortet habe.

    Jetzt frage ich mich ob ich seitens der Personalabteilung überhaupt noch Chancen auf weitere Gespräche in dem Unternehmen habe. Mir ist schon lange aufgefallen, dass von Sekretärinnen viel mehr verlangt wird als früher. Ich habe an Kenntnissen in Betriebswirtschaft und Technik aber kein Interesse, das Beruf des Ingenieurs erscheint mir strunzlangweilig... ich will mich damit nicht beschäftigen und einfach nur Sekretärin sein, ohne irgendwelche Ambitionen auf Karriere. Ich habe keinen Bock, mit Chefs und Kollegen in Meetings zu sitzen (aufpassen und zuhören, um Gottes Willen!) und täglich eine zweistündige Stundenzahl im Büro zu verbringen (ich brauche täglich ein wenig Privatleben). Warum kann man das nicht einfach akzeptieren?

  2. #2
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    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 409

    AW: Toller Beruf, aber keine Ambitionen auf Karriere

    Liebe Weiße Rose,

    ich denke das klassische Bild einer Sekretärin hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre drastisch verändert.

    Früher war eine Sekretärin, zu 80 % Befehlsempfängerin, heute nur noch zu 20 %. Liegt meiner Meinung nach zum Einen an der Emanzipation aber auch an den ständigen Rationalisierungsmaßnahmen mit Personalabbau, so dass die Arbeit von nicht besetzten Arbeitsplätzen einfach verteilt wurde. Was liegt näher als sie den ehemaligen Sekretärinnen auf denTisch zu legen, die meistens mehr von dem Aufgabengebiet versteht als ein Fachfremder und einer muss es ja machen.


    Verlässt daraufhin diese Sekretärin das Unternehmen, vielleicht auch wegen Überlastung, wird natürlich nach einem adäquatem Ersatz gesucht. Die Stellenausschreibung wird also auf Sekretärin getätigt, aber gesucht wird im Prinzip eine Sachbearbeiterin. Außerdem ist die Bezahlung einer Sekretärin eine andere, als die einer Sachbearbeitung (sprich sie ist "billiger").

    Zu der Emanzipation kann ich nur sagen, wir haben im Unternehmen noch ein paar vereinzelte klassische Sekretärinnen die > 15 Jahre im Unternehmen sind und die tun sich ziemlich schwer mit der Schnelllebigkeit und der Eigenverantwortung. Jüngere Mitarbeiterinnen, langweilen sich aber mit der klassischen Variante und möchten sich beweisen.

    Auch die Grundvoraussetzungen haben sich geändert, früher reichte als Bildungsabschluss und Hauptschule/Mittlere Reife um diesen Beruf ausüben zu können, heute wird minimum Mittlere Reife besser Abitur verlangt. Eine neue Kollegin bei uns hat sogar ein erfolgreiches Politikstudium abgeschlossen.

    Bei uns im Unternehmen gibt es den Titel "Sekretärin" eigentlich schon gar nicht mehr, es sind alles Assistentinnen oder Assistenten, die einen hohen Anteil an eigenen Projekten und Verantwortung tragen.

    Zu deiner aktuellen Situation:

    Ich denke, da du keine Bereitschaft zur Weiterentwicklung und Eigendynamik gezeigt hast, wird der Kelch "Leitungssekretariat" an dir vorübergehen und da du ja sowieso keine Karriere machen möchtest, ist das ja wahrscheinlich nicht so schlimm.

    Zukünftig, würde ich mich aber dann auch nicht mehr auf höhere Stellen bewerben, denn das frustriert auf Dauer und bringt dich deinem Ziel auch nicht näher. Oder bewirb dich in mittelgroßen Unternehmen, denn da findet man meiner Meinung nach noch eher die klassische Variante.

    Aber generell würde ich dir raten "Schuster bleib bei deinen Leisten" und bewirb dich nur auf Stellen die du auch tatsächlich erfolgreich ausfüllen kannst, alles andere macht aus meiner Perspektive keinen Sinn. Sich auf höhere Stellen zu bewerben ohne die zwangsläufigen Defizite ausfüllen zu wollen (können) macht keinen Sinn.

