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Diskutiere im Thema Wie gut könnt Ihr Vorträge halten? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 176

    Wie gut könnt Ihr Vorträge halten?

    Guten Abend!

    Sorry, war lange nicht mehr hier aktiv, weil ich momentan ziemlich viel Streß habe. Habe jetzt mal eine ganz dringende Frage an Euch:

    Ich bin Dozentin für medizinische Fächer an einer Schule für Gesundheitsberufe. Das Feedback, das ich von den Schülern erhalte, sieht folgendermaßen aus:

    1) Ich habe ein umfangreiches Fachwissen, aber bin sehr schlecht in der Lage, es verständlich rüberzubringen.

    2) Meine Stoffvermittlung geht vielen zu schnell, es werden schnell zu viele Fachbegriffe verwendet (diese werden zwar immer wieder erklärt und angeschrieben, aber es ist den Schülern wohl einfach zuviel).

    3) Mein Unterricht hat nicht den Unterhaltungsfaktor, ist zu monoton und langweilig.

    4) Ich bin immer sehr bemüht um die Schüler, aber einige nehmen mich als unfreundlich oder unhöflich wahr. Andere sagen, dass sie es sehr bedauern, dass mir so wenig Respekt entgegengebracht wird, obwohl ich mich so sehr um die Schüler bemühe.

    5) Bei mir im Unterricht sind die Schüler meist laut und unkonzentriert, machen teilweise sogar etwas anderes (wie Sudoku oder Kartenspiele, eine Dame schrieb sogar groß das Wort "Langweilig" auf ein Blatt und gackerte mit ihren Tischnachbarn albern herum).

    6) Ich merke, dass ich manchmal massive Konzentrationsprobleme im Unterricht habe, dass ich die Fragen von den Schülern manchmal nicht verstehe.

    7) Bei manchen Fragen gebe ich sehr ausufernde Antworten, die oft zu komplex sind, so dass die Schüler im Anschluß auf meine Antwort noch mehr Fragen haben. Sie beklagen sich, dass ich die Dinge nicht in einfachen Worten erklären kann.

    acht) Klausuren und Stoff wären zu schwer.

    9) Mein Unterricht sei oftmals zu unstrukturiert, mein Tafelbild unstrukturiert. Meine Schrift ist für die meisten nur schwer leserlich.

    Naja, das sind glaube ich, die Hauptkritikpunkte. Ich kämpfe schon seit 1,5 Jahren damit, bin teilweise schon bedeutend besser geworden, aber bin sehr frustiert, weil die Schüler sehr deutlich zeigen, dass sie sich bei mir nicht wohlfühlen. Einige haben schon gesagt, dass sie keine Versuchskaninchen seien für jemand, der solche Probleme in seinem Beruf habe, einige sagen sogar, ich sei für den Beruf nicht geeignet.
    Etwas anderes als den Unterricht kann ich momentan nicht machen, da ich im Praktischen noch schlechter bin als im Stoffvermitteln. Als Ärztin habe ich schon schlimme Anfeindungen unter Kollegen gehabt, weil ich 1. keine Autorität ausstrahle und 2. zu unbeholfen bin, mir praktische Fertigkeiten anzueignen. Wenn mir jemand etwas erklärt, habe ich immer das sprichwörtliche Brett vor dem Kopf; ich schalte dann aus und habe Panik. Am liebsten wäre es mir, wenn es ein Buch gäbe, wo ich alles draus lernen könnte, aber das geht leider nicht im Praktischen. 3. einige Patienten und Kollgegen finden mich unhöflich, auch haben sie wenig Verständnis für meine Verhaltensweisen und auch für meine hochgradige Schwerhörigkeit.

    Will aber unbedingt arbeiten, fühle mich momentan nur überflüssig, als Belastung für meine Familie und als Versager. Mein Vater ist sehr traurig, dass ich meine Potentiale nicht unterbringen kann, er sagt es mir immer wieder, wie schade es sei, und manchmal weint er oder fragt, warum ich denn eigentlich so unbeholfen sei.

    Wie ergeht es Euch, könnt Ihr gut unterhaltsam Lehrstoff vermitteln oder andere Leute unterhalten (Talkmasterfunktion)?

    Grüße Hermine

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf AD(H)S
    Forum-Beiträge: 661

    AW: Wie gut könnt Ihr Vorträge halten?

