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Diskutiere im Thema Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich" im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 97

    Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Hallo zusammen,

    die Süddeutsche Zeitung hat eben einen Artikel online veröffentlich, in dem die Frage diskutiert wird, ob der festgestellte Anstieg von ADHS-Diagnosen die Folge einer Modeerscheinung ist, oder nicht.

    Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich - Gesundheit - Süddeutsche.de

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Ist es nicht immer so? Sobald eine Krankheit bekannter wird, gehen mehr Patienten mit ihren Symptomen zum Arzt/Psychologen und es werden mehr Diagnosen gestellt, vor allem aufgrund derer, die vorher im stillen Kämmerlein gelitten haben. Und Tada solche Artikel tauchen auf.
    Es stand ja sogar im Artikel die Antwort, die Zahl der Neudiagnosen stieg vor allem bei größeren Kindern und Jugendlichen an. Also bei denen, wo die Probleme sicher schon länger bestehen, die Eltern aber erst jetzt aufmerksam wurden, dass die Symptome Teil einer Krankheit sein können. Wäre es eine Modediagnose würde sie in allen Altersgruppen ansteigen.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 476

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Danke für dem Thread!

    Hatte eben schon überlegt einen Thread zur Diskussion der Frage: Warum steigt die Anzahl der Diagnosen? zu eröffnen.

    Und während ich noch so am Titel feile, entdecke ich diesen hier.

    Ich finde das Thema sehr interessant.

    Walter Beerwerth beschreibt in seinem Buch "ADS das kreative Chaos" m.E. ziemlich gut, wie AD(H)S zu einem "massenhaften Problem" geworden ist und warum man sie eine "Zivilisationskrankheit" nennen kann.

    Im Großen und ganzen vertritt er die These, dass AD(H)S eine ursprünglich günstige oder zumindest nicht nachteilige Erbanlage war, die es schon immer gab und das sie erst aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und der im Rahmen dazu gehörenden Notwendigkeit der Anpassung in den letzten 150 Jahren immer mehr zum Problem wurde,

    Das erscheint mir durchaus nachvollziehbar.

    Daher glaube ich persönlich nur bedingt an eine "Modeerscheinung". Sicher wird es so sein, dass es aufgrund mangelndem Wissen und/oder Bequemlichkeit (ach das Kind zappelt, dann soll es doch ein paar Pillen schlucken) zu unberechtigten Diagnosen kommt.

    Ich glaube der wahre Grund ist, das unsere Gesellschaft im allgemeinen krankt. Höher, schneller, weiter. Leistungsdruck, Umwelteinflüsse, totale Erreichbarkeit usw. Ich glaube, das sind die Gründe, warum immer mehr Menschen psychisch erkranken und warum die Erbanlage AD(H)S immer deutlicher und häufiger "ausbricht". Ein gesellschaftlicher Kollaps auf Raten sozusagen.

    Vielleicht irre ich mich auch. Was meint Ihr?

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Da die Krankheit vererbt wird, gehe ich auch sehr stark davon aus, dass es ADHS schon lange gibt. Uns ich glaube, dass Kinder/Menschen auch früher schon Probleme mit den Symptomen hatten. Es gibt Berichte über Kinderheime aus dem 18. Jahrhundert, in denen Kinder untergebracht wurden, mit denen die Eltern/die Gesellschaft überfordert war. Die Symptome der Kinder lesen sich wie die Diagnosekritärien von ADHS. Früher wurde auf solche Kinder einfach nicht eingegangen. Da hieß es friss oder stirb. Heutzutage wird eher diagnostiziert und therapiert. Ob die Diagnose immer berechtigt vergeben wird? Sicherlich nicht! Aber Fehldiagnosen sind in jedem Bereich vertreten. Ich persönlich denke, dass es mehr Diagnosen gibt, weil die Pädagogen sensibilisiert sind. Da heißt es nicht mehr, das Kind ist schlecht erzogen, sondern sie gehen eher auf die Eltern zu, äußern einen Verdacht und ermutigen die Eltern das abzuklären. Es ist kein Tabu mehr, zum Psychologen zu gehen.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 2.056

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Es gibt auch einen brauchbaren Artikel in der Süddeutschen. Wahrscheinlich nur, weil ein Profi zu Wort kommt und der Journalist nicht anfängt zu interpretieren.

    adhs-medikament-ritalin-es-kann-ein-segen-sein

  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Ich stimme Darina teilweise zu und ergänze, dass es signifikante Zusammenhänge gibt, zwischen der öffentlichen Debatte einer Krankheit, der Fachärzten Dichte und Evaluation des Diagnose Verfahrens.

    Der folgende Artikel veranschaulicht dies sehr gut finde ich, bezieht sich allerdings auf Depression, bzgl. anstieg der Erkrankung. Des Weiteren hoffe ich, dass die Diskussion nicht ausufert oder abschweift mit dem Artikel.

    http://www.zeit.de/2015/02/kapitalis...suchung-studie


    "Die Stadt Würzburg etwa weist bundesweit die höchste Zahl an Kinderpsychiatern auf – und die höchste Zahl an ADHS-Diagnosen. Glauben wir deshalb, Aufmerksamkeitsdefizite und Hyperaktivität kämen dort wirklich häufiger vor als beispielsweise in Hamburg oder Berlin"(ebd.).
    Geändert von HarryGelb ( 8.06.2016 um 16:38 Uhr)

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    LadyCuckooo schreibt:
    Daher glaube ich persönlich nur bedingt an eine "Modeerscheinung". Sicher wird es so sein, dass es aufgrund mangelndem Wissen und/oder Bequemlichkeit (ach das Kind zappelt, dann soll es doch ein paar Pillen schlucken) zu unberechtigten Diagnosen kommt.