    Tut mir leid, wenn ich dich jetzt mit meinem Beitrag vielleicht demotiviert oder gar verletzt haben sollte, liegt nicht in meiner Absicht, aber da ich in einem sehr großen Unternehmen arbeite und auch selbst Bewerbungsgespräche führe, habe ich da so meine eigene Sichtweise entwickelt.

    Ich wünsche dir, dass du eine Stelle findest, die dir liegt und dich erfüllt.

    Liebe Grüße
    Lucy

  3. #3
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Toller Beruf, aber keine Ambitionen auf Karriere

    @Lucy: Ich bin dir für deinen Beitrag sicherlich nicht böse. Einige der Sachen, die du geschrieben hast, kommen mir sehr bekannt vor. Mit der Emanzipation an sich habe ich absolut kein Problem. Und wenn eine Frau unbedingt Karriere machen will, dann soll sie auch die Gelegenheit dazu bekommen. Aber manchmal hab´ ich das Gefühl, dass man häufig schon von einer Sekretärin erwartet, dass sie Karriere machen will.

    Ich möchte sicherlich nicht die Kaffeetante und Tippse vom Dienst sein, denn auch ich habe meine Ansprüche auf der Arbeit. In kleinen und mittelständischen Unternehmen war ich schon angestellt, und das war gar nicht meine Welt. Bei der Festanstellung in einem kleinen Familienbetrieb fühlte ich mich total unterfordert. In diesem mittelständischen Unternehmen war ich als Assistentin eingestellt und viel mehr Sachbearbeiterin als Sekretärin. Das hat mich nicht großartig gestört, aber der Anspruch der Leute war extrem hoch. Ich wusste schon nach wenigen Wochen, dass mein 1-Jahres-Vertrag nicht verlängert wird und hatte großes Glück, dass ich nicht schon in der Probezeit gekündigt wurde. Die Leute dort haben großen Wert auf Genauigkeit gelegt und waren total pingelig. Das ist aber eine Sache, die mir mein ADHS streitig macht und was ich auch mit MPH nicht hinbekomme. Ich bin sehr kreativ, aber Sorgfalt liegt mir nicht… da kann ich mich anstrengen wie ich will, ich kann mich einfach nicht konzentrieren. Außerdem ist das Arbeitsklima im Großunternehmen um Welten angenehmer.

    Was mir hier im Großunternehmen stark auffällt, sind die unterschiedlichen Verhaltensweisen zwischen älteren und jüngeren Frauen im Sekretariat. Mit den Frauen ab ca. 45 aufwärts habe ich mich insgesamt viel besser verstanden (obwohl ich privat eher jüngere Freunde habe), weil diese Menschen nicht immer nur die Arbeit im Kopf und auch öfters mal Zeit für ein nettes Gespräch haben. Die jungen Leute hingegen wollen alle wenig menschliche Nähe und haben nur ihre Karriere im Sinn. Das belastet mich schon sehr, denn auch privat halten sich meine sozialen Kontakte stark in Grenzen, weil den Leuten ihre Karrieren wichtiger sind als schöne Stunden mit anderen Menschen.

    Es ist einfach nicht meine Art, täglich eine zweistündige Stundenzahl im Büro zu verbringen. Ich fange extra früh an, damit ich noch was vom Tag habe. Ich will nach Feierabend Freunde treffen (die natürlich fast nie Zeit haben, weil die Arbeit und Karriere immer wichtiger ist) und Hobbies ausüben und nicht den ganzen Tag vom Aufstehen bis zum Schlafen gehen nur von Termin zu Termin hetzen und Pflichten abarbeiten. Das macht mich nicht glücklich bzw. ich bin dann nur müde und kaputt. Deshalb hoffe ich, dass ich in einem Abteilungssekretariat unterkomme – die Bezahlung ist nicht so viel geringer, aber man hat viel mehr Freizeit.