    Hallo Hermine!

    Erklären muss ich auch im Beruf, auch freundlich sein. Der Unterschied ist aber der, dass ich fast immer das Gleiche vermittel und nicht wie Du, einen Lehrplan für ein Jahr habe, in dem jeden Tag was Neues kommt.

    Hermine1977 schreibt:
    1) Ich habe ein umfangreiches Fachwissen, aber bin sehr schlecht in der Lage, es verständlich rüberzubringen.

    2) Meine Stoffvermittlung geht vielen zu schnell, es werden schnell zu viele Fachbegriffe verwendet (diese werden zwar immer wieder erklärt und angeschrieben, aber es ist den Schülern wohl einfach zuviel).
    Vielleicht kannst Du Dich auf eine bestimmter Zahl an neuen Fachbegriffen festlegen. Aber je weiter die Ausbildung Deiner Schüler fortgeschritten ist, desto mehr musst Du schon davon ausgehen, dass Fachbegriffe, auch die, die Du ihnen nicht erklärt hast, bekannt sind.

    Gruß
    icke!
    Hermine1977 schreibt:
    3) Mein Unterricht hat nicht den Unterhaltungsfaktor, ist zu monoton und langweilig.
    Ich wusste garnicht, das eine Unterrichtsstunde der Unterhaltung dient.
    Klar, der Dozent sollte den zu vermittelnden Stoff so interessant wie möglich vermitteln. Doch das funktioniert leider nicht immer. Das muss aber nicht an Dir liegen, das kommtr eben auch darauf an, was Du gerade unterrichtest.


    Hermine1977 schreibt:
    4) Ich bin immer sehr bemüht um die Schüler, aber einige nehmen mich als unfreundlich oder unhöflich wahr. Andere sagen, dass sie es sehr bedauern, dass mir so wenig Respekt entgegengebracht wird, obwohl ich mich so sehr um die Schüler bemühe.
    Die Schüler, die Dein Bemühen zu schätzen wissen, um die solltest Du Dich weiterhin bemühen. Wer nicht, das ist dann sein Problem.

    Hermine1977 schreibt:
    5) Bei mir im Unterricht sind die Schüler meist laut und unkonzentriert, machen teilweise sogar etwas anderes (wie Sudoku oder Kartenspiele, eine Dame schrieb sogar groß das Wort "Langweilig" auf ein Blatt und gackerte mit ihren Tischnachbarn albern herum).

    6) Ich merke, dass ich manchmal massive Konzentrationsprobleme im Unterricht habe, dass ich die Fragen von den Schülern manchmal nicht verstehe.
    Frage Nr. 5 erinnert mich irgendwie an die Feuerzangenbowle. WEr meint, Wärend des UNterrichs Karten spielen zu müssen, der darf sich aber am Ende der Ausbildung nicht wundern, wenn er die Prüfung nicht besteht. Mein Mitleid für diese Person hält sdich in Grenzen.

    Hermine1977 schreibt:
    acht) Klausuren und Stoff wären zu schwer.
    Wie wär's mal mit Aufpassen im Unterricht? Was mein Mitleid für die Schüler, die sich hierüber beklagen: sieho oben.

    Was Punkt 9 angeht, da kann ich nichts zu sagen, dazu müsste ich an Deinem Unterrricht teilgenommen haben. Vielleicht ließe sich das ja mal einrichten.

    Vielleicht solltest Du Deinen Schülern mitteilen, dass Du Dein Examen schon hast und dass, wollen diese es auch bekommen, ein wenig zuhören sollten, am Unterricht. Des Weiteren solltest Du Dir über jeden Deiner Schüler Notizen machen, wer wann wie oft den Unterricht gestört hat und wann was unterrichtsfremdes wärend des Unterrichts gemacht hat.

    Fangen die Schüler wieder an zu Meckern, z.B. weil die Klausur zu schwer ist/war, dann hälst Du dem betreffendenb Schüler genau das vor, mit Datum und der anschließenden Frage: "Wer weiß, was Du sonst noch Alles im Unterricht gemacht hast, was hier nicht hingehört und ich das nur nicht mitbekommen habe?"

    Gruß
    icke!

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: Wie gut könnt Ihr Vorträge halten?

