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Diskutiere im Thema Freigegeben zur Diskussion: TED talk von Kathleen Nadeau im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 561

    Freigegeben zur Diskussion: TED talk von Kathleen Nadeau

    Hallo liebe Leute,

    habe mir gerade folgenden TED talk von Kathleen Nadeau angesehen https://www.youtube.com/watch?v=QenOiw9bodI, der viele der Aspekte berührt, die vor Kurzem im thread

    ADHS Akzeptieren und es nicht als Krankheit sehen

    diskutiert wurden und nicht nur da. Gut, sie verwendet sehr ausgewählte Beispiele von erfolgreichen ADHS-Betroffenen, das kann man sicher kritisieren.
    Und trotzdem kann ich mich dieser kulturvergleichenden Perspektive nicht ganz entziehen.

    Hypothetisch davon ausgehend frage ich mich, ob:

    1) ADHS allgemein als zunächst weder explizit positive noch explizit negative Besonderheit der neuronalen Verarbeitung betrachtet werden kann.

    2) Und diese sich entweder als Risiko oder Ressource auswirken kann, je nach

    - individuellen Umgebungsbedingungen (Familie, Peers, andere Bezugspersonen, kritische Lebensereignisse, körperliche Bedingungen)
    - gesellschaftlich-kultureller Umgebung (liberal, reglementiert, individualistisch, kollektivistisch)
    - individuellem Set zusätzlicher persönlicher Merkmale (Persönlichkeit, Intelligenz, etc.)

    3) Das Ganze wäre dann hypothetisch auch je nach aktuellen Lebensumständen veränderlich (nicht das ADHS an sich).

    Integrierbar wäre das mit dem "Sowohl als auch", das z.B. im Folgenden TED talk von Salif Mahamane angesprochen wird (hab den neulich schonmal gepostet): https://www.youtube.com/watch?v=fWCocjh5aK0&spfreload=1 und auch der warnende, wachrüttelnde Ton von Folgendem von Alan Brown in https://www.youtube.com/watch?v=1zGkqS0ZUBA (hier ginge es dann um Beispiele derjenigen, bei denen sich es als verheerender Risikofaktor ausgewirkt)

    4) Konsequenter Weise wäre (frühe) Diagnostik sinnvoll, damit durch ausreichende Informiertheit über die eigenen Bedingunen eben jene von Nadeau beschriebenen geeigneteren Umgebungen (Schule) und Lebenswege (Beruf etc.) (auf)gesucht werden können und entsprechende Unterstützungsmaßnahmen getroffen werden können. An der Stelle, wo die Risikofaktorvariante virulent wird, kann dann ja auch Medikation und andere umfassende Hilfen zum Einsatz und dort wo es (zeitweise) nicht nötig ist, nicht.

    ---------------------------------------------------------------------
    Ähnliche Diskussionen gibt's ja z.B. bezüglich:

    - bestimmter Persönlichkeitsstile (per se nicht als Störung aufgefasst, zu dieser wird ein Stil quasi erst bei Leidensdruck des Individuums oder dessen Umgebung oder bei Komorbidität. Beispiele: schizotypisch als ahnungsvoll-sensibel oder Borderline als spontan-sprunghaft-emotional, siehe dazu Peter Fiedler)
    - bipolarer Störung bestimmter Ausprägungen, bei der manche Betroffene z.T. auch Herausragendes leisten (und sich damit gleichzeitig selbst erheblich schaden können)

    Also Konditionen, die ganz unmissverständlich als Störung betrachtet werden oder zu dieser werden/beitragen können, dennoch aber mit bestimmten Stärken assoziiert sein können.
    --------------------------------------------------------------------

    Und andererseits finde ich Barkleys "despite of Hypothese" ja auch sehr interessant, die ADHS grundsätzlich als problematische Voraussetzung sieht. So wie ich es bis jetzt überlegt habe, wäre die nicht so ohne weiteres damit vereinbar.

    Was meint ihr dazu?
    Ich habe an dieser Stelle einfach noch nicht zu Ende gedacht ( bin mir auch gar nicht sicher, ob ich das für erstrebenswert halt zu Ende denken )

    ----------------------------------

    Es tut mir übrigens leid, dass alle Materialien auf Englisch sind, das ist sicher Jedermanns Sache ist. Aber Vergleichbarers findet man leider nicht so leicht auf Deutsch. Dafür habe ich mir ganz große Mühe hinsichtlich übersichtlicher Darstellung gemacht, extra für euch
    Geändert von alice_s ( 9.07.2016 um 00:00 Uhr)

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Freigegeben zur Diskussion: TED talk von Kathleen Nadeau

    Danke für deinen Beitrag.

    Wenn ich wieder einmal Zeit am PC habe, antworte ich dir gerne.

    Gute Nacht!
    Gretchen

  3. #3
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Freigegeben zur Diskussion: TED talk von Kathleen Nadeau

    Die Beiträge von Kathleen Nadeau habe ich gerade nicht vertieft (begrenztes Downloadvolumen). Aber sie scheint clean zu sein, was die Indigo-Scheinheiligkeit von ADHS-Betroffenen betrifft.

    Neulich initiierte ich ein ähnliches Thema, nachdem ich ein tolles Video (da besaß ich noch Wlan) gesehen hatte.

    Steintors Thema

  4. #4
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Freigegeben zur Diskussion: TED talk von Kathleen Nadeau

    Ich komme nicht dazu, den you tube Beitrag anzuschauen, aber Kathleen Nadeau ist klinische Psychologin und
    bestimmt nicht auf Seiten der "Indigo-Phantasten".