  4. #4
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Toller Beruf, aber keine Ambitionen auf Karriere

    Hmm... mich beschäftigt das Thema den ganzen Tag. Kann gerade an nichts anderes denken. Als ich im Jahr 2000 meine ersten Berufserfahrungen gesammelt hatte, war vieles ganz anders. Ich habe mein Abitur auf einem allgemeinbildenden Gymnasium abgeschlossen. Meine damaligen Kolleginnen hatten alle kein Abi, der Großteil hatte Mittlere Reife und eine Minderheit den Hauptschulabschluss. Das Unternehmen, bei welchem ich gerade eingesetzt bin, bietet 2 verschiedene Ausbildungen für zukünftige Sekretärinnen an: Organisationsassistentin und Kauffrau für Bürokommunikation. Und für eine Organisationsassistentin ist das Abi ein Muss.

    Im Herbst hatte ich ein paar Tage lang eine Werksstudentin bei mir im Büro, die war im 2. Lehrjahr Kauffrau für Bürokommunikation und hatte Mittlere Reife. Parallel zu ihrer Ausbildung hat sie ihr Abi an einer Abendschule nachgeholt. Das fand ich zwar sehr gut, aber ich hätte das nach Abschluss der Ausbildung gemacht. Auf meine Frage warum sie beides parallel mache, meinte sie das sei ihr von der Firma nahegelegt worden... klang schon so als ob es Pflicht war, um später übernommen zu werden. Ausbildung und parallel dazu noch Abi stell´ ich mir nicht leicht vor, und das Mädel hatte auch arge Probleme mit naturwissenschaftlichen Fächern wie ich früher.

    Ich kenne Frauen in Sekretariaten, die ganz andere Berufe gelernt haben... Köchin, Arzthelferin, Friseurin etc. Sie haben bei uns als Küchenhelferin, Postfrau oder auch als Leasingkraft angefangen und hatten irgendwann das Glück, fest angestellt zu werden. Heute ist das jedoch um einiges schwieriger.

    Jetzt hoffe ich, dass ich an meiner jetzigen Arbeitsstelle die Gelegenheit nutzen kann... unsere Abteilung ist nämlich ganz neu und sucht auch eine Sekretärin. Meine Bewerbung habe ich bereits vor einigen Wochen vor Beginn meiner Tätigkeit verschickt und bekam zur Antwort, dass ich auf jeden Fall zum Gespräch eingeladen werde, falls die internen Bewerberinnen nicht in Frage kommen (interne Leute werden immer zuerst eingeladen, das ist klar). Meine jetzige Stelle ist auch um einiges anspruchsvoller als alles andere, was ich seit September in den anderen Abteilungen gemacht habe. Aber ich gebe mir sehr viel Mühe und arbeite mich Schritt für Schritt in meine Aufgaben ein. Weil ich bei uns die Bestellanforderungen im SAP erstelle, muss ich die Angebote lesen und die Inhalte verstehen... und da wir noch nicht so viele Mitarbeiter haben und ich nicht rund um die Uhr gehetzt werde, habe ich ausreichend Zeit um mich darauf einzustellen. Die andere Sekretärin bei uns arbeitet in Teilzeit, weil sie 2 kleine Kinder hat. Allerdings ist sie nicht durchgehend am Platz und hat mehrmals in der Woche Meetings... sie hat nämlich ein abgeschlossenes Studium vorzuweisen und vor ihren Schwangerschaften jahrelang in einem Leitungssekretariat gearbeitet. Die Leute bei uns wollen auch eine Sekretärin, die mitreden kann wenn es um die Projekte geht... und keine Frau, die sich hauptsächlich um die Organisation kümmert.

