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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 62

    Unglücklich burn out?

    hallo,

    momentan bin ich ziemlich ratlos.

    ich weiss einfach nicht wie es beruflich bei mir weitergehen soll. ich habe keine energie mehr und kann mich kaum motivieren, trotz mph.

    seit fast neun jahren arbeite ich nun schon in dieser firma. angefangen habe ich mal mit 40 wochenstunden, mitlerweile habe ich meine arbeitszeit auf 24 stunden reduziert, arbeite also 4x6 stunden im schichtdienst betrieb in der zeit von 07:30 - 22:00 uhr. allerdings haben sich im laufe der jahre das arbeitspensum und der umfang der taetigkeit, sowie die kontrolle ( monitoring ) dermassen vervielfacht, sodass ich kraeftemaessig und emotional einfach an meine grenzen stosse. immer oefter bin ich arbeitsunfaehig und jedesmal nach rueckkehr an den arbeitsplatz gibt es sogenannte fehlzeitengespraeche.

    vor zwei jahren wurde mir eine mutter und kind kur genehmigt, selbst diese hat mir nicht den gewuenschten energieschub gegeben.

    immer mehr mitarbeiterInnen in unserer abteilung, haben aufgrund von arbeitsbelastung sowie persoenlicher & familiaerer probleme starke psychische beeintraechtigungen, muessen sich in psychiatrische behandlung ( auch klinikaufenthalte ) begeben. ich habe angst das es mir irgendwann ebenso schlecht ergehen wird.

    wie soll es nur weitergehen?

    viele gruesse

    adelicious

  2. #2
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: burn out?

    Hallo adelicious,

    ich möchte fast sagen...Gott sei dank geht es vielen Frauen in deinem Betrieb so wie dir!
    Denn das zeigt ja deutlich, dass da ein "Fehler im System" sein muss. Das würde ja die Möglichkeit bieten, die Gesamtproblematik bei der Leitung an zu sprechen. Ich weiß nicht wie groß der Betrieb ist und wie strukturiert.
    Gibt es einen Betriebsrat? Oder ist es eher ein kleineres Unternehmen?

    Auf jeden Fall steht eins für mich fest. Auch wenn Mitarbeiter prinipiell ersetzbar sind, kann keinem Betriebsleiter / Chef daran gelegen sein, dass ständig Mitarbeiter ausfallen und dann ausgetauscht werden. Zu hohe Mitarbeiterfluktuation kann selbst gut laufende Unternehmen in die Knie zwingen. Das Kostet viel Geld und Zeit!

    Ich will damit sagen, dass wenn ihr höflich aber bestimmt euren Gesprächsbedarf anmeldet, sich die Leitung sicher darauf einlässt. Und dann müsste man in einer Art Brainstorming versuchen die Ursachen und Wirkungen mal auseinander zu klamüsern.
    So bleiben, wie es ist, kann es ja offensichtlich nicht. Was mich wundert ist, dass die Betriebsleitung das noch nicht selbst angeregt hat. Denn wenn mehrere Mitarbeiterinnen des öfteren Klinikaufenthalte haben müssen, dann muss das doch auch etwas mit der Arbeit zu tun haben. (gut, Schichtarbeiter sind ja generell höher belastet als "nine to five" Jobber, aber trotzdem muss man da dochmal schauen, was schief läuft)


    Ich hoffe du findest eine Lösung, und warte nicht auf den großen Knall...

    L.G.
    happypill

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 62

    AW: burn out?

    hallo happypill,

    vielen dank fuer deine antwort.

    ja, sicherlich ist da ein fehler im system! der geschaeftsfuehrung ist das auch klar, es wird ja zahlenmaessig alles dokumentiert. wie es scheint ist die abteilung in der ich arbeite mit ca. 80 von fast 350 mitarbeitern insgesamt, beim betriebsrat nicht ausreichend vertreten. obwohl der betriebsrat von vielen mitarbeitern schon informiert wurde, sind doch die umstaende nur eingeschraenkt veraenderbar. letztendlich bleibt kaum handhabe. natuerlich ist die fluktuation dementsprechend gross, aber es werden keine kosten und muehen gescheut -> es gibt immer ausreichend "ersatz". diese vorgehensweise ist wohl bezeichnend fuer den heutigen fuehrungsstil vieler unternehmen.

    daher kreisen meine gedanken immerzu im kreis. zusaetzlich hat mir frueher die sogenannte qualitaetssicherung, als training bezeichnet obwohl es eine kontinuierliche ueberwachung waehrend eines definierten zeitraums ist - sowie deren auswertung und bewertung, nicht so dermassen belastet. ich habe sehr hohe ansprueche an mich und kann diesen immer weniger gerecht werden. ich moechte einfach nicht dauernd bewertet werden, stattdessen wuerde ich viel lieber mein fachwissen durch effektive schulungen anreichern.

    bin ich beruflich nicht mehr gesellschaftsfaehig nur weil ich diese kontrolle nicht mehr ertragen kann und will?

    liebe gruesse

    adelicious

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 204

    AW: burn out?

