Seite 1 von 4 1234 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 32

Diskutiere im Thema Professorin von ADHS - Diagnose erzählen? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    Professorin von ADHS - Diagnose erzählen?

    Hallo,

    ich hab momentan ein sehr ähnliches Problem wie han-solo: Meine Abschlussarbeit. Wenigstens hab ich schon ca. 60 von 80 Seiten geschafft, die waren allerdings auch schon zum größten Teil vor fast einem Jahr vorhanden (hab dann noch ein bißchen dran rumgebastelt, aber nicht viel geschrieben). Nun. Diese Arbeit liegt hier rum und wartet auf ihre oder besser gesagt, meine Erlösung. Es fehlt nur noch ein Fazit.

    Ich glaube, dass ich es schaffen werde, bis zum Herbst (dann ist wieder ein Semester rum) den Abschluss zu schaffen, habe mich aber ewig nicht bei meiner betreuenden Professorin gemeldet. Außerdem hab ich ihr schon drei mal gesagt, dass ich ihr die Arbeit bald schicken werde und hab es dann doch nicht getan. Und die Vorstellung meiner Diplomarbeit habe ich auch noch nicht gemacht, sie meinte zu mir, die müssten wir alleine machen, ohne Studienkollegen, weil ich inzwischen in einer anderen Stadt wohne.

    Nun weiß ich erstens nicht, ob sie das noch so machen will, weil sie das bestimmt inzwischen vergessen hat, dass sie die Vorstellung mit mir alleine machen will und zweitens weiß ich nicht, ob sie mir überhaupt noch wohlgesonnen ist.

    Nun möchte ich mich bald bei ihr wieder melden, um ihr wirklich meine Diplomarbeit zuzuschicken und wegen der Vorstellung meiner Arbeit anfragen. Ich habe mir gedacht, dass meine ADHS - Diagnose mir dabei helfen könnte, mehr Verständnis für meine Prokrastination zu wecken, habe aber auch die Befürchtung, dass ich in eine unvorteilhafte Schublade gesteckt werde, wenn sie ein falsches Bild von ADHS hat.

    Außerdem weiß ich nicht, ob es überhaupt notwendig ist, sich zu entschuldigen (sie ist das wahrscheinlich von Studenten gewohnt) und ob es sich nicht vielmehr nach ,,Ausrede" anhört, wenn ich ihr schreibe, dass ich auf ADHS diagnostiziert worden bin.

    Was meint ihr? Wäre es eher klug, ihr von meiner Diagnose zu schreiben oder eher dumm?

    liebe Grüße
    Chamaeleon

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 50

    AW: Professorin von ADHS - Diagnose erzählen?

    NEIN!

    Tu es nicht. Kaum jemand kennt sich gut genug aus damit. In den Köpfen der Allgemeinheit wird das ganze als Pseudo-Syndrom angesehen. Deine Professorin wird dies nicht richtig nachvollziehen können und für eine faule Ausrede halten.

    Ich würde mich einfach nur entschuldigen dass das ganze so chaotisch abläuft bei dir. Erstmal ohne Begründung. Falls sie es dann genauer wissen will kannst du a) "harmlos" lügen ("Ich muss soviel Arbeiten sonst kann ich meine Miete nicht bezahlen") oder einfach
    und das halte ich für den Königsweg:

    Sag ihr dass du persönliche Probleme hast, du aber trotzdem mit ganzer Kraft versuchst es zu schaffen. Das ist sowohl wahr als auch undefiniert, niemand wird nachfragen was genau das Problem ist. (Und falls doch sag sowas wie: "Da kann ich nur mit meinem Therapeuten drüber reden) Als Begründung ist das völlig ausreichend und für ADS-unbedarfte Menschen viel besser nachzuvollziehen.

    Ich würd übrigens grundsätzlich gegenüber anderen niemals ADS als Grund anführen, es wird einfach nicht verstanden von uninformierten oder unbetroffenen Menschen...

    Viel Erfolg!

    PS: Bei mir läufts ganz gut gerade, ich schreibe extrem wenig aber dafür jeden Tag. Irgendwie durchbricht das den Kreislauf. Versuche dir vorzunehmen jeden Tag wirklich nur zwei Sätze zu schreiben und lass erstmal außen vor ob die Sätze hilfreich sind oder nicht. Das ganze schafft Erfolgserlebnisse und baut dieses Hemmnis ab... Am Ende fügt sich das schon irgendwie zusammen. Ich nehme zudem Johanniskraut, das hält meine Stimmung stabil und hilft mit sehr gut gegen diese Kopfblockade...

