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Diskutiere im Thema Landessozialgericht Baden-Württemberg: Methylphenidat bei Erwachsenen/Off-Label im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.804
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    Idee Landessozialgericht Baden-Württemberg: Methylphenidat bei Erwachsenen/Off-Label

    Hallo

    Ausnahmsweise mal gute Nachrichten von Seiten der Juristen:

    Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hat mit Beschluss vom 2. März 2010 (AZ: L 11 KR 460/10 ER-B) festgestellt, dass eine gesetzliche Krankenversicherung auch bei einem an einer ADHS bzw. ADS leidenden Erwachsenen zur Übernahme der Kosten im Rahmen des Off-Label-Use verpflichtet sein kann.

    Begründet wird diese Entscheidung u.a. damit, dass es sich bei ADHS um eine die Lebensqualität auf Dauer nachhaltig beeinträchtigende Krankheit handelt, Methylphenidat nach Meinung der Experten der Wirkstoff erster Wahl im Rahmen der multimodalen Behandlung ist und die Wirksamkeit von Methylphenidat auch bei Erwachsenen mit AD(H)S ausreichend erwiesen ist.

    Trotzdem leider wohl kein allgemein anwendbares Urteil, da zum Ersten das Bundessozialgericht vor einiger Zeit entsprechend negativ geurteilt hat (siehe: http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...wachsenen.html ) und es sich bei dem Fall des 22-Jährigen in Baden-Württemberg um eine "besonders schwere Verlaufsform" mit sehr hoher Komorbidität handelt, was so vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Nordrhein festgestellt wurde.

    Unter Umständen bietet sich hier trotzdem dem einen oder der anderen erwachsenen AD(H)S-Betroffenen eine Möglichkeit, zukünftig Methylphenidat-Präparate im Rahmen des Off-Label-Use von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen.

    Alles Weitere siehe hier: Methylphenidat für den erwachsenen Zappelphillip | Off-Label-Use, Krankenkasse, Arzneimittel, ADHS | Rechtslupe

    und einen Dank an Chris vom adhs forum.ch für die diesbezüglichen Recherchen.



    Liebe Grüße,
    Alex

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 182

    AW: Landessozialgericht Baden-Württemberg: Methylphendiat bei Erwachsenen/Off-La

    Hallo Alex,

    na das ist doch mal was echt positives

    Wenn die Wirksamkeit bei Erwachsenen mit AD(H)S ausreichend erwiesen ist,
    dann kann und darf es doch eigentlich net mehr lange dauern nun,
    dass es offiziel verordnet werden darf und die Kosten übernommen werden !?

    ...ich hab bisher ja Glück gehabt,
    bei mir wurds seither anstandslos bezahlt !

    Grüßle,
    Sumpfi

  3. #3


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.804
    Blog-Einträge: 40

    AW: Landessozialgericht Baden-Württemberg: Methylphendiat bei Erwachsenen/Off-La

    Hallo

    Sumpfloch schreibt:
    Wenn die Wirksamkeit bei Erwachsenen mit AD(H)S ausreichend erwiesen ist, dann kann und darf es doch eigentlich net mehr lange dauern nun, dass es offiziel verordnet werden darf und die Kosten übernommen werden !?
    So schätze ich das leider im Moment (noch) nicht ein.

    Voraussetzung für eine regelmäßige Kostenübernahme für Methylphenidat bei Erwachsenen mit ADHS bzw. ADS durch die gesetzlichen Krankenkassen ist in jedem Fall die (noch) fehlende Zulassung von Methylphenidat zur Behandlung bei Erwachsenen.

    In der Tat ist dieser Beschluss durch das Landessozialgericht Baden-Württemberg eine Einzelfallentscheidung, die sich letztlich auf besondere Umstände und ein vorliegendes, entsprechenden Gutachten des Medizinischen Dienstes stützt.

    Taugt also meiner Einschätzung nach nicht wirklich als Grundsatzentscheidung (zumal die Entscheidung nicht in letzter Instanz erfolgt ist), auf die man sich in jedem Fall berufen kann, sondern zeigt eher einen möglichen Weg, wie man als Erwachsener mit einer AD(H)S im Einzelfall und durch ein entsprechend positives Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen vielleicht eine Chance haben könnte, Methylphenidat-Präparate mehr oder weniger ausnahmsweise von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen.

    Mehr ist es meiner Ansicht nach aber leider eben auch nicht und die entsprechende, allgemein gültige Rechtslage bleibt weiterhin die oben angesprochene Entscheidung des Bundessozialgerichtes.