    Hi adelicious,
    es ist schon sehr schockierend das es so vielen MItarbeitern so schlecht geht bei dir in der Firma!
    Hast du schon mal überlegt zu einer Psychologin zu gehen,mit der du einfach über all die Sachen reden kannst bevor der große Knall vielleicht auch bei dir kommt?
    Hast du einen Mann oder eine liebe Familie die dich in dieser Situation unterstützen kann!?
    Sorry ich frage dich bestimmt viel zu viel;-)!

    Lieben Gruß
    Ney

  5. #5
    sailormoon

    Gast

    AW: burn out?

    adelicious schreibt:
    ich habe sehr hohe ansprueche an mich und kann diesen immer weniger gerecht werden. ich moechte einfach nicht dauernd bewertet werden, stattdessen wuerde ich viel lieber mein fachwissen durch effektive schulungen anreichern.

    bin ich beruflich nicht mehr gesellschaftsfaehig nur weil ich diese kontrolle nicht mehr ertragen kann und will?
    hi adelicious

    andauernd bewertet zu werden ist, wie wir bei uns sagen, "wasser in den Rhein tragen". absolut unnötig; es motiviert nicht, sondern fügt eine note misstrauen hinzu, die man als arbeitgeberin nicht brauchen kann. sie könnten sich die mühe sparen.

    die frage bezüglich "gesellschaftsfähigkeit" im job habe ich mir schon oft gestellt.
    einerseits: ich war schon in vielen stellen, die auf mehreren ebenen nicht geklappt haben. es hat immer eine geschichte dahinter! aber nach meinem abgang gingen meistens auch andere leute - wenn nicht sogar gleichzeitig - was meinen mut bestärkt hat.
    heisst das wir merken es einfach früher, wenn dinge unfair sind? adhsler sollen ja einen ausgeprägten gerechigkeitssinn haben. siehst du das auch so? manchmal kann mich sogar die situation meines ganzen teams oder einer mitarbeiterin so aufregen, dass ich kaum an mir halten kann.
    andere können da gelassener auftreten.

    und deshalb kommt das andererseits: sind wir einfach zu viel "im kopf", dass wir die realen und leider meist misslichen umstände nicht akzeptieren können? müssten wir uns besser anpassen? was, wenn das nicht geht???

    ich habe schlussendlich meistens nach meinem empfinden gehandelt im endeffekt. dh - so lange probiert und geredet bis nix mehr ging und dann aufgrund der situation entschieden zu gehen oder noch ein bisschen durchzuhalten...

    aber ob das auch der richtige weg war.......... regrets hab ich keine, aber gedanken!!!

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 62

    AW: burn out?

    Neytiri schreibt:
    Hi adelicious,
    es ist schon sehr schockierend das es so vielen MItarbeitern so schlecht geht bei dir in der Firma!
    Hast du schon mal überlegt zu einer Psychologin zu gehen,mit der du einfach über all die Sachen reden kannst bevor der große Knall vielleicht auch bei dir kommt?
    Hast du einen Mann oder eine liebe Familie die dich in dieser Situation unterstützen kann!?
    Sorry ich frage dich bestimmt viel zu viel;-)!

    Lieben Gruß
    Ney
    liebe ney,

    danke fuer deine antwort.

    sei unbesorgt, du fragst nicht zuviel.

    es ist wirklich traurig unter welchen umstaenden man sein geld verdienen muss.

    gluecklicherweise, habe ich trotzallem so nette arbeitskollegen, wenn das nicht so waere wuerde ich in dieser firma nicht mehr arbeiten koennen.