    Hallo Hermine,

    hast du vielleicht ein paar Freunde, vor denen du eine Unterrichtsstunde simulieren kannst?

    Als ich im Herbst einen Vortrag vor einer Selbsthilfegruppe halten sollte, habe ich mir ein paar Coachingstunden bei einer ADHS-Spezialistin für die Vorbereitung geleistet und dann noch die fertige Präsentation samt mündlichen Text einem Freund vorgetragen. Rückmeldungen von Menschen, die dich schätzen, sind nämlich viel aussagekräftiger als das Gemecker von Schülern. Da mein Probezuhörer kräftig hyperaktiv ist, musste ich seine hundert Verbesserungsvorschläge dann allerdings ein bisschen relativieren.

    Das war aber eh schon die Generalprobe, davor hatte mir die Coachin schon viel geholfen. Sie hat mir gesagt, wo ich zu ausführlich bin und wo zu knapp, wo die Folien passen oder geändert gehören, ob ich in der Zeit bleibe oder überziehe ...... Die Investition hat sich für mich ganz sicher gelohnt. Wenn ich wieder einmal vor einem öffentlichen Auftritt unsicher bin, werde ich die Dame sicher wieder bemühen, nur mit weniger Stunden, ich habe ja schon beim ersten Mal gute Tipps mit auf den Weg bekommen.

    Ich weiss nicht, ob heutzutage Unterricht die Form von Infotainment haben muss, aber man muss den Text schon irgendwie "verkaufen". Wenn ich eine Fortbildung besuche, ist mir vor allem Klarheit wichtig. Ein bisschen mehr Spannung entsteht oft durch anschauliche Beispiele aus dem realen Leben (bzw Fallbeispiele). Für mich selbst finde ich bei der Textproduktion eine Gliederung hilfreich, wo ich die Struktur des Vortrags oder der schriftlichen Arbeit auf einem Blatt vor mir sehe.

    Wie dein Unterrichtsstil tatsächlich rüberkommt kann dir aber wirklich nur ein realer Mensch sagen. Ich habe ja den Eindruck, dass du deinen Beruf magst und gerne weiter unterrichten willst. Da wäre ein bisschen Beratung in Vortragstechnik vielleicht wirklich kein Fehler.

    Ich hoffe, dass du eine gute Lösung findest.

    lg
    lola

    P.S.: Ich habe nicht nur Prüfüngsangst sondern auch grosse Angst, mich vor ein (kritisches) Publikum hinzustellen. Die Folge ist dann gerne eine schlechte Vortragsqualität, weil ich ja eigentlich unsicher und nervös bin - so kann man keinen lebendigen Vortrag halten. Ein Vortrag vor kleinem, freundlichen Publikum (SHG) war da die ideale Fingerübung, um meine Ängste in einem relativ geschützten Rahmen abzubauen.
    Geändert von lola (19.03.2011 um 17:58 Uhr) Grund: P.S.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Wie gut könnt Ihr Vorträge halten?

    Also vor 2 Jahren als ich erste mal meine Medikamente genommen hab bin ich zusammengebrochen total unter tränen und am zittern war schrecklich
    Es ist dann im laufe der Jahre besser geworden und ich wurde immer cooler Perfekt noch lange lange lange nicht aber ganz gut

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Wie gut könnt Ihr Vorträge halten?

    vorträge: ganz, ganz grässlich...ich stotter, wenn ich nervös bin und wirke wie unter einer wolke aus narkosemittel. ich krieg nichts, aber auch nichts zusammen. ich kann mir selbst beim verwelken zuschauen. refererate, präsentationen und vorträge waren für mich die hölle. ironischerweise hab ich kommunikationswissenschaft studiert...gebracht hat's trotzdem nix.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Wie gut könnt Ihr Vorträge halten?

    Also mit entsprechender Vorwarnzeit und guter Vorbereitung klappt das ganz gut.
    Aber das Bauchgefühl bringt mich um

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 66

    AW: Wie gut könnt Ihr Vorträge halten?

    Mir wird es schon schlecht, wenn ich nur darauf hingewiesen werde, dass man von mir schon lange nichts mehr gehört hat.