    Der Verein Juvemus Koblenz hat vor ganz langer Zeit ein Extrakt des Buches "Understanding Girls with AD/HD aus dem Jahr 1999
    heraus gebracht. Schade, dass es in Deutschland nicht so engagierte Leute gibt, die sich für die Früherkennung von ADHS einsetzen,
    vor allem bei Mädchen.

    Chesapeake ADHD Center (I) ADD Specialist for Diagnosis and Treatment

    Das Juvemus-Heftchen (Bin ich anders? Mädchen und Frauen mit ADS/ADHS) hat mir in schwierigen Zeiten sehr geholfen.
    (Gelesen und unters Kopfkissen gelegt.)

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Freigegeben zur Diskussion: TED talk von Kathleen Nadeau

    Geändert von ChaotSchland ( 9.07.2016 um 16:34 Uhr)

  6. #6
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Freigegeben zur Diskussion: TED talk von Kathleen Nadeau

    Grundsätzlich finde ich gerade solche Diskussionen wirklich spannend. Ermüdend wird's für mich,wenn konsequent mein Erleben übergangen wird und noch dazu nachprüfbare Fakten ignoriert werden. Ab diesem Moment ist mMn keine Diskussion mehr möglich,weil jede Grundlage zerstört wurde.

    Es ist eine Sache,sich mit Hilfe hypothetischer Gedankenspiele neue (intellektuelle wie emotional integrierte) Welten zu erschließen und das-wie auch vorhandene intellektuelle "Gegenbewegungen"- auch kenntlich zu machen,und eine ganz andere,die Hypothese als Fakt darzustellen und nebenbei noch die stattgefundenen Erfahrungen anderer Menschen so weit im Spektrum in Richtung des einen Extrems zu verschieben,dass es der Glaubwürdigkeit dieser Person schadet und gleich noch Zweifel an der Validität absolut korrekt gewonnener Diagnosen sät!

    Hmm. Das hier zu schreiben hat länger gedauert,als ich dachte*seufz* Nu is meine Konzentration für jetzt erstmal erledigt!Dabei wollte ich unbedingt zu 1 bis 3 was schreiben uuund zur "despite of"-These,die ich vertrete.

    Na gut. Ich komm' wieder @alice_s!
    Geändert von luftkopf33 ( 9.07.2016 um 20:55 Uhr)

  7. #7
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Freigegeben zur Diskussion: TED talk von Kathleen Nadeau

    Sorry, ich bin ein ältere, nicht akademisch gebildete Frau und wollte nur klarstellen, dass Kathleen Nadeau nicht eine Spinnerin ist.


    Für mich sind solche Diskussionen nicht erstrebenswert, mir fehlt das geistige Potenzial und
    schlichtweg die Zeit.

    Vielleicht wäre es vorteilhaft, eine Gruppe für solche Diskussionen aufzumachen, damit man
    nicht immer drüber stolpert, wenn man über "Aktivitäten" reingeht.

    Andererseits Alice_s ist neu hier und ich danke ihr für ihren Beitrag!

    Habt eine schönen Sonntag!

  8. #8
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Freigegeben zur Diskussion: TED talk von Kathleen Nadeau

    Ich finde Gespräche bezüglich dieser Thematik erfrischend, da stets neue Aspekte einfließen, die mein verstaubtes Bewusstsein stellenweise verjüngen.

    Gesendet von meinem HUAWEI U8666E mit Tapatalk

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 561

    AW: Freigegeben zur Diskussion: TED talk von Kathleen Nadeau

    Gretchen schreibt:
    Der Verein Juvemus Koblenz hat vor ganz langer Zeit ein Extrakt des Buches "Understanding Girls with AD/HD aus dem Jahr 1999
    heraus gebracht. Schade, dass es in Deutschland nicht so engagierte Leute gibt, die sich für die Früherkennung von ADHS einsetzen,
    vor allem bei Mädchen.

    Chesapeake ADHD Center (I) ADD Specialist for Diagnosis and Treatment

    Das Juvemus-Heftchen (Bin ich anders? Mädchen und Frauen mit ADS/ADHS) hat mir in schwierigen Zeiten sehr geholfen.
    (Gelesen und unters Kopfkissen gelegt.)
    Danke für den Hinweis, werde mir das mal ansehen, evtl. ist auch was für meine Töchter dabei.

    Was mir auch sehr gut gefällt ist folgendes Buch:
    ADHS: Himmelweit und unter Druck: Ressourcen und Stressbewältigung für betroffene Erwachsene und Jugendliche von Tina Horlitz und Astrid Schütz


  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 561

    AW: Freigegeben zur Diskussion: TED talk von Kathleen Nadeau

    ChaotSchland schreibt:
    Ansonsten ist es mir mittlerweile zu ermüdend, diese Diskussionen immer wieder auf´s neue zu führen

    lg
    Danke für die links.
    Wenn du nicht magst, musst du ja nicht mitdiskutieren musst du ja nicht. Ich bin halt noch nicht so lang dabei

    Grundsätzlich ging es mir weniger darum, ob es Risiko oder Resssource ist, sondern evtl. beides zu sein.
    Und die eigentlich entscheidenden Faktoren unsere Erfahrungen in unseren jeweiligen Sozialisationsumgebungen, davon selbstverständlich nicht unabhängige Aufgeklärtheit, Bewältigungsmöglichkeiten, Einstellungen und unseren anderen Personvariablen sind.

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