    Liebe Grüße...

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Professorin von ADHS - Diagnose erzählen?

    Ok, klare Ansage.

    Ich denke auch, dass es klüger ist, ihr und anderen nicht davon zu erzählen...nur manchmal juckt es in den Fingern, es jemandem zu sagen, weil es erstens eine große Erkenntnis in meinem Leben ist und ich diese gerne anderen mitteile und zweitens wäre es schon cool, wenn meine Diagnose auch anderen erklärte, weshalb ich so bin, wie ich bin und handle, wie ich handle.

    Die Versuchung ist groß, die Diagnose zu ,,benutzen" - als ,,Ausrede", Erklärung, Richtigstellung usw. - aber ich denke, es ist klüger, nichts zu sagen und das mit sich selbst auszumachen. Und wenn man es jemandem sagt, dann mit ausführlicher Erläuterung - also nicht sehr oft, ist zu anstrengend, sich immer erklären zu müssen.

    Deinen Vorschlag mit den ,,persönlichen Problemen" finde ich sehr gut, werd ich genauso machen, danke.

    Dann werd ich mal in deinen Thread schauen, ob sich da noch ein paar gute Tipps finden lassen (übrigens habe ich mir selbst auch Probleme gemacht, weil ich die ganze Zeit nur nach Tipps und Tricks geguckt habe, wie man seinen inneren Schweinehund überwindet, wie man sich selbst überlisten kann und welche Strategien es gibt). Den Kreislauf, von dem du sprichst, habe ich schon ein Stückchen aufgebrochen, indem ich mir auch vorgenommen habe, immer nur ganz wenig zu arbeiten, was dann automatisch mehr wurde. Man muss nur aufpassen, dass man nicht wieder zurückfällt und sollte wenigstens einigermaßen regelmäßig arbeiten, weil man sonst wieder ,,draußen" ist.

    Ich wünsch uns beiden viel Glück

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 50

    AW: Professorin von ADHS - Diagnose erzählen?

    Chamaeleon schreibt:
    Den Kreislauf, von dem du sprichst, habe ich schon ein Stückchen aufgebrochen, indem ich mir auch vorgenommen habe, immer nur ganz wenig zu arbeiten, was dann automatisch mehr wurde. Man muss nur aufpassen, dass man nicht wieder zurückfällt und sollte wenigstens einigermaßen regelmäßig arbeiten, weil man sonst wieder ,,draußen" ist.
    Ja, das hast du perfekt auf den Punkt gebracht. Meinen absoluten Tiefpunkt (als ich meinen Post verfasst habe) hatte ich nachdem ich über drei Wochen - erst krankheits- dann blockadebedingt überhaupt nichts geschafft habe. Ich hab's glücklicherweise geschafft wieder einzusteigen, das Hemmnis war ja das größte. Jetzt mache ich jeden Tag etwas, wie gesagt mit dem Minimalziel "Zwei Sätze", mit der Hauptmotivation nicht wieder ins Loch zu fallen. Und ich hab das Gefühl auf die Art entsteht die Arbeit wie von selbst.. Mir geht's jetzt auch wieder ziemlich gut, ich weiß dass liegt daran dass ich was schaffe - und das will ich nicht gefährden indem ich auch nur einen Tag aussetze.. und wenn es dann auch nur die zwei Sätze sind, man bleibt im Thema und fühlt sich trotzdem gut..

    Wir schaffen das! Und zur Hölle, ich werd in meinem Leben sicher keine zweite Abschlussarbeit schreiben )

    Ich freue mich dass meine Idee hilfreich zu sein scheint
    Liebe Grüße

  5. #5
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Professorin von ADHS - Diagnose erzählen?

    han-solo schreibt:

    Wir schaffen das! Und zur Hölle, ich werd in meinem Leben sicher keine zweite Abschlussarbeit schreiben )
    Zweite Abschlussarbeit?! Jetzt hör aber auf, allein die Vorstellung...! Wir schaffen das auf jeden Fall! Wenn man diesen Kreislauf einmal verlassen hat, kommt das Ganze ins Rollen und kurz vor dem Ziel (so ist es momentan scheinbar bei mir - aber wer weiß, vielleicht ist das auch nur so ne ,,Stimmung") hat man dann nochmal vermehrt Motivation, weil das Ziel zum Greifen nah ist und man geistig eigentlich schon da ist und nur noch ein paar Schritte gehen muss.