    Die Nachricht ist also zwar eine Gute, aber so gut ist jedoch auch nicht.


    Liebe Grüße,
    Alex

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Landessozialgericht Baden-Württemberg: Methylphenidat bei Erwachsenen/Off-La

    zumindest ist es ein sehr wichriger schritt in die richtige richtung, wenn man das mal so salopp forumulieren darf... vor allem ist es eines der ersten urteile in dieser richtung in ganz deutschland und läßt zumindest hoffen...

    es trägt auch dazu bei, die wirksamkeit von mph zu belegen...

  5. #5


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.804
    Blog-Einträge: 40

    AW: Landessozialgericht Baden-Württemberg: Methylphenidat bei Erwachsenen/Off-La

    Hallo

    adhs-test schreibt:
    zumindest ist es ein sehr wichriger schritt in die richtige richtung, wenn man das mal so salopp forumulieren darf... vor allem ist es eines der ersten urteile in dieser richtung in ganz deutschland und läßt zumindest hoffen...
    Das ohne Zweifel, ja.

    adhs-test schreibt:
    es trägt auch dazu bei, die wirksamkeit von mph zu belegen...
    Wie meist das konkret? Es wurden ja allem Anschein nach für diesen Beschluss keine neuen Studien in Auftrag gegeben, sondern die ganze Sache stützt sich ja augenscheinlich auf schon zuvor bestehende und schon vor dem Beschluss bekannte Erkenntnisse.





    Liebe Grüße,
    Alex

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 123

    AW: Landessozialgericht Baden-Württemberg: Methylphenidat bei Erwachsenen/Off-La

    Ich bin etwas verwirrt. Habe wiederholt gehört, dass Erwachsene Methylphenidat von den Krankenkassen nicht bezahlt bekommen. Ich habe allerdings ohne irgendwelche Schwierigkeiten Concerta verschrieben bekommen (nicht, dass ich mich beklage, aber da scheine ich eine Wissenslücke zu haben).

    Es kann ja nur alles eine Frage der Zeit sein. Wissenschaftlich ist das doch ein alter Hut.

    LG Randi

  7. #7


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
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    Blog-Einträge: 40

    AW: Landessozialgericht Baden-Württemberg: Methylphenidat bei Erwachsenen/Off-La

    Hallo

    Marta schreibt:
    Ich bin etwas verwirrt. Habe wiederholt gehört, dass Erwachsene Methylphenidat von den Krankenkassen nicht bezahlt bekommen. Ich habe allerdings ohne irgendwelche Schwierigkeiten Concerta verschrieben bekommen (nicht, dass ich mich beklage, aber da scheine ich eine Wissenslücke zu haben).
    Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

    Manch eine(r) bekommt Methylphenidat im Rahmen einer Off-Label-Verordnung von seinem wohlwollenden (oder manchmal auch uninformierten) Arzt auf Kassenrezept verschrieben.

    Der Arzt geht hierbei bei den meisten Kassen aber das Risiko ein, nachträglich in Regress genommen zu werden und dann der Kasse die Kosten aus der eigenen Tasche ersetzen zu müssen.

    Einige wenige Kassen übernehmen die Kosten scheinbar auch generell, v.a. wenn schon vor Ende des 18. Lebensjahres eine MPH-Verschreibung statt gefunden hat.

    Zu dem Thema findest du im Übrigen ziemlich viel hier Forum, z.B. mit entsprechenden Suchbegriffen über die Forumsuche: ADS ADHS bei Erwachsenen Forum - Das Forum durchsuchen

    Die Zulassung von Methylphenidat für Erwachsene und damit die Voraussetzung für eine reguläre Kostenübernahme dürfte in der Tat nur noch eine Frage der Zeit sein.

    Entsprechende Studien laufen schon seit Jahren und werden meiner Kenntnis nach auch parallel von allen Herstellern zumindest der Originalpräparate durchgeführt.

    Schon aus finanziellen Gründen liegt es zweifellos außerordentlich im Interesse der Hersteller, diese Zulassung baldmöglichst für die eigenen Produkte erwirken zu können.

    Verschiedenen Quellen zufolge wird z.B. die Firma Medice für das Präparat "Medikinet retard" noch in diesem Jahr 2010 einen erneuten Antrag auf die erweiterte Zulassung bei Erwachsenen stellen, nachdem die im Jahre 2007 von der Zulassungsbehörde geforderten, zusätzlichen Studien abgeschlossen sind.

    Eine erste Zulassung eines Methylphenidat-Präparates für Erwachsene (dazu meiner Ansicht nach ein sehr geeignetes) ist also im Laufe diesen Jahres in Deutschland realistisch.

