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Diskutiere im Thema Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich" im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #41
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Ergänzt heisst ja nicht immer, das auch durch eindeutige oder gar tatsächlich pathologisch anmutende Kriterien ergänzt wurde. Wenn z. B. Beziehungsprobleme, emotionale Instabilität etc dazu kommen, dann ist das nicht spezifisch, denn das trifft auf viele psychiatrische Diagnosen zu. Da die ursprünglich spezifischen Symptome immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden, weil man mit ihnen nicht genug Patienten erfassen kann, gibt es halt Fragen. Was ist mit denen die die ursprünglichen Kriterien erfüllen, die immer mehr in den Hintergrund geraten? Erfassen die alten Diagnosekriterien nicht genug Patienten, oder passen die Patienten nicht in diese Diagnose?

    Wie erklärt man, das es einerseits Auffälligkeiten bei embryonalen Noxen gibt und/ oder in früher Kindheit, eine mögliche genetische Ursache, und andererseits ein Eintrittsalter mit Beginn der Pubertät, und Tendenz zu noch später? Was genau ist die Abgrenzung zu einer Anpassungsstörung wenn man mit Beginn eines Schulwechsels diagnostiziert wird? Werden hormonelle Schwankungen die während der Heranreifung teils sehr stark sind mit berücksichtigt?
    Wieso neurodevelopment, wenn weder klar ist was ADHS biologisch ist, noch was es verursacht? Wieso zählen dann nicht Depressionen, Angsterkrankungen etc auch dazu, wenn es um die Neurotransmitterthese geht?
    Für mich ist das alles ein unausgegorener Schnellschuss.

  2. #42
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    creatrice schreibt:
    Ergänzt heisst ja nicht immer, das auch durch eindeutige oder gar tatsächlich pathologisch anmutende Kriterien ergänzt wurde. Wenn z. B. Beziehungsprobleme, emotionale Instabilität etc dazu kommen, dann ist das nicht spezifisch, denn das trifft auf viele psychiatrische Diagnosen zu. Da die ursprünglich spezifischen Symptome immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden, weil man mit ihnen nicht genug Patienten erfassen kann, gibt es halt Fragen. Was ist mit denen die die ursprünglichen Kriterien erfüllen, die immer mehr in den Hintergrund geraten? Erfassen die alten Diagnosekriterien nicht genug Patienten, oder passen die Patienten nicht in diese Diagnose?

    Wie erklärt man, das es einerseits Auffälligkeiten bei embryonalen Noxen gibt und/ oder in früher Kindheit, eine mögliche genetische Ursache, und andererseits ein Eintrittsalter mit Beginn der Pubertät, und Tendenz zu noch später? Was genau ist die Abgrenzung zu einer Anpassungsstörung wenn man mit Beginn eines Schulwechsels diagnostiziert wird? Werden hormonelle Schwankungen die während der Heranreifung teils sehr stark sind mit berücksichtigt?
    Für mich ist das alles ein unausgegorener Schnellschuss.
    Ich glaube das es da mehrere Probleme gibt. Wenn ich jetzt z.B. sage, dass ich als Erwachsener erst dann diagnostiziert werden kann, wenn die Probleme vor den siebten Lebensjahr begonnen haben, dann habe ich das Problem, dass Bezugspersonen aus dieser Zeit oft nicht mehr greifbar sind und ich daran keine Erinnerung mehr habe.
    Auch die "nicht spezifischen" Probleme. Welche Symptome sind schon spezifisch? Ein Mensch mit einer Depression hat z.B. auch Probleme sich zu konzentrieren oder sich selbst zu motovieren. Deshalb sollte bei einer Diagnose überprüft werden, ob nicht eine Störung mit ähnlichen Symptomen vorliegt. Kritisch sehe ich hingegen, dass die Anzahl der Symptome wichtig ist. Und jetzt auch noch herabgesetzt wurde, auf fünf. Ich glaube, dass es viel wichtiger wäre, die Stärke der Symptome zu berücksichtigen. Jemand der vielleicht sechs ganz schwach ausgeprägte Symptome hat, wäre damit positiv, ein anderer mit nur vier aber ganz stark ausgeprägten Symptomen wäre folglich negativ getestet werden, obwohl der im zweiten Fall die Behandlung evtl. viel nötiger hätte.
    Geändert von Darina ( 9.06.2016 um 14:48 Uhr)