    Momentan geht es wie gesagt noch... weil die Abteilung noch im Aufbau ist. Ich frage mich wie es sein wird, wenn unsere Mitarbeiterzahl größer ist. Ach übrigens: höhere Stelle ist nicht gleich höhere Stelle. Meine letzten beiden Einsätze hatte ich in Leitungssekretariaten. Der vorletzte Einsatz war der reinste Stress. Jede Woche ca. 50 Stunden im Büro, ich hätte aber locker 70-80 Wochenstunden arbeiten können... was ich als Leasingkraft aber nicht eingesehen habe, da ich aus finanziellen Gründen auf den Nebenjob angewiesen bin. Am Schlimmsten fand ich, dass häufig alle 2-3 Minuten jemand nach mir gerufen hat... ich glaube das hat gestern keinen so guten Eindruck hinterlassen, als ich gesagt habe dass ich es nicht so gerne mag, wenn ständig jemand nach mir ruft und mich unterbricht. Manchmal muss das schon sein, und das sehe ich auch ein... ist in meinem jetzigen Job auch mal der Fall, aber eben nicht durchgehend. Andererseits fanden es die Herren sehr positiv, dass ich mich mit den Grundsätzen des Unternehmens identifizieren kann und die Denkweise der internen Mitarbeiter verinnerlicht habe. An meiner letzten Arbeitsstelle lief es hervorragend, obwohl das auch ein Leitungssekretariat war. Aber ich war mit meinem Chef alleine, seine Abteilungen saßen in 2 anderen Ländern. Und der Mann war sehr selbständig und rief selten nach mir... wir hatten morgens unsere Rücksprachen, und ab und zu sprach er mich tagsüber auch an oder gab mir Aufgaben per Mail, nur halt nicht durchgehend, weil er auch lieber in Ruhe gearbeitet hat. Wenn er auf Dienstreise war (das war oft der Fall), rief er selten an und meldete sich nur sporadisch per Mail. Und wenn er Urlaub hatte, dann hatte ich ´ne sehr ruhige Zeit.

    Ich geb´ einfach weiterhin mein Bestes auf der Arbeit, schreibe Bewerbungen und schau´ mal, was passiert... andere haben es nach langer Leasingzeit auch schon geschafft, wieso nicht auch ich?

  5. #5
    Ist öfter hier

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    Forum-Beiträge: 150

    AW: Toller Beruf, aber keine Ambitionen auf Karriere

    WeißeRose,

    mir geht es sehr ähnlich wie Dir! Ich bin auch gelernte Sekretärin und habe aber auch diverse andere Bürostellen gehabt, momentan ist es eine Assistentenstelle (meiner Meinung nach mache ich Sachbearbeitung, aber das heißt ja heute alles irgendwie anders). Jedenfalls muss ich nun wieder nach Arbeit suchen (befristeter Arbeitsvertrag) und stoße, mal wieder, auf das selbe Problem wie Du. Ich will einfach nur Sekretärin sein oder halt eine andere überschaubare Büroarbeit leisten, die nicht zu anspruchslos ist. Was aber gesucht wird, sind meiner Meinung nach Leistungsmaschinen. Da steht "Sekretärin" in der Überschrift, erwartet werden dann perfektes Englisch, extremes Organisationsgeschick, sehr hohe Selbstständigkeit / Eigenverantwortung, man soll erstellen, planen, verwalten und berechnen und und und.

    Ich fühle mich da allein beim Lesen schon enorm überfordert und deshalb lande ich immer wieder dabei, mich bei kleineren Firmen bewerben zu wollen. Aber auch da habe ich wieder Angst, dass die vielleicht für wenig Geld zuviel verlangen, weil sie nicht so viele Mitarbeiter haben. Wie sind denn Deine Erfahrungen, weil Du schreibst, das Arbeitsklima in kleineren Firmen war nicht so gut?

    @Lucy, Dein Beitrag hat mich ein bisschen aufgemuntert und bestärkt mich darin, Firmen, die allzu große Ansprüche stellen, doch eher zu meiden. Es ist sicher besser, sich da zu bewerben, wo man nicht regelrecht Angst davor haben muss, den Anforderungen niemals gerecht werden zu können.