    Für mich hat das Argument noch am wenigsten Bedeutung. Ich glaube die allerwenigsten Eltern gehen so sorglos mit ihren Kindern um. Und die, die sorglos mit ihren Kindern umgehen, denen ist es noch eher egal wenn die Kinder zappeln und nicht "normal" sind.
    Und die mit mangelndem Wissen gehen erfahrungsgemäß eher in die Richtung "ADHS gibt es nicht".

  8. #8
    Lokalpatriot

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 303

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    LadyCuckooo schreibt:
    Danke für dem Thread!

    Hatte eben schon überlegt einen Thread zur Diskussion der Frage: Warum steigt die Anzahl der Diagnosen? zu eröffnen.

    Und während ich noch so am Titel feile, entdecke ich diesen hier.

    Ich finde das Thema sehr interessant.

    Walter Beerwerth beschreibt in seinem Buch "ADS das kreative Chaos" m.E. ziemlich gut, wie AD(H)S zu einem "massenhaften Problem" geworden ist und warum man sie eine "Zivilisationskrankheit" nennen kann.

    Im Großen und ganzen vertritt er die These, dass AD(H)S eine ursprünglich günstige oder zumindest nicht nachteilige Erbanlage war, die es schon immer gab und das sie erst aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und der im Rahmen dazu gehörenden Notwendigkeit der Anpassung in den letzten 150 Jahren immer mehr zum Problem wurde,

    Das erscheint mir durchaus nachvollziehbar.

    Daher glaube ich persönlich nur bedingt an eine "Modeerscheinung". Sicher wird es so sein, dass es aufgrund mangelndem Wissen und/oder Bequemlichkeit (ach das Kind zappelt, dann soll es doch ein paar Pillen schlucken) zu unberechtigten Diagnosen kommt.

    Ich glaube der wahre Grund ist, das unsere Gesellschaft im allgemeinen krankt. Höher, schneller, weiter. Leistungsdruck, Umwelteinflüsse, totale Erreichbarkeit usw. Ich glaube, das sind die Gründe, warum immer mehr Menschen psychisch erkranken und warum die Erbanlage AD(H)S immer deutlicher und häufiger "ausbricht". Ein gesellschaftlicher Kollaps auf Raten sozusagen.

    Vielleicht irre ich mich auch. Was meint Ihr?
    Ja, das ist genau meine Meinung! Kinder müssen sich heutzutage so extrem an die Erwachsenenwelt anpassen. Ich weiß noch, als ich mit meiner Tochter (damals 2 Jahre alt) und einem Vater mit seinem Sohn (waren bei der selben Tagesmutter) in einen Bäckeladen mit Cafebereich ging. Meine Tochter stellte sich nach dem Essen an die riesige Schiebe und klopfte dagegen und quietschte gelegentlich vor Freude. Und der andere Vater lästerte später bei einer anderen Mutter (meiner Freundin ), dass man mit meiner Tochter ja gar nicht in ein Restaurant gehen könnte, sie sei ja viel zu laut.
    Der erwartete also wirklich von einer 2jährigen, die ganze Zeit still am Tisch zu sitzen!

    Das ist doch krank!


    Sorry, wenn mich das immer noch so erbost. Aber es ist doch bescheuert, Kinder als auffällig abzustempeln, wenn sie sich einfach wie Kinder verhalten! Ein bisschen mehr gesunder Menschenverstand, und schon schleppen die Eltern Kevin-Samuel oder Jaqueline-Rose (wirklich nur Beispiel-Namen) nicht mehr zum Therapeuten, weil beide nach einer halben Stunde sitzen, motorisch unruhig werden. Haben die nicht mehr den Blick für physiologische kindliche Verhaltensweisen?! Anscheinend nicht - schade, schade

    Meine weitere Meinung ist, dass die Schablone heutzutage, für die Definition "normal", immer schmaler/enger wird. Dadurch, dass heutzutage viel mehr bekannt ist und auch viel mehr möglich ist (an Diagnostiken und Therapien etc.) ist da so ein Focus drauf, dass das "normale" gesunde Verhalten gar nicht mehr in seinem Facettenreichtum wahrgenommen wird. Sondern es werden einzelne Facetten abgespalten, die dann als annormal klassifiziert werden.

    Das ärgert mich so dermaßen. Aber schon immer. Das hat mich auch schon geärgert, als ich noch gar nichts von meinem eigenen ADHS wusste.

    So, fertig mit der Schimpftirade.

    Das musste mal raus

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    Sorry... tat aber gut

  9. #9
    Lokalpatriot

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 303

    AW: Süddeutsche:&quot;Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich&quot;

    @klippklar: das hat gar nicht so viel mit "sorglos" zu tun. Die meisten Eltern sind eher verunsichert. Da heutzutage kaum noch lernen am Modell stattfindet (was das leben mit Kindern angeht), sind viele einfach verunsichert und wissen nicht, was normal ist und was nicht. Und wenn dann jemand sagt: "Du dein Kind ist aber zappelig. Willst du nicht mal lieber mit ihm in die Therapie gehen, dass hat ja sonst echt Probleme in der Schule..." Dann denkt sich die unsichere Mutter, okay, dann mach ich das mal lieber. Mein Kind soll ja keine Probleme bekommen usw.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Naja, aber bloß weil ich mit meinem "normalen Kind" zum Psychologen gehe, bekommt es noch lange keine Therapie verschrieben und keine Diagnose aufgedrückt. Höchstens bekomme ich den Tipp, wegen meiner Unsicher zur Erziehungsberatungsstelle zu gehen.
    Diese Sichtweise erklärt also nicht, warum es mehr Diagnosen gibt

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