    Ob die unlängst zur Kostenerstattng für Retard-Präparate bei Kinder getroffene Regelung, auch bei verschrieben, retardierten Präparaten nur noch den geringeren Betrag für unretardierte Präparate zu erstatten (siehe hier: http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-akt...ibung-mph.html ), auch bei Erwachsenen angewendet werden wird, bleibt jedoch abzuwarten.

    Für mich logisch wäre es zumindest so lange nicht, bis auch mindestens ein unretardiertes Präparat für Erwachsene zugelassen ist. Naja, wobei bei der ganzen Sache schon länger einiges nicht wirklich logisch ist.

    Bis dahin profitieren alle Selbst-Zahler zumindest noch von den bei Medikinet retard und anderen Retard-Präparaten aktuell erheblich gesenkten Preisen: http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...-concerta.html .





    Liebe Grüße,
    Alex

  8. #8


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Landessozialgericht Baden-Württemberg: Methylphenidat bei Erwachsenen/Off-La

    Ein paar verrückte Ideen um die Zulassung zu beschleunigen:

    Bei allen Selbsthilfeorganisationen eine Umfrage starten über die Wirksamkeit von mph bei uns erwachsenn Betroffenen

    Berechnungen anstellen, welche Kosten gespart werden könnten, z.B. mit Behandlung wieder arbeitsfähig vs. ohne Behandlung in der Klinik

    Diese Daten zusammenfassen

    Dann eine Petition starten

    oder Studenten finden, die daraus eine Diplomarbeit oder gar Doktorarbeit schreiben.

    Ich wünschte mir manchmal, wir wüssten, wer in den entsprechenden Gremien ADS hat oder wir hätte ein paar berühmte Chaoten als Lobbyisten.

    häbets guet
    Pucki

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 123

    AW: Landessozialgericht Baden-Württemberg: Methylphenidat bei Erwachsenen/Off-La

    Oh je, die gibt es sicherlich genügend, aber die sind gut abgetarnt und müssen sich wegen der Medi-Kosten keine Gedanken machen...

  10. #10


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
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    AW: Landessozialgericht Baden-Württemberg: Methylphenidat bei Erwachsenen/Off-La

    Hallo

    Pucki schreibt:
    Bei allen Selbsthilfeorganisationen eine Umfrage starten über die Wirksamkeit von mph bei uns erwachsenn Betroffenen
    Dürfte leider nichts bringen, da in diesem deutschen Staat nunmal alles bis ins Kleinste geregelt ist. Hierfür sind die Deutschen ausgemachte Spezialisten.

    Hier werden Gesetze nicht abgeschafft, sondern 5 neue eingeführt, die das andere dann außer Kraft setzen.

    So schreibt es allein die Zulassungsbehörde vor, welche wie gearteten Studien im Rahmen des Zulassungsverfahren durchgeführt werden müssen.

    Hauptsächlich werden Doppelblindstudien verlangt, bei denen die Hälfte der Probanden ein "richtiges" Medikament erhalten, die andere Hälfte ein Placebo.

    Um jegliche Nocebo-Effekte auszuschließen, dürfen dabei auch die Ärzte am "front-End" nicht wissen, wer nun Placebos erhält und wer das eigentliche Präparat.

    Im Weiteren sind Studien an gesunden Probanden gefordert, die das Medikament bzw. den Wirkstoff gar nicht bräuchten.

    Was ich im Übrigen auch sehr vernünftig finde, obgleich man das ganze Verfahren vielleicht mal in der Richtung überarbeiten könnte, dass der ganze Ablauf beschleunigt wird.

    Nirgendwo auf der Welt dauert es so lange, bis ein neues Präparate seine Zulassung erhalten kann. Zumindest wüsste ich kein Land, in dem das gleich lange oder länger dauert.

    Umfragen bei den Selbsthilfeorganisationen wären daher zwar vielleicht öffentlichkeitswirksam, das Verfahren beschleunigen würden sie in diesem Lande aber leider wohl nicht.

    Wer viel Zeit und Lust zu lesen hat, der kann sich ja bei Wikipedia mal ausführlich zu den Grundlagen der Arzneimittelzulassung informieren:

    Arzneimittelzulassung ? Wikipedia

    Infos zu Petitionen gibts auch bei Wikipedia:

    Petition ? Wikipedia

    Auch das ist natürlich in Deutschland derart kompliziert und umfangreich (auch in Bezug auf die notwendige Anzahl der Unterstützer), dass es in der Praxis kaum durchführbar wäre.



    Liebe Grüße,
    Alex

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