    Viele Grüße, Lefty

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Toller Beruf, aber keine Ambitionen auf Karriere

    Bei Lucys Beitrag musste ich schmunzeln, weil es gibt dieses Buch "Das Peter-Prinzip: oder Die Hierarchie der Unfähigen".
    Das sagt aus, dass jeder solange befördert wird (vom Unternehmen, liegt nicht am Einzelnen!) bis er auf einer Stelle landet, auf der er eigentlich unterqualifiziert ist! ^.^ Das bestätigt dass "der Schuster bei seinen Leisten bleiben" sollte, wenn's geht.

    Ansonsten, habe in dem Bereich nicht viel Erfahrung, aber:
    Denke wirklich dass du bei kleinen Unternehmen weniger Stress hast! Warum nicht Mittelstand? In der Nähe wo ich mein Abi gemacht hab, gab's ein Chemie- und Maschinenbau-Unternehmen, da kam es mir so vor als ob da gut, aber nicht übermäßig lange gearbeitet wurde. Ich denke in Großunternehmen ist die HR schon so eingespurt und verdienen entsprechend.
    Da kann man glaube ich nix machen...

    Ansonsten, ich weiß es gibt eine Zeitschrift für SekretärInnen, vielleicht findet ihr die ja interessant und hilft euch, euch für eine passende Weiterbildung zu entscheiden bzw. dort auch euer Problem zu schildern und nach Rat zu fragen!

    working@office (Gabler Verlag) - für Sekretärin, Assistentin und Office Managerin: working@office
    Viele Grüße,


    "Khaos_Prinz"

  7. #7
    Wohnt hier

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    AW: Toller Beruf, aber keine Ambitionen auf Karriere

    @Lefty + Khaos Prinz: Ich habe mich in kleineren und mittelständischen Firmen noch nie wohl gefühlt. In so kleinen Klitschen hatte ich meistens das Problem, dass ich völlig unterfordert war. Mir macht es nichts aus, für meine Vorgesetzten Texte vom Band abzutippen. Aber wenn das 80% der Arbeit oder mehr ausmacht, ist mir das zu anspruchslos. Ich hatte auch schon Arbeitstage, an denen ich ganze 6 Stunden nur am Kopierer gestanden bin oder mehr als den halben Tag irgendwelche Blätter ausdrucken musste. Ich habe auch keine Lust, für die ganze Mannschaft täglich Kaffee zu kochen, ständig einzukaufen sowie das dreckige Geschirr von irgendwelchen anderen Leuten zu spülen. Das wird meiner Meinung nach in kleineren Firmen nicht selten erwartet. Als Sekretärin/Assistentin ist man oft nichts weiter als ein besseres Dienstmädchen. Dazu kommt meistens ein schlechtes Gehalt, das kaum höher ausfällt als bei einer Zeitarbeitsfirma. Weniger Arbeitsstunden ist auch nicht unbedingt wahr. Meine letzte Festanstellung hatte ich in einer mittelständischen Firma. 10-12-Stunden-Tage ohne Pause waren eher die Regel als die Ausnahme. Wenn ich morgens um 6 im Büro war, um 17 Uhr Feierabend machen wollte und mir jemand in letzter Sekunde eine Aufgabe auf den Tisch knallte, wurde fast immer erwartet dass ich das sofort erledigte. Wenn ich sagte ich hätte einen privaten Termin, musste ich mir so einiges anhören. Das Arbeitsschutz-Gesetz inkl. 10-Stunden-pro-Tag-Regelung wird von den meisten kleinen Firmen gar nicht eingehalten. Wenn du als Sekretärin mal 14 Stunden arbeiten musst, dann ist das eben so und interessiert keinen, wenn du müde bist oder privat andere Dinge zu erledigen hast. Du hast zu funktionieren. Fehler gehen gar nicht. In einer größeren Firma wird natürlich auch Leistung erwartet, aber Fehler sind menschlich und passieren jedem. In einer kleineren Firma wirst du bei jedem klitzekleinen Fehler hingestellt, als ob du strunzdumm bist und nichts auf die Reihe bekommst. Die Leute werden laut und beleidigend und lästern im ganzen Haus über dich ab. Außerdem gibt es in vielen kleineren Unternehmen feste Arbeitszeiten, womit ich überhaupt nicht klar komme. Ich brauche meine Gleitzeit, weil ich nicht jeden Tag gleich gut drauf bin und habe es die festen Arbeitszeiten gehasst, als ich mich 11 Monate lang daran halten musste. Natürlich hat man in kleineren Firmen auch weniger Urlaubstage sowie wenig bis kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld. In den großen Unternehmen war es für mich immer viel entspannter.