    Ich muss mir einen abbrechen, um irgendeine Struktur reinzubringen, bei der ich die Hoffnung habe, dass es die anderen verstehen. Bin durcheinander, vergesse die Hälfte zu erzählen und muss mich zwingen, es nicht zwei Folien weiter nachzuholen und zurückzuspringen. Verwirrt noch mehr als eh schon.

    Ich bin auch immer der Überzeugung, dass alle anderen sowieso viel mehr wissen, als ich. Macht ja gar keinen Sinn, alles zu erklären.

    Komischerweise kann ich scheinbar gut von Angesicht zu Angesicht erklären. Da sehe ich, obs der andere kapiert oder nicht. Vor einer größeren Gruppe an Leuten im offiziellen Ramen bekomme ich Panik. Ich drücke mich, wann immer ich nur kann.

    Und ich bekomme Hektikflecken am Hals!!! Das hat schon einige belustigt. Wie peinlich!!!

  8. #8
    Gesperrt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 259

    AW: Wie gut könnt Ihr Vorträge halten?

    Vorträge kann ich gut halten. Ich setz einfach meine Maske des gespielten Selbstvertrauens auf .

    Manchmal muss Narzissmus einfach sein.

    lg

    Frederico

  9. #9
    ErichW

    Gast

    AW: Wie gut könnt Ihr Vorträge halten?

    Hallo Hermine,

    in deiner Problemschilderung finde ich unterschiedliche Schwerpunkte. Für mich liest sich das so: Es gibt u.a. ein Autoritätsproblem, es gibt ein pädagogisches Problem in der Stoffvermittlung und es gibt das psychologische Problem, sich gegenseitig nicht zu verstehen.

    Vielleicht liegen etliche Probleme darin begründet, dass das psychologische Verstehen ganz wesentlich auch vom akustischen Verstehen abhängt. Ich habe gelesen, dass du ziemlich Hörprobleme hast. Im Dialog mit einem einzelnen Menschen muss das kein Problem sein. Im Unterricht dagegen ist das nach meiner Erfahrung ein ganz massives Handikap. Ein Lehrer bekommt sehr viel Rückmeldung über die akustischen Signale, die ihm z.B. sagen, was gerade in der Klasse los ist. Wird es lauter, dann sind die Schüler nicht bei mir und dem, was ich vermittle, wird es stiller, sind sie interessiert.

    Ich muss auch als Lehrer die Fähigkeit haben, nicht nur einem antwortenden Schüler im Moment zuzuhören, sondern gleichzeitig auch wahrzunehmen, was in der Klasse vorgeht. Und ich muss ggf. schnell, am besten intuitiv darauf reagieren können. Ich muss weiterhin die Stimmung in der Klasse am Tonfall erkennen können, um ggf. angemessen darauf reagieren zu können. Wenn du auf diesem Gebiet einen Nachteil hast, wird es schon mal sehr viel schwerer, einen guten Unterricht zu machen.

    Nun kommt offensichtlich dazu, dass du unterrichtest, weil du im eigentlich erlernten Beruf keinen Erfolg hattest. Schüler spüren das sehr schnell und es kommt zu einem Autoritätsproblem.Ausgesproch en dämliche Lehrer, die aber mit großer Begeisterung ihren Quark vermitteln, rufen oft erstaunlich wenig Ärger hervor. Das ist wie mit einem nutzlosen Geschenk. Wird es mir mit strahlendem Gesicht überreicht, fällt es mir schwer, böse zu sein. Bekomme ich jedoch ein Geschenk irgendwie gefühllos serviert, kann ich als Beschenkter deutlich sauer reagieren. Ich fühle mich dann nämlich nicht wertgeschätzt. Ich merke, es geht nicht um mich.

    Ein guter Lehrer sollte sowohl seinen Stoff als auch die Schüler lieben. Liebst du die Schüler? Interessierst du dich für sie? Bist du neugierig, wie es ihnen am Wochenende ergangen ist? Siehst du, ob jemand Liebeskummer hat? Es ist bei erwachsenen Schülern prinzipiell nicht anders als bei Kindern. Wenn sie das Gefühl haben, da vorne ist jemand, der respektiert mich, der interessiert sich für mich, der mag mich vielleicht sogar, dann sind sie bereit viele seiner Fehler nachzusehen.