  3. #43
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    creatrice schreibt:
    Ergänzt heisst ja nicht immer, das auch durch eindeutige oder gar tatsächlich pathologisch anmutende Kriterien ergänzt wurde. Wenn z. B. Beziehungsprobleme, emotionale Instabilität etc dazu kommen, dann ist das nicht spezifisch, denn das trifft auf viele psychiatrische Diagnosen zu.
    Ich bin mir grad nicht sicher, ob ich Dein Posting richtig verstehe.
    Denn das trifft auch auf andere Symptome zu.
    Überlappungen finden sich immer, was es ja so schwierig macht.

    Aber Beziehungsprobleme ergänzen das Gesamtbild zu einer ADHS, gerade weil man so versucht, mit möglichst genauerer Beschreibung, eine Zuordnung des Gesamtbildes auf die richtige Diagnose zu treffen.

    Und gerade Beziehungsprobleme sind ein schönes Beispiel, weil sie bis vor nicht allzu langer Zeit ja gar nicht auch nur bedacht wurden, denn ADHS war lange Zeit nur auf Kinder eingeschränkt und Kinder haben mangels Beziehungen (wir reden ja hier von partnerschaftlichen Verbindungenungen, also Liebesbeziehungen) keine Beziehungsprobleme.

    Genauso wie Probleme mit der Teilnahme am (Kraftfahr-) Straßenverkehr nie ein Diagnosekriterium waren, denn Fünfjährigen fahren kein Auto (Bobbycar zählt nicht ).

    Aber wirklich spezifische Symptome und damit Diagnosekriterien sind ja allgemein in der Medizin nicht immer leicht zu finden.
    Eine Schnupfennase ist ein spezifisches Kennzeichen für eine Erkältung .... oder eine Allergie.
    Ein Husten kann zu einer erkältung gehören .... aber auch Teil einer Lungenentzündung u.a. sein...
    Aber das Gesamtbild, Husten/ Schnupfen plus andere, ebenfalls für sich allein nicht spezifische Symptome, ergeben ein Gesamtbild, welches Aufschluss auf die tatsächliche Erkrankung gibt.


    Darina schreibt:
    Diagnostiziert wird in Deutschland aber doch nach ICD-10 und nicht DSM 5
    Das ist zwar offiziell richtig, aber wenn ich so in meine Berichte, speziell Gutachten schaue, so wird da auch immer wieder neben der ICD auch das deutschsprachige DSM zitiert.

  4. #44
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Es gibt aber ganz spezifische Symptomkombinationen für psychiatrische Erkrankankungen, und das gerät bei ADHS mE immer mehr ausser Kontrolle. Beziehungsprobleme sind für mich kein Symptom, sondern nur ein kleiner Aspekt des grossen Feldes der Sozialkontakte. Die können mannigfaltig betroffen sein, oder eben nicht, das kommt auf die Stärke der Symptome der Impulsivität, Desorganisation, Unaufmerksamkeit an. Wozu extra erwähnen? Passiert bei Depressionen, Etc auch nicht. Autofahren ist auch ein kleiner Teil von Symptomen, die abgefragt werden. Dadurch, das aber jegliche kleinste Abweichung in einem Grossen Themenbereich zum Symptom wird, läuft man Gefahr zu pathologisieren, ich finde das passiert bei den neuen Kriterien in so einigen Erkrankungen.

  5. #45
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Jo, ... das kann ich nachvollziehen .

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