  8. #8
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    Alter: 31
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    AW: Toller Beruf, aber keine Ambitionen auf Karriere

    Ja, ok, also das verstehe ich alles und glaube ich dir auch. War ja nur eine Idee. Aber:

    Wenn ich deinen Text so lese, frage ich mich dann doch was du willst? Leben ist ja leider kein Ponyhof und wenn du oben feststellst, dass du in größeren Firmen wenigstens einigermaßen fair behandelt wirst (was mir völlig klar ist, ich finde die deutsche Abneigung gegen Großkonzerne völlig absurd, wenn man mal sieht, wie viele Leute dadurch einen sicheren, mind. durchschnittlich bezahlten Job haben, während der AG noch etliche Tausend pro Jahr in Büro, Software u.v.m. stecken muss), was bleibt dann noch?

    Und wie gesagt, ich habe von Mittelstand (Definition) geredet, nicht von Klitsche um die Ecke. Du kannst ja, bevor du dich bei Firmen bewirbst, vorher recherchieren oder anfragen wie viele Mitarbeiter die haben und erst ab 350+ dich bewerben!

    Das mache ich übrigens auch so, weil bei allen Bewerbungen im Ausland habe ich schnell festgestellt, dass es erstmal besser ist die Mitarbeiterzahl zu prüfen. Weil die mögen da ein Office haben, aber wenn da nur 10 Mann sitzen, dann habe ich da nicht nur schlechte Chancen sondern auch noch mehr Probleme. Wobei mir das notfalls für eine kurze Zeit noch lieber wäre als einen völlig unbekannten bzw. gar keinen guten Namen auf dem Lebenslauf stehen zu haben. Früher nie drüber nachgedacht, leider heute festgestellt, dass wenn man nicht irgendwann das Steuer rumdreht es nicht besser wird. Weil es viel zu kompliziert ist, einem Personaler in Anschreiben oder Gespräch zu erläutern, in welcher Art von Klitsche man dort vorher eigentlich gearbeitet hat. >.<

    Liebe Grüße

  9. #9
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    AW: Toller Beruf, aber keine Ambitionen auf Karriere

    Wer hoch sitzt, der fällt tief!

    Ohne Worte...

    Gruß
    Lucy

  10. #10
    Wohnt hier

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    AW: Toller Beruf, aber keine Ambitionen auf Karriere

    Ich bin diese Woche zu Hause und baue meine Überstunden ab, damit ich mich auf meine Klausur vorbereiten kann. Jetzt haben mich die Leute aus der Abteilung, in der ich eingesetzt werde, gestern und heute schon mehrmals angerufen. Ihre Fragen habe ich höflich beantwortet, aber ganz ehrlich: Es geht mir auf die Nerven. Wenn ich Gleitzeit oder Urlaub habe oder krank bin, möchte ich nicht von Leuten aus der Firma angerufen werden. Ich bin Sekretärin und dazu noch Leasingkraft, die werden doch wohl ein paar Tage ohne mich auskommen. Wenn ich im September meinen Jahresurlaub habe und im Ausland bin, werde ich das Handy ausgeschaltet lassen und nicht zurückrufen, falls mich jemand anruft. Wenn ich frei habe, dann habe ich frei und stehe dem Unternehmen nicht zur Verfügung. Ich finde es armselig, dass heutzutage scheinbar viele Leute von ihren Angestellten erwarten, jederzeit springen zu müssen...

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