    ich habe mich auf anraten meiner aerztin, welche ebenfalls meine ads diagnose stellte, auf die suche nach einem therapieplatz begeben. gluecklicherweise habe ich ueber die psychotherapeutische vereinigung einen psychotherapeuten gefunden der auch tatsaechlich freie terminkapazitaeten hat ( ist in berlin scheinbar gar nicht so einfach, hatte wohl riesenglueck ) und dort hatte ich bisher drei gespraechstermine. ich weiss ja das sich unbedingt etwas aendern muss, allerdings kommt man nicht so schnell auf die loesung des problems wenn man mit dem therapeuten die thematik in 45 minuten kurz bespricht. daher habe ich jetzt den antrag auf eine laengerfristige therapie bei der krankenkasse gestellt. mal sehen wie es sich entwickeln wird.

    ich habe einen ehemann, allerdings arbeitet er im ausland und ist regelmaessig in unregelmaessigen abstaenden zu hause so dass er mir diesbezueglich keine grosse unterstuetzung sein kann. meine liebe familie sind genau genommen meine drei kinder, ansonsten ist der rest der familie weit zerstreut. mit meiner 17-jaehrigen tochter habe ich ein gutes verhaeltnis und kann auch mit ihr ueber die arbeitsbedingungen durchaus reden.

    viele gruesse

    adelicious

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 62

    AW: burn out?

    sailormoon schreibt:
    hi adelicious

    andauernd bewertet zu werden ist, wie wir bei uns sagen, "wasser in den Rhein tragen". absolut unnötig; es motiviert nicht, sondern fügt eine note misstrauen hinzu, die man als arbeitgeberin nicht brauchen kann. sie könnten sich die mühe sparen.

    die frage bezüglich "gesellschaftsfähigkeit" im job habe ich mir schon oft gestellt.
    einerseits: ich war schon in vielen stellen, die auf mehreren ebenen nicht geklappt haben. es hat immer eine geschichte dahinter! aber nach meinem abgang gingen meistens auch andere leute - wenn nicht sogar gleichzeitig - was meinen mut bestärkt hat.
    heisst das wir merken es einfach früher, wenn dinge unfair sind? adhsler sollen ja einen ausgeprägten gerechigkeitssinn haben. siehst du das auch so? manchmal kann mich sogar die situation meines ganzen teams oder einer mitarbeiterin so aufregen, dass ich kaum an mir halten kann.
    andere können da gelassener auftreten.

    und deshalb kommt das andererseits: sind wir einfach zu viel "im kopf", dass wir die realen und leider meist misslichen umstände nicht akzeptieren können? müssten wir uns besser anpassen? was, wenn das nicht geht???

    ich habe schlussendlich meistens nach meinem empfinden gehandelt im endeffekt. dh - so lange probiert und geredet bis nix mehr ging und dann aufgrund der situation entschieden zu gehen oder noch ein bisschen durchzuhalten...

    aber ob das auch der richtige weg war.......... regrets hab ich keine, aber gedanken!!!
    liebe sailormoon,

    auch dir zunaechst mal vielen dank fuer deine antwort.

    deine "rheinwasserlogik" gefaellt mir und kommt meinem lieblingsspruch sehr nah, welcher lautet:

    ------> sowenig kuehe vom wiegen fetter werden, desto weniger wird die arbeit durch kontolle besser. <------


    zur optimierung von arbeitsablaeufen oder dem arbeitsklima gehoert mehr als einzig und allein kontrolle. vor allem bei mitarbeitern die jahrelang, trotz der bezeichnend hohen fluktuation, immer noch bei der firma arbeiten sollten doch die staerken sowie schwaechen bekannt sein. danach sollte man handeln und nicht dauernd bewerten.

    ungerechtigkeiten sind fuer mich echt gift. ich stimme dir zu, und bin der festen ueberzeugung das ads-ler einen staerker ausgepraegten gerechtigkeitssinn haben. ist bei meinem sohn nicht anders. bei ihm ist es sogar oft so, dass er sich dann sehr ereifert und gar keine ruhe mehr gibt. ich war frueher auch so, kann mich mitlerweile besser kontrolieren.

    in jungen jahren, als ich lediglich die verantwortung fuer mich alleine trug, habe ich sobald es am arbeitsplatz auf die ein oder andere weise kriselte - genau wie du auch - entschieden zu gehen. bereut habe ich das nicht ein einziges mal.

    mitlerweile sorge ich ja fuer drei kinder und da bin ich nicht mehr so impulsiv.

    leztendlich bleibt die frage: was ist zu tun?

    die situation auf dem arbeitsmarkt laesst keinen platz zum spekulieren, viele menschen suchen arbeit. noch dazu ist ein unbefristeter arbeitsvertrag schon was wert in der heutigen zeit - aber zu welchem preis?

    viele gruesse

    adelicious

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 409

    AW: burn out?

    Liebe adelicious,

    ich kann deine Situation sehr gut verstehen, weil ich unter sehr ähnlichen Umständen arbeite.

    Es ist immer sehr einfach für Außenstehende zu sagen "Geh doch zum Betriebsrat" oder "Das muss doch die Geschäftsleitung einsehen" oder "Wie viel von der Firma gehört dir, weil du dich da immer so reinsteigerst" oder, oder, oder ....ich könnte diese Liste endlos weiterführen.

    Als erstes finde ich gut, dass du deine Arbeitszeit reduziert hast. Das ist der erste Schritt und der zweite Schritt wäre nun "Abgrenzen"...und ich glaube da liegt der Hund begraben.

    Ich kann jetzt nur von mir sprechen...

    Ich arbeite mit Leidenschaft, und Leidenschaft ist das was Leiden schafft.

    In meinem ganzen Denken und Handeln bin ich (vielleicht aufgrund ADHS - aber ich bin mir da gar nicht mal so sicher) stets auf der Suche nach einfachen lösungsorienterten Arbeiten und stoße ständig an meine Grenzen, weil das System meines Arbeitgebers diese Denkweise kaum ermöglicht. Bei uns heißt es "Bürokratieabbau" die durch immer stärkeren Kontrolle der Prozesse (und somit auch Kontrolle von Mitarbeitern) verdoppelt wird.

    Was bei uns dazu kommt sind die "Sparmaßnahmen" die hauptsächlich zu Lasten der Mitarbeiter gehen. Bei uns wurden der Mitarbeitetstab so reduziert, dass heute eine Person die Leistung von 2 Personen machen soll und weil das natürlich nicht geht, wird an den Prozessen geschraubt.

    In meinem Team, mich inklusive sieht es so aus:

    2006 erste Kollegin 4 Monate Psychosomatik danach Vorruhestand
    2008 Nachfolgerin 4 Monate Psychosomatik
    2008 meine erste Herzmuskelentzündung
    2010 zweite Kollegin Dauerkrank > 6 Monate
    Januar 2011 meine zweite Herzmuskelentzündung (1 Jahr ohne Urlaub, da die Vertretung der dauerkranken Kollegin auf meinen Schultern ausgetragen wurde und eine Vertretung nicht vom Controlling genehmigt wurde)
    März 2011 zweite Kollegin wieder in Krankheit

    Aufgrund meiner zweiten Herzmuskelentzündung wurde uns nun eine Teilzeitstelle zugestanden die mit 70 % (28 h) besetzt ist. Diese nun dritte Kollegin hat im Schnitt eine 38 h Arbeitswoche und ich mache mir jetzt schon Sorgen um ihre Gesundheit, weil bei uns immer alles "jetzt sofort und am besten Gestern" bearbeitet werden muss.

    Der Betriebsrat ist da machtlos, die sagen immer, Sie werden für so und so viel Stunden bezahlt, dann gehen Sie eben nach Hause Ihre Gesundheit geht vor.

    Klar ich geh nach Hause die Arbeit bleibt liegen, das Unternehmen trägt dadurch schaden und ich werde schneller ausgetauscht als ich "Auf Wiedersehen" sagen kann und wie du selbst gesagt hast, der Arbeitsmarkt gibt es nicht her. Außerdem möchte ich meine Arbeit ja gut machen und ich möchte auch mit mir selbst zu frieden sein.

    Bitte sei mir jetzt nicht böse für meine direkten Worte:

    Du fragst wie es weitergehen soll?

    Entweder du findest einen Weg der Abgrenzung (und da kann ein Psychologe sicherlich helfen) oder du wechselst den Job (evtl sogar die Branche) oder du gehst ebenfalls in eine Dauerkrankheit und wenn sie dich Kündigen vors Arbeitsgericht und versuchst ne Abfindung rauszuschlagen oder du machst dich Selbstständig. Mehr Möglichkeiten sehe ich persönlich nicht, denn ich habe mir selbst auch schon mehrfach den Kopf darüber zerbrochen.