    Besonders wohltuend ist auch das Gefühl, wenn sich die Hauptaussage, der rote Faden, das Fazit herauskristallisiert. Erst dann ist man ,,Herrscher" seiner Arbeit. Naja, zumindest ich. Gott, was hab ich mich schon verlaufen darin. Lustig ist, dass ich durch mein gesamtes Studium hindurch immer erst am Schluss der Arbeit einen Titel für dieselbige hatte...war auch nie ein Problem, nur jetzt bei der Diplomarbeit etwas ungünstig, weil ich die Arbeit schon fast fertig habe, aber immer noch kein Exposé abgegeben, geschweige denn einen Titel habe. Aber woher soll ich denn auch wissen, was ich denke, bevor ich lese, was ich schreibe?

    Also, wir scheinen auf einem guten Weg zu sein.

    liebe Grüße

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 148

    AW: Professorin von ADHS - Diagnose erzählen?

    Hallo Chamaeleon,

    möchte mich han-solos Ansicht vollständig anschließen. Es ist zwar verständlich, dass man sein Gegenüber wissen lassen will, dass die "Macken" auch einen biologischen Grund haben. Ratsam ist es dennoch nicht, die ADS-Diagnose preiszugeben, denn Verständnis wird man in den wenigsten Fällen bekommen. Es besteht sogar eher die Gefahr, dass es als Ausrede angesehen wird.

    Im übrigen freut es mich für han-solo, dass die "jeden Tag ein bisschen"-Strategie auch bei dir funktioniert.

    LG,

    Scarlatti

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 71
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Professorin von ADHS - Diagnose erzählen?

    Liebes Chamaeleon!

    Es sollte wirklich ausreichend sein, wenn du deiner Professorin sagst, dass es persönliche Probleme gegeben hat, die zu dieser Verzögerung geführt haben.

    Ich war auch ein erfolgreicher Verzögerer bei Abgabe-Terminen.
    Deine Probleme sind mir durchaus noch in Erinnerung.

    Nach dem Studium hat mich nie jemand gefragt, mit welchen Noten ich abgschlossen habe.
    Wichtig ist es nur, vor allem für sich selber, dass man es zu Ende bringt.

    Wünsch dir alles Gute!
    alvaro

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 148

    AW: Professorin von ADHS - Diagnose erzählen?

    alvaro schreibt:
    Es sollte wirklich ausreichend sein, wenn du deiner Professorin sagst, dass es persönliche Probleme gegeben hat, die zu dieser Verzögerung geführt haben.
    Man kann durchaus auch "chronische gesundheitliche Probleme", sogar eine "Medikamentenumstellung" ins Spiel bringen. Normalerweise wird niemand außerhalb des eigenen Bekanntenkreises da genauer nachfragen. Allerdings musst du dann damit Leben, dass die Leute Schilddrüsenprobleme oder ähnliches bei dir vermuten.

    LG,

    Scarlatti

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 167

    AW: Professorin von ADHS - Diagnose erzählen?

    NEIN!

    ABER...geh mal zum Hauptsekretariat deiner Uni. Jede Uni hat so eine Art von Vertrauensprofessoren die in einem Gremium entscheiden was sie bei Problemen mit schwierigen Fällen machen. Evtl kannst du ja mit einen von denen reden was du machen könntest.

  10. #10
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Professorin von ADHS - Diagnose erzählen?

    alvaro schreibt:

    Nach dem Studium hat mich nie jemand gefragt, mit welchen Noten ich abgschlossen habe.
    Wichtig ist es nur, vor allem für sich selber, dass man es zu Ende bringt.
    Ja, das denk ich auch...die Note ist mir inzwischen auch relativ egal, ich mein, ja klar ist es nicht unbedingt förderlich für´s Selbstbewusstsein, mit einer Note abzuschließen, die besagt, dass man es ,,gerade eben" geschafft hat, aber noch schlimmer wäre kein Abschluss.

Seite 1 von 4 1234 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Diagnose ADHS
    Von Einstein im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 20.05.2011, 18:16
  2. Diagnose ADHS
    Von Rehauge im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 18.07.2010, 19:59

Stichworte

Thema: Professorin von ADHS - Diagnose erzählen? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum