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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 360

    Zeitvertrag

    Huhu,

    bin mir nicht wirklich sicher ob das hier reingehört oder nicht, falsch es hier falsch ist bitte verschieben

    Es ist so das ich bis zum 31.07. einen Zeitvertrag habe, dazu sei gesagt ich bin Erzieherin. Am Mittwoche wurde mir eröffnet das mein zeitvertrag leider doch nicht verlängert wird, ich bin die letzte die gekommen ist und auch die erste die gehen muss.

    Es ist so das ich mich zwar in letzter Zeit dort eh nicht mehr wohlgefühlt habe aber ich hatte wenigstens Arbeit.

    Nun hatte ich zwar letzte Woche noch ein Vorstellungsgeräch, allerdings weiß ich eben nicht ob ich den Job bekomme.

    Das lässt meine Gedanken schon wieder Kreisen, es ist auch so das es warscheinlich keine Vollzeitstelle mehr sein wird.
    Wie ist das bei Euch, arbeitet ihr Vollzeit?

    Ich weiß noch nichtmal ob es überhaupt sinnvoll ist mit ADHS eine Vollzeitstelle zu machen, da man doch im privaten mit vielen anderen Problemen beschäftigt ist.

    Meine Gedanken schirren mir schon wieder durch den Kopf werde ich bis zum 01.08. eine neue Stelle bekommen, wo wird sie sein, was werden mich dort für Kollegen erwarten?!
    Komme ich mit meinem ADHS überhaupt dort zurecht oder wäre vielleicht ein Job am Schreibtisch doch sinnvoller?

    Manchmal bin ich doch am zweifeln ob Erzieherin überhaupt der richtige Job für mich ist, er macht mir zwar sehr viel Spass aber da man als Erzieherin einen Rundblick braucht frage ich mich ob es das richtige ist.

    Es grüßt Euch Shadowrose

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Zeitvertrag

    Ich bin der Meinung, dass man nicht generell sagen kann ob für einen ADHS-ler ein Vollzeit- oder ein Teilzeitjob das Richtige ist. Wir sind alle Individuen, und auch nicht jeder ADHS-ler tickt gleich. Unsere Baustellen stimmen zwar teilweise überein, aber auch wir unterscheiden uns in einigen Punkten voneinander. Ich kann für mich sagen, dass ich mit einem Vollzeitjob sehr wohl klar komme... allerdings habe ich meine Grenzen. Ich arbeite für eine Zeitarbeitsfirma, und mein letzter Einsatz war definitiv ungeeignet für mich. Ich saß die ganze Woche über Montag bis Freitag fast durchgehend 10 Stunden im Büro (und das bei einer offiziellen 35-Stunden-Woche), Mittagspausen und kurze Gespräche mit Kollegen waren aus Zeitmangel selten drin, das Telefon klingelte oft am laufenden Band, der Chef hatte dauernd Phasen, in denen er alle 2 Minuten nach mir rief und irgendwas wollte, ich hatte täglich 50-100 Mails zu bearbeiten, ständig kamen Kollegen zu mir an den Platz und wollten was, und natürlich musste ich auch jeden Tag die Aufgaben erledigen, die mir der Chef in einer 60-minütigen Rücksprache diktierte. Dazu kam noch die riesengroße Papierablage, und ich habe generell ein Problem mit viel Papier. Außerdem musste ich 90 in eine Richtung mit den Öffentlichen fahren. Sprich: Ich war oftmals 16 Stunden am Tag außer Haus.

    Dass ich überfordert war, ist kein Wunder. Kurz vor Weihnachten stand ich vor dem Burn-Out, da hat nicht mehr viel gefehlt. Ich musste öfters Arzt- und Behördentermine absagen oder verschieben, für Privates hatte ich unter der Woche absolut keine Zeit mehr. Mein Fernstudium habe ich im letzten Semester komplett aufs Eis gelegt, und für den Nebenjob war auch kaum Zeit übrig... und den brauche ich schon sehr, denn das Zeitarbeitsgehalt reicht mir gerade mal so für die Grundbedürfnisse wie Miete, Heizung, Strom, Fahrkarte, Telefon/Internet, Versicherungen, Lebensmittel, GEZ usw. Inzwischen arbeite ich an einem anderen Standort derselben Firma und fühle mich auf meinem jetzigen Arbeitsplatz so richtig wohl. Das Aufgabengebiet unterscheidet sich nicht so sehr vom letzten Einsatz, aber der Job an sich ist weitaus stressfreier. Ich arbeite in den stressigsten Zeiten 42 Wochenstunden und fahre nur knapp 1 Stunde in eine Richtung, das macht schon eine Menge aus. Jetzt mache ich auch mal unter der Woche etwas im Haushalt und bin fleißig im Nebenjob. Abgesehen davon bin ich in den hellen Sommermonaten wesentlich fitter und nicht so schnell müde und kaputt wie im Winter.

    Was den Beruf angeht, glaube ich auch nicht dass es so sehr was mit ADHS zu tun hat. Was für dich vielleicht nicht so sinnvoll erscheint, könnte für mich genau das Richtige sein und umgekehrt. Ich mag meinen Job wirklich sehr und möchte ihn nicht missen. Allerdings gibt es Grenzen, was den Stress angeht. Ich habe nichts gegen anstrengende Phasen, in denen ich auch mal 10 Stunden durchpowern muss. Nach solchen Arbeitstagen bin ich stolz auf mich, wenn ich es geschafft habe und alles super gelaufen ist. Aber wenn wirklich JEDER Arbeitstag nichts als Stress bedeutet und ich jeden Abend total k. o. nach Hause komme, dann macht mir das keinen Spaß mehr. Da ertrage ich sogar lieber monotone langweilige Arbeiten, die bei vielen ADHS-lern eher unbeliebt sind. Wenn ich zu viel Stress habe, sieht man es mir auch an dass ich genervt bin... weil ich dann auch die Beherrschung verliere, vor mich hinfluche etc. Für mich gilt: Vollzeitjob ist prinzipiell okay, aber nur solange ich nach Feierabend genügend Zeit für andere Aktivitäten habe. Ich bin nicht dazu geschaffen, ausschließlich für die Arbeit zu leben. Es macht mich körperlich und seelisch nur fertig.

    Als Erzieherin habe ich mal im Rahmen der Projekttage meiner alten Schule in der 10. Klasse ein einwöchiges Praktikum absolviert und fand es klasse. Es gab überhaupt keine Probleme, wobei ich allerdings denke dass es auch viel damit zu tun hatte, dass die eigentlichen Erzieherinnen in dieser Kindergartengruppe ihren Job richtig toll gemacht haben und ihre Kinder jederzeit super im Griff hatten. Ich weiß jetzt nicht, wie lange du an deiner jetzigen Stelle gearbeitet hast und ob es an früheren Arbeitsplätzen anders war... das ist nämlich auch ein wichtiger Punkt.

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 360

    AW: Zeitvertrag

    ich denke auch nicht unbedingt das ich für einen Vollzeitjob nicht geeignet bin, es kommt dann immer darauf an in was für einem Umfeld man arbeitet.
    Das wichtigste an der Arbeit ist, die Arbeit im Team.
    Da man ja auch die meiste Zeit mit seinen Kollegen verbringt sollte es schon passen im Team.
    In meiner jetzigen Stelle bin ich eben erst seit Januar.
    Also ich habe in den anderen Stellen nur Teilzeit gearbeitet, das heißt es waren maximal 30 Std, nicht weil ich keinen Vollzeitjob wollte,
    sondern weil ich nix anderes bekommen habe.

    Seit Januar arbeite ich nun Vollzeit, allerdings habe ich auch noch einen Hund und zwei Katzen was auch einiges an Zeit in Anspruch nimmt.

    Was momentan meine Angst ist vielleicht wieder nicht das passende zu bekommen, aber vielleicht gibt es an jeder Arbeitsstelle einen Haken.

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