    Aber was aus meiner Sicht wirklich Eulen nach Athen tragen ist, ist der Versuch die Geschäftsleitung von der Überlastung zu überzeugen. Die werden erst dann reagieren, wenn der Karren im Dreck steckt und bei uns nennt man das einen CAPA (Correktive Actionplan) entwickeln; sprich warum ist es schief gelaufen, was kann man akut dagegen tun und was macht man in Zukunft besser und das wird dann durch ein Kremium getragen das aus 6 Personen besteht und das läuft dann unter dem Motto "Bürokratieabbau". Und mit viel Glück kann man dann beim CAPA auf die Unterbesetzung hinweisen, aber sehr wahrscheinlich werden sie nen neuen Prozess aufsetzen.

    Ich konnte dir jetzt wahrscheinlich gar nicht helfen, aber es hat mir richtig gut getan darüber zu schreiben und deshalb mein Danke an dich für diesen Thread und vielleicht hat ja jemand ne Idee die ich noch nicht hatte und ich verfolge diesen Beitrag mit Spannung.

    Ganz lieben Gruß
    Lucy

  9. #9
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: burn out?

    Guten Morgen liebe Chaotinnen + Chaoten,

    Lucy...du weißt was jetzt kommt.... die Rechtfertigung für meinen Beitrag...


    Ich bin in der blöden Situation gleichermaßen Arbeitnehmer, wie Arbeitgeber zu sein...irgendwie....
    Und ich wusste, als ich den Beitrag schrieb nicht, wie groß der Betrieb ist, in dem adelicious arbeitet usw.

    Und ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass man als Betriebsleiter leider oftmals betriebsblind ist, für die Probleme der Mitarbeiter, weil man natürlich einen anderen Blick auf die anstehenden Arbeiten usw. hat.
    Ein andere Einstellung zu dem was man tut...

    Als ich die Leitung eines Teilbereiches unseres Betriebes übernahm, wurde ich plötzlich auch noch zum "Betriebsrat". Jede Weihnachtsfeier, zu fortgeschrittener Stunde (wenn der Alkohol die Zunge der Kollegen löste ) kamen sie zu mir und beklagten sich über dies und das (zu meist allerdings über zu geringe Eigenverantwortung)....

    Ich war immer sehr froh, dass sie mir sagten, wenn der Schuh drückt..und vorallem auch wo!
    Ich hätte es schlimm gefunden, wenn sie ohne etwas zu sagen, gekündigt hätten.

    Deshalb bin ich davon ausgegangen, dass jedem eine Chance auf Nachbesserung zu steht...auch einem Chef..sag ich mal. Das war der Vater meines Gedanken.

    Ich selbst habe auch in einem Betrieb gearbeitet, der seine Mitarbeiter skrupellos ausgebeutet hat, obwohl das auch ein mittleres Familienunternehmen war, hätte ich dort nie etwas geagt. Als meine Ausbildung beendet war, bin ich dort weggegangen...und ich würde heute noch jedem der dort arbeitet und mich fragt dazu raten, es genauso zu machen.

    Wie sinnvoll es ist, eine Betriebsleitung auf Missstände an zu sprechen, ist natürlich abhängig von der Situation und den leitenden Personen selbst....


    Das nur um Missverständnisse zu vermeiden.

    Liebe Grüße
    happypill

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 409

    AW: burn out?

    Liebe Happypill,

    du musst dich doch nicht rechtfertigen!

    Jeder hat seine Perspektive und das ist gut so.

    In einem großen Konzern läuft das leider einfach anders ab, ich arbeite in einem Konzern mit über 450 Mitarbeitern an unserem Standort und ich selbst bin in einer Führungsposition und ich erlebe tagtäglich die Ohnmacht "meinen" Mitarbeitern keine Erleichterung verschaffen zu können.

    Ich sehe wie sie sich aufarbeiten, leiden, wie gemobbt und getreten wird und es zerreist mich innerlich, dass ich nichts für sie tun kann, außer darauf zu achten sie so gut wie möglich zu schützen und Rückendeckung zu geben.

    Wie oft habe ich schon versucht, menschliche Resourcen für unser Team zu schaffen und ich habe mich daran schon Wund gerieben...und ich werde mich weiterhin Wund reiben, weil es meine Aufgabe ist für mein Team zu sorgen. Aber es geht schon an die Grenzen.

    Deine Ausgangssituation ist eine ganz andere und von daher hast du eine andere Sichtweise und auch ich bin natürlich froh, wenn mein Team zu mir kommt und mir sagt wo es hakt. Ich kann nur nicht "frei" entscheiden.

    Aber meine Antwort ist und war nie als Vorwurf gemeint und meine Sicht ist auch nicht der Nabel der Welt

    Liebe Grüße
    Lucy

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