    Ein Lehrer, der nicht respektiert wird, dem sogar Mitleid entgegengebracht wird, der hat wirklich ein Problem. Auf Dauer zermürbt es einen, wenn man Ansprüche an die eigene Arbeit hat, denen man nicht gerecht wird.

    Beantworte dir selber also einmal die Frage, warum du unterrichtest. Weil es dich interessiert, weil du den Unterrichtsstoff spannend findest, oder weil Unterrichten dir einfach Spaß macht, weil du gerne die Unterhalterin machst? Oder unterrichtest du, weil du das Geld und /oder vielleicht auch die soziale Reputation brauchst. Wenn es das wäre, dann suche intensiv nach einer Alternative. Wenn du aber am am Unterrichten Spaß hast, wenn du die Menschen magst, dann frage erfolgreiche, zufriedene Lehrer, ob sie dir mit ein paar Tipps und Tricks aushelfen können. Unterrichten ist auch Handwerk, das man lernen kann.

    FG Erich

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 165

    AW: Wie gut könnt Ihr Vorträge halten?

    Hallo liebe Hermine!

    Ich find's toll, dass Du all diese Rückmeldungen zu Deinem Unterricht hast und so mutig gewillt bist, ihn immer besser zu machen!

    Ich mußte erst einmal lange nachdenken, wie das mit den Vorträgen bei mir anfing und wie es sich entwickelte, bis ich heute sagen kann, dass es bei mir prinzipiell sehr gut klappt, mit dem Halten von Vorträgen.

    Es war ein langer, angstvoller Weg. Voll Vermeidung und schlaflosen Nächten vor und nach den Vorträgen.

    Angst und Befürchtungen waren am Anfang die größten Hindernisse.

    Dann kam das Thema mit der Struktur. - Ich muß mir auch heute noch als ersten Punkt meines "Fahrplanes" aufschreiben, dass ich zu Beginn erkläre, was alles nacheinander gemacht wird.

    Einmal habe ich ein Seminar vor lauter Aufregung begonnen, ohne überhaupt zu erwähnen, worum es geht. - Schwupp, kopfüber rein in die Thematik. Wie ins Wasser hüpfen, ohne sich vorher umzuziehen. Oder losfahren, bevor die Passagiere an Bord sind.

    Zum Glück haben mir die meisten Teilnehmer bisher mein Chaos verziehen, weil ich es schaffe, die Themen spannend aufzubereiten.

    Bei Deinen Schilderungen erinnerte ich mich an einen Pflegeschüler-Kurs, den ich während seiner dreijährigen Ausbildung in Psychologie unterrichten durfte.
    Zwei Dinge waren dabei für meine Arbeit mit den jungen Frauen und dem einen Mann der Schlüssel für unseren Erfolg:

    1.) Dass ich jeder einzelnen Schülerin das Gefühl vermittelte, dass sie (mir) wichtig ist, und
    2.) Jede so oft und viel einbezog, wie es nur ging.

    In möglichst jeder Stunde machte ich mit ihnen praktische Übungen. - Ich weiß nicht, ob das bei Deinen Themen auch gehen könnte.
    Außerdem ließ ich sie viele kurze Referate ausarbeiten und einbringen. - Die Mädels durften alle einfachen und möglichst auch interessanten Themen selbst erarbeiten und vorstellen. Dafür bekamen sie dann von mir und den Mitschülerinnen viel Anerkennung und Lob.

    Darüber hinaus habe ich die Mädels im Unterricht oft direkt angesprochen und aus ihrer eigenen Erfahrung erzählen lassen.

    Nicht nur bei Schülerinnen habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Publikum am besten bei einem bleibt, wenn man auch selbst nicht vorträgt, sondern erzählt und die Leute dabei immer wieder anschaut, anlächelt.


    Mit zunehmender Interaktion zwischen Vortragendem und Zuhörern, schwindet auch die Angst und Unsicherheit.


    Ich drücke Dir die Daumen, liebe Hermine, dass Du an Deiner Lehrtätigkeit mit immer mehr Freude daran wächst!
    Bei mir war das so. Die erste Stunde bei den Krankenschwesterschülerinnen hatte ich Wort für Wort abgelesen und der Angstschweiß floß in Strömen.

    Heute bin ich Profi und nach einem Seminar beschwingt und guter Dinge.

    Meistens.

    Muriel

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