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Diskutiere im Thema Hilfe!! Was soll ich nur tun?? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 13

    Hilfe!! Was soll ich nur tun??

    Hallo miteinander,

    wenn der ein oder andere meinen Vorstellungsbericht gelesen hat, weiß er, dass ich als Sozialpädagogin im Betreuten Wohnen für psychisch Kranke tätig bin. Zur Zeit (bzw. eigentlich schon länger) ist es so, dass mich diese Tätigkeit massivst belastet. Das fängt an bei der Organisation von Terminen bzw. Hausbesuchen, der häufigen Reizuberflutung (ständig von so vielen Menschen umgeben zu sein, macht mich wahnsinnig - Rückzugsorte sind ganz wichtig für mich) bis hin zur Belastung durch meine Klienten selbst. Ich nehme nahezu alle Probleme dieser mit nach Hause und bin komplett unfähig, loszulassen, mich zu distanzieren oder zu entspannen (was mir ja schon aufgrund meiner Persönlichkeit generell sehr schwer fällt).
    Weiterhin habe ich seit geraumer Zeit eine Essstörung; ich neige zu starker Gewichtsabnahme - gerade in Zeiten, in denen es mir sowieso schlecht geht. Da ich so eine panische Angst vor einer Gewichtszunahme habe, beschäftige ich mich so gut wie den ganzen Tag über mit Essen (Darf ich essen? und wenn ja, was und wie viel? Welches Lebensmittel ist verboten und welches erlaubt? etc.) Mein momentaner BMI liegt bei 18, und das ist schon viel für mich.

    Bei der Arbeit versuche ich natürlich, die Fassade aufrecht zu erhalten, was vor allem in dieser Woche gründlich misslungen ist. Gott sei Dank war meine Chefin nicht da, die kriegt nämlich jede Veränderung mit. Heute war ich bei meinem Hausarzt, der mich schon über eine längere Zeit hinweg mit all meinen Hochs und Tiefs begleitet. Eigentlich wollte er mich für die nächste Zeit krankschreiben; das aber wollte ich nicht, weil ich schließlich Verantwortung habe für meine Klienten und das unfair finde meinen Kollegen gegenüber, die die Vertretung übernehmen müssten. Außerdem hat die Urlaubszeit schon angefangen, so dass auch hier Vertretungen zu machen sind. Andererseits habe ich das Gefühl, erdrückt zu werden von der Last. Hinzu kommen auch Probleme privaterseits, auf die ich jetzt nicht eingehen werde.
    Meine Frage an Euch: Was würdet Ihr tun? Würdet Ihr Euch längere Zeit krankschreiben lassen? Am liebsten würde ich kündigen, das bringe ich aber nicht übers Herz. Einerseits mag ich den Verein, in dem ich arbeite und ich hab schon so viele Stellen geschmissen. Ich kann das fast nicht bringen. Mein Ruf ist fast dahin. Ich hab richtiggehend Existenzängste, wenn ich über eine Kündigung nachdenke. Andererseits hab ich auch das Gefühl, vor die Hunde zu gehen, wenn ich das noch länger durchziehe.
    Hab übrigens heute bei meiner Krankenkasse angerufen, damit die mir einen Reha-Antrag schicken. Aber es ist sowieso fraglich, ob die RV die Reha bewilligt.

    So, ich hör mal auf zu sabbeln. Über Tipps, Erfahrungen, Ratschläge bin ich schon jetzt sehr dankbar.

    Euch allen schöne Pfingsttage
    Snowfox

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 135

    AW: Hilfe!! Was soll ich nur tun??

    Hallo Snowfox,

    was würde ich an Deiner Stelle tun?
    Nun, da Deine Lage wohl sehr angespannt und unglücklich ist,
    bleibt als Konsequenz nur, die Situation zu ändern.
    Ich würde mich erst einmal krank schreiben lassen, bevor alles
    noch schlimmer wird.
    Die dann gewonnene Zeit würde ich nutzten, heraus zu finden,
    was Du wirklich in Deinem Leben tun willst, momentan scheinst
    Du auf dem falschen Weg zu sein.
    Natürlich bleibt die Angst vor grossen Veränderungen, aber
    welche Alternativen hast Du sonst noch?

    Noch einmal: Lass Dich krank schreiben, und vergiss das mit
    dem schlechten Gewissen, schließlich geht es Dir wirklich
    nicht gut.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Hilfe!! Was soll ich nur tun??

    Hallo deroptimist,

    wahrscheinlich hast Du Recht...Am besten ist es wohl, nicht zu viele Gedanken daran zu verschwenden, was andere denken (weiß ich ja auch; kommt aber irgendwie doch nicht richtig bei mir an), sondern auf mich selbst zu schauen. Wenn es mir nicht gut geht, kann ich anderen Menschen schließlich auch nicht helfen.

    Lieben Gruß
    Snowfox

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 360

    AW: Hilfe!! Was soll ich nur tun??

    Hallo Snowfix,


    ich bin zwar keine Sozialpädagogin aber ich kenne das mit der Reizüberflutung, man fühlt sich einfach überfordert.
    Ich stimmte deroptimist zu, lass dich mal krankschreiben, es fällt einem schwer weil man die anderen ja nicht im Stich lassen will.
    Mach es einfach für dich!!!!
    Was ich aber auf keinen Fall machen würde ist deinen Job hinschmeissen, ich weiß selber wir neigen leider viel zu oft dazu einfach wenn man das Gefühl hat überfordert zu sein.
    Versuche einfach den inneren Schweinehund zu sagen es ist ein Job und ich ziehe das durch!
    Ja ich weiß ist leichter gesagt als getan, lass dich einfach erstmal krankschreiben und nutze die Zeit um über dich anchzudenken bzw eine Lösung für dich zu finden.

    Liebe Grüsse Shadowrose

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 34

    AW: Hilfe!! Was soll ich nur tun??

    Hi snowfox,

    lass dich krankschreiben und vergiss das mit dem schlechten Gewissen ganz schnell wieder. Du tust doch weder dir noch deinen Kollegen und schon gar nicht deinen Klienten einen Gefallen wenn du so zur Arbeit gehst.
    Du solltest immer daran denken, daß andere Leute in dieser Situation auf dich wahrscheinlich auch nur begrenzt Rücksicht nehmen würden. Das soll keine Legitimation zum Egoismus sein, aber vielleicht hilft es dem Gewissen ein bisschen und mal nebenbei, es geht dir ja wirklich schlecht wie deroptimist schon gesagt hat.
    Ich drück dir die Daumen für die Reha

    lazydogz

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 371

    AW: Hilfe!! Was soll ich nur tun??

    Krankschreiben ist in der heutigen zeit immer eine schlechte Lösung.
    Such dir einen ausgleich.
    Ausgleich kann sein, das du nicht mit dem auto, sonder fahrrad (oder was ähnliches) fährst. Auch gibt es Sportarten, wo man zeitweilig alleine üben kann (Bogenschießen, wo selbst im Training es ruhig ist).

    Das sind immer gute auszeiten.

    Aufgrund deines methodenkompetenz als schneefuchs ...öhm...sozpäd... fallen dir bestimmt noch mehr Hilfsmittel ein, um abstand zunehmen von der sicherlich emotional anspruchsvollen Arbeit. Mit persönlich hilft bewegung sehr gut, selbst stupides runterrasseln von gleichen Bewegungsfolgen - und hunger bekommt man man dadurch auch.

    gruß
    dat Bär

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Hilfe!! Was soll ich nur tun??

    Hallo datBär,

    danke für Deine Tipps, die jedoch allesamt schon beherzigt werden - bis zum Erbrechen....(im übertragenen Sinne). Nutze natürlich schon längst auch alle möglichen Gesprächsangebote durch Kollegen, Vorgesetzte usw, dies jedoch ändert nichts an meinem subjektiven Empfinden. Gerade meine Essstörung ist mittlerweile so chronisch (seit ich 14 bin), dass ich da alleine nicht mehr rausfinden kann - trotz vermeintlicher Methodenkompetenz und Wissen um mögliche Bewältigungsstrategien.

    Trotzdem danke für den Beitrag.

    Viele Grüße und ab dafür...
    Snowfox

  8. #8
    Zissy Stardust

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.576

    AW: Hilfe!! Was soll ich nur tun??

    Hallo Snowfox!

    Grüße in die "Heimat" (bin auch Gladbacher) !

    Habe vor 14 Jahren in einer mir als ausweglos erscheinenden, sehr der Deiner jetzigen ähnelnden, Situation gesteckt.

    War (Bin), wie Du, in einem Beruf (ambulante Altenpflege) beschäftigt, wo nicht einfach nur die Arbeit liegenbleibt, wenn Du nicht kommst, sondern im Sinne des Wortes "ein Mensch".

    Hatte mich über Wochen gedanklich und emotional aufgerieben in dem Spannungsfeld zwischen privatem Leid einerseits und dem Anspruch an mich selber, es bloß ja auch ALLEN ANDEREN,

    so wie gewohnt, weiterhin schön" recht zu machen". Bin immer weiter und weiter arbeiten gegangen, obwohl ich dazu schon längst nicht mehr in der Lage war (und auch schon meine Patienten mit

    meiner depressiven Verstimmung ansteckte - was nätürlich alles NOCH unerträglicher für mich werden ließ...)

    Mein Körper hat den "Knoten" dann mit einer Art "Nervenzusammenbruch" für mich gelöst: Ich war, bei einer Patientin vor Ort, plötzlich nicht mehr in der Lage dazu, einen bestimmten Verband, den ich vorher schon hundertmal gemacht hatte, zu "wickeln". Ich hab`es wieder und wieder versucht - aber da ging rein GAR NIX mehr. Musste die Frau dann unverrichteter Dinge sitzen lassen; bin daraufhin in unser Büro, hab` die Patientenschlüssel und die für den Dienstwagen vor der Bürotür abgelegt (weil Leute drinnen waren und ich mich absolut unfähig dazu gefühlt habe, zu erklären, was denn bloß mit mir los sei ) und bin dann nach Hause geflohen. Bin dann zwei Tage nicht ansTelefon und hab`auch auf die Türklingel nicht reagiert. Du kannst Dir sicher vorstellen, wie GUT das bei meinem Chef und meinen Kollegen ankam...

    Ich schreibe Dir das erstens, damit es bei Dir nicht auch zu so einer, dann erst WIRKLICH für alle Beteiligten, saublöden, akuten Notsituation kommt, die dann evt. "verbrannte Erde" hinterlässt,
    und zweitens, weil sich für mich doch auch etwas durchaus Positives aus dieser Geschichte entwickelt hat:
    Von der mich krank schreibenden Psychiaterin wurde mir ein stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik empfohlen und in der Folge dann auch recht zeitnah möglich gemacht.
    Ich könnte mir vorstellen, dass eine reine Krankschreibung Dir nicht dauerhaft hilft (speziell bei Deiner Ernährungsstörung), während so ein Klinik-URLAUB (nenne ich es jetzt mal ausdrücklich so) eine echte AUSZEIT von Deinem Alltag bedeuten kann. Wunder sollte man sich zwar natürlich keine erhoffen, aber es gibt dort mit Sicherheit jede Menge zielorientierte ANSTÖSSE für einen freundlicheren Umgang mit Dir selber.

    Liebe Grüße

    und alles Gute für Dich!!!

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Hilfe!! Was soll ich nur tun??

    Hallo Spätzünder (oder besser "Leidensgenosse" - im Hinblick auf MG und ADS...),

    ich danke Dir ganz herzlich für Deinen Bericht. Hab im übrigen gestern gemeinsam mit meinem Arzt einen Reha-Antrag ausgefüllt - wird am Montag abgeschickt). Hab ziemlich Angst, dass der abgelehnt wird, vor allem da ich in der ganzen Zeit immer nur sporadisch Hilfe in Anspruch genommen hab und da eben nicht viel nachweisen kann. Ich hatte immer gedacht, dass ich stark bin und alleine herausfinde...Mein Arzt wird den Antrag aber sehr dringend machen, das hat er auf jeden Fall gesagt.

    Wie auch immer - ich kann mir gut vorstellen, wie Deine Arbeit Dich belastet hat. Hab einige Zeit im Sozialdienst eines Altenheims gearbeitet. Da habe ich auch einiges von der Pflege mitbekommen. Getauscht hätte ich wahrlich nicht gerne. Arbeitest Du jetzt immer noch in der Altenpflege oder hast Du Dich umorientiert?

    Lieben Gruß vom Snowfox

  10. #10
    Zissy Stardust

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.576

    AW: Hilfe!! Was soll ich nur tun??

    Ich arbeite immer noch, seit nunmehr 25 Jahren, in der Altenpflege; momentan in einer Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen.

    Erstaunlicherweise macht mir meine Arbeit -teilweise- immer noch sehr viel "Freude" : Ich kann viele der Charakterzüge, die ich an mir selber wirklich mag ( Verständnis für und Geduld im Umgang mit"Schwächen" meiner Mitmenschen, natürliche Hilfsbereitschaft (ohne Helfersyndrom), Humor (auch in der Krise)...und jetzt muss ich aufpassen, dass mir das hier nicht zur Selbstbeweihräucherung mißrät.... : Aber ich finde tatsächlich, dass ich einen guten Job mache, soll heißen: Ich pflege so, wie ich selber gern mal gepflegt werden würde.

    Die Arbeit selber, egal wie schwer sie auch manchmal körperlich und seelisch ist, hat mir eigentlich nie wirklich viel ausgemacht (nehme das Leid der "Patienten" auch nicht -so wie Du- mit nach Hause).

    Dafür aber umso mehr den EWIGEN Stress mit unfähigen Vorgesetzten, mißgünstigen, stets auf den eigenen Vorteil bedachten, für den PFLEGEBERUF in meinen Augen schlichtweg ungeeigneten Kollegen (die dann auch noch prompt häufig diejenigen waren/sind, die von den Chefs besonders geschätzt werden...)

    Bin jetzt, zum ersten Mal in fast 35 Jahren Berufsleben, einigermaßen guter Hoffnung, dass ich nun eine Vorgesetzte bekommen habe, die meinen (zugegebenermaßen HOHEN) Ansprüchen im Großen und Ganzen gerecht werden könnte (weshalb es mir derzeit auch recht gut geht ).

    Wie sind/waren Deine "Rahmenbedingungen" bei der Arbeit? Geht es Dir ähnlich wie mir oder belastet Dich schon Deine Arbeit als solche?

    Grüße!!
    Geändert von Spätzünder (18.06.2011 um 19:33 Uhr)

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